Ausgabe 
24.2.1903 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ruder des Gemeinwesens von

Vermischtem

Die Ursache der

Die Prinzessin hat bereits

Nur etwas über vier 3 mit kundiger Hand da

starb gestern der Jakob Nover, es ihm vergönnt.

nommen und kann möglicher Weise schon Ostern d. I. voll­zogen werden. Auch steht die Erbauung eines neuen Schul­hauses mit zwei Klassensälen bevor.

Im preußischen Abgeord betenhause

begann am Montag die zweite Lesung des Eisenbahn- Etats. Minister Budde teilte mit, daß er bestimmt hoffe, dem Hause in allerkürzester Frist eine Nebenbahn-Vor­lage machen zu können. Es fehle noch die königliche Er­mächtigung zur Einbringung der Vorlage. Alsdann ent­wickelte der Minister sein Programm, dabei betonend, daß er nach den altbewährten Grundsätzen verfahren werde, die bisher für die Verwaltung der Eisenbahn maßgebend ge­wesen seien. Er werde Tag und Nacht bereit sein, so führte der Minister weiter aus, für die Wohlfahrt der Eisenbahn zu sorgen. Dagegen werde er aber auch aufs Strenste bedacht sein, jeden Angestellten oder Beamten zu be­seitigen, der sich an umstürzlerischen Bestrebungen beteiligt. Schließlich stellte der Minister noch einen even­tuellen Nachtragsetat in Aussicht, falls die geforderten Mittel für die Ergänzung des Wagenparks nicht ausreichen sollten. Hierauf nahmen die Abgeordneten der verschiedensten Parteien das Wort. Die Vertreter der Rechten erklärten sich hauptsächlich mit dem Vorgehen des Ministers gegen die Sozialdemokratie einverstanden.

Kirche und Schule.

Saarbrücken, 23. Febr. Die katholischen Pfarrer des Dekanats Saarbrücken haben in Angelegenheit des Trierer Schulstreites ein E r g e b e n h e i t s s ch r e i b e n an den Bischof Ko rum gerichtet. In demselben Hechtes, daß die Pfarrer von Saarbrücken mit Entrüstung und tiefem Bedauern Kenntniß genommen hätten von den schmä- lichen Verdächtigungen und Verunglimpfungen, mit denen Dr. Ko rum in den letzten Tagen überhäuft worden sei. Zum Schluß wird gesagt, für uns im Saarrevier war der Erlaß des Bischofs Korum ein frisches Wort zur rechten Zeit, weil manleider" auch hier jene Verhältnisse wie in Trier durch Gründung eines paritätischen Lehrerinnen- Seminars herbeiführen wolle.

Makedonien.

Eine Meldung aus Ueskueb besagt, daß am 19. ds. ini Bezirke Resvoischte ein Zusammen stoß mit einer gegen Setrumica marschierenden bulgarischen Bande statt­gefunden hat. Die Bande verlor sieben Tote. Beiden Leichnamen wurde Dynamit gefunden, welches wahr­scheinlich zur Zerstörung der Eisenbahnen bestimmt war.

Tie Pforte ließ das Memorandum Oesterreich-Ungarn und Rußland sofort übersetzen und legte es im Yildizpalaste vor. Eine Antwort wird für die nächsten Tage erwartet.

Das BlattGiornale d'Jtalia" giebl der italienischen Regierung den Rat, die Aktion Oesterreichs und Rußlands bei Seite zu lassen, und lieber der Türkei beizustchen, um von dieser besondere wirtschaftliche Zugeständnisse in Al­banien und Tripolis zu erlangen.

Parlamentarisches.

