Nr. 92
Urschet»! täglich auüet Sonn lag».
Dem Siebener 11 rueiQtr werden im Wech'el mit dein hrsfilckr» tanbmirl bi* siebener $anullte- blauer viermal in der Wrxtze bttqeltgu
ZRotauonebrud u. Vertag txi f r ü I) Indien Umurd.-t'iid)- u.6iein- biudrici(Dicild)4tb<n) bUöaflion, Ervedilux unO Druckerei:
«chulstratze 7.
Lbiebe für TfpdAenz ttn»rlflrr •»ffcf».
Aeriiipre<1ian>ck>lubIlr 51.
DienStag 21. April 1903
153. Jahrgang
Zweites Blatt.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger
monatlich «öiM., oiertel* (ähihd) 2.2U. durch llbbolf- il ^ivfiflfielltn monathd) 6d ilL; durch die Post Mk.L—oienel« fährt au<kt)L Bestellq. Annahme von Lnzelge» •üt die iQqeemnnmet >il vormittag« IU Uhr. 5etlcnpi(i«. lokal 15*91^ dueivan« BU tilg.
Verantworilicd *Qt den pohl unb üdqem.
Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW
$ü heutige Nummer umjuht 8 Seiten.
KcKanntmachung.
Die am 24. Oktober v. IS. ongeordnete Sperre des KreuzunqSpunklea Bahnhofstraße—Wcstanlage wird hiennü für die Si.chtung o b e re B a h n h os st r a ß e — We sla a la g e— Reustadt aufgehoben.
Gießen, den 20. April 1908.
Großherzogtiaee ii-ujciamt Gießen.
Hechler.
Bekanntmachung.
Die Bahnhofstraße, zmijchcn Schanzenstraße uni^ Löwengaste, wird wegen Vornahme von ttanaltfattonSarbeiten von Vtiliivoch, den 22. d MlS. ab bt8 auf weitere« für den Fuhrwerks- und Fahrradoerlchr gefperrt.
Gießen, den 20. April 1903.
>a>coßherzogttck cs potizeiamt Gießen. Hechler.
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Unsere Kreunde in ZSusymgton.
Mit den Vereinigten Staaten ist wieder einmal alles (n Ordnung. Es war ein bedauerliches „Mißverständnis" deS Flotteiidepartenieiits, daß daS a m c r i k a n i s ch e Geschwader zwar nach Alarse^lte. aber nicht nach Kid gehen sollte. Präsident Roosevelt soll, wie wir gestern becerts ineldctcn, perj ältlich die Cache ins Gelds gebracht und bii Anwesenheit des Geschwaders bei den Kielet Festlichkeiten angeordnct haben. Der „Post" zufolge ist allerdings in Berlin an amtlicher Stelle noch n i ch t S d a vo n bek an n t; daß ein amerikanisches Gcschivader in nächster Zeit auf einer Rückfahrt auch Kiel einen Besuch ab- palten werde. Nach der Meldung eines anderen Ber- liner Blattes ries aber Roosevelt den deutschen Vertreter in V-ash.ngont, Frhrn. Speck v. Sternburg, telegraphisch an und versicherte ihm, daß der Besuch ui Marseille keine Kränkung für Tcuischlano sei. Das ist za freilich eine etwas seltsame Art, eine grobe Unhöflichkeit und Ungeschicklichkeit gutzumachen. Im g^wohnli(t>en Leben wird die Absage einer Einladung an der einen Stelle, die Annahme an einer anderen Stelle als eine Brüskierung betrachtet. Und die Begrüßung des Präsibcnten 1* o u b e t in Marseille durch das amerikanische Geschwader grüitdet sich nirlst emtnal auf c.iie osjtzielle Aussoroerung, fonbeen, wie das Reuter sche Bureau in einem Wchhaigwuer Tel.gr amm sich ausdrückt, au| den Wunsch des Flltteiidrparicmeuts, „dem 1$ cif .beulen Loubet und feinem Volke die gräßtmögli chste Eour - toisie zu zeigen." Sehr feinfühlig und auftnerksain. Um- sornehc aber verlebt der Mangel an Eourtoifie Deutschland gegenüber. Wir Mächten nun eine Wiederholung der Ein- loduiig an die Amerikaner nicht für zweckniäßig halten; es laßt sich ja noch garnickst absth.n, ob nicht in leyter Stunde w.ed.r „dienstliche Schwierigle.ten" den B such „unmöglich" machen. Die Anwesenh-.t deS omer.kanickstn Geschwaders bei den Kieler F-cstlichlliten kann ohne Schmerz entbehrt werden. Daß beißleid^n Besuche für die politischen Beziehungen sehr gering zu veranschlagen finb, das weiß man zur Genüge, denn nach den Ucberschwäilglichkeiten beim Besuch des Pr.nzen Heinrich in den Bereinigten Staaten müßten Amerikaner und Deutsche sckster ein Bock von Brü- dern geworden fein. Erscheint das Geschwader in Kiel, so kann cd natüilich auf eine gastliche Aufnahme rechnen.
