Ausgabe 
23.6.1903 Zweites Blatt
 
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Witterung waren nicht nur alle Vereine des Bezirks, sondern auch noch verschiedene Nachbarvereine aus anderen Bezirken erschienen. Die Festrede hielt Pfarrer Schreiber von hier. Lehrer Best hier widmete unserem deutschen Vaterlande sein Hoch. Das in echt patriotischer Stimmung gesungene Lied .Deutschland über alles" bildete den Schluß der offiziellen Feier, die durch Vorträge des hiesigen Gesangvereins wesent­lich verschönt wurde.

z. Ober-Mockstadt, 21. Juni. Die hiesige Hebamnre Frau Schuckmann hat 50 Jahre ununterbrochen in hie­siger Gemeinde den Beruf einer Hebamme versehen. Heute wurde dieser Tag von der Gemeinde festlich begangen. Der hiesige Gesangverein brachte ihr ein Ständchen und der hiesige Arzt Dr. Schäfer hielt eine Rede, worin er die treue und gewissenhafte Arbeit der Jubilarin hervorhob und ein

desgleichen Monsignore Nocella, Cacichioni, Ta- träge der hiesigen Gesangvereine und durch die turnerischen gliani und Asu ti. s^rner wurde Monsignore Copetalli Aufführungen des Turnvereins. Bei einbrechender Dunkelheit

inurbe ein Vertrag über Lieferung von 48 000 Man licher-Gewehre Modell 1895 abgeschlossen.

Saloniki, 22. Juni. Heute entbrannte bei Vodena ein erbitterter Kampf türkischer Truppen mit bul­garischen Banden.

Lrm Patriarchen von Konst^tinopel sowie Monsignore routbe ein Feuerwerk veranstaltet. Dorf und Festplatz waren Toubrava zum Difchof von ^Kvniggratz ernannt. Kardinal Qufg c^giis^ oelckmückt.

Somminiatelli wurde zum Kammerer ernannt. aut® W geWmucrr.

Wien» 22. Juni. Zwischen der östreichischen Waffen- ,. 22 ®e^crn roi!rbe

sabrik-GesÄschaft und der bulgarischen Regierung ^er ba§ dresiährige Bezirksfest der Kriegervererne wurde em Vertrag über Lieferung von 48 000 Man - des Bezirks Hungen gefeiert. Trotz der mcht gerade günstigen

Aden, 22. Juni. Gerüchtweise verlautet, der Mul­lah stehe bei Lasoben, drei Meilen westlich von Damot, und ein Teil seiner Infanterie halte die Hügel südlich von Damot an der Ealkaynstraße besetzt, während 1000 Reiter den General Manning bewachen. Die englischen Truppen bei Damot seien von Bohotle abgeschnitten. Das Wasser versage in Damot während der trockenen Jahres­zeit, und die britische Abteilung sei nicht stark genug, um einem Angriff des Mullah zu widerstehen. General Manning habe keine Transportmittel Alle Be­mühungen richteten sich augenblicklich aus die Besieiung General Mannings in Calkagu und Oberst Cobbes in Caladi.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 23. Juni 1903.

Nachrichten au8 Stadt nnd Land sind uns stets willkommen und werden augemeffeu honoriert!

** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem praktffchen Arzte Medizinalrat Dr. Rouge in Hungen das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und den Militäranwärter Gustav Bertling zu Darmstadt zum Hauswärter im süd­lichen Kollegiengebäude ernannt. Versetzt wurde der Damm­wärter Johann Meng er zu Guntersblumer Fahrt auf die Dammwärterstelle zu Stockstadt.

** Der Wahlausschuß der deutsch-sozialen Reformpartei, i. A.: Eisenhardt, macht in einer Zuschrift an uns die Mitteilung, daß seitens der Parteileitung der deutsch-sozialen Reformpartei die dringende Auf­forderung ergangen ist, bei der bevorstehenden Stichwahl für den nationalliberalen Kandidaten, Kommerzienrat Heyligenstaedt, einzutreten und keine Stimmen­enthaltung zu üben. Was die Zuschrift an uns sonst noch ausführt, berührt uns nicht. Jedenfalls ist danach anzunehmeu, daß die Weisung der Parteileitung in unserem Wahlkreise befolgt werden wird.

* Zum Jahresfest der Universität, das am 1. Juli vormittags ll1/* Uhr in der großen Aula der Uni­versität stattfindet, ist folgendes Programm entworfen worden: 1. Krönungsmarsch aus der OperDer Prophet" von Meyer- beer; 2. Holum vrgo von Schubert; 3. Festrede des RektorS; 4.Dem Gott Jehova schalle Dankgesang", Schlußchor aus dem OratoriumJosua" von Händel; 5. Armee-Marsch Nr. 10, Prinz August von Württemberg (1. Bat. Garde 1806).

