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Volitische Wochenschau.
Frankreichs.
Kandel und Verkehr. Nolksivirtschast
Arbeiterdewegung.
Als ich die Front der schonen Truppen entlangritt und sie vorbeimarschieren sah, nrußte ich immer an das edle Heer denken, welchem Vaterlandsliebe, Tapferkeit und Disziplin teuere Traditionen sind, die sich nie verleugnen. Mir schlug das Herz bei der Erinnerung an die Zeiten, wo französische Soldaten ihr Blut neben italienischen vergossen. Glücklich, daß die Ursachen, die zusammen auf die Schlachtfelder führten, ausgehört haben zu existieren und mit dem Wunsche, d a ß hin fort die militärischen Kräfte der Nation allein der Sicherung des Friedens dienen, spreche ich in dem Augenblicke desScheidens von Paris erneut meine volle Dankbarkeit für den der Königin und mir bereiteten Empfang aus und erhebe mein Glas aus die Gesundheit und den Nahm des Heeres, das Glück
Mosaikartig setzt sich die Politik unserer Tage zumeist aus Kleinigkeiten zusammen, die, einzeln kaum der Rede
Schlaganfalles tot in seinem Bette gefunden worden. Schneider, welcher zu den hervorragendsten Kräften der deutschen Bühne zählte, war bereits seit dem Sommer herzleidend, sodaß schon in den nächsten Tagen das Engagement Matt hie u Pfeils,' Regisseurs in Frankfurt, als Nachfolger Schneiders bevorsteht.
— Wie die „Kl. Pr." mitteilt, sind in Mainz soeben zwei Liederhefte für Klavier und eine Sing- stimme erschienen, als deren Komponist auf dem Titel „Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein" genannt ist. Die Hefte enthalten vier Lieder; zwei davon tragen die Bezeichnung „von Olaf"; der Autor der beiden anderen wird nicht genannt und ist wahrscheinlich der
Krupp.
Friedeusklänge ertönten auch von Paris her. Der König von Italien hat zwar vom Zaren Nikolaus von Darmstadt aus eine abermalige vorläufige Absage des ihm nach wie vor zugedacht bleibenden Besuches entgegennehmen müssen und die daraus erwachsenen Gerüchte von der Demission des Ministeriums Za- närdelli kommen nicht zum Schweigen. Offiziös will man freilich davon wenig wissen, aber es wird doch sest- aestellt, Zanardelli sei so krank, daß die Aerzte ihm verboten hätten, noch lange im Amte zu bleiben. Augenscheinlich soll der Eindruck vermieden werden, als ob Zanardelli infolge der Zar-Assäre gehe. Die Freunde Za- nardellis suchen diesen aus jede Weise zum Blerben zu bewegen. Sie brachten ihm die Ueberzeugung bei, daß er vor die Kammer treten und Anfragen über den unterbliebenen Besuch des Zaren beantworten solle und beweisen müsse, daß die Schuld daran nicht dre Regierung treffe, die daher nicht für das Nichterscheinen des Zars | verantwortlich zu machen sei. Inzwischen zeigte sich Frankreich ob des Besuchs des italienischen Königspaarcs rn freudigster Aufregung. Auch mancher enragierter Republikaner vernrag sich eben dem Zauber der Majestät nicht zu entziehen. Das weiß man ja in allen Landen --- es sei nur an unseren Herrn tzofsozialdemokraten Ullrich erinnert — und wußte man zu allen Zeiten. Freilich gab es auch bei dieser feierlichen Gelegenheit Maulhelden in Frankreich, die boshaft standalieren, während alle anderen vor heller Freude sich kaum lassen können. Ein geistlicher Herr, der Pfarrer Laurent in Oisse, hat in einem papisti- schen Blatte einen Llrtikel veröffentlicht, der den italienischen König, den Gast der Republik, aufs gröblichste beleidigt. Herr Combes, der französische Ministerpräsident, hat gegen diesen quirinalhassenden Priester die Gehaltssperre verhängt. Aber die ultramontanen und ultravatikanischen Schmähungen finden z. Zt. in Frankreich keine Beachtung. Die Trinksprüche, die Viktor Emanuel und I Präsident Loubet am Sonntag wechselten, machen die weitaus größte Mehrzahl der Franzosenherzen schwellen, lassen sie doch! erkennen, daß
Italien und Frankreichs die sich so lange schon
suchten, endlich gesunden haben. Die beiden Tych- I reden sind so herzlich und atmen ein derartiges Ueber-
Das feinste Frühstück, billiger als Kaffee, ist Meßmer's Tee 1903er Ernte. Englische Mischung stell! sich kaum mehr als 1h_ Pfq. pro Tasse und ersetzt berauschende Getränke. Welche Ersparnis im Vergleich zu Bier?! 6632
Verkaufsstellen durch Plakate kenntlich.
