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Dem (Siefeenet Anzeiger werden im Äechlel mit den, hessischen Landwirt bit Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt ^toialioi,«druck u. Verlag bei Blüh l'schen Univers.-Buch- u.Slem- btudoiei lBieclch <ii ben) Ötcöuftion, tinuebuioa uiib Druckerei!
Schulstratze 7.
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(Erstes Blatte
153. Jahrgang
Donnerstag 19. Fevrnar l903
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger ö
Amir- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Kohten-Karltss-ßnquele.
Am 26. Februar nahmen die Besprechungen im Reichs- amt des Innern mit den Vertretern des Rheinisch-Westfälischen Kohlensnndikatcs, der nichtsyndiziertcn Kohlen- zechen, der Metallindustrie und des Kohlenhandels zwecks regierungsseitiger Erörterungen etwaiger Mißstände und Aufklärung der verschiedenen Jnteressrnstandpunkte cnd- giltig ihren Anfang. Bedauerlich ist, so schreibt die „Dtsche. Kohlenzlg.", die Meldung, daß die Verhandlungen mehr den Charakter einer Vertraulichkeit tragen dürsten, und somit wenig oder nichts von dem Inhalt der Debatten und, was von größter Wichtigkeit ist, von einem „Für" und „Wider" der Parteien in die Ocffentlichkeit dringen wird. Haben doch nachgerade genug Beweise von Kohlenhandelsfrcund- lichkeit der ÄohlenberabausyndikcUe in den letzten Jahren vorgelegen, die eine ohnehin schon pessimistische Stimmung in Kohlenhandelskreisen nur noch verstärken halfen. Ja, die Hochflut „Anti-Syndikat" schwoll zuweilen dermaßen an, daß man im Lager des Bergbaues zu den Mitteln der Beschwichtigung griff und vom wirtschaftlichen Hcrrscher- throne eine Stufe herabschritt, nur wohlwollende Absichten verkündend. Wenigstens verfehlte man nicht, eine Anzahl „Muß-Getreue" aus dem Kohlenl-andel um sich zu scharen, um durch eine berechnende günstige Behandlung derselben zu beweisen, wie gut man es eigentlich mit dem Kohlenhandel meine.
Tie Karten der Kohlensyndikate liegen längst offen, woraus untcrsuchungslos zu ersehen ist, daß man den Kohlenhandel, insoweit der Rheder und Groß-Grossist in Frage kommt, zum Spediteur und Stapler der Kohle aus seine Rechnung und Gefahr herabdrücken und als solchen allerdinas dauernd acceptieren möchte, den Zwische n- und Kleinhändler aber für vogelfrei erklärt. Wir haben hierbei nicht nur die Steinkohlensyndikate im Auge, sondern auch die Braunkohlenindustriekartelle. Ein ewiges Erwägen und Zaudern ist nach den vielen schlimmen Erfahrungen nicht mehr am Platze; haben die Kohlenindustriekartelle ohne Scheu Farbe bekannt, warum soll der Kohlenhandel nickt ein gleiches tun, selbst auf die Gefahr hin, daß 30—40 Firmen aus seinem formellen Stande aus- fcheiden. Jetzt ist es noch Zeit, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen und mit der Wucht wirtschaftlicher Repressalien Besserung zu erzielen. Wehe dem Kohlenhandel, wenn er später bei wirklicher Ermannung wahrnehmen wird, daß die Eer- nierung der Syndikatsfestung nicht mehr rnöglich ist.
