Ausgabe 
21.4.1903 Drittes Blatt
 
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cm treten, wv Vie Ankunft nachmittags erfolgt Seinen Aufenlhalt hort ßäenft der Kaiser bis zum 26. d. Mts. 'Lu^ubefyncn.

Gut^n Vernehmen nach steht ein abermaliger Besuch -es Kronprinzen von Dänemark am Berliner Hofe im Juni bevor. Der Kronprinz wird mit seiner Gemahlin auf der Rückreise von Nizza nach Kopen­hagen Mitte Juni auf Einladung des Kaisers hier Station machen, um einige Tage zum Besuche bei ber Kaiserlichen Familie zu verweilen.

Die derPost" berichtet wird, ist der Großherzog von Oldenburg an einer Mandelentzündung, ver- Lunden mit influenzaartigen Erscheinungen, erkrankt

Reichslanzler Gras v. Bülow ist heute hier wieder eingetrvfsen. ,,

Ter Präsident des Reichstages, Graf v. Balle- strem, der heute in Berlin eintressen sollte, ist mit dem Zuge im Schnee st ecken geblieben.

Ter vom nationallib. Abg. Dr. Hoffman n - Dillen­burg erstattete Bericht über den Entwurf betreffend weitere Abänderungen des Krankenkassenver sicher- ungsgeseßes umfaßt 52 Druckseiten. Es sind darin ausführlich die Aeußerungen der Bundesratsbevollmach- ttgten über deren Stellungnahme zu einer Gesamtrevision des Krankenkassengesetzes niedergelegt. Mit dem vorliegen­den Entwürfe soll nur das zunächst Dringliche erreicht werden; eine umfassende Krankenkasseii-Novclle, welche auch die Stellung der Aerzte und Apotheker zu Krankenkassen ordnet, wird sobald als möglich dem Reichstag in der nächsten Legislaturperiode vorgelegt

Dun den 433 Mitgliedern des preußischen Abge- drdnetenhauses stehen im Alter von 70 bis 80 Iahren 45 Abgeordnete, über80Jabre8 Abgeordnete.

Dresden, 20. April.. Nach den bis jetzt getroffenen Dispositionen wird der König von Sachsen voraussicht­lich am 23. ds. Cardone wieder verlassen, in Men vom 27. bis 29. April, in München vom 29. bis 1. Mai und in Stutt­gart vom 1. Mai bis 2. Mai zum Besuch des Kaisers Franz Josef bezw. des Prinzregenten von Bayern und des Königs von Württemberg verweilen.

München, 20. April. Nach derAugsb. Abendztg." findet voraussichtlich im Mai in Nürnberg eine Konferenz der beteiligten Mainuserstaaten wegen der Mainkanali- s i e r u n g aus der Strecke O f f e n b a ch - A s ch a s f e n b u r g statt. _________

Kirche und Schule.

Die diesjährige große deutsche General-Ver­sammlung des evangelischen Bundes findet in Ulm a. d. D. voraussichtlich vom 5. bis 8. Oktober statt.

Peteröburg, 20. April. Der Kaiser stellte für eine weitere Schulreform folgende Grundlagen fest: Die klassischen Gymnasien bleiben bestehen, jedoch soll in der Mehrzahl der Anstalten Griechisch nicht obligatorisch sein. Die Absolvierung eines Gymnasialkursus berechtigt zum Unioersitätsstudlum. Die Beendigung siebenklassiger Real- schulen giebt em Anrecht auf die höhere technische Bildung und die der geplanten sechsllassigen auf den Staatsdienst in der Provinz. Tie technische Fachbildung ist möglichst zu für- dern. Eine besondere Aufn»erlsamkeit ist der Hebung der religiös-sittlichen und patriotischen Erziehung durch die Schule zuzuwenden. Es sind ferner Maßnahmen zu treffen, daß d,e Lehrer eine der Schulreform entsprechende Ausbildung er­halten. Für die Schüler gewissey Gruppen von Lehranstalten sind Pensionsanstallen einzurichten.

