Ausgabe 
23.3.1903 Erstes Blatt
 
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Auch das Gesetz über die Ergänzung der Einnahmen pro 1903 wird ohne Debatte genehmigt._____________________________

Britische Tagesschau.

Ter Kaiser unb das Wahlgeheimnis.

Die LondonerDaily News- erzählen ihren Lesern, e8 fei der Kaiser, der bei den Reichstagswahlen die Wahrung deS Wahlgeheimnisses mehr gesichert zu sehen wünsche. Der Kaiser glaube, daß der Arbeiter durch die sozial­politische Agitation gezwungen werde, für Bebel und sein Gefolge zu stimmen.Man befreie den Arbeiter, und er werde sofort für die Unternehmer und Grundbesitzer stimmen, wie ihm dies fern natürlicher Instinkt oorschreibt.- Der Kaiser werde durch einen einfachen und lehrreichen Vor­fall in dieser Ansicht bestärkt. Als er eines Tages durch die Straßen einer Stadt fuhr, m der gerade zu derselben Stunde sozialistische Versammlungen abgehalten wtirden, verließen die Sozialisten diese Versammlungen, um den Kaiser zu begrüßen. Zu Hunderten hatten sie sich versammelt, und statt in düsterem Schweigen auf den Kaiser zu sehen, lüfteten sie ihre Hüte wie alle anderen Leute. Daraus schließe der Kaiser, daß der Teufel nicht so schwarz ist, wie man ihn gemalt hat, und daß der Reichstag ganz anders ausschcn werde als heute, wenn man den armen Arbeitern Gelegenheit bietet, ihrem eigenen Antriebe zu folgen. Und ein solcher Reformvorschlag stoße nicht etwa bei den finsteren demagogischen Agitatoren, sondern bei der konservativen Partei auf Widerstand I

Die Geschichte ist ja sehr hübsch, aber wir muffen doch 6enDaily News- die Verantwortung dafür überlassen.

Bon bajuvarischer Preßpolemik

gibt die folgende Auslassung eines bayerischen Blattes über eine politische Versammlung in München eine anmutige Probe:

Die Läuse, die das Ministerium Crailsheim-Feilitzsch in den bayerischen Pelz gesetzt hat, fangen an, mit unerhörter Un° versrorenheit ihrem Uebermut die Zügel schießen zu lassen. Und nun ausgepaßt, ihr bisher liberalen M ü n ch e n c r Trottel.! In der liberalen Radauoersammlung vom vorigen Montag ver° stieg sich der Französlmg Graf Du Moulm Eckart zu dem Grade der Ungebühr, daß er das Denkmal unseres unsterblichen Glaubens­und Krieashelden Tilly in der Feldherrnhalle für eine Schmach erklärte. Unter demBeisallsgebrüUe einer aus Preußen, Bettel­preußen und sonstigem minderwertigen Volke bestehenden Herde vonnationalen" Reichsbüffeln erkühnte sich ein stall- deutscher Hetzapostel französischer Abstammung, das An­denken des kaiserlichen und zugleich kurbayenschen Feldmarschalls Tilly, des zweifellos größten Generals, der je eine bayerische Armee kommandierte, in unerhörter Weise zu beschimpfen. -

Gefellschaft für Soziale Reform.

Unter dem Vorsitz des Staatsmirusters a. D. l^cellenz Frhr. v. B e r l e p^s ch fand, wie man uns schreibt, am 21.März zu Berlin eine Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft für Soziale Reform statt. Zunächst wurde die vom Vorstande vorgelegte Resolution über den Zehnstundentag der Fabrik­arbeiterinnen besprochen. Von einer Erörterung wurde mit Rücksicht darauf, daß diese Frage auf der Generalversamm- Inna in Köln am 21./22. September 1902 eingehend be­handelt worden ist und daß im Reichstage die gleiche Forderung von verschiedenen Parteien erhoben worden ist, Abstand genommen. Indessen beschloß man einstimmig, nachstehende Resolution anzunehmen:

Der Ausschuß erklärt die Herabsetzung der für Frauen gesetzlich zulässigen Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden für unerläßlich, und mit Rücksicht auf die Er­hebungen des In- und Auslandes, sowie auf den jetzigen Stand der Arbeitszeit in Deutschland für alsbald aus­führbar.

