Ausgabe 
21.9.1903 Erstes Blatt
 
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Instrukteur »gedient hat, ist in Plymvuth eurgetroffen und soll im Laufe der nächsten sechs Wochen nach Marokko- zurück kehren. Er- äußerte, die fanatische Erregung, welche in Marokko gegen die Europäer herrsche, sei der Einwirk­ung der gebildeten Klassen unter den Mauren zuzuschreö- ben, welche befürchten, daß mit der wachsenden Anzahl der ins Land kommenden Europäer der Handel ihnen verloren gehen werde. Ob Europa sich diese Behandlung dauerrid gefallen lassen wird, ist jedenfalls nicht anzunehmen. Ein Vorgehen Frankreichs in diesem Sinne würde von den Määten nicht mißgünstig angesehen werden.

Freilich hat Europa gerade jetzt kaum Zeitz sich mit den Kümpfen in Afrika sonderlich zu befassen, nachdem sich an der Türkei neuerdings die Lage auf das Bedenk­lichste zu gespitzt hat. Bulgarien will der Tragödie der Hinmordung der chrisllichen Bevölkerung in Macedouien nicht länger zusehen und verlangt kategorisch als Beding­ung dafür, daß es noch länger das Schwert in der Scheide lasse, daß die Mächte den Grausamkeiten der tür­kischen Truppen Einhalt gebieten. Diese entsenden in­zwischen an die Küsten der aufgewühlten Lande Schiffe auf Schiffe und 9tote auf 91ote mit Warnungen und Vorstell­ungen, grade an Bulgarien, um es vom Kriege zurückzu- halten. Die Situation ist äußerst gespannt, doch kann mau immer noch hoffen^ daß gemeinsame Schritte der Machte chre Wirkung nicht verfehlen werden. Die Mobili­sierung neuer türkischer Armeekorps, von denen jüngst die Rede war, soll nicht erfolgt sein. Dagegen wird von türkischer Seite wieder einmal gemeldet, Boris S a r a f o w sei bei Monastir gefallen, sein Kopf sei von dem iljn tötenden Soldaten abgeschlagen und nach Monastir gebracht worden. Der betreffende Soldat erhielt vom Sultan mehrere Gnadenbeweise. Diese für die weitere Ge- .staltung der macedonischen Wirren außerordenllich wichtige Nachricht hat eine Bestätigung noch nicht gefunden.

In Wien, wo Kaiser Wilhelm II. dieser Tage bei Kaiser Franz Josef zu Gaste wellt, soll man bei den beiderseitigen diplomatischen Besprechungen über die Lage auf dem Balkan auf das entschiedenste für vollständige Wahrung der Suzerenität des Sultans eingetreten sein. Ob die ösireichisch-ungarische Reichseinhell in diesen Unter­redungen auch zur Sprache gebracht worden ist, läßt sich jawohl annehmen. Auch das neueste Arme em anife st des östreichischen Kaisers dürfte zu privaten Gesprächen viel Stoff geliefert haben. Diese überraschende Kundgebung, in der der greise östreichische Kaiser den Aerstückelungs- absichten der Äiagyaren gegenüber mit unverhüllter Deut- lichkell auf seine Rechte als oberster Kriegsherr pocht, die es ihm niemals gestatten werden, Bestrebungen zur Locker­ung des einheitlichen ostreich-ungarischen Armeegefüges zu fördern, hat unter den ungarischen. Parteien gewirkt, wie der Dtttt in den Ameisenhaufen. Aber es wird bereits von oben her Oel auf die wilden Wogen gegossen. Das offiziöseUng. Wien. K'.-B." meldet:An maßgebendster Stelle beri'chrt es schmerzlich, daß ein Dell des Armee­befehls in der öffentlichen Meinung Ungarns solche Aus­legung findet, die den Intentionen au allerhöchster Stelle nicht im Entferntesten entspricht. Der allerhöchste Kriegs­herr beruhigte im Armeebefehl das Heer darüber, daß er eine Zerreißung im Sinne des Gejetzartikels 12 vom Jahre 1867 der gemeinsamen Armee nicht gestatte und ebensowohl im Interesse der Monarchie als auch der ^eigensten Lebens- interefsen Ungarns nicht gestatten werde. Dieser Armee­befehl, der nicht ein staatsrechtlicher Akt sei, präjudiziert jedoch nicht jenen im Interesse der Parllät wünschens­werten Abänderungen, welche die liberale Partei als not­wendig erachtet, und welche der Ministerpräsident Graf Khuen-Hedervary in sein Programm ausgenommen hat. Die Äsung dieser Fragen bildet in maßgebenden Kreisen den Gegenstand von Erwgungen." Das ungarische Ab­geordnetenhaus wurde zum 24. September zu einer Sitzung einberufen. Der ungarische Ministerpräsident Gras Khuen, der am Sonntag eine Audienz beim Kaiser Franz Josef .hatte, erklärt in einem Interview, daß sich die Situation durch den Armeebefehl absolut nicht geändert habe. Er versicherte, der Kaiser käme bestimmt wieder nach Budapest zurück.

