Ausgabe 
23.6.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

diesen Meldern drückt eine Kontaktfeder auf die Kugel einer thermometerartig ausgebildeten Glasröhre. Diese Kugel platzt, wenn die Temperatur, für welche die Füllung der Röhre vorgesehen ist, überschritten wird, und auf diese Weise wird ein Stromkreis geschlossen oder unterbrochen, je nacy- Üem die Anlage für Ruhe- oder Arbeitsstrom vorgesehen ist; es ertönt entweder nur ein Glockenzeichen oder es wird ein Feuermelder, der im Netz der allgemeinen Feuermelde­anlagen liegt, ausgelöst. So kann die Feuerwehr alarmiert werden, noch bevor das Feuer von anderer Seite überhaupt entdeckt ist. Vorzüglich durchgebildete automatische Schalter ermöglichen den Einbau dieser automatischen Melder in vorhandene Feuermeldeanlagen.

* Attentat einer eifersüchtigen Kranken. Eine seltsame Liebestragödie hat sich in Trecotto bei Mailand abgespielt. Der dort lebende Bezirksarzt Dr. Achille Baruffalbi, ein Mann von 30 Jahren, behandelte, dem Berliner Lokalanzeiger zufolge, seit längerer Zeit eine 26 jährige, sehr gebildete, aber stark hysterische Dame, Frl. Bice Cattaneo. Diese verfolgte den Doktor geradezu mit ihrer Liebe, so daß der Arzt darauf bestand, daß bei seinen Besuchen stets die Familie der Patientin zugegen sein mußte. Dieser Tage erfuhr nun die Kranke, daß der Arzt die Absicht habe, sich zu verheiraten. Unter dem Vorwande, daß sie schwer leidend sei, ließ sie ihn rufen und schoß ihni, während er ein Rezept schrieb, aus einem Revolver, den sie unter dem Kopfkissen versteckt gehalten hatte, eine Kugel mitten ins Gesicht. Dann sprang sie aus dem Fenster auf die Straße und schrie:Ich habe den Doktor ernwrdet! Ich will mich freiwillig stellen!" Ein Bauer übergab sie den Carabinieri, die sie in das Ge­fängnis führten. Bei dem Sprung aus dem Fenster hat sie sich nur ganz unbedeutende Verletzungen zugezogen. Dagegen ist der Arzt schwer verwundet; die Kugel war ihm in den Mund ein gedrungen und hatte ihm den ganzen Kinnbacken zerschmettert.

*DieToten reiten schnell. Ein Theater-Verlag in Karlsruhe verschickt soeben ein Zirkular an die deutschen Bühnen, dessen wesentlicher Inhalt folgendes besagt: Die theaterseindlichc Hitze ist besiegt! Das Gedränge an den Theaterkassen ist enorm! Den Druck verließ soeben: Draga, Königsmord oder des Volkes Rache, Großes Sensationsschauspiel in vier Akten von Zeverin Budrowic. 1. Akt: Ein Ball am Hose von Serbien. 2. Mit: Alexander. 3. Akt: Die Verschwörung. 4. Akt: Königs­mord oder: Die Rache des Volkes. Glanzwirkung: Ser­bische Nationalhymne.

Eine Wrangel-Anekdote, die in weiteren Kreisen noch nicht bekannt sein dürfte, erzählt dieMil.-Ztg.": Ein mit dem Feldmarschall entfernt verwandter Kadett ist Sonn­tags des öfteren zu Tisch zu diesem eingeladen. Der Marschall bemerkt, daß der Kadett gewöhnlich gleich nach Tisch ver­schwindet und erst kurz vor der Rückkehr ins Kadettenkorps wieder erscheint. Er läßt ihn durch einen Diener beobachten. Der Kadett wird vom Diener beim Kneipen überrascht. Als er wieder sehr spät erscheint, bittet er Wrangel um Be­scheinigung seines Urlaubszettels. Wrangel:Warum so spät?" Kadett:Lieber Onkel, traf eine Tante, die mich so aufhielt I*Dann laß Dir von der Tante den Urlaubs­zettel bescheinigen."Ach, lieber Onkel . ?Ins Korps zurück! Marsch!"

