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Donnerstag 23. April 1908
153. Jahrgang
(Erstes Blatt.
fibrefle tür Tepckchen: Aazetger Glehen.
^milprfdianld)lu§Üt 61.
Nr. 94
Erscheint täglich aufeet Sonntag«.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Gechlel mit dem kesßschen landwitt btt •icbencr ZomUien. blittet ütermal tn der Woche beiflclegL
Roianontbrutf u. Verlag bet Brüh l'schen Untveri.-Buch- u_6teirt- brudem (Pievch Erden) JUMftum, trpebixioa unb Drucktreti
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GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Heer unb Flotte.
Kontrollverjammlungen. Aus Anlaß verschiedener Beschwerden sind bie Bezlltslommandos auf die genaueste Beachtung bei Vorschriften Über die Ansetzung der
Volitische Tagesschau.
Der deutsche Kronprinz
verdankt es einem freundlichen G. schick, daß die von politischen Sorgen nicht beeinträchtigten Jünglingsjahre ihm mehr alS ernst seinem kaiserlichen Vater zugemessen sind. Er selbst wrrd bie ihm nocd vergönnte Jugendfreihell zu schätzen wissen und sicherlich keine Neigung empfinden, die schonen Tage, deren Grenze ohnehin in nicht allzulanger Frist erreicht sein muß, ohne Slot abzukürzen. Das mögen sich alle in- und ausländischen Krei,e gesagt sein lassen, die schon vor der Zeit den jutigen Kaiser sonn in ihre politischen Berechnungen hereinziehen möchten, sei eS, daß sie ihn alS Statthalter nach Straßburg zu schicken oder Imit einer oder der anderen Prinzessin zu verheiraten beschlossen haben. An den Stattbalterpoiten har zweifellos lein Beteiligter gedacht, und die Vermählungssrage ist nicht
Han» Zimmer, Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien) widmen in i^er soeben erschienenen neuesten Serie vier Bändchen einige der Hauptwerke Franz Grillparzers: sie bringen von diesem großen Dichter die Dramen „Die Ahnfrau" (Nr. 1350 und 1351), „Der Traum, ein Leben" (Nr. 1352 und 1353) und „Sapph)" (Nr. 1354), sowie das geistvolle Lustspiel „Weh dem, der lügt 1" (Nr. 1349). Weder diese klassischen Schöpfungen noch Friedrich Halms dramatisches Gedicht „Der Sohn der Wildnis" (Nr. 1343 und 1344) oder Wilhelm 0. Kügel - gens „Jugenderinnerungen eines alten Mannes" (Nr. 1335 bis 1342), ein Lieblingsbuch der deutschen Familie, durften in der Sammlung fehlen, deren Bestreben, nicht bloß für die Unterhaltung, sondern auch für fesselnde Belehrung wellester Volkskreise zu wirken, in der hochinteressanten kulturgeschichtlichen Schrift Professor Dr. Melchior Thomms über „Femgericht und Hexenprvzesse" (fltr. 1345—1347) zur glücklichsten Betätigung gelangt Zur Ausführung durch studentische und vaterländische Vereine, aber auch »ur häuslichen Lektüre patriotischer Familien eignet sich des bekannten Dichters Julius Risfert kraftvolles „Spiel vom Fürsten Bismarck" (Nr. 1348), während endlich die drei beliebtesten Possen „Ein gebildeter Hausknecht", „Haussegen", „Dokbor Peschke") von David üalisch (Nr. 1355 und 1356) und Friedrich Gerstäckers Erzählung ,Herrn Mahlhubers Reiseabenteuer" (Nr. 1357 und 1358) allen Freunden des Humors warm zu empfehlen sind. — Der Preis jeder Nummer beträgt 10 Psg.
