Ausgabe 
21.9.1903 Zweites Blatt
 
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derer Ausgabe ein­geräumt. Mit seinen! BeiblätternGieß. Fa-

wrlienblätter" und Der Hess. Landwirt" ist derGieß. Anzeiger" die unterhaltendste Zei­tung unserer Provinz, die in der Vorzüglichkeit ihrer Quellen und der Gediegenheit ihres In­haltes alle anderen

Blätter Oberheflens weit übertrifft.

Darmstadt, 19. Sept. Die ,,D. Ztg." schreibt: Sei Ankunft Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin von Rußland hier wird zum 25. dss. Mts. entgegen­gesehen.

** Offenbach, 20. Sept. Eine interessante politische Gerichtsverhandlung steht hier bevor. Es hatte sich eine Polemik zwischen der nationalliberalen Offenbacher Zeitung und dem sozialdemokratischen Offenbacher Abendblatt ent­spannen, die zu einer Klage der ersteren gegen das letztere geführt hat. Das sozialdemokratische Blatt hatte behauptet, der Abg. Ullrich habe, als er zum Schriftführer der II. Kammer gewählt wurde, kein Versprechen abgegeben, während als allgemein bekannt gilt, daß er allen seinen mit seinem Amte verknüpften Pflichten Nachkommen zu wollen versichert habe. Die Offenbacher Zeitung wird die Ladung mehrerer Abgeordneter als Zeugen beantragen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und-den Nachbarstaaten. Bei der Posthilfstelle in Inheiden bei Hungen ist eine Telegraphenanstalt mit öffentlicher Sprech­stelle und Unfallmeldestelle eröffnet worden. In der Dettenhausener Gemarkung soll die Feldbereinigung zur Ausführung kommen, die Kosten sind aus zirka 3 500 Mk. veranschlagt. In Grünberg erhält die Stadtkirche gegen­wärtig eine Heizungsanlage, wodurch einem langgehegten Bedürfnis Rechnung getragen wird.

-h- Burkh ards, 20. Sept. Der hiesige Schulhaus­neubau geht seiner Vollendung entgegen. Das Haus wird am 1. Oktober bezogen; die Einweihung findet später statt. Das Gebäude ist eine Zierde des ganzen Dorfes, geräumig, entspricht allen Anforderungen und ist wohl das schönste des ganzen Kreises. Der Plan wurde s. Zt. von Baurat Stahl- Gießen entworfen.

I. Bad-Salzhausen, 19. Sept. Nachdem die hier versammelten Oberförster gestern durch Exkursionen in die Wälder der weiteren Umgebung ihre Kenntnisse und Er­fahrungen erweitert, gesammelt und ausgetauscht hatten, fanden heute im prachtvoll dekorierten Tanzsaale wissenschaft­liche Vorträge statt, wobei die Negierung durch Finanz- minister Gnauth vertreten war. U. a. waren auch Gäste aus dem Schwarzwald, und aus Oesterreich erschienen; ja sogar aus Persien war ein Berufsgenosse zugegen. Eine Anzahl neu erfundener Geräte wurde gezeigt und vorgeführt. Am Nachmittag wurden in dem Harbwald größere Maschinen, darunter eine Pflanzmaschine, tm Betrieb gezeigt. Diese, in Oesterreich erfunden, von einem österreichischen Fachmann erklärt, wurde beifällig ausgenommen und zur Einführung empfohlen. Die letzten Abendzüge entführten die Herren wieder nach allen Richtungen in ihre Heimat.

ist die älteste und ange­sehenste Zeitung Ober­hessens und der um­liegenden Gebiete, die täglich über alle Vor- kommniffe in Stadt und Land, im Reiche und im Auslande erschöpfend un­terrichtet und den reich­haltigsten Nachrichtenteil besitzt. Den Reichs­tags- und Laudtags- Verhandlungen wird brei- tester Raum in beson-

96997. (Ohne Gewähr.)

