Ausgabe 
19.2.1903 Drittes Blatt
 
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preußisch- Zwi punkt mit

HöchstAschaffenburg an.

Abg. Ulrich polemisiert umständlich gegen die Abg. Erck, Dr. Heiüenreich und die nationalliberale Partei. Wenn man besondere Wagen für die Arbeiter verlange, o trage man damit die Klassengegensätze immer werter. Lon den 11 Millionen an Betriebsüberschüssen müßten eigentlich noch 3 Millionen für Betriebsausgaben trief)en werden, und wenn man alle Aufwendungen für die Eisenbahn in Anrechnung bringe, dann blieben überhaupt nur noch 378000 Mk. übrig. Redner verlangt, daß die Negierung das Koalitionsrecht der Arbeiter wahre. Er habe in der Generaldebatte aus voller Ueber^eugung die liberale

Frost zu schützen.

Abg. Gramer (Soz.) bringt die Zustände tn der

Z. ' der Main-Neckarbahn aur

Spräche. Tie Lohnarbeiter hätten bei dem Uebergang der Bahn in die preu>jisch-hesftscbe Eisenbahngemeinschaft große Verluste gehabt, be,onders seien die Lohnsätze für Atkord- arbetten sehr herabgegangen. Es sei den Arbeitern auch in einemUkas" verboten worden, in ihre Versammlungen sozialdemokratische Abgeordnete zuzulassen. SolcheAus­nahmegesetze" könnten nicht zur Verbesserung der Verhält­nisse zwischen der Bahnverwaltung und den Arbeitern bei-

Arbeiter - Zentralwerkstätte Spräche.

zu handeln.

Abg. Tr. Schmitt (Zentr.): Aus den Aeußerungen des Herrn Ministers klinge das heraus, was seine Partei bei der Vertragsdebatte gieid) gesagt habe: Wir verkaufen mit der Aussicht auf günstigere Fm anzeinnah men unsere Selbständigkeit auf dem Etsenbahngebict. Wir müssen aber doch das Recht verlangen, und betrachte es auch als unsere Pflicht als Avgeordnete, die Mißstände, die sich im hessischen Teil der Bahnen Herausstellen, hier zur Sprache zu bringen. Ter Finanzminister sei ja keinvon Geburt auf Bureau- krat", sondern aus dem praktischen Leben heraufgewachsen, und da dürfe man doch wohl überzeugt sein, daß er auch nach diesen Grundsätzen hanoeln werde. Aus dem Arbeits- markt in Mannheim seien jetzt die hessischen Arbetter den preußischen gegenüber im Nachteil, denn der Arbeiter fahre von Frankfurt nach Mannheim pro Jahr um 100 Mk. billiger, als von Tieburg aus. Das sei eine speziftsch hessische Angelegenheit, und deshalb erwarte er hier ein Eingreifen der Regierung. Wenn.bei ben Viehtransporten die Tiere in Aschufsenburg im Sommer bei großer Hitze, im Winter bei groger Kälte vier Stunden liegen bleiben müßten, so sei das eine Tierquälerei, deren Beseitigung dringend verlangt werden müsse.

Abg. Berthold (Soz.) bringt eine AnzaHl lokaler Eiscnbaqnwünsche vor, auch bezüglich der Mainzer Vororts­bahnen.

Finanzminister Dr .Gnauth sagt zu, daß über die Mainzer Vorortsbahnen eine intensivere Beaufsichtigung in die Wege geleitet werden solle.

Abg. Tr. Frenay (Zencr.) beklagt Mängel im Güter­verkehr auf der Streue Bätgen-Mainz und ^eitroetlige Ein­stellung mancher Züge. Redner fragt dann, wie es mit der Verlegung des Eüterbahnhofes in Bensheim stünde.