Gabriele d'Ännu nzio: Die Novellen der Pescara. i.S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. Mk. 3,0. In der Nähe der Stadt Pescara, auf dem Meere, ist d'An- nunzio, der Dichter der „Toten Stadt", geboren. Und die Landschaft um den Fluß Pescara, zwischen dem Gran Sasso d'Jtalia und dem adriatischen Meere, eine echte Abruzzen- landschaft, ist ihm vertraut, wie jedem Dichter seine Heimat vertraut ift In den vorliegenden Novellen schildert er sie, nicht freilich mit sentimentaler Befangenheit, sondern als der Zolaschüler, als den chn die Leioenschaft, wahr zu sehen, sich betätigen hieß. Seine Kenntnis der realen Verhältnisse ist erstauillich; er hat alles gesehen, alles beobachtet unb verglichen Er kennt bie ')katur an ihrem Feiertag unb in ihrer Ar bell. Er schildert sie mit seiner reichen, üppigen Sprache, hinreißend; und zeichnet in dieses Paradies bann
(tin Wohldild oaB Spanien.
Die Wahlen zur spanischen Depot ter tenkammer stehen bevor. Es gibt, Serbien ausgenommen, vielleicht keinen anderen europäischen Staat, in dem bie amtliche Wahlbeeinflussung so ungeniert betrieben wird, wie in Spanien. Die von den Ministern inspiriere Presse bfleat dort vor der Wahl eine ziffernmäßige Schätzung beS Wahlergebnisses zu verösjentlichen Die,e Ergebnisse herbei-u- jühren sind die Behörden unb die auf deren Gunst angewiesenen Bürger nach Kräften bemüht. Cb nun Konservative ober Liberale bie Regierung in Händen haben, daö macht in bieser Hinsicht keinen Unterschied. So war eS wenigstens bisher. Die oppositionelle Stimmung ist inbefien in letzter Zell im spanischen Volle beträchtlich erstarkt; darüber gibt sich auch die Regierung keiner Täusch- ung hin. Sie läßt durch ihre Presse herausrechnen, daß bei den bevorstehenden Wahlen der Cpposllion etwa ein Drittel sämtlicher Kammer Mandate zu fallen werde. ES dürfte den Behörden unb ihrem Anhang nicht leicht werden, den Erfolg der Regierungsgegner auf dieses Maß zu be- fdränten. Der Ministerpräsident Silvela setzt gewissermaßen seine staatsmännische Existenz auf diese Wahl karte, wobei ihn, und neben ihm den jungen König selbst, weniger die Wahlchancen der Liberalen als der Republikaner beunruhigen mögen, und zwar besonders bie Ehancen der letzteren in Madrid.
Der Lehrermangel
an den preußischen Volksschulen ist noch immer, nicht behoben, und eS ist sehr fragliche ob er überhaupt beseitigt werden kann, wenn die preußische Regierung sich nicht entsck>ließt, durch eine Novelle -um LehrerbcsvldungS- gesetz die in der Gehaltsfrage zurzeit bestehenden Ungleichheiten und Härten abzustellen. Mehrfach Haden die Gemeinden Ersatz zu schassen gejuck-t durch Berufung weiblicher Lehrkräfte; doch die hiermit gemachten Ersahrungen sind nicht butctyvefl günstig. ES werden well öfter alS bei den männlidjen Lehrträsten aus Gesundheitsrüasichten Beurlaubungen und Stellvertretungen erforderlich Etn Mangel an Lehrern macht sich auch im höheren Schulwesen Preußen- bemerkbar. Die jungen Probckanbi- baten, namentlich Neusprachler und Germanisten mit voller Fakultas, haben die Auswahl unter den Anstalten, an denen sich ihnen endgiltige Anstellung bietet. Eigenartig liegen die Verhältnisse bei d?n Theologen. Die Entlohnung, namentlich der jüngeren Geisllick)en, ist so unzulänglich, daß bie Zahl der Theologie Studierenden von Jahr zu Jahr sinkt. Gleichwohl mufjen bie Predigtamtslandidaten jo lange auf Ansiellling iuanen, baß nicht wenige -ur nachträglichen Absolvierung beS Cderlehrerexamens oder zum Uebertritt in freie Berufe sich entschließen.
hart bie Schlange ein: das in Luft unb Leid elende Treiben der Menschmi einer degenerierten Rasse. ES ist im wahren Sinne ein menschliches Dokument, — das einigermaßen d'Annunzios späterer Verherrlichung der lateinischen Rasse widerspricht.
