Ausgabe 
17.12.1903 Erstes Blatt
 
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WerbeS sprach in einte Resolution die bestimmte Er­wartung aus, daß die vom Zentralverband Veröffentlichten Denkschriften dazu beitragen werden, daß die erforderliche Revision des Börsengesetzes und ebenso bic wichtige Reform der Bör, en steuer baldigst in durch­greifender Weise von den gesetzgebenden Faktoren zur Aus- führung gebraclxt werde.

lieber bie Kreistierarztvorlage, dre dem oreuß. Landtage unterbreitet werden wird, macht Prof. Schmach einige Angaben aus sicherer Quelle: Die ^ehaltseryöbung wird im Etat 1905 erscheinen. Die Vor­lage, weiche die Dien^bcz> ige der Kreistierärzte anderweitig regeln und den Kreistierärzten die Pensionsberech­tigung geben soll, wird dem Landtage alsbald zugehen.

Dresden, 15. Dez. Die Negierung soll folgende Wahlrechts Vorschläge beabsichtigen: Luchsen in 16 'Wahlkreise einzuteilen, tue Einteilung nach Wähl-erklassen wie bisher zu lassen. Jeder Wahlkreis soll- drei s2lbf geordnete, für jede Klasse einen, loählen. Für die Wahl von 35 Abgeordneten soll ein Plural-wahlrecht ein- geführt werden f 15 von ihnen sollen ausschließlich ge­wählt werden von zum Landesluliurrat Wahlberechtigten, zehn von den zur Handelskammer und zur Gewecbe- Lunmer Wahlberechtigten, zehn von Selbständigen, die mindestens einen Arbeiter beschäjiigen. Die Wahlen sind direkt. Im übrigen entsprechen die Voraussetzungen für die Wahlberechtigung den bist-erig-en Bestimmungen.

Meiningen, 15. Tez. Wie dieFranks. Zlg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat die so z ia-t-d e m o kr a- tische Fraktion des Meininger Landtages unter der UeverjchrijtAn den Herzog", an den letzteren eine Jmmediat-Eingabe gerichtet. In dieser Eingabe pro­testieren die sozialdemokratischen Lairhm^smttgttedur gegen den von der hiesigen Militärbehörde verhängten Boy rott über ein Gasthaus, in dem sozialdemolratifche Abgeordnete wohnten, und ersuchen den Herzog- die zum Schutze der Abgeordneten erforderlichen Bttchregeln in die Wege zu leiten. (Tie Tatsache, daß sich sozialdemokratische Abge­ordnete hilfesuchend au den Lalidesfürsten wenden, ist immerhin interessant.)

*^arlauieiiiaiifd)C0»

Berlin, 16. Dez. Das Referat der Budgetkommifsion über den Mllitäretat ist dem konservativen Abg. v. Eiern (Stellvertreter R o e r e n), das über den Marineetat dem Abg. von Thünefeld (Z.) (Stellvertreter Graf Oriola [SIL]) übertragen worden.

Die von konservativer Seite eingebrachte Inter­pellation lautet: Warum ist die im Interesse der deutschen Landwirtschaft gebotene und von den verbündeten Re­gierungen wiederholt als dringlich anerkannte Kündigung der in den Jahren 1891 bis 1894 nut mehreren anderen Staaten abgeschlossenen Tarifverträge noch nicht erfolgt?

Die Geschäftsordnungskommission des Reichstags hat den Abg. Dr. Sattler (natl.) zum Vor­sitzenden gewählt.

Die nationalliberale Reichstags-Fraktion beschloß die vorweihnachtliche Kampagne mit einem geselligen Beisammensein nn Kontinental-Hotel, wohin der parlamentarische Senior der Fraktion, Jrhr. v. Heyl, die Parteifreunde ge­laden hatte. Zu den Reichslagsabgeordneten, die sich fast vollzählig zusammengefunden hatten, gesellten sich führende Rationalliberale aus dem Landtag. Auch die Staatssekretäre Graf Posadowsky, Frhr. v. Richt Hofen, Tirpitz unb Kraetke waren der Einladung gefolgt. In angeregter Unter­haltung wurden die überwiegend befriedigenden Eindrücke der letzten Tage ausgetauscht und die persönlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern der fast zur Hälfte neue Gesichter aufweisenden Fraktion befestigt. ___________________________

Kirche ur.d Schule.

