Ausgabe 
25.8.1903 Zweites Blatt
 
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stehenden Enikonnnensteuersä'tze und die Zahl der Haushaltungen, die zu jeden: Steuersätze gehören'? Allen Ernstes wird dieBeant- wortung dieser Fragen von den Pastoren gefordert und eine sorg- sältige Aufstellung und genaueste Beachtung ihnen auierlegt. Eine Beschwerde darüber bei der königlichen Regierung i.iu eine Ab­hülfe nicht herbeigeiührl. Wir arinen Pastoren! Statt die not­wendige Seelsorge in den Häusern und Familien ungestört treiben zu können, müssen nur in der Gemeinde Herumlaufen, herum- schnüffeln, um für den Herrn Landrat genaue und sorgfältige Er­kundigungen über die auf dem kleinen Grundbesitz unserer Ge­meinde haftenden Schulden einzuziehen. Auch eine Kirchenbehörde kann uns Pastoren nicht mehr helfen, wir fhib durch die Schul- lufsicht an die staatliche»: Behörde»: überantwortet.

Basel unter deutschen Kanonen.

Wie schon früher haben auch jetzt wieder einmal ver­mutete Befestigungsarbeiten auf deutschem Bode»: unweit Basel schweizerischen Blättern Anlaß zu lebhaften Unterhalt­ungen gegeben. Der Berner Berichterstatter der Baseler Nationalztg." macht zu diesem Meinungsstreit Beinerkungen, die von den meisten schweizerischen Blättern als abschließend

angesehen zu werden scheinen. Er schreibt:

Berschledene Vermessu»:gsarbeiten in der badische»: und elsässi- fcbcn Nachbarschaft habe»: schon vor einiger Zeit die Aufmeikfa»»:- er kautonal-baselstädlischen und der eidgenössischer:' Behörde»: .. Bevor eine Zeitung davor: Notiz genommen hatte, sind die »össischen Behörden bet Deutschland vorstellig geworden. Sie ci !lten darauf die Antrvort, daß die erwähnten Bermessungsar- d . i keirtesrvegä projektierte Befestigungsanlagen zum Gegenstand b .i. : oder damrt in Verbindung ftänben. Tie Situalioi» scheml sonn folgende zu sein: Tatsachen, rvelche der Schweiz Anlaß gebe»» würden, gestützt auf das Völkerrecht überhaupt oder auf speziell übernouunene völkerrechtliche Verpflichtungen auf diplomatischem Wege ar: Deutschland und eventuell an die anderen Mächte zu ge­langen, liege»: ar:gesichls der positive»: Erklärung Deutschlands rächt vor. Diese Erklärung muß mm: wohl oder übel so lange gelte»: lassen, als weitere Vorkehrungen Deutschlands mit ihr nicht in Widerspruch trete»: und sie dememiereu. Darum müsse»: d:e kan-

Butzbach, 24. Aug. Der Vorsteher der hiesigen Güterabfertigung, Güterexpedient Goertz, wurde vom 1. Oktober ab als Stations-Einnehmer nach Saarlouis ver­setzt. An seine Stelle tritt vom gleichen Zeitpunkt an der Vorsteher der Güterabfertigung Alsfeld, Güterexpedient Ploch, welcher erst vor kurzem von hier nach Alsfeld versetzt »vurde.

1" Reichelsheim i. W., 23. Aug. Bei der gestern hier tattgehabten B ü r g e r m e i st e r w a h l erhielt der seit­herige Bürgermeister Stedte 75 Stimmen, der Landwirt Katt Schmidt II. 68 Stimmen und der Gastwirt No hl 14 Stiminen. Da keiner von den Genannten eine absolute Mehrheit auf sich vereinigt, findet demnächst zwischen den beiden Erstgenannten Stichwahl statt.

88 Erbenhausen, 24. Aug. Zn dem benachbarten Ober-Gleen verließ am Samstag morgen gegen 4 Uhr der Landwrrt Johannes Meuter seine Wohnung, ohne die Semen davon in Kenntnis zu setzen. Uhr und Taschen­messer ließ er auf der Fensterbank zurück. Als er gegen 8 Uhr noch nicht zurück war, machte man sich auf die Suche nach ihm. Nach kurzer Zeit fand inan ihn als Lerche in der Gleen. Da der Verschiedene in letzter Zeit tark nervös war, nimmt man an, daß er bei der Aus- ührung der Tat nicht im Besitze seiner vollen Geistes­kräfte war.

