Evftes Blatt.
Dienstag 18. August 1903
zetgentetl: HanL Beck.
I Körper in Normal-Projektion mit geometrisch gezeichnetem WMund- und Aufriß verwendet wird. Die eigentlichen Meß-
153. Jahrgang
wärts" behauptet, bei Hofe „Aufruhrphantasien" verbreitet werden, so ist doch im Ernst nicht daran zu denken, daß solche Phantasien Boden finden.
ders entzückt wird auch jeder Kunstfreund von der herr> lichen Wiedergabe der Innendekoration, der Bildschnitze- reien und MÄereien aus den meisten der vorgenannten Bauwerke sein.
Durch das Meydenbauersche Verfahren wird nicht nur der kunstgeschichtliche Anschauungsunterricht, sondern vor allem auch die Denkmalspflege, die Sammlung berühmter, vor dem Verfall nicht zu bewahrender Baudenknräler, in ungeahnter Weise gefördert. Möge daher kein Kunstfreund versäumen, die gestern eröffnete und auf vier Wochen berechnete Ausstellung zu besuchen. Die Besichtigung ist unentgeltlich und täglich in den üblichen Stunden gestattet.
Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen.
Aernsprechanschluß Nr. 5L
ist auf diese Weise möglich, daA Bauwerk in Grundrissen, Ansichten und Schnitten mit einer Genauigkeit aufzutragen, die im Maßstab 1 :100 nur Fehler von höchstens 5 Ctm. enthält.
Ter Erfinder dieses Meßverfahrens ist, wie in einem instruktiven, auch im Gewerbeblatt für Hessen abgedruckten Aufsatz dargelegt wird, der Geheime Baurat Meyden- b au er in Berlin, der schon 1867 als Premierleutnant beim preußischen Jngenieurkorps mit staatlicher Unterstützung die ersten praktischen Versuche nach seinem System unternahm und zwar mit Hilfe des Pantoscops. Seitdem haben in den auswärtigen Staaten besonders die Terrainaufnahmen nach diesem Verfahren große Fortschritte gemacht. In Preußen hat das Meydenbauersche System mit besonderem Erfolg fiir Archillekturaufnahmen Anwendrmg gefunden, nachdem 1885 der preußische Kultusminister auf diese Leistungen aufmerksam wurde und zur Bildung einer besonderen Meßbilanstalt schritt.
Aus dieser Meßbildanstalt wurden uns nun in der Ausstellung einige 70 Architektur-Aufnahmen vor Augen geführt, die in der Tat das Vollendetste bilden, was die moderne Reproduktionstechnik von Bauwerken überhaupt auszuweisen hat. Statt der sonst stets mehr oder weniger stark verschobenen Perspektive der photographischen Bilder tritt uns hier jedes Bauwerk in vollster, klarster Plastik und in natürlichster Wirkung entgegen. Man sieht die Dinge hier auf den: Papier (die Bilder sind direkt nach den 40/40 Ctm. großen Orig inalaufnahm en in einer hierfür eigens hergerichteten Präzisions-Vergrößerutlgskamera auf Bronze- silber-Emulsionspapler hergestellt) genau so, wie sie sich, auch in Wirklichkeit den: Auge präsentieren, und zwar mit einer bisher unerreichten Schärfe und Genauigkeit. Der Kölner Donr z. B, die Willibordikirche zu Wesel, die Dome in Xanten, Münster, Minden und Limburg, die Liebfrauen- kirchcn zu Trier, Oberwesel und Andernach, zahlreiche althistorische Burgen und Burgruinen, auch das Eschenheimer Tor und dder Römerberg in Frankfurt, sind hier in bewunderungswürdigen Kunstblättern vertreten, und beson-
Heidelberg, 16. Aug. Eines der „historischen Häuser" Heidelbergs ist dem Untergang geweiht. Das Voß- Haus in der Wöck, im Hofe des Gemeindeschulhauses, wird a b g e r i sj e n. Es war der berühmte „Türm", in der Bilüte*- zeit der Heidelberger Romantik das Hauptquartier der Opposition, der Aufklärung; hier hat der knorrige Niedersachse Johann Heinr. Voß in geblümtem Schlafrock zur Seite seiner Ernestine und seines Sohnes, des Professors, die Besuche der Gesinnungsgenossen und der bewundernden reisenden Studenten empfangen.