Eine seltsame Himmelserscheinung. Am Sonntag abend um 7 Uhr 19 Min. erschien am östlichen Himmel in einer Höhe von etwa 10J über dem Horizont, ziemlich genau über dem Planeten Jupiter, eine prächtige Feuerkugel, die sich, einen Schweif nach sich ziehend, langsam durch mehrere Grade in senkrechter Richtung

Wer rasch und gut unterrichtet sein will, und eine gewissenhafte uud trotz Vielseitigkeit übersicht­liche Tageszeitung zu lesen liebt, die die neuesten! Meldungen gleichzeitig mit den Grotzstadtblätteru j bringt, wer ein Blatt ernsthaften und gediegenen! Charakters zu halten wünscht, der

bestelle beim nächsten Postamt, den Brief­trägern oder unseren Zettnngsträgern den

Gießener Anzeiger, verbreitet in Stadt und Land in ganz Oberhesjen bei dem kaufträftigen Publikum.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 21. Sept. 1903.

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- Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 20 000 Mk. aus Nr. 52098 (nach Saalfeld, Gewinne von 10 000 Mk. auf Nr. 33620 (nach Offenbach) 48012 (nach Oppenheim) 63753 (nach Offenbach), Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 7544 (nach Darmstadt), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 3677 (nach Butzbach) 12012 (nach Offen­bach) 25748 (nach Büdingen) 28976 (nach Mainz) 35088 (nach Groß-Zimmern) 45062 (nach Alsfeld) 45639 (nach Oldenburg) 47829 (nach Mainz) 66780 (nach Schmardau) (nach Köthen) 73615 (nach Greiz) 76500 (nach Jena) (nach Groß-Umstadt) 83056 (nach Groß-Umstadt) (nach Gotha), Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 12451 22989 27605 42147 44496 48744 49830 61293

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mittags in die Qmrrttere in und uni Wetzlar. In Wetzlar liegen die Regimenter 116 und 117, das 2. mtb 3. SSataxIlOTi bet 115er je eine Abteilung Tragoner Nr, 24 und Feld- artülerie Nr 61 und das Santtatseorps; im ganzen zirka 5000 Mann. Ter Stab der 25. Division liegt ui Burgsolms, der Stab der 50 Jnf.-Brrg. in Braunfels, der 25. Kavallerie-Brigade in Ehringshausen, in Wetzlar liegen die Stäbe der 49. Infanterie- und 25. Feldartillerre- Brraade. Morgen früh beginnt das Korpsmanöver; tue 25. Tivision rückt westlich nach Mehrenberg und Weilburg, um die 21 Division aus der Gegend Hadamar und Rennerod -u erwarten. Die letzte führt Generalmajor v. Festen- berg die erste Generalmajor v. Bredow. Montag abend belieben sämtliche Truppen Biwak nordwestlich von Weil­burg Infolge des nassen und kalten Wetters der letzten iTage haben Mannscl>asten und Tiere sehr gelitten. Eine Anzahl erkrankter Reservisten wurde in die Garnison zu- ! rückgesandt.

Bad-Nauheim, 20. Sept. Dienstag den 22. d§. findet nachmittags und abends Konzert der Kurkapelle statt.

§ Schotten, 20. Sept. Der in verflossener Woche verstorbene Kaufmann Karl Donecker hat den hiesigen Armen ein Kapital von 2500 Mark gestiftet, ebenso ein solches seiner Heimatgemeinde Katzenellenbogen. Die 3 Burschen aus dem benachbarten Michelbach, welche wegen der Ueberfallsaffaire in Untersuchungshaft genommen waren, wurden mangels an Beweisen wieder freigelassen.

historischen Verein für Oberheffen 1884), ist dies deutlich zu ersehen. Das Mauerwerk dürfte dasjenige der Thorgebäude- Fundamente sein, das nach Vergleich des übrigens ziemlich genauen Laurens'schen Planes mit dem Plane der Stadt Gießen 1902/03 ba§ Torgebäude fast unmittelbar am Ein­gänge des Weges zum Volksbad lag. Von den vier Tor­gebäuden, nicht zu verwechseln mit den Türrnen oderPorten", war dasjenige am Selterstor nach dem üaurens'schen Plane das größte; es maß in der Länge etwa 35 Meter, während die übrigen nur etwa 1012 Nieter in der Länge und Breite hatten. Ein kleines Gouachebild aus dem Jahre 1774 gibt ein klares Bild von einem Torbau. Das Bildchen ist | vorn kleinen Steinweg aus ausgenommen und stellt das Neuenwegertor nebst Ravelin dar. Deutlich unterscheidet man von dem grünen Walde die gemauerte Eskarpe. Leider existiert meines Wissens keine andere ältere Ansicht der Festung Gießen als von der Ostseite her. Der bekannte Merian'sche Kupferstich von 1660 sowie die mir bekannten Gouache­bildchen 2C., teilweise im Besitz des historischen Vereins, sind alle von dieser Seite ausgenommen ivie e§ noch heute geschieht, jedenfalls um den landschaftlichen Hintergrund des Gleibergs, Vetzbergs und Dünsbergs mit zu verwerten. Es wäre gewiß von großem Interesse gewesen, zu erfahren, zu welchem Zwecke em 35 Meter langes Torhaus gedient habey mag. A