** Die Zentral-Waschanstalt für die Universitäts- Kliniken, welche im vorigen Herbst begonnen wurde, ist jetzt im Rohbau vollendet.

** Arbeitervertreter beim Ministerium. Wie ans aus Darmstadt telephonisch gemeldet wird, sind seitens des Ministeriums des Innern zu Arbeiteroertretern bei der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe für die Zeit bis 1. April 1906 ernannt worden: Für die Großh. Gewerbe-Inspektion Gießen: 1. Wilhelm Frey, Zigarrenarbeiter in der Zigarrenfabrik von S. Bock u. Cie. in Gießen, 2. Jakob Ritsert, Lakierer in der Maschinen­fabrik von Heyligenstaedt u. Cie. in Gießen und 3. Heinrich Unterkirchen, Webmeister in der mechanischen Weberei von Grünewald und Sohn in Alsfeld.

** Leichenhalle auf dem alten Friedhof. Auch btc Leichenhalle auf dem alten Friedhose ist nunmehr fertiggestellt. Sie macht mit ihrem Oberlicht einen zwar einfachen, aber würdigen Eindruck auf den Beschauer. Es ist soviel Raum vorhanden, b<a& im Notfall darin vier Särge zu gleicher Zeit untergebracht werden können. In einem besonderen Raum ist außerdem Platz für Tote, welche an einer ansteckenden Krankheit gestorben sind. Für die jüdischen Mitbürger 'ist außer einer besonderen Leichen­kammer, welche für zwei Tote Raum bietet, ein heizbares Wärterzimmer eingerichtet. Außerdem sind aus dem alten Friedhof schon alle Vorbereitungen und Einrichtungen ge­troffen worden, welche mit der Jnkrafttretung der neuen Friedhofsordnung nötig sind.

** Der Fuß reis en de Otto Rib be stattete uns heute morgen aus der Redaktion einen Besuch ab. Er hat zu Fuß die verschiedensten Länder durchzogen und be­findet sich seit dem 1. März a u f dem Wege von Pe­tersburg über Königsberg-Berlin-Frankfurt über die Alpen nach Brindisi in Unteritalien. Dieselbe Fahrt machen auch drei Radfahrer, die am 1. Juni von Peters­burg abfuhren. Es sind drei Preise von 3000, 2000 und 1000 Mark von Petersburger Sportmännern ausgesetzt.

" Optische Täuschung. Ein biederes Schwälmer Weibchen wandelte in Alsfeld, wie dieO. Z." schreibt, den Roßmarkt entlang, vorbei an den Manufaktur- und Weißwaren-Schaufenstern der Firma D. Strauß Söhne. Ihr Blick siel in die Ladentür-Oeffnung, die ein vor dieselbe gerückter mächtiger Trumeau ^Spiegel über Lebensgröße) ausfüllte, der ihr getreues Konterfei blitzblank zurückwarf. Die Wirkung ivar überaus spaßhaft. In der Meinung, ihresgleichen leibhaftig vor sich zu haben, eilte sie überrascht auf das täuschende Bild mit ausgestreckter Hand und denl fröhlichen Gruße zu:Ei, gurre Dag, Anne-Kathereng, wo kimmst Du dann her?" Auch im Ladeninnern fand sich die Biedere nicht so schnell mit der Wirklichkeit ab und be­hauptete in drolligem Ernst, sie habe soeben ihre Schwester gesehen, bis der erheiterte Geschäftsinhaber ihretn Orientirungs- llreben zu Hilfe kam.

|| Heuchelheim, 22. Juni. Gestern feierte die hie­sige Freiwillige Feuerwehr ihr 25jähr. Stiftungsfest. Zahlreiche Wehren waren von auswärts erschienen. Zwischen 11 und 12 Uhr fand ein Brandangriff der hiesigen Wehr statt, welche Zeugnis ablegte von deren Tüchtigkeit und Schnelligkeit. Nach der Festrede, welche den edlen Zweck der Feuerwehr hervorhob und der noch lebenden 20 Mitbegründer gedachte, fand auf dem . Festplatz Konzert und Tanz statt. Die Feier wurde besonders verschönt durch die Gesangsvor-

Hoch auf sie ausbrachte. Die Frauen der Gemeinde über­reichten als Jubiläumsgeschenk ein Sopha.

