Ihr Icra die Beschlußfassung der Aenderungen der Statuten, die durch das Gfefefr vom 25. Mai 1903, betreffend weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgesetzes bedingt, bczw. vorgenonunen worden sind, ob. Es treten mit Wirkung vom 1. Januar 1904 ab folgende Aenderungen in Kraft: 1) das Krankengeld wird allgemein vom Tage nach der Erkrankung ab jur jeden Wochentag (einschließlich der auf Wochentage fallenden Feiertage) gewährt. L) Ms Wöchuerinnenunterstützung wird auf die Dauer von 6 Wochen eine Unterstützung in Höhe des IV2 fachen Kran- tengeldes gewährt. 3) Als Sterbegeld ist ein Mindestbetrag von 50 Mark festgesetzt. Die Gewährung des Krankengeldes bei Erkrankungen infolge geschlechtlicher Ausschweifungen, wie sie in der Novelle vorgesehen ist, ebenso die Verlängerung der Unterstützungsdauer auf 26 Wochen war für die Betriebskrankenkasse belanglos, da diese Punkte bereits im seitherigen Statut der Novelle entsprechend geregelt waren. — Aus der der Generalversammlung vorgelegten Uebersicht der Geschäftsergebnisse der staatlichen Betriebskrankenkasse, der Medizinalkasse für staatliche Anterbeamte und der Versorgungsanftalt für staatliche Arbeiter für das Rechnungsjahr 1902 ist folgendes zu entnehmen: Zurzeit sind 386 Aerzte, 24 Zahnärzte^ und 120 Apotheken für die Kasse tätig, deren Wirkungskreis sich auf 738 Orte des Grobherzogtums Hessen und der angrenzenden Länder erstreckt. Tie Auszahlungen der Kasse werden durch alle staatlichen Steuererhebungsstellen, deren Zahl 430 beträgt, bewirkt. An Beiträgen werden 3 Prozent erhoben. Die durchschnittliche Mitgliederzahl betrug in 1902 4891 gegen 3970 in 1901. Ertrankungs- fälle mit Erwerbsunfähigkeit traten ein 1982 d. t 0,41 pro Mitglied, von diesen waren Fälle mit einer Unterstütz- ungsdauer 1) bis zu 13 Wochen 1894; 2) von 13 bis weniger als 26 Wochen 47; 3) 26 volle Wochen 41. Krankenhaus- Verpflegung trat ein in 44 Fällen mit 939 Verpflegungstagen. Krankheitstage hatte die Kasse 36 857 oder pro Mitglied 7,54 oder pro Erkrankungsfall 18,60. Hiervon entfielen auf die Unterstützungsdauer bis einschließlich 13 Wochen 32 492 oder pro Mitglied 6,64 oder pro Erkrank- ungsfaU 17,40 und auf die Unterstützungsdauer von 14 bis 26 Wochen 4365 Tage. Sterbefalle hatte die Kasse 31 zu verzeichnen. An Beiträgen gingen ein Mk. 102 589.76 oder pro Kopf 20,97. Verausgabt wurden für a) ärztliche Behandlung an 1. Mitglieder Mk. 27 892.22 oder pro Kopf 5,70. 2. Ehefrauen von Mitgliedern Mk. 7720.96 oder pro Kopf 1,58. b) Arznei und sonstige Heilmittel für 1. Mitglieder Mk. 10 831.03 oder pro Kopf 2.21. 2. Ehefrauen von Mitglieder Mk. 2429.60 oder pro Kopf 0,50. c) Krankengeld Mk. 42 708.95 oder pro Kops 8.73. Invaliden marken wurden geklebt: 114 980 Stück im Werte von Mk. 55116.34. Die Medizinalkasse hatte Anfangs 1902 234 Mitglieder mit 912 Köpfen, und Ende des Jahres 1902 458 Mitglieder mit 1688 Köpfen. Diese Mitglieder verteilen sich aus folgende Berufsgruppen: Forstwarte 153, Tamm-, Schleusen- und Brückenwärter 39, Steueraufseher und Hauptfteueramtsdiener 83, Pfandmeister 3, Steuerkommissariatsgehilfen, Kanzlisten, Zeichner und Registratoren an Amtsgerichten 25, Güter aufs eher, Wiesenwärter und Gärtner 11, Kanzleidiener- und Wärter 44, Finanzaspiranten und an gestellte Beamte dieser Kategorie 14, Gerichtsschireibergehilfen und angestellte Beamte dieser Kategorie 31, Bureaugehilfen und angestellte Beamte dieser Kategorie 12, Bauaufseheraspiranten und angestellte Beamte dieser Kategorie 12, Gefangen aufs eher und Wärter 31. An Beiträgen wurden erhoben Mk. 7023.— oder pro Mitglied Mk. 16.84. Verausgabt wurden: a) für ärztliche Behandlung Mark 9306.01 oder pro Mitglied Mk. 22.31; b) für Arznei und sonstige Heilmittel Mk. 4115.80 oder pro Mitglied Mk. 9.87. Aus der Versorgungsanstalt für staatliche Arbeiter bezogen Ende 1902: 25 männliche und 3 weibliche Personen Ruyegehalt und 9 Witwen und 11 Waisen Witwen- und Waisengeld.
