Ausgabe 
17.3.1903 Drittes Blatt
 
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beiben Grabhügeln werden voraussichtlich Anfang 'April in unserem Museum ausgestellt werden.

** PferdemarLt. Tic Anmeldungen zu dem am 25. März auf den städtischen Marktanlagen stattfindendcn Frühjahrs-Pferbe- und Fohlenmarkt sind schon zahlreich eingelausen. Tersetbc wird sich seinen Vorgängern würdig anreihen. Tie Pferdemarttlose finden guten Absatz. Erst­mals ist der Losevertrieb auch im Kreise Wetzlar gestattet. Die Kommission hat bereits mit dem Anllmf der Ge­winne begonnen. Ter erste Preis besteht aus einem vier­sitzigen Kutschier-Phäton nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr. Tas Phäton ist von der hiesigen Wagcnbauerei A. Kilbinger, das Geschirr von Sattlermeister Groß ge­liefert. Ter zweite Hauptgewinn besteht aus einem Lauter­bacher Wagen mit Kutschierbock nebst Pferd und komplettem Kummetgeschirr. Ter Wagen ist von Lchmiedemeister Walther, das Geschirr von Sattlermeister Spieß geliefert. Die nächsten Haupttreffer bestehen aus acht Pferden und Fohlen. Außerdem werden landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenstände an­gekauft. Tie Verlosung findet am Tage nach dem Markt, 26. März, statt.

() Nieder-Moos, 15. März. Eine für die nächste Zeit in Aussicht genommene Hochzeit wurde plötzlich ver­eitelt. Die Braut, aus Metzlös gebürtig, fand man im Hause ihres Bräutigams erhängt vor. Was sie zu dieser Tat getrieben hat, ist unbekannt.

() Grebenhain, 16. März. Tie ersten Hotzver- st e i g e r u n g e n in der hiesigen Oberförsterei brachten etwas höhere Preise als voriges Jahr: Buchen- Stämmc pro Festmeter 15 bis 18 Mark, Fichten-Stämme 14 bis 19 Mark. Buchen-Scheitholz 1. Kl., der Raummeter 4.50 bis 6 Mark, Bucheu-Scheitholz 2. Kl., 3 bis 4 Mark.

en-Knüppel 1. Kl., pro Raummeter 3 bis 4 Mark, en-Knüppel 2. Kl., 2 bis 3 Mark. Buchen-Reisig, der

Raummeter 1 Mark bis 1.50 Mark. Buchen-Stöckc, pro Raummeter 2 bis 2.50 Mark. Ahorn-Stämme kostete der Festmeter 13 bis 16 Mark. Gewöhnlich ist auch hier bei den ersten Versteigerungen das Holz teuer. Es finden noch mehr Versteigerungen statt und dann werden, nachdem viele Leute ihren Bedarf gedeckt haben, die Preise zurück- aehen. Auch finden die letzten Versteigerungen gewöhnlich bei Beginn der Feldarbeit statt, wenn die meisten Land­wirte keine Zeit haben, einer Holzversteigerung beizu­zuwohnen.

Frankfurt a. M., 16. März. Vom 1. April ab treten bei der Benutzung der D-Züge Nr. 75/76 und 41/42 von und nach Frankfurt a. M. teilweise Verbillig­ungen der Platzgebühren eim Von diesem Tage ab werden 1 Mk. für erste und zweite Klasse und 50 Pfg. für dritte Klasse erhoben von Frankfurt nach Mainz, Oppen­heim, Worms, Frankenthal, Ludwigshafen, Schifferstadt, Neustadt, Edenkoben, Friedberg, Bad-Nauheim, Gießen, Marburg, Offenbach, Hanau, Elm und Fulda. Ebenso wer­den die oben angegebenen Pla^ebühren erhoben, wenn die Reise nach den genannten Stationen von Friedberg, Dad-Nauheim, Butzbach, Gießen, Offenbach und Hanau an- ne treten wird. Die vormalige Großherzogin Viktoria Melitta und ihre Tochter kamen am Sonntagabend hier an und reisten über Basel nach Italien weiter.