Tas Humoristische an dem Zwischenfall ist, daß von den amerikanischen Staatsmännern keiner es gewesen sein will, der die merkwürdigen, von Roosevelt korrigierten Anvrd- nungen erlassen hat. Mr. Woody, der Staa.bsckcetär der Marine, beteuert ebenso seine „warme Freundschaft"
für Deutschland wie Staatssekretär Hay dies tut. Beide sind doll Verlangens, die vielfachen freundlichen AchtungS- berocife Deulfckstands für die Union zu erwidern. Wo steckt denn nun eigentlich in Washington das Mitglied der Regierung, das immer wieder die ehrlichen, aufrichtigen, überzeugten Freunde Deutschlands an der Betätigung dieser Gcs.nnungen hiiidcrt? Auch bei der De n e zue l a - Aktion war diese interessante Frage aufzuwerfen, sie ist auch bei Der G. legcnh.it unbeantwortet geblichen. In einem dl)man uon Tickens spielt eine Figur ein Haiidelsntaiin, der die ^'äne seiner gesck-äsllichcn Grundsähe aus einen rni)steriä,e>i Kompagnon schiebt und so auf bicfen nicht existierenden Dunkelmann den Groll der Kunden obladet: „Kompagiue" will es nicht — ick) täte es herzlich gern! „Kompagnie" ist so furchtbar streng. — An diesen nicht üblen Trick wird man zuweilen durch daS Verhalten der Washingtoner '.Regierung erinnert Jedermann ist Deutschlands Freund — logar Admiral Dewey entdeckt, weniisck-on nachträglich, sein „bewunderndes" Herz für die deutsckst Seemackst — jedermann ist geruhet von den deutschen Aufmerksamkriten. Ta ist es denn ein Rätsel, weshalb bei soviel gutem Willen und soviel Herzlichkeit die Miuverständnisse gerade im Bericht mit Washington kein Ende nehinen wollen.
Zw.scheu deutschen und am er ikanischen Offizier e n hat wieder einmal ein Austausch iwn FreundschascS- lundgebungcn slatlgesunden. Zu Ehren des Grafen Divota, Kommaiidunien der „Gazelle", welche an der venezolanischen Blockade teilnahm, wurde an Bord des Kreuzers „Westvirginia" in Newport ein Bankett gegeben, an deni zahlreiche höhere Seeoffiziere und Parlainentarier teil- nahmen. Graf Lriolu beanUvoriete den Kaiser Wilhelm uiid Teulschlaiid gcwidmeten Triukwruch solgendermaßen: „Bon gew.ssen Preßtreibereien abgcs.h.n, exij.iert wirklich nichts, was die innige Z-reundschast zwischen den Bereinig- len Staaten und Deutschland zu stören vermöchte. Einen Wettstreit gieht cs allerdings zwischen beiden Böckern, aber friedlich ist er, und er soll es bleiben." Diesen Worten folgte großer Beifall, der sich zum EnthnsiasuiuS steigerte, als Der ehemalige Marinestaatssekretär Ehandler ausries: ,'lhree cbeeie for our gernian (neuda.“
Uulilifrtje Tagesschau.
Herrfcherbkgkgnua-ell und Handelsverträge.
