Ausgabe 
24.8.1903 Zweites Blatt
 
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Worts" sich txrS Stärkste geleistet und sich recht lächerlich! gemacht. Du es außer« Frage steht, daß der vorwärts" init dieser Meldung hereingelegt worden ist und glaubte, es .sei was dran, kann man nur noch annehmen, daß das Blatt von den Reichstagswahlerfolgen ganz blind geworden ist. Da hält es denn freilich schwer, nach den Mchtigstell- rrngen, die erfolgt sind, ehrenvoll den Rückzug auzu treten. Tie Seit muß die Wunde heilen, die Unterhaltung über die Sache muß ermüdend werden und in Bergeffenheit geraten, bis derVorwärts" den Kampfplatz verläßt und stillschwei- gend den Säbel einsteckt.

cSorö Sattsvuryf.

Loudon, 22. Aug. Salisbury ist um 9 Uhr 15 Minuten abends auf seinem Schlosse Hatfield im Alter von 73 Jahren gestorben.

Mit Salisbury ist einer der in der modernen Zeitge­schichte am meisten genannten und gerühmtenStaatsmänner dcchüigeschieden. Das Schwergewicht seiner staatsmännischen Verdienste liegt in dem Einflüsse,' den er auf die Gestaltung der innerpolitischen Verhältnisse der vereinigten Königreiche von Großbritannien und Irland genommen hat. In den großen Weltereignissen, an denen teilzunehmen und mitzu- wirken er berufen war, wird sein Name überschattet von seinem genialen Vorgänger Disraeli, dein einzigen Lord os Beaeonsfteld, wurde sein Name und sein Einfluß in den Hintergrund gedrängt durch die stürmische und großzügige Imperialpolitik feines Nachfolgers als Führer der britischen dttttion, Chamberlain. Es war eine heiße Zeit schwerer innerer Kämpfe und gefährlicher auswärtiger Verwickel- ungen, in der Robert Artur Talbot Cecil Marquis von Salisbury teils an der Leitung der Staatsangelegenheiten Englands teilnahm, zum großen Teile selbst diese Leitung der Staatsgeschäfte besorgte. Von den drei großen Epochen in der Geschichte seines Wirkens, der Zeit des russische- türkischen Krieges von 187778, des Kampfes um die irische Homernle in der Zeit von 188086 und des Transvaal­krieges, ist es die Seit der innerpolitischen Kämpfe, aus der die politische Persönlichkeit Salisburys uns am be­deutendsten entgegentritt.

Am 3. Februar 1830 geboren, absolvierte er seine Stu­dien an den Hochschulen von Eton und Oxford, vertrat bis, zum Tode seines Vaters den Wahlkreis Stamford im eng­lischen llnterhause, wo er sich der Torypartei anschloß, und übernahm im konservativen Kabinett Derby das Mi- nisterium für Indien, trat aber von diesem Amt im März 1867 wegen innerer politischer Meinungsverschiedenheiten zurück. 1874 trat er in das von Disraeli gebildete Kabinett und ging 1876 als außerordentlicher Botschafter Englands nach Konstantinopel. Die damaligen Konferenzen zur Schlichtung der orientalischen Wirren blieben resultatlos, und 1878 übernahm Salisbury das Ministerium des Aus- wärttgen, in dem er aber mehr der Gehilfe als der Kollege Beaconsfields war. Nach dem provisorischen Friedens­schlüsse von San Stefano reifte er mit Lord Beaconsfield als zweiter Bevollmächtigter zum Berliner Kongreß und trat nach dem von der mächtigen Beredsamkeit Gladstones erstürmten Wahlsiege der Liberalen mtt Beaconsfield von seinem Amte zurück. Hatte Salisbury in den schwierigen Verhältnissen, welche die Orientfragen schufen, und unter dem Uebergewichte von Beaconsfields Genie, der damals ohne Schuß und Schwertstreich das englische Prestige im Orient durch den Erwerb von Cypern sieghaft ausrichtetet keine Gelegenheit gefunden, seinen Namen in den Vorder­grund zu stellen, so gab ihm nach Beaconsields Tod die irische Politik Gladstones reichen und zwingenden Anlaß, sich als Führer der Konservativen für die Einheit des Reiches, seiner Verwaltung und Gesetzgebung gegen die von Gladstone unter der Homerule-Parole versuchte Ein­setzung einer Art Autonomie für Irland zu betätigen. Es war eine stolze Epoche parlamentarischer Kämpfe größten und edelsten Stils, in denen während der Jahre 1880 bis 1885 die für England zur Schicksalsfrage herangewachsene Alternative, ob Homerme oder nicht, umstritten und schließ­lich im August 1886 endgilttg von Salisbury im Sinne der unverletzten Einheit des Reiches entschieden wurde. Selbst der Wahlsieg der vorn greisen Gladstone geführtenL Liberalen im Jahre 1892 vermochte auf die Dauer die Herrschaft der liberalen Partei in England nicht zu sichern, und nach dem entscheidenden Wahlsieg im Frühjahre 1895 bildete Salisbury sein drittes Kabinett am 29. Juni 1895, das er bis zum 12. Juli vorigen Jahres als Premier­minister leitete.

