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Mob von Wetterseld :r^c\i^picl von hon§ herm iussührung zu bringen. - 2:< Tr. Busch erledigte Rektorat Bürgerschule wird durch 2k!> ther am Nealgymnosium: -n. - Am 18. d. MlS. Mir- c des Bezirks Gießen ch- [erbet die Bereine LaubrinD, Männer-Turnvereins, T/W- ;berg, HeuchelheiuM!ein-Un di, Leihgestern, M»,**' mit zusammen 3» . j
lesen wir im * Wn, ;3turmuadc=, ca>m cin -gen »»”5 Solen. | |(t »'lÄglcit «« »inÄZ«. ®»"‘ I fr?»""“ “ 'V««Ä ä‘«?
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Volttische Tagesschau.
Die StraßSrrrger katholische FatattSt.
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Die die „Nad-Ztg." mitteilt, wurde im Reichstage am Donnerstag vor Boginn der Sitzung der Ausbruch einer Präsidial-Krisis für wahrscheinlich gehalten. Die lleberzeugung von der llnzulässigkett des von dem
r-rr^ d^TT1 ^aran, daß schon beim Zolltarif an- ^ßlich des Antrags Kar dorff, dessen Zulässigkeit Graf Dallestrnn bezweifelte, von einer Präsidialkrisis gesprochen wurde. Me damals oder, so dürsten auch diesmal derartige Süchte sich Nicht bewahrheiten. Mr glartben eS nicht, daß Gras Ballestrem gesonnen ist, znrückzutreten. Daß im Zentrum das gegen den Ma. v. Bollmar gerichtete Verbot Mdersvruch findet, ist u. E. nicht als erbt „MißtrauenS- ?,°^nnyV, aufdufaffm. Derartige Meinungsverschiedenheiten sind nicht ungewöhnlich. UeberdieS wird bestritten, daß die beiden anderen Präsidenten des Reichstags, Graf Stolberg und Büsing, eine „Auseinandersetzung" über das Verbot mit denr Grafen Ballestrem gehabt haben sollen. Eine kollegiale Unterhaltung über ein allerwürtS diskutiertes Thema charakterisiere sich nicht als AuSeinautersewtng. jedenfalls ist hier nur der Wunsch der Mehrheit der Vater des Gedankens. Wahrscheinlich dünkt uns nur, daß der nächste Reichstag sich einen anderen Präsidenten wählen wird, da der jetzige kurz hinter einander so bittere Erfahrungen mit dem jetzigen gemacht hat.
Die Münch N. Nachr." schreiten: „GS bleibt dabei, ein Monarch, der unausgesetzt seine eigene persönliche Meinung in den Streit des Taaes hineinwirst, entäußert sich! damit der Unangreifbarkeit seiner Stellung, er begiebt sich des Vorrechts, das ihn nicht nur seine Geburt, sondern auch sein edles WoNen verleiht, über allen au stehen, für alle zu wirken, er zwingt die öffentliche Kritik heraus und wer diese Kritik unterdrücken will, der steuert auf die Ungerechtigkeit und Gesetzlosigkeit zu."
Nall. str m.
Reichstag ein Wort deS „guten, «ten Horaz gebraucht, das gerade in der Sitzung, in der c5n9e/?a^bt """de, eigentümliche Empfinternaen lösen 5™ öA,Ezu hastigen Königen gesprochen, ?dfTer 82c.Mße71 ^ben. und er bat ^0« unL Minister für Mrtfhir Lena* die Sühne zu zahlen haten.
