Ausgabe 
18.6.1903 Zweites Blatt
 
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ifjrer Friseuse, diese trug die Geschichte zu ihrer Freundin, zum Bürgermeisterei-Beigeordneten der genannten Kreisstadt der Frau eines Gendarmen in St. Johann, die es ihrem bie Bestätiauna erteilt.

Manne erzählte. Die Familie des jugendlichen Mörders

Dem Oberleutnant R. von

ivLanne erznyire. tfamuie oes fugenouchen Orders» Sturz vom Pferde. Dem Oberleutnant R. von WL K "k in?UBba*TaVT

tröllig mißraten Seit feinem 12 Lebensjahre soll Lr schon ^rch. Er verlor. wie man uns meldet, die ticroalt über mehrfach Diebstähle und Unterschlagungen verübt haben, das Pferd nnd stürzte bei der Veterinärmedizinischen Klmrk Als Detroit am 15. April verhaft« wurde, fand man bei Zur Erde. Er zog sich Verletzungen zu und mußte in der

Ausland.

" Personalien.

Wiesbaden, 17. Juni. Ter König von Däne- mar r besuchte gestern in Begleitung seines Bruders, ber

waren am Montag geschlossen. Der schwachsinnige Fabrik­arbeiter Goldmann erschoß sich am letzten Sonntag aus Gram darüber, daß er auf törichte Weise in Hadernheim,

Parterre des Hauses verschlossenen Läden usw. Er wunderte dann nach Laubenheim, kehrte dort in einer Wirtschaft ein und erzühlte dort von der sonderbaren Mordgeschichte (von der er jedoch heute nichts wissen will), wie er sie am nächsten. , .. ,

Tage an seiner Tante verübte. Am L April vormittags ^o erarbeitete, sich um sein Vermögen gebracht hatte.

streicher belief sich auf 2231, davon kommen auf Rheinhessen 1131, auf Starkenburg 805 und auf Oberhessen 295. Im Jahre 1901 kamen nur 2002 und im Jahre 1900 nur 1441 Bettler und Landstreicher in Hessen zur Bestrafung.

i. Laubach, 17. Juni. Das sogenannte »Ausschuß- fest" verlief an drei Tagen in altherkömmlicher Weise. Den ersten Preis, einen vom Grafen gestifteten Hammel, erhielt Weißbinder De sch. Das übliche Hoch auf das Grafen-

Der Vortrag bot, an Hand gerichtlicher Entscheidungen, sehr viel des Interessanten und der Redner

haus im Schloßhof brachte der Schützenhauptmann, Tanz­lehrer Schneid aus. Alle Schulen, auch das Gymnasium,

Wie aus Washington gemeldet wird, besuchte Finanzminister v. Rheinbaben gestern das Schatzamt. Der Minister bekundete lebhaftes Interesse für die Vorschriften betreffend die Veranlagung und Erhebung der inneren Steuern.

Wie aus Stockholm gemeldet wird, wird das Deutsche Reich auch mit Schweden-Norwegen und Dänemark Handelsverträge abschließen und schon in der nächsten Zeit die nötigen Vorbereitungen einleiten.

Hamburg, 17. Juni. Auf Ersuchen um authentische Erklärung über den Eingangszoll für Zucker inj Deutschland nach dem 1. September erteilte der Reichskanzler! folgende Antwort: Der aus den Vertragsstaaten stammende Zucker, ebenso der über die Zollgrenze ausgeführte und ins Inland zurückkchrende Zucker ist vom 1. September ab nach dem Satze von 18.80 Mark für den Doppelzentner raffinierten oder gleichgestellten Zucker und nach dem Satze von 18.40 Mart für den Doppelzentner Rohzucker zollpflichtig, ohne Rücksicht darauf, ob der Zucker vor ober nach dem In­krafttreten des Brüsseler Vertrages erzeugt oder ausgeführl worden ist.

Aus Atudt und Lun-.

Gießen, 18L Juni 1903.

erntete reichen Beifall.