Man schreibt uns aus Berllii, 20. April:
Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, ist ein Besuch Kaiser Franz Josefs in Berlin in diesem Jahre nickst uliwahrsck-cinlrch. Sollte die Einladung in der Tat ergangen (ein, dann darf wohl angenommen werden, daß Kaiser Wckhclm auch durch diese Begegnung die Besiegelung der neuen Handelsverträge zum Ausdruck zu bringen wünscht. In ähnlichem Sinne deutet man den bevorstehenden Besuch des Kaisers in Rom. Dann würde aber noch ein Zufamnientrefjen mit dem Zaren in Frage kommen, denn auch mit Rußland will Deutschland bad Handelsvertragsverhältnis erneuern, und dieser Vertrag ist vielleickst der wichtigste. In parlamentarischen Kreisen begegnet man beiläufig der Auffassung, daß der russische Haiiodsvertrag zuerst zur Beratung aefiellt werden wird. Die Regierung, so meint man, werde wohl mit diesem vermutlich am meisten umstrittenen Vertrage die Kampfära einlciten, weil die anderen Verträge bann leichter durch- zubringen sein würden.
Tie Derliaer RcichSiagSkaudidale«
sind nunmehr alle ausgestellt rooruen. Das B.ld sieht demnach wie folgt aus: L Berliner Wahlkreis: Vereinigte Rechte: Generalmajor a. D. Bartels, (reif. Dollspartd: Stadtältester Kampf (bisher Langerl-ans), Soz.aldcmvkraten: Dr. Lev Arons, der ehemalige Berliner Prioatdvzcnt; 2.
Wahlkreis: Vereinigte Rechte: Prof. Dr. Adolf v. Wcnck- iern, freif. Vvikspartei: Lic. Pastor Graebner (Berlin), Soz.: sZisck-cr (bisheriger Vertreter); 3. Wahlkreis: Vereinigte Rechte: Schriststerler Wegner, freif. Dollspartei —, Soziald. : Singer (bisheriger Vertreter); 5. Wahlkreis: Vereinigte Reckste: Verleger Bruhn, freif. Volkspartei: Dr. Zwick (bisheriger Vertreter), Soziald.: 'Robert Schmidt; 6. Wahlkreis: Vereinigte Reckste: Rechtsanwalt Ulrich, Soziald.: Ledebour ibiöheriger Vertreter).
Die yer f Klitterung unter den bürgerlichen Parteien, über dre die offiziöse „Äkordd. Allg. Ztg." unlängst Klage führte, mackst (ia) auch in der Rcichühaript- iiabt geltend. An Ansätzen zur Einigkeit bat es nicht ge- ,ehlt, aber fic sind gar bald ivieder in die Brüche gegangen. Aussicht, gegen die Sozialdemokratie das Feld zu behaupten ober zu erobern, besteht in Berlin nur für die 3reifmnigen. Die Konservativen der verschiedenen Schat- ncrungen hätten ihre Wahlck-anec nicht verschlechtert, wenn sie von vornherein auf die Aufstellung eigener Kandibaten verzichtet hätten. Zum Teil i|t von Seiten der rechtsstehenden Parteien so entsch.eden gegen die freisinnigen Kandidaturen Steilung genommen worden, daß wohl auch diesmal bei der Stichwahl in den Wahlkreisen 2, 3 und 5 viele Konservative der Abstimmung fick) enthalten werden, was natürlich dem sozialdemokratischen Kandidaten zugute kommt. Trotz der lonservativen Wahlparole „Gegen die Sozialdemokratie!" Nur der erste Wahlireis ist auch diesmal sicherer Besitz der Freisinnigen. Die Sozialdemokraten hingegen find aus den Arbeitervierteln des Ostens und Nordens, oen Wahlkreisen 4 und 6, nicht zu verdrängen, und auch die deiiackstiarten großen Londtreise Teltow unb Niederbarnim mit ihrer beträchtlichen Arbeiterdevolkerung luerben der äußersten sinken fckstvcrlich abzuringen (ein.
