Ausgabe 
23.12.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 301

«Nchetnt tSgNch außer Sonnlags.

Dein Siebener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem Äffischen Landwirt die Siebener Kamillen- vlutlei viermal in bei Woche beigelegL

Ttotaiionöbrud u. Her- lag bei Brühl 'tchen Univerl.-Buch u.Elein- bruderei (Piettch (i rben)

Erstes Blatt. 153. Jahrgang

Mittwoch 23. Dezember 1903

VezngSprei-i monatlich 7b Pt^oieNel» jährlich Mk 2.20, durch Abhole. u. yioeigfleUey monallicb 6o Pt-: ^urc^ bie'VoÜ '.Ulf. 2.viertel* IcibrL ausIdjL BeNellg. Annahme von Anzeigen üi die Tagesriununer jUI Dormtliagfl 10 Uhr.

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l Monats=Beilage

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Keneral-Wersammlung des Kreiszuchlvcreins für Wogclskerger Hiieh.

(Orig.-Artikel desHess. Landwirt") w. Gießen, 21. Dez.

Gestern nachmittag hatten sich im Cafe Ebel die Züchter des Vogelsberger Müdes versammelt, Nm vom Direktor des Kreiszuchtvereins Gießen, Kreisamtmann Dr. Kranz buhl er, den Geschäfts- und Rechenschaftsbericht für 1902/03 entgegenzunehmen. Nach Erledigung des ge­schäftlichen Teiles nahm Oekonomierat L e i t h i g e r-Als­feld das Wort zu einem Vortrag über das Zucht ziel des Vogelsberger Rindes und über die Mittel und Wege, wie dieses Ziel zu erreichen sei. Es sei zuerst zu fragen, welches Ziel erreicht werden müsse, und um hier­auf eine Antwort zu geben, müsse man sich klar vor Augen stellen, worauf es bei uns in der Provinz, deren Ackerbau treibende Bevölkerung vorwiegend aus kleinen und mittleren Grundbesitzern besteht, eigentlich ankommt, und da sage er, die Zurrt müsse dahin gehen, ein gutes Milmvieh, 'dabei aber auch ein Tier zum Ziehen zu er­zeugen, welches gleichzeitig auch als Schlachtvieh etwas einbringt, denn diese Eigenschaften seien es besonders, welche unsere Landwirte schätzen und bei denen sie zu­frieden sind. Um diese Eigenschaften beim Vogelsberger Rind heranzuzüchten, sei zu fordern, daß die zur Züchtung bestimmten Rinder gesund sind, daß sie gewisse Körper­formen aufweisen und daß sie die Fähigkeit ttt sich tragen, die guten Eigenschaften ihrer Rasse auch zu vererben. Welche Form das rote Höhenvieh haben muß, hat uns die letzte Ausstellung aus dem Trieb gezeigt. Die mit Preisen ausgezeichneten Tiere wogen 8 bis 10 Zentner, jie verfügten über einen breiten, geraden Rücken, über- breites Becken und breite Brust. Man muß verlangen: ein gutes Gangwerk, seine Haut und ebenso Kopf und 5-örner, wie die Preistiere sie hatten. Eine besondere Nutzeigenschaft sei die Milchergiebigkeit der Vogelsberger- Kuh welche pro Jahr, bei normaler Fütterung 2o00 Liter, bei frischmelkenden Kühen 1618 Liter pro Tag nnt wer Prozent Fettgehalt betrage. Diese Leistung sei nicht nur ru fordern, sondern sie sei überall zu erzielen, wie die Resultate auf den Zuchthösen und auch bei Tieren. im Privatbesitz, welche wegen der Milchergiebigkeit kontrolliert werden, ergeben haben. Man dürfe die Tiere, um ein gutes Gangwerk bei ihnen zu erzielen, nicht zu früh über­lasten Die Resultate, welche wir mit der Nachzucht der reinrassigen Vogelsberger Rinder erzielt haben, bestätigen, daß auf deren Vererbungssähigkeit ihrer guten Eigen­schaften uiibedingter Verlaß sei. Ter Redner kommt nun auf die Bewegung im benachbarten Kreise Wetzlar, welche auch teilweise in unserer Provinz, ja sogar wt tyoljen Vogelsberge sich bemerkbar mache, und welche dahm sich richtet, die Vogelsberger Rasse abzuschaffen und statt der

Reinzucht Kreuzung mit Simmentaler Vieh zu züchten. Es> wäre, so erklärt der Redner, unvernünftig für den Land­wirt, dieser Strömung nachzugeben. Zwar gebe die erste. Kreuzung ein brauchbares Viehmaterial, welches augen­fällig die Vogelsberger an Körpergröße usw. übertreffe. Aus diesem Kreuzungsprodukt aber brauchbares Material in der Folye herauszuzüchten, sei unmöglich; es sei dies trotz der vielen Mühe, welcke inan sich nach dieser Richt­ung gegeben habe, ein Kunststück, das sogar der Groß­grundbesitz noch nicht fertig gebracht habe. Viel weniger noch würden dies unsere Kleinbesitzer in der Provinz fertig bringen. Bei der Nachzucht mit Kreuzung seien die Rückschläge bisher nicht ausgeblieben. Das Produkt seien Tiere mit allen möglichen Eigenschaften; ihre Nutz? leistung sei außerordenttim verschieden. In der Folge, degeneriere das Vieh aus solcher Kreuzung, und man müsse dann schließlich, nachdem die Viehhalter den Schaden! gehabt hätten, wieder zur Vogelsberger Rasse zurückkommen.

