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23.11.1903 Erstes Blatt
 
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Dem Gi?he»rer Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt bte Glehener Lamttien« Hattet piermal tn der Woche beigelegL

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Erstes Blatt. 153. Jahrgang Montag 33. November 1903

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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen MWZ

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nach Kiel zurückbegeben.

Von dem Darmstädter Fürstenschlosse lenken wir unsere Mcke nach dnn Neuen Palais bei Potsdam. Auch dort weilt ein Leidender. Zu aller Freude aber nimmt dieErkrank- g des Kaisers einen günstigen Verlauf. Am SamK- Lag konnte er sich bereits zu Fuß an das Grab seiner Mutter, der Kaiserin Friedrich, bereit Geburtstag auf diesen Tag siel, begeben und einen Kranz niederlegen. Die durch die Operation verursachte Wunde hrirbv wie die Nat.-Ztg." erfährt, in einigen Tagen völlig geheilt sein. Es tviri) jetzt auch offiziös die Möglichkeit zugegeben, daß der Kaiser nach Weibnachtan eine Erholungs­reise nach dem Süden antreten werde, es Ware aber gänzlich verfehlt, daraus etwa Schlüsse auf die Natur seines Halsleidens und den Heilungsprozeß in ungünstigem Sinne zu ziehen. Das Leiden war harmlos und mit der Heilung sind die Aerzte zufrieden. Die Reise nach dem Süden wird nur den Zweck haben, wie es auch bei leichten Erkrankungen der Halsorgane üblich ist, den schädlichen Einflüssen des Winters zu entaehen und dem Kaiser öffentliches Reden bei militärischen und anderen Gelegenheiten zu e r - sparen. Diese Reise wird hoffentlich die erwünschte Wirk- rmg haben. Kaiser Wilhelm ist die beachtetste Persönlichkeit unserer Zeit. Seine Gestalt hebt sich weit hinaus über das allgemeine Niveau. Er steht im Vordergründe des Welt- interesses, er ist der ruhende Pol, um den sich seine Helfers­helfer von Zeit zu Zeit neu gruppieren. Wie weit sich das Ausland gewöhnt hat, Kaiser Wilhelm mit dem Deut­schen Reiche und seiner internationalen Stellung zu identi­fizieren, zeigte sich in der Besprechung des Stinrmleidens des Kaisers in der Presse bc3 Erdballs. Speziell für die englische und amerikanische Politik bedeutet Kaiser Wilhelm nrit seinem unzweid au Ligen Willen, mit diesen Ländern unbedingte Freundschaft aufrecht zu erhalten, einen un- sckjädbaren Faktor. Daß freilich unsere auswärtige Politik infolge dieser allseits versöhnenden und vermittelnden Halt­ung eine sonderlich erfolgreiche Rolle im Wellkonzert spielte, kann heute nicht gerade behauptet werden. Trotz dem Dreibund und der Schöpfung des neuen Kurses, der enalischf-deutsch-amerikanischen Freundschaft, schlossen soeben in dem englischen Königsschlosse Windsor dre Monarchen von England und Italien sehr behaglich einen S ch i e d s v e r L ra g. Deutschland schaute der am Samstag beendeten Monarchenentrevue von Windsor tatenlos zu. Ter hohe Lohn aber dieser deutschen Jnaktivitat ist der H-rrede

der Welt! _ .