DaS Wahlbüchleiu zur ReichStagSwahl
1903, das eben von dem Borpande der Deutschen konservativen Partei ausgegeben worden ist, schreibt über Eugen Richters Freisinnige Volkspartei, nachdem Die prinzipiell gegensätzliche Stellung zuvor klar uno turz Hervorgehoben woroen ist: „In benjenigcn Kreisen aber, rn denen Die Entscheidung zwischen eurem Kandidaten der freisinnigen Vollspartei, gegen einen Sozialdemokraten, Nationalsozralen oder Wadelirrumpfier zu treffen ist, wird von konjervativer Seite stets für das londidierende Mitglied Der Rickstersckstn Partei einzutreten fein. Die frei- ।innige Volkspartei ist ein ehrlicher Gegner, von dem man weiß, wen man vor sich hat; er buoet in dieser Hinsicht einen bebeutetioen Grgensatz zu der freifiiuügen Bereinigung, die mck Hinterlist uno unehrlichen Mitteln tämpfL... Wir betrachten, im Vergleich zu den übrigen OpposutoiiS- parteren, dce Rickstersche Gruppe wegen ihrer yaitmig gegenüber Der Sozialdemokratie als das kleinere liebet Die freisinnige Vottspartei hat für Die bevorstehenden Wahlen, und schon bei Der LbsiruktionSiampagne, entschieden unb unjiveiocutig gegen Die Soziaidenrotratie Stellung ge- nonimen."
grulfdjts Acich.
Berlin, 20. ^prit Der Kaiser besuchte heute den Staatssekretär Fihrn. v. Nichthosen, hörte später im Schloß Den Vor trag des r^hefs des Eivilkabinetts v. Lucanus unb empfing hierauf den Marinemaler Professor Hans Bohrdt in Geaenwart des Staatssekretärs v. Tirpitz und des Ehefs des Marinekabinetts v. Senden-Bibran. Kurz darauf empfing der Kaiser den früheren deutschen Botschafter in Wien, Fürsten Eulenburg, in Audienz.
— Der Kaiser wird am Mittwochvormittag no,ch Gotha ab reifen, dort dem jungen Herzog von Sachsen- Eolurg-Gotha sowie dem Prinzregenten einen kurzen Besuch abstatten und dann die Weiterreise noch der Wartburg
FcuiUtton.
Vom Anti-Alko holkongreß. Unter den letzten Vorträgen ragte nur noch der von Prof. Peter Behrens, dem Direktor der Kunstgemerbeschule in Düsseldorf, früher in Darmstadt, hervor. Er sprach über Alkohol und Ku n st. Durch den Alkoholgenuß wird die kritische Urteilskraft beeinträchtigt. Je mehr durch die Enthaltsamkeit der kritisl/e Instinkt geschärft, der Sinn allem Oberflächlichen abgeroenoet, allem Tiefem zugewcndet wird, umfomchr wird der Mensch Verständnis gewinnen für die [eheimsten Offenbarungen der Kunst. Gerade die Künstler ind, wie Smith sagt, jensiblen Herzens. Diese Empfind- ichkeit erklärt ihre gesährUcbe Reaktion gegen den Alkohol. Selten kommt es vor, dag ein genialer Mensch nicht an ben Folgen des Alkoholismus zu Grunbe geht, wenn auch Familie und Mitwelt fick» bemühen, den Untergang ganz andern Ursachen zuzuschreiben. Behrens wünscht, Dag gerade Die Kulturforbcrcr nicht untergehen. Daß sie den Widersacher Alkohol übcrwrnden, denn dann smd von ihnen die Höchstleistungen zielbewußter Arbeit zu erwarten. — Zn der Besprechung des Themas „Erziehung und Schule im Kampfe gegen den Alkohol.srnus" ergri f auch Oberprimaner Pe tersen (Haubinda, Thüringen), Vertreter der abstinenten SchülerverdänDe, das Wort. Er führte aus: Die abstinenten SckMerverbind- ungen haben in München ihren Anfang genommen, sie feien aber sehr bald von der Obrigkeit unterdrückt worden. (Hort!) Es habe sich alsdann eine abstinente Schüler- Verbindung, genannt „Francon.a", in 'Nürnberg gebildet, die auch niehlfach 'Jia^,üi)mung gesunden i,abe. ^ugerd-m fei auf Anregvlig des Soi-nes des Pros.s ors F-orei in .. au- binbu eine abfnnente SaüherDerbinbuiig, genannt „Germania", ins Leben gerufen werden, die ebenfalls Nach
ahmung gefunden habe. In Nürnberg, München, Bonn I und Sckstverin fei die Verbindung unterdrückt worden. Es, fei doch bedeutend leichter, Schüler als Erwachsene zu Abstinenten zu machen. Möge daher der Kongreß den absnnenten Schülerverbindungen seine tatkräftige Unterstützung zu teil werden lassen und dafür sorgen, daß die Lehrer diese Bereinigungen nickst mit Hohn und Spott behandeln. (Stürmischer Beifall.) Der Redner teilte noch mit, daß die Schülerverbindungen die Herausgabe eines Korrefpondenzblattes beabsichtigen.