Und ferner:
Ich hab' eine singende Seele Und wie ein Vogel im Käsig Singt sie ihr Lied.
Es schluchzt und lacht. Es zittert und weint Bon unendlichem Glück, Bon unendlichem Weh. Das eine der „Olaf"-Lieder lautet: Die dunklen Zypressen neigen Sich schweigend im Abendwind, Dämmernde Schatten entsteigen Der Erde srühlingslind.
Mein Glück, nachtzeitig geboren, Hat nur im Dunkeln geblüt, Ich habe etwas verloren, Im Dunkeln irr' ich nun müd'. Und meine Seele tastet Suchend im Nebel umher Und spähet und drängel und hastet Und findet es nimmermehr.
Kleine Finauzchrouik. Die Sü dd eu t s ch e I mm o bi < liengesellschaft in Mainz hat im Berliner Osten Terrains in Große von rund 1600 Quadralruten netto Bauland erstanden. Mit der Ausschließung dieses Terrains soll alsbald begonnen werden.—Die Zuckerrrassinerie Braunschweig wird 12% Dividende gegen 4% zahlen. Wir warnen hiermit vor P a r i s e r Börse ns pe k u l a t i o n c n, zu denen die Banque Eontmentale des Fonds publics, alias Simon Bernheim, deutsche Kleinkapitalisten zu verlocken sucht. Tie Aktien der R h e i n i sch e n St ah lw er k e sollen zur regelmäßigeii Notirung im freien Verkehr an der Berliner Börse zugelassen werden. Die Akt. Ges. für p h a r m a c e u - tische Bedarfsartikel vorm. Georg Wenderoth in Kassel beaiitra gt 4% Dividende (2%%).
ssroßes Hamburger Blatt dokumentiert, daß Frankreich sich ebenso ans dem Bundnw ■ ~ • * - ' ■ ' mit Rußland wie Italien sich aus dem Dreibund herauv-
sehnt und daß hieraus sich ganz von selbst ein Bund der im Mittelmeer interessierten äMchte ergeben würde. Ein Zukunftsbild, das in der Tat jedes britische Herz entzücken muß und das möglicherweise auch andern Stellen vorschwebt. Die Zukunft wird es ja ausweisen. Einstweilen freilich braucht man sich den Kopf über diese Möglichkeit und ihre Folgen noch nicht zu zerbrechen, und schließlich ist Mosaik aus allen diesen Kombinationen zum mindesten ebenso friedlich abgGönt, wie bei Betrachtung aller Einzcl- züge der gegenwärtigen politischen Konstellation.
mit sie auf Grund von Informationen durch die Provmz- behörden die Meldungen von Ausschreitungen widerlegen können. Die Provinzbehörden erhielten von der Pforte hierauf bezügliche Instruktionen. .
Auch im äußersten Ostasien schrecket die Spannung, die dort zwischen Japan und Rußland Koreas wegen besteht und sich bereits bis zu einer düster dräuenden Kriegs- ce ahr gesteigert hatte, nachzulassen. Wenn dort auch immer neue russische Forts errichtet werden, die militärischen Vorkehrungen beiderseits ihren eifrigen Fortgang nehmen, Japans Truppenlandungen eine ostentative Spitze gegen Rußland bedeuten, so liegen doch auch andererseits friedenkündende Nachrichten vor. Die japanischen Arbeiter in den Docks von Port Arthur sind entlassen worden und in der japanischen Hauptstadt herrscht gegen ftüher sried- liche Ruhe. Die Meldung, daß Japan nut der Besetzung einer zu Korea gehörigen Insel den Casus belli gegeben habe, bestätigt sich ebenso wenig wie Nachrichten von der Zurückberufung der japanischen Offiziere aus den europäi- ! scheu Militärzentren und der, wie es hieß, von japanischer Seite aus erfolgten Abnahme von Kriegsmaterial bei
Erfindungen feinen Namen in nllc Sanbcr getragen feit 1888 erster Präsident der Physttaüfch.tcchmschcn Reichs- cmstalt wurde 1821 zu Potsdam geboren. Helmholtz wurde 1883 in den 'Jlbclftanb erhoben.