Nidda, 24. Aug. Die hiesige Kleinkinder» chule feierte gestern nachmittag ihr Jahresfest auf der tädtischei: Festwiese. Es waren alle 70 Schüler gesund und wohlbehalten versammelt zur großen Freude aller, was auch der Vorsitzende des Vorstandes, Pfarrer Werner, in seiner auf eine Liturgie der Sonntagsschüler und Kleinkinderschüler olgenden Ansprache mit Dank zu Gott bekannte. Die Kinder wurden mit Milch und Bretzeln beivirtet und spielten als­dann unter Anleitung der Schwester allerlei Spiele. Das eilher ungünstige, regnerische Wetter hatte sich gerade für das Fest aufgehellt und setzte nach Schluß des Festes mit Regen wieder ein, worauf barm um 6 Uhr mehrere schwere Wetter mit wolkenbruchartigem Regen folgten. __J Die

Landwirte sind ob des Wetters ratlos; gestern nach­mittag soll mit obrigkeitlicher Erlaubnis auf einzelnen Gütern Frucht eingefahren worden fern, was bei dem Notstand nicht zu verübeln ist. J

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. August 1903.

** Unter stützt!ng der Kriegsinvaliden. Der Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz versendet für den L.-V. der Kaiser-Wilhelm-Sttstung für deutsche In­validen folgenden Ausruf: Die großen Ereignisse vo»: 1870 treten in der Erinnerung mehr und mehr zurück, aber wir gedenken dennoch in diesen Tagen der glorreichen Zeit, die uns damals den Sieg und die Gründung des Deutschen Reiches brachte. Hat inzwischen ein Reichsgesetz die Pensions­bezüge der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen erhöht, so bleibt doch auch jetzt noch reichlich Raum dafür, unseren Dank für das von unserem tapferen Heere damals Getane dadurch zu betätigen, daß wir in der Zeit des 2. September in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen durch unsere Gaben dazu beitragen, das Los der Opfer des Krieges auch weiterhin noch besser zu gestalten, als Reich und Staat allein es vermögen. Wir bitten insbesondere wie früher die evange­lischen Pfarrämter und Kirchenvorstände gemäß der ihnen von Großh. Oberkonsistoriun: erteilten Erlaubnis, bei den be­treffenden Gottesdiensten Kollekten für jenen Zweck zu er­heben. Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie seither mög­lichst für die Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu »virken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermittel»: haben, bitten wir, dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Ministeriulbuchhaster Lang, Schießhausstraße 116 in Darmstadt, einzusenden.

** Einen Unfall hatte in der Nähe der Stadt ein Fuhrknecht. Er hatte zwei neue Pferde an einen leeren Wagen gespannt, die scheuten und ausrissen. Der Knecht hielt sich am Bauchgurt des einen fest und erhielt einen Stoß, sodaß ihm das Bein verletzt wurde und er in die Klinik verbracht »verden mußte.