Im Korps fragt der Hauptmann nach dem Zettel.

Verloren, Herr Hauptmann!" Dem Hauptmann kommt das verdächtig vor, er schreibt an den Feldmarschall.

Darauf von diesem folgende poetische Antwort:

War bei mich, Fraß fürchterlich Fast für zwei Ging fort um drei, Kam um acht Uhr Wieder retour.

Einen Zettel nicht bekam, Weil zu Lügen Zuflucht nahm. Sprach wat von Tante, Die nicht existiert, Hat aber stark tabagiert.

Weiter kann ich Sie nichts sagen, Müssen rhn selber danach fragen.

Müversitüts Nachrichten.

R. B. Darmstadt, 22. Juni. Tie hiesige Burschenschaft R h e n o - G u e st p h a l i a" feierte in den letzten Tagen ihr 10 - jähriges Stiftungsfest in äußerst glänzender Weise. Am ersten Festtag fand im städtischen Saalbau die Ueberreichung und Weihe einer von den Tarnen der Vereinsangehörigen gestifteten prächtigen Fahne statt und gestern abend war im Saalbau großer Fest- kommers, an welchem auch der Rektor der Technischen Hochschule, Geh. Baurat Prof. Pfarr, und eine Anzahl anderer Ehrengäste teilnahmen. Der Rektor begrüßte im Lause des Abends die Burschenschaft, die den Wahlspruch:Ehre, Freiheit, Vaterland" gewählt habe und betonte, daß es notwendig fei, in den kommenden schweren Zeiten ganze Männer 511 besitzen. Die Burschenschaft, auf Deren Vivat, crescat, floreat er einen Salamander kommandierte, möge stets des Wortes gedenken:Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen." Später gedachte Privat­dozent Major a. D., v. Psiste r-Schwaighusen der Gründung der Burschenschaft, worauf noch zahlreiche Begrüßungsansprachen aus­wärtiger Vertreter folgten.

Hamburg, 22. Juni. Die feierliche Einweihung der dou der deutschen Studentenschaft errichteten Bismarck- Säule fand gestern Abend auf dem Hamberge bet Friedrichs ruh unter Beteiligung von etwa 1000 Studenten von 44 Hochschulen und einer ungeheuren Zuschauermenge statt. Die Studenten be­gaben sich beim Anbruch der Sonnenwendenacht von Aumühle nach dem Hamberge, wo dte Säule dem Fürsten Herbert Bismarck, der eine längere Ansprache au die Studenten hielt, in feierlicher Weise übergeben wurde. .,

Studierende Frauen sind an den sämtlichen deutschen Universitäten m diesem Sommer 872 eingeschrieben, gegen 1303 im vorigen Winter und 897 im verflossenen Sommer 1 dabet fehlen Die Angaben aus Greifswald, Münster und Rostock und bezüglich der als Hospitantiitneu zugelassenen Frauen in Freiburg. Im Ein­zelnen finden wir 293 in Verltn, 90 in Bonn, 61 in Breslau, 08 in Leipzig, 45 in Würzburg. 41 in Göttingen, je 33 tn Königsberg l tnd München, 30 in Straßburg, 26 in Halle, 22 in Jena, 17 in tJÄiel, je 9 in Erlangen und Marburg, 5 in Tübingen eingeschrieben, i-'ai Freiburg sind 21 Damen immatrikuliert, in Heidelberg 30, da­neben noch 32 Damen als Hospitaiitiuneu eitigeschrleben. In Gießen sind 4 Damen als Hospitantinnenausgenommen", was etwa der Immatrikulation tn den beiden eben erwähnten Hoch- ickmlen entspricht, und 13 Damen als Hörertniten zugelassen. Man schreibt aus Göttingen: An uitsercr Universität hat sich ein staats- und versicherungswissenschaftlicher Berent gegründet, der die Förderung seiner Mitglieder tn den gcnamitcii totubicn und gemeinsamen Interessen erstrebt. Unter Teilnahme des ge° in m teil Lehrkörpers der Universität und der Ehargterlen sämtlicher Verbindungen fand am 19. d. die Einweihung der akademtscheii Turnhalle ItatL

Gerichtssaal.