Ter jetzige Zustand bilde cm großes Verkehrshindernis, man möge recht bald auch für eine Ueberbrüctung über die Gfeleqe sorgen. Auch bic Zugsverbindung über Tarm- stad t ndu: Mainz lasse viel zu wünschen übrig; von vier Schnellzügen halte nicht ein einziger in Bensheim, und die Anchüüsse seien ebenfalls sehr ungünstig. So komme 1.40 Uhr mittags in Darmstadt ein Schnellzug an und 1.35 Uhr gehe oer Zug nach Mainz weg, ähnlich sei es auch bei anoeren Zugen. Beim Abschlag des ;

Hessischen Vertrages war doch ein Hauptgesichtspui........

eine bessere Verbindung mit dem Rhein uno Mai. hoffe, daß eine solche nun auch recht dato erfolge. R fragt dann, wie es mit dem Eisenbahnprojekt

Kesstscher Landtag.

K. B. Darm sta dt, 18. Febr.

Am Ministertishe: Staatsminister Rothe, Finanz­minister Gnauth, Geh. Staatsrat v. Krug, die Mini­sterialräte Ewald, Wilbrand, Oberbaurat Goul- mann , Oberfinanzrat Rohde.

Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9Vi Uhr. Tas Haus tritt sofort in die Weiterberatung des Etats ein und zwar bei Kapitel 10: Staatseisenbahnen. Den shrift- lichen Bericht darüber hat Abg. Dr. Gut fleisch erstattet, welcher namens des Finanzausschusses die Bewilligung der Einnahmen mit 10100 000 Mark und der Ausgaben mit 289 600 Mk. beantragt.

Abg. Wolf (Anlis.) bespricht den Versandt von Wern bei strenger Kälte und ersucht die Regierung, dahin wirken zu wollen, daß bei den hejsisEen Bahntzrecken die Einstellung besonderer Sammelwagen erfolge, um den Wein besser vor

a a s- Darmstadt wünscht die Errichtung einer bei Hühnlein an der Main-Neckarbahn.

_r. Heidenreich wendet sich gegen die Aus- . g seiner Bemerkung über die vierte Lagenklasse

Haltung der Regierung anerkannt, er müsse aber diese An­erkennung bezüglich der Haltung in der Eisenbahnfrage erheblich beschränken. Redner bringt dann noch einige lokale Eisenbahnwünsche und Anfragen vor.

Finanzminister Tr. Gnauth wendet sich energisch gegen das Bestreben des Abg. Ulrich, dem Volke die Freude an den Ueberschüssen der Eisenbahngemeinschaft zu ver­gällen. Ulrich gehe von einem ganz falschen Standpunkt aus, wenn er alle Aufwendungen zur Verbesserung des Be­triebes, also werbende Mittel, von dem Ueberschuß in Ab­zug bringe. Wenn ein Geschäftsmann einen Ueberschuß von 000 Mk. erzielt und dieselben zur Verbesserung seines Betriebes wieder verwende, so könne er diesen Posten doch nicht als Verlust einstellen. Bezüglich der Eisenbahn Bens­heim-Lindenfels sei vom Ministerium im Einvernehmen mit den Interessenten jetzt eine Eingabe an den preußi­schen Eisenoahnnnnister gerichtet worden, in welcher dieser um die Einleitung von Vorarbeiten für eine normalspurige Bahn ersucht weroe. Das Projekt einer^Sckundärbahn habe bei niemand Sympathie gesiiiiden. Der F.ch.plan der Main- Neckarbahu stamme noch aus der Zeit vor der Verwaltungs- gemeinschast, er erwarte im nächsten Fahrplan einen besseren Anschluß der Züge. Tie Frage betrefjenD die Einführung der vierten Wagenklasse aus der früheren Main-Meckarbahn sei noch Gegenstand der Erwägung, aber sie sei nicht so leicht zu erledigen, weil damit auch die Frage einer Umgestaltung der Tarife tfanb in Band gehe. Für den Bau einer Bahn­strecke Pfungstadt-Gernsheim und Eberstadt sei kein Unter­nehmer vorhanden, auf den Ankauf der Sttecke Bensheim Seeheim fei verzichtet worden. Für den Ban der Linie HöchstAschaffenburg seien günstige Aussichten vorhanden. Zum BewAse, daß die hessischen Kinder, die in die preußisch- hessische Ehe eingebracht wurden, nicht vernachlässigt wür­den, führt der Minister noch aus, daß nach der vorliegenden Aufstellung für Ine hessischen Bahnstrecken mehr Aufwen­dungen gemacht worden seien, als für die preußischen, näm­lich rund 28 Millionen Mark.

