Ausgabe 
24.9.1903 Viertes Blatt
 
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I

in der Hoh strahe, 9eß' Gießt

von 2000 Mk. auf Nr. 11304 14357 16056 18576 20953 25837 28321 38740 42989 54425 57251 59041 61202 65017 74023 83254 83325 85390 85561 87090 92489

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Regiment ,Kaiser Wilhelm" v ,

,bie dritte, 1901 die zweite und dies Jahr die a ch t e Ko m-

«* Hessisch-Thüringische Staaislotterie. Bei -er heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen zwei Ge­winne von 10 000 Mk. auf Nr. 18974 und 61751 (beide nach Offenbach), Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 51913 (nach Oldenburg) 30608 (nach Heldenbergen) 58454 (nach Darm­stadt) 80029 (nach Gotha), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 13248 22048 44851 53131 53389 57064 58830 (nach

Gießen in die Kollekte Hochreuther u. Töpelmann), 61233 62700 64620 74605 83657 86304 96494 97935, Gewinne

Aus MM uns Land.

Gießen, 24. Sept. 1903.

nach Mürzsteg abreifen. Tie Rückreise nach Darm, ftabt am 3. Oktober erfolgt, ohne in Wien Aufenthalt

pagnre.

** Der Einzug unseres Regiments in unsere1 Stadt hat sich unter vielen Kundgebungen des Interesses gestern vollzogen. Den zahlreichen Neugierigen, die sich zum Empfang ausgestellt hatten, erschienen die Zurück- kehrenden durchweg frisch und stramm. Hat man da draußen auf dem ungastlichen Manöverselde auch mit 3-eiertidifp.it

einem kleinen Zimmer 16,50 Mk. zahle. »Das ist noch zu

Eisenbahn-Zeitung.

BetriebSergebuisse der deutsche» Eisenbahnen. Dir. August-Einnahmen der deutschen Bahnen, mit Ausnahme der bayrischen, betragen 174 200 000 AU., das ist 3 540 000 Mk. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahrs. Der Güterverkehr lieferte abermals den Beweis einer andauernden Besserung aus dein Ge­biete der Industrie, er betrug um 5 970 000 Mk. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die 53 Betriebe, deren Betriebs- rahr mit 1. April begann, haben in den 5 Monaten AprilAugust eine Einnahme von 710 701 000 Mk. erzielt, 36 610 000 AU. mehr als im Vorjahr. Die Mehreinnahme des Güterverkehrs betrug 23 170 000 AU. .

Die vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen vereinnahmten im August d. Xs* aus dem Personenverkehr 44 560 000 Mk. (gegen den gleichen Monat des Vorjahres 4- 2 093 000 AU.), aus dem Güterverkehr 83 410 000 AU. (+ 4 802 000 AU.), aus sonstigen Quellen 7 131 000 M. ( 27 000 AU.). Demnach betrug die Einnahme im Monat August aus sämtlichen Einnahmequellen 135 101 000 Mk. (4- 6 868 000 Mk.) oder per Kilometer 4074 AU. (4- 151 AU.) und die Gesamteinnahme seil April dieses Jahres 632 768 000 Mk. (4- 32 002 000 AU. in der gleichen Periode des Vorjahres) oder per Kilometer 19 386 Mk (4- 695 AU.). _

Unioersitäts-Nalyruhtru.

Der Syndikus der Breslauer Handelskammer, Dr.Riesem selb, ist an die Universität in Breslau berufen worden, um das neugegründete Lektorat für landwirtschaftliche £>anbel6» kunde zu übernehmen.

Kleinasien.

Türkische Telegramme ans den Wilajets Monastir, Sa­loniki und Uesküb berichten über zahlreiche Zusammen­stöße türkischer Truppen mit Komitadjchis, in denen letztere eine große Anzahl Toter verloren. Seit Samstag sind weitere 308 junge Offiziere abgereist, und zwar 67 nach Saloniki und 241 nach Adrümopel.

