Donnerstag 24. September 1903
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Gießener Anzeiger
XxS General-Anzeiger v
ve,ng»pre,»L monaMch7b W, üUrtel* jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pj.; durch die Post M.2.—viertel- jährt. ausschl. Bestell«. Annahme von Anzeigen ür dle Lagesnununer dis vormittags 10 Uhr. ZeUenpretsr Lokal 1LPU
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Nr. 224
Srfchetut täglich nutzer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem KeMscheu Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche dergelegt.
RototümSbruct n. Verlag der Brüh l' scher, Untverp-Buch- u. Stein- drucke reitPietschErbech
SS Amis- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGZ
KerniprechanschlußNr.51. tF -w " zetgenteilr t>an« Beck.
PolMschr Tagesschau.
Landtagswahle« in Preußen.
Ern Erlaß des preuß. Ministers des Innern vorn 20. September fe&t sür die Wühlen zur zwanzigsten Legislatur- Periode des Hauses der Abgeordneten als Wahltermüre und zwar für die Wahl der Wahlmärmer den 12. November, und für die Wahl der Abgeordneten den 20. November.
Es ist also Zeit genug für die Entfaltung der Agitation der Parteien. Vorläufig scheint in diesem Falle die Sozialdemokratie am weitesten mit der Borberett- rmg zu sein. Durch die Beteiligung der Sozialdemokratie wird wohl auch etwas Leden in den Wahlkampf kommen, der sonst nicht eben bewegter Art zu sein pflegt. Die erste Programmkundgebung ist von uationalliberaler Seite zu erwarten. Der Hauptacceut des Entwurfes soll, wie verlautet, auf der Abwehr der bekannten konservativen und klerikalen Forderungen liegen. Von der Regierung wird, worauf kürzlich die „Nati-onall. Korr." hurw-ies, die schleunige Inangriffnahme des Mittellandkanals verlangt werden. Dies „Fraktur-Sprechen" hat freilich auf einen praktischen Erfolg nickt zu rechnen, denn die große Kanalvorlage ruht vollständig. Die Arbeiten in den ministeriellen Bureaus gelten m wasserwirtschaftlicher Hinsicht ausschließlich den Projekten, die eine Wiederkehr der schlesischen HochwasserkatastrvpHeu zu verhüten bestimmt sind.
Die Reichskassr.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Einer Zeitungsnachricht zufolge soll Bebel auf dem Dresdener sozialdemokratischen Parteitag erklärt haben, die Finanzlage des Reichs sei nach einer ihm zugegangeneu Nachricht so ungünstig, daß die Reichsküssen ihre Lieferanten nicht gleiche bezahlen könnten, sondern sie einige Wochen warten lassen müßten. Es ist selbstverständlich (und nur zur Verhinderung von Legendenbildungen heben wir es hervor), daß die Annahme, als ob das Reich fernen Verpflichtungen wegen ungünstiger Finanzlage nicht pünktlich Nachkomme, völlig unbegründet ist. Die Reichshauptkasse wirtschaftet mit eurem regelmäßigen Bestände von mindestens 10 Millionen Mark und hat im laufenden Jahre von den: gesetzlich bewilligten Kredite zur Verstärkung dieses MLuLmalbestan- deS noch nicht in Höhe des zehuten Teils Gebrauchs gemacht.
Tie Regierung läßt also dies „nur zur Verhinderung von Legendenbildungen" Loustatieren. Wo ist aber doch nur der Ansatz zu einer solchen Legeudenbildung aufgetreten? Nirgends m der Presse, soweit wir gesehen haben. Denn der Gedanke, daß die Reichstasse in Verlegenheit sein konnte und gewissermaßen Frist nachsuchen müßte, war von vornherein so urrwahrscheinlich daß er, selbst auf dir Autorität Bebels hin, nicht einmal in der sozurldemo kritischen Partei Glauben gefunden haben dürfte. Etwas anderes ist, ob etwa die Prüfung der Forderungen an die Reichskajse auf dem Hasterigana in Bezug auf das Zeitmaß zu tauschen läßt. Hierüber sind aber Beschwerden in neuerer Zeit nicht laut geworden.
Iie Herttige Wummer umsaßt 8 Seite«.
Deutsches Keich.
Berlin, 23. Sept. Auf die telegraphische Meldung von der Taufe des Kreuzers ,Mrlin" ging dem Oberbürgermeister Kirschner folgendes Telegramm des Kaisers zu:
,Hch danke Ihnen für die Mitteilung von dem Stapellauf des Kreuzers „Berlin" und freue mich, daß nunmehr ein Schiff meiner Flotte diesen Namen trägt. Ich hofft, dies wird ein neues Band zwischen der Reichshauptstadt und der Marine bilden. Berlin kann stolz sein, daß ein Schiff der kaiserlichen Marine seinen Namen trä'gt."
Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge empfing der Reichskanzler Graf Bülow nach seiner Rückkehr aus Danzig den italienischen Geschäftsträger Pasqualiui, der ihm das lebensgroße Bild König Emanuels überreichte.
In einer sozialdemokratischen Versammlung in dem Berliner Vororte Lichtenberg wandte sich der zum Dresdener Parteitage delegiert gewesene „Genosse" Mogler in scharfen Worten gegen die Revisionisten. Ein anderer Redner erllärte, die Einigkeit sei mir scheinbar hergestellt, über kurz oder lang würde doch eine reinliche Scheidung erfolgen müssen. Auch Bebel wurde in der Diskussion angegriffen. Es wurde ihm vorgeworfen, daß er sich unfehlbar dünke und habe doch schon oft genug Böcke geschossen. Es sei unerhört, daß Bebel dieselben Leute, die' er gewissermaßen öffentlich b ack- pseife, vorher habe agitieren und wählen lassen. Die Versammlung gab schließlich chr Einverständnis mit der Haltmrg ihres Delegierten Mogler und den Beschlüssen des Parteitages kund.
— In Bayern hofft man, die in Nürnberg zusammen- getretene Konferenz werde sich Wer die M'aönkanali- sieruug bis Aschaffenburg "einigen. Der „Fränk. Kur." sagt:
Die Mainstrecke Offenbach —Hanau —Aschaffenburg ist 46 Kilometer lang. Bei der Frage, diese ftirze Strecke für Großschiffahrt auszubauen, sind ver- kehrspolitische Verhältnisse hervor getreten, die geradezu typischer Art sind; sie erweisen sich in der einen oder der anderen Form wirksam überall im Deutschen Reiche, wo die preußisch-hessisch e Eisenbahn gerneiu- schaft befürchten zu müssen glaWt, daß ihrer Machtstellung Eintrag geschehen könnte, durch Wasserstraßen und mittelstaatliche Eisenbahnverwaltungen oder durch die Verbindung beider.
— Amtlich wird daraus aufmerksam gemacht, daß in England alljährlich große Mengen von James (Diarmeladen) Apfelbutter usw. hergestellt werden. Zwei Drittel davon bilden einen lohn end en Haus b e trieb für die Verwertung der im Garten gewachsenen Johannisbeeren. Auch in Deutschland soll eine ähnliche Lohnende Verwertung der heimischen Beerenprodulliou angestrebt werden.
Königsberg, 23. Sept. Der Kronprinz ist heute nachmittag von der Elchjagd im Ibenhorsterforst hier eingetroffen. Er machte einen Besuch bei dem Offizierkorps des Grenadier-Regiments Kronprinz, nahm au einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl teil und reifte nach Aufhebung der Tafel nach Schloß Preyl, um dem General
adjutanten weiland Kaiser Wilhelms L General der Kavallerie Grafen Lehndorff einen Besuch abzustatten. An den ostpreußischen Aufenthalt des Kronprinzen schließen sich Iagdausflüge in den Harz au
Keer und Motte.
Berlin, 23. Sept. Auf gerichtliche Verfügung wurde Heft 5 des Jahrganges 6 der „Kriegstechnischen Zeitschrift", im Verlage der Hosbuchhandlung von Mittler u Sohn, Berlin, erscheinend, beschlagnahmt, da das Heft nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einen Artikel enthalte, der gbgen Paragraph 7 des Reichsgesetzes vom 3. Juli 1893 verstoße. Ein gerichtliches Mchspiel wird erwartet.
Loudon, 23. Sept. Es verlautet bestimmt, der König Wernehme demnächst formell selbst das Oberkommando der Armee.
Ausland.
Rouen, 23. Sept. 12. In lern ationaler Frie^ deuskougreß. Erne sehr lebhafte und teilweise stürmische Debatte ttrüpste fidp an den Vorschlag einer Resolution zu Gunsten der sranzös isch- deutschen Liga, sowie an den Vorschlag der deutschen Friedensvereine, den in Europa bestehenden Zustand anAuerrennen, um unter Ausscheidung aller Rasfensragen aus eine friedliche Ab - rü stu u g hinzuarbeiten. Besonders die französischen Delegierten widersprachen allem, was einer Anerkennung des Frankfurter Vertrages gleichkommen würde. Der deutsche Antrag wurde verworfen, dagegen soll dem Kongreß eine Resolution vor geschlagen werden, welche die Freude über die Gründung der ftanzösisch-deutschen Liga ausspricht und die Annäherung der beiden Lager für wünschenswert häll; dagegen die Debatte über den Eharakter dieser Annäherung für einen späteren Kongreß zurück gestellt. In öffentlicher Sitzung verhandelte der Friedenskongreß über die armenischen Greuel und den Venezuela -Konfllkt. In den einstimmig angenommenen Resolutionen fordert der Kongreß die Großmächte zu einer Kooperation im Sinne der Durchführung von Reformen entsprechend dem Berliner 93ertrag auf. Betreffs Venezuela bedauert der Kongreß die von der englischen und deutschen Flotte begangenen Gewaltakte und ist der Ansicht, daß der dadurch veranlaßte Schaden von der Entschädigung der beiden Mächte abzuziehen sei; andererseits ist der Kongreß jedoch erfreut, daß der Konflikt dank der Intervention desPräsi- denten Roosevelt teilweise vor das Haager Schiedsgericht gelangte. Schließlich berichtete Gräfin Brazza über das Wirkeri amerikanischer Frauenvereine für den sozialen und internationalen Frieden, und Frau Severine sekundierte chr.
