153. Jahrg
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen
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iiuncben. Ein Medi-inalratb hat die Berieselung mit Kalkmilch vor- gefcklagen, diese würde für eine einaige Gncke 16 000 M*. erfordern: fremdem bat sich die Zeche sofort dazu bereit erklärt. Man ersieht daraus, das; es den Zechen ritfit daraus an kommt, sich vor den finden zu drücken. Die westfälischen Gruben sind im lebten Jahre nrfammen 18 000 mal rehibirt worden. Auf iede Grube kommen 90 bis 100 Revisionen, jede Woche zwei. Da kann man doch
im Reichstage in dieser Beziehung ja gewiß reichlich versehen (ficiterfeit), aber auf je 10 von uns kommt doch noch kein Abort.
Abg. Singer (So-.s bezeichnet die Mittheilung, daß Anfrick Vorsitzender einer Filiale des K-'an^nwärter-V^rband-'S fei, als
für Abhilfe der ichlimmücn Mißstände gesorgt. Redner gebt darauf auf die Angriffe ein, die Dr. Müller-Sagan im Vorjahre gegen das Lichterfelder Krankenhaus und deren Leiter Professor Sckwe- ninger gerichtet hatte Im Auftrage des Dr. Müller, der am Er« scheinen verhindert sei. müfic er sagen, daß Dr. Müller kein Wort seiner vorjährigen Angriffe, die sich bcionders gegen die Diphtherie- bebandliing Dr SckN'eningers richteten, zurücknehmen könne. Bor Allem müßten dort strengere AbsaerrungSmaßregeln herrschen, damit es nicht wieder vorkäme, daß auf Gesunde die Diphtherie übertragen werde.
Abg. Antrick meint, daß Graf PosadowSkv fast Alles bestätigt habe, was er im Vorjahre gesagt hätte. Für eine kürzere ArbeitS- zeit und bessere Ausbildung der Wärter sei er natürlich auch; gerade, um dieS zu erreichen, habe er ja seine Beschwerden vorgetragen.
Dbg. Sachse fSo.a.) begründet die sozialdemokratische Resolu» ticn betreffend Maßnahmen gegen die Wurmkrankbeit. Er schildert die llnsauberkeit in den Gruben, die das llmsichgrcisen der Krankheit so sehr begünstige. Da finde man Waschzuber, die auSseben wie Sckwcincställe. Die Wurmkrankheit greife immer mehr um sich und nehme den Charakter einer gemeingefährlichen Seuche an. Da sei es doch kein unbilliges Verlangen, wenn man die Negierung auffordere, wissenschaftliche Kräfte mit der Erforschung der Krankheitsursachen und der zu ihrer Ausrottung nothwendigen hygienischen Maßregeln zu betrauen.
?lbg. Hilbck snat.-lib.s: Ick' stimme dem Abg. Sachse darin zu, daß die Wurwkrankheit in den letzten drei Jahren in Westfalen einen bedrohlichen Ilmfang angenommen hat. Woher es gekommen ist, daß die Anfangs vereinzelt aufnetretenc Krankheit zur Evidemie geworden ist, darüber haben die Aerzte noch nichts Definitive- auf« stellen können. Zwei ärztliche Autoriräten meinen, daß die neue Berieselung der Gruben daran schuld sei. Ich schlage vor. daß aus einer der verseuchten Gruben die Berieselung einmal verfuch-weise eingestellt wird, um die Haltbarkeit dieser Ansicht zu erproben. Man muß zunächst doch einmal wißen, wo die Ursache liegt. Die Annahme. daß österreichische oder unaarische Arbiter die Krankheit eingeschlevvi staben, scheint mir durchaus verfehlt. Was die Resolution betrifft, so gebe ich zu, daß nicht aen '"d wißen^chaftliche Kräfte zur Erforschung der Krankheit vorhandm sind. Der Vorschlag. diese aus RrichSmittcln xu stellen, gebt mir oster zu weit. Das können die Grubenverwaltunoen ganz gut selber leisten. U'brigens ist schon Manches für Bekämpfung der Krankbost getstan. So hat man aus manchen Gruben die hölzernen Abortkübel durch eiferne ersetzt, sowie die Zahl derselben vermehrt, fo daß auf je 10 Bergleute ein Kübel kommt DaS ist doch wostl flfnim. Wir sind
Pflegepersonal soll in Bezug auf die Leistungen völlig gleichgestellt werden. Tas wird aber erst geschehen, wenn die einzelnen Gemeinden von der Regierung gezwungen werden, eine Reform an Haupt und Gliedern vorzunehmen. An die Spitze auch der technischen Verwaltung muß ein Arzt gestellt werden, meinetwegen auch ein älterer Angestellter aus dem Pflegepersonal, nicht aber ein gewesener Feldwebel, der von Krankenpflege nichts versieht und in erster Linie darauf sieht, daß die Messingknöpfc an den Jacken der Wärter blank geputzt sind!