Tie Metallindustrie hat ebenfalls Einladung zur Kartellenquete erhalten, wodurch das Reichsamt des Innern beweist, daß ihm viel an den Ansichten und Erfahrungen der Kohlen konsumierenden Industrie über das und mit dem Kohlenbergoausyndikatswesen gelegen ist. Erinnern wir uns der Ausführungen der industriellen Kohlenverbraucher Teutschlands im Jahre 1900, so müssen wir auch in diesen Kreisen eine Unzufriedenhell mit der wirtschaftlichen Betätigung der Koylenindujiriesyndikate feststellen, die mehr als Voreingenommenheit bedeutete. Seiber war man in vielen Bergbaukreisen und seitens deren Zwangsvertreter bestrebt, die Vorwürfe auf den Kohlenhandel abzuwälzen und sich die Hände in Unschuld au waschen. Selbst an maßgebenden Stellen schien man solcher Verteidigungsweise
Glauben entgegenzubringen und lenkte demzufolge das Hauptaugenmerk auf den Kohlenhandel, der nun der Sünden boct auf alle Fälle sein mußte, denn wo sollte man ihr. noch anders suchen. Tas schönste an der Sache dabei war. daß der Kohlenhandel es auch nicht einmal für nötig befand, seine Standesachtung zu verteidigen. Wenn man aber be denkt, wie wenig sich der Kohlenhandel innerlich gcfestig.1 fühlte, um Kraft zu einer seinerzeitigen energischen, all seitigen Stellungnahme zu finden, so nimmt es eigentlia nicht Wunder, daß in den Augen der Oeffentlichkeit bei Kohlenhandelsstand seit 1900 mehr denn je an Achtung und Beachtung verlor. Die Vertreter des Kohlenhandels" welche zu der Besprechung im Reichsamt des Innern Ein ladung erhielten, sollten dem Rcichsamt ohne Urnschweifi erklären, welche wertvollen Dienste der Kohlenhandelsstand in feiner Gesamtheit den Kohlenkonsumenten aller Art bietet, und welcl-e Gefahren dem Kohlenkonsumenten drohen, wenn die Syndikate ihre Ausschaltungspolllil in bisherigen» Maße fortsetzen. Mit Bebauern kon^atieren wir, daß zu der bevorstehenden Enquete nicht aiMj Kleinhandelssirmen geladen wurden, die mit »venigstens 4—lO^serdigem G. schirr- park die Schwierigkeiten zur Genüge kennen gelernt haben, welche das Kohlensyndikatsprogramm mit sich brachte.
Wenn man Syndikate unter genanntem Deckmantel schließt und hinterher die geschaffenen Machtgrundlagcn ausnutzt, um einen allgemeinen Vernichtungskampf gegen den Kohlenhandel zu eröffnen und den Kohlen verbrauch er von mehr ober weniger verdecktem Standpunkte aus zu vergewaltigen, so ijl das keine gerechte soziale Machtbetatigung nuijr, sondern eine Jntrigue schlimmster Art, bie reif ist, vom Gesetzgeber beschränkt zu lverden. Ter sozialen Beunruhigung und Unzufriedenheit wird durch solche Art Ausnutzung bestehender Handelsgesetze nur Vorschub geleistet. In keiner anderen industriellen Branche herrscht solche Vcrgewalli- gungssucht der Kartelle vor, als gerade in der Kohlen- mdustrie. Ja, man macht die erfreulich Beobachtung, daß der Handel der übrigen kartellierten Industriezweige nur Vorteile von Zusammenschlüssen insofern zu erwarten hat, als der Verdienst aller daran beteiligten Groß- wie Klein- Handelskategorien ein entsprechenderer zum Aufwand und Risiko geworden ist, während die Zdohlensyndikalspreise dem Kohlenlleinl)ändler für seine gewiß enormen Arbeitsleistungen kaum noch eure Provision lassen.
Wenn die Syndllatler behaupten, daß in der Beschränkung der kommerziellen Abnehmerzahl ein Vorteil liege, so stimmt das insofern zwar, als der Gewinn der ersten Grossisten ein stabilerer wird, aber das Arbeitsbereich des einzelnen Ortshündlers mit seinem teuren Geschirrpark und Lagerplatze gefahrbringende Einengung erfährt. Das Syndikat sanktioniert eine geringe Anzahl Grossisten, die dann nach Belieben wieder ehre Herrschaft auf Grund des bergbaulichen Diploms ausbreiten und den einen Orts- Händler vor dem anderen bevorzugen können. Läßt sich das die Händlerscl-aft eines Platzes nicht gefallen, bann droht man einfach mit der Errichtung von Filialen. Ise das die vielgerühmte Handelssrecheit'? Jedenfalls nicht, denn durch das Kvhleltindustriesyndllatswesen tann es vielmehr als erwiesen erachtet werden, daß ein Mißbrauch der wirtschaft
lichen Gewalt zur Gründung eines Patrizier- und TUbejer- mms auf kommerziellem GXbiete führen Laim und der freie Wettbewerb nur noch im Gehirn Leichtgläubiger spukt. Der Kohlenhandel leidet aber durch solche Machenschaften nicht ininder.