Friedrich Spielhagen Romane — Neue Folge. — Wohlfeile Lieferungsausgabe in 50 Lieferungen ä 35 Psg. (Verlag von L. Sdaackmann in Leipzig.) — Die Lieferungen 7—10 bringen bie Fortsetzung und ben Scbluß des umfangreichen Nvmanes „S 0 n -n t a g s k i n d", welcher bereits in acht Auflagen verbreitet ift Mit Recht hat man darüber geklagt, baß bie beutschen Romane im Buchhandel zu teuer sind; ein starker Band ber bekannten Pariser großen Firmen kostet 3 Fr cs. 50 E. und bie englischen Roman- tlassiker, wie „The people" Tickens', einen Schilling. Diese Leistungen sinb hiermll übertroffen, benn bie hier gebotene Ausgabe bietet in Ausgabe unb Preis bas, was man von Werken, bie wert sind, Gemeingut ber Nation zu werden, erwarten darf. Tas Unternehmen verdient allfeuige Unterstützung, unb man kann nur feine Genugtuung darüber ausdrücken, daß sich die Leipziger Verlaashandlung zur Herausgabe der neuen Serie entschlossen hat.
Wohlbrück, Olga, Vo r t r a g s m ap pe. Eine Sammlung ernster unb hellerer Vortragsbichtungen für deklamatorische illiterhallungen und gesellige Kreife. Verlag von Hermann Gesenius in Halle. Brosch 2,40 Mk. — ES gibt gar viele Gedichtsammlungen, die Vortragszwecken dienen sollen, aber nur wenige, bie ihre Mission auch wirk- lich erfüllen. Olga Wohlbrück, die Gattin bes Schriftstellers Maximllian Bem, als früheres Mitglied ber Wohlzoaenschen Ueberbretllgcsrllschast tu kann t, gehört zu jenen Schriftstellerinnen, bie für ein solches Unternehmen ganz besonders geeignet erscheinen Als ausübende Künstlerlli hat sie aelernt, das Wirksame vom Unwirksamen zu unterscheiden, als geistvolle Dame von feinem Takt unb erlesenem Geschmack in literarischen Dingen trifft sie bie richtige Wahl, wenn es gilt, vom Guten bas Beste zu wählen ‘JJlan wirb in bem vorliegenden Buch mit Befriedigung alte Bekannte von Gewicht roieberfinben unb nicht minderem Vergnügen manche neue Bekanntschaft anknüpfen Ernste und heilere Dichtungen, für ben Bortrag wie geschaffen, bietet die Sammlung in Fälle. Wir können die „Mappe" wärmstens empfehlen
bau wiedergewonnen. Dem deutschen dandel wlld mit der Bagdad bahn ein äußerst wichtige- Absatzgebiet geschaffen Grund genug, um jeden Patrioten für die Bagdadbahn zu interessieren
Man schreibt unö auS Berlin, 2L April, von anderer <SCll6» konnte nicht ausbleiben, daß die vollzogene Tatsache der Bagdadbahn-Konzession die Gegner des Unternehmens in England aufs neue mobil macht. Ein vorwiegend durch deutsche Tatkraft gefördertes Projekt, Deutschland als Wettbewerber gegen den englischen Handel im Orient, Niehr- ung des deutschen Einflusses in ber Türkei, mehr bedarf es nicht an Zukiuistsperspekliven, um das Blut ber lieben Vettern in Wallung zu bringen. Wie immer, führt auch hier die „Times^^ den Kampf an DaS Cityblatt hat den Text der Konvention studiert unb herausgefunden, daß Ministerpräsident Balfour gründlich im Irrtum war, als er im Unterhause die Besorgnisse seiner Landsleute damll zu beschwichtigen suchte, die Bagdadbuhn sei em internationales Unternehmen, unb baß es besser sei, cS b.sinde sich in Hänben von brei großen Mächten, nämlich England, Deutschland und Frankreich als in ben Händen von zwei Mackft.cn ober nur einer Diacht. Die „Times" setzt bemgeaenuber zum Beweis ihrer Behauptung, baß bie Bahn eine deutsche lein werde, höchst einfach voraus, daß die drei türkischen Mitglieder des Berwallungsrals — elf Mitglieder umsa|send — unter deutschem Einfluß stehen würden Also drei deutsche und drei türkische Stimmen sichern die Mehrhell Das Exempcl ist in der Tat überraschend einfach Aber auf der Grundlage kühner Vermutungen läßt sich eben alleS beweisen Tie Opposition geht augenscheinlich darauf aus, die Beteiligung Englands an dem Unternehmen so kostbar alS möglich zu mack-en, zu dem Zweck, ßugeflänbnifje beraud- zuschlagen Das ist ein nicht eben neuer Geschastskniff. Wie man in London den Nutzen der Bagdadbahn für England bestreiten will und lediglich den beutfd^n und den türkischen Vortell gelten läßt, ist nur unter diesem Gesichtspunkt verständlich Wenn England nur ben einen Nutzen von ber Bahn hätte, ben Loro Balfour erwähnte: die Erlanaung des kürzesten Weges nach Jnbien, so sälll bas schon schwer genug in bie Wagschale, um bie englische Regierung wie bas englische Kapital sehr lebhaft zu interessieren
Wtedergkwouurne Kulturstätte».