Nach den nun beendigten Wahlen 3 itm preußi­schen Äbgeordneten Hause wird es nicht mehr lange dauern, bis ein von Grund aus neuer Reichstag mit einem ebenso neu zusammengesetzten Abgeordnetenhause wieder in Berlin zusammen tagen wird. Man wartet oe- retts fäffHdk daß dar Termin der Ei n be rv f vin« b e 3 Reichstages bekannt genmcht werde Wahrscheinlich wollte Kaiser Wilhelm bei der Eröffnung selbst das Wort ergreifen. Wenn d.e Erösftn-ng rm Weißen Saael in Berlin stattfindet wird dies­mal mehr als der fünfte Teil der MMvrd> neten, der aus Genossen besteht, tmsichtbar fern, dwhrerrd im preuß. Abaaordnetenhause kein einziger Genosse vor dem Kaiserhoch die Fluckt ergreifen J[ef fast ganz die alten Verhältnisse wieder. Gewählt find. U8 Konservative, 54/ Freikonservative, 97 Zentrum, 79 Rl., 23 Fr. Vp., 8 Fr. Ver., 13 Polen, 2 Dänen, 2 B. d. V, 2 Refcwmp., 5 Fraktwusliose. , Die Konservativen gewinn 7l 9 und verlieren 5, die Frei konservativen

Zentrum 2 bezw. 5, die Natwnalliberalen 1-7, dt iVr. Vollsp. 4 vrzw. 8, die Fr. Vereinigung verliert 2,. bte Fraktionslosen verlieren 1 und , gewinnen 5., Hierbei fit xu beachten, daß von den Fraktionslosen zwei ihrer poli- tiickven Richtung nach den freisinnigen Parteien zuzurechnen N Indem die S?zialL emo kr a t e n eine Anzahlto n-

Uolitische Wochenschau.

o. Gießen, 23. Nov. 1903.

2luf Halbmast weht die Fahne aus dem Großh erzoglichen Palais in der Residenzstadt Darmstadt, wehen die Fahnen im ganzen Lande. Schwere Trauer hat ihre Ein­kehr gehallen in aller Herzen. Das Land ist seines hold­seligen Prinzeßchens, der Landesherr, der gütigste, zärtlichste, besorgte Vater, seines einzigen Kindes beraubt worden. DieDcrnnst. Ztg." vom Samstag verkündet in ihrem amtlichen Telle:

Seine Königliche Hoheit der Groß her zog haben in dem erhebenden Bewußtsein der Trauer seines treuen Volkes zu bestimmen geruht, daß die Gratulationen zum diesjährigen Allerhöchsten Geburtsfeste und die Feier desselben auf den 1. Januar 1904 verlegt werden.

AuS dieser Kundgebung ermißt man, wie unendlich groß der Schmerz des so schwer heimgesuchten Vaterherzens ist. Daß ihm die Kraft zu eigen sein möge, diesen Schmerz zu bekämpfen, das erflehte am gestrigen Totenfeste in den Gotteshäusern des hessische Volk. Auch ihm ist ein Weh bereitet worden, das sich nicht leicht übertreffen läßt und es ist lein Gebet: der geliebte Landesherr möge über der Toten oas Leben nicht vergessen!

In inrriger Teilnahme an der Trauer des Monarchen gab am Donnerstag das hessische Volk der dahingeschie­denen lleinen Prinzessin das Gelell nach dem Darmstädter Mausoleum, wo sie nun schlummert in ewigem Frieren.

Wie es heißt, gedenkt S. K.H. der Großherzog seinen Geburtstag am 25. Novonrber in aller Stille zu begehen und alsdann die Residenz zu verlassen, um bei seiner Schwester in Kiel längere Zeit zu verwellen. Prinz Heinrich von Preußen wird sich haute, Montagabend,

servativer Mandate geradezu unterstützt haben, tragen sie ganz allein die Verantwortung für eine neue Erschwerung der Reform des preuß. )vand- tagswahlrechts, die doch gerade im eigensten In­teresse der Sozialdemokratie liegt. Die Liberalen werden aber voraussichtlich mit mehr politischem Verstand -in der Wahlrechtsfrage sowohl wie in allen anderen Dingen um so entsckstedener den Standpunkt der Linken wahren, um die blöde Meirmng auszurotten, als gehörten zur unabhängigen Wahrung der Volksrechte unbedingt Sozial­demokraten.