Der Philosoph Eduard von Zeller wurde 1814 zu Kleinbottwar in Württemberg geboren. Von 1872 bis 1894 tat er als Professor der Philosophie in Berlin gewirkt. In diesem Jahre gab er feine Lehrtätigkeit aus und wurde zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exeellenz ernannt und zog sich nach Stuttgart zurück, wo er zurzeit lebt Er besitzt den persönlichen w-ürttembergrschen Adel. Ursprünglich Theologe, wandte sich Zeller später der Philo- soplne, besonders der griechischen, zu. Sein hervorragendstes Werk ist die Philosophie der Griechen in chrer geschicht-
Präsident Loubet antwortete mit folgendem Toast: Die Worte, die der Anblick unserer Truppen Ew. Majestät eingegeben, werden nicht verfehlen, Frankreich zu Herzen zu gehen. Stolz auf sein Heer, überzeugt, unter seinem Schutze ruhig beharrliche und fruchtbare Arbeit fortsetzen zu tonnen, wird Frankreich Ew. Majestät ^anr. wissen, daß gemeinsame und ruhmreiche Erinnerungen wachgerusen wurden. Das von italienischen und französischen Soldaten für dieselbe Sache vergossene Blut soll für den Frieden und die Einigung der beideln Nationen nicht verloren sein. Ich danke herzlich für den Besuch, ich daiike ehrerbietigst der Königin dafür, daß sie im Glanz der Anmut und Güte nach Paris ge- komnien ist. Ich trinke auf den Ruhm des schönen,! tapferen italienischen .Heeres, das Glück Italiens.
Nach dem Frühstück unterhielt sich der König mit den Ministern und ließ sich die meisten Generale vorstellen, denen er seine Bewunderung für die französische Armee ausdrückte. Gegen 3i/2 Uhr verließ das Königspaar, Loubet und Gemahlin das Elysee und begaben sich, von zahlreichem Publikum lebhaft begrüßt, nach dem Jnvalidenbahnhos, wo sich sämtliche Minister und die Spitzen der Behörden eingefunden hatten. Auf dem Bahnsteig drückte die Königin Frau Loubet die Hand und dankte ihr für die liebenswürdigen ^llifmerksaMkeiten. Der König schüttelte dem Präsidenten nochmals die Hand, uniarmte ihn, dankte ihm wiederholt für den ihm bereiteten Empfang und fagte, er hoffe bald das große Vergnügen zu haben, d e n P r ä s i d e n t e n i n R o m z u e m p f a n g e n. L o u b e t jagte den Besuch zu. Dann besckeg das Königspaar den Wagoon und blieb bis zur Ab f a h r t am Fenster stehen. Als sich der Zug in Bewegung setzte, riefen die Anwesenden: Es lebe der König, es lebe die Königin.
Dünkirchen, 17. Oft. Bei dem gestrigen Zusammenstoß der Truppen mit den Ausständigen wurde ein Offizier durch einen Steinwurf tödtl ich verletzt. Der Offizier versetzte feinem Angreifer einen Säbelhieb über den Kopf. In der Stadt herrscht große Aufregung. Der Bürgermeister ordnete an, daß Menschen-Ansammlungen von mehr als drei Personen auf öffentlichen Straßen und Plätzen untersagt sind.
Großherzog selber. Der Dichter singt: Ich trag' eine Wunderblume Verschlossen in meiner Brust, Sie glänzet und glühet und leuchtet Und lebt von der Träne Tau.
Der König von Italien und der Präsident Loubet begaben sich gestern vormittag nach Schloß Rambouillet zu einer Jagdpartje. Der Jagdtag ver- — - ------
lief äußerst glänzend. Der König, Loubet und die Gaste fr unb ^arum teilweise bisher von uns unbeachtet .gebrachten 641 Stück Wild mr Strecke, wovon der König Ia)-cen ^rst dann ihrer Bedeutung nach gewürdigt werden 130 Stück erlegte. Nach der Jagd sand im Schlosse ein L$m^n löenn man sie, eine an die andere gereiht, im Lunch statt, worauf die Rückreise nach Paris erfolgte. ' nuf sich wirken läßt. Das Bild, das sich solcher- Am Meud war im Elysee em Gala-Diner zu 52 Gedecken, Betrachtung der Geschehnisse der ver-
dem das Königspaar beiwohnte. Um.10 Uhr kehrte es m siossenen Tage — lauter Kleinigkeiten — ergibt, ist nicht das Auswärttge Amt zurück. Bei der Rückfahrt brachten die erfreuend, aber es ist bezeichnend für den Geist, Tausenden von Schaulustigen dem Königspaare lebhafteOvw- im[er politisches Leben durchweht.