Die englischen Diplomaten grübeln darüber, wie der Rückwärtsbewegung der wirtschaftlichen Well­herrschaft Englands begegnet werden könnte. Cham­berlain glaubt den Schlüssel gefunden zu haben es ist der Schutzzoll. Aber seine Kollegen und das Land find anderer Meinung und somll mußte es zur Sprengung des Kabinetts kommen. Man erwartet nun, daß min­destens ein Jahr vergehen wird, ehe es zu Neuwahlen kommt. Die Stabilität der Regierung sei dadurch erhöht, daß Chamberlain beschlossen habe, ihr fteier Agent zu werden. DerExpreß" teilt mit, daß Balfour jetzt nicht daran denke, das Parlament aufzulösen, doch sehe die Re­gierung den Neuwahlen mit ernster Besorgnis entgegen. Das Chamberlainsche Blatt meint, daß der Rücktritt Cham­berlains, die Zollpolllik, dre Kriegsenthüllungen und das Unterrichtsgesetz sehr gegen die Llllssichten der Regierung sprächen.

gefaßt habe, welche man nicht befolgen könne. Wenn Ihr die Resolution cnrnehmt, so sage ich Euch, der erste, der die Resolution mit Füßen tritt, ist Bebel. Warum also eine Resolution haben, mit der man doch nur das tut, was man so vielen anderen getan eine Resolution, die man nicht halt. Warum uns die Tür verschließen, um dann durch ein Mauseloch hineinzukriechen? Wenn Ihr die Resolution annehmt, und darin z. B. alle Kolonial­politik verdammt, so schlagt Ihr damll aller Geschichte Ins Gesicht, wie das Recht der höheren Kultur gegeirüber der niederen erwiesen hat.

M o l k e n b u h r: Sachlich sttmme er mll Bebel überein, aber einige Bemerkungen, wie Bebels Aeußerung, daß man in der Partei Komödie spiett, haben mich berührt wie eine Ohrfeige; denn kurz vorher bei den Wahlen hat ein bürgerlicher Kmrdidat dasselbe gesagt und Bebel war da­mals wütend und sprach von frecher Beschimpfung. (Hört, hört!) Auch die Aeußeruna Bebels, daß wir nie so uneinig gewesen seien wie jetzt, ist falsch Ich erinnere an Düh­ring, und in Breslau beim Agrarprogramm war zur Abwechslung Bebel einmal der Revifionist. (Heiterkeit.) Was die Hofgängerei betrifft, so ist sie nichts neues.