** Feier der Aliceschule. Wie wir hören, wird morgen vormittag V2II Uhr zu Ehren der Prinzessin von Battenberg in der Alieeschule ein Frühstück eingenommen werden, das von der Firma Drescher und Schrödel besorgt wird.
** Der Deserteur, welcher nach fünfjähriger Abwesenheit sich wieder gestellt hatte und angab, er sei seinerzeit wegen der Mißhandlungen des früheren Unteroffiziers Siebert fahnenflüchtig gegangen, veranlaßte eine Untersuchung, bei der allerdings auch andere frühere Soldaten, welche unter Siebert gedient haben, diesen, der in- zwischen Vizefeldwebel geworden war, durch ihre Bekundungen stark belastet haben. Erst daraufhin sollte der Vize- fewwebel in Haft genommen werden, der er sich bekanntlich durch Selbstmord entzog. Interessant an dem Fall dürste sein, daß der Angeber wegen Desertativn nicht bestraft werden konnte, weil, wie sich herausgestellt hat, dieser seinerzeit zu Unrecht im deutschen Heere eingestellt worden war. Er ist nämlich gar nicht Angehöriger des Deutschen "Reiches, sondern Staatsangehöriger der Schweiz, wohin er jetzt nach seiner Entlassung aus der Hast abgeschoben wurde. Der Vater des Mannes war in Deutschland eingewandert, hatte aber seine Zugehörigkeit zur Schweiz nicht aufgegeben.
** In dem S chlitzerlan de scheint es zwischen Herrschaft und Gesinde zu kriseln. Der Artikel „Mängel in der Landwirtschaft", der uns aus ländlichen Kreisen Oberhessens zugegangen war und der alsbald in unserem Blatte eine ausführliche Erwiderung sand, war von dem „Schützer Boten" abgedruckt worden. Dort hatte eine „bumme Bäuerin", wie sie sich selbst am Schlüsse ihres Schreibens nannte, Anstoß daran genommen, und namentlich hatte sie gegen die Behauptung, daß die ländlichen Dienstboten nicht immer und überall gutes Essen bekämen, lebhaft protestiert. Diesen Protest wollte „eine pfifsige Dienstrnagb" nicht in vollem Umfange gelten lassen und schrieb darum an das Schützer Blatt folgendes Artikelchen:
Als ich am Sonntag den Schützer Bote in die Hand bekam, denn früher bekommt man ihn ja nicht, führte mich mein Blick auf die Zeilen von einer dummen Bäuerin, wie sie sich nannte. Ich gehöre nämlich auch zu den dienstbaren Geistern unb schäme mich nicht, mich an Sie zu wenden und ihnen mitzuteilen, daß die Bäuerin nicht ganz recht hat, denn das gute Aussehen kommt von der gesunden Arbeit aus dem Felde und mit der Kartoffelsuppe, daß dieselbe nur im Notfall aus den Tisch kommt, wird sie ja selbst die Herren Stadler nicht weis machen wollen, denn das wäre ja unmöglich jeden Mittag Fleisch und Gemüse auf den Tisch zu bringen. Sollte es aber wirklich bei ihr so sein, so würde ich gern bei ihr dienen, es giebt ja gewiß auch Ausnahmeii. Seien Sie getrost und glauben Sie einer pfiffigen Dienstmagd mehr als einer dummen Bäuerin.