Ausland.

Haag, 20. April. Man will von einem hohen Hof- -eamten ersahren haben, daß Königin Wilhelmina sich in gesegneten Umständen befinde.

Paris, 20. April. Jaurös gab den Arzt Brissaud als Gewährsmann dafür an, daß General Mercier einer Pariser Familie das mit der g e f ä l s ch t e n R a n d g l o s s e Kaiser Wilhelms versehene Bordereau gezeigt und dieses Photogramm als wichtiges Beioeisstück gegen Drey- fus erklärt habe. Brissaud würde, amtlich vernommen, die Aeußerung umständlich wiederholen.

Jaurös beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit dem Kaiserbries und verösfentlicht einen Bries des Herrn de Bonbon, welcher eine Unterredung mit dem Obersten Stössel wiedergegeben hatte. Stössel hatte an­gegeben, der Graf von Münster habe ihm gegenüber be­hauptet, der Kaiserbries sei echt Jaurös dementiert diese Behauptung.

Die von der nattonalisttschen Presse begonnene Protestkampagne gegen den bevorstehenden Besuch des Königs von England nimmt täglich zu. Die ge­samte chauvinistische Presse fordert entweder zur Mani­festation auf, oder empfiehlt dem Publikum, durch ver- achttiches Schweigen feine Gesinnung zu bekunden.

Wie aus Mentone berichtet wird, verläßt Expräsi- bent Krüger am 17. Mai Mentone. Pastor Heymans ist beauftragt worden, für den Präsidenten Krüger einen Minterausenthaltsort ausfindig zu inachen. Wie aus Pre­toria berichtet wird, soll das Landhaus des Präsidenten Krüger in Pretoria für den Preis von 100 000 Francs ver- steigert worden sein.

Madrid, 20. April. Die marokkanischen Aufständischen bestehen aus der Auslieferung des marokkanischen Zoll­amtes in Melilla, da die Herrschaft des Sultans am Riss nicht mehr bestehe. Gerüchtweise wird be­hauptet, daß der Prätendent eine drohende Haltung an­genommen. Die gesamte spanische Presse ist der Ansicht, daß die Lage in Marokko äußerst ernst ist. Wie berietet wird, sind mehrereeuropäischeRei sende von Ma» roklanern ermordet worden, was eine Intervention der Mächte nötig machen dürfte.

Rom, 20. April. Ter Papst beklagte sich den fron- zösischen Pilgern gegenüber, die er gestern empfing, bitter über die Lage des Katholizismus in Frankreich. Unter Tränen sagte der Papst: 95knn Frankreich fortfahren wird, sich von feinen religiösen Traditionen abzuwenden, dann ist es verloren.

Wien, 20. April. In der Hofpfarrkirche wurde beute tormittag die Vermählung der Erzherzogin Eli» s a b e t h A m a l i a mit dem Prinzen Alois Liech- t e n |"t e i n vollzogen. Der Feierlichkeit wohnten bei, der Kaiser, die Erzherzoge und Erzherzoginnen, Prinz Arnulf von Bayern mit Gemahlin und Sohn, die nadmen Ver­wandten des Bräutigams, die obersten Hofwürdenträger, die Minister und bie Generalität

Zu Ehren des Kronprinzen von Dänemark war ain Iuichmittag bei dem dänischen Gesandten ein Festmahl, zu dem der Ministerpräsident v. Körber und b»- txAuiiÄft. ÄotldxLfter aaladen waren.