R B Darmstadt, 22. Juni. Als ein überaus leicht­fertiger und sträflich unzuverlässiger Mensch erwtes sich der frühere

Gerichtsvollzieher Jakob Schmitt in Beerfelden, geb. 1862 in Bornheim bei Alzey, der sich heute vor dem Schwurgericht wegen Vergehens und Verbrechens im Amt zu verant­worten hatte. Er hat die Tochter einer in guten Verhältnissen lebenden Wittwe aus Mainz geheiratet und ist Vater von drei Kindern. Im Jahre 1898 war er vom Ministerium mit der Wahr­nehmung der Dienstverrichlungen eines Gerichtsvollziehers uuD Amtsgerichtsdieners in Beerfelden betraut worden und in dieser amtlichen Eigenschaft Hal er sich fortgesetzt Delikte zu Schulden kommen lassen; in vielen Fällen hat er ihm in seiner amtlichen Eigenschaft anvertraute Gelder unterschlagen und darauf hin die Bücher gefälscht, ferner hat er als Beamter vorsätzlich rechtlich er­hebliche Tatsachen falsch beurkundet und endlich in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, oder einem anderen Schaden xuzufügen, ihm amtlich anvertraute Urkunden bei Seite geschafft. Bei der Aufnahme amtlicher Pfändungsprotokolle ist er äußerst gewissenlos, gesetz- und instruktionswidrig verfahren, inDem er die Pfändungsprotolle nicht vorlas, sie auch häufig uiiausgefüllt unter- schreiben ließ. Auch die Führung seiner Dienstbücher war derart unvollständig und verworren, bäß er sich selber nicht darin zurecht sand. Schon im Mai v. Js. hatte Amtsrichter Tietz, jetzt in Gießen, ihm bei einer Revision eine strenge Verwarnung und genaue Belehrung zu teil werden lassen, aber alle Vermahnungen halsen nichts. Bei einer am 10. Februar d. Js. öorgenommenen Revision ergaben sich so handgreifliche Delikte, daß der Angeklagte von seinem Amte suspendiert werden mußte. Er lieferte dabei einen Dienstkassenbestand von 218 Mk. ab, es ergab sich aber ein Manko von 974 Mk., das er später teilweise ersetzte. Bei einer in der Wohnung seiner Schwiegermutter in Mainz oorgenominenen Haussuchung wurden zahlreiche, von Schmitt bei Seile geschaffte Aktenstücke, Quittungen rc. aufgefunden. Die heutige Anklage fichrte Staatsanwalt Dr. Wolfs, die Verteidigung hatte Rechtsanwalt N e u s ch ä f f e r. Es waren 27 Zeugen geladen, bereit Ver­nehmung sich bis zur Adenbstunbe ausdehnte. Da die Geschworenen dem Angeklagten milbernbe Umstänbe zubilligten, beantragte ber Staatsanwalt nur eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Das Urteil bes Genichtshofs lautete biejem Antrag entsprechen!).

Lübeck, 22. Juni. Die Strafkammer verurteilte ben Ober­postschaffner Hamer wegen Unterschlaguiig in Hohe von 5000 Mk. zu 2 Jahren Gefängnis-

Allenstein, 22. Juni. Die vom Schwurgericht wegen Gattenmorbes dreimal zum Tode verurteilte Besitzersfrau Przygodda hat die Revision angemelbet.

Wien, 22. Juni. Die Ehe des Abg. Karl Wolf wurde vor dem Senat des Zivillandesgerichts wegen beiderseitigen Ver­schuldens in geheimer Verhandlung geschieden. Sämtliche Be­weise wurden abgelehnt.