ad. Darmstadt, 22. Juni. Das zweijährige Söhnchen des Architekten Paul Thiele hier, welches mit anderen Kindern auf der Viktoriastraße spielte, siel heute Nachmittag in einen Kanaleinlauf und wurde bald darauf durch das Dienstmädchen und Nachbarslcute erstickt heraus­gezogen. Anscheinend ist ihm das Spielzeug durch die Ritze in den Kanal gefallen, worauf die Kinder gemeinsam den leichten Deckel hoben, dabei wird das Kind sein schreckliches Ende gefunden haben. Auf der elektrischen Bahn wurde heute nachmittag der Fuhrmann Hch. Amend von einem Schlaganfall getroffen und blieb dabei sofort tot. Er wurde in das nahe Alicehospital verbracht.

ad. Darmstadt, 23. Juni. (Originaltelegramm desGießener Anzeigers".) Die große Gothaer Geldlotterie, die hier am 23., 24. und 25. d. M. aus- gelost werden sollte, hat die Auslosung auf Anfang Septem­ber verschoben.

Darmstadt, 22. Juni. Prinz Andreas von Griechenland, der Verlobte der Prinzessin Alice von Battenberg, welcher bekanntlich dem Garde-Drag.-Regt. Nr. 23 zugeteilt wurde, ist am Samstag hier angekommen und hat im Großh. Palais am Luisenplatz in dem früher von I. Großh. Hoheit der Frau Prinzessin Victoria von Batten­berg bewohnten Flügel Wohnung genommen. Einer Ein­ladung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs Folge leistend, be­gab sich der Prinz am Samstag nachmittag nach Jagdschloß Wolfsgarten, wo er den Sonntag zubrachte.

Mainz, 22. Juni. In den Rhein gefallen ist gestern ein Junge, der in Kastel auf einem Balken zwischen dem Landungsbock der Trajektboote und der Badeanstalt herumrutschte. Plötzlich drehte -sich der Balken und der Junge lag im Wasser. Er wurde rasch fortgetrieben, während seine Spielgefährten entsetzt davonliefen. Die Kassiererin der Trajektboote-l die diesen Vorfall, bemerkt hatte, verständigte rasch den städtischen Badewärter von Kastel, dem es mit dem Bedienskteten einer dortigen Kohlen­handlung nach vieler Mühe gelang, den Knaben zu retten. Bemerkenswert ist, daß die Binder wiederholt von dem Balken gejagt worden waren, aber sie kamen immer wieder, bis der eine in das Wasser fijel und fast ertrunken wäre. (,M. Taget»!.")

Aschaffenburg, 22. Juni. Ein bestialischer Mord hat unsere Stadt in allgemeine Aufregung versetzt. Die seit letztem Donnerstag zu Besuch bei ihrem Bruder, dem k. Obergärtner Haas hier weilende 23jährige ledige Tochter des k. Landgerichtssekretärs Haas in Bamberg machte auf Veranlassung ihres Bruders, welcher sie in Folge dringender Beschäftigung nicht begleiten konnte, am Samstag nachmittag x/24 Uhr einen Spaziergang auf den Büchelberg. Ein Feldschütz sah, daß ihr un einiger Entfernung eine Mannesperson folgte, was ihm aber infolge der besseren Kleidung des Mannes nicht besonders auffiel. Um 6 Uhr wollte Fräulein Haas von ihrem Spaziergange wieder zurück sein. Als sie nicht zurückkehrte, wurde am Sonntag Vor- mittag zur Durchstreifung der Abteilung die ganze Polizei­mannschaft aufgeboten, welche auch gegen 8/*12 Uhr auf dem Wege gegen das Haibacher Kreuz in einem Gebüsche die ent­setzlich zugerichtete Leiche des Frl. Josephine Haas auffand. Am Wege bemerkte man eine große Blutlache, die anzeigte, daß hier die Tat ausgeführt rourbe und der Mörder sodann sein Opfer in das Gebüsch schleifte. Die Leiche hat 18 Stichwunden, vier im Leibe, einen im Rücken, einen im Hals, der die Schlagader durchschnitt und die übrigen in der Brust. Die Stiche im Rücken und am Halse waren unbedingt tätlich. Weiter läßt die Lage der Leiche ersehen, daß der vertierte Verbrecher ein SMichkeits - Verbrechen an seinem Opfer verüben wollte. Zpvischen dem entmensch­ten Täter und seinem Opfer muß ein verzweifelter Kampf stattgefunden haben. Der Täter entnahm der Leiche die goldene Uhr und das Portemonnaie. Nach Aufnahme des Tatbestandes durch die Gerichtskommission wurde die Leiche ins hiesige Leichenhaus verbracht, wo die Obduktion der Leiche stattfand. Vorgestern nachmittag um 5 Uhr fiel, wie dieAsch. Ztg." schreibt, den Besuchern der Fasanerie­wirtschaft eine Mannesperson auf, die sich auffällig benahm. Es wurde hiervon die Polizei verständigt, welche zur Ver­haftung des Betreffenden schritt. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß Kragen, Kravatte und Manschetten des Ver­hafteten Blutspritzer aufweisen. Auch dessen Sacktuch ist mit Blut getränkt, aber ausgewaschen. Dar Verhaftete will durch Nasenbluten sich so zugerichtet Haber», was jedoch sehr un­wahrscheinlich ist. Auch das hippeiiartige Messer, welches sehr scharf geschliffen ist, ist nicht rein. Die Uhr wurde bei ihm nicht gefunden. Der Verhaftete legitimiert sich als der stellenlose, von seiner Frau geschiedene Kaufmann Friedrich Kollert, 27 Jahre alt, au§ Kassel. Trotz seines Leugnens wurde er in die Frohnfeste eingelieferi. Weiter rourbe letzte Nacht um 11 Uhr in Sulzbach a. M. von der hiesigen Polizei, die eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet, ein Subjekt fest­genommen, das sich am Samstag m einer Wirtschaft in Hai­bach, woselbst Herren von hier amvescnd luarcn, verdächtig benommen hatle. Es ist dies der ledige 44 Jahre alle Schneider Ernst Loewel aus Marxgrüla. Auch dieser wurde