Dieser „pfiffigen Dienstmagd" gegenüber haben wir nur ein Bedenken. Uns fällt die auffallend gute Schreibweise auf. Sollte diese von der Redaktion des Schlitzer Blattes nicht überarbeitet worden sein, so muß man doch wohl annehmen, daß hinter dieser „pfiffigen Dienstmagd" jemand anderes zu juchen ist, der mit dem oberhessischen Bauernstände gern cm
kleines Hühnchen rupfen möchte. Die ganze Geschichte kommt übrigens von der oberhessischen „Schnäuberei".
Darmstadt, 23. Okt. In den beiden abgelaufenen Quartalen dieses Jahres hat der Großherzog an Schenkungen und Stiftungen eine Summe von 233 423 Mk. genehmigt. Davon kommen allein für kirchliche und religiöse Zwecke 169 411 Mk. Die katholische Kirche und deren Einrichtungen sind mit 74 469 Mk., die evangelische mit 63 890 Mk. und die israelitischen Religionsgemein- bcn mit 31053 Mk. bedacht. Für wohltätige und gemeinnützige Zwecke sollen 55 000 ML. verwendet werden.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Ergänzung unserer gestrigen Noüz aus Wetzlar bemerken wir, daß Geheimrat Dr. Kestner die Herausgabe von bisher ungedruckten Briefen Goethe's an Charlotte Buff beabsichtigt. — Im Eisenbahnbezirk Frankfurt a. M. ist jetzt die Benutzung von Arbeiterfahrkarten bei sämtlichen Personen- und gemischten Zügen ge- laitet Alle Züge mit 4. Klaffe sind auch an Sonntagen reigegeben.
Kunst und Wissenschaft
— Kammersänger Buff-Gießen. Vor seinem Scheiben aus Dresden gab Herr Buss-Gießen mit Hofkapellmeister Dr. Richard S t r a u ß in Dresden einen Lieder- Avend, über den die dortigen Blätter nur in den Ausdrücken höchster Begeisterung berichten.
— Gustav v. Moser f. Der Lustspielbichter Hofrat Gustav v. Moser, ber an einem schweren Magenleiben erkrankt war, ist am 23. tü Mts. in Görlitz gestorben. Moser war am 11. Mai 1825 in Spanbau geboren. In den Jahren 1842/43 war er Leibpage des damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen, des späteren Kaisers Wilhelm L, wurde dann später Offizier, nahm aber 1856 seinen Abschied, um sich der Bewirtschaftung seines Rittergutes Holtz- kirch bei ßauban in Schlesien und schriftstellerischer Tätigkeit zu widmen. Er veröffentlichte in rascher Folge zunächst über 20 Einakter. Von den dann folgenden größeren, durch ihren Reichtum an komischen Situationen sehr wirkungsvollen Schwänken haben sich auf dem Repertoire der deutschen Bühnen erhalten: „Ultimo", „Der Veilchenfresser", „Der Hypochonder", „Der Registrator auf Reisen", „Krieg im Frieden", „Reif-Reiflingen", „Unsere Frauen", „Der Bibliothekar", „Mit Vergnügen", „Miütärfromm" unb „Aus Strafurlaub". Im ganzen hat Moser wohl über hundert Theaterstücke versaßt. Seme gesamten Werke umfassen mehr als 20 Bände.
— Der britische Historiker Lecky ist am 23. d. Mts. in London gestorben. Lecky war 1838 in Irland geboren. Seine bedeutendsten Wirke sind ins Deutsche über- etzt worden, darunter eine Geschichte des Einflusses des rationalistischen Geistes in Europa, eine europäische Sittengeschichte, eine Geschichte Englands und eine Geschichte Irlands im 18. Jahrhundert. Auch Gedichte hat Lecky veröffentlicht.