Unsere Kohlensyndikate gleichen den Bestrebungen der amerikanischen Trusts. Bekanntlich nahm am 7. Februar das Repräsentantenhaus in Washington oen gegen die Trusts gerichteten Gesetzentwurf mit 245 Stimmen an. Rach diesem Gesetz sollen die Korporationen, welche zukünftig ins Leben gerufen werden, Berichte Über Den Gründungsvertrag, die finanzielle Zusammensetzung and die Lage bei der „Interstate Eommeree Commisfion" einreichen bei Strafe des Ausschlusses vom Handel innerhalb der Unionstaaten.
In Europa füllte man von Syndikaten der Industrie eine Vorlegung der Verkaufsbedingungen verlangen, die Dann auf Gerechtigkeit und Billigkeit gegenüber dem Zwischenhandel uni) des Verbrauches zu prüfen und im ^alt auf Grund der Gutachten ans letztgenannten Kreisen ubzuändern sind. Selbstverständlich liegt uns bei solchem Vorschläge fern, eine subjektive Betreibung der Syndikats- Politik zu fordern, die immer wieder auf Ungerechtigkeit stoßen müßte. Eine Einengung von Vorschriften aber, die Die freie Betätigung des einzelnen Handeltreibenden untergraben und auf eine Protegierung „weniger" hinauslaufen, ist dringend nötig, wenn es der Staat nicht erleben will, wie sein Volk die besten Lebenskräfte allmäh- li ch verliert. Wollen die Syndikate ein gutes Werk stiften, so empfehlen wir iBnen eine Untersuchung darüber, welche Plätze Deutschlands beim Bezüge von Kohlen tarisarische Ungerechtigkeiten aus Grund bestehender Tarife erfahren.
Mietscntschädigurig für Aicnstwohuungen der ycjstjchen Staatsbeumlen.
Auf die Anfrage der Abgg. Häusel und Genossen, betreffend die Höhe der Mieisentschädigung für Tienst- wohiiungen der Staatsbeamten, hat Se. Exz. der Staatsminister Dr. Rothe folgende schriftliche Antwort erteilt:
Der Antrag bcziveckt eine Erhöhung des in Artikel 17 Absatz 2 des Gesetzes die Besoldungen Oer Staatsbeamten betreffend vom 9. Juni 1898 veranschlagten Wertes der mit einem Amt verbunoenen Dienstwoh»»uirg. Rach Ansicht der Regierung ist die seit Inkrafttreten des Besoldungsgesetzes verflossene Zeit zu kurz, als haß heute schon an die Umarbeitung so wesentlicher Befllmmungen dieses Gesetzes, die überdies zu einer durchgreifenden Aenderung anderer Bestimmungen des Gesetzes führen müßte, herangetreten werden könnte. Bei Verabschiedung des Äesol-« Dungögesetzes war sowohl der Regierung wie den Ständen bekannt, daß ein Wertanschlag von ö bis 10 Prozent der Besoldung solcher Beamten, deren höchste erreichbare Besoldung 2000 Mk. übersteigt, keineswegs dem ortsüblichen Mietwert ober dem Baukostenaustvand solcher Wohnungen entspricht; betrachtet man doch im allgemeinen im Einzel- Haushalt gleichartiger Beamten ohne Dienstwohnungen einen Aufwand von 15 bis 20 Prozent des Einkommens
Darmstädter Kunst.
Darmstadt, 18. Febr.