der Kanzler im Büchmann daS nächste Zitat studiert, in ^li^tÄ^SR011 *** Wortes „Gerade wie drinnen
draußen gesündigt", vielleicht die ein- fertige Uebertreibung durch oaS rechte Maß ersetzt. Ge- danr^wenn der Reichstag daS Bedürfnis ühlt, ge- wiffm ^Pfindunaen des Volkes über Äußerungen, für Mc” die politische oder mindestens die moralis^e Ber- ^^?rku«S trägt, AuSdrucr zu geben, liegt es nicht im
, der von ihm vertretenen Dache, zweideutige Spruch Weisheiten aufAutischen. y
LimJtÖTT19n! und Ministern recht ist, ist Präsidenten billig. Wenn Gras Ballstrem fehlt, büßen die Wgeordneten. Mitunter kommt es aber auch hier anders, und als der Maioratsherr von Plawniowitz dem Reichstag den Maul- wro anlegte, da hat er nicht den Gemaßregelten, sondern Lie Maßregel hat ihm geschadet. Er hat seinen Willen rurchgesetzt gewiß; Herr v. Vollmar durfte über die Offener und bie BreSlauer Kaiserreden nicht sprechen. Aber, nbgesehen von den jetzt zahNosen Preßstimmen aus allen ,?aocrn' einschließlich des Zentrums und seiner „Köln. Volksztg.", schon das eisige Schweigen, mit dem im Hause selbst die Rechte und sogar daS Zentrum sein Borgehen begrüßte, konnte ihn lehren, daß auch Wirkliche Geheime Räte nicht ganz frei find von der Gefahr, aus dem Eise auSzugleiten. Daß der Graf die Wirkungen des eigenen Handelns so wenig berechnen könne, wie er es mrt seinem jüngsten Vorgehen bewies, konnten wohl auch die schlimmsten Pessimisten nicht vorauSsetzen. Leute, die auf der Bank der Spötter fitzen, könnten meinen, daß Graf Fran^ Ballestrem, indem er den Sozialdemokraten einen unschätzbaren Dienst erwies, einen Dienst, mit dem er sein fröhliches Mitwirken an der Obstruktion noch übertraf, einem längstgefühlten Bedürfnis genügt und den Ueber- eang in das sozialdemokratische Lager bewerkstelligt hat. Denn konnte eS eine wertvollere Förderung der sozialistischen Propaganda Leben, als wenn der oberste Wilrdenträger beS Reichstages die letzten Vorstellungen zerstört, die im Volke über die Redefieihcit im Reichstage bestehen? DaS Dort des Herrn Gröber über das „Dchweinealück" der Sozialdemokratie ist nicht mehr Chrmäre, und wenn nicht von der rechten Seite des Hauses offen und deutlich die Mißbilligung ausgesprochen wird, dann werden wir im nächsten Wahlkampf es erleben, daß nicht die Obstruktion der Herren Singer und Stadthagen, sondern die Mllkür- herrschaft des Grafen Ballestrem der Sozialdemokratie die reifsten Früchte in den Schoß wirft.
Denn eine Willkür war es, um die es sich handelte. 3P es an sich schon selbstverständlich für jedermann, außer für Kanzler uno Präsidenten, daß die Volksvertretung gleich der Presse das Recht haben muß^ jede beglaubigte Acuße- mng des Monarchen in den KreiS ihrer Betrachtung zu stehen, so gilt dies dort in doMeltem Maße, wo diese Jeußerungen einen polemischen Charakter tragen, wo sie «gen die Anschauungen und Bestrebungen einer politischen Partei aerichtet sind. Eine respektvolle Form ist natürlich Voraussetzung. Run hat Kaiser Wilhelm na'cd dem Tode .idrupps die „Agitatoren der Sozialisten" ausorüctlich des Mordes geziehen, er hat den Arbeitern der Breslauer Werk- ‘ slätten zugerufen, daß sie „als ehrliebende Männer mit :
ni?t? L tan haben dürften". Da» Recht auch Me Sozialdemo- 8rTabe Bollmar Me Grenzen, Me k’lT Stellung M« Monarchen p>g, nicht überschritten. 3*^1” a,n Abwehr verhindert wurde, erhielt
Märtyrer« der bürgerlichen Freiheit. Ä f° Slinstiger, al» er von dorn.
-^siche-rt hatte, daß er auf die privaten Angelegenheiten deS unglücklichen Mannes mit keiner Silbe Hetzen, daß er fich ledralich an die politischen Fragen tmuh t>Ze sich an die Essener Vorgänge knüpften. MU voller Scl>arfe aber wird Graf Ballestrem, der doch nun einmal der Repräsentant der Reichstagsmehrheit ist, Ä^tzt, wenn mau sich daran erinnert, daß er selbst, als die Oynhäuser Kaiserrede zur Sprache Farn, erklärt Odt: „3^ werde kernen Redner hindern, Reden Sr. Majestät des Koiscws hier bei den Erörterungen zu erwähnen; jedoch setzt die- voraus, daß sie authentisch bekannt find." Den Begriff der Authenticität stellte er dahin fest, daß ^lche Kundgebungen entweder, wie die Thronreden, dem Reichstage auf geschäftsordnungSmäßigein Wege zugchen oder daö sie im „Reichsanzeiger" veröffentlicht wurden.
