Jahresversammlung ihrem langjährigen Vorständen, Kaufmann Berdux, in Anerkennung seiner Verdienste um die Gesellschaft ein künstlerisch ausgefuhrtes Ehrendiplom m einem geschmackvollen Rahmen.
Frankfurt a. M., 21. Aug. Hier sind in der letzten Zeit mehrere Typhuserkrankungen vorgekommen, die auf den Genuß roher Milch oder rohen Rahms zurückzuführen sind. Es wird daher vor dem Genuß und der Verwendung ungekochter Milch oder ungekochten Rahms gewarnt. — Der Musketier Friedrich Michel vom 166. Infanterieregiment hatte in der vergangenen Nacht in einem Lokal in Niederrad zu später Stunde noch Bier verlangt, aber keins mehr erhalten, da die Feierabendstunde bereits geschlagen hatte. Michel verließ darob die Wirtschaft wieder. Als er durch den Torbogen an den Ausgang von Niederrad kam, sah er, daß ihm 'wei Männer gefolgt waren und der eine die Hand hob, um auf ihn loszuschlagen. Der Soldat zog sein Seitengewehr und versetzte dem Manne, dem 37 Jahre alten Ambrosius Schepper, einen Schlag über den Kopf, sodaß Sch. zusammenbrach. Ter andere, em Bruder des Getroffenen, versetzte dem Soldaten darauf einen Stich in den H§ls. Darauf schlug Michel diesen Gegner ebenjalls mit dem Säbel zu Boden. Inzwischen hatte sich der zuerst Getroffen- wieder aufgerafft, griff den Soldaten von neuem an und wurde wieder mit dem Säbel geschlagen. Wie es sich herausstellte, ist beiden Brüdern Schepper die Schädeldecke gespalten. Der eine hat mehrere, 10 Zentimeter lange Wunden. Beide sind bewußtlos nach dem städtischen Krankenhause gebracht worden. — In einem Hinterhause der' Kaiserhofstraße stürzte am Samstag abend eine junge^ Frau vom Fenster des ersten Stockes in den Hof. Sie hatte Wäsche aushängen wollen und dabei das Uebergewicht bekommen. Außer einigen Knochenbrüchen hat sie innere Verletzungen erlitten, sodaß chr Zustand bedenklich ist.
Vermischtes.
* Köln, 22. Aug. Infolge des unaufhaltsamen Regenwetters wird vom Oberrhein ein starkes Steigen des Wassers, von einzelnen Stationen über einen Meter, gemeldet. Es entwickelt sich daher ein recht starker Schiffsverkehr zur Füllung der oberrheinischen Kohlenlager. Die Kohlenverladungen sind derart lebhaft, daß gegenwärtig in den Ruhrhäfen Tag und Nacht gearbeitet wiad. Die Rheinhöhe beträgt heute 3,10 Meter, der gestrige Stand war 2,80 Meter.
* Paris, 23. August. Ein heftiges Gewitter ging heute über dem Weichbilde der Stadt nieder, dem heftige Regengüsse folgten, welche Überschwemmungen der Straßen verursachten und den Verkehr hemmten. Im Hofe des Handelsministers gab infolge der Wassermenge das Erdreich nach und begrub zwei dort beschäftigte Arbeiter, welche später schwerverletzt zu Tage befördert wurden.
• Krakau, 22. Aug. Die D efraudatron en nn Handwerker-Verein betragen 350 000 Kronen. Kaufmann Jarko, ein Schwager des Direktors Müller, wurde verhaftet.
Universttäts-Nachrichten.
— Die meisten Studenten auf deutschen Universitäten liefert im Verhältnis zur Einwohnerzahl seit Jahren das Groß- Herzogtum Hessen. Im Durchschnitt fommen am hunderttausend Bewohner des Deutschen Reiches 62,2 Studenten, denn unter den im heurigen Sommersemester an unsere,: Universitäten eingeschriebenen 37 813 Studenten waren 35 082 Angehörige deutscher Staaten. Bedeutend über diesen Turchschnittssatz von 62,2 erhoben sich Anhalt mit 72,4, Baden mit 74,1, Braunschweig mit 79,7. Hessen aber überragt auch diesmal wieder alle anderen Staaten weit mit 103 Studenten auf hunderttausend seiner Bewohner. Bayern ist dasjenige unter den größeren deutschen Ländern, von dessen Studenten die wenigsten außerhalb des eigenen Landes studieren, nämlich nur 12,6 Prozent, während für Preußen der entsprechende Prozentsatz 27,7, für Sachsen 25,2, sür Baden 30,7, für Württemberg 32,7, für Mecklenburg sogar 54,9 betrug.
— Promotionen. Auf den reichsdeutschen Universitäten wurden nach dem amtlichen Verzeichnisse, das im „Reichsanz." veröffentlicht wird, im Winterhalbjahre 1902/03 6 31 medizinische Doktor-Promotionen vollzogen. Auf die einzelnen Universitäten verteilen sich die Zahlen der medizinischen Doktor-Promotionen sehr ungleich. Obenan stehl Leipzig mit 98 Promotionen; es folgt München mit 65. Gleich danach kommt Kiek mit 62 Promotionen. Erst an fünfter Stelle steht Berlin mit 45 Promolwnen. Es schließt sich an die im Verhältnis von Medizinern stark besuchte Universität Greifswald mit 41 Promotionen; weiter Straßburg mit 38, Bonn mit 33, Freiburg mit 29, Königsberg mit 28, Halle mit 26, Heidelberg mit 24, Rostock mit 20; zu vermerken sind noch Würzburg mit 19 Promotionen, Marburg mit 18, Tübingen mit 17, Jena mit 16, Breslau und Gießen mit je 15, Erlangen mit 14. Tie geringste Zahl der Promotionen <8) hatte die medizinische Fakultät in Göttingen. Unter den neuen Doktoren süid drei Frauen. Zwei wurden in Freiburg promoviert, die dritte erwarb den Doktortitel tu Halle. _____________________________________
GerichtssM.