Ein Sieg des L i b e r a l i s m u s ist ausgeblieben. Viel-1 leicht wird er kommen, wenn wieder einmal eine mächtige Persönlichkeit auf tritt, die die Meinungen auf eine be­zwingende Formel zu vereinigen vermag, vor der großen Masse sich beugen und von der abseits Stehende sich mitreißen lassen. Es fehlt an einer Persönlichkeit, die groß genug dentt, die nicht nur die Verhältnisse Überblicken, sondern sie auch meistern kann. Die neuen Probleme oes neuen Reiches haben Zwiespalt in die allen Reihen getragen. Das hat man wieder in Heilbronn gesehen. Tori hat die letzte Woche dersüddeutscheLiberalis- m u s versucht, die Geister unter einen Hut zu bringen. Aber die Steine des Anstoßes waren die Stellung zum Imperialismus", zumMarinismus", zürn.Militaris­mus"; keine Persönlichkeit war da, die hierin den Libe­ralen den Weg vvrzeichnete und die stark genug war, ihrer Meinung Anerkennung zu erzwingen. Man wird also weiter auf Ereignisse und Persönlichkeiten warten müssen, die die Garben ernten, zu denen heute in der Propaganda filr die Idee der Einigung der Liberalen allenthalben der Same gelegt wird.

So wollen wir Deutschen wenigstens im Auslande da frvmpt zur Stelle sein, wo deutsche Arbeit bereits deutsche Anrechte geschaffen hat. Tas müssen wir heute um so mehr, je eifriger anoere Nationen damit bei der Hand sind: Rußland in Ostasien, England in Indien, wo es soeben in nördlicher Richtung nacy Tibet vordringt, Frankreich in Nordafrika, die Vereinigten (Staaten in Kuba, Santo Domingo, wo z. Z. lebhaft gekämpft wird, und wo auch die deutschen Schiffe zur Stelle gewesen sind und last not least in Panama. Die neue Republik hat gleich als BundesgeTrossin der Uniwr das Licht der Welt erblickt, und beide "sind gar schnell, weil offenbar von langer tzand vorbereitet, offiziell über den Kanalvertragi völlig eins geworden. Der Kanal untersteht künftig der Souveränität der Vereinigten Staaten. Die von Fruchtbar- kell und Mineralschätzen strotzende Republik Kolumbien aber erntet jetzt die Früchte der moralischen Zuchtlosigkeit, die sie von jeher zerrüttet hat: die Hälfte des Landes, daher die gesamte Küste, schließt sich der neuen Republik Panama an, und Kolnrnbien kann nur noch ein ohnmäch­tiges Wehllagen über den Zusammenbruch des Vaterlandes aussbvßen. (& hat zwar [neben au die Republiken Zentral- rrnd Südamerikas eine Kollektivnote gerichtet, worin es gegen die Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber den revolutionären Voraängen in Kolumbien protestiert und um die Sympathie, wenn nicht um die moralische Unterstützung der Republiken ersucht. Aber diese Republi­ken werden sich weislich hüten, ihre Hände in das aussichts­lose Kriegspvojell zu stecken, wobei sie doch gar bald den Kürzeren "zögen. In der Frage der llebernahme eines Teils der kolumbischen Schuld durch Panama ver­lautet, das Staatsdepartement zu Washington halte, ob­zwar es der Republik Panamakeine Vorschriften machen" könne, wie Reuter offiziös erzählt, für gerecht, daß Pa­nama einen angemessenen Teil dieser Schuld übernimmt Die Union aber hat ganz allein den Voriell aus dem schlauen Handel und läßt das lleine Panama blechen. So tritt fett Olims Zeiten die Uebermacht der Ohnmacht gegenüber.

Aröcitskammern.