rme^- 18- Oktober 1899 hat Graf Ballestrem ausdrücklich erne Verwahrung des Reichskanzlers gegen die im Reichstage geübte Kritik an kaiserlichen Reden zurück- gewresm mit der Erklärung: „Ich würde glauben, der hohen Brdeuttn^g> welche der deutsche Kaiser im politischen Leben einnimmt, zu nahe zu treten, wenn ich ten bedeutsamen Aeußerungen, die derselbe tut, nachdem sie in authen- '. ?brm bekannt geworden sind, eine so geringe Wtch- bermesun würde, daß ich sie hier nicht erwähnen netze. Run hat Graf Ballestrem es ruhig mit angesehen, daß von fernem Parteigenossen Schädler des Langen und Breiten über das Swinemünder Telegramm geredec wurde, das niemals im „ReichSanzeige^ figurierte; am Tage darauf aber verbot er Herrn v. Vollmar, über Kundgebungen zu sprechen, die ausdrücklich im „Reichsanzeiger" wieder- gegeben und so als authentische und politische Akte des . ?uarchen gekennAeichnet Worten waren. Kmm man bei solchen Widersprüchen sich wundern, wenn ter „Vorwärts" dle Frage stellt: „Warum ertötet ter Präsident die eigene Ueberzeugung? Warum vcwletzt er die eigenen Bersprechun- gen? Welche Geheimnisse lagern sich hinter ter Krupp- Tragödie, daß jedes öffentliche Wort darüber erstickt werden muß?" Und folgerichtig ist auch die Frage ter „Voss. Ztg.": „Angenommen, Redner ter bürgerlichen Parteien hätten vor, von der Tribüne deS Reichstages herab ten „Vorwärts" und seine Partei wegen ihrer Angriffe auf Krupp zu geißeln, muß eS dann nicht ter Präsident ausdrücklich untersagen?" Aber Graf Ballestrem meint, es handele sich nur um Privatangelegenheiten. Das ist ein Irrtum. In Essen erklärte ter Kaiser ausdrücklich, daß er nicht nur als Freund, sondern als Überhaupt des Deutschen Reiches" erschienen sei, dort und in BreSlau hat er nicht privatim^ sondern öffentlich die Mbeiter aufgefordert, sich von ten sozialistischen Führern loszusagen und „einfache, schlichte Männer in die Volksvertretung zu wählen". Wer politischen Instinkt besitzt, wird zugeben ntü);en, daß solche Kundgebungen des Kaiser- politisch bedeutsamer sind, als wenn ich etwa Graf Bülow über den Dreibund interviewen läßt, oder alö wenn unsere Diplomaten ihr Herz über den Jugend- til der Politik oder &ernt Roosevelt ausschütten.
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vcachoem die prmzipielle Opposition gegen die Straßburger Fakllltät zum Schweden gebracht ist, beginnen Me Klagen über zu geringe Berücksichtigung elsässer Theologen bel ter Besetzung ter Fakultät. Besonders ter Priester und W Wetters macht tm „Journal te Colmar" lebhafte Opposition gegen die „infittration du dehors^h d. h die Anstellung altdeutscher Professoren. Demgegenüber weist tee „Straßburger Post" darauf hin, daß im ganzen über- )aupt nur neun elsässer Tbeologen existieren, die auf einer teutfajCTt Universität endgiltia promovierten. Don diesen ist em er Professor am Straßburger Priesterfeminar; von den übrigen Professoren am Seminar hat einer in Innsbruck nomoviert, zwei haben zwar promoviert, aber ihre Dissertationen nicht veröffentlicht, zwei sind nicht deutsche, fontent römische Doktoren, der Superior nur römischer El)rendoktor, einer hat „weder akademische Studien und Examina gemacht, noch wissenschaftliche Werke veröffentlicht". Bon ten neun glrltigen Doktoren wird für Wetterkö wohl noch Pro- essor Dr. Albert Ehrhardt Wegfällen. Die Auswahl ist also recht gering, wie man sieht; die Regierung hat gewiß len besten Willen, ten Wünschen ter Elsässer Klerikalen oweit wie möglich entgegenzukommen, aber in diesem Falle geht es eben beim besten Willen nicht. Neben ter wissenschaftlichen Superiotät der dlltteutschen fürchtet WetterlS
Präsidenten Grafen Balle st rem erlassenen Verbote-, die 3tcb™ d-S «a s-r» aEtzÜch der
emetn. Es M <Lch mnerhalb des .Präsidiums zu einer Auseinandersetzuna über daS Verbot gekommen sein. Daß Graf Ballestrem in ter Legislaturperiode nicht nwhr Präsitent werden .rd, Ält als sicher. GS sei aber zweifelhaft, ob er eS r den Rest der gegenwärtigen Session eiben wird. 11