Vermischtes.

P a r e y a. d. Elbe, 16. März. Die Leiche des vor einigen Wochen verschwundenen Pastors Danehl aus Jhleburg wurde hier aufgefunden. Der Pastor hatte nach einer Revision der Kirchenkasse sich in der Elbe ertränkt.

* Nürnberg, 14. März. Bezüglich der den Teil­nehmern an dem 10. Deutschen Turnfest in Nürnberg zu gewährenden Eisen bahn fahr Preisermäßig­ung en hat die Generaldircktion der kgl. bayerischen Staatseisenbahnen Folgendes verfügt: Dre Ermäßigung für die Turner wird auf Grund der Festkarte gewahrt. Die Zugangsstation giebt gegen Vorzeigung der Festkarte Fahrtarten 2. uni) 3. Kasse zur einfachen Fahrt ab, die die Bezeichnung erhalten:Giltig zur Rückfahrt innerhalb 14 Tagen". Musiker und Vereinsdiener aenicßen die Vergünstigung gleichfalls gegen besonderen Ausweis. Wegen der einzulegendcn Sonderzüge für eine größere Anzahl von Turnern haben sich, die Gauverbände an die Eisenbahnverwaltung des betreffenden Gaues zu wenden. Innerhalb des Gebietes der bayerischen Staatseisenbal)nen werden die Eisenbahnbetriebsdirektionen im Bedarfsfälle Sonderzüge cinlegcn, bei deren Benützung den Turnern die oben bezeichnete Ermäßigung gewährt wird.

* Paris, 16. Marz. Das angekündigte Degen­duell mit scharfen Massen und entblößtem Oberwrper hat trotz des Verbotes des Polizcipräsekten gestern in Rwiilly stattHefunden. Der Kamps verlief unblutig. ES

ist ein neues Match für nächste Woche in Aussicht ge=# nommen.

* Ehe- und Liebestragödien. In dem Hause Pallisadenstraße 78 zu Berlin hat heute morgen^ der Schankwirt Melz seineFrau sowie dreiTöch- ter und sich selbst durch'Ausströmeu von Leuchtgas ums Leben gebracht, während der 15jährige Sohn und ein 17 jähriger Neffe mit dem Leben davonkomm en dürften. Der Grund zu der Tat soll in Nahrungs- sorgen zu suchen sein. Tic Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt und nach Aufnahme des Tatbestan­des nach dem Schauhause gebracht. In Poeßneck (Thü­ringen) erschoß der 25 jährige Fabrikarbeiter P o ß n c r aus Eifersucht seine Geliebte und tötete sich dann selbst.

* Die Verhaftung Nardenkötters. Tie Er­mittelung des flüchtigen Kurpfuschers Nardenkötter aus Berlin war mit außerordenllichen Schwierigkeiten ver- bundeu. Eine Schar von Beamten war unter Leitung des Kriminalkommissars Müller Wochen lang Tag und Nacht auf den Seinen, um Frau Nardenkötter und deren Ver­wandte zu beobachten. Selbst an den Drieftchaltem saßen sie in der Uniform von Postbeamten, um ihre Beobachtungen zu machen. Endlich wußte man, daß Nardenkötter unter dem Namen Griebsch in Prinzeß-Court in London wohnte. Die Verhängung der Briefsperre gegen Nardenkötter, deren Ver­öffentlichung ganz unauffällig stattfand, veranlaßte dennoch, daß Nardentötter durch den Traht gewarnt wurde und nun schleunigst Namen und Wohnung wechselte. Jetzt mußten alle Beobachtungen von neuem begonnen werden. Aber die Leute waren nun auch viel vorsichtiger als ftüher. Noch einmal wußte Nardenkötter, als man eben wieder auf seine Spur gekommen, diese zu verwischen. WaS die Hoffnung, den Gesuchten doch noch zu erwischen, immer wieder auf» frischte, war, daß Nardenkötter keinen nennenswerten Geld­betrag mitgenommen hatte, da er fortwährend um Geld bat, das ihm seine Frau auch wirllich zukommen ließ. Nach dem 24. Februar vollzog sich der ganze Briefwechsel nur noch unter Ehiffre-Adresten und durch die verschiedensten Postämter. Aber die Berechnungen der Leute Nardenkötters scheiterten an der Verkleidung der Beobachter mit der Post­uniform. So gelang es schließlich, zu ermitteln, daß er zuletzt unter dem Namen Kohens in der Oxfordstreet wohnte. Sofort wurde die Kriminalpolizei in London durch den deutschen Konsul ersucht, sich dieses KvhenL zu versichern; man hatte den Richtigen gefaßt. Nardentötter hatte übrigens, wie man jetzt noch erfährt, seine Wertsachen, Brillanten beiseite gebracht. Gestern ermittelte sie die Kriminalpolizei und nahm sie in Gewahrsam.