Der Parteitag nahm sodann den Antrag Bebel wie folgt a n:

Ter Parteitag fordert, daß die Frattivn zwar ihren Anspruch geltend macht, die Stelle des ersten Vize­präsidenten und eines Schriftführers durch einen Kan­didaten aus ihrer Mitte zu besetzen, daß sie aber ab­lehnt, jegliche Verpflichtungen zu über­nehmen, die nicht durch die Reichsverfassung oder durch die Geschäftsordnung des Reichstages begründet sind. Der Parteitag verurteilt ferner aus das Entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen, sowie jedes Bestreben, die vorhandenen und stets wachsenden Klassen­gegensätze zu vertuschen, um die Anlehnung an die bürgerlichen Parteien zu erleichtern

Bernstein stimmte dagegen, ebenfo Elm, Hue, David. Die Zahlen sind: 288 für, 11 gegen dre Resolutton.

Die Parteifunktionäre werden Wied er gewählt. Bei der Wahl der Vorsitzenden erhäll Mehring 3 Stimmen (Heller- keit.) Der n äch st e P ar t e i t a g ist in Bremen Es folgt die Erledigung eines Anttages, Heine zu tadeln, well er dieMarburger Genossen, die nicht für Gerlach stimmten, imVorwärts" verhöhnt habe. Dr. Michels-Marburg wird noch etwas heftig, worauf der Antrag zurückgezogen wird.

Dresden, 20. Sept.

Ter Parteitag wurde heute geschlossen Die Mai­feier wird in der bisherigen Art beibehalten Die Auf­stellung besoldeter Parteisekretäre in Rheinland wird ab- gelehnt, ebenso der Antrag, die Frage des General­streiks auf die Tagesordnung des rrüchsten Parteitages zu setzen. Singer betonte in seinem Schlußwort, die Masse der Partei stehe fest auf dem Boden des Klassen- kampses.

Keer und Atotte.

Berlin, 19. Sept. In den letzten Tagen sind mehr­fach Nachttchten über große organisatorische Ver­änderungen der Marine verdrecket worden. Speziell war davon die Rede, daß eine neue Marine-Station Danzig geschaffen werden solle. Die ,Nat.-Ztg." kann versichern, daß diese Nachrichten jeder Grundlage ent­behren.

Wom sozialdemokratischen Farteitage in Dresden.

VI

Dresden, 19. Sept.

In der heutigen Sitzung wurde die gesttige Debatte festgesetzt. Als erster Redner sprach Kants ky. Dieser be­schuldigte die Revisionisten, daß sie eine Annäherung an die bürgerlichen Parteien anstreblen. Er wandte sich ins- befonbere gegen die Aeuß eräugen des badischen Lanotags- Abg. Kolb, es sei möglich, die soziale Frage aus fried­lichem Wege zu lösen. Wenn das Proletariat die Macht habe, dann wurde es dieselbe nicht mit einer bürgerlichen Partei teilen, sondern für sich selbst in Anspruch nehmen.

Nach ihm folgte Bernstein. Derselbe erklärte, wenn öie. bürgerlichen demokratischen Parteien sich mit den Sozialdemokraten einigen wollten, so liege es im Interesse des Proletariats und es wäre eine Pflichtvergessen­heit, ein solches Bündnis abzulehnen. Er halte die Er­ledigung der sozialen Frage auf friedlichem Wege wohl für möglich. Ferner betonte er die Notwendigkeit, die Vizepräsidentenstelle im Reichstage zu verlangen. Durch die Besetzung dieses Postens würde der Partei kein Schaden zugefügt. Es fei im nächsten Reichstage noch mehr wie cm vorigen eine Ueberrumpelung zu befurchten. Die sozialdemokratische Partei müsse hierauf möglichst vor­bereitet sein, mtb dafür mit aller Macht sorgen, den Posten zu erhalten. Die Sozialdemottatie habe chren großen Ein­fluß auf das Volk nur dadurch erlangt, daß sie sich von Stufe zu Stufe im Parlament mauserte und diese Mauserung habe nichts geschadet, sondern im Gegenteil genutzt, Redner wcurdte sich bann gegen die Resolution Bebel und gab den Rat, diese im Interesse der Einigkeit zurückzuziehen, da der Parteitag schon jetzt Beschlüsse

Ans Stadt und Land.

