41.
4
4
' i°°rt i.ldöO 4 Dtl'trt‘ iriöi
601 l Lh'.r.^ te#*.
1 I |5 ]3
19.-0, J jO9<
131p°i y
»dis L «*
i u-A^ wraJS M*"
’>.....
|C,*H i r*d **
'f*ävr •■
sl-°" 316.->
-ik<L.sö'""
| ffg[abito®( j ßeversr. ■ ps* £oft
MM
S Kietzener AnzeiserS.
ofl. Atz' ”elbtt ibibM-t d-S DV )000 Bände entfern t (nltaften MU* tt Stille aebilbet -1* Dem Duett im ®tum- (»tsanroatt Ah- ««- nl d. 31. P, ill blItdä ä‘'
. Beim ®atabiner • m st-uzbstlche- *•* * L-OT meinem e'g^n'
ßüinncnin9 nein ^as aus „ boron)nfl
f(lal' feine ,* >15- h?
!?' '»»Ä*1’i|L
®*m(un bti'*««
*«9tn bQS ® ?«• >!n b!ten n)nhr'^ott u"i>
64.?°
es.
Svenen 6inbtll|i
KStztz ^etbetteunbeL l.che nfund befchäfliat -iminalpolizei.
' mau J* Leiche eines r,»?^ ^Wvunde im bedeck ' muß also schon ^UiiQlienb ist, daß keine .. fial das Mädchen den mnnte; Es liegen ver. Verbrechen schließen sich an tri und Stelle, achen. '
-tadttheater-Kas. nt, nachdem er große unterschlagene Geld ist
Versuchen, die Sahara ueren, ist nunmehr Hemde ein Versuchsballon de; tunesischen Generals ihrer befestigt waren. Ter mg ab.
M
enUerMe Moser, der eschäfi Lchwertseger unten LalMei;u mw u rauben mMe, wurde imordversM zu U fuhren ebener Tiebstahle mit einer immen 15 Jahre Zucht- chnjähriger Zulässigkeit der
8-.»j$ faÄ*.
«**. - ■? *‘a n, -NlalN.' n Pfdvr.
'■‘"W
137.80 Ift 01.80
, 135.10 sfe
Erstes Blatt
153. Jahrgang
Montag 19. Januar 1903
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
SA
die
Ter "Anfang der eigentlichen Finanzschwierigkeiteii in
" Schüler-Aufführungen des Musikinstitutes von Fräulein Minna Körner. Die m musikalischen Greifen als Lehrerin hochgeschätzte Vorsteherin des Musikinstitutes, ist eine sehr beachtenswerte Pianistin, die selbst in ernstester Schule erzogen, es versteht, rhr Wissen in pädagogischer Form auf andere zu übertragen, so daß der Unterricht, bei nur einigermaßen begabten Schülern, stets von Erfolg begleit^
k. 2.20; durch "roeigfteflen
'Vf.; durch
die Poll Mk 2.— viertel»
E3CT
** Die hiesige akademische Verbindung „Hasso-Rhenania" feierte in den Tagen vom 15.—17. d. Mts. den 21. Jahrestag ihrer Gründung, der eine besondere Weihe erhielt durch die der Verbindung von den Damen derselben geschenkte prachtvolle Fahne. Den Höhepunkt des Festes bildete ein Kommers im Hotel „Einhorn", der durch die Anwesenheit Se. Magnifizenz des Rektors Prof. Dr. Krüger und zahlreicher Gäste und A. H. A. H. ausgezeichnet wurde; ein gemütliches Ballfest in den Räumen deS Gesellschaftshauses bildete den Schluß der fesllichen Veranstaltungen."
Nr. 15
•rf^rtet täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt dir Gießener Kamillen. Hättet viermal tn der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag bei Brüh i 'schert ttntverf^®ud)- u.Stein» bvuderel (Pietsch Erben) Re0akNon, Erpeditwn und Druckeretr
Schul st ratze 7.
Kdresse sür Depeschent «uzetger «tetze».
Aernspikchanschluß Nr 51.
AUS Alriöt iiiii) Lnuö.
Gießen, den 19. Januar 1903.
' Gede nkta ge. Der vorzügliche astronomische Schriftsteller Johann Ehlert Bode wurde am 19. Januar 1747 in Hamburg geboren. Er war einer der ersten Gelehrten, die ihre Wissenschaft dem gebildeten Publikum zugänglich gemacht haben. Unter seinen zahlreichen Arbeiten ist besonders sein großer Himmelsatlas, der in 20 Tafeln 17 240 Sterne nachweist und darstellt, bemerkenswert. Bode starb in Berlin am 23. November 1826.