** Vom M anö v e r. Die Konzentration der! 25. Hessischen Division in und um Wetzlar Hut sich gestern I vollzogen, und Wetzlar uud die umliegenden Ortschaften gleichen heute ein ein Heerlager; die Zahl der Soldaten überbietet fast die der Bewohner. Freitag und Samstag sanden die letzten Gefechte des Brigade-, bezw. Divisions- manövers statt. Die Brigaden'wurden geführt von den beiden Brigadegeneralen Grafen von Kanitz und Freiherrn von Ledebur; die Gesamtleitung hatte der Divisionsgeneral Freiherr von Gall. Am Freitag war das Gefecht zwischen Roßbach, Wilsbach, Mudersbach und Erba. Für die 49. Brigade galt es, den Höhenzug südlich Roßbach zu nehmen.

I Tie 50. Brigade wurde nach Altenstädten zurückgedrangi und die Truppen bezogen abends statt des Biwaks nach dem Abkochen Massenquartiere. Gestern wurde das Gefecht südwärts von Hohensolms und Königsberg fortgesetzt, der

I Hauptkampj entwickelte sich an der Grube Moritzburg und am Bleibenberg an der Straße nach Blasbach Um IO1/2 >Uhr war das Gefecht beendet, und die Truppen rückten

bewegte.

** Zum Besuch des Bauer'schen Gesangvereins weilte gestern, Sonntag, der Blumental'sche Männer­chor von Homburg hier. Man versammelte sich imPost­keller", wo man bei Gesang und Konzert einige vergnügte Stunden verlebte.

* Der Gesang-Verein .Heiterkeit" feierte Samstag abend im Cafö Leib sein 2 5 j ä hri g es Stift un g §- fest, das bei Konzert und Gesangsvorträgen einen schönen Verlauf nahm. An der Feier nahmen u. a. teil: Sänger- Ehor des Turnvereins, Liederkranz-Gießen, Harmonie-Gießen, Bauer'sche^ Gesangverein-Gießen und Liedertafel-Lollar.

** Der katholische Gesellenverein machte gestern von hier einen Ausflug nach Heuchelheim, wohin auch der Wetzlarer Verein gekommen war.

** Neuer Geflüaelzuchtverein. Bei der außer- ordeutlichen Generalversammlung des neuen Geflügelzucht­vereins für Gießen und Umgegend von 1903 waren 31 Mitglieder anwesend. In den V 0 rstand wurden gewählt: Peter Berg als 1. Vorsitzender, Louis Adam 2. Vorsitzender, Wilh. Nees als Schriftführer, Joh. Hecker als Rechner; als Beisitzer: Karl Lich, Lechgestern, Wilh. Dech.ert und Kaspar

Dresden. Serßn, Breslau, Stuttgart, Karlsruhe. Heidel- »--^Darmstadt, .tollt; später fall die Bttdimg von Erraten uri> Ehrengerichten in Angriff Semmunen wei> tot. Aus dem nach Zeitschriften ustv. gefammelten Material wird demnächst eine Zusammenstellung aller feit 1901 statt- gefundenen Duelle an gefertigt.