Ein Antrag der Abg. Ulrich und Genossen geh^ bekanntlich dahin, die Großh, Regierung zu ersuchen, den Ständen eine Vorlage zu machen, durch welche eine direkte Vertretung der Arbeiterschaft des Landes rm Groß­herzoglichen Ministerium nach dem Vorbilde der Landwirtschaft und der Gewerbe herbeigeführt wird. Der Antrag ist nicht neu. Bereits auf dem 30. Landtage hatte die Regierung dem Antrag Bedenken entgegengehakten. Zunächst wies sie darauf hin, daß das Gewerbeaufsichts­wesen einer eingehenden Verbefferung und weiteren Aus­gestaltung unterzogen worden ist; daß die Gewecbeaufsichts- beamten sowohl unter sich, als auch mit dem Ministerial- referenten in naher Fühlung blieben und einen regen Ver­kehr mit der Arbeiterschaft unterhielten Hierdurch seien der Arbeiterschaft die Wege geebnet, auf welchen sie berechtigte Wünsche und Anliegen zur Kenntnis der Regierung bringen könne, was aber auch ohne Inanspruchnahme des Gewerbe­aufsichtspersonals an sich möglich wäre. Weiter zu gehen erscheine im Augenblick nicht tunlich. Vor allem gebe es für die anderen Berrlfsstände eine direkte Vertretung im Ministerium nicht; insbesondere aber wäre die Frage der Arbeiterorgani­sation keine Angelegenheit des einzelnen Bundesstaates, son­dern im Rahmen der Zuständigkeit des Reiches zu erledigen. Es wurde auch auf den Antrag der Abg. Dr. Lieber und Dr. Hitze auf Errichtung von Re i ch 8-Ä r b e itska m m ern hingewiesen. Diesen Ausführungen schloß sich der erste Aus­schuß damals cm und beantragte, die Angelegenheit zur Zeit für erledigt zu erNären. Jetzt hat dein erneuten Antrag gegenüber die Regierung den gleichen Standpunkt festgehalten. Auch der Ausschuß glaubt, daß die Bedenken der Regierung

gegen den Antrag derzeit noch zutreffen, und daß für die zweite Kammer kein Grund vorliegt, ihren ftüheren Stand­punkt aufzugeben und dem Anträge in der von den Antrag­stellern niedergelegten Form zuzustimmen. Der in dem An­träge des Abg. Ulrich enthaltene Gedanke könne nur durch Schaffung einer beruflichen Organisation der Arbeiter greifbare Gestalt annehmen, und dies nun nach wie vor als Aufgabe des Reiches bezeichnet werden. Daß die Reichsregiercing der Regelung dieser Angelegenheit nicht mehr so ablehnend gegenübersteht, wie dies zeitweise früher der Fall war. dürfte auS einer Erklärung des Reichs­kanzlers Graf von Bülow zu folgern sein, die derselbe im Januar 1903 im Reichstage dahin abgab: ,Es ist die An­sicht Seiner Majestät und die Ansicht der verbündeten Re­gierungen, daß die Aufgabe unseres Jahrhunderts der Aus­bau der sozialen Gesetzgebung ist. Seine Majestät der Kaiser ist auch davon durchdrungen, daß die Arbeiter gleichberechtigt sein sollen mit anderen Ständen und Klaffen, und daß diese Gleichberechtigung ihren gesetzgeberischen Ausdruck finden foCL* Immerhin erscheine eZ im Jnteceffe der ftiedlichen Entwickelung unserer sozialen Verhaltniffe äußerst wünschenswert, daß die Frage der berustichen Organisation der Arbeiter eine baldige besriedigende Lösung finde. Der erste Ausschuß glaubt da­her, daß der Landtag gerade bei Behandlung deS gegen­wärtigen. Antrags die Gelegenheit wahrnehmen sollte, um die im Reiche herrschenden diesbezüglichen Bestrebungen nach Möglichkeit zu fördern. Der hierzu geeignete Weg ist aber der, daß zweite Kammer der Regierung ernstlich nahe legt, im Bundesstaat auf baldige gesetzliche Regelung hinzuwirken. Der Ausschuß beantragt daher, die zweite Kammer wolle an die Großh. Regierung daß Ersuchen richten, dieselbe möge im Bundesrat ihren Einfluß dahin geltend machen, daß die Frage der berufSständigen Organi­sation und Vertretung der Arbeiter (Arbeits­kammern) baldigst reichsgesetzlich geregelt werdd- Dadurch würde sich der Antrag Mrich erledigen.