Er behält sich im übrigen den definitiven Beschluß einer Resolution bis nach Eingang der von der Reichs­regierung über die Verkürzung der Arbeitszett der Frauen erforderten Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten vor, um sich dann auch über die Fragen der Ueberarbeit, des früheren Arbeitsschlusses an den Vorabenden der Sonn- und Festtage, der Bemessung der Pausen, des be­sonderen Schutzes der Wöchnerinnen und der Gewährung einer Uebcrgangssrist auszusprechen. _

Bezüglich der Ausdehnung des Schutzalters der ju- aendlichen Arbettcr vom 16. aus das 18. Lebensjahr, be­hält sich der Ausschuß eine Beschlußfassung bis nach Be­endigung noch erforderlicher Vorarbeiten vor."

Dre Arbeiterkonsumvcreine bildeten den zweiten Punkt der Tagesordnung. Die hierüber von Dr. N. Riehn und Arbeitcrsekretär Giesbcrts erstatteten Referate werden demnächst als Heft 9 derSchriften" der Gesell­schaft erscheinen. 'Rach einer lebhaften Debatte über dieses Thema wurde folgende Resolution angenommen:

Es ist das unbestreitbare Recht der Arbeiter, ver­mittelst der durch die Gesetzgebung ihnen ermöglichten genossenschaftlichen Selbsthilfe ihre wirtschaftliche und soziale Lage zu verbessern. Durch die Errichtung von Konsumvereinen fördern sie eine der fortschreitenden Wirt­schafts- und Verkchrsenttvickelung entsprechende, zweck­mäßigere Art der Warenvermck.lnna, die beträchtliche ma­terielle Vorteile bietet, in erheblichem Maste erzieherisch aus die Arbeiter wirkt und im Zmeresse der wirtschaft­lich schwächsten Käufer ein heilsames Gegengewicht gegen die Kartelle der Unternehmer bildet. Zn diesem Sinne sind die Arbeiterkonsumvereine ein nützliches Glied in der organischen Entwickelung unseres Wirtschaftslebens, ein wirksames Mittel zur wirtschaftlichen und geistigen Hebung des Arbeiterstandes und eine kräftige Stütze für die auswärts strebende Arbeiterbewegung. Deshalb sirrd die Hindernisse und Anfeindungen, welche die Arbeiter- konsumvereine int Gegensatz zu den genossenschaftlichen Organisationen anderer Stände verschiedentlich erfahren, aufs lebhafteste zu beklagen, namentlich wenn sie sich in Maßregeln der Gesetzgebung uni) Verwaltung äußern. Cs erscheint dringend geboten, daß eine sachliche Beurteil­ung der volkswirtfchasllichen uird sozialen Wirkungen der Arbetterkonsumvereine an Stelle der bestehenden unge­rechten Vorurteile tritt."

Ferner wurde beschossen, die Frage der Arbeiterkam­mern eingehend zn untersuchen und zu den Beratungen des permanenten Komitees der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz über Frauennachtarbeit, PhoSphor- verbot und Bleifarben Delegierte zu entsenden.

Die Ablehnung, bezw. Abschaffung kommunaler Diersteuern ist erfreulicherweise in verschiedenen Orlen, und zwar au5 Billigkeilsgründen, weniger, weil man sich keinen Erfolg da­von versprach, erfolgt. So hat der Gemeinderal von Hamm i. W. die Ablehnung einer angeregten Bicrsteuer wie folgt begründet:Die bei anderen Stadtverwaltungen ein­