In den königlichen Krankenhäusern steht es nicht bester. Der Kultusminister hat betont, daß die Klagen übertrieben sind. Woher weih er das? Er hat sich offenbar auf seine Revisionsbeamten verlassen; und daß diese oft nicht sehen oder nicht sehen wollen, das werde ich in einem späteren Tsteile meiner Rede noch nachweisen. (Bei dieser Ankündigung, die Redner macht, nacktem er bereits zwei Stunden gesprochen, hört man ein vernehmliches Stöhnen auf denjenigen Bänken, auf denen sich vereinzelte Abgeordnete befinden. Man sieht hierauf mehrere derselben eilig den Ausgängen deS Saales zustreben.] Redner führt aus, es sei ein öffentliches Ge< steimniß, daß in den Irrenanstalten bei unS überall Mißhandlungen Vorkommen und bemerkt, daß, solange nicht daS System selbst geändert und die Ursachen beseitigt werden, ein Herumvfuschen an den Symptomen nichts Wesentliches zu ändern vermöge. Aber natürlich: hier wo es sich um die Arbeiter, wenn auch um die ganz hilflosen Arbeiter handelt, da ist kein Geld da! An Ihnen (nach rechts) liegt es. diese Verhältniste zu ändern. Ich werde, solange ich im Reichstag bin, nicht aufhören, diese Verhältniste immer wieder zur Svrache zu bringen.
Staatssekretär Graf Posndowsky: Ich kann die Aeuß^ming nicht unwidersprochen lasten, daß es ein öffentliches Geheimniß sei, daß in den Irrenanstalten Mißhandlungen Vorkommen. Ich kenne diese Verhältniste aus eigener Erfahrung, da unter meiner Verwaltung jahrelang Irrenhäuser bestanden haben. Es sind auch Fälle vorgekommen, wo Kranke mißhandelt wurden. Man darf nicht vergessen, daß es Kranke giebt, die jede Gelegenheit benutzen, um ihre Wärter zu maltraitirrn, ja sogar in lebensgefährlicher Weise gegen diese vergehen. Daß da ein Wärter sich einmal hinreißen läßt au einer Mißhandlung, daS ist — nicht entschuldbar, aber schließlich begreiflich. Die Verwaltung trifft nur dann eine Schuld, wenn sie den betreffenden Wärter nicht sofort entläßt. Unter meiner Verwaltung ist daS gesche^n. Man darf aus solchen AuSnabmefällen aber nicht allgemeine Schlüste ziehen. Im Allgemeinen kann man sagen: unsere Anstalten in Deutschland stehen auf einer hohen Stufe, und ich möchte im Interesse deS ärztlichen Standes nicht, daß eine Aeußerung, die geeignet ist, Beunruhigung hervorzurufen, unwider-
Vertrauen zur Beaufstchtigung haben. Da sind amten für die Wurmkrankheit nicht nothwendig. Alles geschehen zu ihrer Bekämpfung. Aber dazu keine Mittel zu bewilligen.
Preußischer Handelsminister Möller: Ich
werden.