Berlin, 23. Febr. Dem Ab geordnet en Hause ging eine von den Nationalliberalen unterstützte 3 n t e r p e l l a t i o n der Abgg. Beumer, v. Eyuern, Schmie­ding und Wallbrecht zu, welche lautet: Sind die Vorarbeiten für den Bau eines Schiffahrtskanals vom Rhein zum Dortmund-Ems-Kanal durch das Emschcrtal (als Teilstrecke des Rhein-Weser-Elbe-Kanals) soweit ab­geschlossen, daß die zu wählende Linienführung endgiltig fest- fteht? Ist die Staatsregierung für diesen Fall bereit, uni die abermalige, die wirtschaftlichen Interessen des dortigen Industriegebietes schädigende Verschiebung dieser Linie "zu vermeiden, alsbald, und wenn möglich noch in dieser Tagung, mit einer Kreditforderung an den Landtag hcranzutrefen, um den Grunderwerb für die projektierte Linie zu sichern? Der Abg. am Zehnhoff lZtr.), welcher in der heutigen Landtagssitzung während einer Rede von einem Unwohlsein befallen wurde, ist, wie gemeldet wird, nur leicht erkrankt. Er reiste heute nach Köln zurück.

Berlin, 23. Febr. Wie dieNordd. Allgem. Zig." hort, ist der Termin für die bevorstehenden Reichstags­wahlen noch nicht festgesetzt worden, da sich das Ende der Arbeiten des Reichstages noch nicht mit Bestimmtheit absehen läßt.

hre lang war

Bad-Nauheim, 23. Febr. Hier Seligen st ädter.germeister

suchte sich zu vergifte n. . ______

Nacht gebracht und ist bereits abgereist. Tat soll Eifersucht sein. T" "

hätten die Bücher keine Uebersicht über den Vermögensstand der Bank gewährt. Rechtsanwalt Gordon fragt, ob die Buchung für weitere Zeit die Uebersicht über den Ver­mögensstand der Bank vereitelte. Plaut antwortet: Nein. Bei dem Verkauf von 339 000 Mk. Obligationen ging die Zahlung am 6. Juni ein. Dieselbe wurde im Kassabuch unterm 6. Juni, im Kontokorrentbuch unterm 31. März gebucht. Tie Sachverständigen bezeichnen auch diese Bu­chung für unzulässig. Auf Befragen Gordons erklärt Plaut auch diese Buchung sei nicht geeignet gewesen, die Ucber- sicht über den Vermögens stand der Gesellschaft zu vereiteln.

Ferner kam der Verkauf ungarischer Obligationen zur Sprache, die in derselben Weise, wie bei den anderen Effekten vorgenommen war. Plaut bemerkt, diese Ge­schäfte seien von vornherein sämtlich korrekt und für die Leipziger Bank von Vorteil gewesen, denn diese erhielt dadurch Bargeld. Somit wurde die Sicherheit erhöht. Schlimmer sei es gewesen, daß sie immer mehr Gelder lieh. Exner erklärt, Schmidt erhielt nur so viel Geld, als Kredit eingeräumt war, und zwar immer nur in der Höhe der geleisteten Sicherheit. Die Erweiterung des Kredite hätte im Aufsichtsrat ausdrücklich beschlossen wer­den müssen. Aus die Ausführungen des Vorsitzenden, daß es Exners Pflicht war, sich mit allen Mitteln gegen diese Erhöhung des Kredits zu verwahren, erwidert Exner, so­bald Schmidt nachwies, daß er zur Wetterführung seiner Unternehmungen mehr Geld gebrauche, und außerdem die Sicherheit erhöhte, hätte die Erweiterung des Kredits nicht versagt werden können.

In der Nachmittagssitzung kam das Geschäft der So- ciete anonyme Ehimique Hemixem in Brüste! zur Sprache. Diese Gesellschaft verpflichtete sich, 5 Millionen Tochter­aktien der Trebergesellschaft zu 4 Millionen Francs käuf­lich zu erwerben und der Brüsseler Bank zu zahlen. Dafür garantierte die Trebergesellschaft der Brüsseler Gesell­schaft 10 Prozent Dividende. Die Leipziger Bank entlastete aua) die Trebergesellschaft um 4 Millionen Francs, obwohl sie noch keine Valuta erhalten hatte. Tie Hemixem-G^sell- schaft zog sich -aber sofort 2 Millionen Francs Treuhand­gelder ab und zahlte 2 Millionen an die Leipziger Bank. Letztere wurde aber dadurch Schuldnerin der Hemixem- Gesellschaft. Als der Konkurs der Leipziger Bank aus­brach, machte die Hemixem-Gesellschast auch ihre An­sprüche geltend. Sie handelte dabei, wie der Sachver- pändige Plaut bemerkte, nach den belgischen Gesetzen voll­ständig loyal.