Darauf sprach Dr. Kolo-Darmstadt über:®ieh Duelle der letzten drei Jahre". Wke der Redner , ausführte, sind in Deutschland zurzeit noch die Anhänger ( deS Duells in der Mehrheit, unter voller Sympathie des § Kaisers und der in der "Regierung vertretenen Kreise. Das . Strafgesetz wird durch die häufigen Begnadigungen negiert. Die Gegner des Duells werden aus dem Ossizierkorps aus- ' aeftoßen. Aufgabe der Duellgegner, auf deren Seite Recht £nb Humanität steht, ist es, dem von der Mehrheit aus- aeübten unerträglichen Zwang entgegenzuarbeiten, ^enn and) bisher das Publikum durch einzelne Duelle in Ent­setzen und zu schärfster Verurteilung hingerissen wurde, ia schlaft diese Erregung bald wieder ein bis zum nächsten Mule. Darum muß das Publikum scharf gemacht werden durch die Statistik, ebenso wie die Regierung, die sogar in dem furchtbaren Fall Kotze-Schrader 1896 nur die Ant­wort hatte, der Reichskanzler wäremit Erwägungen be­schäftigt". Denn durch die Statistik wird sich ergeben, in welchem Maße unter den Augen und somit gewissermaßen unter Mitschuld der Regierung die gröblichsten Gesetzes­verletzungen stattfinden, eine Erkenntnis, unter der auch die Autorität der Krone schwer leiden muß. Die Zusammen­stellung, die sicherlich noch, keineswegs vollständig ist, um­faßt 124 Fälle, davon u a. 51 in Oesterreich-Ungarn, 44 in Deutschland, 17 in Frankreich Von Waffen wurden 48 ALol Pistolen, 2 Mal das amerikanische System angewandt; mit leichteren, ungefährlichen Waffen wurden nur 6 Duelle ausgefochten, die schwerste Bedingung war 14maliger Kugel­wechsel, wobei allerdings schon (!) im neunten Gange der eine Gegner tot blieb. Was die Ursachen der Duelle be­trifft, so findet man neben Ehebruch am zahlreichsten Zank in der Trunkenheit, Streit beim Kartenspiel, Familien­zwist, Beleidigung durch einen Brief, im Affekt. Als Aus­gänge der Duelle zeigt die Statistik 22 Todesfälle und 90 Verwundungen, davon 50 schwere. Von den Todesfällen kommen 12 aus Deutschland. Daß der Ausgang des Duells vielfach vom Zufall abhängt, braucht nicht bewiesen zu werden. t ,. _ _ I

Ter Vorfitzende wies daraus hin, daß die Llntt-Duell- Bewegung sich nicht etwa nur auf Deutschland beschränkt, daß sie vielmehr international ist und überall gute Fort­schritte macht. Besonders stark ist sie in Italien, wo in der Armee große Erfolge eryelt wurden. Zwanzig Generale, auch der Ministerpräsident, sind dort Mitglieder der Liga. Für unbedingt erforderlich hiell es der Redner, daß alte Militärs, vor allem aber auch hochgestellte Persönlichkeiten, Minister usw. der Liga zugeführt werden.

Es entspann sich bann eine Debatte über die Propa­ganda. Der Vorschlag eines Redners, schon auf die Pri­maner durch die Religionslehrer einzuwirken, sand wenig Anllang und wurde von einem anwesenden Gymnasial­direktor bekämpft.

Es folgte dann als zweites Referat ein Vortrag von Dr. Antoni, Oberbürgermeister von Fulda, über die Einwürfe gegen die Liga und über die Auffassung des Duells". Der zu gunsten des Duells erhobene Einwand, das sei eine alle deutsche Sitte, kann, so führte der Redner aus, ebensogut für Raubrittertum, Hexenprozesse und Folter geltend gemacht werden. Die meisten Dnellan- . ten hoffen wohl, gesund wieder Heimzukommen, viele aber handeln überhaupt nicht freiwillig, sondern unter einem stwang, der Furcht vor der gesellschaftlichen Aechtung. Wohl mag es Fälle geben, wo die gesetzlichen Bestimm­ungen nicht ausreichend oder geeignet erscheinen zur Ver­teidigung der Ehre, aber das beweist doch nur die Not- wendigkell einer Aenderung der Gesetze. Man sagt auch, das Duell soll der Rache dienen: edel, christlich, sozial^ ist es nicht, die Rache ist dem Einzelnen eben entzogen. Endlich wird eingewandt, das Duell sei die ultima ratto gegen! die Verwilderung der menschlichen Gesellschaft und unent­behrlich für die Armee, wobei man auf die int englischen Offizierkorps vorgekommenen Roheiten verweist. Aber das ist doch die schwerste Beleidigung gerade gegen die Armee; wenn das Duell allein die Tüchtigkeit der Armee be­dünge, so müßte man es in das Exerzier-Reglement ein­fügen! Notwendig für die Manneszucht ist vielmehr die Befolgung der Gesetze. Schuld an dem ganzen Duell- Unwesen ist eben der falsche Ehrbegriff.

Nach dreistündiger Dauer wurde die Tagung geschloffen.

Kling elhöfer.