In der heutigen Sitzung des niederöstreichischen Landtages kam es bei der Debatte über Annullier­ung des Mandates des Amstettener Abg. Schmidl zu Skan - d a l s z e n e n. Ter Christlichsoziale Diehlolowek griff unter dem Beifall seiner Parteigenossen heftig den Richterstand des Bezirkes St Poelten an und besonders den Bezirks­hauptmann von Amstetten. Als der Statthalter Kielmanns- egg den letzteren gegen die Angriffe verteidigte, entstand bei den Christlichsozialen eine große Erregung. Stürmische Rufe gegen den Statthalter: Hinaus, er darf hier nicht ö reden! ertönten.

Gestern fanden in Lemberg anläßlich des 109. Jahrestages des Warschau er Auf stand es lär­mende Kundgebungen statt Am Vormittag wurde eine Fest- verfammlung veranstaltet, welcher der Bürgermeister und Zahlreiche Würdenttäger beiwohnten. Am Abend sammelten ich Hunderte von halbwüchsigen Burschen an und durch­zogen lärmend die Stadt. Ansammlungen vor dem russi­schen Konsulat und dem Golucl-owski-Tenkmal wurden von der Polizei verhindert; auck vor dem deutschen Konsulat waren Vorsichtsmaßregeln gettoffen worden.

Lett in je, 20. April. Nach einer hier eingetroffenen Meldung Haden die Albanesen in Skutari zwei christliche Beamte durch Revolverschüsse schwer verwundet. Die Attentäter sind entkommen.

Ottawa, 20. April. Die kanadische Regierung teilte den beteiligten Kreisen mit, daß sie die vor dem 1. Juli zur Verzollung gelangenden Sendungen aus Deutschland vom Zujchlagszoll auszunehmen beab- ichttge, sofern die betreffenden Bestellungen vor dem l7. April in die Hände der deutschen Exporteure gelangt ind.

Aus §tüi)i uni» £unD.

Gießen, 21. April 1903.

Versetzung in den Ruhestand. Wie uns so­eben ein Privattelegramm aus Darmstadt meldet, hat S. K. H. der Großherzog am 18. d. M. lt. amtl. Bekannt­machung der .Darmst. Ztg." den a.-o. Prof, bei der jur. Fakultät der Landesuniversität, Dr. Joh. Bapt. Braun, mit Wirkung vom 1. Mai d. I. in den Ruhestand versetzt.

* Heinrich Jac. Vogt f. Heute nacht starb hier der Ottsgerichtsmaon Heinrich Jacob Vogt im 67. Lebens­jahre. Der Verstorbene gehötte längere Jahre der Stadt- verordneten-Versammlung an und mar in mehreren Depu­tationen hervorragend tätig. Krankheit zwang ihn vor mehreren Jahren, sein Stadtverordnetenmandat niederzulegen. Vogt entstammt einer alteingesessenen Bürgerfannlle; sein Vater war bis zur Einführung der Städteordnung Bürger­meister der Stadt Gießen.

* Daö Großh. Regierungsblatt Rr. 26 enthält 1. Bekanntmachung, die Dienstbücher der Schiffsmannschaft auf deutschen Rheinschiffen betreffend; 2. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber be­treffend; 3. Bekanntmachung, Einführung des Lokomotiv- betriebs auf der in der Gemarkung Rieder-Ramstadt gelegenen Schmalspurbahn der Firma Odenwälder Hattstein-Jndustrie betreffend; 4. Berichtigung.