Schließlich gelangt ein Brief Schmidts an Exner zur Verlesung, in dem Schmidt mitteilt, er werde wieder 21/2 Millionen Mark zur Dividendenverteilung brauchen. Die Trebergesellschaft habe bei verschiedenen Banken Guthaben von annähernd sechs Millionen und außer bei der Leip­ziger Bank keinerlei Verbindlichkeiten. Es sei begründete Aussicht vorhanden, daß die Tochtergesellschaften nächstens in volle Tätigkeit treten. Alsdann werde die Trebergesell­schaft die Leipziger Bank nicht mehr in Anspruch nehmen, sondern ihr sehr bald beträchtliche Zahlungen machen. Darauf wird die Verhandlung aus morgen vertagt.

die Eh e sch eidungsklag e eingeleitet und soll beab­sichtigen, sich mit einem österreichischen Grafen zu verheiraten.

Ucurfte Meldungen.

Origiiialdrahtmeldimgen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 23. Febr. Im Hauptpostamt der Heiligegeist- straße explodierte heute nachmittag ein Brief, der, wie festgestellt wurde, Kindcrpiftolenplättchen enthielt. Der die Stempelmaschine bedienende Ilnterbeamte wurde erheblich verletzt.

London, 23. Febr. Hier ivurde heute ein Blaubuch über die südosteuropäischen Angelegenheiten ausgegeben.

Caracas, 23. Febr. (Reuter.) Die Ausständigen erlitten bei Rio Schicko eine Niederlage.

eonniW to"

SSXj

** * Ä«

nitlgtr «W

-^rnlprtd^^L

ÄU ^ranzrebt

d°r 6tM te® & X Ichon von J Wfcm «"

üteyjjp vcn llll

unö bnrfhen?

u; net still?^ dern St nUnb ft

* Genf, 23. Febr. Lach en al hat eine Abschrift des Urteils im Ehescheidungs-Prozeß der P r i n z e s s i n erhalten, welche eine lange Begründung ent - hält. Er teilte dasselbe der Prinzessin mit Es ist nun ganz sicher, daß die Groß Herzogin von Toskana n i ch t n a ch L a M e t a i r i e kommt, dagegen ist möglich, daß eine Z u s a m inenf u 11 f t statt Und en wird, wenn die Prin­zessin einen neuen Aufenthaltsort gefunden hat.

Gerichtssaal.

Steinamanger, 23. Febr. Der Gerichtshof ver­urteilte den Privatier Georg S lieber, welcher den Ad­vokaten Geza Ermuszl 1 m Duell tötete, zu zw eiern h alb Jahren Ge sän gnis. Das Duell ist daraus entstanden, daß Stieb , r den Advokaten, der in einer Prozeßsache die Gegenpartei des Grafen Emerich Festetich vertrat, tätlich beleidigte.

Aus Stadt uni) Land.

^Tagesordnung fürdieSitzung der Stadt - verordneten-Versammlung, Donnerstag, den 26. Februar, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Karl Dorfeld zu Wiesech für die Marburgerstraße. 3. Herstellungen im Bürgermeisterei-Gebäude. 4. Anlage von Fußsteigen in der Landgrafenstraße. 5. Ausbau der Roonstraße; hier: Straßenauffüllung durch Weißbiüder- melfter Johannes Schäfer. 6. Gesuch der Adolf Deutscher Ehefrau wegen Errichtung eines Selterswasserhäuschens in der Frankfurterstraße. 7. Beitritt der Stadt zur Hessi­schen Vereinigung für Volkskunde. 8. Desgl. zur Mathil- denftiftung für Oberhessen. 9. Gesuch hiesiger Handels- gärtner, Gemüsehändler pp., die Zulassung auswärtiger Verkäufer auf dem Wochenmarkt betr. 11. Kokslieferung für die Provinzialsiechenanstalt. 12. Kündigung des Rohr- meisters Rettweiler. 13. Er w eitern n g der Straßen­beleuchtung. 14. Beschaffung von 2 Wandwinden für das Reinigerhaus im Gaswerk. 15. Herstellung eines Kleiderraumes und eines Arbeiterbades im Gas­werk. 16. Verschiedene Anschaffungen für das Elektrizitäts­werk. 17. Anschluß des Elektrizitätswerkes an das Gas­rohrnetz. 18. Kabelverlegung in der Schott- und Stein- straße. 19. Rechnung der Armenkasse für 1901/02. 20. Vor­anschlag der Armenkasse für 1903/04. 21. Gesuch des Wil­helm Petry um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 31 (Solmser Hof). 22. Gesuch des Ludwig Flamme um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenweg 5 (Deutsches Haus).