Der Erbe des Marquisats und des Namens Salisbury ist der Unterstaats'sekretär des Aeußern, Viscount Cran- borne. Die Beisetzung des Verstorbenen wird voraus­sichtlich in Hassield erfolgen.

eine Tritonen schar auf Schwänen und Rechern umhertum- melt, und Wasser umherwirbelnde Drachen von Schlangen- fontänen einen Mantel perlender Kaskaden um sich werfen. Nun aber zum Schloß, dem herrlichen alten Bau, in dessen rechtem Flügel, in dein vor gebauten Garteirsaal mit seinen zwei prächtigen Rotunden ein großes Buffet errichtet war. Man gruppierte sich zwanglos und füllte Durst und Appetit an den Vorräten, die aufgestellt waren und von Lakaien herumgereicht wurden. Kaffee, Tee, Kuchen, Backwerk aller Art, Eis, Weine und zuletzt auch Sekt wurden serviert, und es entfaltete sich bald ein buntes Treiben in dem großen Saale und den anstoßenden Rotunden. Begreiflicherweise wurde die Stimmung allmählich sehr animiert und man schied mit Bedauern, als gegen 8 Uhr abends der allgemeine Ausbruch erfolgte. Der Großherzog hatte während der ganzen Zeit mit einigen seiner Gäste geplaudert und man mußte auch hier die liebenswürdige Ausdauer des hohen Gastgebers bewundern. Zwei Extrazüge brachten die Gäste des Landessürften nach Heidelberg zurück. DerBesuch bei Großherzogs" wird mir in unauslöschlicher Erinnerung bleiben.

Am selben Abend fand auf dem Heidelberger Schloß das zweite Schloßfest statt. Davon merkte ich aber nichts; denn ich hatte keine Karte mehr dazu bekommen können. Man wird auch schließliche müde von all den Festlichkeiten und bedarf etwas der Ruhe.

Darum gute Nacht! Morgen Schluß!

|^.ii Gruß

Dein

________ Heinz.

Im Frankfurter Opernhaus finden in dieser Woche folgende Vorstellungen statt' Dienstag: Götz von Berlichin gen", Mittwoch:Der Troubadour", Donnerstag:C arme n", Freitag:M arth a" oder D e r M a r k t z u R i ch m o n d", Samstag:D i e b e i d e n Schütze n", Sonntag:M a r g a re t h e'. Montag den 31. August, abends 6V? Uhr: Wagner-Cyklus, 1. Abend. Neu einstudiert: Rienzi, der Letzte der Tribunen.

Aas Urteil im Kumöert-Mojeß,

Nachdem die Pariser Geschworenen die Schuldfragen wegen Betruges und Fälschung unter Bewilligung mildern­der Umstände gegen alle' Angeklagten bejaht hatten, ver­urteilte der Gerichtshof Fr e d e r ic und Therese Hum­bert zu fünf Jahren Einschließung in eine Straf­anstalt (reclusion) und 100 Mk. Geldstrafe, Emil Dau- r i g n a c zu zwei Jahren Gefängnis und Romain Danrignac zu drei Jahren Gefängnis.

Die Sitzung, die mit der Fällung dieses Urteilsjpruches endete, verlief ungemein interessant. Therese Humbert gab sich alle Mühe, ihr von Anfang an, ein geschlagen es Ver- teidigungsverfahren bis zum Schluß sortzuführeu. Sie zog sich auch, nachdem die Fragen an die Jury gestellt waren, mit ihrem Bruder Romain in zuversichtlicher Haltung in den für sie reservierten Raum zurück, während Frederic Humbert und Emile Danrignac ziemlich niedergedruckt er­schienen. ,