** Was findige Köpfe aus dem Gebiete der Re k l am e al ll e s ausfindig in a chen , ist erstaunlich, die Postordnung gibt keine bestimmten Vorschriften dar­über, inwieweit auf der Außenseite gewöhnlicher und ein­geschriebener Briefsendungen andere als auf die Beförderung und rechte Bestellung der Sendung bezügliche Angaben, insbesondere Abbildungen, Schutzmarken, Reklamen re., zu­lässig sind. Sie sagt nur allgemein, daß durch diese Auf­drucke die Deutlichkeit der Aufschrift sowie die Anbringung der postdienstlichen Vermerke und Stempel in keiner Weise beeinträchtigt werden darf. Ein findiger Kopf kam nun auf die originelle Idee, die Rückseite eines Kouverts mit Anzeigen zu bedrucken, die er sich natürlich von dem inse­rierenden Firmen entsprechend bezahlen lassen wird, und kam bei der Postanstalt darum ein,f daß er diese Umschläge mit eingestempelten Postwertzeichen zu einem Preise von 3 Pfg. für den 5 Psg. Briefumschlag und zu 7 Pfg. für den 10 Pfg.-Briefumschlag verkaufen dürfe. Tie Post hat, wie in der Deutschen Papier- rrnd Schreibwaren-Zeitung zu lesen ist, dieses Unternehmen gebilligt und, nur die Bedingung gemacht, daß auf der zu bedruckenden Rückseite der Umschläge für postdienstliche Vermerke und für Stempel­abdrücke am oberen Rand ein genügender Platz freigelassen werde Durch dieses Entgegenkommen ist einesteils vielen Geschäften gewissermaßen ein ganz neues, vorteilhaftes Feld für Jnseratenreklame geschaffen worden, andernteils aber dem Publikum tatsächlich eine bedeutend billigere Posd- beförderung gegeben und zu guterletzt dem Finder dieser originellen Idee ein guter Verdienst in Aussicht gestellt.

Hier Unglaube! das sind die großen Probleme, um die sich in der Zukunft alles drehen wird, nicht nur auf kirchlichem, sondern auch aus tvirtschaftlichem Gebiete.

Um 1 Uhr mittags sammelten sich dann an 25000 Mit­glieder der katholischen Arbeiter- und Gesellen- vereine aus ganz Rheinland und Westfalen, sowie aus den Diözesen Fulda, Mainz, Hildesheim und aus den Reichs­landen zu dem großen Arbeiter-Fe st zuge, der in der Zeit von 25 Uhr die Hauptstraßen der Stadt durchzog. Nach dein Vorbeimarsch am Dome teilte sich der Zug in sieben Kolonnen, die alsdann in die einzelnen Versamin- lungslokale geführt wurden. In der Festhalle am Rhein sprachen Abg. Sittard-Aachen und Arbeitersekpetär Gisberts- M.-Gladbach. Beide Redner bezeichneten das Zentrum als die einzig wahre Arbeiterpartei. Abg. Sitkard verwies u. a. aus das vom Bischof Ketteler auf der ersten Generalver­sammlung der Katholiken Deutschlands in Mainz aufge­stellte sozialpolitische Programm der Zentrumspartei und ferner auf di,e Rundschreiben des verstorbenen Papstes Leo XIII. in Sachen der sozialen Frage. Seine Forderung, daß auch die Arbeitgeber die Hand zur sozialen Versöhn­ung reichen sollten, werde ih»n unvergessen, blechen. (Stür­mischer Beifall.) Und nachdem man des Toten gedacht, wolle man auch dem Lebenden Ergebenheit zollen. Wie Leos XIII. Wiege, so habe auch die Wiege des früheren Kardinals Sarto in einer kleinen Arbeiterwohnung ge- tanden. Es sei auch bekannt, daß der jetzige Papst ein warmes .Herz für die Bedrängten habe, und daß er in Venedig cm sozial denkender Patriarch gewesen sei. Unter diesen Umständen danke es die katholische Arbeiterschaft der göttlichen Vorsehung, daß sie einen solchen Papst erhallen habe. (Lebhafter Beifall.)

Arbeitersekretär Gisberts beschäftigte sich insbesondere mit der Tätigkeit der Zentrumsftaktion des deutschen Reichs­tages in sozialpolitischer Beziehung^ Seine mtt großem Beifall ausgenommene Ansprache klang in einem Warn­ungsruf vor der Sozialdemokratie und ihren umstürzlerischen Bestrebungen aus. Danach ergriff Kardinal- Erzbischof Dr. Fischer das Wort, um chnen seinen Segen zu erteilen, den die wohl lOOOOköpfige Menge knieend ent­gegennahm. An denPapst der Armen" Pius X., wie ihn der Abg. Sittard genannt hatte, wurde ein Huldigungs­telegramm abgesandt, ebenso an den Kaiser. Auch die übrigen 6 Versammlungen sandten solche Telegramme ab.