Zlnter sonnigem Kimmel.
Briese aus Italien von E. E.
H.*)
Original-Artikel des „Gießener Anzeigers".
(Nachdruck verboten.)
Tu bist ungeduldig, weil ich so lange nicht schrieb, mir selbst ist erst durch Deinen Vorwurf zum Bewußtsein gekommen, wie schnell unter den ewig wechselnden Eindrücken die Zeit vergangen ist.
Ich schrceb Dir kurz vor meiner Abreise von Venedig. In Ferrara hielt ich mich nur einen Tag auf. Ich rate Dir, solltest Du im nächsten Jahre nach Italien kommen, hier etwas länger zu verweilen. Tie scharfen Gegensätze, welche die Renaissance charakterisieren, treten einem hier auf engem Raume lebhaft vor das Auge. Aus der Fa^adc des Domes klingt einem die Sehnsucht nach Schönheit entgegen, welche die herrlichen Kunstwerke der Renaissance ins Leben rief; in dem mächtigen Kastell der Este aber ersteht vor Deinem Geiste dte Zeit der Gewaltherrscher mit Kondottieren.
Ich durchschritt wie träumend die Gemächer, in denen ein Ippolito und Alphonso, Lucretia Borgia und Eleonore Este ihre schönheitstrimkenen Feste gefeiert, in denen sie zu trautem Verkehr die ersten Künstler und Gelehrten um sich gesammelt, in denen fie aber auch ihren herrschsüchtigen, leidenschaftlichen Traumen durch Gift und Dolch Leben verliehen haben.
Welche Nerven müssen jene Menschen besessen haben, Lenke ich oft, die sich in ihren geistsprühenden Unterhaltungen, in ihren feinsinnigen Debatten über ein soeben vollendetes Werk Titians, Bellinis oder Giorgiones nicht im geringsten stören ließen durch das jammervolle Los der Gefangenen, die unter den Fcstgemächern in den unterirdischen Gefängnissen schmachteten. Lies „Lucretia Borgia" von Gregorius oder „Angela Borgia" von Konrad Ferd. Meyer. Wenn Tu daun später diese bü'teren Gefängnisse durchwanderst und die gutmütige Schlüsielbewahrerin mit einem gewissen Behagen die Geschichte der verschiedenen Gefangenen vortragen hörst, da fühlst Du, daß wir moderne Menschen uns doch kaum eine Vorstellung machen
*x Vergl. Nr. 288, L Dl., des vorigen Jahrgangs-
Oefferttliche Aufforderung.
Im Hypothekenbuch der Gemarkung Gießen ist auf Grundstück Flur 1 Nr. 933 Hofraite in der Walltorstraße, deren jetzige Eigentümer Johann Georg Pfaff II. Eheleute in Gießen find, eine Hypothek über 8000 Mk. nebst Zinsen zu Gunsten deS Ludwig Heuser in Offenbach am Main eingeschrieben. Gläubiger hat die Löschung der Hypothek beantragt, die Hypothek-Urlunde ist jedoch abhanden gekommen.
Alle diejenigen, welche rechtmäßige Ansprüche aus jener Einschreibung erheben zu können glauben, werden hiermit ausgefordert, ihre Ansprüche binnen zwei Monaten von Einrückung dieses bei unterzeichnetem Gericht anzumelden, widrigenfalls die Löschung der Hypothek verfügt werden wird.
Gießen, den 15. Januar 1903.
Großh. Amtsgericht.
Aer neue hessische Kaushnitsetat.
N. B. Darmstadt, 17. Jan.
Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hat seine Ausgabe im wesentlichen gelöst und den Haushaltsetat in etwa fünfwöchiger angestrengter Arbeit einer gründlichen Beratung unterzogen. Ter Erat zerfällt bekanntlich in zwei Hauptteile, die Wirtschaftsrechnung und die Vermögensrechnung. Der erste Teil ist vollständig erledigt und auch bereits im Druck fertiggestellt und die Beratung über die Vermögensrecbnung ist gleichfalls beendet worden, sodaß nur noch der Wortlaut der Berichte darüber in der nächsten Woche sestzustellen übrig bleibt.
