Auch das Gesetz über die Ergänzung der Einnahmen pro 1903 wird ohne Debatte genehmigt._____________________________
Britische Tagesschau.
Ter Kaiser unb das Wahlgeheimnis.
Die Londoner „Daily News- erzählen ihren Lesern, e8 fei der Kaiser, der bei den Reichstagswahlen die Wahrung deS Wahlgeheimnisses mehr gesichert zu sehen wünsche. Der Kaiser glaube, daß der Arbeiter durch die sozialpolitische Agitation gezwungen werde, für Bebel und sein Gefolge zu stimmen. „Man befreie den Arbeiter, und er werde sofort für die Unternehmer und Grundbesitzer stimmen, wie ihm dies fern natürlicher Instinkt oorschreibt.- Der Kaiser werde durch einen einfachen und lehrreichen Vorfall in dieser Ansicht bestärkt. Als er eines Tages durch die Straßen einer Stadt fuhr, m der gerade zu derselben Stunde sozialistische Versammlungen abgehalten wtirden, verließen die Sozialisten diese Versammlungen, um den Kaiser zu begrüßen. Zu Hunderten hatten sie sich versammelt, und statt in düsterem Schweigen auf den Kaiser zu sehen, lüfteten sie ihre Hüte wie alle anderen Leute. Daraus schließe der Kaiser, daß der Teufel nicht so schwarz ist, wie man ihn gemalt hat, und daß der Reichstag ganz anders ausschcn werde als heute, wenn man den armen Arbeitern Gelegenheit bietet, ihrem eigenen Antriebe zu folgen. Und ein solcher Reformvorschlag stoße nicht etwa bei den finsteren demagogischen Agitatoren, sondern bei der konservativen Partei auf Widerstand I
Die Geschichte ist ja sehr hübsch, aber wir muffen doch 6en „Daily News- die Verantwortung dafür überlassen.
Bon bajuvarischer Preßpolemik
gibt die folgende Auslassung eines bayerischen Blattes über eine politische Versammlung in München eine anmutige Probe:
„Die Läuse, die das Ministerium Crailsheim-Feilitzsch in den bayerischen Pelz gesetzt hat, fangen an, mit unerhörter Un° versrorenheit ihrem Uebermut die Zügel schießen zu lassen. Und nun ausgepaßt, ihr bisher liberalen M ü n ch e n c r Trottel.! In der liberalen Radauoersammlung vom vorigen Montag ver° stieg sich der Französlmg Graf Du Moulm Eckart zu dem Grade der Ungebühr, daß er das Denkmal unseres unsterblichen Glaubensund Krieashelden Tilly in der Feldherrnhalle für eine Schmach erklärte. Unter demBeisallsgebrüUe einer aus Preußen, Bettelpreußen und sonstigem minderwertigen Volke bestehenden Herde von „nationalen" Reichsbüffeln erkühnte sich ein stall- deutscher Hetzapostel französischer Abstammung, das Andenken des kaiserlichen und zugleich kurbayenschen Feldmarschalls Tilly, des zweifellos größten Generals, der je eine bayerische Armee kommandierte, in unerhörter Weise zu beschimpfen. -
Gefellschaft für Soziale Reform.
Unter dem Vorsitz des Staatsmirusters a. D. l^cellenz Frhr. v. B e r l e p^s ch fand, wie man uns schreibt, am 21.März zu Berlin eine Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft für Soziale Reform statt. Zunächst wurde die vom Vorstande vorgelegte Resolution über den Zehnstundentag der Fabrikarbeiterinnen besprochen. Von einer Erörterung wurde mit Rücksicht darauf, daß diese Frage auf der Generalversamm- Inna in Köln am 21./22. September 1902 eingehend behandelt worden ist und daß im Reichstage die gleiche Forderung von verschiedenen Parteien erhoben worden ist, Abstand genommen. Indessen beschloß man einstimmig, nachstehende Resolution anzunehmen:
„Der Ausschuß erklärt die Herabsetzung der für Frauen gesetzlich zulässigen Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden für unerläßlich, und mit Rücksicht auf die Erhebungen des In- und Auslandes, sowie auf den jetzigen Stand der Arbeitszeit in Deutschland für alsbald ausführbar.