St. A b s ch i e d s s e i e r. Eine stille Wehmut hatte sich wohl der m.tjien derjenigen b.n.ächtet, die sich Hute im Neuen Saalbau Derfanuncii hatten, um zum letztenmal mit zwei Männern vereint zu sein, die zum Wohl der Stadt, des Kreises und der Proviiiz jahrelang ihre Kräfte ein­gesetzt habem ,Lweier starker Stützen" sieht sich Provinzial- direktor Dr. Breidert durch den Weggangvon Baurat Stahl und Prof. Dr. Luciu s auf einmal beraubt Nachdem der Vorsitzende bei der Feier, Dr. Breidert, im Anschluß an einige herzliche Abschiedsworte ba$ Hoch auf Kaiser und Reich ausgebracht hatte, hob Landgerichitsrat Schäfer die Verdienste von Daarat Stahl für Stadt und Kreis Gießen hervor. In den verschiedenen Ansprachen, die im Verlaus der Feier weiterhin noch erfolgten, kamen fortgesetzt die Sympathien der Kreise zum Ausdruck, die mit beiden Herren in amtlicher ober persönlicher Beziehung geftanben haben. Besonders hervorgehoben zu werden ver­dient die längere Ansprache des Vorsitzenden des Gießener Lehrervereins, Herrn Lehrer V. Müller. In seinen herz­lichen Worten, bie wohl bie Stimmung ber gesamten Lehrer­schaft bes Kreises wiebergegeben hat, führte er aus, baß es Pros. Dr. Lucius während seiner siebenjährigen Tättgkeit im Kreise Gießen verstanden habe, sich bie herzen aller seiner Lehrer zu erringen. In würdigster Weise habe er bie von seinem Vorgänger übernommene Erbschaft verwaltet Liebenswürdigkeit, Gerechtigkeit und freundliches, ver­trauensvolles Entgegenkommen, das waren bie stärksten Mo­mente, bie in seiner Persönlichkeit immer toieber hervor­taten. Pros. Lucius war keiner von den Vorgesetzten, bei deren Anblick es sich wie ein Alp auf bie Brust bes Unter­gebenen legt Als Feind jeglicher pedantischen Schablone und bureaukrattschen Bevormundung, durch welche bie Schule zur Maschine herabsinkt, zeigte er sich Lehrern und Kindern gegenüber stets als liebenswürdiger, wch.wollender Berater. Ter Redner schloß mit dem Wunsch daß auch im neuen Wirkungskreise dem Scheidenden die Herzen seiner Unter­gebenen so vertrauensvoll entgegenschlagen möchten, wie es seither hier der Fall gewesen, daß auch auf dem neuen Ar­beitsfeld feine Tättgkeit mit vollem Erfolg gekrönt fein möge. Zur Verschönerung der Feier, die sich bis in die Nacht ausdehnte und in würdigster Weise verlief, trugen bie Bauer sche Kapelle und die Gesangsabteilung des Beamten- Vereins bet Letztere trug unter der bewahrten Leitung des Herrn Görlach einige stimmungsvolle Lieder in an- sprechender Weise vor. Dafür fei an dieser Stelle herz­lichster Dank gesagt; den scheidenden Herren aber rufen wir noch ein recht herzliches ,ficbt wohl!" nach

- Don den zur Einziehung gelangenden Münzen waren Ende März dieses Jahres noch im Verkehr für 3.7 Mill. M. halbe Kronen, d. i. bei einer Gesamtaus- orägiing von Münzen dieser Att in Höhe von rund 28 Mill. M. 13.2 Proz. der überhaupt in Umlauf gesetzten goldenen Fünfmarkstücke, für 5.5 Mill. M. silberne Zwanzig. Pfennigstücke oder 15.4 Proz. der mit 35.7 Mill. M. im Umlauf gesetzten Münzen dieser Art und für 0.8 Mill. M. Nicke l-Zwanzigpf enntg stücke ober 19 Proz. der über­haupt im Betrage von 4.2 Mill. M. vorhanden gewesenen. Bitzher ist die Einziehung verhältnismäßig immer noch für die goldenen Fünfmarkstucke am ausgedehntesten gelungen.