Cottbus, 16. Tez. Realjchuldirektor Dr. Rudolf Heine hat über seine Zwangspensionierung wegen angeblicher Geistesschwäche eine Broschüre er­scheinen lassen, die er als einenBeitrag zur ^.andzeich- nung von Mißständen auf dem Gebiete der praktischen Psychiatrie bezeichnet. Als Kronzeugen führt Tr. Heine den früheren Oberbürgermeister u, gegen dessen Wahl er gewesen, und einige andere einflußreiche Persönlich­keiten, darunter auch den Kreisarzt.

Ausland.

Leeds, 15. Tez. Chamberlain schloß heute seinen Feldzug in der Provinz mit einer An.prache in einer hier abgehaltenen zahlreich besuchten Versammlung. Earl- Fitzwilliam stell'te Chamberlain als den g e j ch ä f t s - sührendenTirektor derFirmaJohn Dulland Comp., Lim., hin. Chamberlain begann seine Aus,ühc- ungen mit der Ertlärung, daß der Fr e i han d e l kein un­umstößlicher Lehrsatz sei, und fragte, ob es überhaupt eine Einrichtung in der Welt gebe, Die nicht nach 60 Jahren der Nachprüfung bedürfe. Im weiteren Verlaufe seiner Rede wies Chamberlain auf die liebel hin, die durch die Schleuderpreise des Auslandes hervorgerusen wurden, und erklärte, nach seiner Ansicht würde b.e Lage des britischen Handels in wenigen Monaten noch schlimmer sein als jetzt. Chamberlain kündigte dann an, unter den Auspizien des Tanfrejormkomilees werde ein Ausschuß von Sachverständigen gebildet werden, der über Die Lage des britischen Handels beraten solle. Dem Ausschuß würden Ver.re.er der Kronkolonien, Indiens uno der Kolonien mit Sechnverw-attung angehören, und aus jedem Handelszweige sollten Sachverständige vernommen werden. Später werde der Ausschuß ein Tarif must er ausarbeiten. Es wird vielleicht unmöglich sein, die kommerzielle Union des Reich es herbeizusuhren, aber die 9rua.)welt wttd uns n.emaes verzechen, wenn w.r bie geringste Gelegenheit verlieren, uns dic.e Union zu sichern. Wenn ich als Botschafter mit Vrttmachten nach den Kolonien ge.andt wcr^e, Lmue ich Vorschläge machen, die ihrer Annahme wert wären, und konnte als Gegengabe gleichwertige Wohltaten für das Vaterland er .an gen. Die glänzende Ab , on derun g Englands ist leine Ab­sonderung eines durch Alter gescywächten Individuums, sondern die Absonderung einer Familie, die eme gemenn same Körperschaft bildet in jtylecy.en wie in ßuien Zetten. Nach Schluß der Lttrjammiulig wurde Chamber.anl mit einem Iaaeizug nach '.einer W<hnung geleitet.

Wien, 16. Tez. Der Kaiser ttCi/teie an die Dele­gationen eine Ansprache, in der es u. a. yechr: Tie auswärtige Lage der LDuarchie zeigt dur^.^eg ein erfreu lich es Bild. Durch die im vorigen Iah^e ei|vlßte Erneue.ung des Dreibundes ist o.ese b.w,.h..e Grund läge un.erec Politik, welche wir auch .ortab aufrenn-iuer-