Er behält sich im übrigen den definitiven Beschluß einer Resolution bis nach Eingang der von der Reichsregierung über die Verkürzung der Arbeitszett der Frauen erforderten Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten vor, um sich dann auch über die Fragen der Ueberarbeit, des früheren Arbeitsschlusses an den Vorabenden der Sonn- und Festtage, der Bemessung der Pausen, des besonderen Schutzes der Wöchnerinnen und der Gewährung einer Uebcrgangssrist auszusprechen. _
Bezüglich der Ausdehnung des Schutzalters der ju- aendlichen Arbettcr vom 16. aus das 18. Lebensjahr, behält sich der Ausschuß eine Beschlußfassung bis nach Beendigung noch erforderlicher Vorarbeiten vor."
Dre Arbeiterkonsumvcreine bildeten den zweiten Punkt der Tagesordnung. Die hierüber von Dr. N. Riehn und Arbeitcrsekretär Giesbcrts erstatteten Referate werden demnächst als Heft 9 der „Schriften" der Gesellschaft erscheinen. 'Rach einer lebhaften Debatte über dieses Thema wurde folgende Resolution angenommen:
„Es ist das unbestreitbare Recht der Arbeiter, vermittelst der durch die Gesetzgebung ihnen ermöglichten genossenschaftlichen Selbsthilfe ihre wirtschaftliche und soziale Lage zu verbessern. Durch die Errichtung von Konsumvereinen fördern sie eine der fortschreitenden Wirtschafts- und Verkchrsenttvickelung entsprechende, zweckmäßigere Art der Warenvermck.lnna, die beträchtliche materielle Vorteile bietet, in erheblichem Maste erzieherisch aus die Arbeiter wirkt und im Zmeresse der wirtschaftlich schwächsten Käufer ein heilsames Gegengewicht gegen die Kartelle der Unternehmer bildet. Zn diesem Sinne sind die Arbeiterkonsumvereine ein nützliches Glied in der organischen Entwickelung unseres Wirtschaftslebens, ein wirksames Mittel zur wirtschaftlichen und geistigen Hebung des Arbeiterstandes und eine kräftige Stütze für die auswärts strebende Arbeiterbewegung. Deshalb sirrd die Hindernisse und Anfeindungen, welche die Arbeiter- konsumvereine int Gegensatz zu den genossenschaftlichen Organisationen anderer Stände verschiedentlich erfahren, aufs lebhafteste zu beklagen, namentlich wenn sie sich in Maßregeln der Gesetzgebung uni) Verwaltung äußern. Cs erscheint dringend geboten, daß eine sachliche Beurteilung der volkswirtfchasllichen uird sozialen Wirkungen der Arbetterkonsumvereine an Stelle der bestehenden ungerechten Vorurteile tritt."
Ferner wurde beschossen, die Frage der Arbeiterkammern eingehend zn untersuchen und zu den Beratungen des permanenten Komitees der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz über Frauennachtarbeit, PhoSphor- verbot und Bleifarben Delegierte zu entsenden.
Die Ablehnung, bezw. Abschaffung kommunaler Diersteuern ist erfreulicherweise in verschiedenen Orlen, und zwar au5 Billigkeilsgründen, weniger, weil man sich keinen Erfolg davon versprach, erfolgt. So hat der Gemeinderal von Hamm i. W. die Ablehnung einer angeregten Bicrsteuer wie folgt begründet: „Die bei anderen Stadtverwaltungen ein
gezogen en Erkundigungen haben ergeben, daß die Biersleuer erst in sehr wenigen Städten zur Einführung gelangt ist; in einigen Städten, wo sie zur Einführung gelangte, wurde sie schon nach Verlauf einiger Jahre abgeschafft, in anderen Städten wurde sie zu wiederholten Rialen beantragt, aber von der Stadtverordneten - Versammlung stets abgelehnt, überall, wo sie eingeführt ist, wird sie nicht von den Konsumenten getragen, trotzdem ist die Biersleuer anscheinend höchst unpopulär. Ter Magistrat konnte sich hiernach nicht entschließen, den Stadtverordneten eine Biersleuer-Vorlage zu unterbreiten.' — In Castrop (Wests.) erfolgte die Ablehnung seitens der Stadtverordneten mit der Begründung, daß die Steuer „einen Stand treffen würde, der sowieso nicht aus Rosen gebettet sei-. — Die Gemeinde Kaan-Manenborn (Rheinproomz) hat ihre Kommunal-Biersteuer wieder abgeschafft, weil, wie es in dem Beschluß heißt, „diese eine ungerechte Doppelbesteuerung eines einzelnen Gewerbes bedeute und das Braugewerbe ohnehin durch die im neuen Zolltarif vorgesehene wesentliche Erhöhung des Zolles auf Gerste aufs neue nicht unbedeutend belastet würde". — Endlich hat in Fürth die Anregung zur Erhöhung des Lokalmalzaufrschlags in einer der letzten Sitzungen des Gemeindekollegiums keinerlei Gegenliebe gefunden.
