Ausgabe 
20.8.1903 Erstes Blatt
 
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Au der nordafrikamscheuSonne"

tinll sich Spanien seinen Platz, sichern. Die Besatzung der vier PresidioS und der Kanarischen Inseln soll be­deutend verstärkt werden. ES heißt, daß der Ministerpräsi­dent Dillaverde und der Kriegsminister zu diesen: Zwecke eine Vermehrung der Armee um 40 000 Mann fordern werden. Tas läßt allerdings nicht darauf schließen, daß ein förmliches Abkommen zwischen Spanien und Frank­reich betreffs Marokko zustande.gekommen ist. Denn sonst könnte die spanische Regierung von der den Etat schwer- belastenden Maßregel, wie eine Heeresvermeerung in diesem Umfang es ist, wohl Abstand nehmen. Die Kortes freilich dürften im günstigsten Fall kaum mehr als die Hälfte der Forderung bewilligen._________________________

Deutsches Keich.

Cronberg, 19. August. Das Kaiserpaar hat für nächsten Montag seinen Besuch bei dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen auf Schloß Friedrichshof angekündigt.

Homburg v. d. H., 19. August. Der Kaiser trifft Dienstag mittag hier em und wird die Saalburg sowie die Arbeiten an der neuen evangelischen Kirche besichtigen.

Berlin, 19. August. Am 30. August findet im Zeug­hause die feierliche Nagelung und Weihe von 44 neuen Fahnen und Standarten durch den Kaiser statt.

lieber die Reisepläne des Kaisers wird mit­geteilt, daß er nach der Rückkehr aus Wien am 21. Sep­tember zur Einweihung des Denknials Kaiser Wilhelms m Danzig eintrifft und dann nach Rominten reifen wird, wo em achttägiger Zagdaufenthalt in Aussicht genommen ist. In militärischen Kreisen verlautet, daß der Kaiser der am 1. Oktober m Köln stattftndenden Enthüllung der Denkniäler der Kaiserin Augusta und des Kaisers Friedrich beslimnit beiwohnen und eine Parade über die Kölner Garnison ab- halten werde.

Die ,9torddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Man hat sich in der Presse darüber lebhaft beklagt, daß genauere Mitteilungen über den Eisenbahnunfall bei Teltow am letzten Samstag sehr verspätet m die Oeffent- lichkeit gedrungen sind. Bon der Eisenbahnverwaltung wird, wie wir wissen, der größte Werl darauf gelegt, datz Umfang und Folgen schwerer Eisenbahn-Unfällc sobald als möglich öffentlich betannl und insbesondere auch die Namen der Ver­letzten, sobald sie sicher angegeben werden können, durch die Presse verbreitet werden. Entsprechende Vorschriften bestehen seit langer Zett. Worauf die Verzögerung am letzten Sams­tag zurückzuführen ist, wird die vom Minister der öffentlichen Arbeiten eingeleitete Untersuchung ergeben.

Zur weiteren Ausgestaltung Der Fu rsorge für die Hinterbliebenen verstorbener Offiziere )dI£ für. jedes Armeekorps cm Mcntärpilfsverem gegründet unb sur alle diese Vereine eine Zentralstelle geschaffen werden. Tie Zentralstelle dürfte bereits am 1. Oktober ins Leben treten.

Admiral Thomsen wird nach derVoss. Ztg." demnächst aus dem aktiven Tienst scheiden und Vizeadmiral Bendemann an seiner Stelle zum Chef der Marine­station der Nordsee ernannt werden.

Am 26. August sind 90 Jahre verflossen, seitdem Theodor Körner für das Vaterland gefallen. Aus diesem Anlaß soll am genannten Tage am Grabe Körners zu Wöbbelin eine große Gedächtnisfeier abgehalten werden; auch der Tirektor des Körnermuseums in Dresden, Hosrat Tr. Peschel, wird der Feier beiwohnen.

Hamburg, 19. Aug. Ter Sohn King Akwas in Kamerun wurde hier wegen bedeutender Zech­prellereien und Schwindeleien verhaftet; er war voll­ständig nAttellos.