hallen entschlossen sind, neuerdings für die Zukunft fest- gelegk worden. Das enge Einvernehmen mit dem russischen Reiche hinsichtlich der Vorgänge auf der Bal­kanhalbinsel wird von meiner Regierung unausgesetzt ge­pflegt und kommt der friedlichen Lösung der dort auf- tauchenden Fragen zugule. Die verirauensvollen Bezieh­ungen, welche meine Regierung in dieser so wie auch in allen übrigen Fragen zu anderen Mächten zu unierhalten mit Cr.olg bestrebe ist, haben speziell Heuer euie erfreu­liche Forderung auch dura) die pee.önliche Nückstrache er­fahren, zu welcher mir die Besuche meines teuren Bundes­genossen des deutschen Kaisers, sowie des Kaisers von Rußland und des Königs von England er- wünschte Gelegenheit boien. Ter Abschluß in der Frage einer neuen Schnellfeuer-Feldkanone steht un­mittelbar bevor. Tie Mehrso.derungen meiner Kriegs­marine sind wie im Vorjahre für Aersonaivermehrungen und Schisjbaulen bestimmt. Tie stetige kulturelle Fort­entwicklung der Okkupationsgebiete hat auch in diesem Jahre keine ttnterbrecyung erfahren. Tie beiden Tele- gaiionsprä,identen druckten ihre G.nngluung über die Er­neuerung des Trelbundes aus, s. ioie über deren Fortbestand des Einvernehmens mit Rußland und die guien Bezieh­ungen zu allen Mächten; darin liege eine EKwahc für die Erhaltung des Friedens. Ties fei angesia)ts der bevor­stehenden Erneuerung der Handelsverträge von er- höhlem Werre. Tie Präfidenrrn drückten ferner ihre pa­triotische Genugtuung aus über die durch die jüngsten Monarcheubejuaie zutage getretene allgenieine Bewunder­ung und Verehrung, welche bie gefauue Welt dem Kaiser enrgegenbringe.

Washington, 16. Tez. Die Regierung wird ein Kriegs^,i.s, wah su/einlich d s KanonenbootWttmingi.on" nach Mx-rea entsttnden auf Lr.uujen d^s amer.kan<.ja)rn Ge­sandten in Soeul, welcher meldete, daß dort große Unruhe herrsche infolge der Ausstände auf Korea. Aus Grund etmr Mitteilung des amerikanischen Gesandten in Konstantinopel betrefsend einen Zwischenfall zwischen dem umeriLuni|ü>en iwiijut Tavis und den Behörden in Alexa ndrette wies die rjeegterung konttea^mirat Cot­ton, der sich gegenwärtig mit fernem G.sD-wader in Attxanorien befindet, an, em Kriegsschiff oem Konsul zur Verfügung zu stellen.

Aus Hluöt und Kuuöü

Gießen, den 17. Dezember 1903.

Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem städtischen Vauinspektor Hemrich Högy zu Riainz die Krone zum Silbernen kreuz des Verdiensiordens Philipps des Großmüttgen verliehen. Ernannt wurde der Gesaugen- aufjeher am Provinzialarrcsthaus in Gießen Heinrich Goß- mann zum Hausbeschließer im Iustizgebäude zu Gießen.

# Akademischer Vortrag. Zum Vortrag von Prof. Dr. Siebeck über ^Psychologie der ilHufif* waren gestern abend ziemlich viel Besucher, meist Damen, gekommen. Professor Siebeck stellte subjektive Betrachtungen an und schloß Erörterungen über den Ursprung der Musik aus. Er ging auf die Beanlagung des Kulturmenschen em und die in Betracht kommenden Hauptsinne und ihre Funklionen, wie sie in psychologischem Lichte erscheinen, und unterschied nach der vorheirschenden Vleiguiig aus bem Gebiete der Aeslhetit optische, akustische und motorische Individualitäten. Tann arbeitete der Vortragende den Gegensatz intuitiver und dis- kursiver dlaturen heraus und illustrierte, auch mit Hilfe von Goethe-Worten, das Wesen des musikalischen Rtenschen. Tie Riusik ist die am unmittelbarsten zu uns sprechende Kunst, weit sie den künstlerischen Genuß, der im Gegensatz zu un- künstlerischen Feststellungen mit Begriffen uns nut bloßen charakteristischen Andeutungen, einer ästhetischen Stiinmung, erfüllt, ohne unser weiteres Zutun in den Tönen uns an­sprechen und zugleich wirken läßt und höchstens zu dem Ge­füge zusammengejetzler Harmonien ein aktives Erfassen und ZilsaiNluensügen von uns verlangt. Ter Vortrag bot in knapp einer Stunde viel Ausklärung und Anregung.