ie Neuwahlen zum Reichstage, die im herannahenden zweiten viertel dieser Jahres stattfinden und für die weitere Entwickelung unserer reichspolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von entscheidender Bedeutung sein werden, machen es jedem Manne zur Pflicht, aus der Teilnahmlosigleit, die leider immer weitere «reise unseres voller befällt, hervorzutreten und sich zu orientieren sowie auf dem Laufenden zu erhalten über alle die Gesichtrpuntte, die bei den Wahlen ins Auge zu fasien sind, sollen diese in Wahrheit zum Wohle unsere; grohen deutschen Vaterländer beitragen.
Var beste und einzig sichere Mittel zu solcher Information ist dar Lesen einer
gut, schnell, zuverlässig und objektiv berichtenden, sorgfältig zusammengestellten Tageszeitung,
wie sie für öas Gebiet der Provinz Gberhesserr und der benachbarten preußischen Ureise der
Gießener Anzeiger,
dar größte politische, zur Zeit der Parlaments- tagungen in der Stadt Sieben zweimal täglich erscheinende ©tgan in den genannten vezirlen, darstellt. 3n ve-ug auf Schnelligleit der Berichterstattung und hinsichtlich feiner Reichhaltigleit, m t den Blättern der Srotzstädte foniurrierenö, bietet der Siebener Anzeiger fortgesetzt ein getreues Spiegelbild des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens, unterrichtet über alle be- ntertensroerten Vorgänge auf dem Gebiete der Wissenschaft und rinnst und darf sich rühmen, mit seinen Nachrichten „Ans Stadt und Land" in seinem wetten verbreilungsbezirl unerreicht dazustehen. ,
3e frühzeitiger die Bestellungen erfolgen, desto gröber ist die Garantie, die für rechtzeitige und pllnltiiche Lieferung geleistet werden tann. wir bitten deshalb, die Erneuerung der Abonnements, resp. Neubestellungen auf den (Siebener Anzeiger alsbald bei der nächsten Postanstalt, bei den Nricsirägern oder in unserer Ex. pcdition bewirten zu wollen. Die Seitungsträger und Zweigstellen liefern den (Siebener Anzeiger weiter, falls keine Abbestellung erfolgt
Anzeigen jeder Art finden, schon wegen der groben Verbreitung des Siebener Anzeigers, unter dem lauslräftigen Publikum ganz Gberhesienr die denkbar weiteste und ersolgreichfte Wirkung.
Luise von Toscana.
