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24.2.1903 Erstes Blatt
 
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Diese und andere n Schaltern, dach war Jd) die Ansammlungen chgelossen. BisSonn- 1280 000 Kronen nutet, hat die Polizei i|ii, Mislovec, wegen chigendcn Nachncht zu

Wie die höchsten Herr- nal aktueller in der Ztg." geschildert. Man igentlid); Sic md 6i.

Sie ist kaum mittel« besonders die Hüften st fast gar keine Spur.

bis zum Nahtplatzen t. Der Hals ist kurz :! Eigentlich sieht man n Paar kohlschwarzer, trugen. Tiöo, Lchpso, gen bejefjen. Db hem r Augen vergißt man, rgrotz, die Me * MeSend M. Mseugegend hurLeüc langst vollendete Groß« htssaibe ein fahles @c- rtelgrau ist, und hab eigen Fäden durchzogen chen, daß wir dieses in itz dennoch sympathci 1 ic tut das fortwährend, b Preziosität, und ml timme fW. I*

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Nr. 46

Eriche,»! täglich äuge» ©onniag*.

Den» Gietzener Anzeiger werden im Wechsel mit den, Ktsflschev tandwltt bie Siehener Kamillen» blätter viermal m der Woche beigelegt.

NoiattonSdruct u. Ver­lag de» V r 2 h l'lchen Univers.-Buch-ubiein» btudeiei (Aietich Lideni

Vtedaknon, Lxoedllto» und Drudeiet.

Echulftratze 7.

«dielte rüx Deoelchent Anzeiger Mtetze».

ArrnivrrcdunicktutzNx 51.

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Dienstag 24. Februar 1903

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger w

Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

einoMteili moiiütbcb 76151., eirrtfl» lädklxch DU 2.2U, du.ch Adhole» u ?tivngfirllcn monafhdi 60 15t. durch öieUoü Alk 2. otrnel» läbil aurlchl Veltellg. Annahme von Anzeige» » öit Tageontinnner bi« ootmuiag« 10 Uhr, tifiltnpici« lokal l2151, a«4ivüite 20 151g.

(5t »am i»e»thd)i tO» den polu u öligem, xeil V timfo für »Liadi und l'anö* und .Geiichl»taat' Curt Plato,, den A n- Aftnentftl k>an« Veck.

Volilische Tagesschau.

Sill diplomatisches Interview.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: ImBert. Tagebl." wurde am 16. Februar ein Bericht über eine Unterredung mit dem diplomatischen Vertreter des Reiches in Washington, Speck von Stern bürg, veröffentlicht. Einzelne Wendungen, die in diesem Bericht von Sternburg in den Mund gelegt wurden, erregten in der deutschen Presse Befremden und gaben zu Zweifeln Anlaß, ob die Äußerungen des Gesandten von dem Berichterstatter wort­getreu oder auch nur sinngemäß festgehalten waren. Nach der amtlichen Erklärung Sternburgö waren diese Zweifel gerechtfertigt. Der Gesandte machte seine Mitteilung nicht unter vier Augen dem Berichterstatter desTageblattes", sondern in Gegenwart mehrerer amerikanischer Prcßver- treter. In keinem der von diesen Herren ihren Blättern übermittelten Berichte fanden sich die beanstandeten Wen­dungen in der vomTageblatt" gebrachten Form. Ins­besondere ist cs dem Gesandten nicht in den Sinn gekommen, eine Anordnung des Fürsten Bismarck als antiquiert zu bezeichnen.