Gerichtssaal.
b. Gießen, 23. Oft Strafkammersitzung. Die Ehefrau des Gärtners Adolf Liedermann in Bad-Nauheim beobachtete Ende Juli d. Js. von ihrer Wohnung aus, wie ein Alaun am Hellen lichten Tag damit beschäftigt war, halbreife Aepfel von einem auf ihrem Grundstücke stehenden Baume abzuschütteln und in einen bereitliegenden Sack zu füllen. Es war dies der Lumpen- sammler P. M. B. von Ober-Mörlen, der sich auf die Weise zu bereichern suchte. Ungefähr einen Zentner Aepfel hatte er schon eingefüllt, als er — in seiner Tätigkeit gestört — mit Zurücklassung der Aepfel sich entfernte. Urteil: Vier Monate Gefängnis roegen Diebstahlversuchs. — Tas Dienstmädchen des A. Montanas in Gießen traf eines Abends, als sie nach Hause zurückkehrte, einen ihr unbekannten Mann, von dem Keller her kommend, an. Sie gmg ihm nach und veranlaßte besten Festnahme. Er entpuppte sich als der Schreinerlehrling K. B. von Marburg, der sich fteUen- los in Gießen umhertrieb und schon verschiedene Kellerdiebstähle auf dem Gewissen hatte. In Anbetracht dessen nimmt auch heute das Gericht an, daß er in diebischer Absicht das Haus betreten habe, da er einen plausiblen Grund nicht angeben konnte, und verurteilte ihn wegen Diebstahlsversuchs in strafrechtlichem Rückfall zu 5 Monaten Gefängnis. — Unter ber Anklage, ben Tod ber Ehefrau des Landwirtes Heinrich Eckstein L von Eifa burcb Fahrlässigkeit verursacht zu haben, indem sie die Aufmerksamkeit, zu der sie infolge ihres Berufes besonders verpflichtet war, außer Acht ließ, stand heute die Gemeindehebamme K. Ä. von Eifa vor Gericht Die Angeklagte, die seit ungefähr 32 Jahren als Hebamme in der Gemeinde Elsa bei mehr als 600 Geburten schon Hilfe geleistet hatte, wurde in der Nacht vom 3. auf 4. Februar d. I. zu der Ehefrau des Landwirts Heinrich Eckstein L gerufen, die ihrer ersten Niederkunft entgegensah. Während die Geburt normal verlief, versuchte die Angeklagte die Nachgeburt durch künstliche Nachhilfe zu fördern und zu beschleunigen. Hierbei nahm sie eine Handlung vor, deren Anwendung früher zwar üblich war, heute aber den Hebammen wegen der damit verbundenen Gefahren streng untersagt ist. Trotz alsbaldiger ärztlicher Hilfe trat der Tod schon innerhalb 24 Stunden ein. Vier Sachverständige, darunter sich die Profestoren Dr. Walther und Dr. Pfannenftiel der hiesigen Universität befanden, gaben ihr Gutachten übereinstimmend dahin ab, daß zwar die Hebamme ihrer Dienstanweisung zuwider gehandelt habe, daß aber nicht erwiesen sei, daß der Tod der Wöchnerin infolge der lnstruktionswidrigen Handlung der Angeklagten eingetreten sei. Der Staatsanwalt ließ hierauf die Anklage wegen fahrlässiger Tötung fallen, beantragte aber Bestrafung wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Gericht spricht die Angeklagte von beiden ihr zur Last gelegten Delckten frei und belastet die Staatskasse auch noch mit den notwendigen Auslagen ber Angeklagten unb ben Kosten ihrer Verteidigung. — Den Schluß ber Verhandlung bildet die Einziehung eines verausgabten falschen Geldstücks.