Der Gang ider Etatsberatung in Hessen vollzieht sich den gesetzlichen Bestimmungen gemäß in der Weise, daß der von d»er Großh. Regierung der zweiten Kammer zu überweisende Voranschlag dem Finanzausschuß der letzteren zur Vorberatung Überla,sen wird, dieser letztere prüft die einzelnen Posten und läßt sich von den jeweils beauftragten Regierungsvertretern alle etwa erforderlichen Aufschlüsse erteilen. Sind dann seine Entschließungen über die verschiedenen Etatsposttionen festgestellt, so tritt der Finanzausschuß der zweiten Kammer mit dem der ersten Kammer zu gemeinseya,irM)er Beratung zusammen und die zweimal sieben Mitglieder beider Ausschüsse stellen in Gegenwart der Rcgierungsvertreter den endgiltigen Wortlaut des Finanzberichtes fest, der darauf im Druck vollendet und jedem Kammermitglied übersandt wird. Früehr gab es in Hessen keinen gebrachten Voranschlag, die Etatsberatung war bis vor etwa 25 Jahren dadurch außerordentlich erschwert, daß der Voranschlag mit allen Anlagen von der Regierung nur im Bureau des Hauses niedergelegt wurde. Alle Hinweise und Erläuterungen mußten damals vom Finanzausschuß ausführlich in seinem Bericht mit ausgenommen werden, während er sich jetzt zumeist auf die im gedruckten Etatsentwurs vorliegenden Motivierungen beziehen kann.
Die eingehende Beratung des Finanzausschusses hat als Hauptergebnis die Tatsache konstatieren können, daß die hessiscyen Finanzen trotz der andauernd gedrückten wirtschaftlichen Lage durchaus nicht als ungünstig hingestellt werden können, die zu Besürch-
können von der heißlodernden, schr. an len losen Leidenschaft, von der raffinierten Grausamkeit, die jene Kraftmenschen regierte und Freund gegen Freund, Bruder gegen Bruder, Kinder gegen die eigenen Erzeuger und umgekehrt, Eltern gegen die leiblichen Kinder wüten ließ! Kennst Tu dieMono- graphie des Benvenuto Eelinni? Sonst versäume nicht, hier in der Goetheschen Uebersetzung zu lesen. Sie hilft einem mehr wie irgend ein anderes Buch zum richtigen Verständnisse dieser an Gegensätzen überreichen Zeit.
In Florenz umfing mich sofort wieder Heimatluft. Du weißt, ich bin jetzt zu allen,Jahreszeiten in dieser einzigen „Stadt der Biumen" gewesen, aber immer habe ich wie nirgends sonst das Gefühl, als ob ich hier recht eigentlich zu Hause wäre. Florenz solltest Tu nur im Frühling besuchen, wenn Freude und Lachen und Sonnenschein alles verklären. Leuchtende, duslige Blumen werden dann durch Cie Straßen getragen, Blumen schmücken die Steinbänke vor den alten, grauen Palästen, gaukeln im Knopfloch der Gecken, schmücken keck den Hut her kleinen Landmädchen, prangen auf jeder Hotel- und Wirtshaustafel, schmücken die Altäre der Heiligen, kurz, sie sind wie mit leichter, graziöser Hand über die ganze Stadt gestreut. Grüße vorn Frühling, Wecker von Freude und Lebenslust.
Aber Tu wirst hoffentlich selbst den Frühling in Florenz erleben und dami wirst Tu die Gegend durchstreifen, in den Feldern die herrlichen, in allen Farben wildwachsenden Iris und Anemonen pflücken, wirst die Hügel um Florenz überwucyerr sehen mit gelbem Ginster, und Rosen werden sich neckisch zu Dir herniederneigen, wo immer Dein Weg Tich an altem Gemäuer oorüberfuhrt. Und über dem allen lacht dann der Himmel, und das goldige Licht flutet über Täler und Höhen und vereint alle Gegensätze zu einem Bilde voll erhabenster Ruhe und Harmonie — Tu begreifst plöslich, aus welcher Stimmung heraus der einzige Fea Angelico seine von Frühlingsg^uber und Freude verklärten Bilder schuf, Tu fühlst Dich am ewigsprudelnden Qiittl, daraus sie alle geschöpft, die frohgemuten gewaltigen Künstler des Cinquecento.
Aber jetzt ist nicht Frühling, sondern bitterer, kalter Winter. Auf dem fernen^Apvenin lagert der Schnee und im wann, behaglichen Stübchen ködert den ganzen Tag das Hahuhi’vUcr. <u nullst über Lu Pensionen orientiert seinr -tu Engländer hao.n fast durchweg für RRnlichkeit gesorgt. Bist -ru im Frühling und Sommer hier, so tust
veHugoprei», monatlich 75'13|n viertel» jährlich Ml. 2.~" A Abhole- u. Hn monatlich to 1
jährt, auelchl Bestellg. Annahme von Anzeige« tüt Die tageflnuinmct bi6 vormittag- 10 Uhr, ßetlenptei4; total 11
auswärts 20 Psg.