" Aufständische Bulgaren sprengten die Moschee des Dorfes Boternan mit Dynamit in die Luft.

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_ " . ,. ' Lieh von Battenberg wird am 1. Oktober aus England

Kom Gnentvrauoe. kier eintreffen. Wie bekannt, treffen dieser Tage außer

Rach einem Telegramm der LondonerTime^ aus bem russischen Kaiserpaar noch viele andere Fürstlichkeiten am Sofia haben England und Italien das letzte Rundschreiben G^ßb. Hofe zu Besuch ein, und der Spielplan im Großh. der bulgarischen Regierung noch nicht beanttvortet. ^ottbeater ist mit Rücksicht auf die Allerhöchsten Herrschaften sw* etwaiger Krieg würde lokalisiert werden und nach seinem Ausführung beiwohnen. _

Schlüsse würde der status quo ausrechterhalten und derj Offenbach, 23. Sept. ReichStagsabg. Dr. Becker östreichisch-russische Res '

Lamsdorsf fugte j sicht des Grafen Bülow, tat. <-* *.<- v-w

Türkei als suzeräue Macht befugt, Truppen nach^dern Vasallenfürstentum zu senden, um t zuerhalten; unter diesen Umständen sei für Bulgarien Vor- von

-formplan durchgeführt werden. Graf wurde, wie die »Offenb. Ztg." mitteilt, vorgestern auf der seiner Anwort hinzu, nad) ber ^V ^auiee von Dreieichenhain nach Sprendlingen gelegentlich * OQ-ir-tn. die er teile, sei dieI Abendspazierganges, den er mit seiner Frau und seiner "s- aus Besuch anwesenden Nichte unternahm, von einer Schar

dre. Ordnung ausrecht-1 sozialdemokratische Lieder singenden Leuten in der

die'Ansicht aus, dieTötung von2000macedonischen meinsten Schimpfworten überschüttet. Em ^eil Bauern rechtfertigt noch nicht die Beschwerde, daß das c «un-fc-r« <> <> ' AAnr M1 bulgarische Element in Maeedonien ausgerottet werde; die deutsche Regierung erkläre ihren völligen Beitritt zur Po­litik Oesterreichs und Rußlands.

Das Ausnahmegericht in Adrianopel verurteilte drei Komitadschi zum Tode, 11 zu 15 Jahren Festungshaft in

teuer für Arbeiter", erwiderte der Kaiser, und fragte den Ober-Werstdirektor, ob in Danzig etwas für den Bau von Arbeiterwohnungen getan werde. Ans die Antwort, daß hur Baugenossenschaften gegründet und tätig seien, bemerkte der Kaiser:Aber auch gesunde Wohnungen und möglichst in der Nahe der Arbeitsstätten". Weiter erkundigte sich der Kaiser, ob für die Arbeiter auch ein ordentlicher Speisesaal und Wärmevorrichtungen vorhanden seien, um das Mittagessen auszuwarmen. Er habe jetzt solche Einrichtungen gesehen, die sehr praktisch seien. Die Fran brauche dann nicht das Mittagessen zu tragen, sondern könne zu Hause bleiben und etwas anderes in der Familie machen. Der Arbeiter habe einen ebenso feinen Magen wie wir und esse Eisbein auch lieber, wenn es warm ist. Der Oberwerftdirektor antwortete, daß solche Einrichtungen vorhanden seien und noch weiter ausgebaut werden sollten. Der Kaiser erkundigte sich dann nach dem Danziger Hauptgericht und wie es zubereitet werde. Pomuchel in Senfsauce" war die Antwort. Bekanntlich hat der Kaiser auf der kaiserlichen Werft vor einigen Jahren ein­mal den Arbeiter Bonnetain angesprochen, der 1870 als französischer Kriegsgefangener nach Danzig kam und dort blieb. Nach diesem Werftarbeiter erkundigte sich der Kaiser und meinte, der sei wohl schon alt. Herr Heinrich erwiderte, daß Bonnetain noch rüstig arbeite.Das freut mich", meinte der Kaiser. Herrn Heide fragte der Kaiser, wo er sein eisernes Kreuz bekommen habe und für welchentollen Streich", wie viel Franzosen er denn totgeschossen habe und ob er ver­wundet worden sei? Als der Kaiser Herrn Mittendorf mit dem Düppeler Kreuz sah, fragte er ihn nach dem Sturm auf die Schanzen, seinem damaligen Kommandeur usw. Zum Schluß reichte der Kaiser Herrn Glashagen die Hand und dankte ihm nochmals für seine Huldigungsworte.

