Ausgabe 
27.10.1903 Drittes Blatt
 
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* Florenz, 26. Okt. Gegen 2 Uhr nachmittags ent- gleiste beim Bahnhof Santellero der um 9 Uhr vormittags von Rom abgegangene S ch n e l l z u g. Niemand wurde verletzt.

wie überhaupt für junge Mädchen das bewährteste Mittel, um der Blutarmut, Bleichsucht oder schlechtem Aussehen entgegen- zu wirken. Kaffee und Tee sind fast wertlose Getränke, während Hausens Kasseler Hafer-Kakao noch nach Stunden im Magen anhält und kein nervöses Hungergefühl aufkommen lässt.

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unserem Dorfe als zweite Aufgabe die Errichtung einer zweiten Schulstelle gestellt.

Darmstadt, 25. Okt. Die Frage des Hoftheater- Umbaues wird die Zweite Kammer der Stände in Kürze erneut beschäftigen. Der Staat, der Großherzog und die Stadt, so ist gedacht, sollen zu den Kosten bei­tragen. Die Stadt will jedoch, wie zuverlässig verlautet, zu den Kosten des Umbaues selbst nichts beitragen; sic ist, vielmehr lediglich prinzipiell, falls der Umbau erfolgt, bereit, für 10 Jahre freiwillig, ohne eine rechtliche Ver­pflichtung zu übernehmen, zu den Betriebskosten des Hof­theaters 20000 Mk. pro Jahr beisteuern, die zur Aufbesserung der Gehälter der Angestellten der Hosmusik u. s. w. dienen sollen. Man wird nun ab märten müssen, wie sich die Kammer zu diesem Vorschlag stellt. (Frkf. Ztg.)

Homburg v. d. H., 26. Okt. Prinz Heinrich traf heute per Automobil hier ein und begab sich in Begleitung des Oberbürgermeisters v. Marx nach der Saalburg, woselbst unter Führung des Geheimrats Jacobi das gesamte Kastell besichtigt wurde. Nachdem auf dem Kastell das Frühstück eingenommen war, unternahm der Prinz mit dem Ober­bürgermeister in seinem Automobil eine Fahrt zur Besichti­gung der für das Gordon-Bennet-Rennen fest­gelegten Strecke und begab sich dann nach Schloß Wolss- garten zurück.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Jn Lich und Laubach sind, wie man uns mitteilt, dieser Tage nach Vorträgen des bekannten Pastors Dr. Bräunlich Zweigvereine des evangelischen Bundes gegründet worden. In Lond orf wird am 28. Oktober eine Ortssernsprecheinrichtung in Betrieb genommen worden.

Kommission zur Erstattung eines Gutachtens über den Ge­sundheitszustand des Gefangenen ernannt. Die Kommission erachtete eine längere Beobachtung in der Irrenanstalt für erforderlich und schlug die oben erwähnte Anstalt vor.

* Köln, 26. Okt. In der verflossenen Nacht jagte sich ein junger, feingekleideter Mensch unterhalb des Domhotels mehrere Kugeln in den Kopf. Der Tod trat alsbald ein. Große Verluste, die er gelegentlich des gestrigen Rennens erlitten, sollen angeblich die Veranlassung zum Selbstmord sein.

* Posen, 26. Okt. Nach einer Meldung aus ©riefen stieß auf der Gnesener Kleinbahn unweit der Station Jelinek bet starkem Nebel ein Güter- und ein Personenzug zusammen. Mehrere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Drei Personen trugen leichte Quetschungen davon, der Material­schaden ist bedeutend.

* Tondern, 26. Okt. Pastor Iac0bscn-Scherrebeck wurde heute aus der Untersuchungshaft entlassen, ohne Kaution gestellt zu haben.

* Dresden, 25. Okt. Die hiesige Amtshauptmannschaft genehmigte heute das Gesuch der Dresdener Preßhefen- und Kornspirttussabrik wegen einer Anlage zur Gewinnung von Spiritus aus Fäkalien. Prositl

Leipzig, 26. Okt. Im Dorfe Nüdlitz zerstörten Bauern Meßvorrichtungen und Schleusenstücke der von der Stadt Callenberg dort durchgeführten Wasserleitung. Gendarmerie wurde dorthin entsandt.

* Br est, 26. Okt. Während des Gew itters, das heute hier niederging, schlug der Blitz in den KreuzerMassena" ein und zerstörte die an Bord befindlichen Apparate für draht­lose Telegraphie.