Romain Daurignacs Anwalt, Hesse, gesteht zu, daß sein Klient noch im Untersuchungsgefängnis Liebesbriefe von unbekannten Damen erhielt. Romain )ei aber tat­sächlich eine ernster angelegte Natur, als der Staatsanwalt glauben machen will, der ihn alsBruder Lustig" be­zeichnete. Nun kam aber Frau Therese mit einer neuen Enthüllung". Sie erklärte nach einigen ihrer ange­griffenen Gesundheit gewidmeten _ Worten, daß die Mil- lionen am Tage vor der Abreise der Humberts nach Madrid von einem gewissen Regnier zurückgezogen wur­den Das Auditorium wiederholt erstaunt:Regnier! Regnier?" Darauf erzählt Therese:Der Name Regnier ist aus dem 70 er Kriege bekannt. Aus diesem Kriege stammen die Millionen, Regnier besitzt das Geld. Wir werden es ihm zu entwinden wissen!" Hieraus erhebt sich Labori:Ich kann hinzufügen, daß Regnier, wie ich in einem Geschichtswerke las, Vermittler zwischen Bazaine uui) Bismarck war." Und es wird bekannt, daß am 17. Sep­tember 1874 ein gewisser Regnier, angeblich wegen gehei­men Einvernehmens mit der Armee des Prinzen Friedrich Karl in contumaciam zum Tode verurteilt wurde. Er lebte aber bis vor einigen Jahren und starb dann in Armut. Man versichert, daß Frau Therese gegen die Rechtsnachfolger Regniers, deren Ausenthalt unbekannt ist, heute eine Klage auf Rückgabe der Millionen anstrengen ließ. Dies hätte sie in der Absicht getan, einen neuen Prozeß für den Fall ihrer Verurteilung notwendig zu machen. Inzwischen erklärt aber Madame Therese, auch Poincare, der ehemalige Minister, wisse, daß Regniers Sohn die Millionen verwalte, auf welche sie (Therese) auf Grund eines Familiengeheimnisjes Anspruch erhebe. Dann sagt sie, daß ihr Geliebter Frederic den Namen Regnier heute zum erstenmal vernimmt. Emile Danrignac unterbricht ihn aber:Ich höre ihn auch zum ersten Male". Große Heiterkeit entsteht.Lacht nicht", so ruft Frau Therese,noch bin ich nicht toll. Aber ich war dem Wahnsinn nahe, als man mir die Millionen wegnahm."

Theresens (Mlärung, die zehn Minuten dauerte, erregte lebhafte Bewegung im Saal. Während der Beratung der Geschworenen gaben in den Wandelgängen des Jnstiz- palastes die großen Juristen des Hauses gratis Konsult- tationen über unbegrenzte Möglichkeiten. Zahlreiche Da­men lauschten diesen Ausführungen. Dann wurden die Damen ihrerseits befragt, was sie von Theresens Erklär­ung halten. Tie jüngeren Damen waren minder strenge als die älteren. Mittlerwelle wurde vom Büfett Tee für Therese hinansgettagen, sie fühlte sich stark angegriffen, und Tr. Floqnet gab ihr Antimigränemittel.

Nachdem der Gerichtshof das Urteil abgegeben hatte, wurden die Humberts in einen an den Schwurgerichtssaal anstoßenden Saal geführt. Romain Danrignac machte seiner Schwester Vorwürfe, daß sie die Geschichte von Regnier erzählt habe. Als die Verurteilten in die Con- ciergerie znrückgeführt wurden, war Therese die einzige, welche sich beklagte. Sie erklärte, sie habe zuviel ge­litten und wollte ihren Gatten nicht verlassen. Es be­durfte vieler Mühe, die Verurteilten zu trennen. Labori mußte Therese versprechen, daß man sie so oft als möglich mit ihrer Familie znsammenkomen lassen werde. Die Verurteilten haben bisher die Nichtigkeits-Er­klärung nicht unterzeichnet. Sie haben dazu drei Tage Zeit.

Die Pariser Blätter geben einstimmig ihrer Genug­tuung über das Urteil Ausdruck. Die republikanischen Blätter weisen darauf hin, daß diejenigen, welche bei diesem Prozeß auf einen großen politischen Skandal gehofft, sich getäuscht hätten. Ter Republik feindliche Blätter er­klären, es sei in die Angelegenheit fein vollständiges Licht gebracht worden.Matin" meint, die Verurteilung sei schwerer, als man erwartet hätte und schreibt, daß Frederic Humbert bei der Abführung in die Eonciergerie zu Therese gesagt habe: Wir werden uns Wiedersehen, es gibt auch einen Kassationshof.

Aus Stüdt unS SöltiL

Gießen, den 24. August 1903.

** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben dem katholischen Pfarrer Dominik Grimm zu Gonsen­heim die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Empfang bei Hofe. Se. Königl. Hoheit der

Letztes Gastspiel des Herrn Franz Ludwig, ,gia(f)8mann alt Erzieher". Sonntag, Konzert der Kapelle des 1. Großh. Hess. Dragoner-Regts. aus Darmstadt.

Friedberg, 22. August. In der Stadtv er ordnete n- sitzung am 20. d. M. wurden für die durch Hochwasser in Schlesien Geschädigten 50 Mk. bewilligt. Aus An­laß der Erhebung der Mitglieder der Familie Z. Groedel m Ungarn in den Adelstand haben diese der hiesigen Ludwig- und Elise- Groedelstiftiing 1000 Alk. zugewiejen. Aus den Zinsen daraus sollen Arme ohne Unterschied der Kon­fession unterstützt werden.

Bad Salzhausen, 22. August. Von dem Xj/ueuen» hause der einen Salzquelle nach dem Trinkbrunnen zu wirk gegenwärtig eine Wan del bahn gebaut, welche es den Kur­gästen möglich macht, auch bei schlechtem Wetter ihre Trink­kur ungestört zu gebrauchen. Ein Aussichtstempel auf der östlichen Höhe gewährt einen schönen Ausblick nach dem Bade selbst und seiner Umgebung. Dem Vernehmen nach wird im nächsten Jahr auch einem dringenden Bedürfnisse durch Erbauung eines neuen, günstiger gelegenen Bade­hauses abgeholfen.

Darmstadt, 22. Aug. Der Zweiten Kammer bet Stände ist ein Gesetzentwurf, die Abänderung des Gesetzes über die Ruhegehalts-Verhältnisse und die Ver­sorgung der Hinterbliebenen der im Hess.-Preuß. Gemeinschaftsdienst an gestellten Staatseisen­bahnbeamten vom ' 26. März 1897 betreffend, vom Großh. Staatsministerium überreicht worden, der bestimmt, daß der Artikel 8 Ziffer 1 Satz 1 des Gesetzes den nach­stehenden Wortlaiit erhält:Der Wohnungsgeldzuschuß wird nach dem Durchschnittssatze für die Servistlassen IIV in Anrechnung gebracht." Veranlassung dazu hat der Um­stand gegeben, daß durch das Reichsgesetz vom 17. Juli 1902 die in ihrem jeweiligen Stand auch für die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die preußischen Beamten maßgebende Klasseneinteilung der Orte insofern eine ein­schneidende Aenderung erfahren hat, als nach Beseitigung der Servisklaffe V aus dem Servistarif die bis dahin unter diese Klasse fallenden Ortschaften vom 1. April 1902 ab der Servisklaffe IV eingereiht worden sind. Zur Gleichstellung der hessischen Beamten mit den preußischen Beamten der Gemeinschaft mußte dem Gesetz rückwirkende Kraft vom 1. Oktober 1902 ab beigelegt werden.

Mainz, 22. August. Die Feierabendstunde in denAnimierkneipen hat, wie vorauszusehen war, bereits zu einer Menge Anzeigen solcher Wirte geführt, die um 11 Uhr ihre Lokale nicht schlossen. Es ist sogar vorgekommen, daß Wirte ihre Gäste bei dem Feierabendbieten aufforderten, ruhig sitzen zu bleiben, sie würden für alles einstehen. Auf der anderen Seite treibt das Denunziantentum üppige Früchte, und fortgesetzt laufen von Wirten Anzeigen gegen Kollegen ein, die nicht auf die Liste der Animierkneipen gesetzt worden sind. In einem Laden in der Nähe des Bahnhofes machte sich vorgestern ein auffallend kleiner Mensch lange zu schaffen, ohne jedoch etwas zu kaufen. Als er endlich fort war, merkte der Geschäftsinhaber, daß ihm aus der Ladenkaffe nahezu 100 Mark fehlten, die nur gestohlen sein konnten. Die hier­von benachrichtigte Kriminalpolizei vermutete in dem genau beschriebenen Dieb einen gefährlichen, wiederholt mit Zucht­haus vorbestraften Bäckerburschen, namens Heldenberg, der erst vor wenigen Tagen aus Frankfutt ausgewiesen worden war. Man erwischte ihn auch im Laufe des gestrigen Tages. Er hatte sich einen neuen Anzug gekauft und sich auch sonst fein herausgeputzt. Rach seiner Verhaftung gestand Helden- berg ein, das Geld aus der Kasse des Geschäftes am Bahn­hofe gestohlen und sich dafür die neuen Sachen gekauft zu haben. Seinaltes Zeug" wollte er bereits mit der Post fortgeschickt haben. Die Kriminalpolizei ermittelte jedoch sehr bald dasalte Zeug" und zwang den Burschen, sich um­zuziehen. Bei dieser Gelegenheit fand man auch eine Taschen­uhr bei ihm, die er vor einigen Tagen bei einem Einbruch einem Bäcker gestohlen hatte. Der Unverbesserliche kam dann in das Untersuchungsgefängnis. (Rk. Tgbl.) Gegen zwei katholische Geistliche ist eine strafrechtliche Untersuchung wegen Körperverletzung Ueberschreitung desZüchtigungs- rechtes bei Schulkindern während des Religionsunterrichts eingeleitet worden.