* Eine neue Erscheinu ng auf dem Gebiete der Volksernähru ng in Deutschland sind öffent­liche Hundeschlächtereien. Heber die Hundeschläch- terei im städtischen Schlacht- und Viehhofe in München teilt dieAugsb. Abendztg " nachstehendes mit: Die Anstalt ist seit dem 23. Februar d. I. cn Betrieb. Es wurden bis jetzt im ganzen 35 Hunde (im Durchschnitt täglich zwei Hunde) geschlachtet und das Fleisch bis auf das von einem Hund (es war der erste, der an Tuberkulose erkrankt war , an das Publikum verkauft. Den Ankauf der zu schlachtenden Hunde sowohl, wie auch die Schlachtung der Tiere und den Verkauf des tzundefleisches besorgen fünf Münchener Pferdcmetzger. Die Schlachtungen der Hunde werden in einem eigenen Raume der Sanitätsanstalt des Schlacht- und Bichhofes vorgenommen. Die Hunde, die vom Leben zum Tode be­fördert werden sollen, werden im Schlachthause an einem Strick angebunden, der an einem starken Ringe befestigt ist, und durch einen Hieb auf den Kopf mit einem hammer- ähnlichen Instrument gelötet. Meistens vollzieht sich die Tötung glatt, manchmal jedoch, so auch erst am letzten Montag früh, wollte ein großer Hund sich durchaus nicht töten lassen und biß seinenScharfrichter" in die Hand. Unmittelbar nach der Tötung werden die Hunde, wie dies auch bei Kälbern oder Schafen der Fall ist, an zwei an der Wand angebrachten HoWiften aufgehangen, bann wird mit der Oefsnung des Körpers durch die Metzger begonnen. Bei der Ausschlachtung sowohl wie auch bei der Einlieferung der zu tötenden Hunde ist der Sanitätsarzt des Schlacht- und Viehhofes anwesend, der, da auch die Schlachtung der Hunde dem Fleischbeschaugesetze unterliegt, aufs genaueste hierbei seines Amtes waltet. Die Schlachtungen der Hunde werden während deS Winters nur von früh 78 Uhr, wäh­rend des Sommers nur von früh 67 Uhr vorgenommen. Die Pferdemetzger, welche Hunde zur Schlachtung ankaufen, bezahlen bis zu 10 Mk. für einen gesunden, kräftig ge­nährten Hund. Für die Schlachtung eines Hundes dürfen die Metzgergehilfen 50 Pfg. Gebühr erheben.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Scrtüt, 14. März. Die an der heutigen Börse von sonst gut unterrichteter Leite verlautet, soll in der heule abend stallsindenden AufsichwralSsitzung des Norddeuschen Lloyd beschlossen werden, kerne Dividende zu verteilen. Wir können die Meldung hier nur unter Vorbehalt wiedergebcn.