Wenn man die Klagen mit anhört, daß unsere Vogels­berger zu klein seien, so vergißt man, daß die Viehzüchter! daran meist selber die Schuld tragen, weil sie das Tier falsch und schlecht ernähren, wodurch nicht nur beim! Vogelsberger, sondern mich beim Simmentaler Vieh die Rasse herunter gedrückt wird. Bei unserem kalkarmen Boden sei es ganz ausgeschlossen, daß sich das Knochen­gerüst unseres Rindviehs so entwickeln könne, wie dies der Fall sei in der Schweiz, wo der Pflanzenwuchs eine Fülle von Kalkstoffen in sicb aufnehmcn könne. Es sei unbedingt nötig, daß das Kalb nicht, wie es jetzt geschieht, schon nach 14 Tagen bis 3 Wochen von der Mutter abgesetzt werde, sondern mindestens 56 Wochen mit Vollmilch er­nährt wurde. Nur wenn auf diesem Gebiet ein Wandel zum Besseren eintritt, werden die Klagen über die kleinen Kälber bei den Vogelsbergern verstummen. Vollkommen unverständig aber 'sei es, wenn Die jungen Tiere nach dem Absetzen gleich mit Heu- und Kleinfutter abgespeist würden, und gerade diese falsche Methode sei schuld daran, daß Tiere verkümmern und vielfach sich schlecht entwickeln oder gar zu Grunde gehen. Hart verurteilt Oekonomierat Leithiger die Art, wie man noch viel zu junge Rinder zur Nachzucht benutzt und dadurch verschuldet, daß nur kleine, schwächliche Kälber das Resultat bilden, wodurch selbstverständlich die Vogelsberger Rindviehzucht diskredi- ditiert wird. Es muß streng darauf gehalten werden, daß kein Rind vor dem 18. Monat zum Bullen kommt. Nur dann könne man, bei geeigneter Behandlung des Kalbes in der Fütterung gutes und zufriedenstellendes erreichen.

Ter Redner kommt dann auf die Zuchthöfe und deren Notwendigkeit zu sprechen und erklärt, daß, wenn die Zuchthöfe nicht gewesen wären, wir heute überhaupt keine Vogelsberger Rinder mehr haben würden. Als man not­gedrungen diese Einrichtung schuf, da war es überhaupt schwer, Vogelsberger Zuchtvieh zu finden. Mit den damals! vorhandenen Resten dieser Rasse haben uns die Zuchthös?

e r e i t zu halten. Wie dieNeue > die W.ener diplomatischen Kreise '.sch-japanischen Differenzen ohne verden.

en Bureau aus Petersburg vom Zrivatsorrespondenten zugegangene Krhäü.^s zwischen Rußland und Tas ruf f i f che Auswärtige Amt -and vorherrschende p e s si inisti- : englischen Meldungen seien von wesen, aber das Petersburger ehe keinen Grund, weshalb! f friedliche Regelung dev a verlieren sollte.

lchtweise gemeloe,., der französische e l c a s s s bot sich als S ch i e d s - und Rußland an.

kreisen wird davon gesprochen, daß gegenwärtig in Berlin Sondier* m auf dem deutschen Markte - h e n unterzubringen. Angeblich Millionen Mark.

lirrd £anb.

ßen, den 23. Dezember 1903.

S. K. H. der Großherzog haben er Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- s e r zu Dieburg aus Anlaß seiner land das Lcklgemeine Ehren-eichen treue Dienste" verliehen.

tliche AusstellungGießen .rende Ausschuß der verflossenen ülung hier war vor einigen Tagen Rechnung über das Unternehmen : versammelt. Oekonomierat Lei- wtz der Ungunst des Wetters die em Fehlbeträge von rund 9500 ein Betrag, den der landwirtscb. sparnisse wieder gut machen wird, l. daß, wenn die Witterung wäh- einigermaßen erträglich gewesen nicht nur mit keinem Fehlbetrag, eblichen Ueberschuß abgeschlossen

ma. Eine hochinteressante Reif^ rpanorama ausgestellt. Nachdem Tagen so verdienten Beifall ge­lte die Fortsetzung derReise in i für das verwöhnteste Auge sind her Genuß, weil durch dienatür- ch uns eine Welt erschließt, die st. Biele Bewohner wissen noch n Sehenswürdigkeiten hier all- wden. Viele Vereine entnehmen llets, aus die hiermit nochmals

ndeswaisenkasse zu Darnt-

3t$." im Jahre 1902/03 eine 379,60 Mk. Unter den 201458,39 .wen Einnahmen befindet sich ein ckstasse von 168 496,92 Mk., ferner ile, Jllate der Kinder, 11396,24