Nach einigen Erläuterungen des Ministerialrats Ewald rügt Abg. Tamm- Friedberg einige Mißstände and bell' . daß die Bahnverwaltung reine Abhilfe bezüg­lich des ^.jährlichen Uebergauges ans der Landstraße . tberg und Frankfurt geschaffen habe.

tragen.

Finanzminister Gnauth führt aus, er könne natürlich nicht auf alle hier vorzubringenden Einzelheiten antworten, aber wenn die Regierung zu einzelnen Fragen schweige, so dürfe man daraus weder eine stille Zustimmung, noch eine ablehnende Haltung entnehmen. Die Regierung habe nach Art. 2 des Vertrages keinen Einfluß auf die Verwaltung, mit Ausnahme in den ausdrücklich von ihr vorbehattenen Punkten. Er werde sich daher darauf beschränken, auf die Erörterung spezifisch hessischer Angelegenheiten einzugehen und darauf verzichten, die Verwaltungsgrundsätze der preußischen Staatsbahnen hier zu verteidigen. Er brauche ja eigentlich nicht einmal alle diese Grundsätze der Staats­bahnverwaltung zu kennen, von welcher der Abg. Tr. Schmttt mit Recht bemerkt habe, bag sie eine der am geschicktesten und am besten geleiteten Unternehmungen sei. Tie Neu­ordnung der Bedingungen, nach welchen die Arbeiterfahr­karten ausgegeben werden, sei eine Maßregel für den ganzen preußischen Staat, und er könne dieselbe also hier weder verteidigen, noch kritisieren. Er könne aber sagen, daß die Verwaltung mit der Absicht umgehe, eine Vereinfachung bezüglich der Legitimationsbestimmungen herbeizuführen. Eine diesbezügliche Verfügung sei bereits von der Direktion Frankfurt erlassen worden, und heute werde ihm mitgeteilt, daß auch die Direktion Mainz eine solche angeordnet habe. Damit werde auch die vom Abg .Dr. Schmitt geführte Klage in betreff der Arbeiterfahrkarten für Dieburg-Mann­heim erledigt. Hinsichtlich der geforderten beschleunigten Viehtransporte von München nach Mainz konstatiere er, daß oas abends in München verladene Vieh bereits am andern Nachmittag in Mainz eintrefse, die 440 Kilometer lange Strecke also in etwa 20 Stunden zurücklege. In Aschaffen­burg gebe es allerdings einen Aufenthalt von 4 Stunden, weil der in Betracht kommende Personenzug überlastet sei, aber diese Zeit werde unter bestimmten Umständen auf 2 Stunden verkürzt. Bezüglich der Arbeiter in der Zentral­werkstätte der Main-Neckarbahn werde ja bei Besprechung der die Sache betreffenden Interpellation noch näheres zu erörtern seien. Tie Akkordsätze in T arm stad t seien die­selben, wie in Frankfurt und Köln, und es würde doch schwer sein, nachzuweisen, daß diese Akkordsätze in Darm­stadt höher sein müßten, als dort. Für die Beförderung von Weinsendungen seien bei uns genau dieselben Grund­sätze und Ginricptungcn getroffen, welche die preußische Staatsbahnverwaltung in Den preußischen Weinbaubezirken eingeführt habe. Es möge ja ganz schon sein, auch in Eifenbahnsachen hier gern einmal ein Wort mitsprechen zu können, aber die Verantwortung für die ganze Auf­rechterhaltung des gesamten Betriebes liege doch nicht bei uns, sondern bei der preußischen Staatsbahnverwaltimg, und man möge es daher der Großh .Regierung nicht ver­übeln, wenn sie darauf bedacht sei, diese Grundsätze anzu- ertennen und korrekt nach den bestehenden Abmachungen