— Das Entsatzscyfisf der Norde nskjöldschen Südpolar-Expedition „Frithjof" ist am Montag von Stockholm abgegangen. Von den 23 Mitgliedern, die sich an Bord befinden, sind sechs Gelehrte bezw. Offiziere. Der Leiter der Expedition ist dllrpitän der schwedischen Kriegsmarine, Gylden. Das Schiff geht zunächst nach Bremerhaven, um.dort von der internationalen Schiffsbedarf-Gesellschaft, Karl Bödiker u. C., derselben Firma, die seinerzeit die „Gauß" ausgerüstet hat, Proviantausrüstung an Bord zu nehmen. Von Bremerhaven geht die Reise weiter nach Plymouth, Madeira, Buenos Aires, Ushuaia Feuerland, dann südwärts nach der Winterstation Antarktics. Die Rückkehr erfolgt im glücklichsten Falle im April 1904.
Professor Srb, ^udwiqur.
iaiaen mgÄd.M
Mr. INS
Erscheint tLgttch außer Sonntags.
Dern GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Zamiilen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck tu Verlag der Brühl/ichen Untvers.-Buch»u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei:
Schnlstraße 7.
beschäftigen wird, sobald die Grundlage für eine Verständigung zwischen der Regierung und der Mehrheit des Abgeordnetenhauses so gefunden sein wird, daß keinem von beiden Teilen ein vollständiger Verzicht auf seinen ursprünglichen Standpunkt zugemutet, vielmehr eine mitttlere Linie eingeschlagen wird, bei der es weder Besiegte noch Sieger in dem Kampfe um den .'Kanal mehr giebt. Man wird aber nach den schlechten Erfahrungen, die die Staats- regierung mit der Einbringung der Kanalvorlage ohne vorgängige Fühlung mit den leitenden Elementen im Abgeordnetenhause gern acht hat, mit Sicherheit darauf rechf- nen können, daß die neu zu erwartende Vorlage nicht wieder an den Landtag gelangt, bevor man sich, nicht mit den für die Entscheidung maßgebenden Elementen des Hauses verstäirdigt hat. — Hierzu bemerkt die Natinol- liberale Korrespondenz: „Versteht die freikonservative Partei unter jd'en „maßgebenden Elementen des Hauses" nur die bisher kanalfeindliche Mehrheit? Einen solchen Gedanken können wir gar nicht aufkommen lassen. Immerhin ist es bemerkenswert, daß die freikonservative Partei mit Bestimmtheit auf die Wiedereinbringung der Kanalvorlage rechnet. Auch wir hegen die gleiche Zuversicht. Und wenn sich jetzt durch die schwere Wasserkatastrophe dieses Jahres in Schlesien und Posen die Fürsorge für den Osten unter dem Eindruck der letzten Ueberschwemmungen in denVorder- grund drängt, so darf darüber doch schließlich der Westen nicht vernachlässigt werden: die, Regierung muß das eine tun, daraf aber das andere nicht lassen!"
bilder sind in äußerster Schärfe hergestellte, unveränderliche photographische Bilder, die sich von gewöhnlichen Motoaraphien dadurch unterscheiden, daß sie die zur Ab- lchtuna der genauen geometrisch^ Maße des aufgenom- liicnen Gegenstandes nötigen Anhaltspunkte auf dem Ori- llilallleaatio selbst enthalten. Die Zahl der photographi- >n Aufnahmen ist nach dem Charakter, des Bauwerks er schied en; ,ie betrug z. B. bei der Apostelkirche in Köln U, beim Dom oaselbst dagegen 165. Neben den photographi- ch«en AufnahMN geht dann, soweit als möglich, eine Grund- iLsslMg und eine Durchmessung des Bauwerks einher. Es
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Die Kanalvorlage
ist, freilich nur durch mancherlei Erörterungen in der Presse, wieder auf die Tagesordnung der politischen Untersuchungen getreten. Aus den Erörterungen, die die Freikonservativen anstelle:!, ergibt sich, daß auch sie bestimmt mit der Wiederkehr der Kanalvorlage in der neuen Legislaturperiode des preußischen Landtages rechnet. Als praktisches Ergebnis der langen Betrachtungen wird nur der Wunsch ausge- prochen, daß beim nächsten Male eine Verstcmdlgung der Regierung mit den „maßgebenden" Parteien den parlamentarischen Verhandlungen vorhergehen möge. Es heißt da:
Es darf erwartet werden, daß die wasserwirtschaftliche Vorlage den Landtag in der neuen Legislaturperiode wieder
Die amtliche Jnfanteriekampfweise in Frankreich.