** Vagabunden. Die Zahl der im abgelaufenen Jahre im Großherzogtum Hessen bestraften Bettler und Land-

ber am 4. Ium durch die Sladlv.-Versammlung m Offen» bad) erfolgten Wiederwahl des Rentners Ionas Wederlll.

oberin. Später kaufte sie sich in Sponsheim ein Haus, wo­selbst sie sich allgemeiner Achtung erfreute. Ter Ange­klagte hat sich trotz seiner Jugend in Sablvn keines guten Rufes erfreut Die Kellnerinnen ans St Johann und die Prostituierten, die er später im CafeKronprinz" in Frank­furt kennen lernte, schilderten eingehend das Betragen des Angeklagten nach der Mordtat. Er sei stets lustig gewesen, habe gesungen, Witze und Zoten geriffen und an die Dirnen, außer der Bewirtung, viel Geld

ihm von dem gestohlenen Gelde noch 1300 Mark. Mit dem chirurgischen Klinik sich einen Verband anlegen lassen.

geraubten Gelde hatte er sich in verschiedenen Städten um- Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Ijcrgetricben. Der Vater des Angeklagten lebt in dritter o er band. In der gestrigen Versammlung des Deutsch- Ehe und ist Spengler, der Angeschuldigte stammt aus nationalen Handlungsgehilfenverbaudes hielt Herr Step ha ny

ging er von zu Hause fort, vorher stahl er feinem Vater A^che speziell das Verhältnis der Handlungsgehilfen zum einen Anzug und 43 Mark bar. Zunächst wendete er fid) £fin*ipaI re9c(n- Der Vortrag bot an Hand gerichtlicher nach Zweibrücken und St. Johann, dorr habe er, so sagt r"c*" ""r

er aus, den_Entschluß gefaßt, Kellnerin werden. Nachdem er sich in St. Johann mit zwei Kellnerinnen eingelassen und sein Geld im Betrage von 68 Mark ausgegeben hatte, reiste er am 30. März nach Bingen ab. Er kam dort abends gegen 7 Uhr an und begab sich von hier aus nach Spons­heim zu seiner Tante, wo er um 8 Uhr eintraf. Er wurde gut empfangen und ging um 9 Uhr im oberen Stock zu Bett. Bei der Tante waren zwei kleine Nichtchen, die ebenfalls im oberen Stock schliefen. Er habe sich mit der Absicht getragen, 50 Mt. von seiner Tante zu leihen. Die Tante habe ihm am anderen Tage 2 Mk. und etwas zu Essen mitgegeben und er sei bann zunächst in Sponsheim in einer Wirtschaft eingekehrt Dort erkundigte er sich nach den Vermögensverhältnissen seiner Tante, wegen der im

z. Frankfurt, 17. Juni. AusdemZoo logischen Garten wird uns berichtet: Mit dem (Eintritt des wirk­lichen vollgültigen Sommers veränderte sich das Bild des Zoologischen Garten sehr zu seinen Gunsten. Das anhaltende kühle Wetter kam den Bäumen und Sträuchern zu statten, die nun in herrlich saftigem Grün prangen, und dazwischen bewegt sich in bunter 'Abwechslung das sommerliche Tier­leben. Die Seelöwen tummeln sich in ihrem neuen Bassin, das dreimal so groß ist wie das seitherige, mit einer Lebhastigkeit herum, daß die Wellen fortwährend an den Oelsen branden. Durch die Ucberfüfjrung der Seelöwen ift das Nilpferd-Bassin frei genwrden, sodaß dieses immer mehr zum Koloß auswachsende Tier nun auch sein pommerbab benutzen kann. Einen prächtigen Anblick bieten bte nun in den Außenställen herumstolzierenden fünf Qnraffen, und daneben ein liebliches Bild, bie Familie ber graziösen Hirschziegen-Antilopen, sechs Mütter mit sechs jungen. Am Ufer unb auf der Insel des Stelzvogelweihers lugen aus Nestern, von den Müttern bewacht, junge Storche und Reiher, die bald flügge werden dürften.

nette Z e b u k l ä b e r und zottelige junge Yaks folgen den, ^nttertühen auf Schritt unb Tritt, am Schaafberg blöken zahlreiche Lämmlein, bas Entzücken der Kinder, ?u- k oen Hirschparks gibt es viele junge Tiere.