Man erinnert sich, daß in dem von uns seinerzeit be­sprochenen Interview, wie es dasBert. Tgbl." wiedergab, geradezu enthusiastische Urteile über die Vereinigten Staaten und deren leitende Männer enthalten waren. Wir hatten damals sogleich den Vorbehalt gemacht, d a ß der Bericht zutreffend sei. Das Befremden bezog sich keineswegs auf einzelne Wendungen", sondern darauf, daß der deutsche Geschäftsträger, kaum an dem Ort seiner Bestimmung an» gelangt, ein schier unbegrenztes Vertrauen zur amerikani­schen Politik aussprach und eine ungewöhnliche Fülle freundschaftlicher Gesinnungen an den Tag legre, was zumal aus dem Munde eines Diplomaten überraschen muhte. Wenn einzelne Wendungen nicht korrekt wiedcrgegcben sein sollen von dem deutschen Vertreter der Presse, so ändert das bcd> nicht viel an dem Eindruck, den die Veröfsent« lichung der Unterredung machte. Dieser Eindruck allzu lebhaften Entgegenkommens gegenüber den Vereinigten Staaten, die im Venezuela-Konflikt nicht gerade Freund­schaftsbeweise gegeben hatten, war das Ergebnis des Be­richts im ganzen. Es wird sich bald Gelegenheit finden, die Mitteilungen der amerikanischen Zeitungen über die Unterredung kennen zu lernen und darnach ein genaueres Urteil zu gewinnen, wie sich der deutsche Geschäftsträger in Washington seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ausgesprochen hat. Wir möchten annehmen, daß im Ber­liner Auswärtigen Amt die Unterredung an sich, nicht sehr opportun erschienen ist.

Der Bund der Landwirte

will nicht dulden, daß in den preuß. KreisMttern der Bund angegriffen wird. Die Korrespondenz des Bundes fühlt sich arg beschwert durch einen Artikel, der in den längsten Tagen in verschiedenen Kreisblättern stand, und überaus schwere Angriffe gegen den Bund der Landwirte anläßlich seiner lebten Generalversammlung" richtete. Gegen solcheunerhörte Treisttgkeit der Chefredakteure der Krersblätter" schreibt die Bundes-Korrespondenz:

Aus dieser Tatsache muß der Bund der Landwirte angesichts der bevorstehenden Wahlen seine Konsequenzen ziehen. Er darf nicht dulden, daß in den Kreisblattern gegen den Bund und damit gegen die st ä r k st e st a a t s - erhaltende Macht gehetzt wird. Welcher Art die Konsequenzen sein müssen, wird weiterer Erwägung Vorbehalten bleiben. Sicher werden sie für die Lreis- blütter nicht angenehm fein, das möchten wir den Herren zur freundlichen Beachtung anheimgeben."

Sehr nett ist die Art, wie sich die Bundeskorrespon­denz mit dem fraglichen Anathema gegen den Bund aus- emandersetzt. Das Bundesorgan schreibt zu dem frag­lichen Kreisblattartikel:

Dabei wird die rhetorische Frage erhoben:Ist es konservativ, wenn man den Ministern des Kaisers die Verttauenswürdigkeit abspricht?" Ter Hintermann der Kreisblätter scheint also der Meinung zu sein, daß der konservative Mann unbedingt und unter allen Umstän­den Verttauen au den Ministern haben müsse. Dieser Standpuntt ist so töricht, daß kein Wort darüber zu ver­lieren ist. Wenn das unbedingte Vertrauen zu den je­weiligen Ministern das Kennzeichen des Konservativis­mus wäre, dann wäre wohl außer den Geheimräten und einigen offiziösen Journalisten kein Mensch konser­vativ. Weiß denn der Hintermann der Kreisblätter nicht, daß führende konservative Parlamentarier, die der so­genannten gemäßigten Richtung angehören, fd^on mehr­fach im Reichstage und in der Presse betont haben, daß sie zu diesem oder jenem Minister kein Vertrauen mehr hätten? Erinnert er sich nicht der bekannten trefflichen Etatsrede des Grafen Limburg-Stirum im letzten Jahre der Kanzlerschaft des Fürsten Hohenlohe? Und weiß er nicht, daß der Abg. v. Kröcher, den er be­sonders lobt, ausdrücklich in den letzten Tagen erklärt hat, er habe ebensowenig Vertrauen zu der Regierung wie der Abg. Dr. Hahn?"

In der Tat ist der Gouvernenlentalismus fand Phrase, der seit der Deklarantenzeit wieder von den Konservativen Besitz genommen hatte, seit den Tagen Caprivis allmählich aus dem politischen Glaubensbekenntnis Der Rechten eli­miniert worden. Sie sagen der Regierung, wenn sic ihnen nicht gefällt, ebenso gut und in der Regel noch derber chre Meinung als die Vertreter der Linken. Daß der Urheber dieser Abkehr vom GouvernementalismuS in den Reihen der Konservativen der Bund der Landwirte ist, das verschweigt die Bundeskorrespvndenz.