Zn dem Gürzenich sand heute abend die Begrüß­ungsversammlung für den Katholikentag statt. Der Vorsitzende des Kölner Lokalkomitees, Justizrat Custodis- Köln hielt die Begrüßungsansprache. Hr. Nicola Racke aus Mainz wird stürmisch begrüßt; er bringt die Grüße des Bischoss von Mainz. In Mainz, so führte er aus, hat ich viel geändert. Die kirchlichen Zustände waren in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts traurig; und nimmt man dazu noch den Hang zur Vergnügungssucht, so erklärt sich vieles. Für Schlagwörter ist das Mainzer Völkchen sehr zugänglich und mit Schlagwörtern wurde manches in Mainz in den letzten Jahrzehnten fertiggebracht. Tie Mainzer sind nicht bösartig, aber es fehlt an Prinzipien, an Innigkeit und Freude des Glaubens. Redner protestierte dagegen, daß die Wiege der Katholikenversammlungen in Köln gestanden habe; wenn er auch nicht blind sei gegen die Schwächen von Mainz, den Ruym wolle er doch nicht seiner Vaterstadt nehmen lassen, daß sie die Wiege der Generalversammlungen sei. Er sucht dies eingehend zu beweisen. Seien wir einig, so wird die Entwicklung gleich­mäßig sorffchreiten. Unsere Versammlungen haben nie- malsanderever letzt, und auch die Jubelversammlung, wird es so halten.

oder doch befreundet tuenden Herren gegenüber, die das Bismarcksche Wort: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Well! vergessen haben oder nicht mehr daran glauben, denn sonst würde der Jesuitenparagraph entfernt werden, der die frommen Männer unter polizei­liche Aufsicht stellt, wie Verbrecher und Vagabunden". Stür­mischer Beifall.) ,

Also Graf Bülowtut nur freundlich^ mit dem Zen­trum, weil er sein Versprechen, betr. die Aufhebung des bekannten I e s u i t e n p a r a g r ap h c n, bisher nicht ein­zulösen vermochte. Das ist ein scharfer Vorwurs an die Adresse des Grafen Bülow, der in den nächsten Jahren au: die Unterstützung seitens des Zentrums mehr als je an- gelviesen sein wird. Der Vorwurs eröffnet zugleich eine für den Grafen Bülow wenig erfreuliche Aussicht auf den Tag, an dein das Zentrum die I e s u i t e n - I n t e r p e l l a - tivn im Reichstag wieder einbringen wird.

Darauf nahm der Kardinal-Erzbischof Dr. Fis cher das Wort zu einer längeren Ansprache. Wir stehe»: heute vor zwei Weltanschauungen, mit bcucii wir zu rechnen haben und die geeignet sind, die Menschheit in zwei große Lager zu scheiden. Tie eine vertritt die Anschauung, daß alles menschliche Leben unter den: Eindruck Ehristi zu stehen hat, während die andere offen oder versteckt gegen Gottes' Werk Stellung nimmt und von dem Anspruch Ehristi über die Welt nichts wissen will. Hier Christ! und Hier Antichrist! lautet daher die Parole der Zukunft. Hier Glaube! und

.. ('J Wetzlar, 21. Aug. Es rst abermals ein altebr- wuringer Daum, an den ftch geschichtliche Erinnernna-n rnupften, dem Sturmwind- zum Opfer gefallen Dei hTm Dörfchen Bissenberg stand die weithin bekaunte pumvck Buche"; ihr Alter wurde auf mehr als 300 stalst- 'aeiA&M Wre dre ältesten Leute noch zu erzählen wissen 'hätten die Franzosen dre Gepflogenhert gehabt, an dieser Bucke das Flersch des rm Lager geschlachteten Viehes auszuhänaen auch in anderer Hinsicht war dieser Baum bekannt Ltm r stand auf freier BergesWe, war stundenweit m s-cken Skhs-ÄS1sto" J s

uach Hapse und war untröstlich, weil er von Ihnen nicht mehr halle Abschied nehmen können. Meine Mutter erinnerte uns jeden