Gießen, 21. Sept. 1903.

* * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrverwalter Ernst Kehr zu Romrod, Dekanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder fteiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mckgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Wimpfen a. B.: Ludwig Kahn, Gottlieb Gieß, Friedr. Hennige und Jakob Heinrich Klenk.

* * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 48 ent­hält: 1. Verordnung, die Enteignung von Gelände für die Zwecke der Nebenbahn von Friedrichsdorf nach Fttedberg be- tteffend. Vom 12. September 1903. 2. Bekanntmachung,

die Anlegung des Grundbuchs betreffend Vom 10. Sep­tember 1903.

* * Der neue Fahrplan der Eisenbahndirektion Frankfurt a. Nch gütig vom 1. Oktober ds. Js. ab, ist uns heute zugegangen. Darin sind folgende neue Bestimm­ungen für uns wesentlich: Die ab 1. Mai eingelegten Schnellzüge 101 und 104 FrankfurtMarburg(Halle) und zurück werden auch im Wücker beibehalten. Ebenso der ab 1. Mai täglich beförderte Personenzug 810, Marburg ab 858, Frankfurt an 1205. Der Personenzug 791a (Werktags) geht in Butzbach ab 610 und kommt in Gießen an 640. Der ab L Mai eingelegte Personenzug 647, Gießen ab 488, Betzdorf an 655 wird beibehalten. Auf der am 1. Oktober zur Er­öffnung kommenden Strecke LaubachMücke werden in jeder Richtung vier Züge von der Strecke HungenLaubach durch­geführt. Der gemischte Zug 1033a, Londorf ab 650, Lollar an 730 (Werttags) erhäll in Lollar Anschluß an Personen­zug 790 nad) Gießen und Frankfurt. Der gemischte Zug 7543, Fttedberg ab 500, Gießen an 638 (Werktags) fällt aus; als Ersatz ist Personenzug 791a ButzbachGießen eingelegt. Der Personenzug 531, Gießen ab 916, Fulda an 1147, ist auf 3 Minuten später verlegt und hat in Gießen Anschluß an den 4 Minuten spater als bisher eintreffenden D-Zug 74 von Hamburg erhalten. Personenzug 514 ver­kehrt Gießen ab 832 (bisher 819), Gelnhausen an 1037 (bis­her 1036) und erhält in Gießen Anschluß an den Schnell­zug 123 von Koblenz. Der gemischte Zug 1040 verkehtt Gießen ab 252 (bisher 240), Grünberg an 420 (bisher 416) und erhäll m Gießen Anschluß von den Zügen 634 von Köln, 626 von Fulda und in Lollar Anschluß vom Zrrge 796 von Fronhausen.

** Ei nenAufrufan dieakademischgebilde- ten Lehrer des deutschen Reiches versendet soeben der hessische Oberlehrerverein. Er lautet: Der unterzeichnete Verein hat vor zwei Jahren die Anregung zum Zusammen­schluß aller deutschen Oberlehrer-Vereine zu einem deutschen Oberlebrer-Verbande und zur Gründung eines deutschen Oberleyrertages gegeben. Eine vom sächsischen Gymna­siallehrerverein im Mai d. I. von Leipzig aus ergangene Umfrage hat gezeigt, daß die große Mehrheit der deutschen Oberlehrer-Vereine diesem Plane grundsätzlich zustimmt. Die deutschen Laubes-Vereine haben dabei gleichzeitig ihre Bereitwilligkeit ausgedrückt, Vertreter zu einer vorberaten­