Konzert-Verein. 'Sonntag, den 1. März (Haupt­probe Samstag, 28. Febr.) Mit dem vorliegenden Sonntag schließt der Verein durch das 6. Konzert seine diesjährige Tätigkeit. Hatten sich die ersten fünf Konzerte namentlich durch hervorragende, teilweise sogar hochberühmte Solisten ausgezeichnet, so liegt beim 6. Konzert der Schwerpunkt in den orchestralen und choristischen Darbietungen, ohne die Bedeutung der vier Solisten hierdurch auch nur im geringsten unterschätzen zu wollen. Beethoven's Neunte Symphonie stellt an das Orchester ganz gewaltige Aus­gaben und zwar nicht blos in technischen Schwierigkeiten, sondern auch in der Klangfülle. Deshalb hat auch der Vorstand sich entschließen müssen, unsere tüchtige, einheimische Kapelle ganz umfassend zu verstärken, so daß diesmal Univers.-Musikdirektor Trautmann eine Schar zu befehligen hat, die ihm in Gießen noch nicht zur Verfügung gestellt war. Der oben angeführte Umstand ist wohl auch der Grund, weshalb Beethovens gewaltige Tonschöpfung seit 21 Jahren, die letzte Aufführung war unseres Wissens am 21. Febr. 1882, nicht wieder zu Gehör gebracht worden ist. Ein echtes Jubiläum feiert aber das zweite Werk, die Wa lpurgis- nacht" von Mendelssohn. 1853 am 15. Januar, also vor 50 Jahren, ist dieses Werk zum erstenmale in Gießen auf- geführt worden. In derWalpurgisnacht" tritt, bei aüer Wichtigkeit des Orchesters, der Chor und die Solisten in den Vordergrund. Freudig muß es anerkannt werden, daß auch bei letzteren, wie beim Orchester, keine falsche Sparsamkeit geübt wurde, sondern hervorragende Ver­treter verpflichtet wurden. So können wir denn zweifellos auf einen würdigen Schluß der Konzertsaison mit Sicherheit rechnen, und der Konzertverein wird sein 111. Jahr, ebenso mte er cs begann, mit Jugendfrische schließen.

ä. Annerod, 23. Febr. Die Schülerzahl an un- fercr cmllässigen Schule hat in den letzten Jahren stetig zu­genommen, sodaß sie jetzt auf über 90 gestiegen ist. Die Errichtung einer weiteren Klaffe ist deshalb in Aussicht ge-

Zlnisli den Bcrei unb tn< tob der W-V bchenM weite |ie velÄMinen, wenden, die in 11 spannten alneritc U Tie titel eines eng demzufolge aus indisu)e Geschvl Jamaica, der f fünft eines JW schiffe erwarte! ei dies ein Be mr alle Event Mahregeln eir

Ter unmi ltsch-westindifch stehende Annal amerikaniscken hat England i §db überlasse Monopol im v rechts an. Ll Union den en; derer Nationen können. Znde! von England läge also trc und Reast Erfolg behal hinaus, und schaffen, ist indischen Gcsl

In Jaina stigen LiiiW allen Diidjinng ti]>y onburad, - sie bilden t Zentrale Jamai vasis für ein Drescht der ist es dmgege Projekt des t Union hm fi wohl fehl, wo zende kommey an der Sonne sind teils rät po.litisclM un also das im; strategischer W im Ernstfälle dessen löeüölfe: )vnipaii)i|ieri. -ur Ännexion Republiken ha englischen Pech ni£W hinaus.