Aus der Wetterau, 20. April. Dem ersten Hasen­satz, welcher infolge trockener Witterung gut durchgekommen war und zu den besten Hoffnungen berechtigte, ist durch die Kälte der letzten Tage mit ihren Schneestürmen (bis zu 4° Kälte R.) arg mitaeieielt worden. In manchen Gemarkungen

der westlichen Wetterau fanden Lanvwtrre hier uno oa jungt bäslein erfroren.

ed. Darmstadt, 19. April. Heute Vormittag wurdl im Saale der Stadt Pfungstadt die Vetteilung der durch den hiesigen GesellenprüfungsauSfchuß ausgefettigten Ge- ellenbriefe ausgegcben. Sie fielen auf nachstehend Ge­nannte: Weißbinder 10, Maler und Lackierer 9, Spengler und Installateure 8, Feinmechaniker 6, Maurer u. Schreiner je 4, Schlosier 6, Maschinenschlosser und Wagenlackierer je 3, Schmiede, Wagner, Zimmerlenle je 2, Gättner, Kürschner, Sattler, Stuckateure, Tapezierer Pstästerer je 1, zusammen 64. Namens der Stadt hielt Beig. Baurat Jäger eine Ansprache. NamenS der Handwerkskammer sprach Stadtv. Rockel, für den Ausschuß der Vorsitzende, Ph. Hillgart. ner. Mit ber Vetteilung war eine Ausstellung einer An- j ahl sehr hübscher Gesellenstücke verbunden.

Langendiebach, 20. April. Der Taglöhner Joh. Fr. Zins aus Klausmarbach im Kreise Hünfeld wurde heute morgen hier wegen Bettelns festgenommen und inS Haft­lokal gebracht. Als man ihm den Kaffee bringen wollte, fand man ihn erhängt.

Mainz, 20. April. Recht empfindliche Kälte wechselte gestern nut zum Teil heftigem Schneefall. Die Befürchtungen, baß das Wetter großen Schaben an Bäumen und Sträuchern angerichtet habe, trifft für unsere Gegend bis jetzt nicht zu. Vielmehr wird es darauf ankommen, was der nächste Monat rür Wetter bringt.

Frankfurt, 19. April. An der General versamm- lung des Hessischen LandeSrechner-VerbandeS, die heute im Saal des .Storch" hier stattfand, nahmen über 100 Mitglieder teil. Ten Vorsitz führte der Verbandsoor, itzende Rendant Wolfschmidt-Schotten.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der.ReichSanz." veröffentlicht die Er­kennung des Landrats Dr. jur o. Meister aus Homburg v. d. H. zum Geh. Reg.-Rat und vottragendcn Rat im preuß. Ministerium deS Innern.

Vermischtes.

"Köln, 20. April. DerReferendar Camphausen, der im 59. Attillerieregiment dient, hat sich erschossen. Uebcr die Beweggründe der Tat kursieren die verschiedensten Gerüchte. Angeblich liegt ein amerikanischeSDuell vor.

" Kattowitz, 20. April. Beim Lösen eines Böller- chusies anläßlich eines Festes fiel dem Arbeiter kurdziel in Plaza bei Chrzanowo ein Funken auS der Tabakpfeife ins Pulver. Kurdziel, seine Frau und drei Kinder wurden auf der Stelle getötet, zwei andere Kinder starben auf dem Transpott ins Krankenhaus. Em Wohnhaus stürzte em, die Trümmer verbrannten.

Paris, 20. April. Der Deutsche, Schmidt, der auf der bayrischen Gesandtschaft einen Einbruchsdieb­stahl verübt hatte und nach England geflüchtet war, ist aus- geliefert und gestern in Calais von französischen Gendarmen in Empfang genommen worden.

Genua, 20. April. Wessel wurde in das Gefäng» nis in Genua gebracht und der GettchtSbehörde überwiesen, welche zu entscheiden haben wird, ob eS sich um ein ge­wöhnliches oder politisches Verbrechen handle. Im letzteren Falle wird der Auslieferung nicht stattgegeben werden.

"Riva (Südtirol), 20. 9lpril. Hier entstand durch einen losgelasienen Luftballon ein Waldbrand. Derselbe nahm einen gewaltigen Umfang an.