Kürzere Sessionen?

Unser Berliner Parlamentärischer Mitarbeiter schreibt unterm 23. Februar:

Ter Reichstag ist zur letzten Session der laufenden Legislaturperiode bekanntlich Mitte Oktober vorigen Jahres einberufen worden. Ta nun der Schluß der Session bereits auf Anfang April festgesetzt, und der Termin für die Neuwahlen voraussichtlich in die erste Hälfte des Juni gelegt wird, so könnte das zur Annahme führen, die Regierung beabsichtige, den neuen Reichstag ent­sprechend zeitig, etwa wiederum im Oktober, einzuberufen. In untenidjleten Kreisen neigt man dieser Annahme nicht zu, glaubt vielmehr, daß erst der November den neuen Reichstag versammelt sehen werde. Es wird diese An­schauung begründet mit dem Hinweis auf die vom Grafen Bülow wiederholt geäußerte Absicht, auf eine Verkürzung der Sessionen des Parlaments hinzuarbeiten. Tie Re­gierung kann allerdings das ihrige dazu tun, indem sie das vom Reichstag zu bearheitenoe gesetzgeberische Ma­terial möglichst beschränkt, und eine Verkürzung der Sessionen liegt auch im Interesse der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit des diätenlosen Parlaments. Ob aber gerade die nächsten, langwierige Sümpfe um die neuen Handelsverträge bringenden Sessionen fid> ab kürzen lassen, erscheint zweifelhaft.

Einige KimerLungeu über alles und neu»s ehe­liches Külerrecht, zu Nutz und Arommerr der eZeute, welche -«traten wollen.

Von einem hessischen GerichtSmann.

HL

Tie im vorigen Artikel begonnene Darstellung der vor 1900 in Oberhesten in Geltung gewesenen Ehelid-en Güter- Rechte ist um deswillen von Interesse, weil die zurzeit bestehenden, vor 19OU geschlossenen Eyen im wesentlichen unter dem nämlichen ehelichen Güterrecht verbleiben, unter

dessen Herrschaii sie euigegangen wurden; und Du je Ehen werden wohl noch bie zwei ersten Jahrzehnte, bis 1U2O. und Daruuer hinaus, in aktueller Wirkung sein.

Tas ehelia-e Guterrecht wurde vor i9uU regelmäßig durch das eqie Domizil Der Eheiente festgelegt; Die Geb- lungsgebiete aber lagen in buntem Turu-einander, wie folgendes Beispiel zeige: Die Burg FrieDoerg hatte Solmser ilanDredjt, Die Stadt Friedberg hatte (als ehemalige freie Reichsstadt) das gemeine Reichsrecht, die katholische An­siedelung, Vorstadt am Burgberg, hatte Rtamzer Land- recht, sodaß also Leute, die nicht hundert Schritte von einander wohnten, dreierlei eheliches Güterrecht hatten. Ta nun diese ehelichen Güterred)te hinsichtlich der Haftung der Eh.frauen für die während der Ehe gemachten F-amilien- schulden verschiedene Bestimmungen enthielten, so ergab sich, daß bei einem Konkurs des in der Burg wohnenden Ehemanns die Frau mit ihrem Vermögen für die halben Schulen haftete, während die Frau des im ersten Hause außerhalb auf der Breitenstraße wohnenden nicht für einen Pfennig auszukommcn hatte; nadj dem Mainzer Landrecht haftete die Frau für ein Drittel mit ihrem Vermögen.

Es bestanden in Oberhessen hauptsächlich drei Rechts­gebiete hinsidstlich des ehelichen Güterrechts, abgesehen von einigen kleineren Abweichungen, nämlich

das Gebiet des Solmser Landrechts,

das fuldische Recht,

das gemeine Recht, verbessert durch die hessische Ver­ordnung vom 2. März 1795.

Tas Solmser Landrecht galt bis 1900 im Gebiet der Standesherren Solms-Laubach und Solms-Lich, in der Durggrafschaft Friedberg, in der StandeSherrschaft Isen­burg, der Grafschaft Hanau, Grafsd)aft Stolberg, Gedern, Ortenberg, Butzbad)- Nauheim, Reichelsheim rc., umfaßte somit ein Gebiet von etwa 100 000 Menschen in der Pro­vinz Oberhessen; außerdem galt es aber auch in ganz Nassau, der Stadt Frankfurt, und einem Teil von Kur- hessen.