£33, »t,VS X'nit S-W'li Fr°..ag!rS.Jam,arI»<»S
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General-Anzeiger **
Gch»IDr«ße f (i A kt * Qt(anii««(||i^i
und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
________ »eta-nte'il: Han« Beck.
Hicßcner Klur- und Straßennamen.*)
Don Dr. Karl Ebel.
Die Flurnamen und im beschränkteren Umfange auch He Straßennamen sind schon lange eine wichtige Quelle für die orts- und landesgeschichtliche Forschung aervesen, oic Flurnamen noch von besonderer Bedeutung für die Geich ichte ter Wanderungen und Siedlungen germanischer ktämme. Tie Namenforschung ist deshalb eine Wissenschaft, sie die höchste Beachtung verdient. Leider giebt es bis jcht nur sehr wenige Sammlungen von Flurnamen, sodaß t-mfassente Bearbeitungen bis heute nicht vorliegen tonnen. Zur Namen er klärung aber genügen nicht die heute üblichen Zenennungen , sondern es müssen die mundartlichen und die ältesten archivalisch uns überlieferten Formen bei- oebracht werden. Für unser Gießen will vorwiegend dies letztere dieser Vortrag versuchen. Die Quellen sind gedruckte und ungedruckte Urkunden, Stadtrechnungen, Steuerlisten, k<rlbücher, alte Karten und Plane usw.
Wasser und Wald haben bei unseren Vorfahren die aroßte Rolle gespielt, deshalb wiegen unter den Flurnamen die von diesen beiten hergeleiteten Benennungen vor. Lache, Lrmch, Pfütze bedeutet Sumps, deshalb finden wir eine „Lchwarzlach" (1484), „auf das Bruch" usw. „Hamm" und ^nd" (14. Jahrh.) bedeuten Flußufer und „Waldbrunn", „Cchäferbrunn", „Wolfsfort" (1495) sind andere an das naf[e Element erinnernde Namen.
Tie Bodenbejchafsenheit ist erkennbar in „Hardt" (fester Sandboden), „Lichteuau" (von lech — trocken), „Schwarz- oder" und „Weitzerde". Tie „Hohl" und „am hohlen Nain^, „iint kalten Grund" und ter „Diebsweg" (tiefer Weg!) deuten auf örtliche besondere Eigenschaften. Nach ter Vegetation 'm mtit sich ter Heßler (vom Haselstrauch). Ehemalige Vcr Iddistrikte finden wir am „Nodtberg", „in Rödern", im „'Mtgarten", in den „Eichgärten" (ehedem: „unter ten
*) Nach einem am 19. Januar 1903 in der Hessischen Lrneinigung für Volkskunte gehaltenen Vorträge.
Eichew") und in der „Schwemme" (von swente — Rodung). Sie alle kommen teils im 14., teils im 15. Jahrhunter vor. Die im Wald liegende „Stockwiese" wird schon 1463 so genannt und die „Mtesiruth" begegnet uns schon 1337.
Zahlreich sind die Beziehungen zur Viehzucht, die in den Namen alter Weideplätze erscheinen. Der „Sangtriefd)" heißt heute „Eselweite"; er wurde von Philipp dem Großmütigen der Stadt überwiesen. Die „Koppelhuth" ist vermutlich die alte Kroppacher Weite. „Wiesenviertel", „Bieh- trieb", „Trieb" und „Ocbsenwiese" sind mehrere hundert Jahre alt. T<lä Gras der Ochsenwiese war kontraktlich den Gemeindebullen-Haltcrn überlassen. Der „Gänswinkel" und die „Gansweide"' zeigen wie geschätzt der kapitolinische Vogel schon im Mittelalter war. Vom „Gänsacker" war als Käpitalzins eine Gans zu entrichten.