Dresden, März. In der gestern staNgehabten AufsichrSrars sitzung der ErdmannSdvrfer Aktiengesellschaft für FlachSgarn, Maschinensvinnerei und Weberei zu Z i l l e r t h a 1 (Schlesiens wurde der '.'wsttsiuß für das verstossene Jahr vorgelegt, welcher entsprechend der ungünstigen Konjunktur einen Verlust von 76178 Mk. nach Abschreibungen von 77 646 Mk. ergiebl. Tie (ScneralDcrjammlunq soll am 8. April in Görlitz slattsinden. Tic Direktion berichtet, daß das Geschäft im begonnenen Geschäftsjahr sich lebhafter als im vorigen gestaltet.

Planen i. V., 14. März. Wie der ,V. Anr." berichtet, wurde eine Vereinigung sämtlicher deutscher We bercien englischer Gardinen begründet. Alle in Teutsch- land bestehenden Fabriken für englische Gardinen ohne Ausnahme haben ihren Beitritt erklärt. Der Beitritt ist aus drei Jahre un kündbar. Tie Verenngung soll Mißstände in der Fabrikation be­seitigen, die Prenc regeln und der Ucberprebufhon, forote dem da öurdi bedingten Konkurrenzkämpfe begegnen. Als Sitz der Der einigilng ist'Falkenstei» tm Voigt lande gewählt.

Süddeutsche Jmmobtlicugesellschast i« Mainz. Ter Jahresabschluß pro 1902 ergiebl 246 045 Mk Bruttogewinn und einen Rcnigeivlnn von 154 205 Mk. ES soll daran- eine Dividende von 3 pCt. gleich 140 530 Alk. verteilt werden. Als Vortrag für das Geschäftsjahr 1903 werden 6543 Mk. übernommen.

Spielplan der vereinigten Frankfurter Sladttheater. Lpcruhauö.

Mittwoch den 18. März"):Ter Troubadour." Donnerstag den 19. Marz:Götz von Berlichingen." Freitag den 20. März, abends halb 8 Uhr:Ter Zigeunerbaron." Samstag den 21. März:Tic Stumme von Portier." Sonntag den 22. März, nachmittags halb 4 Uhr:Ter Waffenschmied." Abends 7 Uyr:Die Hugenotten." Montag den 23. März:Fidel,o." Tiendtag dev 24. Marz, abends halb 7 Uhr:Tristan und Isolde."

Schauspielhaus.

Mittwoch den 18. März:Hamlet." Donnerstag den 19. März:'s Nullerl." Freitag den 20. März:Ter olmde Passagier." Samstag den 21. Marz: Zu Henrik Ibsens 75. Gc buristag:Gespenster." Sonntag den 22. März, nachmittags halb 4 Uhr:Moiina Vanna." Abends 7 Uhr:Gespenster." Momag den 23. März: Erstes Gastspiel deS Herrn Coquclin al ns mit dem Ensemble des Theatre de la Porte St. Martin:Cyrano de Bergerac." TienStag den 24. März: Zweites und letztes Gastspiel des Herrn Eoguelin alne mit dem Ensemble des Thcalre de la '^orte St. Marttn: ,L'Abb4 Constantin.^ Hieraus: eLes Piöcieuses Ridieules.

*) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ubr.

SchiffSliachrichtLN.

Norddeutscher Lloyd.

Bremen, 12. März. (Per transatlantischen Telearaph.) Ter Toppelschrauben-PostdampferHannover", Kapitän H. Jacobs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ,st gestern 8 Uhr nach­mittags ivohlbehalten in New-York angefommen.

Bremen, 13. März. iPer transatlantischen Telegraph.) Ter ReichsposldanipserBarbarossa", Kapitän F. Mentz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Neueste Weluuuueu.

vrigiualdrahtmeldungeu des Gießener Anzeiger».