gezogen en Erkundigungen haben ergeben, daß die Biersleuer erst in sehr wenigen Städten zur Einführung gelangt ist; in einigen Städten, wo sie zur Einführung gelangte, wurde sie schon nach Verlauf einiger Jahre abgeschafft, in anderen Städten wurde sie zu wiederholten Rialen beantragt, aber von der Stadtverordneten - Versammlung stets abgelehnt, überall, wo sie eingeführt ist, wird sie nicht von den Kon­sumenten getragen, trotzdem ist die Biersleuer anscheinend höchst unpopulär. Ter Magistrat konnte sich hiernach nicht entschließen, den Stadtverordneten eine Biersleuer-Vorlage zu unterbreiten.' In Castrop (Wests.) erfolgte die Ablehnung seitens der Stadtverordneten mit der Begründung, daß die Steuereinen Stand treffen würde, der sowieso nicht aus Rosen gebettet sei-. Die Gemeinde Kaan-Manenborn (Rheinproomz) hat ihre Kommunal-Biersteuer wieder ab­geschafft, weil, wie es in dem Beschluß heißt,diese eine un­gerechte Doppelbesteuerung eines einzelnen Gewerbes bedeute und das Braugewerbe ohnehin durch die im neuen Zolltarif vorgesehene wesentliche Erhöhung des Zolles auf Gerste aufs neue nicht unbedeutend belastet würde". Endlich hat in Fürth die Anregung zur Erhöhung des Lokalmalzaufrschlags in einer der letzten Sitzungen des Gemeindekollegiums keinerlei Gegenliebe gefunden.

ie Neuwahlen zum Reichstage, die im herannahenden zweiten viertel dieser Jahres stattfinden und für die weitere Ent­wickelung unserer reichspolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von entscheidender Bedeutung sein werden, machen es jedem Manne zur Pflicht, aus der Teilnahmlosigleit, die leider immer weitere «reise unseres voller befällt, hervorzutreten und sich zu orientieren sowie auf dem Laufenden zu erhalten über alle die Gesichtrpuntte, die bei den Wahlen ins Auge zu fasien sind, sollen diese in Wahrheit zum Wohle unsere; grohen deutschen Vaterländer beitragen.

Var beste und einzig sichere Mittel zu solcher Information ist dar Lesen einer

gut, schnell, zuverlässig und ob­jektiv berichtenden, sorgfältig zu­sammengestellten Tageszeitung,

wie sie für öas Gebiet der Provinz Gberhesserr und der benachbarten preußischen Ureise der

Gießener Anzeiger,

dar größte politische, zur Zeit der Parlaments- tagungen in der Stadt Sieben zweimal täglich erscheinende ©tgan in den genannten vezirlen, darstellt. 3n ve-ug auf Schnelligleit der Bericht­erstattung und hinsichtlich feiner Reichhaltigleit, m t den Blättern der Srotzstädte foniurrierenö, bietet der Siebener Anzeiger fortgesetzt ein getreues Spiegelbild des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens, unterrichtet über alle be- ntertensroerten Vorgänge auf dem Gebiete der Wissenschaft und rinnst und darf sich rühmen, mit seinen NachrichtenAns Stadt und Land" in seinem wetten verbreilungsbezirl unerreicht da­zustehen. ,

3e frühzeitiger die Bestellungen erfolgen, desto gröber ist die Garantie, die für rechtzeitige und pllnltiiche Lieferung geleistet werden tann. wir bitten deshalb, die Erneuerung der Abonne­ments, resp. Neubestellungen auf den (Siebener Anzeiger alsbald bei der nächsten Postanstalt, bei den Nricsirägern oder in unserer Ex. pcdition bewirten zu wollen. Die Seitungsträger und Zweigstellen liefern den (Siebener Anzeiger weiter, falls keine Abbestellung erfolgt

Anzeigen jeder Art finden, schon wegen der groben Verbreitung des Siebener Anzeigers, unter dem lauslräftigen Publikum ganz Gberhesienr die denkbar weiteste und ersolgreichfte Wirkung.

Luise von Toscana.

DerFränk. Kurier- bringt einen offenbar von offiziöser Seite aus Dresden lancierten Artikel, der sich mit dem Er- laß des Königs Georg von Sachsen beschäftigt. Der Erlaß bezeichnet haarscharf die Grenzen der Spannung zwischen König Georg und dem sächsischen Thron­folger. Die scharfen, gegen die Prinzessin Luise von Tos­kana gerichteten Ausdrücke in dem Erlaß sind, wie man am toskanischen Hofe annimmt, erst im letzten Augenblick einge­fügt worden, und zwar erst in dem Zeitpunkt, als es fest- stand, daß Kaiser Wilhelm II. zmy Besuch des Königs vor dessen Abreise nach Italien in Dresden erscheinen werde. Unter der Begeisterung deS Kaiserempfangs in Dresden er­folgte der Erlaß König Georgs als Antwort für den Kron­prinz von Sachsen, auf dessen Initiative mit die Veröffent­lichung der UrtcilSgrünbe der Ehescheidung deS Kronprinzen- paares unterblieben ist. Ter Erlaß sollte die Antwort für die Prinzessin und das Haus Toskana sein, welche immer noch an das Herz des Kronprinzen und ihrer Familie appel­lierten und einer in Sachsen zunehmenden Fraucnbeweg- ung zu ©unnen einer Aussöhnung die Spitze abbrechen. Der offiziöse Artikel betont ferner, am Dresdener Hofe könne von der Herrschaft einer Iesuitenpartei keine Rede sein. Die Gefühle König Georgs allein und ausschließlich seien bei allen Bestimmungen gegen die Prinzessin Luise von ToSkana