* * Sammlung. Durch den AufrufAn alle Hessen" ist bereits bekannt geworden, daß Sr. Künigl. Hoh. dem Großherzog die herzliche Teilnahme und das Rtttgesühl der ganzen Bevölkerung anläßlich des Ablebens I. Gr. Ho­heit der Prinzessin Elisabeth durch Sammlung von Unter­schriften zum Ausdruck gebracht werden soll, daß auch weiter beabsichtigt ist, dem Großherzog zu Seiner am 1. Januar 1904 slattfindenden Geburtstagsfeier eine Freude dadurch zu bereiten, daß durch freiwillige Gaben aus allen Berusskreisen ein Fonds geschaffen und dem Großherzog für die Förderung der Kunstpflege zur Verfügung gestellt wird. 9luch die kleinste Gabe ist willkommen. 2Jlit der Sammlung von Unter­schriften und Erhebung freiwilliger Gaben wird nunmehr be­gonnen. Es werden zu diesem Zweck Listen und Sammel­büchsen in Umlauf gesetzt. Die Bürgerschaft wird ersiicht, ihre Flamen, auch diejenigen erwachsener Farnilienaiigehörigen, m die Liste emzuschreiben, freiwillige Gaben aber m die ver­schlossene Bäche des Sarninlers direkt einwersen zu wollen, ohne diesen Betrag in die Liste einzutragen.

* Ausstellung von Schülerarbeiten. Samstag und Sonntag findet wie alljährlich in der Handarbeitsschule von Irl. Landmann eine Aiisstellung der Cchülerarbeiten statt, die wieder viel Sehenswertes, und in Haiidarbeilen sowohl, als auch in der Technik der Liebhaberlänste, mancherlei 'Reuhciteii ausiveisen wird. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Rümmer.

'* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Arn Freitag findet als 9 Abonneinenlsvorstellimg eine Aufführung des liebenswürdigen Lustspiels von Schönthan und Koppel- EllseldRenaiji ance" statt. Beschäftigt sind die Tarnen Hohl, H e 11 b e r g, G r o ß in ü 1 l e r, L e in b a ch im d I e n n y, ]üiuie die Herren Stein goctter, Te leky unb Conradi. Ta von verfchedenen Seiten der Wiiiisch ausgesprochen wurde, em Thea terabonne ment als Weihnachts­geschenk unter den Chrislbaum legen zu wollen, giebt die Direktion von jetzt ab bis Welhnaü.)ten halbe Abomiements- blocks zu 10 Billets aus, die in gefälligem Umichlag als Weihnachtsgeschenk Eingang finden dürften. Diese werden bei Herrn Challier ausgegeben. Gegen die Blocks von 20 Billets werden diese Weihnachtsblocks mit einem kleinen Preiszuschlag natürlich im Verhältnis ausgegeben.

" * Von der Ka na ti। a tion. Am 20. d. Wt. werden die Arbeiten on der Karnttisation für dieses Jahr eingestellt, um Mule Februar lommenden Jahres, wenn das Welter günstig üt, fortgesetzt zu werden. Viach unjerec Information