Reichstagsabgeordnete als Angeklagte. Die Strafkammer in Halle a. S. verhandelte gestern vormittag gegen densozialdemokratischenReichstagsabgeordneten K u n e r t wegen Beleidigung der deutschen Chinakrieger. In ber Verhandlung am 11. September hatte sich Kunert erboten, seine Behauptungen zu beweisen und dazu die Ladung von 39 Zeugen beantragt. In ber heutigen Verhandlung waren 10 Zeugen erschienen. Tas Gericht beschloß, die Verhandlung zu vertagen und vom Kriegsministerium die Akten einzufordern, die sich auf die Fälle beziehen, die zur Bestrafung deutscher Soldaten in China geführt haben. — In Graudenz wurde der polnische Relchstagsabg. Kulerski von der ©traffanimer wegen Beleidigung von Lehrern in den Regierungsbezirken Marienwerder und Bromberg in drei Fällen zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Inländische Anleihen. Seit längerer Zeit schon sind die Verkäufe von Anlagewerlen ausgefallen, die der Jnvalldenfonds vornmuut. So sollen auch die vor einiger Zeit üorgenommcnen großen Verkäufe von Reichsanleihe zuni Teil für den Jnvaliden- fonds gewesen feilt. Bet den letzten abgegebenen Posten handelte es sich nach ber „F. Z." um etwa 1 V, Millionen Mk., bestehend
cnls Provinzialrentenbriesen, 3 pCt. Sächsische Rente und 3 p®t württembergische Staatsanleihe. Doch sollen die hierauf abgegebenen Offerten nur wenig unter dem Tageskurs geblieben sein. Seltsam bleibt es immerhin, daß der Jnvalidenfonds, der früher immer als Käilser am Markt war, jetzt als Verkäufer auftritt und so das Geschäft in den inländischen Anleihen nur noch schwieriger gestaltet.
Markte.
Gießen, 24. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,10—1,20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfg., 2 Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier00—00 Psg., Enteneier8—0 Pfg., Käse vr.Stck.5- 8 Pf.,Käsematte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—09,09)11, Hühner pr. St. 1,30—1,80 Mk^ Hahne pr. Stück 0,70—1,50 9)tf., Enten pr. Stück 1,70—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Psg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfmid 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd.'70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 4,50—5,50 All., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg^ in Körben 00—00 Pfg. Zwetschen Mk. 7.00—9.00 pr. Ctr., Trauben 00—00 Pfg.
Neueste Meldungen.
Orrginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
R. B. Darmstadt, 24. Okt. (Eigener Draht-' bericht.) Die Landes synode genehmigte heute einenkombinierten Antrag der Abgg. Wahl nnd Dr. Lucius betr. Abänderung des § 13 der Kirchenordnung und genehmigte dann die im ganzen sehr günstige Rechnungsvorlage der Vermögensverwaltung. Die beiden^ Gesetzentwürfe über die Dien st Pragmatik der Geistlichen und die Erhöhung der O r g an i st e n g e h älter wurden in 2. Lesung ohne Debatte angenommen. Dann vertagte sich die Synode bis Freitag vorrnittag 11 Uhr. — Die Abreise des russischen Ministers Grafen L a m s d 0 r f f zur Besprechung mit dem französischen Minister des Auslvärtigen Delcasse erfolgt am Dienstag vormittag. Sein Aufenthalt in Paris dauert 4—5 Tage. — Morgen trifft der Militärattachee der russischen D0t"f d) af t in Berlin Scheb eko hier ein.
Berlin, 24. Okt. Wegen versuchter Erpressung und Beleidigung von Mitgliedern des preußischen Königshauses wurde der 16jährige Kürsck)nerlehrling Karl Stein von der Strafkammer zu einer Zusatzstrafe von sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte an ein Mitglied des kgl. Hauses ein Schreiben gerichtet, worin er den Adressaten beschuldigte, verworfenen Neigungen zu fröhnen. Die Verhandlung fand unter Aussck)luß der Oeffentlich- keit statt.