** Von der landwirtschaftlichen Ausstell­ung wird uns nachträgliche bekannt, daß der Großherzog bei seinem Rundgang besonderen Gefallen an derAbteil­ung für Bienen" sand, wo er ziemlich lange verweilte. Be­sonderes Interesse zeigte S. K. Hohell für das Leben und Treiben der lebenden Völker. Lchrer Hensel ans Hirzen­hain nahm ein Volk auseinander, um dem Landesfürsten den König und die Königin zu zeigen. Während die Be­gleiter vor den heruüischwärmeuden Bienen zurückwichen, blieb der Großherzig bewegungslos stehen, das Treibens beobachtend. Eine Anzahl Bienen hatten sogar auf Rock und Zylinder des hohen Besuchers Platz genommen. In­dessen ließ diese^Nonarchenbegegnnng" auf keiner Selle einen Stachel zurück.

** lieber die aufgegrabenen Mauerreste auf Idirn Seltersweg schreibt man und, daß sie zu der Schloß- besestigung gehören; an der Stelle, wo der Weg zum Volks­bad abzweigt, war dieSelterSthor-Bastian", die wohl in Iber Sllaßenaxe des Seltersweges lag. Die Straße führte indessen nicht gerade aus, sondern zweigte von der Stadt aus rechts ab, durch die gewölbte und gepflasterte Durchfahrt des Torgebäudes, über die Zugbrücke des Festungsgrabens nach dem südwestlich gelegenen Ravelin, welche zum Schutze des Stadteingangs von Landgraf Georg II. (residierte von 1631 bis 1647 in Gießen) erbaut wurde, und von da aus zur Frankfurter Straße. Aus dem Plan der Stadt und Festung Gießen von li>59, ergänzt nach dem Plan des Jng. Majors Laurens vom 22. November 1792 (Herausgegeben vom

Riebet

Ein Lause-Gefänguis.

Ein Kulturbild ans dem Osten hat der Wreschener Fluchibegünsttgungsprozeß in Gnesen enthüllt:

Der Angeklagte Janicki kratzt sich fortwährend, und die neben ihm sitzenden Angellagten v. Koscielski und Probst LÄedzki rücken ein Stück von ihm ab. Die Sache erregt großes Aufsehen, und auch dem Präsidenten fällt es auf. Da in der Runde nunmehr alle an fang en, sich zu kratzen, wird öie Situation komisch. Endlich sagt Janicki: Ich kann es nicht mehr aushalten, die Läuse beißen mich so furchtbar." Auf die Frage des Präsidenten, was es mit dem Ungeziefer für eine Bewandtnis habe, erwidert Janicki, daß es in der Gefängniszelle, in der er die Nacht habe zubringen müssen, von Läusen wimmele. Er stteicht die 'Herme! hoch und zeigt die zer bissenen Arme, greift an den Kopf und bringt Läuse her­unter, greift bann hinter den Kragen an den Hals und zieht auch von hort ein paar Läufe hervor. Niemand will neben Janicki auf der Anklagebank sitzen, und der Präsident beschließt, daß Janicki abseits sitzen solle. Der Präsident weist dem Angeklagten nunmehr einen Platz an, und Ja­nicki setzt sich jetzt in die Nähe des Tisches für die Bericht­erstatter, und zwar in die Nähe der Vertreter der polnischen Presse unter denen sich verschiedene Warfchauer befinden.

Die Voss. Ztg." b-emerft hierzu: Ein ekelhaftes Bild, und doch dürfen wir nicht an ihm vorbeiseheu, weil es ein Kulturbild ist. Der Justizminister wird nun wohl dafür sorgen, daß Ordnung in Gnesen geschaffen werde, und nebenbei wird er vielleicht auch erwägen, ob es zu recht- fertigen ist, einen Menschen wie Janicki zu eigener und zu anberer Qual im Gerichtssaale zu belassen. Vorläufig freilich werden wir nur den Spott der Polen und Ruff en haben, die es nicht wenig befriedigen mag, daß Halb­affen auch noch in das Deuifche Reich hiueiureicht.

Erheiternd wirkt jetzt auf" alle, denen esvergönn! ist", einen Mick in das Gefängnis zu tun, die rege Tätig­keit in demselben. Es ist einGroßreinemache 11" im Gnesener Gefängnis aus gebrochen, das auch diescheuer- wütigste" Hausfiau vollkommen zuffieden stellen könnte. Und dies hat mit feinem Erzählen von den Gefängnis- L.....der Angeklagte Janicki getan!"

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