J Landtieren, deren Reihe mit den drei schönen verschiedenartigen Löwenpaaren beginnt, gab es Familien- . - , _ zuwachs; drei junge Silberlöwen werden auf beson-

ximen, außer der Bewirtung, viel Geld 'und Geschenke deren Wunsch hinter ihrer Schutzwand gezeigt während sechs gegeben. Kriminalkommissar Willberg teilte mit, daß So allerliebste siamesische Hauskätzchen neugierig und trvis auf Grund der Angaben des Mainzer Kriminalschutz, spielsuchtig aus ihrem Lagerkasten herausschauen. Tritt manns Kvrn hätte aussinbig gemacht werden können. Am man aus dem Haus für exotische Vögel dessen lange anderen Morgen nach seiner Verhaftung habe Tetrois im Reihe prachtvoll gefärbter australischer Sittiche besonders Polizeigefangnis, tn Gegenwart vieler Schutzleute frei» auffällt, heraus, so hat man nun das neu hergerichtete und willig und ohne jeden Zwang erflärt, daß er eine Stunde jetzt von der Einrüstung vollständig entkleidete Dick- vorher den Entschluß gefaßt habe, seine Tante zu töten, haus vor sich, mit seinen roten Sandsteinpfeilern aus weil diese ihm nicht genügend Geld gegeben. 2lluh habe gelblichen und orangefarbenen Quadern gefügten Mauern er mit geteilt, daß er sie mit der Halsbinde erdrosselt. Dar blauen Tür- unb Fensterumrahmungen, grellroten Dach- Angeklagte leugnet, daß er dem Kommissar das mit der Verzierungen, zierlichen Mosaikfelbern unb bem schwart Entschlußsassung ber Tötung gesagt habe. Aber eine Reihe grauen Granitsockel, auf dem das Ganze ruht eüt färben- von Zeugen bestätigen, daß der Angeklagte dies gesagt hatte, freudiger, stolzer Bau. Von dem im Bau begriffenen Rev- ®r sei dabei ohne jede Erregung, ja sehr ttllt gewesen. In tilienhaus, das über dem Aquarium ersteht und in ^amz hatte ber Angeklagte sich am Karsrettag in einem Verbindung mit diesem gebracht werden soll sei fröter Hvtel aufgehalten. Eine Prostituierte will chn ganz sicher einmal ausführlich die Rede. Der spät aber rLöblich erteunen, ba& er am Abend bei ihr im Bordell gewesen, nngettetene Sommer hat auch einen großen Nachschub von Angeklagte leugnet das letztere. Kreisarzt Dr. Schäffer- Abonnenten dem Garten zugeiührt Viele bie ton dem Gingen, der die Sektton der Leiche der Ermordeten borge- Schmer wieder kalten und feuchten Wetter ttch suirüdhalten nommen, gab fein Gutachten dahin ab, daß die Schläge lreßen, habeii nun gefunden, daß es doch eine schöne Sache auf ben nopi, bie uitcnfwc Ausstovftmg des Mundes und »st, täglich ober so oft man kann, den Garten Asuchenzu die ^ttangulation, jedes einzelne für sich allein schon ben tonnen und in ihm besonders roäbrenb der nun begonnenen ^^b^gcfuhrt hatte. Tie Art und Weise der Ermordung fÄnen Jahreszeit gewissermaßen zu Hause zu fein. Näch­st überaus tterftch gewesen. Tas Plaidoyer der Staats- nun auch die Konzerte meist im Freien sein können anwaltschatt und Verteidigung wurde auf morgen vormittag der Sommerbetrred vollständig im Gang. Am kommen' 3,2 Uhr vertagt. \ben ^onntc^ wird bei 50 Pfg. Eintrittsgeld (Kinder 25,