1 Augenblick weinend an irgend einm Eharaklerzuaihres vierten Ahnes Fnedrich" (so nennt sie Sie). Felix war ganz niederge- .chlagen, Ka »mir wollte scherzen wie gewöhnlich, aber das Weir»en war ihm naher als das Sachen. Ntein Barer spöttele über uns, aber er selbst lachte nur, um nicht weinen zu müssen. Um 11 Uhr fam ber Eesanglehrer; der Unterricht ging sehr schlecht, wir korin- te»: mcht singen. Sie waren der Gegenstand aller Gespräche. C>-eüx bat mich :mmer, daß ich den Walzer spielen sollte, den letzten, de.: wir von Ihnen empsange»: und gehört habe»: (gemeint ist da- !?^ber Falzer m As-diir). Wir sanden Vergnügen daran, sie beim lc$ ^jueleu. Ich trug ihn zun: Buchbinder; der /iL bin '5latt zeigte.

lD ei-rMemiec" wußte ja nicht, von wem es getrieben war.) E.^-?^ßen. Man iah immer nach Ihrem Platz am Mb- Der stutzt steht noch immer an seiner Stelle und wahr- scheinlich wird er dort stehe»'., ]o lange wir diese Wohnm:g behal- * ^lm Sie durch irgend em Wunder den Wunsch haben sthretben:Wie geht's? Ich befinde mich wohl. Ich £ "ehr schreiben", fügen Sie doch, bitteja" oder l5 Untwort aus d:e Hrage zu, die ich Ihne»: Vorleger: will:

"i^o-ben ^:e komponiert:Wem: ich dort oben eine kleine Son»:e

wäre, :ch wollte tur keinen auderen als für Dich leuchten?" Wir bedauern immer nur, dah Sie nichtChopinski' heißen oder Sie u,icht durch irgend ein anderes Merkzeichen

VbanU w.l!röcl; "ns die Franzosen nicht de»: Ruhm streitig machen tonnen, Ihre Itandsleute zu fei:: Aber ich schreibe lchon zu viel. Ihre Zeil ist so kostbar, daß es wirklich e n Ver^ brechen nt, Sie mitmeinem Gekritzel zu belästigen. Uebriqens L?en fetter st Ust r nicht zu Ende lesen.' Der Vries' der kleinen Ularte wird m eine»: Winkel geworfen werden, nachdem ma»: einige Zeilen gclcici: Hal. Ich brauche mir also nicht mehr vorzuwerren, dav ich Ihnen Ihre Zeit stehle. Adieu (ganz einfachst Kdlil 1 dl r f <.. v QTT1Q umarmt Sie

unb mTl umarmen Sie aufrichtig

soll? Adieu 5U TOem8) ' * * td) wcl$ u^t mehr, wie ich sage»'» < on .. Mari a.

n. , ui oen v^agei: stiegen, vergaßen Sie auf dern

'^tizbuchcs. Wir bemalten itjn natürlich respektvoll als eine Reliquie.

fleKfl1837 mU£be tSl)oplnS ^crlobung mit Marie Wodzinska

Köln, 24. August.

Nach einem feierlichen Pontifikalamt fand heute vor­mittag die e r st c geschlossene Generalversamm­lung statt. In der Begrüßungsansprache hob Justizrctt Eustodis die Notwendigkeit hervor, für die arbeitende Klasse zu sorgen und betonte, daß ein guter Katholik auch ein guter Patriot sei. Bei den Wahlen wurde Fürst Löwen- tein-Werthcim zum Ehrenvorsitzenden, v. Orterer zum Präsi­denten, Frhr. v. Stotzingen zum ersten und Graf Praschnra zum zwerten Vizepräsidenten gewählt, v. Orterer dankte für die Wahl. Er erblickte darin eine Ehrung seines Standes und des Bayernlandes. Später wurde ein Huldigungstele­gramm an den Kaiser beschlossen. Justizrat Tr. Porsch regte einen großen Pilgerzug nach Rom an, dann wurde emslimmig eine Resolution angenommen, in der es heißt, die Versammlung begrüße Papst Pius X mit Ehrfurcht und Liebe; zugleich erhebe sie Einspruch gegen ü:e Lage des päpstlichen Stuhle- eit dem Jaqre 18^0 und verlange, daß dem Papste die Unab­hängigkeit und wirkliche Freiheit voll und ganz wiedergegeben werde. An den Kaiser wurde folaendes Telegramm abgesandt: * 1 * * * V b