Frau Eich holz (Hamburg, meint: Man appelliere an die Mitarbeit der Frau, deren Einfluß g.he aber wenig über die Kinderstube hinaus. (Widerspruch.- Wenn man haben wolle, daß die Frau mitarbeite, Dann wirke man dafür, daß die Frauen in die Schuld».Hörden, Schulkommissionen ufw. gewählt werden. (Be.sall.) Lehrerin Fräulein Duensin.g ^Hannover) teilte mit, daß die männlichen L.hrer noch vielfach die Abstinenzbewcguna mit Hohn und Spott überschütten. Dor einiger Zeit habe man auf einem Schüler fest Die abstinenten Schüler zum Siermiuen zwingen wollen. Es sei daher zum F-austkamps getonunen, in dem, wie immer, die Abstinenten Sieger blieben. (Stürmischer Beifall und Heiterkeit.) Die Lehrerin Fräulein Lischnewsk a- Spandau teilte mit: Sie sei zu dem 80. Geburtstage des Fürsten Bismarck in Friedrichsluh gtroqen. Es hauen sich zu demselben auch zahlreiche Studenten eingefunden. Diese haben sich nach beenDeter Feier gründlich b e- trunken, und seien alsdann nach Hamburg gefahren. Dort haben sie weiter gekneipt und wie ihr mitgeteilt uorb.n, in Freudenhäusern die ärgsten Orgien gefeiert Es sei das umsomehr zu verdammen. Da D.ese jungen L.ute berusen seien, dereinst Die höck)sten Staatsstellungen zu betieu)en. Wenn ein gesundes G.schlecht und ein gures Familienleben her gestellt werden solle, dann
müssen die Mütter ihre Söhne zu tugendhaften, enthaltsamen Menschen erziehen. Nur bann werde cs gelingen, den Alkoholismus auszurotten und den jungen Männern die erforderliche Achtung vor dem weiblichen Geschlecht anzu- erzichen. (Lebhafter Beifall.) — Dem Kongreß gingen einige Zuschriften zu. Eine Postkarte lautet:
„Sehr geehrte Herren!
Dem Ochs.n giebt das Wasser Kraft, Dem Menschen Sier und Rebensaft, , Drum laßt uns trinken Bier unD Wein, Denn niemand will ein Rindvieh sein!
Stammtisch „Saurer Hering".
Ein Stammtisch in Stettin schreibt: „Den braven Theoretikern bringen ein kräftiges Profit fünf alle Praktiker!" (Stürmische Heiterkeit) Eme weitere Karte lautet- Noch eine Sage! Es lebe Oberbürgermeister Struck- mann!" (Stürmische Heiterkeit Kufe: S^r gut! da hat er die Quittung für feine Mäßigkeit!- Aus Berlin ist ein Telegramm eingclaufen folgenden Inhalts. „Unterzeichnete geftaikn sich Ihre ideale Bewegung mit vollen Kräften ku unterstützen, indem sie allen cklk^hol zu vertagen sucht Burschenschaft der Klofteraner Berlin." (Große Heiterkeit.) Eine neue Cpere tte „Maöame Sherry", kam dieser Tage zum erj.enmalc im Theater am Gärtnerplatz in München zur ersten Ausührung. Das Libretto ist äußerst hi|iig und geschickt gc.maast und auch die Musik vermag wegen ib.er £rißin(uuät zu interessieren, und doch kann man sich, nach der „Münch. Ztg.", Des Gefühls nie enoehren, daß Libretto und Musik eigentlich gar nicht zusammengehöreii, fvUDern baß jebe» für sich etwas vom rcr MisL- ung von fran^. , .1 uno w.ene.i^chem Stil, wächst niegt
organisch aus beni Libretto heraus.


