Ausgabe 
23.12.1903 Erstes Blatt
 
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in mancher Beziehung von Wert sein würde.

war. Es sei bedauerlich- daß oben im Vogelsberg entgegen den Bestimmungen des K'örgesetzes in einzelnen Gemein- ben außer dein Vogelsberger auch ein Simmentaler Bulle gehalten werde. Dieser Fehler rächt sich zwar nicht von heute aus morgen, aber in Jahren wird man es erleben, vaß die Rljider schlechter und schlechter werden und dan

a n sta l tun a in M ün ch e n 22 St ü ck Vogelsberger aus zu st eilen. H«err Klein erklärt weiter, daß ihm bei bia'ec Gelegenheit in Marburg auch besriebigenbe klärungen betreffs der Prämiierung auf der Gießener Ausstellung gegeben worden seien.

Oekonomierat Schlenke kommt auf die Bewegung im Kreise Wetzlar zurück, welche auch in unserer Provinz teil­weise Anhänger hat und die baljin geht, mit Simmentaler Vieh Kreuzungszucht zu treiben. Diese Art der Viehzucht sei entschiedeii verwerflich, da sie einen Mischmasch zeitigen werde, der den Viehzüchtern in der Folge zuin Unsegen gereichen muß. Er schildert, wie er Gelegenheit gehabt habe, kürzlich am Fuße des Hoherodskopses zu beobachten,

daß die Kreuzuiigstiere, welche er neben den Vogelsbergern auf dem Felde bei der Arbeit beobachten konnte, nicht nur aucb iiicht größer uud schwerer wareu als die roten Tiere, sondern daß bei einzelnen P war. Es sei bedauerlich- daß

des Vogelsberger Rindes erst wieder herausgezüchtet, tbib die Zuchthöse sind es heute noch, welche für eine gute Nachzucht besorgt sind; noch kann man sie nicht ent­behren, dies kann erst der Fall sein, wenn die Masse der Züchter eine größere ist, wenn die Zucht eine noch ausgedehntere inib dadurcu Ersatz geschaffen wird für das gute Zucytrnaterial, das wir brauchen und das tatsächlich heute nocy von den Zuchthöfen geliefert wird. Man be­gegnet vielfach auch der Meinung, daß das Ankören der Tiere unnötige Arbeit sei. Hiergegen muß aber ganz ent­schieden protestiert werden. Durch das Ankören des Zucht­materials wird dieses in den Augen des Käufers be­deutend wertvoller, als wenn dies nicht geschehe. Oekouo-

zu haben. Pächter Klein teilt in der Versammlung noch mit, daß der Vorstand der Herdbuch-Gesellschaften für das Vogelsberger Rind vor ea. 14 Tagen in Marburg ver­sammelt war und beschlossen hat, Die i m kommenden Jahre in Danzig abzuhaltende Ausstellung der d e u t s ch e n L a n d w i r t s ch a f t s g e s e l l s ch a s t mit Vogelsberger Vieh nicht zu"

unter die Vogelsberger Rasse in jeder Weile heruntersinken. Oekonomierat Schlenke bittet, die praktischen Viehzüchter möchten sich doch einmal äußern, wie ihre Meinung in der Frage sei. Seiner Meinung nach sei eben derjenige, der nicht so viel füttern könne, am besten daran, wenn er Vogelsberger Vieh hielte; würde er mit dem gleichen Quantum Futter Simmeutaler Zucht treibeu wollen, so würde er bald einsehen, daß er dabei nicht voran lamme. Diese Tiere, welche an ganz andere Nahrung gewöhnt sind, werden verkümmern. Es scheine ihm, als wenn die Be­wegung gegen die Bestrebungen zur Hebung der Vogels­berger Rindviehzucht ausgiugen von wenigen Mißver­gnügten, tvelche sich durch ihr Geschrei populär zu machen gedächten.

Kreistierarzt Schmidt bemerkt darauf, ba^ nach seiner Erfahrung, welche er durch seine frühere Tätigkeit im Vogelsberg gesammelt habe, das Abgehen von der Vogelsberger Zucht dariu seinen Grund hat, weil die Vieh­züchter in Schotten aus dein Markt das junge Vogelsberger Vieh nicht unterbriilgen können. Auf deni Schotteuer großen Sommermarkt kommen nämlich alljährlich die Händ­ler aus ganz Deutschland zusammen, um Jungvieh zu kaufen. Diese Leute suchen das scheckige Vieh, welches selbst­verständlich in Schotten im Handumdrehen verkauft wird, während es vorgekommen ist, daß Vogelsberger Kälber dort überhaupt nicht anzubringen gewesen sind. Die amt­lichen Stellen habeii, den Verhältnissen Rechnung tragend, dem Andringen der Gemeinden um Zulassung auch Simmeiitaler Bullen stattgegeben. Tie Gemeinde Herchen- hain hat sogar beit Antrag gestellt, den Vogelsberger Bullen überhaupt abzuschasfeu, welcher Antrag vom" Kreisamt seinerzeit abgelehnt wurde, doch soll der Bürgermeister Weidner den Antrag erneut gestellt haben. Der Landwirt, so meint Dr. Schmidt, würoe ebenso gern Vogelsberger Rinder züchten wie Simmentaler, wenn er die Vogelsberger so gut los würde wie den größeren Viehschlag.