* Paris, 23. Sept. In der hiesigen Wohnung der in Aix-les-Baines ermordeten Halbweltdame Fougsre wurde Haussuchung vorgenommen. Atan ent­deckte KorrespondenzEen mit Lebemännern aller Nationeu. Tie Mörder sind, wie die Polizei jetzt als bestimmt an­nimmt, zwei berüchtigte Individuen aus Montmartre, die seit acht Tagen aus chrer Wohnung verschwunden sind. Wahrscheinlich haben sich die Berbred)er mit chrer reichen Beute ins Ausland geflüchtet.

* Budapest, 23. Sept. Der Geldbrrestrager Stefan Booa wurde heute vormittag im Hause Josefs- ring 44, wo er eine Geldsendung ab liefern sollte, auf der Treppe von einem unbekannten Individuum mit einem Beil niedergeschlagen und die Geldtasche mit 4000 Kronen Jnhall geraubt. Der Attentäter entkam, der Briefträger ist tödlich verletzt. __

m unserer Stadt verübt worden. Die näheren Umstände,

auch die Persönlichkeiten der Täter sind noch nicht festgestellt V 44111

normen. ; - Ueber den Verlaus der von den Arbeitern

** D er Kaiserpreis sür ca^ beste Schießen im per staatlichen Werkstätten in Danzig dem Kaiser 18. Armeelorps ist in den letzten Jahren wiederholt im dargebrachten Huldigung teilt die Danziger Zeitung noch gewesen: 1899 erhielt ihn folgende Einzelheiten mit: Nach seiner Ansprache unterhielt sich der Kaiser mit den Arbeitern, wie diese selbst sagen, in zutraulicher Weise". Der Kaiser fragte Herrn Urban, bei welchem Negiment er gestanden habe, was dieser beantwortete. Der .^-.aiser erkundigte sich dann bei den Arbeitern, ob die Wohnungsverhältnisse gut seien und wie hoch die Miete komme. Herr Urban sagte, daß er für eine Wohnung mit

zu nehmen. , a ,

In der heutigen Sitzung des Abgeordneten­hauses führte Körber aus, er sei von der Krone zu der Erklärung ermächtigt, daß in allen^Fragen der Armee der Einfluß der gegenseitigen Rmchshulften vollauf gewahrt bleibe. Weiter bemerkte Körber, die Entscheidung sei ge­fallen, die Armee bleibe wie sie ist, einheitlich und a em eins am. Wir wollen keinen Kamps, sondern trachten nur danack, die grundlegenden Prinzipien der Gemeinsam­keit zu erlhiltciL Der Eintrag des Abg. Pernerstorffer aus Eröffnung der Debatte über die Erklärung des Minister- [ Präsidenten wurde abgelehnt. Für Behandlung der Bor-, tage wird Tringlichkell ohne vorherige Beratung im Aus­schuß gefordert. Dieser Dringlichkeitsantrag gelangt ge­meinsam mit den Dringlichkeitsanträgen der Juiigtschechen, radikalen Tscheck^ und Alldeutschen betreffend Enllassung des dritten Jahrganges am 30. Sept, zur Verhandlung. Im Einlauf des Abgeordnetenhauses befindet sich eine Interpellation des Abg. Lhlvester an den Ministerpräsi­denten, in welcher unter HiMveis darauf, daß die Aus­übung des Vetorechts seit en s Oesterreichs bei der Papstwahl von der offiziösen Presse zwar uicht in Abrede gestellt, jedoch die authentische Bestätigung bis jetzt seitens der Regierung nicht erfolgte, der Minister­präsident befragt wird, ob er von der Ausübung des Veto­rechtes bei der Papstwahl, sowie von einer diesbezüglichen, vom katholisch-politischen Volksverein beschlossenen Protest-