Der „Fränk. Kurier- bringt einen offenbar von offiziöser Seite aus Dresden lancierten Artikel, der sich mit dem Er- laß des Königs Georg von Sachsen beschäftigt. Der Erlaß bezeichnet haarscharf die Grenzen der Spannung zwischen König Georg und dem sächsischen Thronfolger. Die scharfen, gegen die Prinzessin Luise von Toskana gerichteten Ausdrücke in dem Erlaß sind, wie man am toskanischen Hofe annimmt, erst im letzten Augenblick eingefügt worden, und zwar erst in dem Zeitpunkt, als es fest- stand, daß Kaiser Wilhelm II. zmy Besuch des Königs vor dessen Abreise nach Italien in Dresden erscheinen werde. Unter der Begeisterung deS Kaiserempfangs in Dresden erfolgte der Erlaß König Georgs als Antwort für den Kronprinz von Sachsen, auf dessen Initiative mit die Veröffentlichung der UrtcilSgrünbe der Ehescheidung deS Kronprinzen- paares unterblieben ist. Ter Erlaß sollte die Antwort für die Prinzessin und das Haus Toskana sein, welche immer noch an das Herz des Kronprinzen und ihrer Familie appellierten und einer in Sachsen zunehmenden Fraucnbeweg- ung zu ©unnen einer Aussöhnung die Spitze abbrechen. Der offiziöse Artikel betont ferner, am Dresdener Hofe könne von der Herrschaft einer Iesuitenpartei keine Rede sein. Die Gefühle König Georgs allein und ausschließlich seien bei allen Bestimmungen gegen die Prinzessin Luise von ToSkana
maßgebend gewesen; diese Gefühle haben im Verlaufe der Entwickelung keine Milderung erfahren — im Gegenteil. WaS in dem Erlaß ausgedrückt ist, findet sich aber auch in den Bestimmungen, die der König für den Fall seines TodeS getroffen hat. Es ist mit kurzen Worten dem Kronprinzen, wenn er den Thron deS Königreichs Sachsen besteigen will, jede Möglichkeit genommen, anders zu handeln als sein Vater bestimmt und das Land, das Volk durch den Erlaß erfahren hat. Aus den scharfen Worten in dem Erlaß und dem Satze „schon lange im Stillen gefallenen Frau- fei ersichtlich, daß man am Hofe zu Dresden „kein so außerordentliches Gewicht daraus legt, daS zu erwartende Kind der Prinzeffin ausgeliefert zu erhalten-, um welches sich sehr wahrscheinlich ein Streit um den Personalstand erheben wird.
Prinzessin Luise, welche durch den Erlaß, von dem sie sofort Kenntnis erhielt, aufs Tiefste erschüttert und erregt wurde, bestreitet auf das Entschiedenste und wird nach Beratung mit ihrer Familie und den Anwälten in irgend einer Forni es öffentlich kundgeben, daß durch die Worte König Georgs in dem Erlaß: „Die ungebänbigte Leidenschaft einer schon lange im Stillen tief gefallenen Frau- Anderes als die Eheirrung mit Giron, die zugegeben wird, gemeint sein könne; die Prinzessin bestreitet entschieden, daß neue Momente gefunden worden seien. Auch die Familie der Prinzessin ist durch den Erlaß tief gebeugt, da er in dieser Form unerhofft kam. Tie Veröffentlichung m der Zeit, in der König Georg einen Besuch in Wien beabsichtige, zeige, daß auch Kaiser Franz Josef die gleiche Auffassung der Lage habe.
Heer und Flotte.
— Das 3. Garde-Regiment z. F. in Berlin begeht, wie man uns schreibt, am 1. April sein 25jähriges Garnison-Jubiläum. Am 1. April 1878 verließ eS morgens halb 7 Uhr seine alte Garnison Hannover. 4 Uhr nachmittags traf es in Berlin ein, begrüßt vom nachmaligen Kaiser Friedrich, dem jetzigen Kaiser, dem Prinzen Heinrich und den direkten Vorgesetzten. Kaiser Wilhelm L ließ die Bataillone am historischen Eckfenster Dorbeibefilieren. Dieses Jubiläum begehen die „Ehemaligen- am 1. April im „Deutschen Hof' zu Berlin durch einen „General-Appell- und fordern alle ehemalige Kameraden des Regiments auf, sich an diesem Kommers zu beteiligen unb sich beim Vorsitzenbcn des Vereins ehemaliger Äamerabcn bes 3. Garde-Regiments z. F., dem Fabrikbesitzer Kühn, Gitschinerstraße 79. anzumelden.
Allgemeiner Aertcht Über die städtische Aer- wultung un Jayre 1901/02.
Die Stadtverordneten-Versammlung hat — mit Unterbrechung von Mitte August bis Mitte September — in 22 Sitzungen 725 Gegenstände verhandelt, gegenüber 27 Sitzungen und 591 Gegenständen im Vorjahr. Der stärkste Besuch einer Sitzung bestand aus dem Bürgermeister, 3 Beigeordneten und 29 Stadtverordneten, der schwächste uns dem Bürgermeister, 2 Beigeordneten und 17 Stadtverordneten. 3in Durchschnitt haben an jeder Sitzung 20 Stadtverordnete und jeder Stadtverordnete an 16 Sitzungen teil* genommen.