sind bisher rund 1800 Meter gemauertes del im Profil 60/75156/195 fertig gestellt, ferner 4300 Meter Stein- zeugrohr für Schmutzwäsfer-Abführung, und 3200 Rteter Zementrohr für Regenwasfer. Hierzu kommen noch die Rohre für das Siechenhaiis, deren Legung ebenfalls vom Tiefbauamt überwacht und kontrolliert worden ist. Im Ganzen dürsten etwa 12000 lllleter der Kanalisation fertig gestellt sein. Die Arbeiten, welche bisher geleistet wurden, erstrecken sich vom Wieseckerweg, Marburger Straße, Wall- thorstraße, Wetzsteingasse, entlang dem Stadtbach, Bahnhof­straße bis zur Mündung der Wiejeck in die Lahn. Ferner Schanzenstraße, Wolken- und Lölvengasse, Tensels-Lustgärlchen, Katharinen- und KaplanLgasse, Dlarttstraße, Ritter-, Wetler- unb Sanbgasse, Burggrciben, Klrchstraße, Wetzfieinslraße, Damm- unb Schillerstraße, Asterweg, Brauhailsgasse, Linben-, Kirch- unb Marktplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg. dtorbanlage, Rloltte-, Grünberger-, Licher- unb Lanbmann- straße jüiuie Schifsenbergerweg von der Licher- bis zur Berg­straße. Es ist al,o schon ein erhebliches Stück des Kanal­netzes in der Altstadt, trotz der verhältnismäßig kurzen Bau­zeit iiiid bei teilweise schwierigen Untergrunbverhältnissen fertig gestellt. Wir hören übrigens, baß gleich bei Anfang des neuen Jahres wahrscheinlich ein weiterer Teil der Kanali- jationsarbeiten zur ©ubnuffion ausgeschrieben wirb.

'* Sonber-Personenzüge finb aus Anlaß des Weihnachts- unb bes Neujahrsfestes vorgesehen, worüber uns heute von ber Eisenbahndiretlion ein gedruckter Fahrplan zu- ging. Auf ber un§ am meisten interessierenden Strecke Frankfiirt-Kassel verkehren folgende Züge: Von Gießen ab nach Frankfurt am 22., 23., 24. und 25. Dezember ein Schnellzug 1.3. Klaffe nachts 450, Frankfurt an 602; am 24. Dezember ein Personenzng 1.4. Klaffe 1148 vorniittags, Frankfurt an 203; am 23., 24. und 28. Dezember unb 2. Januar Personenzug 1.4. Klaffe 207 neid)ul, Frankfurt an 413; am 23., 24. unb 28. Dezember Zug 1.4. Klaffe 454 nachm., 630 Frankfurt an. In ber Richtung nach Kassel fahren folgenbe Sonberzüge von Gießen ab: am 23. unb 24. Dezember 1.4. Klaffe 455 nachm.; am 23. unb 24. Dezember 1.4. Klasse 758 abenbs unb am 22., 23., 24., 25. Dezember Schnellzug 1.3. Klasse 1226 nachts.

(!) Großen-Linden, 15. Dez. Die evangelische Pfaerstelle zu Allenborf mit dem Dekanat Großen- Linden ist bem Pfarrer Haineback) aus Wersau übertragen ivorden. Zu ber hiesigen Pfarrstelle gehört einschließlich der Filiale Klein-Linben eine Gemeinbe von über 3000 Seelen, ioährenb ber Pfarrer von Allenborf, dessen Wohnsitz ebenfalls hier ist, nur eine Gemeinde von 900 Seelen Hot.

w. Krofdorf, 16. Dez. Rach einer Bekanntmachung des hiesigen Bürgermeisteranites sollen im Januar 1904 die beiden Gemeindejagden Vetzberg und Garben heim öffentlich verpachtet werden. Die Jagd von Garbenheun, an der Bahnlinie Gießen - Wetzlar gelegen, umfaßt 782 ha., darunter 65 ha. Wald. Sie ist sehr reich an Wild, noment- lich guten Rehbestand unb soll am 9. Januar 1904 iw Gasthof Henopp in Garbenheim, nachmittags 4 Uhr, ver­pachtet werben. Die Jogb von Vetzberg, 66 ha. Feld, kommt am 11. Januar vormittags 11 Uhr in ber Beckec'schen Wirt­schaft in Garbenheun zum Ausgebot.