Zur Konitzer Mordaffäre wird noch gemeldet: Die in der Abottgrube der städtischen Knabenschule gefun­denen Gamaschen befinden sich, wie schon mitgeteilt, in Prech- lau bei den Eltern des ermordeten Ernst Winter zweck« ge­nauerer Feststellung, ob sie wirklich dem Ermordeten gehötten. Es wird indes mit ziemlicher Bestimmtheit angenommen, daß sie Eigentum des Toten sind, da sie in gutem Zustande an die jetzige Fundstelle gebracht worden sind, und ihre Größe mit der, wie sie Winter getragen haben konnte, überemftinunt. Irgend welche Folgen hat die Auffindung der Knochen und der Stiefel bis jetzt nicht gchabt. Was man längst wußte, hat sich bestätigt. Der Täter ober die Täter haben Leicheu- teile und Kleidungsstücke möglichst verstreut. Eine Handhabe, gegen irgend jemand vorzugehen, bietet sich bi« jetzt der Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht. Nur ein glücklicher Zufall kann ihr zu Hilfe kommen.

Ein Schnellzug der Eriebahn (Nordamerika), der von Chicago nach Newyork abging, fuhr bei Redhouse im Staate Newyork mit voller Geschwindigkeit in einen Güterzug. Drei Schlafwagen und zwei andere Waggons des Schnellzuges gerieten in Brand. Zwei Frauen und ein Kind tarnen in den Flammen um._____________

^luivcrlitüls Nachrichten.

Dem Lr. W. Schli nk in D a r m fl a d i wurde die venia legendi für Mecbanik an der Darmstädter ledjmjdjen Hochfchule erteilt. Aus Atarburg wird geichrieben: Ter Prioatdo.ient Protestor Dr. W e ch I f l e r auS Halle ist beauftragt worden, während des eommcilemefierS 1903 und des Wmterfemester41903 04 Borlejnngen und Hebungen über romanische Philologie zu hallen. Amtlich wird bekannt gegeben, daß dem a. o. Prviesfor Tr. K r ö n r g in Leipzig das erledigte Crbmariat für Gynäkologie an der Universität Jena übertragen worden ist. An der Wiener Theresianischen Akademie rourbe ein Lehrstuhl für alba- nestfche Sprache emd)tet und auf demselben Tr. phil. Petmezovic aus Cd)xiba berufen. AlS Privatdozenlen wurden zugelasfen: Tr. I. Grünwald an der philosophischen Fakultät und Tr. Sternberg an der medizinischen Fakultät der Universität Wien und Tr. Th. Müller an der inedinnischen Fakultät ber Uui- oersität Graz. Professor I. Tauf in i in Palermo, einer ber bebcuienblien Chirurgen Italiens, rourbe al« Nachfolger bes verstorbenen Prof. Bottim auf den Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Pavia berufen.

Ter Rezitator Tr. Emil Milan au« ,Frankfurt a. TL ist zum Lektor für Vonragskunst in der philosophischen Fakultät der Berliner Universität berufen worden. Milan studierte seil dein Wintersemester 1899 an der Züricher Universität und promovierte dort vor einigen Tagen.

Ter Großherzog von Baben bat dem ordentlichen Pro» fefior ber technischen Physik an ber Technischen Hochschule, Vorstand der Großh. Landesgewerbehalle in Karlsruhe voirat Dr ph 1. Heinrich Meibinger den Tuet als Geh. Hoirat verliehen. Aleibuiger ist 1831 in Frankfurt a. M. geboten, studierte Physik und Chemie m Wiege n, Heidelberg, Pans und Berlin. Mit emer Schrift:lieber voltameirilche Messungen" promovierte er 1853 in Gießen zum Ut. phil. 1857 babilmcrie er sich in Heidel- berq für Technologie und dozierte bort bis Ende 1864. 1865 wurde er nach Karlsruhe al5 Dorfrand bet neugegründeten Landes.