Lindenfels stehe, und bringt dann noch mehrere Wünsche aus seinem Wahlkreis zur Sprache.

Abg. Molthan bittet, die Errichtung einer Halte­stelle in Dienheim in Erwägung zu ziehen.

Abg. Dr. D a v i d meint, es lei mit der Arbeiterfürsorge bei der Staatsbahn sehr schlecht bestellt. In Mainz, wo die mit dem Zug viel yu früh kommenden Arbeiter eine Stunde warten müßten, habe die Direktion den Leuten den Aufenthalt in der Wartehalle verboten, man werfe sie also einfach auf die Straße oder jage sie schon vor Tages­anbruch in die Wirtshäuser. Sehr schlecht fei auch das Mainzer und das Wormser Nangwrpersonal gestellt, das nur eine halbe Stunbe Zeit zum Mittagessen Habe, also nicht die Mahlzeit verdauen könne. Rücksichtslos sei auch die Verkürzung der Sonntagsruhe für viele Bahnarbeiter. Die Folge der zu großen Anforderungen feien die vielen Unglücks fälle, die gegen früher bedeutend zugenommen hätten. Die Betriebsunfälle feien in 10 Jahren von 5.43 auf 7.42 für je 1000 Arbeiter gestiegen. Bei solchen Tat- achen dürfe man nicht kommen und sagen, wir haben keinen Einfluß auf die Verwaltung, wir können da nicht mit dreinreden. Tie Regierung fei nicht nur berechtigt, andern auch verpflichtet, ja es fei ein Gebot der Humanität, hier helfend für die Interessen der Arbeiter einzutreten. Sie müsse vor allem das durch Reichsgesetz gewährleistete Koalitionsrecht der Arbeiter wahren.

Abg. Langenbach (freis.) meint, Hessen habe nach dem Verttag von 1896 keine Gleichberechtigung. Es fei kein Kompagnon Preußens, sondern nur ein Teilhaber am Ueberschuß und habe an der Verwaltung keinen Anteil. Er müsse in diesem Punkt den Finanzminister in Schutz nehmen. Er könne auch aus den Erfahrungen in der Han­delskammer feststellen, daß die Mainzer Direktion bei etwaigen Beschwerden sehr empfindlich )ei; vielleicht helfe da die Kritik in der Kammer.

Nach einer kurzen Pause bespricht Abg. Erck (natL) die mangelnden Sicherheitsvorrichtungen bei den Bahn­übergängen und wendet sich gegen mehrere Ausführungen des Abg. Dr. David.

Abg. Dr. Heidenreich (natL) verwahrt seine Partei gegen den Vorwurf des Abg. Dr. David, als ob die national- liber^e Partei nicht das genügende Interesse auf dem Ge­biete der Arbetterfürsorge bekunde. In dem umfangreichen Zahlenmaterial, das Herr Freiherr Heyl zu Herrnsheim in einem Bericht der ersten Kammer über die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft niedergelegt habe, fei der Beweis für das Gegenteil enthalten. Seit der Eisenbähn- gemeinschaft fei wohl eine erhebliche Besserstellung der Ar­better durch höhere Löhne, wie durch .Vermehrung der Ar­beitskräfte eingetreten. Die nationalliberale Partei sehe eben nicht, wie Dr. David, nur die Schattenseiten, sondern würdige auch das Gute, was von der .Verwaltung geleistet werde. Wir erkennen hier ausdrücklich an, daß dieselbe hin­sichtlich der Arbeiterfürsorge nicht das Urteil verdient, das Dr. David hier ausgesprochen hat. Wenn soviel Tausend Mark für die Arbeiterbesserstellung und Lohnerhöhung aus- gegeben werden, dann soll man doch nicht kommen und agen, daß hier kein guter Wille für die Arbetterfürforge vorhanden sei. Redner fragt zum Schluß, wie es mit der Einführung der vierten Wagenklaffe stehe. Vielleicht em­pfehle es sich, für Leute mit Körben, Werkzeugen 2C. ein paar besondere Wagen bereit zu stellen.