Unoeirrt t Monroe-Doetti ulaner, Lewer 5? ,auf Iama N" 1"« ran ^lchtlgeres zu JQüiöU|püren/ b "ung nach der

,n icöcr beliebigen Schriftart llnv Kanon» VÖ/iUlla iXfll lorte, sowie mit öirle.'n aller ftudentischeo 1 Vereinigungen, liefert zu müßigen Preise«

örühl'sche Uiiiversiläts-Sruüerei, Schutstraße Z

Trozeß tzrner.

Leipzig, 23. Februar.

In der heutigen Sitzung wurde zunächst der Verkauf von 882 000 Mark galizischer Tochteraktieu von der Leip­ziger Bank für Rechnung der Trebergesellschaft erörtert. Bankier Plaut bezeichnet das Geschäft für eine Schiebung, uni die Bilanz der Bant günstiger zu gestalten. Längere Erörterung veranlassen die verschiedenen Verläufe ungari­scher Tochterobligationen an Münchmaier u. Co. in Ham­burg und der Verlauf von Obligationen, welche die Bank in Verwahrung hatte, durch Vermittelung des Maklers Rothe in Hamburg. Das mit der Trebergesellschaft ab­geschlossene Geschäft wurde perfekt, sobald die Bank die Genehmigung erteilt, und sich zum Rückkauf verpflichtet hatte. Bankier Plaut erklärt, das Geschäft wäre korrekt gewesen, wenn die Bank am 28. März Münchmaier belastet . lun 31. März die Trebergesellschaft erkannt hätte. Allem aus einem Briefe von Gentzsch an die Trebergesell­schaft gehe hervor, baß die Trebergesellschaft am 8. Avril erkannt sei. Daraus entnehme er, daß das Geschäft er ft am 1. April gemacht sei. Dies sei eine Vordatierung, die ltlIDrEc^. HE?- Die Frage des Verteidigers Gordon, ob Die Bordatierung bewirken konnte, daß die Bücher der ^.ank keine Uebersicht über den Stand der Bank ge­wahrten, wird von Plaut verneint. Sachverständiger Süß- lmd vezeichner es als durchaus unzulässig, wenn bei einem abgeschlossenen Mouai noch Blätter freigelassen werden. Zeuge Buachaltcr Preßler bezeichnet die Rückdatierung, die m _ allen Bankgeschäften vorkomme, als zulässig. Auf des Vorsitzenden giebt Zeuge zu, daß auf An­ordnung Exners ofrmals mehrere Monate hindurch Konten vffen gelassen seien. Plaut hält eine Rückdatierung nur für unzulässig, wenn der Abschluß bereits gemacht sei. ^m weiteren Zerlaufe der Verhandlung kam der von der ~Lrebrge|eil| u;aft an Rudolf Lracl: Hamburg bewirkte Ver­kauf von 400000 Lire italienischer Obligationen zur Sprache, wobei dieselbe Rückdatierung stattsand Sach verständiger Plaut erklärt, wenn am" 31 März oder 1 'Ilpril der Konkurs der Leipziger Baut ausgebrochen roäre

Paris, 23. Febr. DerAiatin" berichtet aus Kairo. Die Prinzessin Tussun, Schwester des Khediven, Ver­ne wurde an Bord einer

Seligenstadt zu führen. Seit einiger Zeit herzleidend, suchte Nover hier Liederherftelluna. Zum Direktor des Großh. Kurorchesters wurde Musikdirektor Wilhelm Bruch, Leiter des Philharmonischen Orchesters in Nürnberg, ernannt.