* R 0 m, 26. Okt. In einem Landhause in der Nähe von Korona explodierte während der Ausführung eines Experiments, das ein Bruder eines dortigen Priesters vor­nahm, eine Menge Pulver, wodurch das Dach des Hauses

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* Berlin, 26. Okt. Zu der Ueberführung des Prinzen Prosper Aren berg in die Abteilung für Nervenkranke bei der Strafanstalt Moabit meldet dieNordd. Allg. Ztg.": Die Ueberführung geschah am 13. Oktober auf Er-

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am 25. bis 26. Oktober w 25. , 26.

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Man stößt leider immer noch auf die irrige Ansicht, daß unsere deutsche Sektindustrie mit der französischen nicht gleichen Schritt halten könne. Wie groß dieser Irrtum ist, beweist der Umstand, daß in Deutschland heute schon nahezu die Hälfte des Quantums hergestellt wird, welches man in Frankreich au Champagner produziert. Dieses Verhältnis erlangt um so größere Bedeutung, wenn man bedenkt, daß die französische Champagnerherstellung über 200 Jahre alt ist, während man in Deutschland erst seit ca. 50 Jahren Sekt erzeugt, und daß die französischen Marken seit langem eingeführt sind, während sich der deutsche Sekt Schritt für Schritt den Absatz erkämpfen muß. Die gegenwärtige Lage würde aber schon vielmehr zu Gunsten der deutschen Industrie verschoben werden, wenn nicht noch vielfach die falsche Anschauung verbreitet wäre, daß den französischen Marken an Qualität nicht gleichzukommen wäre. Jeder wirkliche Kenner belächelt diesen Irrtum. Wenn wir auch nicht im entferntesten daran denken wollen, die als erstklassig bekannten sranzösischen Marken in ihrem Werte herabzusetzen, so muß doch in Berücksichtigung gezogen iverden, daß man für diese einen viel höheren Preis anzulegen gewohnt ist, der nur zum allergeringsten Teil dem Eingangszoll zuzuschreiben ist. Wollte man diese Preise von Mk. 12. bis Mk. 20. und mehr, auch fiir deutsche Erzeugnisse anwenden, so würde man dafür ein Produkt erhalten, ibelches diesen französischen Marken teilweise sogar überlegen wäre. Den besten Beweis liefern die bestehenden Tatsachen: zu dem Preise, zu welchem die deutschen Schaumweine im Handel sich befinden, ist kein französisches Haus imstande, eine ebenbürtige Qualität zu liefern.

Um den verehrten Lesern einen weiteren Anhalt zu geben, wollen wir erwähnen, daß Preisunterschiede einzig und allein auf den Wert des Rohproduktes zurückzuführeu sind, nicht aber auf die Sektbereitung. Diese ist bis auf einige Firmen, welche ein anderes, aber nicht bewährtes Herstellungsverfahren adoptiert haben, überall die gleiche wie in Frankreich, d. h. die Gewinnung der Kohlensäure auf natürlichem Wege vollzieht sich in den Flaschen selbst. Was aber die Rohprodukte anbetrifft, so brauchen wir uns unserer deutschen Weme nicht zu schämen. An den Hügeln unseres heimlichen deutschen Rheines werben so kostbare Gewächse gebaut, daß sie jeden Vergleich mit fremden Erzeugnissen aus­halten können. Und nicht nur das: anerkannt ist sogar, daß die Rheingegend die edelsten Weine der Welt überhaupt hervorbringt.

Mitten in diesem unvergleichlichen Fleckchen Erde vollzieht sich die Herstellung unserer Marke Kupferberg Gold". Ist es nötig, etwas zu ihrem Lobe zu sagen? Wohl kaum! Denn es ist eine bekannte Tatsache: WoKupferberg Gold" einmal Eingang gefunden hat, ist" und bleibt es ein treuer Freund und ein immer wiederkehrender Gesellschafler. Man kann Kupferberg Gold" mit Fug uud Recht unserendeutschen Familiensekt", nennen, denn es vergeht wohl kein Fest in den besser gestellten Familien, bei dem man ihm nicht begegnete. Ueber seine außerordentlich imcresjante Bereitung, deren Kenntnis übrigens für jeden L-ekt- trinker zur Beurteilung des Stoffes notwendig ist, werden wir in Kürze einige Angaben machen.

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suchen des Gerichts der ersten Gardedivision. Auf Ersuchen fortgerissen wurde. Der junge Mann wurde gräßlich oct* dieses Gerichts hatte der Generalstabsarzt der Armee eine stümmelt als Leiche aus den Trümmern hervorgezogen.

* Brest, 26. Okt. In der Bai von Andierne ist ein französischer Dreimaster untergegangen. 6 Personen ertranken.