maßgebend gewesen; diese Gefühle haben im Verlaufe der Entwickelung keine Milderung erfahren im Gegenteil. WaS in dem Erlaß ausgedrückt ist, findet sich aber auch in den Bestimmungen, die der König für den Fall seines TodeS getroffen hat. Es ist mit kurzen Worten dem Kronprinzen, wenn er den Thron deS Königreichs Sachsen besteigen will, jede Möglichkeit genommen, anders zu handeln als sein Vater bestimmt und das Land, das Volk durch den Erlaß erfahren hat. Aus den scharfen Worten in dem Erlaß und dem Satzeschon lange im Stillen gefallenen Frau- fei ersichtlich, daß man am Hofe zu Dresdenkein so außerordentliches Gewicht daraus legt, daS zu erwartende Kind der Prinzeffin ausgeliefert zu erhalten-, um welches sich sehr wahrscheinlich ein Streit um den Perso­nalstand erheben wird.

Prinzessin Luise, welche durch den Erlaß, von dem sie sofort Kenntnis erhielt, aufs Tiefste erschüttert und erregt wurde, bestreitet auf das Entschiedenste und wird nach Be­ratung mit ihrer Familie und den Anwälten in irgend einer Forni es öffentlich kundgeben, daß durch die Worte König Georgs in dem Erlaß:Die ungebänbigte Leidenschaft einer schon lange im Stillen tief gefallenen Frau- Anderes als die Eheirrung mit Giron, die zugegeben wird, gemeint sein könne; die Prinzessin bestreitet entschieden, daß neue Momente ge­funden worden seien. Auch die Familie der Prinzessin ist durch den Erlaß tief gebeugt, da er in dieser Form unerhofft kam. Tie Veröffentlichung m der Zeit, in der König Georg einen Besuch in Wien beabsichtige, zeige, daß auch Kaiser Franz Josef die gleiche Auffassung der Lage habe.

Heer und Flotte.

Das 3. Garde-Regiment z. F. in Berlin begeht, wie man uns schreibt, am 1. April sein 25jähriges Garnison-Jubiläum. Am 1. April 1878 verließ eS morgens halb 7 Uhr seine alte Garnison Hannover. 4 Uhr nachmittags traf es in Berlin ein, begrüßt vom nachmaligen Kaiser Friedrich, dem jetzigen Kaiser, dem Prinzen Heinrich und den direkten Vorgesetzten. Kaiser Wilhelm L ließ die Bataillone am historischen Eckfenster Dorbeibefilieren. Dieses Jubiläum begehen dieEhemaligen- am 1. April im Deutschen Hof' zu Berlin durch einenGeneral-Appell- und fordern alle ehemalige Kameraden des Regiments auf, sich an diesem Kommers zu beteiligen unb sich beim Vorsitzenbcn des Vereins ehemaliger Äamerabcn bes 3. Garde-Regi­ments z. F., dem Fabrikbesitzer Kühn, Gitschinerstraße 79. anzumelden.

Allgemeiner Aertcht Über die städtische Aer- wultung un Jayre 1901/02.

Die Stadtverordneten-Versammlung hat mit Unter­brechung von Mitte August bis Mitte September in 22 Sitzungen 725 Gegenstände verhandelt, gegenüber 27 Sitzungen und 591 Gegenständen im Vorjahr. Der stärkste Besuch einer Sitzung bestand aus dem Bürgermeister, 3 Bei­geordneten und 29 Stadtverordneten, der schwächste uns dem Bürgermeister, 2 Beigeordneten und 17 Stadtverord­neten. 3in Durchschnitt haben an jeder Sitzung 20 Stadt­verordnete und jeder Stadtverordnete an 16 Sitzungen teil* genommen.