Tas fuldische Recht galt im Schlitzerland und der Stadt Herbstein, etwa für 10000 Menschen der Provinz Ober­hessen.

Ter Rest der Provinz hatte gemeines Recht, modi­fiziert durch die Verordnung von 1795; zu diesem Rechts­gebiet gehört u. a. die Stadt Gießen; insgesamt etwa 120 000 Menschen. Tiese Verordnung von 1795 bestimmte, daß die Ehefrau an der Errungenschaft,was durch eheliche Kolla­boration erobert wird", zur Hälfte anteilsberechtigt ist; dadurch wird ein vom gemeinrechtlichen Kotalsystem durchaus verschiedener wirtschaftlid)er Standpuntt ge- fdjaffen und Der Ehefrau diejenige Stellung zugewiesen. Die ihrer Tätigkeit zukommt.

Tas Solmser LanDrecht statuiert gleichfalls das Anteil- recht zur Hälfte an der Errungenschaft für die Ehefrau: außerdem aber wird durch dasselbe der im zweiten Ar­tikel bereits besprochene Beiseß, also ein nach Auflösung Der Ehe durch Tod platzgreifendes statutarisches Erbrecht begründet.

Das fuldische Recht Dagegen hat eine ganz andere Kon­struktion des ehelid)en Güterrechts: das Vermögen beider Ehegatten wird nämlich durch die Ehe in eine einheitliche Gesamtmasse verwandelt, an welcher jedem Ehegatten die Hälfte zusteht, ohne daß es darauf ankommt, von welcher Seite und in welchem Betrag das Vermögen eingebracht wurde.

Wir müssen uns hier auf die vorstehende Charakteri­sierung der älteren obarhessischen Güterrechte beschränken und können auf weitere Eigentümlichkeiten derselben, die Dcrjdjicbenartige Schuldenbelastung, die Rechtslage gegen­über den Kindern bei beerbter Ehe, die Auseinandersetzung u. s. w., nicht eingehen. Die obige Darstellung aber war unerläßlich, weil die zum Verständnis der Güterrechtsforma- tionen des B G.-D. wesentlich ist und weil der Rechts­

FcuMcton.

Hugo Wolf 7. Hugo Wolf ist am 22. d. M. in Der Landesirrenanstalt bei Wien gestorben. Der Komponist Hugo Wolf war 1860 in Steiermark geboren. Fünf Jahre alt, erlernte er vom Vater das Klavier- und Orgel,piel; Dann ün Konvikt des Denedittinerstifts St. Paul in Karnthen auch die Orgel. Anfangs der achtziger Jahre kam er nach Wien und wurde Schüler des Konservatoriums. Ein Jahr hielt er es dort aus; dann folgte er dem eigenen Wege seiner Natur. Vier Jahre schrieb der junge Musiker Kri­tiken für eine Wiener Zeitung. Sein Urteil sprach vom Uederwundenen und eröffnete eine neue weite Welt; seine Produktion hatte sie gefunden. Don 1888 an gab er sich nur noch seinem Schassen hin; eine fertige Persönlichkeit trat er in Die Öffentlichkeit und in den Kampf mit ihr. Heute ist dieser Kampf fast ausgefochten und das Wort, das Wolf zuuiWagner des Lieds" stempelt, hat seine per» hältnismägige Geltung. Hugo Wolf hat über 200 Lieder veröffentlicht, von Goethe 53, von Möricke 55 Gedichte in Musik gesetzt. Zu feinen wertvollsten Gesängen gehören bie Gielen aus Dem italienischen und spanischen Lieder­buch von Heyse und GeibeL Dann hat er Chorwerke mit Orchester geschrieben,bie Christnacht" von Platen,- rideSFeuerreiter", eine geniale Arbeit, bas &fenlieb aus ShakespearesSommernach^traurn". Zu biesen wenigen Taten mag gesagt sein, wie Wolf als Lyriker zuerst auf bas Licb oie Wagnerschen Sillprinzipien übertrug, an­der Wortbettamation die Melodie gewann, die Begleitung oft mehr zu orchestraler als klavieristischer Gestatrung er­hob und wie er immer bie Stimmung mit bichterischer

