astens panopticum
Frankfurt tu 1L, Kaiserstr. 67/69, eine Minute v. Bahnhof
Grösste Sehenswürdigkeit Frankfnrt's. i
Emil Pistor Nach!., Giessen.
Anerkannt erste Marke
Durch epochemachende Patente technisch Wto 1 hy^ienlMh Idealste* Helrongs-Syitem.
Original-Skberheits-Re^nlator.
Reg ul'erber von Orid zu find.
Gaaauaetröm untren, Explosionen: ausgeschlossen *
Qromrtige Auiwahl in eilen PreUlageru Men echte genau eet den Namen ,,RleSSnor“ oed lew floh zum Antatrf minderwertiger
Nachahmungen nietet überreden.
'M
Oefen v
V '• . ..
Kv.i, u
- D
Madöacher Warenlager
Wetz-kivstr. 45. E. SeM^ietg MrtzSeinür. 45.
Sämtliche Trikotagen und Kinder-Kostümes, ge- Herren - und Knaben-Westen, Hemden- und Rockstanclle, Bieber-Betttücher in großer Auswahl zu denkbar billigsten Preisen. 7635
Das Stricken von Herren-Westen, Gamaschen, Strümpfen und^rniewärmern wird schnell und billigst besorgt.
Die seit langen Jahren bewährten
M-WjWWkil
empfiehlt in bekannter Güte
H. Kraft, Nkmmg 46
Allein-Verkauf für Gießen und Umgegend.
Reparaturen werden in eigener Werkstätte unter Garantie sachgemäß ausgeführt.
Zubehörteile stets aus Lager. 6339
Globus-Putzextract
Pö
ächt mit ^nneaifiWm.2 ntttw
Ist laut Gutachten von 3 gerichtlich vereideten Chemikern
in seinen vorzfigl. Ernstfällen unübertroff en!
Leipzig. 1919
wird
als hervorragend wohlthuendes n. leicht verdauliches Kräf tignngsmittel von mehr als 10000 Aerzten ständig verordnet.
Hafer- Kakao
piano;, Mel, jlsrAOmms.
Ständiges Lager von 150 Justrumcuteu aus nur erstklassigen Fabriken. Annahme gebrauchter Instrumente im Umtausch. Hünsttgste Aaylungsbedinguugen bei Z'.atcn. Köchfler Arar-AaValt. Vermietungen: 2 bis 10 Mark pro Monat. Stimmungen, sowie Reparaturen jeder Art.
Förster,
Lieh (Oberhessen).
Zweiggeschäft: Gießen, Bahnhofstraße 22. 6214
Prospekte gratis
Sicherheits-Seilwinden
Zum Aufwinden von Lasten.
Einfach! Praktisch! Bewährt!
Ph. ^ayiarth & Co.
7796 Frankfurt a. 31.
Suchard
verwendet zu seinen Chocoladen nur edle, mildschmeckende Cacao- bohnen. Je edler die Cacaobohne, desto milder ihr Geschmack. Wirklich feine Produkte in Ess-Choco- laden dürfen daher niemals bitter im Geschmack sein.
Man versuche und kaufe die letzten Neuheiten:
VELMA w MILKA
Dessert-Chocolade Milch-Chocolade.
Wenenponig
Feinster Tafelhonig Haushalthouig Backhonig.
Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. 7770
Trockenes, kurz geschnittenes Ärermholz (Taimen-Absallholz) liefert für 1,15 Mk. pro Ztr. frei ans Harts. 2925 B. Nuhn, Lollar.
Iliini'lifiiiT iliirzriiliiiT
jtezMderIvi
7774
7800
•(Schweiz),
Kgl. Hoflieferanten.
Oscar Winter, Hannover.
25
ä 20
Zu haben In allen besseren Kolonialwaren-Geschäften.
weingrün, billigst
7640
e®M*Meee
Krautfässer
in Würfelform in Karton ä 42 Würfel 50 Pfg.
Ludwig Kohlermann, Bleichstraffe 12.