Ce tont n>»rtlic$i für den sollt. ». allgens teil: P Wtttko. fül .Stadt und fianb* und .Gerichtesaal*: (Kart Plato, für den Ar» zelaenieilr Hans Beck.
Tu wohl besser, in eine italienische Familie zu gehen. Du lernst italienisches Leben und die Sprache genauer kennen. Im Winter dagegen ist entschieden eine Pension vorzuziehen, wenn Tu nicht zu Tode frieren willst; ob Du eine italienische oder eine von Schweizern geleitete wählst, ist gleich, die Engländer resp. Engländerinnen dominieren überall. Gerade in Florenz ist eine ziemliche engl. Kolonie, die den Aufenthalt der Billigkeit wegen wählen und ihre kleinlichen Intern essen hier genau so gut vertreten wie daheim. Zu diesen seßhaften alten Tarnen, die eine Atmosphäre tödlicher Langem weile um sich verbreiten und nur zu einigem Leben er^ wachen, wenn von Politik die Rede ist oder wenn sie den lieben Nächsten Revue passieren lassen, kommt als wahre Landplage die Schar der Touristen auA aller Herren Länder — Amerika liefert darunter freilich wohl die böseste Sorte — die sich von irgend einem Führer wie Hammelherden zu den Kunstschätzen führen lassen und in fünf Minuten etwa mit einer der herrlichsten Kirchen samt allen darin aufgespeicherten Kunstschätzen „fertig" sind.
Man gewöhnt sich bald daran, solchen Konsorten sorg, fällig aus dem Wege zu gehen, der Zufall führt einem ja als Entschädigung genug interessante Menschen in den Weg. Böcklin, Hildebrandt und die liebenswürdige Schriftstellerin Isolde Kurz, sowie Professor Brockhaus haben vielleicht vwle Jahre hindurch nicht wenig dazu beigetragen, daß alle Künstler und Kunstfreunde sich zu einem intimeren Kreise znsammenschlossen. Ter Altmeister Böcklin ist nun freilich für immer geschieden, sein schönes Heim in St. Domenico ist in fremde Hände äbergegangen, Hildebrandt lebt meistens in München, Isolde Kurz fast ausschließlich in ihrer Villa am Meere. Aber die alte Gewoynheit ist geblieben. Im „Gambrinus" und einigen Kneipen mit echt italienischem Gepräge findet sich fast täglich die kleine internationale Gesellschaft zusammen, für welche die Kunst Mittelpunkt chres Interesses und Studiums bildet.
Tie Empfindung, daß sie den großen Atten gegenüber sich allesamt als Lernende fühlen, eint auch die ent- gegengeietzeesten Geister; der Hader der Parteien schweigt und das gemeinsame Interesse bei aller scharf ausgeprägten Einzeiärr des Einzelnen verleiht der Unterhaltung oft besonderen Reiz.
olorenz hat wieder einen völlig'anderen Charakter als Rom oder Siena. Hier muß man nicht wie in Rom das ehrwürdige Alte erst mühsam unter dem modernen Gespintz
tun gen für die Zukunst Veranlassung bieten. Es ist nicht zu leugnen, daß unsere Finanzen einen guten Untergrund haben ui der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft. Ter dieser Tage veröffentlichte Bericht über die Finanzergebnisse ser Geineinschast für das Jahr 1901 weist einen Betriebsüberschuß von 517 754 000 Mk. auf, zwar 4 7 Millionen weniger, als im Vorjahre, aber immerhin befriedigend, wenn man die großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gerade dieses Jahres in Betracht zieht. So kann der Bericht für 1901 die auch für Hessen erfreuliche Tatsache konstatieren, daß der Betriebs-Koeffizient für 1901 ftch nur auf 61,75 stellte, während er für Bayern 78, für Baden gar 81,25 betrug und die Rente sich nach der Reichs- statistik für die preußischen Staatsbahnen auf 6,43, für die bayerischen dagegen nur auf 2,57, für die sächsischen auf 3,18, für die württembergischen auf 2,60 und für die badischen auf 2,51 Prozent stellte. Auch die auf Grund des Eisenbahngarantiegeietzes berechneten Beiträge der preußischen Staatsbahnen zu den anderweiten Ausgaben des Staates sind von Jahr zu Jahr gestiegen. Sie betrugen für 1892 nur 95 Millionen, für 1895 schon 172 Millionen und für 1901 nicht weniger als 326 Millionen, wobei noch in Betracht kommt, t•?:: neben den Kosten für Erneuerungsund Ecsatzbaitten ästljä^.ich noch viele Millionen für Vermehrung des Fuhrparlo und Verstärkung des Oberbaus unter den ordentlichen Betriebsausgaben ihren Platz finden. Auch für das neue Eiatsjayr sind, wie hier hervorgehoben sei, wieder die Kosten für 250 Lokomotiven und viele tausend Wagen mit in die Betriebsausgaben der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft eingestellt, Msgaben, durch welche namentlich unserer Industrie und den allgemeinen Verkehrsverhältnissen wesentliche Vorteile resp. Erleichterungen zugeführt werden.