Stätte, deren Halle und Treppenhaus in einen Palmen- und Blütenhain verwandelt sind. In der Vorhalle erblickte ich gerade meinen alten Freund, den Hausmeister und teile ihm mir, was der Fremde zu besichtigen wünscht. Mein Engländer tritt nun auf mich zu unD fragt, indem er einen musternden Blick über~ meine bierbauchgeschmückte Gesteckt gleiten läßt:Sein Sie auch so eine Student?"' Und als ich lächelnd bejahte, stellt er sich alseine Tokter aus Amerika" vor. Ich verabschiede mich nun von meinemTokter aus Amerika" und überlasse ihn der bewährten Führung unseres würdigen Hausmeisters. Hoffentlich hat ihmdie Gefängnis für das verbrechende Student" den gebührenden Eindruck gemacht!

Eiligen Schrittes wandte ich mich nun demBremeck" zu, wo um 12 Uhr ein großes Erösfnungs-Frühschoppen- konzert für die gesamte Studentenschaft stattfinden sollte. Eine stattliche Reihe langer Tische, dichtbesetzt mit Kom­militonen aller Heidelberger Farben, daneben eine große Anzahl nichtjärbentragender Studenten an kleineren Tischen. Etwa bis 1 Uhr blieb id) sitzen, da eine Menge Freunde und Bekannte da waren dann aber schnell zum Essen in denRodensteiner", der auch festlichen Schmuck an­gelegt hat.

Am Nachmittag gleich nach dem Mittagessen hatte ich eine Gesangprobe in der Stadthalle zu einem großen Hul­digungschor, der, von unserem bewährten Univcrsitätsmusik- dircktor eigens zu dem Jubiläum komponiert, der dem Großherzog cm Freitag bei dem 2. Festaktus vorgetragen werden soll. Bis jetzt klappt es ganz gut; der Eindruck muß imposant werden. Toch jetzt habe ich zu tun; also muß ich heute schließen.

Es grüßt Dich herzlich

Dein

Heinz.

Zeitgemäße Umdichtung aus Schillers Glocke. Tie Frau muß hinweg Don Kochtops und Nadeln, Muß rauchen und radeln, Muß fechten, studieren Und politisieren, Muß mitreden immer Und zu Haus bleiben nimmer. Toch innen waltet Ter züchtige Hausherr, Der Vater der Kinder, Und schasset leise Im häuslichen Kreise, Und ehret die Mädchen, Uno prügelt die Knaben, Steht uilter'm Pantoffel Und schält die Kartoffel Mit stillem Behagen,

Und hat Nischt zu sagen! (Jugend.)

Kassel, 19. Aug. Die in Wolfhagen abgehaltene Jahresversammlung deS hessischen Ge sch ich ts Ver­eins ernannte den Oberpräsidenten Graf Zedlitz-, T r ü tz s ch l e r zum Ehrenmitglied. Der Oberpräsident hielt eine warm empfundene Ansprache als Scheidegruß vom Hessenlande, dessen Wohl ihm der Kaiser einst besonders warm ans Herz legte. .

Essen, 19. Aug. Für Sonntag sind un Ruhrbezirk abermals zahlreiche B e r g ar b e it e r v e r sa m in lu n g e n angekündigt. Der alte Bergarbeiterverband setzte 11 Ver­sammlungen an.

Breslau, 18. Aug. In der Ellguther Forst bei Oels, unweit der Försterei, wird sich Kronprinz Wilhelm ein neues Jagdschloß bauen lassen, um dort alljährlich im Herbst Jagdaufcuthalt zu nehmen. Die Grundsteinlegung zu dem Bau findet im Beisein des Kronprinzen am 24. d. M. statt. Der Entwurf zu dem Bau stammt zum Teck von d-er Hand des Thronfolgers, ebenso die Grundidee für den um das Schloß anzulegenden Park, mit dessen Schaff­ung der Kronprinz einen königlichen Hofgärtner aus Pots­dam betraut hat.

Fr an l für t a. M., 19. Aug. TerFrks. Ztg." wird auS London depeschiert, daß König Eduard nach seinem Besuch in Wien der Herzogin Marie von Sachsen-Koburg auf Schloß Rothenau, dem Groß!) erzog von Hessen in Darmstadt und dem deutschen Kaiser und der Kaiserin auf Wilhelmshöhe kurze Besuche abstatten werde.