Die Hofsä-gerkap-llel D'ar mst'a d t' 23. Sept. Ihre Großh. Hoheit die Frau -rst nnt i^em vollen Bestände nach Darmstadt abgererst. Prinzessin Ludwig von Battenberg wird morgen mit

Athen, 23. Sept. Prinz Nikolaus und Prin- ch^r Familie von Schloß Heiligenberg hierher übersiedeln zessin Helene sind heute nach Darmstadt abgereist, ^d im Alten Palais Wohnung nehmen. Ihre Künigl. um der Vermählung! Dies Prinzen Andreas beizuwohnen. Hoheiten Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen Die Reise des Kronprinzen ist verschoben. ! werden am 2. Oktober, Ihre Kgl. Hoh. Prinzessin Hein­

des feigen Gesindels entblödete sich sogar nicht, die in der Begleitung unseres Abgeordneten befindlichen Damen zu in­sultieren. Es scheint fast, als sollte die staalliche Autorität i bem schmutzigen Treiben gewisser Hetzapostel in Wort und Schrift gegenüber nachgerade versagen. Es ist doch gewiß ein Zustand, der schon mehr an türkische Zustände erinnert, wenn anständige Damen, die mit der politischen Lage im Wahlkreis doch wahrlich nichts zu tun haben, das Haus nicht mehr verlassen können, ohne Gefahr zu laufen, von i derartigen Buben insultiert zu werden.

Mühlheim, 22. Sept. In Sachen des von dem Hülssdahnwärter Kaiser aus Dietesheim vor 14 Tagen aus­geführten Attentats auf den O-Zug Frankfurt- Berlin weilte heute der Untersuchungsrichter des Groß-

herzoglichen Landgerichts der Provinz Starkenburg hier, um bie Untersuchung vorzunehmen. Zu biesem Termine war auch der in Offenbach inhaftierte Bahnwärter von einem Offenbacher Gendarmen vorgeführt worden und mußte an Ort und Stelle genau beschreiben, wie er bei seiner verhäng­nisvollen £at zu Werke gegangen ist. Um V,2 Uhr wurde Kaiser wieder nach Offenbach in das Amtsgerichtsgefängnis abgeliefert, von wo er in den nächsten Tagen in das Unter-

suchungsg/sängniS nach Darmstadt verbracht wird.

Mainz, 23. Sept. Ein sensationeller Beleidigungs­prozeß wird am nächsten Montag vor der hiesigen Straf­kammer verhandelt. Ein wegen Meineids in Untersuchung befindliches Frauenzimmer hat einen höheren Justizbeamten und einen Polizeikommissar beim Ministerium verklagt, daß jene unter Mißbrauch der Dienstgewalt sich an ihr vergangen hätten. Wie man dem ,M. Tgbl.* mitteilt, hat sich jedoch 98988. (Ohne Gewähr.) , völlige Haltlosigkeit dieser Beschuldigung ergeben, worauf