«Äuejug aus ücu Kirchenbüchern ber Staat Gieheu.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte. Lukasgemeinbe. Den 7. Juni. Dem Bahnwärter Wilhelm Nickel eine Tochter Wilhelmine Anna Luise, geboren ben 6. Mau Dem Hilfsweichensteller Karl Müller ein ©ofjn Friebrich Ernst, geboren ben 3. April. Den 14. Ium. Dem Lokonwtivheizer Wilhelm Hirbes ehre Tochter Else Luise, geboren den 25. Mai. Johannesgemeinbe. Den 7. Juni. Dem Hochbauaufseher Georg Grünig ein L>ohn Eugen Karl Valentin, geboren ben 13. März. Dem Ingenieur Peter Thome em Sohn Walbemar Karl Hans Heinrich, geboren ben 28. April. Dem Dachdecker Wilhelm Thielmann ein Sohn Konrab Lubwig Adolf, geboren ben 8. Mai. Ten 14. Juni. Dem Dachbeckermeister Karl Heck em Sohn Karl Erich, geboren ben 18. November 1902. M i l i t ä r g e m e i n d e. Dem berittenen Genbarm Heinrich Eichen­auer eine Tochter Mellie Margarete Luise, geboren ben 22. Mai.

Getraute. Lukasgemeinbe. Den 15. Juni. Dr. Fritz Ernst Karl Eurschmann, prüft. Arzt zu Buchholz in Sachsen und Martha Güngerich, Tochter bes Lanbgerichtsbirektors Dr. Gustav Güngerich zu Gießen. Johannesgemeinbe. Ten 6. Juni. Heinrich Kimbel, Bezirksfelbwebel in Wiesbaben unb Elise Haber- mehl, Tochter bes verstorbenen Schlossers Habermehl zu Gießen.

Beerdigte. Lukasgemeinbe. Den 9. Juni. Minna Kohlermann, geborene Strauch, Ehefrau des Küfermeisters Ludwig Kohlermann, 45 Jahre alt, starb ben 8. Juni. Johannes- g e m e i n b e. Den 7. Juni. Wilhelm Heinen, Metzger, Sohn bes Gärtners Johannes Heinen, 26 Jahre alt, starb ben 4. Juni. Ten 16. Juni. Maria Rosenbecker, geb. Schnnbt, Ehefrau bes stäbtischen Arbeiters Peter Rosenbecker, 37 Jahre alt, starb ben 13. Juni.

Arbeiterbewegung.

New-Port, 22. Juni. Nach einer Melbung aus Lowell in Massachusetts erklärten bie bärtigen Textilarbeiter, bie seit bem 30. März ausstänbig sinb, baß sie die Arbeir zu ben alten Lohnsätzen roieber aufnehmen wollten, ba bas Steigen bes Baum- wollepreises ben Lohnkampf inopportim mache.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

22.

22.

23.

Jnm 1903.

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lrrft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

2

753,0

13,6

7,7

67

NNW.

2

Bed. Himmel

9"

753,3

10,2

8,4

91

ENE.

2

7

754,3

9,9

7,4

82

NE.

2

V

Hoc Nie

)ste Te brigste

lnperatt

ir am

21

21.-

22. In

22.

ri 14,00

7,7°

C.

c.

Spielplan der «reinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 24. Juni geschloffen. Donnerstag den 25. Juni*):Don Juan." Freitag ben 26. Juni:Der Wilb- schütz." Samstag ben 27. Juni:Der fliegenbe Holländer." Sonntag den 28. Juni:Mignon." Montag ben 29. Juni, abends halb 8 Uhr:Die kleinen Michus."

Schauspielhaus.

Mittwoch ben 24. Juni*):Egmont." Donnerstag den 25. Juni, abenbs halb 8 Uhr:Nachtasyl." Freitag ben 26. Juni: Der Misanthrop." Hieraus:Unter Vrübern." Samstag den 27. Juni: Zyklus moderner Dramen. Neu einstudiert:Johannis­feuer." Vorher:Sittliche Forderung." Sonntag ben 28. Juni, nachmittags halb 4 Uhr:Antigone." Abenbs 7 Uhr:Der blinbe Passagier." Montag ben 29. Juni: Zyklus moberner Dramen. Nora."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Neueste Weiimugen.

Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 23. Ium. DieNat. Ztg." erfährt, daß der Staatssekretär Graf Posadowskh und Bachem bei Spahn in Leipzig eingetroffen seien, um wegen des Zusammen­gehens der Ordnungsparteien bei den Stichwahlen zu verhandeln und daß eine Einigung erzielt sei, daß Graf Posadowsky während der letzten Tage Berlin nicht verlassen habe. Es sei dagegen zutreffend, daß auch die Re­gierung dringend eine Verständigung der beiden Mittelparteien für die Stichwahlen wünsche.