Wie schon unlängst gemeldet, hat die gemischte 10. Division im Lager von Chalons Uebungen im gefechtsmäßigen Exerzieren und Scharfschießen der verbundenen Waffen abgehalten, denen der Armeeinspekteur Langlois an einzelnen Tagen beiwohnte. General Langlois hat dabei auch seine aus dem französischen Felddienstreglement sich ausbauenden Ansichten über die heute zweckmäßige Kampsweise ausgesprochen. Andererseits hat General Nsgrier, ebenfalls Armeeinspekteur, bei einer Besichtigung in Cler- mond-Ferrand von seinen früheren in der Revue des Deux Mondes entwickelten Ansichten entschieden ein Einschwenken in die Bahnen Langlois' vollzogen. Er will die Infanterie in Schützenschwärmen von Zugstärke, die nach den Verhältnissen, entweder durcy Zwischenräume getrennt oder auch näher zusammengehalten sind, fechten, den Schützen- schwärmen auf 50 Meter (?) nach der Flanke abmarschierte Züge folgen lassen; den Leuten soll weitester Spielraum in der Ausnutzung des Geländes bleiben, nur die Richtung der Bewegung im Angriff angegeben werden. Er wählt die Bezeichnung Schützenschwarm, um zum Ausdruck zu bringen, daß von einer starren, die Richtung wahrenden Schützenlinie, nicht mehr die Rede sein kann. Nögrier will das Feuer erst 600 Meter vom Feinde begonnen und mit kurzen, heftigen Feuerstürmen (rasales) geführt sehen. Langlois war bestrebt, bei den Uebungen der 10. Division (wie in seinem Buche „Lehren aus den beiden letzten Kriegen") praktisch nachzuweisen, daß die taktischen Grundsätze des französischen Felddienstreglements für den Kampf auch heute noch gelten, daß es höchstens notwendig ist, das Verfahren bei ihrer Anwendung einigermaßen zu ändern, und daß von einer „Unverwundbarkeit der Front" auch heute, bei innigem Zusammenwirken der Waffen, nicht die Rede sein kann. Von einem entscheidenden Angriff geschlossener Jn- fanteriemassen gegen einen Punkt der feindlichen Front will er unter den heutigen Verhältnissen nichts wissen, wohl aber von einem Einbruch zweckmäßig gegliederter, starker Kräfte
gehalt von 40 Kubikmeter 6—8—10 Personen als Wohn- und Schlafraum. Kleine, enge Fenster lassen nur so viel Licht durch, daß in der Stube ein Halbdunkel auch in der Mittagsstunde herrscht. Luftzutritt erfolgt durch die natürlichen Oeffnungen. Auch Rauchkathen, Wohnhäuser, in welchen der Rauch von der offenen Feuerstelle nicht durch einen Schornstein, sondern ourch zufällige' Ritzen und Spalten abzieht, finden sich noch vereinzelt, z. B. in Liepentier, Kreis Neustettin, und in Jershöft, Kreis Schlawe. — Ta wundern sich denn die Herren in Pommern über die zunehmende Landflucht. Auf einigen Domänen des Kreises rti—ß. ~ finden sich aller-
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Arbeiterwohnmlgeu in Pommern.