Abg. Noack (freis.) rügt den traurigen Betrieb auf den Nebenbahnen. Die Bahn ReinheimReichelsheim sei nicht mehr eine Dampfbahn, sondern schon mehr eine Bierbahn; man nenne sie im Volksmund das Odenwälder Lieschen. Es könne hier vorkommen, daß wegen Trunkenheit des Personals ein Zug überhaupt nicht abgelassen werde.

Abg. Häufel regt die Erbauung einer Bahnlinie

Macevonien.

Die deutsche Regierung wies, dem W. T. B. zufolge, nach Prüfung des zwischen den Kabinetten von Petersburg und Wien vereinbarten Reform Programms für Maee- donien den Botschafter in Konstantinopel an, die Annahme und Durchführung dieses Programms bei der türkischen Re gierung zuunterstützen. Auf der Pforte erklärt man ich mit ben bulgarischen Maßnahmen befriedigt, bezweifelt aber die Möglichkeit, dieselben auf die Dauer auch strikt einhalten zu können. Im Auftrage des maceooni- chen Komitees wurde der als türkischer Spion rekannte Gafetier Perili in Bumbeili bei Adrianopel er­mordet. 28 albanesische Eh ess und Notabeln des Ge^

durch den Abg. Ulrich. Die nationalliberale Partei werde stets die Gesamtintcressen über die Einzelinteres.'en stellen.

Abg. Bähr bringt noch einige Eifenbahnwünsche vor. Seine Beschwerde im vorigen Jahre über den schlechten Wagenpark Der hessischen Bahnstrecken fei in dankenswerter Weise sofort beherzigt und der Wagenpark öerbeffert worden.

Abg. Weidner führt noch Beschwerde über ben lang­samen Bau der Stteck GedernGrebenhain, Abg. Brauer regt die Erbauung einer Strecke MückeUlrich- tein an, Abg. Braun b.klagt, daß der Dormittagszug von Worms nach Mainz nicht in Msheim anhält ufro._

Die Debatte wird alsdann geschloffen und das Haus be­willigt einstimmig die Einnahmen und Ausgaben dieses Titels, sowie das mit in Beratung gezogene Kapitel 108, ür Privat- und außerhessische Bahnen Einnahme 12 000 und Ausgabe 5510 Mk.

Schluß der Sitzung iy2 Uhr. Nächste Sitzung Donners- tag ftüh 9 Uhr.

Parlamentarisches.

Berlin, 18. Febr. Die Budget--EomMission des Reichstages führte heute die gestrigen Erörterungen über die geplante Erhöhung des Gehaltes der Oberst­leutnants zu Ende und lehnte dieselbe mit 15 gegen 12 Stimmen ab. Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung gab der Kriegsminister nähere Auskunft über die Verle­gung der Husaren von Düsseldorf nach Grefelb, die seiner Zeit in der Presse wegen der bekannten Aeußerung des Kaisers zu den Festjungfraucn viel besprochen wurde. Die Verlegung des Regiments sei schon beabsichtigt gewesen, he der Kaiser den Scherz mit den Tanzhusaren gemacht abe. UebrigenS seien die Grefelöer Offiziere fast alle ver­heiratet. Die Beratung des Militär-Etats wird morgen frotgesetzt.