Leipzig, 23. Juni. Der Verlagsbuchhändler Arthur- Schneider (Leipziger Verlagshaus) wird seit 8 Tugen v e r m i ß t. Es wurden gr 0 ß e A c c eipt- ls ch u n g e 11 in Höhe von ca. ->OOOU Mk. fest gestellt. Die Klerduugs-

stücke Schneiders sind bei Wittenberge am ElVufer fanden worden, doch ist es fraglich, ob er Selbstmord be­gangen hat.

Dresden, 23. Juni. Der verantwortliche Redakteur des WochenblattesDresdener Rundschau", Bernhard Pe­ters, wurde wegen Majestäts-Beleidigung ver­haftet. Die Beleidigung wird gefunden in einem lite­rarischen Märchen von der Prinzessin, die nicht beten konnte, sowie in einer Verhöhnung wohltätiger Spenden der Prinzessin Mathilde. Die betreffende Nummer wurde beschlagnahmt. '

London, 23. Juni. Der Zusatzantrag zum Budget, welcher die Beibehaltung des Getreidezolle s be­triffst, ist vom Unterhause mit 416 gegen 32 Stimmen ab - gelehnt worden.

London, 23. Juni. Prinzessin Viktoria, die Tochter des Königs, leidet augenblicklich- an den Folgen eines Sturzes, den sie am Freitag auf einem Balle erlitten hat. Ihr Kleid verfing sich in den Sporen eines Offiziers, wodurch das Paar zu Falt kam. Die Prinzessin wurde ohnmächtig. Der Bal'' wurde sofort abgebrochen.

Madrid, 23. Juni. Die Dubgetkommission der Kam­mer genehmigte die zollfreie Einführung der für das Denk­mal bestimmten Materialien, welches in Malaga für die beim Schiffbruch des deutschen Schulschiffes Gneis en au" Verunglückten errichtet werden soll.

Rom, 23. Juni. Der Papst hat sich nach dem Kon­sistorium sofort zu Bett begeben, da er, wie ein Kardinal mitteilt, völlig erschöpft war.

Wien, 23. Juni. Ein ausländischer über die Ereignisse in Serbien genau informierter fremder Diplomat, der Wien passierte, bestätigte, daß die Militär-Verschwörung in Belgrad mit Wissen Peters Karageorgie- ' witsch und auf Betreiben seiner Agenten erfolgt ist. Sein Wiener Vertrauensmann,Dr. Kenadowitsch habe auch die erste Meldung von der erfolgten Ermordung des Königspaares erhalten.

Belgrad, 23. Juni. TerStanyra" zufolge wird der Justizminister dem König als erste Vorlage einen Amnestievorschlag wegen politischer Ver­gehen unterbreiten. ; In einem aus Offizierskreisen stammenden Artikel in derUstava Serbija" wird das monarchische Prinzip wärmstens in Schutz genommen unb ausgeführt, daß die Ereignisse am 11. Juni dadurch ber- ursacht worden seien, daß König Alexander diesem Prinzip wiedeiholt zuwiderhandelte.

Belgrad, 23. Juni. Die Regierung hat be­schlossen, unmittelbar nach Ankunft des Königs ihm ihre Demission zu unterbreiten. Es ist fraglich, ob König Peter sie im Amte behalten wird. Man spricht von der Möglichkeit eines Beamtenministeriums. Wie verlautet, hat der Kriegsminister den König telegraphisch benach­richtigt, daß der durch ihn in Genf erfolgten Beförderung von Offizieren Hindernisse im Wege stehen. Aus Wien wird.berichtet, daß die Deputation der Belgrader Gemeinde und Bürgerschaft, die den König in Wien erwartet, dort ein- getroffen ist. Es befindet sich darunter der Bürgermeister von Belgrad, dec Gouverneur der Nationalbank, mehrere Groß-Industrielle, Grundbesitzer unb Bauern. Die Depu­tation der Kreise erwartet den König in Belgrab.