Aquarium 20 Pfg.) Käthchen Paulus die schon für oen 1/. Mai angejagte Auftahrt mit ihrem neuen Luft-- v^t7rn/ f.auT fliegenden Adler stehend,

unternehmen und hoqsenttich diesmal hallen können, was . K. H. ber Großheizog haben! kon.n^"^ schlechten Wetters wegen nicht ausführen

Kopenhagen, 17. Juni. Im Parteienverhältnis ändert das Ergebnis der gestrigen Folkethingwahlen wenig. Geringe Einbuße erleiden die Liberalen, nämlich die radikalen 4 von 77 und die gemäßigten 2 von 14 Sitzen. Tie Konservativen steigen von 8 auf 12, von denen 3 Freikonservalive sind, uno die Sozial­demo kraten von 14 auf 16.

Brüsse l, 17. Juni. Ter Genter Abg. Davigne hat die Minister des Aeußern um Aufklärung darüber ersucht, ob es wahr sei, daß bei Unruhen in Kostroma 30 bei-, .------ --------------- - ~r-----------w . .

g i sch e Arbeiter getötet worden seien und welche kam er wieder zu seiner Tante, die sich über sein Kommen . ö- ranrfurt a. M., 17. Juni. Heute nachmittag er» Maßregeln die Regierung für die Sicherheit der Belgier im gewundert habe. Da seine Kleider naß waren, ging er I eignete sich im Hause Ribdastraße 111 eine blutige Affäre. Auslände zu treffen gcbcnlc. nach unten in die Küche, wo die Tante war. Er habe dort Der 25 Jahre alte Fahrbursche Ernst Schuster bewohnt

Wie offiziell mi.geteilt wird, hat der Landwirtschafts- vyn ihr 50 Mk. verlangt,.was sie ihm abschlug. Nachdem dort seit einigen Wochen bei ber Familie Herchen eine Man- miuifter angeordnet, die Grenze für Schlachtvieh " dann Kaffee getrunken h<che, fei er plöslich in große sarde. Um di- angegebene Zeit fielen mehrere Schüsse. Gleich

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Bau einer Eisenbahnlinie von Loewen nach geschellt, er sei heraufgesprungen, ber Bote war aber schon w^ch tot vor.^ Sie lag auf bem Bette bes Schuster; vier Aachen über 5^erbesthal unb einer Linie von Ma Im ebn I Als er zur Tante zurückkam, habe sie noch auf bem Revolverschü sse hatten ihrem Leben sofort ein Ende ge­il a ch Stav elot zum Abschluß. Boben gelegen, und hiit ben Armen ausgestoßen, er habe uiacht. Das Mädchen war auf ber Bockenheimer Landstraße

Paris, 17. Juni. Wie verlautet, wird Prinz Hein- ske dann mit dem Selbstbinder ervrosselt und die Leiche in bedienstet und wurde feit gestern vermißt. Offenbar hat

r i ch von Preußen mit seinem Geschwader im Aermel- dcn Keller geschafft. Tie Ermordete war aber auch sonst Schuster das Mädchen, mit dem er ein Verhältnis unterhielt

kanal das ben Präsidenten Loubet auf seiner England- furchtbar zugerichtet. Tie Hände waren ihr auf dem Rücken schon seit aeftem abend beberberat Seinen Kotter hat er im

reife begleitende französische Geschwader begrüßen Prä- ftstgebunden, im Munde hatte sie das zusammengeknüllte Parterre^^des

sident Loubet ist vom Eoinourgee Gemeinberat gebeten wor- Taschentuch des Tettois stecken. Die Zähne bes alten " S"r Aufbewahrung gegeben mit ber Be-

ben, auch Schottland zu besuchen. Fräulein waren eingeschlagen, aus Mund unb Nase mar m?,cfun9' er muffe zu einer Uebung einrucken. Das Gepäck