Rom, 23. Sept. Aus dem Vatikan wird offiziell gemeldet, daß der Papst den Zaren in Audienz empfangen werde, dagegen den Besuch Loubets definitiv ablehne.
Wien, 23. Sept. Wie endgilttg festgesetzt ist, trifft der Zar am 30. September vormittags in Wien auf dem Westbahnhofe ein, wo offi^elle Begrüßung ist. Der Zar begibt sich direkt nach Schönbrunn, von wo nachmittags beide Kaiser mit den geladenen Gästen zur GemsenjaA
Darmstädter Aries.
R. B. DaUmstadt, 23. Sept
Die allaemeine Ferienstimmnng hat in der Politik noch nicht ihr En^erreicht, aber auf dem gesellschüftlichen rmd künstlerischen Gebiete läßt sich die Saifon ber uns dafür schon desto munterer an. Tre L^disturum urw Dam«r- schneider, sowie alle sonstigen Toilettenkünstler, bie für ine vornehme Well den „Staatt^ zu liefern haben, srnd m emsiger Tättgkeit, um die in Angelegenherten chr^ Galakostüme durchaus nicht immer besonders lredeuswurdigen Vertreterinnen des zarten Geschlechts nach d^gi^chkett zufriedenzustellen. Denn das steht fest: dre nahender Hof - sestlich ketten und die sich dazwischen schabenden Spe- zialgesellschasten, Reunions re. werden urtfcre hiesigen ersten Gesellschaftskreise in den näck).sten 14 Tagen mehr auf dre Beine bringen, als in den letzten drei Zähren zusammen- geuommen. Das Hofmarschallamt ift schon ^ngst m eme Art mobilen Krie^Ausland versetzt, denn es gilt- sur dreses nicht nur, alle die unz/.ihligen zeremom^len 6e>ellschast- lichen Arrangements in minutiöser Werfe ^stönlegen, sou-- dern auch die große Zant der answa^gen Gastews ^fes in bequemster umd der Wurde ryrer Person entsprechenden Weise^ für die ganze Dauer der Festlichkerten mch darüber hinaus häuslich unterAubringen. 9Jtit dem ru H if chen Kaiser paar trifft ftmch ein ganzes Kornett hoher ruffr- scher Würdenträger hier ein, unv-dle gr^chen Herr scbaften haben ebenfalls eine sehr satttliche Zahl von Hof- !md Staatsbeamten angemetbet, deren ^nauartter^g in de» 5aotels uni> Privatlog^s erfolgen muß, da dre ver- firgbaren Räume in den Grotzh. Schtaffern von de» melen f1irft(irben ^-ocbeeitsaästeu voll in Anfprucy genommm Lm Es ist^n Gwek, daß der alte Darmßa^ mit seinen zahlreichen Raumen, der am 1. Okt^ ab ocrifien werden sollte, noch sur die -rauer £>er ^rmayc ungsseierlichkeiten mit zu die in
sonst würden zaylrerche anstokratffche yerrichüflen,, oie^in anderen Hotels nicht abzusteigen belieben, geradezu ,^.uf Me NtzWL Sii,
Kaiser paar wahrscheinlich wieder sür einige ^eit jum atijeiu-- hall dienen wird, urrd das jetzt außer den wenigen dort noch beschäftigten Beamten und Handwerkern kern Sterblicher mehr betteten darf, ist alles zum Enipf^nge vor-
Me Zukunft ist doch hier recht wenig am Platze sür diejenigen, die in einem Hofth-eater einen vollen Kunstgenuß erwarten zu können glauben.