Athen, 23. Juni. Der König ordnete Htägige Hof. trauer für König Alexander und die KöniginDra; 1 an. Die Regierung wies die griechische Vertreter im Arn- lande an, den beteiligten Mächten auseinanderzusetzen, daß das Korinthenmonopol in keiner Weise Handelsverträgen entgegcnstehe. Der Preis bleibe derselbe wie bisher.

L. Pretoria, 23. Juni. Die Regierung der Trans- vaalkolonie beabsichtigt, einen Preis von 25000 Pfd. Sterling für die Entdeckung eines wirksamen Vor­beugungsmittels gegen Pferdeseuche und Blut har neu auszusetzen. Prof. Robert Kochh der zur Zeit in Rhodesia weilt, wird eingeladen werben, sich an den Forschungen zu beteiligen.

Newyork, 23. Juni. Der amerikanische Boffchafter in Berlin wird während seiner nächsten Anwesenheit in Amerika enbgütige Abmachungen bezüglich der Statue Friedrichs des Großen im Auftrage Kaiser Wilhelms treuen. Es hänge lediglich vom Kaiser ab, ob das Stand­bild errichtet werde ober nicht.

L. ©ar ato ga, (im Staate Newyork), 23. Juni. Der bekannte Nordpolforscher Leutnant Peary er­klärte in einer Unterredung, er würde gern noch einmal ben Versuch unternehmen, den Nordpol zu erreichen, falls ihm zu diesem Zwecke 150 000 Dollar zur Verfügung gestellt würden. Äne solche Summe würde ihn in ben Stand setzen, den Preis der Nordpolforschung für Amerika zu ge­winnen. Leutnant Peary glaubt zuversichitlich an seinen Er f 0 l g.

Telephonäsciher Kursbericht«

jfc'rankturc n. .11 23. Juni 1903.

3*/a% Reichsanleihe . . 101.90 30/n do. . . . 91.55 3/,% Konsols .... 101.80 30/0 do 91.40 372°/o Hessen .... 101.00 31/2% Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.95 4x[6% Oesterr. Silberrento 100.20 4% Ungar. Goldrente . . 101.65 4°/j Italien. Rente . . . 103.25 4/a% Portugiesen . . . 50.25 3°/ Portugiesen 33.10 1% C. Türken .... 34 25 Türkenlose 132.80 4% Griech. Monopo.-Anl. 45.10 4l 7 % äussere Argentiner.

3% Mexikaner . . . 25.95

4'/r' Chinesen , . . 93.75

Electric. Scbuckert . . . 93.00

Nordd. Lloyd . . . , 98 25

Kreditaktien . ... 207.10

Diskonto-Kommandit. . . 184,70 Darmstädter Bank . . . 135.50 Dresdener Bank .... 146.50 Beniner Handelsges. . . 152.80 Oesterr. Staatsbahn . . , 143.90 Lombarden 18.10 Gottbar.ibahn 192.00 Laurahütte 216.50 Bochum 173.90 Harpener 180.50 Tendenz: still.

Man warte nicht, bis die noch vorrätige Seife aufgebraucht ist, sondern nehme sofort diePatent-Myrrholin-Seife" in Gebrauch, wenn sich aufgesprungene, rissige Haut, Sommersprossen, Mitesser, Hautröte ufw. entstellen. Tiese ärztlich so warm empfohlene hygienische Toilettenfeise übt durch dasMyrrholin" auf alle jene Zustände einen äußerst günstigen Einfluß aus und wird die Wirkung von keiner anderen Seile übertroffen. Man verlange überall, auch in den Apotheken erhältlich, woselbst auch Prospekte über die hochin­teressanten Myrrholin Bilder zu haben sind, nur diePatent-Myrr- Holin-Seise" imö bestehe darauf, nur diefe zu erhalten.

Hengsten berg« Weinessig wird mit größeren

Mengen Wein bereiter. 4286

Doering's

WkN-

Der milde fettreiche Schaum dieser Seife verschont tue Harrt, klärt den Teirrl, belebt die Hauttätig feit und übt selbst auf die empfindlichste Haut feine belästigende Reizwirkung aus. FürdieKim der eine Wohltat, für die Damen cm Bedürfnis. Preis der Seife 40 Pfg. 2301