Die nationafiißerafe «Landesversamwlung in Irankfurl a. M.

R. V Frankfurt, 22. Nov.

Die allgemeine Land^sversannnlung, welche die n a t i o- nalliberale Partei Hessens für heute mittag tat Saal zur Rosenau einberufen hatte, war von über 100 Teil­nehmern aus allen Teilen des Landes besucht. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende, Justizrat Schmeel- Darmstadt, den Empfindungen der Trauer Ausdruck, die jeden Hessen anläßlich des plötzlichen Ablebens der Prinzessin Elisabeth bewegen. Die Versammlung erhob sim zum Zeichen herzlichen Belleids von den Sitzen und beschloß, ein Telegramm an den Großherzog abzusenden, in welchem die Landesversammlung Sr. Könial. Hoheit ihr innigstes Belleid ausspricht. .Der Vorsitzende warf darauf einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse der jüngsten Zeit und brachte dann in kernigen Worten ein Hoch auf den Kaiser und den Großherzog aus.

Darauf sprach Reichstagsabg. Frhr. v. Hehl über deu der hessischen Kammer vorliegenden Gesetzentwurfs betr. die Land stände. Esseiselbstverständlich, so führte der Redner aus, daß man nicht daran denke, das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht für deu Rerchstag irgendwie zu schmälern, aber bei bet Ster* tretung zum Landtag, bei dem es sich mehr um eine Art Vermögensverhandlung handle, liege die Sache wesentlich anders. Die Wahlmänner in Hessw hätten bisher stets ihre Schuldigkeit getan, man würde ihnen ein schweres Miß­trauensvotum erteilen, wenn man sie jetzt als überflüssig beiseite werfen wollte. Von allen deutschen Staaten habe Hessen das fortgeschrittenste Landtaaswahlgesetz Württem­berg, der einzige Staat, der das direkte Wahlrecht habe, na Em als Kollektivmittel 23 privilegierte Abgeordnete mit auf itmi> in Bayern will man das direkte Wahlrecht nur annehmen, wenn den Geistlichen verboten wird, Wahlagita­tion zu betreiben. Auch in Amerika, England re. gebe es kein uneingeschränktes direktes Wablrecht, cs frage sich daher, ob es richtig sei, daß Hessen tn dieser so wichtigen Frage bahnbrechend vorgehe. Der nationalliberale Verein in Worms habe schon im vorigen Jahre beim LandesauS- fchuß den Antrag gestellt, dahin zu wirken, daß sich alle nationalliberalen Parteivorstände Deutsch­lands in dieser Sache befassen und möglichst bestrebt sein möchten, einheitliche Grundsätze dafür festzulegen. Man würde am besten tun, die ganze Angelegenheit auch in Hessen so lange zu vertagen, bis dies geschehen fei.

Lanotagsabg. Reinhart meint, nach dem Stand der Beratungen über diese Frage in Bayern und bei uns sei es nicht mehr möglich, eine Vertagung eintreten zu lassen. Tie nationalliberalen Abgeordneten hätten sich mit 14 gegen 4 Stimmen fürdas direkteWah lr echt aus­gesprochen; er würde einen Beschluß auf Vertagung der An­gelegenheit im jetzigen Stadium bedauern.

Abg. Frhr. v. Heyl bemerkt, der Zentralausschuß der. Parier habe sich ausdrücklich bereit erklärt, sich mit der Frage Zu beschäftigen. Er sehe nicht ein, warum man nicht noch jeht durch eine gemeinsame Besprechimg der verschie­denen Parteivorstände eine weitere Klärung in die Sache bringen solle.

Abg. Tr. Heidenreich stellt fest, daß die Partei zu der jetzigen Negierungsvorlage noch keine Stclturrg genommen habe und sich auch die Anschauungen nach den vorjährigen Beratungen in der Kammer wesentlich geändert hätten- Tie Fraktionsgenossen hätten auch, schon damals ihre Zu-