Kunst und Wissenschaft.

Geestemünde, 23. Aug. Tas Entsatzschiff für die N o r d e n s k j ö l d's ch e S ü d p o l a r-Ex p e d i l i o n,Frithjof", ist heute hier eingetroffen.

Havre, 23. Aug. Das SchiffFraneais", welches die Südpol-Expedition Eharcots mit sich führt, ist heure vormittag abgegangen.

Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern wird der Enthüllung des Richard Wagner-Denkmals in Berlin nicht beiwohnen. Wie er einem Alitarbeiter desLok.- Anz." erklärte, habe er die ihrn angebotene Ehrenstellung in der Voraussetzung angenommen, daß die Familie Wagner die Berliner Denkmalsieier sanktioniert habe. Ties sei nun ebensowenig der Fall wie die angekündigte Mitwirkung des Münchener Hoforchesters. Im übrigen habe er gehört, daß auch der Kaiser vermutlich nicht bei der Feier anwesend, sondern durch ein Mitglied des Kaiser­hauses vertreten sein werde.

Großherzog empfingen am 22. August den ordentlichen Professor Heimburger von der Landes-Universität Gießen.

**Dic evangelische Landessynode wird dem Vernehmen nach noch im Laufe des Herbstes einberufen werden. Der Zusammentritt erfolgt aber nicht vor der zweiten Oktoberwoche. Die Sitzungen werden voraussichtlich eine Reihe von Tagen in Anspruch nehmen.

Bad Nauheim, 23. August. Folgende Unterhalt­ungen finden in dieser Woche statt: Dienstag, (Feier des Allerhöchsten Namensfestes Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs) nachmittags und abends Konzett der Kurkapelle. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung auf der Terrasse und kurz nach 9 Uhr Feuerwerk nebst Parkbeleuchtung. Von 8 bis 10 x/2 Uhr im Saale Tanz. Mittwoch, nachmittags und abends Konzert der Kapelle des Thüring. Ulanen-Regts Nr. 6 aus Hanau. Abends von 89 1/2 Uhr im Saale Symphonie- Konzert der Kurkapelle. Donnerstag, nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends: Erstes Gastspiel des Herrn Franz Ludwig vom Schauspielhaus in Frankfurt a. M. Das Glück im Winkel". Freitag, nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle. Abends Strauß-Konzert. Samstag, nachmittags und abends ^lonzett der Kurkapelle.

Sport.

m ,Berlin, 23. August. Radrennen in Friedenau, ©roiser Vrets von Berlin über 100 Km. mit Molorschrittmacbern - Erster Robl (Alllnchen,, 1 Stunde 25 Min. 14/, Lek Zweiter Xickentrnann (Amsterdam), Dritter Kaeser (Waldshut)' Vierter Coutenet (Paris', Fünfter Goerriemann (Berlin), Letzier Rnser (Bern). Es waren ungefähr 15 000 Zuschauer anwesend.

Arbeiterbewegung.

Krim mi tschau, 22. Aug. Seit heute früh ist hier der G e n e r al streik ansgebrochen. In 52 Webereie.i, 26 Spinnereien erneu Trikotagensabrik, zwei Gerbereien und zwei vülsenfabriken stockt der Betrieb. Es streiken un ganzen 7500 F^brikmbetter- hierzu kommen noch 1500 Hausarbeiter, sodaß also etwa 9000 Ar^ beitev seit dem heutigen Tage beschäftigungslos sind D?e Arbeiür- schäft hat durch diese Wendung cme« wöchentlichen "obnanssall von zirka 78 000 Alk. - Von den gestern abgebnltmien hin öffent- lachen .Versammlungen der Textilarbeiter wurden drei voli-eilich aulgelost. Dieserhalb hat die Lohnkommission '^noch^ in i gangenen Nach: em Flugblatt herausgeqeben, in ttUchom ft hns i, tii11na a11Äini'ifr x, en Ocil) al takt bezeichnet

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