Braunschweig, 18. Febr. Im braunschweigischen Landtage wurde heute nach kurzer Debatte der Antrag deS Abg. Schwerdtseger, die braunschweigische Regierung möge ihren Vertreter im Bundesrath dahin instruiren, daß er seine Stimme gegen die Wiederzulasfung der Jesuiten im deutschen Reiche erhebe, angenommen.

bietes Ipek und Djakowa schlossen eine Vereinigung gegen Reformen, welche Die Albanesen schäbigen könnten. DieAgenee de Gonstantinople" bezeichnet die "meldunq von der angeb* scher Truppen erneut

Londoner und Pariser Zeitunasmeldun lichen Mobilisierung türkischer als völlig erfunden.

DieKochzeit destzrvprmzenpaares vonMeirnngen

Kiel, 18. Febr. Anläßlich der heutigen silbernen Hoch­zeitsfeier des Erbprinzenpaares von Sachsen-Meimngen, welche im hiesigen königl. Schlosse in der Familie des Prinzen Heinrich von Preußen begangen wird und zu welcher zahl­reiche fürstliche Gäste geladen sind, haben viele Häuser Flaggenschmuck angelegt. Am vormittag beglückwünschte Prinz Adalbert von Preußen die prinzlichen Herrschaften, worauf eine Frühstückstafel stattfand. Um 9l/2 Uhr überbrachte Prinz Heinrich unter Glückwünschen ein feierliches Blumen-Arrange- ment, ebenso Professor Esmarch, der Gatte der Prinzessin Henriette von Schleswig-Holstein. Von 11 Uhr ab fanden im Schlosse Empfänge statt, worauf zahlreiche Blumenspenden dem prinzlichen Paare übergeben wurden. Ter Prinz und die Prinzessin Heinrich, die erbprinzlich-meiningischen Herr­schaften und die übrigen fürstlichen Gäste folgten heute nach­mittag einer Einladung zum Thec nach der Villa des Prinzen Adalbett. Um 61/., Uhr fand im Schloß eine Theater­vorstellung statt, nach welcher sich später der Prinz und die Prinzessin Heinrich zu Ehren des Erbprinzen und der Erb- prinzessin von Sachsen-Meiningen mit den anwesenden Fürst­lichkeiten und den zahlreich geladenen Gästen an der Festtafel vereinigten.

Aus Stad! uut> KailS.

Mainz, 18. Febr. In der heutigen Stadtverordneten- sitzung verlas der Oberbürgermeister ein Schreiben des Gou­verneurs Baron von Gollas, worin dieser mitteilt, daß sein Abschiedsgesuch vom Kaiser Genehmigung ge­funden habe. Der RosenmontagSzug in Mainz, welchem der Gedanke:Der Zug der Zeit" zu Grunde liegt, wird von 1500 Personen, 500 Pferden, 40 Wagen, darunter 10 Prunkwagen, insgesamt aus zirka 60 Gruppen zusammen­gesetzt fein.

Nnickte yiclumißcii.

Vrigiitaldrahtmeldnngeu des Gießener Anzeigers.

Berlin, 19. Febr. Aus Laurahütte wird ge­meldet: Beim Schmuggeln von Seidenwaren wurde von russischen Grenzsoldaten ein Schmuggler erschossen.

München-Gladbach, 19. Febr. Bei dichtem Nebel wurde bei Oberkirchen ein F ab ri km ei st er von einem Eisenbahnzuge erfaßt und schwer verstümmelt.

Madrid, 19. Febr. Ter spanische Gesandte meldet aus Tanger: 70 Kim. von Fez fand eine Schlacht statt, die, wie man annimmt, für Den Sultan günstig war.

Gabis, 19. Febr. Ein Eh klon richtete hier große Verwüstungen an. Mehrere Schiffe sind verloren. Tie Vorderfront des Telegraphengebäuu-es ist crngcrifien. Zahl­reiche Personen sind verwundet worden.

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