(Von einem gelegentlichen Mitarbeiter.)
Es ist bekannt, daß beutfche Jnpenieure unb deutsche Kapitalisten begonnen haben, ein Riesenbauwerk durchzuführen, wie es einzig dasteht in ber Welt, nämlich Konia unb den Persischen Meerbusen durch einen über 2300 Kilometer langen Schienenstrang zu verbinden, ber Hindernisse überwinden sott, gegen die bisher bet menschliche Geist ohnmächtig war. Die Bahn burchschncidet bas älteste Kulturland ber Erde, daS sich zwischen ben beiden Flüssen Euphrat und Tigris ausbrellet. Vor Jahrtausenden wohnten hier viele Millionen von Menschen, bie wohlhabend unb steuer- kräftig waren und eine sehr hohe Kultur erreicht hatten, von der unzählige Ruinen und Trümmerhaufen beredtes Zeugnis ablegen. Heute wird baS ungeheure Territorium von wenigen Hunderttaufenben zum größten Teile armer und zerlumpter Menschen bevölkrrt. Bewohnt in dem Sinne wie Deutschland ist Mesopotamien nie gewesen. Es handelte sich stets um Bevölkerungsoasen von der verschiedensten Ausdehnung, die in dem Lande zerstreut lagen. Ausgenommen davon ist eine weite Ebene im nördlichen Mesopotamien, die sich zwischen Urfa unb Mosul ausbreitet. Hier ist fruchtbares Land und ein solcher Regenreichtum, daß von 6 bis 7 Eniten nur eine bis zwei mangelhaft sind. Im übrigen Dell beS Landes genügt ber Regen nicht, um die Feldfrüchte zur Entwicklung und Reife zu bringen. Das Land ist beShall) nur soweit bebaubar, als man durch künft- lich« Bewässerung ben Regenmangel ersetzen kann. Ter Persische Meerbufen erstreckte sich früher viel weiter nack- 9iorben. Er drang ehemals ebenso tief ins Land hinein wie bas fltote Meer. Die Doppclströme Euphrat unb Tigris lagerten bie mllgeführten festen Stosse, Sand, Holz, Pstanzen usw. an ihren Münbungen ab, so wurde das Ufer des Persischen Meerbusens immer mehr nach Süden zurück- gedrängt. Wo vorhcr das Wellmeer geflutet, hallen die Jahrtausende ellie äußerst fruchtbare Alluvialebene gc- - schassen. In dieser Ebene liegt Bagdad.