-n dafferliche^ und königliche Majestät bittet die o0. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, auch in uteiem Jubellahre der Generalversammlungen den Aus­druck der^ehrerbietigiten Huldigungen entgegennchmcn zu unseres ÄaitaTi.nh16?1 ^eue zu der erhabenen Person Ualerc lcmcm erlauchten Hause wird sie

auch auf dtefer Tagung bestrebt sein, in Betätiauna wüster Vaterlandsiiebe und wahrhaft christliches Ge- von Staats,,CmSs "'lträchtigen Zusammenwirkens D,on die Verfammlungeu zu führen und

^s^ichlutte zu fassen. Das Präsidium der 50. Generril- verfammlung der Katholiken Deutschlands.

tonalen und eidgenössischen Behörden auch in Zukunst ein wach­sames Auge auf alle die Vorgänge richten, welche die Absicht Deutschlands, in der Nähe der schweizerischen Grenze, besonders bei Basel, Befestigungen zu errichten, offenbaren und belegen tonnen. S e müssen zu diesem Behufe beanspruchen dürfen, daß die schwei­zer > che Bevölkerung und die schweizerische Presse ihnen Vertrauen schenken. Solche Verhältnisse sind sehr heikler Natur und dürfen in der Oeffemlichkeit nur mit großer Reserve besprochen werden. Sonst läuft mm: Gefahr, daß die Lage dadurch in einer Weise verschlimmert und verdorben wird, von welcher diejenigen, die nicht vollständig eingeweiht sind, gar keine Ahnung haben. sj)ian wird umso eher Vertrauen zu den kompetenten Behörde»: haben duffen, als dieselben nicht nur gegenwärtig, sonderil bereits im Jahre 1901 sich als vigilant und des Vertrauens würdig erwieset» haben. Denn auch damals wie jetzt waren sie orientiert und bei Deutschland vorstellig geworden, bevor die Tüllinger Befestigungs- frage in den Zeitungen und im Großen Rate von Basel zur Sprache gebracht wurde.

Einer besonderen Versicherung, daß wir Basel ganz ge­wiß nichtunter die Kanonen" nehmen wollen, bedarf es angesichts dieser Darstellung wohl nicht. Gut Freund alleweg!

Aer 50. Amtsche Katyolikentag.

Köln, 23. August.

Mit einem feierlichen Geläut der großen Kaiserglocke Tomes und der Glocken sämllicher übrigen katholischen l.llchen der Stadt nahm heute die 50. Generalversamm- llrng der Kackholiken Teutschlands ihren Anfang. Am st.orgen fand im Tome ein Hochamt statt, das der dmal-Erzbischof Fischer celebrierte. Unmittelbar danach trat im Vorttagssaale der Bürgergesellschaft der A u g u st i n u s- Verein zur Pflege der katholischen Presse zu Ieiner Jubelversammlung aus Anlaß seines 25jahrigen Be­stehens zusammen. 9Lamens des Vorstandes hieß der erste Vorsitzende desAugustinus-Vereins" Stadtv. Otto-Ereseld die Mitglieder unb Gäste willkommen, worauf er einen längeren Rückblick über das Wirken des auf dem Katholiken­tage in Würzburg im Jahre 1878 begründeten Vereins gab. Sodann nahm der Reichs- und Landtagsabg. Justizrat Dr. Porsch-Breslau das Wort zu der offiziellen Festrede. Daß auf einem deutschen Katholikentage eine Parallele zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Bülow gezogen wurde, war ein Novum. Ter Altreichskanzler würde, wenn er noch lebte, an diesem Ver­gleich mehr Freude haben, als Graf Bülow. Es hcmdett sich um die Jesuit en fragte, die Tr. Porsche der die Waffe der Ironie geschickt handhabende erste Vizepräsident des preußischen Landtags, in feiner offiziellen Festrede freiste..An Stelle jenes großen Gegners", rief Tr. Porsch aus,steht uns heute eine Reihe von uns befreundetmi