Oekonomierat Le i t hi g e r bemerkt demgegenüber, daß in Schotten aus dem Sommermarkt 34000 Stück, meistens Jungvieh, zum Verkauf ständen. Wer was will dies Quan­tum sagen gegenüber den 150 000 Stück Vieh, welche in der Provinz Oberhessen vorhanden sind und einen Ertrag von mindestens 36 Millionen Mark jährlich abwerfen, von dem mindestens die Hälfte auf die Milchproduktion kommt. Darin liege eben der Schwerpunkt unserer Viehzucht, daß der Landwirt nicht Kälber über Kälber verkaufen, sondern daraus gute Milchkühe ziehen soll, welche stets gesucht sind und guten Erlös bringen. Daran fehle es und aus diesen Punkt müßten die Landwirte ihre Tätigkeit richten.

Z i m in er- Bingmühle glaubt konstatieren zu können, daß zwar früher, vor etwa 23 Jahren, aus bent Schottener Sommermarkt in Vogelsberger Rindern eine arge Flaue war. Aus den letzten Schottener großen Märkten ging aber das rote Vieh so gut ab, als die gescheckten Tiere. EH habe sich dies erfreulicherweise gebessert,. >

Kreistierarzt Schmidt verwahrt sich dagegen, als ob er den Bestrebungen, die Vogelsberger Reinzucht in unserer Provinz einzubürgern, etwa feindlich gegenüber stehe. Im Gegenteil feien ihm diese Bestrebungen inchit nur chmpatisch, sondern er trete da, wo er dazu Gelegenheit habe, für diese Zuchtrichtung ein. Es habe sich bet seinen Ausführ­ungen über die Verhältnisse im hohen Vogelsberg nur darum gehandelt, darzutun, warum die Verwaltungsbehörde in jenem Bezirk der anderen Strömung fyabe nachgeben müssen. Auf Anregung des Kreisamtmanus Kranzbühler teilt Oekonomierat Leit Higer mit, daß die Nachfrage nach Vogelsberger Zuchtmaterial fortwährend im Steigen begriffen sei, daß aber die Tiere überaus knapp seien und das Angebot den Bedarf nicht A decken im stände sei. Es sei dies ja insofern erklärliche als unsere heimische Zucht kaum 12 Jahre alt sei; um aus dem Gebiet auf die Höhe zu kommen, dazu gehöre doch ein Menschenalter züchterischer Tätigkeit. Trotzdem wolle mau versuchen, im Herbst kom­menden Jahres dadurch einen Vogelsberger Zuchtviehmarkt anzubahnen, daß man in Gießen alles verkäufliche Vogels­berger Vieh zum Zwecke einer ösfentlichen Versteigerung zusammenbringe. Es stehe wohl zu hoffen, daß aus diesen Auktionen, welche, wenn angängig, wiederholt werden könn­ten^ sich mit der Zeit ein Zuchtviehmarkt enttvickeln könne.

Kc^is.ierarzt Schmid t tadelt eben,o, wie der die ereut, die Art und Weise, wie die jungen Kälber unvollkommen ernährt werden. Er verweist daraus, daß durch die Mol­kereiwirtschaft beit jungen Tieren statt ber Vollmilch in vielen Fällen Magermilch als Nahrung gereicht wird, die allerdings auch weiß aussehe, der aber das für das Jung­vieh wichtige Fett fehle. Tie Magermilch als solche ge­nüge nicht zur kräftigen Entwickelung des Kalbes; sie sei im Gegenteil häufig die Veranlassung, welche am Eingehen eines Tieres die Schuld trage. Ein verständiger Lanowirt müsse hier mit Pflanzenfett und Haferschrot nachhelsen. Ebenso tadelt der Redner, daß man mit zu jungen Rindern Kälber machen lvill, es gehe dies keines­falls. Zwar so grioß wie die Simmentaler könne man oie Vogelsberger nicht machen, aber einer verständigen und rationellen Zucht sei es möglich, diese Viehrasse größer zu gestalten, als sie jetzt ist.

Pachter Klein vom Albacher Hof bemerkt: Das frühe Zulassen der Rinder sei zweifellos oer Punkt, womit der Landwirt heute noch sündige. Er wies daraus hin, daß unsere Vogelsberger Jahrochsen saft verschwunden seien, uno wo man sie noch antreffe, seien es Heine Tiere, wäh­rend früher doch dieses Fahrvieh häusig war und sich auch in ansehnlicher G<öße zeigte. Es müsse streng darauf hingewirkt werden, daß das Bullenmaterial, welches schlechte Vererbungsfähigkeit zeige, in der Gemeinde abgeschafft, und gegen besseres ersetzt werde. Bedauerlich sei, daß man mit der Abschlachtung vorzüglicher Bullen in den Ge­meinden häufig zu schnell vorgehe. Man behauptet ge­wöhnlich in solchen Fällen, das Tier sei zu schwer ge- luorben für die jüngeren Rinder, dieser Grund sei aber hinfällig. Man sollte neben dem schweren Bullen einen leichteren halten, um für die kräftigeren Kühe in der Gemeinde auch ben kräftigen Bullen zur Zucht zur Hand

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