Die dem Kultusminister erstatteten Berichte der Kreisärzte heben hervor, daß für die Wohnungsverhältnisse der Arbeiterbevölkerung überall viel getan wird. Mögen es landwirtschaftliche Arbeiter oder Industrie- bezw. Fabrikarbeiter sein, Arbeiter in Staats- oder Kommunaldienst — für alle sorgen die fast überall bestehenden Bauvereine oder sonstige gemeinnützige Baugenossenschaften, nicht minder auch der Staat und die Kommunalverwaltungen selbst. Von den großen Arbeiterkasernen kommt man jetzt mehr und mehr ab ;es herrscht das Bestreben, den Arbeitern kleine, gesunde und in jeder Weise ausreichende Einoder Zweifamilienhäuser zu bauen, die teilweise sogar mit einem gewissen Komfort, mit großen Höfen und Vorgärten ausgestattet werden. Leider herrschen fteilich noch in einigen Gegenden in Bezug auf Arbeiterquartiere und Arbeiterwohnungen recht unerfteuliche Zustände. In Pommern (Regierungsbezirk Köslin)'scheint es besonders arg zu sein, da lautet der amtliche Bericht: Vereinzelt sind die Zustände der ländlichen Arbeiterhäuser traurige, man findet verfallene Kathen aus Lehmfachwerk. 'Tie Balken liegen oft schräg, an einigen Häusern werden die Wände von außen gegen den Einfall durch Stützen gehalten. Die Dächer sind undicht, bei mehreren Häusern fehlen sie zum Teil in der Ausdehnung von 1—3 Quadratmeter. Schweine- und Backtröge haben die Bewohner innen ausgestellt, um sich nur einigen Schutz gegen Schlagregen zu verschaffen. Tie Angabe, daß in einer Nacht 37 Eimer Regenwasser aus einer Stube herausgetragen seien, klingt unwahrscheinlich; nach Kenntnis der Sachlage läßt sich die Möglichkeit aber kaum bestreiten. Die Mume sind etwa 2,5 Meter hoch und dienen in einigen Familien mit einem Raum-
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Küche aup? von zwei Tas -i *61^ :
Preises u- ZEd. Bl, ui
Eine Meßbild-Ausstellung, was heißt das? — so wird * sich mancher fragen und mit Recht; der Ausdruck ist nicht , gerade glücklich für den Laien gewählt. Man denkt dabei ? vielleicht an die kirchliche Meßhandlung am Hochchtar und' / quält sich vergeblich, den priesterlichen Akt mit einer Ausstellung im Gewerbemuseum in Beziehungen zu bringen. Tatsächlich hat die Kirche mit dieser Ausstellung garrnchts ;u tun, man will im protestantischen Norddeutschland, wo man ja von kiraMch,en Messen wenig hört, die Bezeichnung umi „messen" uno „Maß" abgeleitet wissen und hätte des- I halb klarer und richtiger sagen sollen: Geometrischphotographische Bilder-Ausstellung. Denn die Geometrie ist es, die hier die Hauptrolle spielt und' uns in den ausgestellten Bildern ein neues, großes Feld für die Darstellung von Bauwerken usw. eröffnet, besonders aber dem gesamten Bau- und Jngenieurlvesen als ein bedeutsames, hochwilllömmenes Hilfsmittel erscheint.
Da« Prinzch dieser Meßbildaufnahmen, die von der ssönial preußischen Meßbildanstalt in Berlin veranlaßt Ivurden, besteht darin, daß die Perspektive als Teil der Vrojektionslehre zur Darstellung geometrisch gegebener
sehr
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Groß-Strelitz sieht es auch toll aus, „hier finden sich allerdings noch Arbeiterwohnungen mit tropsenoen Wänden und offenen Dächern".
BezugspretS, monatllch7bPs„ viertel» jährlich Mk, 2.20; durch rlohole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für d:e TageSnurnmer bis vormtttags 10 Uhr. Zetlenpre1Srlorall2Pf.
auSwürlS 20 Pfg. tüt den poltt und allgrrn. TeU: P. öBtttfo- für »Stadl und 8anb* und -Gerichtsfaal*: August Götz; füt den An-
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»er ein emiaches, ge^ bcheu, nicht unter ur pflege und Unter* r 72]äl)rigen Tame.
3 /chon eine tijntidje iec und (mahrmv^ Landarbeiten ^eu. mu Lohnanjpmchen 73 an die 6g»ebitior s erbeten.
er sofort ein orbentL liAtt kleine Ijvli Hausarbeit. eltersweg 81, patt.
I. M, m kann, joiori gejucht, .'(arburgeritroße 28.
VEsthe Tagesschau.
Der neue Oberpräfident von Schlesien.
Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Graf $un, ist zum Oberpräsidenten n Schlesien ernannt worden. Graf Zedlitz steht im 66. -^benchahr. Aus Berlin wird uns über ihn geschrieben: e „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit, daß der derzeitige Ober- chident Der Provinz Hessen-Nassau, Dr. Graf v. Z e d - ' ^Drützschler, für diesen Posten ausersehen ist. Es also wieder einmal, wie so oft, bei den zahlreichen ^.inungen von Nachfolgern des Fürsten H a tz f e l d t gründ-
v o r b e i g e r a t e n worden. Die letzte Mutmaßung ging m, Landwirtschaftsminister v. Podbielski, der an- ..mend als in allen Sätteln gerecht gilt, werde sein -L'^anisationstalent auch in Schlesien zu erproben haben.
;af Zedlitz-Trützschler war am Sonntag mit dem Reichs- -uäler zur kaiserlichen Mittagstafel gelten. Es ist längst -kannt in unseren politischen Kreisen, daß Graf Zedlitz b'im Kaiser „einen Stein im Brett" hat. Die politische L^'fibahn des über den Volksschulgesetzentwurs von 1892 öp.^all gelangten prerchischen Kultusministers dürfte mit b 1 schlesischen Oberpräsidium, das mit Rücksicht auf die gewärtigenden Wasserregulierungsvorlagen große und oierige Ausgaben stellt, kaum abgeschlossen sein. Gras blitz war insofern ein eigenartiger Kultusminister, als er, wie bei den Schulgefetzdebatten zur Sprache gebracht wurde, cv - höhere Unterrichtsanstalt nicht absolviert hatte. Der i Here Leutnant und Regimentsadjutant gab aber an g ündlichen positiven Kenntnissen keinem Akademiker etwas nach^ und dies wurde auch durch Verleihung des Ehrendoktortitels anerkannt. In den Jahren 1879—1881 war Graf Zedlitz Vorsitzender des Provinzialausschusses von Schlesien; der neue Oberpräfident, ein Schlesier von Geburt, bringt also manche Erfahrung in sein' Amt mit. Graf Zedlitz steht politisch auf dem kvirservativen Standpunkt, aber er ist dafür bekannt, und er hat es während seiner ministeriellen Amtszeit, selbst in den heißen Tagen des Kampfes um die Schule, bewiesen, daß er jede politische ckeberzeugung vorurteilsftei würdigt. „Ein ritterlicher Gegiier", das war das Urteil, das ihm bei seinem Rücktritt die Opposition nicht vorenthielt. Tie Provinz Schlesien tann sich nach den schlimmen Zellen, die sie durchgemacht hat, zu dieser Wahl beglückwünschen.
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Die „Kaiseriusel".
Ueber ein angebliches Projekt „in Hofkreisen", auf der idyllisch gelegenen Insel Pichelswerder bei Berlin ein Familienschloß des Kaisers zu errichten, mit strengem Abschluß der Insel von der Außenwelt, hat der „Vorwärts" detaillielle Mitteilungen gemacht. Die „Voss. Ztg." meint, ein halbamtlicher Widerspruch dürfe kaum ausbleiben. Dem „Berl. Tageblatt" erscheint die Nachricht „so unglaublich, daß man annehmen muß, der „Vorwärts" sei yuf einen sehr schlechten Scherz hineingefallen". Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält zwar in ihrer neuesten Ausgabe noch kein Dementi. Man erfährt aber von informierter Seite, der Gewährsmann des „Vorwärts" habe etwas läuten hören, ohne zu wissen, wo die Glocken hängen. Als zutreffend mag gelten, daß in der Umgebung Berlins, die den Kaffer bekanntlich besonders anzieht, ein Schloßbau ins Auge gefaßt ist. Das Drum und Dran, wie Errichtung eines besonderen Neichstagswahlkreises für den Schloßbezirk, Absperrungsmaßregeln, außerordentliche militärische Sicherungen usw., ist sensationeller Aufputz. Wenn, wie der „Vor-1
Aie WchbUd-Ausstellung im Aarmstädter Aunstgewerve-Wuseum-
R. B. Darmstadt, 17. Aug.
GietzenerAnzeiger
w General-Anzeiger
Amk- und Anzeigebla« fiir den Kreis Sietzen
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