den Versammlung zu entsenden, die bei Gelegenheit der in Halle a. S. vom 6. bis 10. Oktober tagendenVersamm- Urng deutscher Philologen und Schulmänner" stattfinden sollte. Die preußischen Vereine konnten diese Bereitwillig­keit nicht aussprechen, da zunächst die Stellungnahme der am 4. Oktober in Hannover tagenden preuß. Delegierten- Konferenz abzuwarten war. Da die Mehrzahl der preußi- chen Vereine der Gründung eines deutschen Oberlehrer- Verbandes auf ihren letzten Jahresversammlungen zu­gestimmt hat, ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß autf) die Delegierten-Konferenz einen günstigen Beschluß fassen wird. Unter dieser Voraussetzung ist aber, nach persön- 1 icher Erkundigung an maßgebender Stelle, als ziemlich icher zu erwarten, daß die Delegiertenkonferenz Vertreter zu den Beratungen nach Halle schicken wird. Mit dieser Entsendung der Vertteter ist baim die Gewähr gegeben, daß auch die durchaus erforderliche Beteiligung der preußi- chen Vereine bei den ersten grundlegenden Beratungen nicht fehlt, und daß ein das ganze Reich umfassender Ver­band geschaffen werden karm. Daher geht an alle Landes­und Provinzial-Vereine die Aufforderung,, zu der vorbe­ratenden Versammlung, die in Halle, Dienstag, den 6. Oktober 1903, nachmittags 3y2 Uhr, stattfinden soll, ihre Vertteter zu entsenden, denen es obliegen wird, ein­leitende Beschlüsse zu fassen. Gleichzeitig richten wir an alle Kollegen im Reiche mögen sie seither schon für die Verwirklichung des Gedankens durch Wort und Schrift eingetreten fein, mögen sie nur stillschweigend zugestimmt oder gar Bedenken und Zweifel gehegt haben die Auf­forderung, zahlreich zu erscheinen und schon bei der Gründ­ung durch ihren Rat das Werk zu fördern. Möge eine große Schar arbeitsfreudiger Kollegen zu ernstem Tun in 5zalle sich einfinden das Ziel ist dieser Arbeit würdig. Im Auftrag des hessischen Oberlehrer-Vereins: Professor Block, Oberlehrer auc Realgymnasium zu Gießen.

Frankfurt a. M., 19. Septbr. An religiösem Wahnsinn leibet die junge Frau des Ausläufers Scherbel in der Bethmannstraße. Das unglückliche Weib sitzt den ganzen Tag in der Kirche und vernachlässigt ihren Hausstand vollständig. Vor einiger Zeck hatte die Frau die Gardinen in ihrem Zimmer in Brand gesetzt. Sie mußte jetzt, nachdem sie einige Wochen in der Irrenanstalt zugebracht hatte und auf den Wunsch ihres Mannes entlassen war, wieder in die Anstatt gebracht werden, da sich ihr Zustand verschlimmerte.

Wiesbaden, 19. Sept. Die beiden Chouffeure des Herzogs Broglie aus Paris, die vor 14 Tagen den Tüncher Kern bei Biebttch mit dem Automobil totgefahren haben und die Frau eines Doktors in Biebrich schwer ver­letzten, werden von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich ver­folgt. Die beiden Franzosen sind längst über die Grenze.

Keneral-Aersammtung Kesfischer Zimmermcister.

(Originalbericht desGieß. Älnz.")