Daß man von einer Darmstädter bildenden Kunst in vollem Ernst sprechen kann, ist für die beteiligten Kräfte ein Kompliment an und für sich. Zum vierten Male feit der Zeit ihres Zusammenschlusfes hat die „Freie Vereinigung Darmstädter Künstler" im Kunstgebäude am Rheintor eine Ausstellung unternommen, die auf den liebevollen Beobachter vielleicht um so nachhalliger wirkt, als sie sich non allem ausdringlichen Rekiamewesen und allen Talmiextravaganzen fern hält und nichts anderes geben will als ein Stück ehrlicher künstlerischer Arbeit. In der Hauptsache sind es die Warnen und Persönlichkeiten, an welche sich bei (uns schon länger das Interesse für Darmstädter Malerei gebunden fühlte. Wir begrüßen dieselbe auf ihrem heimatlichen Terrain und nehmen mit Befriedigung wahr, wie sich ihr Können auf Grund ursprünglicher Anlage weiter entwickelt hat. Der lokalen Verichterstattuiig muß es Vorbehalten bleiben, jeden Namen und jedes Bilo zu nennen. Wir können uns hier nur auf die Grund töne und Grundlinien einlassen, sinb aber der lleberzeugung, daß hierdurch der Sache am meisten genützt wird.
In dem Parterreraum und m ben Zimmern der oberen Stockwerke des Ausstellungsraums sipd nicht viel über 100 Arbeiten untergcbracht worden. Uebersccht wie Genuß wird dadurch wesentlich erleichtert. Zu dem Stamm der Eingesessenen: Wilhelm Bader, Adolf Beyer, Richard Hoelscher, Heinrich Kroh, Paul Ruppert, Knrt Kemp in, August Wonder :c. sind verschiedene andere, aber auch nicht unbekannte Namen getreten. Viele zeichnen ihre Bllder von München und Paris aus, wo ja auch jetzt ihre Ateliers sich befinden, aber ben Zusammenhang mit Bergstraße und Lbenwald merkt man den meisten von ihnen doch an, falls sie nicht wie Philipp Otto Schäfer ben Ehrgeiz haben, auf Anselm Feuervachs Spuren zu wandern. Die „Meerfahrt des Nereus" z. B. erinnert stark an„Platos Gastmah l" (Nationalga.erie). Tre Landschaft dommiert, und zivar die Gegend zwischen Taunus und Bergstraße. Kein blendendes Kolorit, keine rauschenden Farbensiufoni^n gestattet diese Well, — es ijD vielmehr cme Probe, verschlossene Schönheit, bie sie ihren Jüngern offenbart, die inbrünstig um sie werben. Für die Menschentypen aus diesem Fleck Erde ist Heinz Heim der Bahnbrecher q>
wesen. Als gleichgestimmte Seelen und Augen gesellen sich zu ihm: Aielchior Kern (München), dessen „Sensendengler" eine höchst kraftvolle Leistung ist, Richard Hoelscher (Darmstadt), Eduard Selz am. In den Gesichtern der alten Männer und Frauen, die aus den Ateliers der genannten hervorgegaiigen, steckt nichts von dem Armeleute- elend, wie es einst auf der äußersten Linken des Naturalismus tonangebend war. Dem lackierten Dorsidyll stehen diese Menschen aus dem Odenwald und der Wettcrau jedoch ebenso fern — eher trifft man ihr Widerfpiel in den Dorf- erzählungen des Heppciiheiniers Wilhelm Holzamer an. Und wie in diesen die Landschaft den notwendigen unentbehrlichen Hintergrund zu den Gestalten liefert, so verwachsen in unserem Anschauungsoermögen auch die figürlichen und landschaftlichen Eindrücke dieser Tarmftädter Ausstellung ku einem Gesamrb.loe. Tie Differenz in den Techniken und in der Vortragsart findet ihren Ausgleich in einer gewissen seelischen Uebereinstimmung. Auch da, wo sich wie bei Otto Heinrich E n g e (Berlin) die Motive schon ganz von der mitti-ldeutschen Scholle losgelöst haben und ihre Anregung bei der „Waterkant" suchen, iommt noch ein verwandter Zug ins Gewebe, mag es sich immerhin um Hafen und Schisfahrt handeln. Eugen Bracht, der doch