Ein Hauptfaktor für die günstigere Gestaltung des neuen Etats ist auch der, daß das Reich nach den in diesen Tagen, hierhergelangten amtlichen Mitteilungen aus Berlin entgegen andcrweiten Bcsürcytuugen nicht mehr an Matrikularbetträgen beansprucht, als im neuen.Voranschlag vorgesehen ist; der vom Finanzminister eingestellte Betrag von 615 000 Mark ist durchaus zutrefseno, der nicht überschritten werden wird. Ueberhaupt hat der Finanzausschuß bei seinen Beratungen immer wieder mit Tank anerkannt, wie au ße rc r d ent li ch vorsichtig und sparsam der F-inanzminister bei der Abwägung der einzelnen Etatsposten zu Werke gegangen ist; von irgend welcher zu großen „v^oblesse" ist im Etatsentwurf auch bei genauster Prüfung nirgenos eine Spur zu entdecken gewesen. Ter Finanzausschuß war trotz äußerster Sparsam- keitsbestrebungen nur feiten in der Lage, unwesentliche Abstriche vorzunehmen, die insgesamt taum den Betrag von 50 000 Mark erreichen dürsten. Wenn von manchen Seiten (auch^von uns! T. Res.) Bedenken dagegen erhoben wurden, daß die Erträgnisse der Einkommensteuer um 250000 Mark höher au gesetzt worden sino, so wurde im Finanzausschuß dagegen betont, daß oas Finanzministerium hier nur nach den Erfahrungen der früheren Jahre das langsame Forischreiten der Einkommen ui Rücksicht gezogen hat. Ta das Steuerjahr erst mit dem 1. April endet, so kann natürlich über das rechnungsmäßige Erträgnis desselben noch kein klares Bild gewonnen werden.
Hessen, sofern man überhaupt von solchen reden kann, stammt aus der Legislaturperiode 1895/97. Hier hatte die Regierung zur Aufbesserung der Lehrer- und Beamtengehälter Vorschläge gemacht, die einen Mehraufivand von etwa 600 000 Mark erforderten. Tie zweite Kammer war aber über das Verlangte weit hinausgegangen und hatte Aufbesserungeii usw. bewilligt, die rund eine Million mehr beanspruchten. Ferner ist der Etat seitdem ganz erheblich angeschioollen durch die Steigerung der Pensions-f gelber, der etatsmäßigen Bezüge usw., wodurch der frühere Betrag von V/i Million sich auf über 3i/2 Millionen erhöhte. Mährend damals nur etwa 37 Millionen rcchnungsmäßig für die Ai igaben des Sbaaishaushattes gebraucht wurden, ist die Anforderung im neuen Voranschlag auf rund 58 Millionen an gewachsen; es kommt hier allerdings in Betracht, daß infolge einer veränderten Rechnunaseiwi teilung et.va 10 Millionen von der .Vermögensrecynung auf die Wiitschaftsrechnung mit übertragen wurden, der Rest der Erhöhung aber resultiert aus dem Anschwellen fast Älter staatlichen Ausgabeposten, — eine Tatsache, die übrigens auch in anderen Bundesstaaten schmerzlich genug empfunden wird. Hoffentlich rafft sich, nachdem erst einmal die Wirkung des neuen Zolltarifs und die Hebung der allgemeinen Wirtschaftslage eine Besserung der vieichs^ finanzeu herbeigesührt, das Reichsrecht recht bald durch Verininderung der Matrikularbeiträge zu einer energischen Entlastung der Bundesstaaten auf!