in die Frohnfeste eingeliefert. Das weitere wird die Unter­suchung ergeben. Das auf so entsetzliche Weise ums Leben gekommene Fräulein war glückliche Braut, deren Hochzeit in Bälde stattfinden sollte.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein vom Feld berg herabkommendes Automobil stürzte um, wodurch der darin sitzende Leiter schwer verletzt wurde. Der andere Insasse konnte sich retten. In Frankfurt fand die Grundsteinlegung der neuen Mat- thäuskirche statt. In Mainz werden wieder italienische Ar­beiter ankommen. Die Bauunternehmer haben beschlossen, die ausständigen Arbeiter wieder aufzunehmen, wenn sie gewillt sind, nach den früheren Lohnsätzen zu arbeiten. Der 41. Verbandstag der hessischen landwirtschaftlichen Genossen­schaften findet am 30. Juni in Mainz statt.

Vermischtes.

Köln, 22. Juni. Bei dem gestrigen Gewitter wurden zwei Landleute auf dem Kirchgänge vom Blitz er­schlagen.

* Dortmund, 22. Juni. Gegen den früheren Direktor der in Konkurs geratenenDortmunder Handelsbank", Karl Siebert, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betrug.

* Berlin, 22. Juni. Ter Redakteur des Pariser BlattesPetit Parisien" hat auf Schloß Ronno, dem der­zeitigen Aufenthalt der Prinzessin LuisevonToskana, die Schloßherrin Mme. de St. Victor interviewt. Dieselbe erklärte, daß die Prinzessin glücklich sei, iin Schloß Ronno weilen zu dürfen. Alles Geschehene werde eines Tages vergessen werden, den traurigen würden Tage des Trostes folgen. Ter Vertreter des französischen Blattes wandte Dagegen ein, daß der Dresdner Gerichtshof doch die Scheid­ung ausgesprochen habe. Mme. St. Victor erwiderte, die gerichtliche Scheidung sei nur eine Formalität; für Katholiken gäbe es keine Scheidung.

* Bern, 22. Juni. Leopold Wölfling (der frühere Erzherzog Leopold) siedelte von Montreux nach Genf über, wo er eine Villa mieten und die Adamowitsch heiraten will.

Die Aktiengesellschaft für elektrische Unter­nehmungen in München verzeichnet für 1902 einen Verlust von 182 412 Mk. (Ende 1901 26 920 Nik. Gewinn) der auf neue Rechnung vorgetragen wird.

Luise von Habsburg - Toskana. Kaiser Franz Josef hat sicherem Vernehmen nach auf ein dies­bezügliches Ersuchen des Großherzogs von Toskana hm ge­stattet, daß die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen den Titel Kaiserliche Hoheit und den Namen Prinzessin von Habsburg-Lothringen und Tos­kana führen dürfe.