Abg. Antrick (Soz.s nimmt Veranlassung, wieder hinzuweisen »uf die Mängel der Krankenhäuser. Es ist Klage geführt worden, daß von Seiten meiner Freunde so viel, so ost und so lange geredet wird. DaS geschieht doch aber nur, weil die Schäden, die wir immer wieder rügen, noch nicht beseitigt sind. Warum bringe ich in jedem Jahre diese Dinge hier zur Sprache? Weil mir kein anderes Mittel zu Gebote steht, um Abhilfe zu schaffen. Daß die Zahl der vorhandenen Krankenhäuser nicht ausreicht, dürfte als notorisch gelten. Wie oft werden nicht in Berlin Schwerkranke abgewiesen, weil kein Platz vorhanden ist! Noch schlimmer steht cs vor den Thoren Berlins! In Rirdorf und Lichtenberg giebt es überhaupt kein Krankenhaus. Für Ripdorf sind allerdings 50 Betten in dem Krankenhaus zu Britz reservirt, aber das ist doch nichts für eine Stadt von über 100 000 Einwohnern. In einem Barackenlager vor den Thoren Berlins findet ein ungehinderter Verkehr zwischen Prostituirien und Zuhältern statt. Besonders bedenklich sind die Zustände in Köln, die Einrichtungen sind so, daß sie bireft eine Gefahr für Leben und Gesundheit bilden. Hier muß die Regierung eingreifen. Im Augusta-Hospital in Köln giebt cs keine Instrumente und keinen Chirurgen, mich keine chirurgische Abtbeilung. Die Kranken, die overirt werden sollen, müsten eine halbe Stunde weit nach dem Bürgerbospital tranSporiiri werden, aber dort giebt es keine innere Abtbeilung. und für 490 Kranke giebt es nur einen Chirurgen da, der schon über 60 Jahre alt ist und eine große Privatpraris hat. Von allen größeren Städten hat keine Stadt einen solchen Mangel an Aerzten wie Köln.
Redner verliest einige Besckiwerdebriefc über die Zustände im Kölner Augusta-Hospital. ES hätten dort Kinder mit Scharlachkranken zusammengelegen und sich Ansteckungen geholt. Wenn man den langsamen Gang unserer Burcaukratie sehe, so muß man beinahe fürchten, daß es noch mehrerer Menschenopfer bedürfen wird, ehe Remedur geschaffen ist. Aehnlich liegen die Verhältniste im Elberfelder Krankenhause. Auch dort ist den mangelhaften Einrichtungen ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen. Auch in Berlin liegen die Sachen viel schlimmer, als nach den Reden der Herren vom Magistrat anzunehmen ist. Der im vorigen Jahre angeführte Fall, daß im Elisabeth-Krankenhause ein kleines Mädchen durch eine Infektion geschlechtskrank geworden ist, ist mittlerweile in der Antwort auf die Beschwerde des Vaters zugegeben worden: es ist festgestellt, daß die mangelhafte Aufsicht im Krankenhause daran schlud war. Geradezu himmelschreiend sind die Zustände in der Lungenheilanstalt Pitschorius im Harz. Es ist mittlerweile von der Regierung eine Untersuchung angestellt worden, die die schlimmsten Befürchtungen bestätigt hat. Personal war dort nickt genügend, so daß die armen Oriskrankenkassenvatienten die Hausmbeit verrichten mußten. Wäsche war auch nicht da, so daß cs auch oft vorkam, daß ein Kranker direkt ein Hemd anziehen mußte, das ein anderer Kranker eben abgelegt hatte. Allerdings hat die Regierung diesem Herrn die Konzession entzogen. Aber der Ehrenmann hat doch vierzehn volle Jahre hindurch sein scheußliches Handwerk treiben können. Ta sieht man, wie es mit der staatlichen Aufsicht bestellt ist! Von dem, was ich im Vorjahre über die königlichen Anstalten in Berlin gesagt habe, nehme ich nichts zurück, ich kann Alles, was ich gesagt habe, unter Beweis stellen, lieber die Ohrenklinik in Kiel ging mir eine anonyme Postkarte zu, ich reiste hin und sah, daß es dort noch viel schlimmer war. als die Karte sagte. So gab es dort gar keine Aborte, es wurden nur Blecheimer hingestellt, die von den minder Kranken herausgerragen werden mußten. Aerzte und Profesioren haben schon oft für Remedur sorgen wollen, haben es aber aus Mangel an Mitteln nicht thun können, denn für Kulturzwecke hat der preußische Staat fein Geld. Grauenhafte Zu stände sollen in der Privat- Jrrenanstalt von Dr. Edel in Charlottenburg herrschen. Dort ist so viel Ungeziefer, daß es kein Mensch aushalten kann. DaS ist auch der Regierung bekannt, denn eine Patientin schickte ihr mal das