Die Deputationen und Kommissionen der Stadtverordneten-Versammlung waren während des Be­richtsjahres beschäftigt wie folgt: die Bau d e p u t a t i o n, Kommission für das Feuerlöschwesen und Friedhoss-Kom- mission: in 26 Sitzungen mit 598 Gegenständen; die Fi­nanzdeputation in 16 Sitzungen mit 94 Gegenständen; die Deputation für das Gas- und Wasserwerk und für das Elektrizitätswerk in 14 Sitzungen mit 84 Gegenständen; die Juristische Kommission in 4 Sitzungen mit 32 Gegenständen; die Schlachthaus- Kommissiyn in einer Sitzung mit 7 Gegenständen; die Landwirtschaftliche Kommission in 8Sitzungen mit 33 Gegenständen; die Schuldepntation in 5 Sitz­ungen mit 26 Gegenständen; die Deputation für den Ar­beits-Nachweis in keiner Sitzung; die Sozial­politische Kommission in einer Sitzung mit 3Gegen­ständen : die Deputation für die Märkte in 4 Sitz­ungen mit 10 Gegenständen; die Pferde markt-Kom- mission in 2 Sitzungen; die Deputation für das Ein­quartierungswesen in keiner Sitzung; die Kom­mission zur Prüfung der Gesuche um Erlaubnis zum Wirt- s ch a f t s b e t r i e b und zum Ausschank und Kleinhandel mit Branntwein in 11 Sitzungen mit 54 Gegenständen; die De­putation zur Unterzeichnung von Urkunden, die Verschluß-Kommission und die Kommission für Be­schaffung von Brennmaterialien in keiner Sitzung; die Vorschlags-Kommission in 3 Sitzungen mit 11 Gegenständen; die Armendeputation in 21 Sitz­ungen mit 1300 Gegenständen; der Schulvorstand in 7 Sitzungen mit 46 Gegenständen; das Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 7 Sitzungen mit 19 Gegenständen.

Beim Gew erbegcricht waren im Kalenderjahr 1901 anhängig 211 Klagen gegen 178 in 1900 und 136 in 1899. Es sind 76 Proz. aller Klagen (in 1900 77 Proz. und in 1899 70 Proz.) ohne Heranziehung von Beisitzern und vielfach mit Vergleich durch den Vorsitzenden allein erledigt worden. In allen Sachen wurden zusammen 264 Termine abgchalten.

Die Leitung des ArbeitSnachwei ses liegt in den Händen einer städtischen Deputation. Der Verkehr, ver­glichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, in 1901/02 gestaltete sich wie folgt:

Arbeitsstellen: Gewerbliche Andere Dienstboten Zusammen: Arbeiter: Arbeiter: u. bergt:

Oemelbct: 106 (128) 91 (236) 94 (71) 291 (435)

Gesucht: 121 (140) 187 (186) 58 (42) 366 (368)

Vermittelt: 19 ( 25) 41 ( 50) 16 ( 5) 76 ( 80)

700 zugereiste Arbeitsuchende der verschiedensten Berufs­arten mutzten mangels Nachfrage seitens der Arbeitgeber abgewiesen werden.

Unterrichtsanstalten. Die Vorschule des Gymnasiums befruchten in drei Klassen: im Sommer 1901 125 Schüler gegen 123 im Vorjahre, im Winter 1901/02 123 Schüler gegen 132 im Vorjahre. Infolge des starken Be­suches ist in diesem Jahre fein Zuschuß der Stadt nötig ge­worden, sondern es hat sich ein Ueberschuß von 44.35 Mk. ergeben.

Tas Realgymnasium besuchten in 9 Klassen: im Sommer 1901 300 Schüler gegen 247 im Vorjahre, im Winter 1901/02 241 Schüler gegen 235 im Vorjahre.

Die Realschülern 9 Klassen, von welchen 2 geteilt waren, un Gommer 1901 316 ©djiiler gegen 319 un Vor-