§ Friebberg, 16. Tez. Der Voranschlag der Stadt weist eine Gesamteinnohme von 435 607 Mk. auf, darunter eine Kapitalausnahme von 114 250 ^Dit, einen Ueber- schuß vom Gas- unb Wasserwerk von 37 600 Mk. unb Ge- meinbeumlagen von 176 500 Rck.

)( Grünberg, 16. Dez. In der heutigen Hauptver«- samnilung ber hiesigen Spar- unb Leihkasse begrüßte Oberamlsrichter Äiickel bie erschienenen Mttglieber unb Vertreter ber Gemeinden, sowie Provinzialdireklor Dr. Breibert. Der Geschästsbericht bilanziert bei einem Rein­gewinn von 7806.55 Rlark in Aktiva unb Passiva mit 1753 492 Mk. 98 Psg. Tas Rechnungsergebnis für 1902 weist eine Einnahme von 756017.80 Black auf gegenüber einer ^liisgabe von 714053.64 Alark, sobaß em Reit von 41964.16 Mark verbleibt. Die Zahl der Einlagen beträgt 2627 mit einer Gesamtsumme von 1592442.15 Black, gegen­über bem Vorjahr eine Zunahme um 49863.39 Black. Der Antrag bes Vocitandes, den Zinsfuß ber an politische unb Kirchengemeinben geliehenen Kapitalien von 4 aus 33/4°/0 zu ermäßigen, wurde emitmuiiig genehmigt. Der Reingewinn wird wie folgt verwandt: Abschreibung an Jminobilien 1250 Mark, und Mobilien 1602 Black, an gemeinnützige Anstalten 690 Black; 3000 Black werden dem Reservefonds zugefügt. Ohne weitere Debatte gelangten dann noch die Satzungen der neugeblldeten Bezicksiparkasse Grünbecg zur An­nahme. Damit schloß die letzte Generalversammlung bec Spar- unb Leihkasse unb man trat in die erste Blttgtteber- vecjammlung ber Bezirksjparkasse em. Die bisherigen Beamten würben wiedergewählt, Qberamtsrid)ter Blickei als Direktor, Karl als Redpier und Diehl als Kontrolleur; ebenfalls per Akklamation würben als weitere Vorstanbsmitglieber bie Herren Willems unb Bl. Jöckel bestimmt. 9lach dem Spar- lasfegesetz muß ferner em Aufsichtsrat von zehn Per,onen ge- wählt werdeii und mindestens bic Hälfte ben Orisooritänbcn der bei der Anstatt beteiligten Gemeinden angehören, Denn nur noch solche werben als Blitglieder aufgenommen. Das Resultat ber durch Stimmzettel vorgenommenen Wahl des Aus sich tsrenes war nachsleheubcs: Forstmeister Schneider, Steuerkommissäc Wenzel, Dekan Wagner, Rechner Schäfer imd Bürgermeister Zimmer, sämtlich aus Grünberg; Herren Bürgermeister Westrupp-Ruppertenrod, Kratz - Ober - Ohmen, ^ang-Odeuhaujen, Schultheiß-Liiiuda unb Schnndt-Queckborn. "Nach Feltietzung der Vertretergebühcen begaben sich )auuUd)e Teilnehmer 511m gcmeinjnnien Essen m bas Gaithaiis zum Hirsch, ivo Provuizialdiceklor Dr. Breidect eine die neue Kaffe betreffende Aniprack)e mit einem Hock) aus ben Groß­herzog schloß unb Oberamtsrichtcr Blicket em solches auf den Provinzialbircktor auSbrachle.

Bad Salzhauien, 16. Dez. Nachbcui im vorigem Jahre an unserem aufblühenden Bade bedeutende Verbesfer- ungen unb Vergrößerungen von ber Hess. Regieciing voc- genommen wurden, soll demnächst mit der Erbauung eines LonziaaleS begonnen werden, welcher bi5 Beginn der nächsten Saiion vollendet sein foil.

4" Alsfeld, 17. Tez. Ter Stabtrat stimmte bem Kanalisationsprojekt des Kulturtechnikers Buhl zu, welches bie Kanattileriing eines Teiles dec Stadt zu 5800 Blk.