I. Friedberg, 21. Sept.

Die diesjährige General-Versammlung des Verban­des H e s s i s ch e r Zi mm er m e i st e r sand heute im Hotel Drei Schwester" hier statt. £>err Philipp Wi11mann - Tarmstadt berichtete als Vorsitzender über die Tätigkeit des Verbandes und besprach die verschiedenen, vom Vor­stände im Laufe des verflossenen Jahres an das Großh. Ministerium gerichteten Eingaben. Täese betreffen in der Hauptsache die möglichste Einschränkung des General-Unter­nehmertums und die Einführung der Nvrmalholzprofile. In ihrem Antwortschreiben hat die Großh. Regierung die weit­gehendste Berücksichtigung der Wünsche des Verbandes zu­gesagt. Der Vorsitzende ersuchte die Mitglieder, solche Fälle, in welchen den Zusagen Großh. Ministeriums nicht ent­sprochen werde, dem Vorstande zur Kenntnis zu bringen, damll dieser beschwerdeführend vorstellig werden könne. Im to eiter en Verlaufe seines Referates besprach der Redner das Ergebnis der in Karlsruhe stattgehabten Brand probe, bei der sich die Holztreppen vorvvrzüglich bewährt hätten. Es stehe in sicherer Aussicht, daß dieses Ergebnis der Brandprobe für die Zulassung der 5)olztteppen auch in Hessen von günstigem Einfluß sein werde. Zimmer­meister Mahr- Darmstadt berichtete über die Lage des Zimmer-Handwerks, worauf folgende Resolution an­genommen wurde:Die zahlreich in Friedberg versam­melten Zimmermeister unseres Landes-Verbandes stehen auf dem Boden der Einführung des Befähigungsnachweises für das Bauhandwerk (Einführung obligatorischer Meister­prüfungen) und sprechen die Ditte an hohe Staatsregier­ung aus, daß den berechtigten Wünschen des Zimmer­meister-Verbandes möglichst rasch Rechnung getragen werde." Eine längere Aussprache entspann sich über die bei den Meister- und Gesellerchrüfungen gemachten Erfahr­ungen, und es wurden verschiedene Wünsche bezüglich der ferneren Art und Weise der Abhaltung dieser Prüfungen vorgebracht. Weiter beschloß die Versammlung, die am 24. und 25. Oktober in Hannover behufs Gründung eines Deutschen Zimmermeister-Bundes stattfindendeAllgemeine Deutsche Zimmermeister-Versammlung" durch drei Dele­gierte zu beschicken, und es wurden Herr W i 11 m an n- Darmstadt für oie Provinz Starkenburg, Werum - Buden­heim für die Provinz Rheinhessen und Bücking-Alsfeld hierzu ernannt. Ferner wurde eine Eingabe an das Großh. Ministerium beschlossen, dahingehend, daß auch in der Provinz Oberhessen, wie dies bis jetzt schon in den Pro­vinzen Starkenburg un d Rh euch essen der Fall ist, bei den staatlichen Submissionen die Treppen mit ch die Zimmer­arbeiten eingeredütet werden und nicht in die Schrein er­arbeiten, wie dies gegenwärtig vielfach üblich ist. An die sehr gilt besuchte General-Versammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Diner an. Bei einem guten Tropfen Wein wurde die Stimmung immer animierter, und die rechte Sonntagslaune erreichte bald ihren Höhepuirkt, die sich noch bis zur Trennung lli vorgerückter Abendstunde er­hielt. Die nächste Versammlung wird in Mainz ab gehalten.

Uerunschles.

* Dresden, 19. Sept. Wie dieSächs. Arbtrzig." mitteilt, ist die vor einigen Tagen in Dresden verstorbene Gräfin Adele Oriola eine eifrige Sozialdemo­kratin gewesen. Seit einigen Jahren habe sie dem sozial- demottatischen Verein Dresden-^lltstadt angehori unb allen Vorgängen in demselben ein lebhaftes Interesse entgegen­gebracht, wenn sie auch nicht in der Oeffentlichkeit habe tätig fein können. Sie habe viele materielle Dpfer*für die Partei und für die Armen gebracht. Auf dem Münchener Parteitag im vorigen Jahre sei sie täglicher Gast gewesen. Damals habe sie sich in Bad Reichenhall zur Kur ausgehalten. Die Gräsin habe in den höchsten Gesellschaftskreisen und auch in der Hofgesellschaft verkehrt.

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