teilweise auch iwch zu uns gehört, hat einen „Wiesengrund" geschickt, der die Vorliebe für das herbstliche Farbenspiel von Gelb und Rot enthält, das f|> viele Bilder aus des Künstlers jüngster Phase auszeichnct. Ter geniale Ludwig v. Hofmann, bei ben Altdarmstädtern noch immer enfant terribte, läßt sich diesmal nur in einigen Lithographien blicken, die aber schon durch den Titel des Meisters eig nstc Handschrift verraten. „Sonnige ^tage" und „Adam und Eva". Die Plastik ist bei dieser Ausstellung nur spärlich vertreten. Ludwig H a b i ch, der für bas G.oßherzogtum Hessen ben Ruf bes Dontmalskünstlers par excellenee erworben hot, kommt für diese Ausstellung, obschon er noch im Katalog figuriert, nicht in Frage, wohl aber eine seiner Schülerinnen, Frl. Luise Staubinger, die einige ganz prächtige Plaketten in Bronze geliefert unb mit Ur.er soliden Technik und richtigen Aufsagung d.s ^ubio?b...n\n eines Menschenantlitzes wieder einen Beitrag gestellt hat zu der Ueber» jeugung, daß für bie intime Sphäre dec Plakette in unseren Tagen eine neue Aera anbricht. Im allgemeinen ist das Frühjahr für T-armstadt bie Zeit der Bildersaison, w... sich im Winter zu sehr die Ereignisse im Konzert- u e Theaterleben häufen, aber nichtsoe,rowenig!er wird i .
I Gehalt dieser vierten Ausstellung der „Freien Vereinigung | Tarrnstädter Künstler" sich ihren Weg ins Publikum bahnen.
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Tie armenischen Studenten an der hiesigen Technischen Hochschule, die am 16. d. M. in den Räumen des Saalbaues einen musikalisch-deklamatorischen Abend großen Stils unb in künstlerisch geschmackvollem Rahmen veranstalteten, mußten sich vorerst mit einem ideellen Erfolge begnügen. Dieser aber war entschieden vorhanden. Für Armeniens unglückliche Sache schlagen auch hier teilnehmende Herzen genug. Auf Reklame und Nacysuchen um Protektion haben sich die jungen Leute nicht verstanden. Als echte Idealisten sind sie beim Arrangement ihres Abends zu Werke gegangen. Großen Eindruck hinterließen die von einem Sängerchor in Nationaltracht vorgetragenen patriotischen Weisen und Volkslieder. Und ebenso roeaten bie „lebenben Bilder" mit Motiven aus Armeniens Leidensgeschichte der letzten Zeit die beabsichtigte Stimmung.
Enttäuscht hat nur etwas der Vortrag der Schrift» stellerin Frau Ilse F r ap a n-A ku n i a n z, der mit dem Abend verbunden war. Wohl verfügte bie Dame über ein reiches unb offiziell beglaubigtes Tatsackenmaterial, hatte es aber, wahrscheinlich auf bie Eingebung ber Stunde hoffend, versäumt, dasselbe zu sichten unb unter leitende Gesichtspunkte zu verteilen. Tas war recht schade, denn der Vortrag enthielt manck guten, klugen Gedanken unb wäre inhaltlich recht geeignet gewesen, heiße Sympathien für das mit unerhörter Jöe|iiaiitat niedergetretene Armenien zu entfachen. Dr. E M.
Unter dem Titel „Darmstädter Skizzenbuch" hat Professor Hermann Müller die Herausgabe einer Anzahl von ihm während mehr ai» 50 Jayren gezeichneter Skizzen aus dem TarmsAidter Leben unb Treiben beschlossen unu „allen echten Heinern" gewidmet. (Verlag ber Köhler- jcljen Buchhandlung, G. zu Putlltz.) Tie iserie yat nunmehr mit Nr. 1 begonnen. Diese zeigt bas soeben abgebrochene „Gasthaus zur Sonne",^wo ;einerzeit Schiller woynte, unb ocssen Umgeoung nebst Scklog auf einem reich mit Figuren- sta.sage bctcb.eii Bildchen. Ferner wirb brr „biefe Xleiylcr" In . is.chr unter ^e.ga< r cimjer . incr derb-kom.scheu Anek- uoicn uorgefüfjrt. -as Blatt ist ui Feder- uno Puifelmanier v ..bgcfübrt.