Wenige Meilen südlich davon deutet eine ungeheure trümmeriiätte den Ort an, an dem Babylon ge|ianb..i hat. Ein raffiniert durchgesührles LAnalnetz burck-fchnitt bie ganze Ebene des Alluviums und verwandelte eine Wüste, größer als das Königreich Sachsen, in sruchdaren Ackerboden. Das war natürlich nur bei dichter Bevölkerung unb einer festen, starken Regieruna möglich die auf einen Fingerzeig mehrere Tausend Menschen an gesährdeie Tamm st eilen dirigieren konnte. Dammbrüche, bie im 6. und 7. Jahrhundert erfolgten, versumpften das Land, Epidemien unb Kriege dezimierten die Bevölkerung, unb heute ist das ganze Land öde Wüstenei. Beide Verkehrszentren, iroikben Ursa-Mvsul und um Bagdad, sind spärlich bevölkert Tas Land ist zum Anbau von Weizen, Gerste, Reis und Baumwolle geeignet Die Raub- und Plünder- unaszüge der kriegerifchen Steppen- und Wüstenstämme stören bie friedliche Arbeit des Landmanns. Wäre es möglich diesen Landstrichen einen dauernden Frieden zu geben, was bisher dem Sultan trotz eifriger Bemühungen nicht gelungen ist, so wäre damit die Grundlage für eine neue Äultur geschaffen. Dieser langersehnte Friede wird von der Bagdadbahn erhofft Zwei Länder komplexe von bet Größe ber LlpenninenHalbinsel und Sachsens, die tvotz ihrer Fruchtbarkeit unbenutzt blieben, werden dem Acker-
FeuiUeton.
Ter Verlag von Hermann Seemann Nachf. in Leipzig brachte soeben eine außerordentliche Illerarische Erscheinung zur Ausgabe. Goethes „Dichtung unb Wahrheit' erscheint hier in neuem, höchst originellem Gewände. Well davon entfernt in ben üblichen Prachch- werkstil zu verfallen, ging bas Bestreben bes Verlags augenscheinlich bahin, einen für weiteste Kreise geeigneten Ge- fchenkartike I, nicht eine ©ereidjerung der Wissenschaft, zu schassen Tie innere und äußere Ausstattung ist von höchster fliuhe und Vornehmhell Dem Jnhalle des Werkes entsprechend, ist von jedem spezifisch modernen Buchzierrat abgesehen, vielmehr, und darin beruht der Gegensatz zu, soweit wir wissen, allen bisherigen illustrierten Kla;siker- ausgaben, ift der Hauptnachdruck auf durchaus authentische zeitgemäße Illustration gelegt DaS vorliegende Werk enthält nur solche Bilder, welche tatsächlich Bezug auf ben Inhalt haben, also die Bilber jener Städte und Personen, welche in Goethes „Dichtung und Wahrheit" eine Rolle spielen, unb aus jener Zell stammen. Die wenigen barui verwendeten Zier-, spez. Schlußstücke sind in diesem Werke ium erstenmale aus alten Sammlungen reproduziert und tammen aus bet Jugendzeit Goethes. Ein großer Teil .er Illustrationen wird zum erstenmale in diesem Werk verössenllicht, ber Herausgeber selbst, Gehcimerat Prof. Dr. Wülker, fotoie sein Bruder in Frankfurt haben ihre reichhaltigen Goethesammliingen speziell für dieses Werk zur Verfügung gestellt Die Schrift stammt ebenfalls aus der Zeit von "ca. 1800 und ist nach alten Matern ausgegossen. Tas Werk kostet 15 Mk.
August Strinbb erg eroberte sich längst schon als Sramatifer bie Bühne. Sein „Erich XIV." (Herrn. Seemann Nachs., Leipzig, Mk. 1.-) ist am Schweriner Hof- tbcater mit Jubel ausgenommen worden, etnnbberg stellt in dieser Eharaktertragöbie eine Hamletnatur auf dem Throne bar und zeigt mit großartiger Tichtergewall ihr Schicksal. Jebensalls kennen diejenigen, bie in strinbberg nur den Dicker bes „Frauenhasses" sehen, ihn am wenigsten. Sein Werk ist eine ber stärksten Leistungen aus dem Gebiete bes historischen Dramas.
Meyers Volksb üLcr iherausgegeben von Dr.
dringlich; wenn sie einmal gelöst wird, bewährt sich den bisherigen Prophezeiungen gegenüber am Ende die Süeis- hell dco Satzes: „Es kommt immer anders.