Marburg, 19. Aug. Am Montag abend fand eine Mitgliederversammlung des hiesigen national sozialen Vereins statt, in der der ReichstagSabgeordnete v. Ger- l a ch in längeren Ausführungen über den Antrag der Mehr­zahl der Berliner Vorstandsmitglieder, den nationalsozialen Hauplverein aufzulösen und den Anschluß der national- sozialen Orts- und Landesvereine an den liberalen Wahl­verein zu' vollziehen, sprach. Er trat für diesen Antrag ein, erklärte aber zugleich, daß er getreu seinem Versprechen im Wahlkampf auch bei einem Anschluß an den liberalen Wahlvcrcin der Fraktion der Freisinnigen Vereinigung im Reichstag nur als Hospitant beitreten werde. Tie Dis­kussion gestaltete sich ziemlich lebhaft und dauerte bis über Mitternacht hinaus. In ihr traten fast alle Redner dem Berliner Antrag entgegen, und bei der Abstimmung wurde ein Antrag angenommen, der das selbständige Fortbestehen der jetzigen Organisation fordert. Dieser Antrag soll von den Marburger delegierten bei dem am 29. und 30. August abzuhaltcuden Parteitag in Göttingen vertreten werden. In diesem Sinne fand auch die Wahl der Delegierten statt, lieber die Stellungnahme zu den Landtagswahlen soll in der nächsten Versammlung beraten werden.

Ausland.

Kopenhagen, 19. Aug. Bei dem F e st m a h l anläß­lich des dänischen H a n d e l s t a g e s brachte Etatsrat Adolph ein Hochruf den deutschen Kaiser aus. In der Begrüßungsansprache an die Hamburger Vertreter sagte Schovelin: Nach der ritterlichen Huldigung, die der deutsche Kaiser unserem greisen Könige dargebracht hat, nach «alledem, was hier geschehen ist, werden wir dennoch nicht vergessen, daß viele bedeutsame Fragen die Völker voneinander trennen und dap der Weg zum Endziele der brüderlichen Vereinigung sehr weit ist; aber die Richtung, die wir einschlagen müssen, um diesen Weg zu wandern, hoffen wir doch hier gefunden zu haben.

London, 19. Aug. Am 5. September findet ein Mi­ni st e r r a t statt, in dem Chamberlains politische Pläne neuerdings erörtert werden sollen, damit die Mi­nister in den Stand gesetzt werden, sich über ihre Haltung für den bevorstehenden großen Kampf zwischen Freihänd­lern und Schutzzöllnern zu verständigen. Die Differenzen im Kabinett bestehen nach wie vor in aller Schärfe. Haupt­sächlich will man nicht wissen, wie weit Chamberlain zu gehen gedenkt.

Paris, 19. Aug. Der Generalrat von Avey- r o n, dessen Vorsitzender und politischer Führer Combes^ ArbeitsMinister Marues Jouls ist, hat eine gegen Com- bes Kirch enp olitit gerichtete Tagesordnung cmgc- nommeu.

Wien, 19. Aug. Ter Kaiser reiste heute nachmittag nach Bud apest ab.

Budapest, 19. Aug. Gestern kam es in vielen Orten Kroatiens, wo anläßlich des Geburtstages des Kaisers neben der kroatischen auch ungarische Fahnen gehißt wurden, zu Exzesse n. In Agram erfolgten mehr­fach Zusammenstöße zwischen Polizei und den Demonstran­ten. Aus anderen Orten, wo demonstriert wurde, fehlen nähere Nachrichten ganz, da alle hierauf bezüglichen De­peschen inhibiert und alle oppositionellen Blätter Kroatiens tonfisziert wurden.

Belgrad, 19. Aug. Beim gestrigen Offiziers- Empfang betonte der König unter anderem die Not­wendigkeit, einträchtig zusammenzuhalten in der Armee. Er hov mit besonderem Nachdruck hervor, daß ihm durch solche Eintracht große Freude bereitet würde.

Petersburg, 19. Aug. Im Hinblick auf die unruhige politische Lage ist die in Aussicht genommen all-slawische kunstgewerbliche Ausstellung auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Kosrantinopel, 19. Aug. Der russische Bot­schafter Sinowjew forderte in einer der Pforte über­reichten Note, daß der Generalinspettenr Hilmi-Pascha wegen der zweideutigen Haltung und der fortwährenden Ausschreitungen türkischer Beamten gegen Christen amtlich eine strenge Rüge erhält. Der französische Botschafter Constans gab seine Urlaubsreise wegen der bedrohlichen po- lickschen Situation auf.