hinfommen? Bezüglich der Erperimente mit Infektionskrankheiten hat der Kultusminister auf meine Veranlassung eine Revision vornehmen lasten. Es geht au§ derselben hervor, daß im ?lllge- mefnen unter den größten Vorsie>üsmaßre.geln gearbeitet wird, daß nur bei der Fortschasfung der Tbierkadaver, an denen die Versuche vorgenommen wurden, nicht korrekt verfahren ist. Auch da ist bereits Remedur geschaffen. (Abg. A n t r i ck : Nach meiner vorjährigen Rede!) Nein, vorher. Ich kann Herrn Antrick nur versichern, daß cs unmöglich ist, auf alle Details ein-uaehen, und daß ich überzeugt bin, daß der Kultusminister in allen Fällen das thun wird, was sein Amt erfordert und was seine Pflicht ist.
Abg. Schrader (freif. Dgg.j bemerkt, wenn auch wohl nicht Alles so wäre, wie es Herr Antrick darstellte, so würde sich dock wohl nicht leugnen lasten, daß noch Vieles in unserem Krankenhauswesen zu bestem sei. Vor Allem müßten die Revisionen häufiger und gründlicher vorgenommen werden. Nachdem das Reichsseuckengeseh erlösten sei, habe auch das Reich Veranlall'iig, hier cinzugreifen. Tas Hauptgewicht aber müsse auf eine bessere berufliche Ausbildung der Krankenpfleger gelegt werden, denn eine gute Pflege sei mindestens ebensoviel Werth wie eine gute ärztliche Behandlung. Es müßten deshalb Prüfungen für Krankenpfleger eingerichtet werden.
Abg. Hoffmann-Hall ssüdd. Dv.s tritt auch für eine bestere Ausbildung und eine Prüfung der Wörter ein. Tie Aerzte in den Krankenhäusern müßten auch bester bezahlt werden, jetzt würden die Aerzte fast immer auf PrivatvrariS angewiesen. Ueberhaupt sei jetzt der ärztliche Beruf durch die Krankenkasten-Gesetzgebung zu einem der unrentabelsten geworden, die es nur gäbe. DaS Krankenkasten-Gesetz sei ein Fluch für die Aerzte geworden und habe nur eine Proletarisirung deS Aerztestandes herbeigesührt.
Abg. Dr. Langerhans (freif. Vv.j meint, jeder Arzt werde schon von selbst dafür sorgen, daß fein Krankenwärterpersonal gut auSge- bildet sei. Die Berliner Anstalten seien durchweg nunteraittig. dies werde sogar vorn Ausland anerkannt. Für die Ausbildung der Schwestern bestehe jetzt schon ein Schwesternhaus, eine Prüfung werde nicht gefordert, dock würden nur die angestellt, die sich bewährt hätten. Tie Krankenschwestern würden ausreichend bezahlt und erhielten auch Pension. Auf AntrickS Angriffe könne er nicht eingeben. Für ganz unpassend und verfehlt müste er es aber erklären, wenn der Reichstag einen Beschluß darüber fasten wollte, wie viele Kranke von einem Arzt behandelt werden sollten. Daß in Berliner Krankenhäusern zeitweilig ein Mangel an Betten herrsche sei richtig, aber wenn e? sich um wirkliche Schwerkranke handle, würde jede Direktion doch Platz schäften. Schwer sei es, die Frage zu beantworten: Ja, wie viele Krankenhäuser soll man denn bauen? Tenn oft stände ein Drittel der Betten leer. Tie Auswahl der Krankenwärter solle man den Aerzten ' '-riasten. In Berlin bestehe ein Verein der Krankenwärter, denen Vorsitzender Herr Anttick sei, da bauche man sich über feine Informationen nicht zu Wundern, denn in diesem Verein gebe es viele nnrnfri-d-ne Elemente.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag-.