Htestaurant zum Andres Empfehle guten reichhaltigen Mittagstisch sowie ausgewählte, reichhaltige, der Saison entsprechende Speise- und FrBhstiickskarte. SeLbstgetelterte meiste und rote Weine.
— CelegenheitskMs. — Große Betten m. EL unbed. Fehlern, Ober-, Unterbett u.Kissen zus. 12'/z M. Prachtv. Hotelbetten 17% 9)1. Rote AuSstattuugs- bcttcn 22'/» M. Nichtpass, zahle Betr. retour. Preisl. gratis. (3635 9(. Kirsch berg, Leipzig 36.
Winter's Oefen „Patent-Germanen“
Hochachtend Wilh. Comes.
Zu beziehen aurch jede bessere Ofenhandlung
Man erzielt unbedingt den besten Kaffee durch Verwendung von 7431
Andre Hofers
LS
für dauernden und zeitweisen Brand, mit jedem Brennstoff, sind vorzügliche Oefen für alle Zwecke. Grössen von Lü—4000 cbm Heizkraft.
Seit 10 Jahren über 250 000 Stück verkauft
Neu! Majolika-Fliesenöfen Neu!
mit Germania-Regulierung und Patent- Phönixstein-Ausmauerung und rauchschwacher Verbrennung. 7085
Hervorragender Ersatz für Oefen nach amerikanischem System u. für Kachelofen.
| Nur echt wenn in Glimmertür der Name .Germane- |
Billige Seiden-Preise
lohnen den direkten Bezug von Seidenstoffen jeder Art. Wundervolle Neuheiten. Foulards von 95 Pfg. an per Meter. Versand! porto- und Zollfrei an Jedermann. Muster bet Angabe des Gewünschten franko. Briefporto nach der Schweiz 20 Pfg. 6667 Seidenstoff-Fabrik Union
Adolf Glieder & Gie, Zürich G 56
Vorüber geht an ihm der Ruhm, dem wir mit ihm vergeblich gefolgt sind. Er hat ihn gesugst und nicht gefunden. Und ihr liegt nichts ferner, als ihn zu trösten, seine Pein zu lindern, seine Dränen zu stillen. Sie ist empört über ihren unberühmten Monn. Sie sieht auf seinem Lebenswege nichts als eine leere Furche, und sie macht ihm in dürren Worten klar, daß er vergeblich lebt. Sie öffnet ihm das Tor zum Finsteren, an dem der Tod ohne Fackel steht. Und als er merkt, daß er ihre Liebe, ihre Achtung verloren hat, da hat er nichts mehr, was ihn lockt und führt. Er verzweifelt an sich. Und er stößt das Gitter, das zum Parke -des Todes fuhrt, auf und eilt zu denen, die nicht mehr sind. ;Sie aber schmiegt sich noch vor dem tragischen Ende ihres sie allezeit anbetenden Gatten an einen Anderen.
Ter Roman schließt mit der Bemerkung, daß Inge nun „ihren Egoismus begraben" habe. Wir aber glauben nicht daran, können nicht daran glauben. Dieses von starrem Ehrgeiz besessene herzensarme Weib, dessen Tüchtigkeit und Seelengröße wir nicht erkennen, wird ihren Egoismus uie begraben. Denn Inge kennt nur eine „Pflicht gegen sich selbst"', d. h. die Eigenliebe. Sie denkt an nichts Anderes, als daß ihre eigenen Lebensinstinkte vielleicht „ersticken" könnten in dieser Ehe; daß sie dabei mit größtem Gleichmut die ihres Nächsten erstickt, empfindet sie gar nicht. Holzamer bemühte sich, seine Inge möglichst sympathisch zu machen, die „Pflicht gegen sich selbst" durch eine Fülle Auger Bemerkungen, von denen viele epigrammatische Schärfe und Knappheit besitzen, darzutun. Nur zu diesem Zwecke wohl hat er so außerordentlich weit ausgeholt und uns mit Hansens Werden und Wachsen so gründlich! bekannt gemacht, ihn uns seelisch so nahe gebracht, daß wir sein tragisches Ende im Interesse der „tiefer" veranlagten Inge als notwendig betrachten sollen. Indem er aber allzuviel Beweismaterial herbeibrachte, erreichte er das