Bern, 17. Juni. Ter Nationalrat nahm einen Be- viel Blut geflossen. Auch auf der Scheitelhöhe des Kopfes von seinem Bruder abgeholt. Schuster ist in Wester- schluß an, durch den dem Bundesrat ein Kredit von waren starke Wunden vorhanden, Tetrois wlll jedoch nicht . ^9 'w Westerwald geboren und befand sich in einer hie- 01 nnn o------ ~ - 1---- - - « ' sigen Fahrradhaudlimg m Stellung; er ist flüchtig. Heute

ist ein Vertrag zwischen dem Eifenbahnfiskus unb bem Herrn Albert Schumann perfekt geworden, wonach letzterer das sogen. Zirkusgelände gegenüber dem Hauptbahnhof für bie Summe von 2 Millionen Mk. erwirbt. Schumann beab­sichtigt, bort ein großes Zirkus- und Vergnügungs-Etablisse­ment zu errichten, womit bann endlich das so viel besprochene Projekt eines stehenden Zirkus hier in Frankfurt verwirklicht werden wird. Schon innerhalb Jahressttst soll der Bau erstehen.

Zer Raubmörder Aetrois vor bem Schwurgericht.

Mainz, 17. Juni.

Heute begann vor dem hiesigen Schwurgericht die Ver- hanblnng gegen ben am 16. März 1885 in Montigny bei Metz geborenen Magnus Anton Tetrois, ber sich wegen Raubmords zu verantworten hat. Die Verhandlung, für bie zwei Tage vorgesehen sind, leitet Landgerichtsrat Nuß, die An!läge vertritt ber erste Staatsanwalt Dr. Schmibt Als Verteidiger fungiert Rechtsanwalt Dr. Sichel. Detroit ist bekanntlich angetlagt, seine Tante in Sponsheim er* worbet unb beraubt zu haben, lieber die Tat ist folgendes bekannt geworben: Zu Fräulein Steiner kam Dettoit am 30. März und bat sie um eine Reiseunterstützung. Sie ging an ihren Gelbspind, schrieb in ihr AusgabebuchZwei Mark für Toni ' unb gab ihm außerbem noch zwei Butter­brote. Dagegen schlug sie es ab, noch mehr Geld zu geben. Detroit ging nun nach Langenlonsheim und hier erzählte ei am t'Ipenb in einer Wirtschaft, in Sponsheim sei eine ö-rau ermordet worden. Er berichtete dabei über alte Einzel- 1)eiten, bie er selbst am nächsten Tage bei bem Raubnwrb beging. '»Im nächsten Tage, als die Frau allein zu Hause war, trat Tetrois bei ihr ein. Er betäubte fein Opfer n** schlag auf ben Köpf, stopfte ihr ein Tuch in ben Munb unb erdrosselte sie bann mit seinem Selbstbinder, ^.en nod) roaxmen jiöiber schleifte er an die Kellertür unb stieß chn bort bie Treppe hinunter. Kürz darauf murSe au* einer benachbarten Wirtschaft bas Esseii für bie Frau gebracht. Tetrois naljm es ben Leuten ab und verzehrte es an derselben Kellertür, hinter welcher die von ihm ermordete ö*rau lag. Dann gab er den beiden Pflegekindern der Erschlagenen, bie inzwischen aus ber Schule gekommen waren, bie Hausschlüssel, [agte, bie Tante sei verreist und ging unbehelligt seiner Wege. Als man die Kinder am Abend noch auf der Straße Ijerundaufen sah, schöpfte man Verdacht, man ließ das Haus öffnen und fand schließlich bie Leiche ber Ermordeten. Erst spater wurde festgestellt daß ber Mörder auch 5000 Man geraubt hatte. Zwei Kellnerinnen, die mit ihm einen Äutomobilausflug gemacht hatten und reich beschenkt worden waren, erzähllen davon