** Das Gießener Stadttheater wird, wre wir die Denunziantin Anklage wegen wissentlich falscher

bereits mitteillen, am Dienstag den 29. September feine Anschuldigung und verleumberischer Beleidigung erhoben ist. Spielzeit 1903/04 eröffnnen. Wir wollen hoffen, daß es eme nunmehr, wie bereits bemerkt, am Montag vor

ernste, hochstehende Kunst ist, die uns diesen Winter geboten | hiesigen Strafkammer zu verantworten haben, werden wird, und daß die richtigen Kräfte bafür gefunden! Worms, 23. Sept. Eine schwere Explosion erfolgte worden sind. Die Direktion hat das Personalverzeichnis und I Hause des Kappenmachers Hermann in der

auch einen interessanten Auszug aus dem Spielplan bereits @QUrtra^ Der Sohn des dort wohnenden Missionspredigers veröffenllicht. Es werden, wie man daraus^ ersehen ($reiner wollte in einer Dunkelkammer photogrnphische Aus-

gute Neuheiten und alte, bewährte Stücke über bie Bretter nQ^nien entwickeln, als auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise gehen. Auch klassische Werke werden oertreten fern. Hoffen Explosion erfolgte, die dem Manne schwere Brandwunden

wir, daß das Gießener Publüum die ihm gebotenen günstigen I ffiopf Armen zufügte. (Worms. Ztg.)

Abonnementsbedmgungen, die nach den vorhandenen Bedürf- Kassel, 23. Sept. Der 75. Kongreß deutscher mssen sorgfältig und entgegenkommend festgesetzt worden frnbJ^Qturfor^ec unb Aerzte beschloß, den nächstjährigen reichlich m Anspruch nimmt. Kongreß in Breslau abzuhalten. Zu Geschäftsführern

Biebertal bahn. Die bisher unbesetzten Stationen Geheimräte Ponfick unb Ladenburg gewählt.

Heuchelheim und Rodheim werden vom 1. Oktober d. I. ab Steine Mitteilungen aus Hessen und den 'ständig mit einem Stationswärter besetzt. Die Ausgabe ber Nachbarstaaten. Wie aus Weilburg geschrieben wird, Fahrkarten findet nicht mehr wie bisher im Zuge, sondern ^bigte bas Manöver mit schweren Unglücksfällen. Zwei auf den Stationen statt. Personen, die ohne Fahrkarte im Reservisten, barunter ein verheirateter Unteroffizier, vom Zuge angetroffen werden, werben bestraft. Auf ben Halte- Regiment, starben am Herz- oder Hitzschlag. Ein dritter punkten Krofdorf, Gleiberg, Windhof werden indessen auch Soldat stürzte vom Pferde unb wurde schwer verletzt in das ferner ferne Karten ausgegeben, sondern in ben Zügen. Weilburger Hospital gebracht.

* Einbruch sdiebstäh le sind in ben letzten Tagen - --' --

Sy sfto® 1,90^2:

bas .Löffelbegraben" besorgt, so wird doch dies Instru­ment und Symbol des Glückes und Wohlstandes jetzt lieber im trauten engen Kreis der Freundschaft und Liebe hervorgeholt. Möge es nur Teine Entfremdungen und Mißstimmungen gegeben haben.

Nidda, 22. Sept. Bor acht Tagen verließ uns unsere seitherige Krankenschwester Luise Ufer auö Klein- Linden. Sie hat in den sechs Jahren ihres Amtes hier so segensreich gewirkt, daß allersetts ihr Scheiden bedauert wird. Ihr Geschick in der Behandlung Kranker, ihre Ausdauer und auch ihr tätiges Zugreifen, wo es fehlte in den Haushaltungen Erkrankter, machte sie allen lieb und wert. Der Vorstand des Vereins Krankenpflege überreichte ihr nebst einem glänzenden Zeugnis einen Regulator als Andenken.

sd. Darmstadt, 24. Sept. (Eigen er Drahtb er.) Tie Disziplinaruntersuchung gegen Geh. Ober­bergrat Prof. Dr. Lepsius wegen unreeller Handlungen beim Ankauf von Knnstgegenständen für das Landesmuseum ist beenbet Es wird demnächst die Verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof stattfinden.