Gegenteil. Hans bleibt bis zum Schlüsse der ungleich sympathischere. Mit ihm empfinden wir Mitleid, und Inge, die wir so spät erst kennen lernen, flößt uns schließlich nicht Achtung, sondern Abscheu ein. Denn die Ä>e mit Hans rst ihrerseits von Anbeginn unwahr. Der Dichter pcht nicht, wie Ibsen, für gewisse Mysterien weiblichen Gefühls- und Empfindungslebens, er tritt für ein vermeintliches Menschheitsrecht ein, das kein Recht ist, kein Recht war, sein oder werden darf, weil es dem Besten Trotz bietet, was die Menschenseele besitzt, edelmütiges Mitleid. Indem er Unschönes beschönigt, will er Unedles edel machen. Willensenergie und Tatkraft sind Tugenden bei Mann und Weib, aber sie allein machen wahrlich noch Leinen Menschen, an dem wir ein volles Wohlgefallen haben tonnen. Dieser Sieg einer starken Frau über ihren schwächeren Gatten ist ein unmoralischer Sieg, denn der Unterliegende ist der bei weitem edlerere. Inges rücksichts
lose Entschlossenheit mag Kaltherzigen imponieren, und des Dichters gutes Recht ist es, auch solcher Psyche nachgu- spüren, Unrecht aber, es mit allen erdenklichen Mitteln zu rechtfertigen. Nicht gab er objektive Seelenanalyse, sondern er unternahm ein subjektives Weißwaschen des brutalen Egoismus. Wen innerlich nichts mehr mit dem Gatten verbindet, für den gilt nach Ibsen das moralische Recht, ihn zu verlassen; aber wahrlich ein Anderes ist es, den innerlich Entfremdeten zum Tode zu führen.
Holzamers neuester Roman enthalt Ansätze zu einer Tragödie jener Sorte moderner Männer vom schlechten Wüchse Thorwald Helmers, die dem Weibe intellektuell sich nicht gewachsen zeigen, denen es „über die Kraft" geht, über das moderne Weib hinauszuwachsen, intellektuell wie moralisch aber eben nur Ansätze, denn es ist ein bewußter Lendenzroman nach der entgegengesetzten Seite. Inges Egoismus als Triebkraft für eine geistige Durcharbeitung il^er Persönlichkeit, ihr Urteil, ihr Wissen, ihre Verstandeseigenschaften, die sie mit unermüdlichem Ehrgeiz pflegt und entwickelt, haben Anspruch aus volle Achtung so lange, als sie sie auf sich felber beschränkte; sobald sie ihren Gatten preisgiebt, von ihm unmögliches verlangt, mehr als er nach, seinen geistigen Mitteln zu geben vermag, sobald sie ihm dann endlich gar, nachdem sie sein armes Hirn wie eine für ihren Geschmack ungenießbar gewordene Zitrone ausgepreßt hat, systematisch zu zerbrechen sich entschließt, tritt an die Stelle der Achtung Verachtung. Nach einer unklaren Größe geht ihr Sinn, er treibt sie unaufhaltsam von der Seite ihres geistig nicht mehr ebenbürtigen,trotzdem aber geliebten (!) Mannes hinaus, zunächst als Aerztin in Spitäler und Krankenstuben, dann aber hinüber zu einem anderen Manne, von dessen Seite sie mit einer ganz wunderbaren Spielart von vermeintlichem Hochsinne ein liebendes Weib jagt, eine kleine, „unbedeutende" Frau, die in ihrer Selbstlosigkeit unendlich viel größer ist als sie, das „bedeutende", „moderne" Weib. Ihres Gatten freiwilliger Tod weckt in ihr keine tiefere Empfindung, ihr oberstes geistiges und seelisches Eigentum bleibt die „Pflicht" auf sich selbst, obwohl Hansens tragisches Ende das Pflichtgefühl gegen den Nächsten in jedem ein wenig Ber innerlichteren wohl erzeugt hätte. Dieses Weib, von dem es l^ißt, daß es mitten in der gesellschaftlichen