Die älteste Landbestellung fand auf tem „Alten Feld" (1310) statt. Die „Eich gärten" und das „Gartfeld" zeugen von ter Gartenkullur schon im 15. Jahrhundert. Noch früher finden wir „Wingerts (1322), ja 1554 wurden noch solche neu angelegt.
Aus den „Stein-, Leimen- und Sandkauten" holte man sich den Bedarf für die Bauten. Die ZeughauSkaferne ist von Steinen aus der Stcinkaute, dem Fessen an der Lahn, erbaut. Torf wurde in ten „Dorflöchern" gegraben. Zum Schutze der Gemarkungsgrenzen dienten „Landwehren", der „Scheidgraben" und die „Speck". Ter letztere Name bedeutet soviel wie Tamm von Nutengeflecht und Erde. Der „Heegstrauch"" war eheinals Wald an ter Gcmarkungs- 0 ^on den beiden „Warten" aus wurde die Stadt vor feindlicher Annäherung gewarnt; sie werten schon 1484 erwähnt, hinter ter Bürg"", das Gebiet hinter tepr Hei- denturm. erscheint im 15. Jahrhundert, „Hinter dem Spital" schon 1393. Der „Nahrungsberg" hat nichts mit Vtahnmg ru thun. Er hieß früher „Wamberg"" und führt seinen Namen von einem Narrenhaus. Ein gefälschter Brief des 17. Jahrhunderts, der um 1840 in tem alten Päda- gogium an ter Ecke der Neuen Däne und ter Sonne ge
funden wurde, sollte Leichtgläubigen weis machen, tat „Nürnberg" sei ein Goldschatz vergraben. Er hat wohl mit gutem Grund gerade auf ten „Narren berg"" bin gewiesen.
Noch andere Namen lassen sich von menschlicher Tätigkeit herleiten: so der „Aulweg"", früher „nfatoeg" von einem Töpfereiöetrieb, und am „alten Schlag"" von einer Wegschranke. In ten SchießgÄtten schossen tat 17. und 18. Jahrhundert die Bürger und die Schützenkompaanie, während der „Kugelberg", auf tem jetzt die Kaserne steht, den treuen Schießstänten im Schützenhaus an ter Gabelung der Licher und Grünbergerstraße seit tem Ente te# 18. Jahrhunderts als Kugesiona dienta
Nach der Gestalt ter Flur nennen sich die „krummen Aeckeri" und die beiten „Stolzenmorgen"". Tiefe hießen früher Stelzenmorgen, von Stelze, Sterz, dünnes wru« hüngfel. „Schlangenzahl"" heißt Schlangenschwanz.
Eine große Anzahl Flurnamen sind aus Besitzverhäl^ nissen entstanden: die Step Hans mark (1310) gehört zu den ältesten. Das „Römersloch"" ist Römers Eichwald. Der „Eünthersgraden"", die „Löberingswiese"" und die wiese" haben glasartigen Urt-pTuns Letztere hieß 1496 (Stertotefe von Ezzo. Tie meisten Besitzbezeichnunaen ateti gehören tem 17. und 18. Jahrundert an. So t>ie „Professorenstücke"" und die „Superintentententoiese". Erstere bedürfen einer Erklärung. Als nämlich die Universität aegrüntet wurde, gab bte Stadt Gießen ten Professoren oas Recht, gleich den Ortsbürgern teil an ter Allmende- Benutzung und zwar der Tricbviertel zu nehmen. Von bekannteren Familien reden die Flurnamen „am Fabrici- schen Ackeri", „Dusche Garten" und „Sacke Wingert"".
Endlich sind es auSg-egangene Orte, die in den Flurnamen fortlsben. Wir werden erinnert an Ursenheim (,,llr- sulum"), Kroppacb, Dchstädt (Asterwegh Leutfridisrvte G,Saufert5rob) ..... ichl letzt an Setters.
Die Straßennamen haben mit Flurnamen viel gemein» ame«, sind sie bon oft aus solchen entstanden. Den ältesten Namen weist die „Sandgasse"" auf (1330). „Die Neustadt"", m die sie mündet^ ist trotz ihres Namens sehr