L. L 0 n d 0 n, 23. Okt. Dem „Daily Telegraph^" wird aus Newyork gekabelt: Seit 6 Monaten wird die Einwohnerschaft von Montgomery (Davies County, Jrrdiana) durch B r a n d st i f t u n g e rt urtd Drohungen mit Dyna- tn i t a t t e n t a t e rt in Schrecken gehalten. Vor 6 Monaten wurde in einem Briefe die 9ciederlegung einer bestimmten Geldsumme an einem angegebenen Platze gefordert, widrigenfalls die Stadt niedergebrannt werden würde. Der Forderung wurde nicht stattgegeben, und einige Zeit darauf wurde das ganze Geschäftsviertel der Stadt von unbekannten Mordbrennern niedergebrannt. Dann wurde von neuem die Zahlung der Geld-^ summe gefordert, aber auch diesmal nicht bewilligt, unbf wiederum wurde die Stadt von einem verheerenden Brande heimgesucht. Die angezündeten Häuser brannten vollständig nieder, sodaß die Betroffenen ihre gesamte §-abe verloren. Alle Versicherungsgesellschaften lehnen es jetzt ab, Versicherungsaufträge aus Montgomery anzunehmen. Letzthin' ist der Stadt nun nock) ein Dynamitattentat angedrohst worden.
Rom, 24. Okt. Der König übertwug Giolitti die K a b i n e t t s b i l du n g. Dieser hat sich jedoch einige Tage Bedenkzeit erbeten. Es verlautet, daß Luzzattr in das Kabinett Giolitti eintreten wird. Die Minister Morin und Galimberti bleiben im neuen Kabinett. Marcora, der Ches der Radikalen, soll Kammerpräsident werden.
Wien, 24. Okt. Vor den Geschworenen steht heute unter der Anklage des Betruges der 43jährige Freiherr Franz Josef Schweiger v0 n Lerchenseld- ein Patenkind des Kaisers Franz Josef. Die Eltern des Angeklagten gehörten zum Freurcheskreise der verstorbenen Kaiserin Elisabeth. 1880 trat der Angeklagte in die östreichi- sche Armee ein. Er kam aus der Provinz nach Wien, wo ihm Erzherzog Ludwig Viktor, der Bruder des Kaisers, Wohnung in seinem Palais einräumte.
Quebeck, 23. Okt. Im kanadischen Oberhause be- houptete der Senator Perier, der arnerikanische Sieg in der Alaska-Frage sei der Anfang des UntergangA der kanadischen Selbständigkeit. Die Union würde, wie bereits den Süden und Südwesten demnächst auch den Norden urrd den Nordwesten einnehmen. Grön^ land sowie die Polarregionen seien die nächsten Stationen: zur Erreichung des vorschwebenden Zieles, Kanada von allen Seiten einzuschließen.
Telephonischer Kursbericht.
Jb'ranktiart a. 24. Oktober 1903.
3x/a% Reichsanleihe . . 101.90
30/0 do. ... 90.60
3Vi°/o Konsole . . . . 101.70
3°/o do......90.50
3*/«% Hessen . . . * 100.25 3h, 56 Oberhessen . . . 100.20 4% Oesterr. Goldreote . . 101.75
4l/s% Oesterr. Silberrente 100.95 4% Ungar. Goldrento . . 99.55
4°/c Italien. Rente . , . 103.65 4l/,% Portugiesen . . . 52.70 3°/, Portugiesen 32.00 \% C. Türken .... 37.20 Türkenlose 139.60 4% Oriech. Monopol.-Anl. 43.70 4V,56 äussere Argentiner 41.20
3% Mexikaner .... 27.00 4,/29/o Chinesen . . . . 91.60 Electric. Schuckert . , . 110.20' Nordd. Lloyd . . . . 103 90
Kreditaktien .... 207.80 Diskonto-Kommandit. . . 195.30 Darmstädter Bank . . . 143.40 Dresdener Bank .... 153.30 Beniner Handelsges. . . 162.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.40 Lombarden .... 15.80 Gotthardbahn .... 190.00 Laurahütte ..... 240.50 Bochum ...... 192.40 Harpener 201.00 Tendenz: fest.
rtt Birkiq! |
B Sltiit Urscht
Nur eine Messerspitze voll
Linde's Kaffee-Essenz und man erhält einen vorzüglichen Kaffee von köstlicher Farbe und
8000 delikatem Geschmack!