Krise sich bewegt, die die Frauen von einer Reihe sie bisher beengender Vorurteile befreit, hätte der Dichter, der diese Krise doch, aufs wärmste befürworten wollte, nie und nimmer von allem sozialen Verantwortungsge,ühl so völlig entlasten dürfen. Dieses Manko giebt dem Roman die Tendenz einer kraß antisozialen, iraß indiv.o. ali]..auenemanzipaiTn, die wegen ihrer Inhumanität abpich. ..no weltenfern ist von jener anderen, sördernswerten, die bie Frau aus den Schranken einer so "unberechtigten als unvernünftigen Gebunden
heit hinausgeleiten will nicht nur zur Helferin, zur Weg- weiserin, zur Kameradin des Mannes, sodann auch! zur selbständigen Arbeiterin auf allen ihr physisch und Psychisch entsprechenden Feldern der Lebensbetätigung. Inge und Hans haben die Gemeinsamkeit der Lebensanschauung verloren, die die einzige Grundlage einer möglichen inneren Verständigung und eines gegenseitigen Tragens und Ertragens ist. Die Konsequenz davon wäre friedlich-schiedllches Voneinandergehen. Inge erweist sich aber auch außer stände, mit dem, was in Hansens Charakter liebenswert ist, und dem anderen, was sein Talent wertvoll macht, sich dankbar zu bescheiden. So steht ihrer geistigen Energie keine stttuche zur Seite, die ihren Ehrgeiz beschämen könnte, darum eilt sie in der Todesstunde ihres Gatten stracks zu einem andern, dem sie ihre egoistische Seele längst zu eigen gegeben zu haben vermeint, dem sie fortan als Kamerad zur Seite stehen will und den sie über ein Kleines wolp ebenso wie Hans zur Seite schieben wird, sobald sie glauben wird, daß auch er ihr an Geistigem nichts mehr z ubieten vermag.
Trotz alledem hat man unbedingten Respeli vor der künstlerischen Gesamtleistung, die dieser größte Roman Holzamers präsentiert. So sehr ihm auch durch den getrennten Aufbau der beiden Hauptcharaktere die Einheitlichkeit mangelt, so umständlich sich auch die Handlung entwickelt, so langsam sie fortschreitet, - so meisterlich ist von Anfang bis zum Ende die Anschaulichkeit, so groß die reut epische, man möchte fast sagen die homerische Kunst. Holzamer liebt es, zur Erhöhung des Stimmungsreizes von Zeit zu Zeit ganze Sätze zu wiederholen, wie es der alte Vater Homer, wie es her den Rundreim liebende Lyriker tut. Maßvoller angewendet gäbe das dem Buche einen bestechenden eigenen Reiz, Holzamer aber gerat hiermit bisweilen in eine nicht ganz leicht erträgliche Manier. Das weitaus Beste des Buches ist, wie gesagt, seine erste Hälfte, der Hans-Romane, oder treffender gesagt, das zarte und ferne Gedicht vom Knaben Hans. Dieser Teil Oes Buches ist saft ganz eine Stimmung, die auf einer unendlichen Melodie fortgetragen wird, eine betörende, einschmeichelnde Weise von süßem Duft und scheuer, stiller Weltentrücktheit — ein echter alter Holzamer, der vordem in seinem ländlichen Stillleben zu den — sagen wir einmal ruhig —: Troglo- dyteu des Odenwaldes zu wandern und uns mit schlichter, naiver, herziger Kunst zu erzählen pflegte von ihrem unverdorbenen Treusinn, ihrer Versonnenheit, ihrer Ehrfurcht gebietenden Einfalt und ihrer natür wuchst gen Gedankentiefe. Der Pariser Holzamer ist ein ganz anderer geworden.
Heute aber wollen wir uns in Hessen immer noch freuen, daß wir zwei Romanschriftsteller beschen von Bedeutung und Eigenart — Bock und Holzamer.
P. W.