Mll einem nicht geringen lotalpattiotischen Interesse verfolgt mau schon seit längerer Zeit die Ansttengungen, die von einem einheinrischm Kunstenthusiasten unternommen werden, um Darmstadt mit einem zweiten ständigen Theater zu beglücken. Der neue Konzertsaal am Woogplatz wäre dafür gewiß sehr geeignet, wenn nur auch das entsprechende Publikum dafür vorhanden wäre. Bis jetzt haben aber alle Versuche damit, von: bunten Brettl und den elf Scharfrichtern angefangen bis zu den pikantesten französischen Schwänken oder den fadesten Rühr- stiüken a la Birch-Pfeiffer nicht vermocht, ein volles Haus herbeizusichren; auch die jetzt dort stattfindenden Gastspiele der Tegernseer mit ihrem luftigen „Dr.Zanger 1 auf der Gemsjagd", der „Eoldhex" und denc „Bergfexen" finden zwar viel Beifall, werden aber dem! mutvollen Unternehmer kaum Freude machen in Gestalt klingender VLunze.
Prof. v. Behring hegt, wie uns aus Marburg geschrieben wird, gutgegründete 5^offtiung, daß die Verhütung der Schwindsucht möglich sei. Die Hoffnung schöpft er aus den Erfahrungen bei seinem Rinder- schutzimpfungsverfahren. Das Verfahren bezwecke möglicherweise schon durch zweimalige unschädliche Einspritzung des Inlpfstoffes einen das ganze Leben anhaltenden Schwindsuch-tschutz zu verschaffen. Das Verfahren baut sich auf die Voraussetzung auf, daß die Tuberkulose des Menschen und des Rindes gleichartige Krankheitsprozesse darstellen. Eine Hauptqu elle für Schwindsuchts- ent stehn ng sei die Säuglings milch Behring sucht eifrig nach einem Mittel gegen Ansteckung. Die Erfahrungen und bisherigen Fortschritte lassen solche erhoffm.
GroßesJnteresse erregen die in ber Ortelsburger Gegend in Ostpreußen von Geheimrat Prof. Bezzenberger und Rektor Prof. Hollaa vorgenommenen Ausgrabungen. Vor nicht allzulanger Zeit sind in den Waldungen recht ausgedehnte Begräbnisstätten ans dem zweiten Jahrhundert n. Ehr. gefunden worden.. Eine ganz besonders reiche Ausbeute ergab sich am Kopkuther See, wo große Urnenfelder aufgedeckt wurden.
bereit et Oberhofmarschall v. Westerweller hielt gestern dort eine Art Generalinspektton ab. Die durchaus nicht luxuriös, aber sehr behaglich eingerichteten Raume des Schlosses sind jetzt gerade von einer idyllischen Spätsommerpracht umgeben ; das duftende Blumenparterre entsendet seine zartesten Wohlgerüche, und unter der allen, bald tausendjährigen Eiche mit ihrer mächtigen kernigen Krone in der Nähe des Wol^oingers wird selbst der Herrscher aller Reusseu, dem geistigen Getriebe der Weltpolitik enttückt, manch Mckliche Minuten ber Alldacht oder Erholung genießen. Zurzeit ist man noch damit beschäftigt, die verheerenden Spuren des letzten großen Sturmes zu be- feitigeu, der auch hier in der prächtigen Laubwaldung, die Schloß und Park dicht umgibt, mehrere starke Eichen gebrochen und verschiiedene ber dicksten Buchen entwurzelt hat.
Ganz allerliebst nimmt sich inmitten dieses herrllchjen Waldidylls das reizende Palaischen der kleinen Prinzessin Elisabeth aus, das im vorigen Jahr unter Meister Olbrichs Leitung im modernsten Stil dort aufgeführt wurde. Das Ganze macht den Eindruck eines vornehmen Puppenheims oder eines Knusperhäuschensi; es ift mit einer nach Olbrichs Zeichnungen ausgestatteten Wohn- einrichtung versehen und dürste auch den kleinen russischen Prinzessinnen, wenn sie es betreten, eine Helle Freude bereiten.
Von diesem paradiesischen Stimmungsizauber ist zurzett in Darmstadt auf den Brettern, die die Well bedeuten, herzliche wenig zu verspüren. Gerade die ersten Wochen der neuen Theatersaison werden hier vielmehr manchem zur reinen Höllenqual. Da hat man eine Anzahl neuer Kräfte engagiert, die nun in meist nur toemg günstigen Rollen herausgestellt werden un-b natürlich eine mehr oder minder herbe Krttik erfahren, mag sich der Künstler noch so geschickt vor dem Publikum verneigen. Mtt den neuen Schauspielengagements hat unser 5)ostheater wohl im allgemeinen einen guten Griff getan, dagegen lassen die neuen Opernkräste, die man an die Stelle bewahrter und beliebter Buhnenmitglieder gesetzt hat, bis jetzt noch sehr zu wünschen ül^ig. Was nützt dem Lohengrin z. B. eine Elsa, die tm Glanze voller Jugendschönh!eit steht, wenn sie ihre gescnigliche Aufgabe infolge ungenügender Ausbildung nur mangelhaft durchzusühren vermag? Oder ein König Heinrich, dessen Organ trotz aller Mühen nicht die Höhenlage der Partte erreichen kann? Ein Wechsel auf'