21 700000 Francs zur Neubewaffnung der Feld- wissen, wie diese entstanden sind. Er stahl nach der Tat etwa artillerie mit dem 7.5 Zentimeter-Rohrrücklaufgeschütz ?000 Mark, die ferner noch dabeiliegenden Wertpapiere in ber Firma Krupp in Essen bewilligt wird. Ein Anttag, Höhe von 30000 Alark ließ er unberührt. Nachdem die gleichzeitig auch die Organisation der Artillerie neu zu Kinder aus der Schule gekommen waren, machte er ihnen ordnen und den Beschluß einem Referendum zu unter- vor, bie Tante sei nach Bingen und sie möchten ihr am stellen, würbe abgelehnt. Nachmittage entgegengehen. Er dann mit den Kindern,

Wien, 17. Juni. TieNeue Freie Presse" meldet, örvei Schritte von der Leiche der Tante entfernt, zu Mittag, bte Regierung lege im Herbst bem Parlament ein neues lie6 sich von ben Kindern Cigaretten holen, rauchte sie unb Wehrgesetz vor, das im Enttvurf bereits fertig sei. Tas flüchtete dann, lieber Kreuznach begab er sich nach St. Gesetz sehe zweijährtige Dienstzeit vor mit sechs- Johann zu lien chm bekannten beiden Kellnerinnen, mit bis achtjähriger Reservezeit, je nach den Truppengattungen, denen er am 2. April Ausflüge nach Trier und Köln machte.

Agram, 17. Juni. Heute fand die erste Landtags- Ju Köln blieb er mit den Beiden 5 Tage und gab 800 Mark sitzung statt. Ter Oppositionelle Frank klagt über bie Ver- aus. Am 8. April kehrte er wieder nach St. Johann zurück Ictzung ber Hausorbnung, ba ber Platz vor bem Gebäube unb am nächsten Tage fuhr er nach Koblenz, wo er das von Polizisten besetzt, im Hause überall Detektivs und Rad kaufte und übernadjtete. Am 10. April fuhr er mit I Polizisten postiert seien unb Eintrittskarten für bie Galerie dem Motorrad nach Mainz und fuhr abends nach Frank- von einer eigenen Kommission ausgegeben würden, bie furt weiter, wo er hauptsächlich seine Zeit mit Frauen- Protokoll führe über bie Zugelassenen. Darauf entstaub Zimmern in bem CafeKronprinz" zubrachte, Sekt mit ber ungeheurer Lärm. Tie Abgeorbneten Wintowitsch unb Gesellschaft trank und ben Frauenzimmern viele Geschenke Harambasitsch zerschlugeii ihre Pultdeckel. Die Sitzung von 200, 50 unb 20 Mark machte. Ter Angeklagte zeiA wurde mehrmals suspendiert. keinerlei Reue. Nach den Schilderungen der beiden acht-

Petersburg, 17. Juni. Der Verleger der anti-- jährigen Nichten der Ermordeten hatte sich diese vor ihrem p'mitischen BlätterBessarabetz" in ölischinew, Kruschewan, Verwandten sehr gefürchtet und dieser Angst wiederholt wurde heute nachmittag auf dem Newskpprospekt ton einem dadurch Ausdruck gegeben, daß sie den Kindern und anderen Israeliten, einem angeblichen ehemaligen Studenten des Zeugen gegenüber die Aeußerung fallen ließ, wenn er nur Polytechnikums in Kiew, hinterrücks mit einem Messer ge- wieder fort wäre,es passiert mir noch sicher etwas". Nach stochen und verwundet, jedoch nicht lebensgefährlich. Kru- den Tepositionen der Zeugen war die Ermordete eine über- schewan hielt den Täter mit Hilfe des Publikums fest, aus liebenswürdige und wohltätige Persönlichleit. Sie

Tanger, 17. Juni. DerTimes"-Korrespon- hatte den 70er Krieg als Schwester mllgemacht und viele dent Harris wurde in ber Nähe von Zeenal ton Ge- Auszeichnungen erhalten, in Würzburg war sie General- birgsbewohnern gefangen genommen. oberin. Später kaufte sie sich in Sponsheim ein Haus, wo-