f Mainz, 23. Febr. Ter Hauptteil der öffent lichen karnevalistisch u I rmlstaltungen, der fogenannte R 0 s e n m 0 ii t a g e < u g, hatte infolge außerordentlich . günstiger Witterung : . ;in w . oer einen kolossalen Fremden- zuzug hierher geführt. Schon die ersten Morgenzüge brachten aus aiLu Windrichtungen der Zuschauer in Masse, die sich gegen die Mittagsstunden so gemehrt hatten, daß stellenweise sich der Verehr in den Straßen staute. Frank- surr, Wiesoaoen, Darmstadt und das Rheingau bildete wie immer das Hauptlontingent der Fremden. Ter Zug, der sich, wie üblich, fast eine Stunde später als auf dem Pro­gramm vorgesehen, in äNnwgung setzte, umsaßte nicht we­niger als 50 Gruppen, unter denen sehr zah^eiche Musik- iorps vertreten waren, die neben den bunten Falben der verschiedenen Kostüme dem Umzug reiches L^ben ver­schafften. Ms besonders humoristisch seien von den Gruppen hervorgehoben:Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", dasNarrenschiff",Mainzer Trambahn", Hinterbliebene der Pferdebahu",Närrischer Reichstag", Empfang der 63er in Frauimot a. M.",Hebung des FremdenverkebrL",Aushebung des Brückengeldes nach Darnistädter Begriffen",Ball m Erefeld" uuo dasSchul­haus in Trakehuen". Letzteres war in Zorm eines Schweine- stalles dargestellt, der mck Stroh bedeckt war. Ter Empfang der 63er in Frankfurt zeigte den Eschenheimer Turm mit der Ariadne davor, mit dem Storch auf dem Turme. Die Aufhebung dcs Brückengeldes nach Darmstädter Begriffen war durch einen großen Kafsenschrank dargestellt, in welchem das Brückengeld, welches die Rheinhessen zahlen müssen, für Darmstädter Zwecke sorgfältig aufbewahrt wird. In dem närrischen Reichstag waren die bekannten Auf­tritte im Reichstag, in welchen der Abg. Ulrich eine große Nolle spielte, gelungen skizziert. Der Ball in Erefeld zeigt in dezenter Weise gewisse Vorgänge, welche sich vor kurzem in Erefeld zugetragen haben. Die Gruppe zur Hebung des Fremdenverkehrs charakterisierte gelungen die Bestrebungen eines Vereines hier, der schon'allerlei zur Hebung des Fremdenverkehrs versucht, aber bis jetzt noch nichts als die Vermehrung der Bedürfnishäuschen, der Schutzmannschaft, der OrgUmänner u. bergt erreicht hat. Der Zug, der auch sehr flotte Reitergruppen aufwies, brauchte zu dem Umzug nahezu zwei Stunden. Nach Be­endigung des Zuges fand ein Ansturm auf die Hotels und Wirtschaften statt, und obwohl hier an solchen durchaus kein Ni angel her rschr, mußte gar mancher lange suchen, bis er Unterkunft fand.

Frankfurt a. M., 23. Febr. Der Schriftgießer- streik von Frankfurt und Offenbach, welcher zehn Tage dauerte, ist nunmehr beendet, nachdem die Forderungen der Gehilfen bewilligt worden sind. Die Arbeit wird am nächsten Mittwoch wieder aufgenommen. Gestern erschoß sich der Kohlenhändler Peogolin. In Oberrad er­hängte sich der Schlächter Jean Drechsler. Heute früh erschoß sich die 2(rbeiterin Emilie Bender im Hause Fahrgasse 30. Der Buchdruckereibesitzer Hauser ist mit der Einlegerin Marie Fuchs verschwunden und hat seine zahlreiche Familie im Stich gelassen. Der Schneider­gehilfe Ehmann, der nach dem Besuch eines Maskenballes am Main spazieren ging, stürzte in den Fluß und ertrank.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In letzter Nacht brach in dem könig­lichen Kohlenbergwerk Will)elmshöhe. bei Kassel ein kolossaler Brand aus, welchem 50000 Zentner Braunkohlen zum Opfer fielen. Fast sämtliche Gebäulichkeiten dieses Werkes über der Erde wurden eingeäschert.