ttonen dar. . r , Sv war es eine Disharmonie, mit der die Festtage
Im Rathaufe fand gestern abend ein großes Konzert ausklangen, die in der Hauptstadt der deutsch-polnischen! zu Ehren der italienischen Kolonie statt. Heber 500 Per- Ostmark, in Posen, eine «Reihe hochstehender Personen, fönen war zugegen, darunter der Bürgermeister von Rom darunter verschiedene preuß. Minister, vor dem Standbild Fürst Colonna, und der italienische Botschafter. ersten Reichskanzlers, des eisernen, wie ihn die Ge-
Bei dem gestrigen Zapfenstreich wurden durch em fr-M^^ mit täglich größerer Berechtigung nennt, zusammen- dnrchgehendes Pferd der republikanischen Garde 5 Per- c^^n. Gar manches schöne Wort wurde dort aus be- sonen, darunter ein Polizeiwachtmeister, verletzt. rufenem Munde gesprochen von der Hebung deAfDeutschtums,
Das Königspaar begab sich heute vormittag mtt dem üon ^em Vertrauen, das man zur Reichsregierung haben Präsidentenpaar zur Truppenschau nach Vrn- ^llte, von dem festen Zusammenhalten aller deutschen eennes. . Clemente zur Regierung, die ihrer bedürfe, um deutsches
Der König ließ vor der Parade zahlrerchen Offizieren ^sen, deutsche Art und Sitte für alle Zellen und unaus- Ordensauszeichnung en überreichen. Für die Armen in den Boden der ehemals polnischen Landesteile
der Stadt spendete der König 50000 Francs, für ine in verpflanzen und kaum waren sie verstummt, die be-
Paris lebenden bedürsttgen Italiener 30000 Francs. redten Verkünder des Germanisierungswertes, da zeigte es Um 12i/2 Uhr kehrten die Majestäten in das Mmiste- haß bie Regierung selbst draus und dran ist, die Saat, rium des Aeußeren zurück und beaaben sich um 1 Ufyr ausgestreut, unfruchtbar zu machen. Indem sie die
zu einem militärischen Frühstück zu 180 Gedecken O stmarkenzula ge benutzte, um chr mißliebige Beamte.—-- >7- . >/ 'kifc man
»entert feinen Dank bafür ausgesprochen hatte, daß er £ pslanzte^so Ncib, Mißgunst, Erbitterung unb Haß bort, Bun b nts, °s^U E"" un^n stelle Tttettzunbes Sä Bs» ”"bt" * ÄX'ÄÄna« 'Arner v^dllut an dieser Stelle erwähnt zu werden denkt und wünscht man sich in England natürlich eine ein Geschichtchen, das in Hamburg jüngst der Abgeordnete cn g li s ch-fr an zosis ch -it alien is che Kom bina- itufprp^ Ra ckw ar kreis es Marbur a 5)err v. Ge r lach,! li 0 n , und man geht in London, in femen Hoffnungen so von Herrn Ba llin erzählte, das in diesem Zusammenhänge weit, daß man aus dem Aufschub des ^mifchen Zaren- eine tiefere Bedeutung erhält. Bezeichnend ist es jeden- besuches kurz vor der Reise Biltor Cmianuels nach Paris falls daß es überhaupt austauchen und in politischer Ver- das Symptom einer bevorstehenden Auslosung der sran- sammlung vorgettagen werden konnte. Herr Ballin, der zosisch-rusftschen Atlianz herlellen za dürfen glaubt Durch persona gratissima beim Kaiser ist und vielfach! als einer den Charakter, der dem Pariser Besuch Königs aufge von des ^Noiiarchen handelspolitischen^ Beratern betrachtet | pr^worden Lnis
wird, soll versucht haben, em t „
für eine Aenderung des R e i ch s t a g s w a h l r e cht s zu begeistern. Wenn ein Mann wie der Direttor der Ham- burg-Amerika-Linie so etwas versucht, dann tut er es, sollte mein meinen, doch wohl nicot, bevor er nicht gewiß ist, ob
jer damit den Beifall der höchsten Regionen findet, und so fehlt es nickst an solchen, die aus diesem Versuch eine an maßgebender Stelle vorhandene Neigung zur Abänderung des Wahlrechts folgern. Ob mit Recht oder Unrecht, mag dahingestellt bleiben, jedensalls kennzeichnen solche Folgerungen die Unsick-erheit, die in weiten Kreisen über die Stellung der Reichsregierung den wichtigsten Fragen gegenüber herrscht, und, das ist nicht gerade ein Symptom, das erfreulich stimmen könnte.