Unter den Ausgaben sind ver- ldungen und andere persönliche Verpflegung der Waisen (Pslege- terstützungen 35 310,59 Mk. und d Arzneimittel 4746,51 Mk.) und vendungen; zusammen betragen Mk. Ende März 1902 waren egung, zugegangen sind 468 (162

anderer, über Volkswirtschasts- jrsverhlütnisse, Geld-, Bank- und ßmethoden 2C.

son Sonatinen hat der Kla- n g a r t bei P. I. Tanger in llt 20 Sonatinen von Beethoven, Vt, Haslinger, Hünten, Kuhlau, )el zusammen, ordnete sie nach ah sie mit Fingersatz, Vortrags- Tiese sorgfältige Bearbeitung ;en, der neuen Sammlung all- sen, dazu kommt aber noch: die rlos. Wie ein Glied der Kette

utaT hervorgehoben. Außerdem sind noch ein Schnitt­bogen, eine Tafel mit Maßtabellen und eine Tafel' mit modischen Neuheiten beigefügt. Jedenfalls ist dieses Buch das Beste, das augenblicklich aus diesem Gebiet existiert.

Zum Preise von 1 Mark erschien soeben einPrakti­sches Wirlschastsbuch für sparsame Haus­frauen". (Verlag des Deutschen Druck- und Verlags- Hauses in Berlin S.W., Lindenstvaße 26.) Die emfatf/e, übersichtliche Anordnung ermöglicht mit geringer Muhe eine-genaue Übersicht über die H.aushaltungskosien in den verschiedenen Zweigen. Sie ist zugleich eine Chronik der gezahlten Preise und eine Quelle interessanter

Raum für Notizen und Adressen, hauswtrtschastltcye Be- lehrungen, ein Verzeichnis der Geburtstage usw. vervoll­ständigen das daueryast gebundene Buch.

. Wandkalender 1904. Wit Jagdbildern aus der tteit Kaiser Maximilians. Von Wilhelm Stumpf Verlag von Karl Ernst Poejchel, Leipzig. Preis 1.80 Mk. Tie ^chderne Kunst hat unter anderem Guten das große Ver-

; im noroecgrunoe ein rapiraier iÄchhir;cy, Der den einen Hatzrüden auf seine gewaltigen Schaufeln ge­nommen hat, schickt sich eben an, den zweiten, der sich in seinem Vorderlauf verengen hat, übers Kreuz zu fassen. Tie beiden Jäger sind auf Skis der Hatz gefolgt und greisen mit Speer und Bogen den Urelch an.

Der Kaufmann. Kalender 1904. Verlag von Karl Ernst Poeschel, Leipzig. Preis 40 Pfg. Dieser Kalender, der für Kaufleute bestimmt ist, gewannt auf den ersten Blick durch sein künstlerisches Teureres und und seine ge­schmackvolle Ausstattung. Blättern wir in dem handlichen Bändchen, so sehen wir neben dem Kalendarium interessante Bilder aus der Vergangenheit des deutschen Kaufmanns eingeschalten. Wir finden da unter anderen den Titel zu Adam Rieses Rechenvuch aus dem Jahr 1574, einen Frackst- brief von 1756, einen Berliner Kurszettel von 175u und Darstellungen aus dem Leben der Kaufleute des 16. bis 18. Jahrhunderts. Nicht minder wertvoll ist der textliche Inhalt des Kalenders. Er enthält Abhandlungen namhafter Autoren, Tr. Georg Obst, Pros. W Wick, Dr. Einil Deaert,

;iey an Das anoere reiht, so reicht eine Sonatine der anderen die Hand und nirgends tlafst ein Riß. Dieses lückenlose Vorgehen ist ettvas, was das Bungartjche Sona- tinen-Album zu einer wertvollen Bereicherung des Kla- vierunterrichissbosfes macht. Ter stattliche Band (72 Seiten stark) kostet nur 1 Mk.

Karl Stelter, ein von weiteren Kreisen leider nicht nach Gebühr geschätzter Lyriker, ein Schüler Geibels, DoUenbet am 25. Dejemder sein 80. Lebensjahr. Von seiner geistigen Frische leqt sein soeben bei Baedeker in Elberfeld erschienenes Buch: Erlebnisse eines Achtzigjährigen" ein beredtes Zeug­nis ab. Stelter ist aus seinem langen Lebenswege einer Reihe be­deutender Rlänner begegnet und erzählt davon m seiner gemütlichen An tn diesem Buche recht Interessantes. Wir nennen von denen, die mit ihm umgingen und mit denen er umging, nur (Sufi. Freytag, Fr. v. Bodenstedt, Wilhelm Jordan, Jul. Rtuershaus und Ernst Schereubera. Seit -0 Jahren lebt Stelter, em geborener Elber­felder, in Wiesbaden.

Newyork, 22. Dez. Vor einem hundertkövfigen geladenen Publüum taub gestern in der Metropoulan-Opera die einen großen Eriolg versprechende Generalprobe zu Wagners -Par­st s a l" statt.