Sicherheit trifft und charakteristisch erschöpft. Die Kunst bicses Liebs in weitere Kreise zu tragen, hatten sich um ben Komponisten Freunbe und Verstehende zu denHugo Wolf-Vereinen" geschart. Als sich Unverständnis und Ge­hässigkeit aller Orten gegen ihn wandte, wich Wolf mit keinem Schritt; aber feine schwache Natur unterlag und als das Werk des Meisters endlich siegreich ertönte, lag jein Geist gebrochen, in dumpfer Hast. Vorzeitig war die Dahn geendet, die sich noch auf die Oper ausochncn sollte. 9hir Wolfs(Sortegibst" ist 1896 auf die Bühne gelangt

Friedrich Grützmacher j. Wie ein Telegramm auS Dresden meldet, ist dort am Montag ftüh Der be­kannte Violoncellist Professor Friedrich Grützmacher ge- swrben. Grützmacher, Der 1832 in Dessau geooren wuroe, war zuerst als Cellist im Leipziger Theater- und Gewand­hausorchester tätig und als Lchrer am dortigen Konser­vatorium. 1860 wurde er als erster Cellist in das Dresdener Hofvrchester berufen, dem er bis zu seinem Lebensende als eines feiner hervorragendsten Mitglieder angrhörre. Grütz­macher, der im Lause Der Jahre vorn König von Sachsen zum ttonzertmeifter, Kammervirtuos und Hvf^at ernannt wurde, hat sich auch als proouttiver Musiker betätigt und neben mehreren g-schmauvi lttn Kornpo.iiionen für Cello verschtt- Dene Orche^er- und Kammermusikstüde verfaßt

Frankfurter Theater. Aus Frankfurt a. M. schreibt man: In der Tannhäuser- Vorstellung am Samstag gastier.^ Herr H. Jessen oom Staotth^aier in Graz auf Engagement als Wolfram, Herr Jessen sott Herrn Breitenseid ersetzen; es sei vorweg |d>on erwähnt, daß das völlig ausgeschlossen ist Seiner Stunme, die ziemttd)

schwach ist, fehlt Der Schmelz, sie vermag beim Forcieren nicht zu tragen und reicht für unser großes Haus nicht aus. Das Spiel kam aus dem Konventionellen nicht heraus und verrät ben Anfänger. Die stimmliche Entgleisung zu Beginn bes britten Aktes wollen wir dem Gaste gern verzeihen, denn so etwas ist bei Gastspielen auf Engagement immer möglich. Neben Herrn Forchhammer in der Tilelpartie hatte Herr Jessen aber auch einen schweren Stand, denn unser Heldenienor Darf diese Leistung getrost zu einer seiner glänzendsten zählen, bie wohi nicht so leicht überboten werden kann. Das Publiium schien einen Teil des Bei­falls auch dem Gaste zu spendcn. Von Interesse ist, daß dieser Tannhäuser-Aufsührung Siegfried Wagner bei­wohnte, der nad) Frankfurt gekommen war, um Herrn Forchhammer in dieser Rotte kennen zu lernen. Jung- Siegfried soll sich der Theaterlcttung gegenüber höchst an- erf.nnenb über bie Aufführung ausgesprochen uno bemerkt haben, baß die hiesigen rannhäu,cr-i.ufsührungen große oorischritte gemacht hätten. Um noch einmal auf die Ba- ritonfrage zurückzukomm.n, ist. es uns einfad) rätselhaft, warum Die vielen Gäste hier austreten, da Herr Breitenseld, unser ausgezeidsneter Da^tton, gar nicht geneigt ist, von hier fortzugehen. Da er mcht g.h.n will, muß man unwill­kürlich annehmen, daß er g.hen soll. Gründe künstleri­scher Natur sind ab^r nicht vorhanden, dir eine Entlassung oes Herrn Brettens.Id rechtfert.gten, und so bleibt nur sehr zu wünschen, baß Die Jntenoan^ fich der Ansicht von Publi­kum und Kritik nicht verschließt, Die dahin geht, daß Herr Breit.nscld eine sc.>tz^iswerte Kraft ist, die unter allen Umständen für Frank,urt zu erhalten ist.