Di .Gießer tfamlllenblätter* werden dem Anzeiger v'erma wöchentlich beigelegt. Ter .Hesßsche £<möa>irtN erscheint monatlich einmal.
behandeln könne.
Abg. Lenzmann (freif. Vv 1 bebau'"ri -*§, baß bmife wieder die Reaierun'gsvcrtteter, bie am besten AuSluu't .rb-n kannten, fehlten. Mißstände im Kölner Krankenhaus seien V • auch bekannt gefror» i den, doch habe die Regierung schon einen Bericht gefordert und!
265. Sitzung vom 23. Februar.
1 Uhr. Das Haus ist sehr schwach besetzt.
Am BundesrathSttsch: Gras Posadowsky u. A.
Die zweite Berathung des Etats des R e i ch s a m t s Innern wird fortgesetzt beim Kapitel „Reichsgesundheitsamt".
Hierzu liegt eine Resolution der Sozialdemokraten Albrecht »nd Genosten vor, in der energische Maßnahmen gegen die W u r m- krankheit der Bergleute gefordert werden.
Die Abgg. Baumann (Str.) und Dr. Blankenborn (nat.-lib.) haben eine Resolution eingebracht, in der entsprechend einer früher angenommenen Reichstagsresolutton die Ueberwachung des Verkehrs mit NahrungS- und Genußmitteln nach einheitlichen Grundsätzen, sowie die Bestellung von besonderen Beamten hierfür gefordert
(Ergebnis einer Wanzenjagd in einer Nackt in einem Couvert zu. Dafür wurde die Frau vier Wochen in Jsolirhaft geschickt. Ter Raum ist dort so beschränkt, daß die Wärter auf den Korridoren schlafen müsten. Auch ortsarme Pattenten haben oft kein Bett. Wenn die Revisionen pftichtgemäß vorgenommen würden, könnte so etwas nickt pastiren. Aehnlich sollen die Verhältniste auch in der Maison de sante sein. Tie Hauptschuld trägt der Mangel an Personal und die schlechte Bezahlung der Wärter. Die Behandlung des Personals ist auch oft sehr schleckt, oft müsten sie im Keller schlafen und auf den Korridoren ihr Esten "~
nehmen. In Folge besten herrscht auch ein
währender Wechsel in dem Personal. ES wird ftteng daraus gesehen, daß diese Mißstände nicht ans Tageslicht kommen. So ist den Angestellten gedroht worden: Wenn einer von föhnen in eine Versammlung geht, in der der Antrick spricht, so fliegt er Hort auf die Straße! (Hört! hört!) Es scheint, als ob der ernste Wille zur Abstellung der Mißstänoe nickt vorhanden ist. ES ist eine ganze Literatur entstanden, gerade aus den Kreisen der Schwestern heraus, die die gleickcn Forderungen verttirt, wie ich. Frau von Scklichting ist in einem Arttkel energisch für Aufbesserung der Gehälter und Verminderung der Arbeitszeit einqetreten, im Unterere der Krankenpftegc. In gleichem Sinne äußert sich Dr. Unger, der in der Zeits^rift für Krankenpflege Angaben über die Sage des P-rsonals in i n Krankenhäusern Friedrickshain und Urban macht, die bic meinigen durcha'ts bestätigen. Das männliche
Parlamentarische Perhaiivlnnqen.
Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet.
Dnttsckier Reichstag.
zu wollen.
Auf eine weitere Bemerkung deS Abg. Sachse betont
M-nister Möller, daß zur Untersuckung der vorhandenen Fälle wm.-chtc«. .......- ........ ....... - ----- — von Wnrrnkrankh-it pcnügmbeS Ma-rial vorhanden sei.
ein Märchen. Keiner würbe im Reichstag einen Antrag Zellen, ein Nach kurzen B—'"V 'm der ?(r Hilbck (nat.-lib.s und Arzt darf nur so und so viele Kranke behandeln, aber ein Laie Täckse (Soz.) wird die W c i t e r b c r a t1 i; r. c auf Dienstag könne dock schon einsehen, daß ein Arzt unmöglich 600 Kranke i injr vertagt. ....... Schluß 6V» Uhr.
daß ich durch die Etatsberathuvg im Abgeordnetenhause verhindert gewesen bin, den letzten Verhandlungen in diesem Hause beizu- wohnen. Ich will daher jetzt nur mit einigen Worien auf die Anklagen des Abg. Sackse eingehen. Niemand kann tiefer bedauern als ick, daß die Krankheit einen solchen Umfang angenommen Hat. Glüöllicher Weise ist sie bisher auf daS westfälische Revier beschränkt geblieben. Ick bin mit dem Abg. Sackse der Meinung, baß in erster Linie die Arbeiter selbst dafür zu sorgen haben, daß die Krankhett bekämpft wird. Heber die Art der Bekämpfung sind die Aerzte freilich nickt einer Meinung. E§ stellen darüber die vorhandenen medizinischen Autoritäten eingehende Forschungen an. Im gegenwärtigen Augenblick halte ich daS Hinzutreten weiterer Autoritäten nickt für eine bringende^ Nothwendigkeit. Ich habe aber bereits angeordnet, daß in allernächster Zeit eine Kommission aus den betheifigten Restarts das Revier besuchen soll, um alle Vorsichtsmaßregeln zu fontrotiren. Ich muß bestreiten, daß die Verwalttmg nickt in genügendem Maße ihre Pflickt thut. Dieser Vorwurf ist gegenstandslos. Herr Sachse hat eben des besseren Effekts wegen bei feinen Vorwürfen manches fortgelafsen, waS die Sache in ein anderes Licht stellt.
Gegen den Vorschlag, die Berieselung einzustellen, haben wir bisher uns durchaus ablehnend gestellt. Wer jemals die Wirkung einer Kohlenstoffexplosion gesehen Hat, her wird daS nur billigem Gleichwohl werden wir jetzt einen Versuch nach der angegebenen Richtung machen. An den emstlichsten Bemühungen meinerseits wird es nicht fehlen. Ter Antrag Sachse ist aber überflüssig. Mittel sind reichlich vorhanden. Ein»r der Zeckendirektoren hat ausdrücklich betont, es käme auf das Geld gar nicht an: jede Zecke fei bereit, 100 000 Mark dazu zur Periügimg zu stellen. Ick möchte Hemm Sackse bitten, in der ihm nahestehenden Vreste daraus zu bringen, daß die Bergarbeiter die Gelegenheit, die Ercremente in den Aborten abzulagern, auch hemmen: es ist ein unerhörter Zu- stand, daß eine ganze Anzahl von Arbeitern in leichtfertiger Wette immer wieder die Aborte nickt benutzt und dadurck alle ihre Mitarbeiter in schwere Lebensgefahr g-bra^t habe. Zugleich bitte ich Sie, diele traurige Angelegenheit nicht für Wahlzwecke fruktifiziren
Dienstag, 24. Februar 1903
Eichener Anzeiger
sprocken ins Land binauSaeht.
SB» He fünfÜften Sttanen betrifft fo ton M im | U'mtU abHut'nidtttat.
wich auf diese Einzelheiten nicht mnlasten. Wo wurden wir dann I,.„s 4, m.a,
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