Die Deputationen und Kommissionen der Stadtverordneten-Versammlung waren während des Berichtsjahres beschäftigt wie folgt: die Bau d e p u t a t i o n, Kommission für das Feuerlöschwesen und Friedhoss-Kom- mission: in 26 Sitzungen mit 598 Gegenständen; die Finanzdeputation in 16 Sitzungen mit 94 Gegenständen; die Deputation für das Gas- und Wasserwerk und für das Elektrizitätswerk in 14 Sitzungen mit 84 Gegenständen; die Juristische Kommission in 4 Sitzungen mit 32 Gegenständen; die Schlachthaus- Kommissiyn in einer Sitzung mit 7 Gegenständen; die Landwirtschaftliche Kommission in 8Sitzungen mit 33 Gegenständen; die Schuldepntation in 5 Sitzungen mit 26 Gegenständen; die Deputation für den Arbeits-Nachweis in keiner Sitzung; die Sozialpolitische Kommission in einer Sitzung mit 3Gegenständen : die Deputation für die Märkte in 4 Sitzungen mit 10 Gegenständen; die Pferde markt-Kom- mission in 2 Sitzungen; die Deputation für das Einquartierungswesen in keiner Sitzung; die Kommission zur Prüfung der Gesuche um Erlaubnis zum Wirt- s ch a f t s b e t r i e b und zum Ausschank und Kleinhandel mit Branntwein in 11 Sitzungen mit 54 Gegenständen; die Deputation zur Unterzeichnung von Urkunden, die Verschluß-Kommission und die Kommission für Beschaffung von Brennmaterialien in keiner Sitzung; die Vorschlags-Kommission in 3 Sitzungen mit 11 Gegenständen; die Armendeputation in 21 Sitzungen mit 1300 Gegenständen; der Schulvorstand in 7 Sitzungen mit 46 Gegenständen; das Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 7 Sitzungen mit 19 Gegenständen.
Beim Gew erbegcricht waren im Kalenderjahr 1901 anhängig 211 Klagen gegen 178 in 1900 und 136 in 1899. Es sind 76 Proz. aller Klagen (in 1900 77 Proz. und in 1899 70 Proz.) ohne Heranziehung von Beisitzern und vielfach mit Vergleich durch den Vorsitzenden allein erledigt worden. In allen Sachen wurden zusammen 264 Termine abgchalten.
Die Leitung des ArbeitSnachwei ses liegt in den Händen einer städtischen Deputation. Der Verkehr, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, in 1901/02 gestaltete sich wie folgt:
Arbeitsstellen: Gewerbliche Andere Dienstboten Zusammen: Arbeiter: Arbeiter: u. bergt:
Oemelbct: 106 (128) 91 (236) 94 (71) 291 (435)
Gesucht: 121 (140) 187 (186) 58 (42) 366 (368)
Vermittelt: 19 ( 25) 41 ( 50) 16 ( 5) 76 ( 80)
700 zugereiste Arbeitsuchende der verschiedensten Berufsarten mutzten mangels Nachfrage seitens der Arbeitgeber abgewiesen werden.
Unterrichtsanstalten. Die Vorschule des Gymnasiums befruchten in drei Klassen: im Sommer 1901 125 Schüler gegen 123 im Vorjahre, im Winter 1901/02 123 Schüler gegen 132 im Vorjahre. Infolge des starken Besuches ist in diesem Jahre fein Zuschuß der Stadt nötig geworden, sondern es hat sich ein Ueberschuß von 44.35 Mk. ergeben.
Tas Realgymnasium besuchten in 9 Klassen: im Sommer 1901 300 Schüler gegen 247 im Vorjahre, im Winter 1901/02 241 Schüler gegen 235 im Vorjahre.
Die Realschülern 9 Klassen, von welchen 2 geteilt waren, un Gommer 1901 316 ©djiiler gegen 319 un Vor-