Wir könnten noch eine ganze Anzahl bunter Mosaikstücke zusammenttagen, & B. lvas man in liberalen Blättern Preußens über einen mit der Verfassung nicht recht in Einklang zu bringenden kaiserlichen Erlaß an die Berliner Generalsynode zu sagen, und was man iiber die große waisser- wirtschaftliche Vorlage nicht zu sagen weiß, rc. rc. Solckfe Stückchen fügen sich nicht glatt an einander, vereinen sich nickst zur Sck)affung eines harmonisch abgetönten Bildes.
Ist es im weiten Auslande anders als im Deutschen Reiche? Scheinbar allerdings. Auf dem ewig unruhigen I Balkan gärts und brodelts zwar nach wie vor weiter, aber es gewinnt doch mehr und mehr den Anschein, als habe die Situation dort ihre Gefährlichkeit eingebüßt und beginne sich allmühllch zu lösen. Die Uebereinstimmung der russischen mit der östreichischen Politik trägt eben bereits ihre Frückste. Ein Jrade des Sultans kündigt die sofortige Durchführung der re stierenden Reformen in den vom Aufstand heimgesuchten Provinzen an, u. a. die Reorganisation der Gendarmerie, die Einsetzung von Kommissionen, den Mederaufbau eingeäscherter Ortschaften sowie die sttenge Besttafung aller Beamten, ! welck)e sich Pslichtwidrigkeiten zu schulden kommen lassen. Die Psorte iji ferner eifrig bemüht, durch Erhöhung der Sumine für den Aufbau der zerstörten Dörfer und durch! andere 'Maßregeln den erwarteten Forderungen der Entente- Mächte zuvorzukommen. Es verlautet, daß sie zu dem gleichen Zweck auch eine 5lundgebmig an die Mächte vor- bercite. Um endlich die Beschuldigungen der Eiitente-Mäckste
wegen der türkischen Ausschreitungen möglichst abzu- schwächeu, veranlaßie die Pforte burap die Botschaften verschiedene der Türkei freundlich gesinnte ausländische Zeit- ! ungen, Korrespondenten nach Mazedonien zu entsenden, da-
Herba-Seife, bestes Mittel gegen Hautun- lojßi MW v 81 S reinigkeitcn, Sommer prossen und Haul- „ ansschlägc. Per Stück 75 Pfg. u. 1.25 •
Mk. Z. h. i. all. Apoth., Drog. u. Pars. 5956
lichen Entwicklung. .
Professor Wilhelm von tz^osmann, bekanntlich einer ver bedeutendsten Chemiker, ein Schüler Liebigs, wurde am 8. April 1818 zu Gießen geboren als Sohn des Hofkammerrats Johann Philipp Hofmami. Er kam 1865 als Nachfolger Mllscherligs nach Berlin. Die größte Bc- deutuiig gewannen seine Untersuchungen über die „Anilinfarben". .Am 8. April 1888 wurde Hofmann anläßlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres in den persönlichen Adelstand erhoben. Mittels Diploms, datiert Berlin, 13. August 1890, wurde der verliehene persönliche Adel als erblicher auf die Nachkommen ausgedehnt. Wappen: in Silber auf einem vier goldenbesamten roten Rosen begleiteten eisernen Dreisus in flammendem Kohlenbecken em natürlick)er Siedtolben. Wappenspruch: „Wollen ist Können". Wilhelm von Hofmann ist am 5. 9Nai 1892 zu Berlin gestorben. Die Witwe, geb. Tiemann, lebt in Potsdam.
Aas italienische Königspaar in Faris.
Paris, 18. Oft.