* Das Hamburger Kaiser-Denkmal, dessen Enthüllung, wie an anderer Stelle berichtet, in Anwesen­heit des Kaisers in glanzvollster Weife vollzogen wurde, ist eine hochbedeutsame Leifiung des Meisters Schilling, des Erbauers des Mederwalddenkmals. Rach dem letzteren soll das Hamburger Denkmal das umfangreichste feiner Werke sein. Es stellt den alten Kaiser im Zustande ruhiger Zu­friedenheit zu Pferde dar. Die Zügel des Tieres hängen lose herunter, unb leicht und ungezwungen beugt das feurige Tier den kurzen, schlanken ^als. Der Soael, aus dem sich die Statue erhebt, ist aus poliertem, rotem schwer dischen Granit und von einer besonderen Höhe. Dadurch wirkt das Denkmal imponierend und wird aua) nicht durch das nebenliegende mächtige Rathaus gedrückt. Aber eins fehlt dem Denkmal, das ifi die Originalität in der Idee und Auffassung, es ist ein Tenkmal des alten Kaisers, wie wir sie in deutschen Städten zahlreich besitzen. Neben dem Denkmals erheben sich zwei mächtige Flaggenmasten mit reichem Sockelschmuck. Auf dem einen Sockel ist der Ruhm des neuen Reiches, auf dem andern der Aufschwung des deutschen Handels und die Schiffahrt verherrlicht. Die Kronen dieser Flaggenmasten bilden zwei mächtige vergol­dete Kugeln, aus denen sich die vergoloete Silhouette eines Kriegs- und eines Handelsschiffes befindet. Diese Be­krönung wirkt entschieden originell, ob auch geschmackvoll, darüber läßt sich wohl streiten. Den hinteren Abschluß des großen Denkmals bilden zwei mächtige Balustraden. Vor diesen sind vier allegorische, über lebensgroße Figuren ausgestellt, welche die Einführung des einheitlichen Rechts, des einheitlichen Maß- und Münzsystems, die Gesetzgebung zum Zwecke der Fürsorge für alte, invalide und kranke Ar­beiter und endlich die einheitliche Ausgestaltung des Post­wesens und des Fernsprechverkehrs versinnbildlichen. Auf der» Ballustraden selbst sind zwei große Reliefs angebracht, von denen das eine die Kaiserprvilamation in Versailles, das andere den Empfang der aus dem letzten Feldzuge heimtehrenden hamburgischen Truppen durch den 'Senat dar- stellt. Das erste Relief schließt sich sehr eng an das bekannte Gemälde von Anton v. Werner an, vielleicht zu eng, das zweite bemüht sich, die Persönlichkeiten möglichst naturwahr wiederzugeben. Bemerkenswert ist, daß von den Mitglie­dern des Senats, welche am 17. Juni 1871 die Truppen auf demselben Platze enipftngen, wo sich heute das Denkmal erhebt, nur noch Senator O'.Swall) am Leben ist.

* Den Feuer Meldeanlagen haben in den letzten Jahren die städtischen Verwaltungen allerorts die Beacht­ung gescheiikt, die sie auch verdienen. Gerade diesen An­lagen für die öffentliche Sicherheit ist daher in derStädte - Ausstellung zu Dresden mit Recht ein wichtiger Platz eingeräumt worden. Man sieht neben dem einfachen Druckknopf zur Betätigung eines Alarmweckers den ele­ganten Melder für große Städte, Morseapparate mit Zeit­stempel, der automatiscy genau die Zeit der Meldung ver­zeichnet, Meßinstrnmenre zur dauernden Kontrolle von Gc- samtanlagen, automatische Einschalt^r der Alarmglocken, des elektrischen Lichtes rc. Akkumulatoren-Ladevorrichtungen, Regulierwiderstande vervollständigen das Blld einer mo­dernen Feuerlöschzentrale, wie sie beispielsweise in der Abteilung von Siemens L Halske zu sehen ist. Für Städte mittleren Umfanges ist ein sehr interessanter Meldcthp mit Fernsprecheinoichrung, die hinter besonderer Klappe liegend, der Pvlizei oder dem Publikum zugängig gemacht ist. Ein anderes L-ysiem, das jetzt für die Stadt Bremen ausgeführt ist, zeigt bei Betätigung eines Melders die Nummern des­selben, nachdem sie von einem Morseapparat ausgenommen sind, in besonderer Größe hinter einer Glasscyeibe und gleichzeitig geben Einschlagwerke verschiedener Größe die Zahlen des Melders in dreimaliger Wiederholung. Bei der Verwendung des Fernsprechers im Meldewesen kommt fast ausschließlich eine Zentral-Milrophon-Battcrie zur Verwendung, schließlich verdienen noch Die automatischen Feuermelder, die üi ^Heatern, Warenhäusern, Museen rc. mit Vorteil zur Verwendung kommeu, Erwähnung. Bei