In der Frage der Unifizierung der türkischen Werte ist vollkommenes Einvernehmen erzielt. Der Vertrag wird morgen dem Ministerrate zur Genehmigung unterbreitet werden.

Rom, 19. Aug. Der Papst äußerte dieser Tage auf eine Anfrage wörtlich folgendes: Erwarten Sie nichts Neues, Sensationelles von mir. Sagen Sie allen, daß ich bete und mich orientiere." Im Anschluß hieran wird mttgeteilt, daß die Entscheidung über alle wichtigen Fragen von der Kurie bis Oktober vertagt ist. Die Schwestern des Papstes werden in Nom erwartet. Sie werden aber nicht im Vatikan wohnen. Der Papst sandte seinen Geheim-Kaplan nach Venedig, um seine Privat-An- gelegenheiten ordnen zu lassen.

Madrid, 19. Aug. Aus Tanger wird gemeldet: Der Kriegsminister ist gezwungen, Tazza zu verlassen und in das Lager des Sultans zu flüchten, da die Aufständischen die Wasserleitungen, welche die Stadt versorgen, ablenkten.

In Tazza herrsche Elend und Verwirrung. Der Sultan ordnete in dem berühmtesten Heiligtum von Fez einen Stier­kampf an, um dadurch die Hilfe Gottes zu er­flehen.

New-Port, 19. Aug. Nachrichten aus Cindal- Bolivar zufolge wurden dort deutsche, französische und italienische Kaufleute verhaftet, weil sie an den Präsi­denten Castro Abgaben, die bereits erhoben waren, nicht nochmals zahlen wollten.

Auistantz in Mazedonien.

Die bulgarische Landbevölkerung des Wilajets Monastir, welche sich den Banden anschloß, wurde, wie man jetzt er­fährt, auf 10 Tage unter der Vorspiegelung angeworben, daß in dieser Zeit die Enlscheidilng über Mazedonien durch eine europäische Intervention erfolgt fein werde. Nachdem nun 15 Tage verflossen sind und die Vorspiegelungen sich nicht belvahrheitet haben, beginnt nach türkischen Angaben der Ab­fall der irregeleiteten Bevölkerung. So fanden in den Kreisen Kastoria, Dibre und anderen Orten Unterwerfungen statt. Der italienische Botschafter tat, wie kürzlich die übrigen Botschafter, neiierliche Schritte bezüglich eines wirksamen Schutzes der Konsuln in Mazedonien. Im dritten Korpsbereich Saloniki beträgt die Gesamtstärke der konzen- trierten Infanterie, Kavallerie, Artillerie und Spezialwaffen ca. 170 000 Mann, wodurch man bei geschickter Führung auch der ausgedehnten Bewegiing gewachsen zu sein glaubt. Die aus Sofia verbreiteten Nachrichten über Banden- Vorfälle sind teils falsch, teils maßlos übertrieben. Nach türkischen Angaben wurde in einem Orte des Kreises Kru- schewo eine einige Hundert Mann starke Kömiteebande um­zingelt und teils vernichtet, teils gefangen genommen. Ein Teil der Bande flüchtete. Die Gefangenen wurden nach Monaslir gebracht. 91 ad) türkischen Berichten aus VN o n a ft i r versuchte eine 200 Mann starke Bande eme türkische Ortschaft im Bezirke Sorow itsch in Brand zu setzen. Türkische Truppen verfolgten die Bande, der es gelang, zu entkommen. In deni Orte Befeaza im Bezirk Jomina kam es zu Zu- saiiinienstößen zwischen Truppen und einer Bande, die das Torf durch Tynamttbomben fast vollständig in Brand ge­steckt hatte, von türkischen Truppen aber unter beträchtlichen Verlusten in die Flucht geschlagen wurde. Bei der Einnahme von Kruschewo verübten die türkischen Truppen entsetzliche Gra n f am feiten. 360 Häuser wurden zerstört und zahlreiche friedliche Personen getötet. Die Blätter veröffentlichen in einem Privattelegramm den Bries Sarafvlvs aus Sofia an die Direktion der Orientalischen Bahnen, in dem der Generalstab des Revloiltionskoiiiitees von Mazedonien und Adrianopel die Direktion verständigt, daß der Aufstand zur Befreiung der christlichen Bevölkeriing Mazedoniens und Adrianopels von der türkischen Herrschaft neuerdings beschlossen sei.Da wir", heißt es in dem Briefehierbei notwendig gegen die Eisen­bahnen werden Attentate verüben müssen, bitten wir die Di­rektion, ans Menjchlichkeitsgründen keine Reisenden auf orien­talischen Bahnen ausinnehmen, damit keine unnützen Opfer zu beklagen seien.