R. B. Darmstadt, 24. Sept. (Eigener Draht- bericht.) Die Ankunft des russischen Kaiserpaares erfolgt aus dem hiesigen Main-Reckar-Bahnhof nachmittags um 3.15 Uhr. Es ist kleiner Empfang vorgesehen. Gestern trafen ca. 5060 russische Sanger hier etn, die bei der Vermählungsfeier in der russischen Kapelle die Gesänge ausführen werden. Die Gesamtzal)l der nach Ankunft des Kaiserpaares anwesenden Russen wird 350400 betragen, darunter rund 100 Eisenbahnbeamte.

Gerichlssaal.

Darmstadt, 23. Sept. Vor der Strafkammer stand gestern die 30 Jahre alle Ehefean des Fabrikarbeiters Heinrich Wolf von Offenbach, eine jähzornige Person, die eine Zengin als sehr robust bezeichnete, wegen fortgesetzter empörender Mißhand­lung ihres eigenen Kindes. Das Weib hatte vor der Eheschließung ein 'Mädchen, Auguste Benzing, geboren, welches ursprünglich in Nieber-Gründau unlergebracht, im vorigen Jahre aber heimgeholt worben war. Nun begann die Leidenszeil des armen Würmchens, bas auf alle Weise mißhandelt wurde. Der Lehrer der Kleinen merkte eines Tages, was los war, und nahm sich der Sach an, nach ihm schritt auch bie Polizei ein. Die Mutter wurde vor Gericht gestellt, wo sie dreist behauptete, nur von dem ihr zustehenben Züchtigungsrecht Gebrauch gemacht zu Haden. Auch ihr Ehemann stellte ihr m der Hauptverhandlung ein gutes Zeugnis aus und das Kind erklärte seine früheren Klagen für Lügen. Alles das half jedoch nichts, bie Angeklagte würbe zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Als sie bies hörte, wurde sie wütend, sie stieß bas Kind zurück und entfernte sich mit dem Bemerken, daß sie die Strafe nicht annehme. Im Jiüereffe der Sicherheit des Kindes dürfte gelegen fein, dasselbe möglichst rasch der Gemalt der Wütenden zu entziehen.

Hanau a. M., 23. Sept. Der 34jährige Schutzmann Joh. Lutter vvn hier stand vor der Straflammer, ange­klagt der Erpressung, des Er pr es s un g s v er suchs und der N ö t i g u n g. Der Sachverhalt war folgender: Als der Schutzmann, der bisher ein völlig einwandfreies Leben geführt hatte, im Mai d. I. in Erfahrung brachte, daß er von feiner Frau hintergangen wurde, erpreßte er von ihrem Verführer, einem hier beschäftigten 22 jährigen Kauf­mann, der bei seinem Schwager wohnte, eine Schuldaner­kenntnis von 2000 Mark in bar «oder 2500 Mark in monat­lich zu. zahlenden Raten von 20 Mark. Als der Kaufmann aussagte, baß er kein Vermögen besitze, schrieb der Schutz­mann an dessen Tante in Fulda, sie möge fid) für ihren Neffen verbürgen, da er ihm die Wahl lasse zwischen Zuchthmis oder Zahlung von 2000 Mark. Die Frau lehnte das Ansicknen rundweg ab. Als die Behörde Kenntnis von den Vorgängen erhielt, wurde der Schutzmann aus bem Dienste entlassen und bann auch in Untersuchungshaft genommen. Das Gericht erkannte auf acht Monate Ge- fängnis wegen Erpressung und Erpressungsversuchs.

Handel und Verkehr. Kolksivittschast.

Deutsche Reichsbant. Rach den neuesten Meldungen sind bie Anlagen bei ber Reichsbant keineswegs groß. Der Aletall- bestaub hat bebeutenb zugenommen, weitere Golbsendungen ans Lonbon sinb avisiert. Es liegt baher keine Veranlassung zu einer . Diskonterhöhung vor. Auch bann nicht, wenn Loiidon seine Bank-