Mainz, 20. Aug. Daß sich ein Poste n vor Gewehr als Einbrecher versucht, ist gewiß ein seltener Fall. Der Unterofsizierschüler Albert Winter, Sohn eines Hauptkehrers im Kreise Diedenhofen, war am 16. Juli in Biebrich aus Kasernenwache gekommen und hatte nach Mitternacht dert Posten vor dem Gewehr bezogen. Da sah er, daß das Fenster in der Schneider- stilbe der Unterofsizierschule offen stand, lehnte sein Gewehr ans Schilderhaus, stieg mit Hilfe einer ausgehobenen Gartentür in die Stube und stahl daraus eine goldene Uhr, die er später in Wiesbaden versetzte. In der gleichen Nacht beging er noch einen zweiten Diebstahl. In einem unbewachten Augenblick steckte er den aus der Wachtstube hängenden Schlüssel zum Offtzierskasino ein, ging dann gegen 4 Uhr morgens hinaus und entwendete aus dem Kasino zwei Flaschen Bier und zwei Kistchen Zigarren. Als der Diebstahl entdeckt ivar, stellte sich heraus, daß Winter auch einmal in die Kantine nachts durch em offenes Fenster eingestiegen war und Zigarren, Seife und andere Sachen gestohlen hatte. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt 14 Atonalen nebst dem Verlust der Kokarde.
Eisenbahn Zeitung.
Eine bemerkenswerte Anordniing hat der Eisenbahnminffter Budde getroffen. Auf seine Veranlassung sind die Zugschaffner cm- gewiesen worden, die von den Reisenden in den Abteilen zurück- gelassenen Zeitungen und Zeitschriften nicht mehr wie bisher üblich, als unbrauchbar zu behandeln und zum Kehricht zu werfen, sondern an den Zugeudstationen einzusammeln und dem Stationsvorsteher abzuliefern. Von den Vorstehern ist das herrenlose Gut zu sichten und in geeigneter Weife den Kranken- und Armenhäusern, Pflegeanstalten oder kurzerhand dem Gemeindevorstand zur weiteren Verfügung zu ürerweisen.
Eingesanöl.
(Für Form und Inhalt uin. mitet vwsec Rubrik stehenden Artikel, übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Sonntagsruhe im Haudelsgewerbe!
Gießen, 24. August.
Ta der Schreiber des „Eingesandt" vom 18. d. Alts, es für erfreulich erklärt, wenn wir die Frage der Schädigung der Manu- fakturwarenbrcmche durch Einführung des 1 Uhr-Ladenschlusses an Sonntagen treffend widerlegeii würden, halten wir es für unsere Pgicht, nachzuweisen, daß em „nennenswerter" Schaden für keinen Geschäftszweig, also auch nicht für die Manusakturwarenbranche, zu erwarum ist. Als die heute bestehende Sonntagsruhe laut Reichs- gefetz obligatorisch eingeführt wurde, sträubten sich ebenfalls die ManiNakluristen, m der schwarzen Voraussetzung, daß ihre Geschäfte über kurz oder lang durch den vermeintlichen Ausfall des Sonn- tagsgeschäfts dem Ruin anheimfallen würden. Seitdem nun aber im ganzen deutscheil Reiche die Bevölkerung weiß, daß an Sonntagen nur zu den bestimmten Stmiden die Geschäfte geöffnet sind, werden eben alle Einkäufe während dieser Zeit besorgt, und fein Geschäftsmann hat nachteilige Folgen von der obligatorischen Sonntagsruhe gehabt. Im Gegenteil, Prinzipale und Angestellte empfinden es segensreich, daß iljnen die Gesetzesbestimmungen diejenige Freiheit, zwar nur zum Teil, gewährt, welche andere Be^ rufsstände, z. B. die Arbeiter, längst gemeßen. — Was nun die Fruge des Herrn S. betrifft: „Wird die Landbevölkerung auch bet Einführung des 1 Uhr-Schlusses an Sonntagen ihre Einkäufe in den hiesigen Mamisakttirwarengejchäften fortsetzen" ? so beantworten wir sie auf Grund vor- und nachstehender Ausführungen strikte mit „Ja"! — Wir finden im deutschen Reiche eine ganze Reihe Städte, in welchen man die Verkaufszeit an Sonntagen auf zwei Stunden beschränkt hat; unter ihnen sind vornehmlich auch solche, welche hauptsächlich auf Landkimdschaft angewiesen sind, in^Hessen z. B. Darmstadt, Mainz und Langen. Was also in diesen Städten möglich ist, kann auch m Gießen emgefützrt iüerben. Tie Landleuke werden es ganz selbstverständlich finden, daß sie, wenn in Gießen die Geschäfte nur von 11 bis 1 Uhr geöffnet sind, eben nur zu dieser Zeit hier ihre gewohnten Einkäufe besorgen; denn sicher sucht die Landkundschaft ihre langjährig bewährten Eiiikaufsquellen in Gießen m gewohnter Weise wieder auf, und den Geschäftsleuten wird es eine angenehme Tatsache sein, das Geschäft statt m öier Stunden m zwei Stunden gemacht zu haben.
Ortsgruppe Gießen des d e u t i et) n a t. Hand l.-G e h.-V erb, _____________ Der Vertrauensmann.
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