Aus SIM und Kund.

Gießen, den 20. August 1903.

* * Militärdien st nachrichten. Neudörffer, Div.> Pfarrer, bisher bei der Großh. Hess. (25.) Division in Darm­stadt, zur 1. Division nach Königsberg i. Pr. versetzt. Becker, Zahlmeister, infolge Ernennung dem 3. Bataillon des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zugeteilt.

* * Leichenländung. Wie derWetzl. Gen.-Anz." meldet, wurde am Dienstag in der Nähe des Dorfes Atzbach die Leiche des Landwirts Keller geländet. Man nimmt an, daß ein in einem Anfall von Schwermut be­gangener Selbstmord vorliegt.

* * Handgepäck auf der Eisenbahn. Die königl. Eisenbahndirektion Berlin hat folgende Verfügung erlassen: Die auf einigen Bahnhöfen versuchsweise angebrachten far­bigen Striche für die Kontrolle des Handgepäcks sind zu entfernen. Für die Frage, m welchem Umfange Handgepäck mitgenommen werden kann, ist nach wie vor die Bestinirnung des § 283 der Eisenbahnverkehrsordnung maßgebend, wonach in der ersten, zweiten oder dritten Wagenklasse dem Reisen­den nur der über und unter seinem Sitze befindliche Raum zur Unterbringung von Handgepäck zur Verfügung steht. Die Entscheidung darüber, ob der Umfang des Handgepäcks den gegebenen Bestimmungen entspricht, liegt im Einzelsalle dem diensthabenden Stationsbeamten und dem Zugführer ob". Die Direktion macht es den Beamten gleichzeitig zur beson­deren Pflicht, darauf zu halten, daß sich das Handgepäck der einzelnen Reisenden innerhalb der gegebenen Abmessungen hält und daß insonderheit keine Sitzplätze mit Gepäck belegt werden.

Friedberg, 18. Aug. Unter den hiesigen Eise n» bahn beamten wurde dieser Tage wiederum nachgefragt, wer sich nach Kattowitz und Posen inelden wolle, die Be­amten scheinen jedoch wenig Lust hierzu zu verspüren. Den Sitzungssaal der Stadtverordneten schmücken seit einiger Zeit die Oelbilder von fünf alten Kaisern bezw. Kaiserinnen, nämlich: Karl VI., Karl VII., Marie Theresia, Franz J. und Joseph 11. Man fand diese Bilde' auf dem Rathausspeicher unter altem Gerümpel und ließ sie wieder Herstellen; sie sind gut erhalten. Die Gewerbe- Akademie schließt dieser Tage ihr Somnier-Semester. Die Zahl der Studierenden beträgt gegenwärtig rund 2 5 0. Die Errichtung eines neuen Akademie-Gebäudes wird in den nächsten Jahren in Angriff genommen, die Pläne sind bereits ausgearbeitet.

Laubach, 18. Aug. Die bei Gründung des Gym­nasiums 1875 entstandene K. Hotz'sche Buchhandlung ging am Heutigen zum Preise von 16 000 Mark an K. Hardegg, derzeiten in Stuttgart wohnhaft, durch Verkauf über. Die Uebergabe an den Käufer, einen Vetter des Herrn Pfarrers Fritsck) in Ruppertsburg, erfolgt am 1. Oktober d. I. (D. Tgl. Anz.)

9lIsfeld, 19. Aug. Das Anwesen des Herrn (S mu Lang, Obergasse, bestehend in Wohnhaus, Scheuer am Schwabenröderweg (sogen. Mange) nebst Garten und 2£He