Paris, 17.'März. TerProzeßgegendieHum b e r t s dürfte in der zweiten Hälfte des Juni vvr die Gc fchwvrenen kommen.

Wien, 17. März. Der Bauernfeldpr eis von 2000 Gulden wurde dem Dichter Arthur Schnitzler (dessenLiebelei" uns diesmal die Triefch bescheren sollte für dessen Einaller-ChklusLebendige Stunden" verliehen. t

Caracas, 16. März. Der deutsche Gesandte Pel- bram ist hier eingetroffen

Gegen Schnupfen ist der SchnupfenätherForman" anzu­wenden, der ärztlicherseits mehr­fach alsgeradezu ideales Schnupfenmittel" bezeichnet wird. Bei leichtem Schnupfen For- man-Watte(Dose30Pfg.),bei starkem Schnupfen Jorman-Pastillen (50 (Pfg.), zum Inhalieren mittels Riech- gläschens. Sirtuufl frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 1380

Feuilleton.

Frankfurt, 16. März. Durch den Weggang Kapell­meisters Kogels von Frankfurt ist die Zulunft der von chrn ins Leben gerufenen Museums-SonntagS- Äonzer tc ernstlich in Fragegestellt. Diese musi­kalische Institution ,mlsprach anfangs einem Bedürfnis, inzwischen haben sich bic musikalischen Verhältnisse zu Ungunsten der Museums-SonnlagSkonzerte verschoben. Die Gastspiele der großen Kapellen und die Nachflut Reinerer Konzerte haben das Publikuni musikalisch ermüdet, in­folgedessen ließ der Zuspruch der Sonntagskonzerte be­deutend nach; außerdem kosten diese Konzerte dem Mu- scumsvorstand durch Heranziehung des Homburger Kur- orchesterö unverhallnismäßig große Summen, die tn keinem Lert-ältnis zu den billigen Preisen stehen. Immerhin wäre das Eingehen der Sonntagskonzeric, bic Kogel auf eine bebeutende künstlerische Höhe brachte, ein bebauemSwerter Verlust für baS Frankfurter Musilleben.

Hamburg, 14. März. Der hundertjährige Todes­tag Klopp st ockS wurde heilte ans dem Ottenser Friedhof am Grabe des TichtcrS feievlid)fi begcmgin. Ter Hamburger Senat war offiziell durch Scnatnr Mellc vertreten. Der Magistrat, die aefamtc Geistlichkeit, bic liucrarifche Gesellschaft, der Urenkel deS Dichter-, von Winthem, und die Generalität waren anwefend und legten Kränze nieder.

Paris, 14. März. Ter Dichter Legouvs, Mit­glied derAkademie Francaise", ist im Aller von 96 Jahren g e ft o r b c n. (Emst Legouvö geb. 1807 in Paris, erwarb sich schon mit 20 Jahren als Dichter einen Preis der Aka­demie und trat dann mit Romanen an die OeffentlichLeil, aber ohne sonderlickien Erfolg. Mit Vorträgen über die Entwicklungsgescküchtc der Frauen erregte er die Aufmerk­samkeit des Publikums. Lange Jahre beherrschte LegouveS Tätigkeit die französische Bühne: seine '2lbrienne Lecouvreur, welche die Ristori trcicrtc, wurde auch von deutschenxxrainen

gespielt, seineBataille des dames" undFeenhände'" haben sich bis heutre auch im Repertoire der deutschen Theater erhalten. Der Akademie gehörte Legouvs, der durch feine Verstrickung der Jntrigue und sorgfältige Feilung des Dialogs seiner Komödie zu geben mußte, was ihr an originaler Kraft gebrach, seit 1855 an.)

Budapest, 15. März. Im ungarischen Theater fanden anläßlich der Aufführung eines Schauspiels, das den Titel J&ott erhalte" führt, lärmende Kund­gebungen gegen dieses Kaiserlied statt. Es lvurde wahrend des Spielens der Hymne gestampft und gepfiffen, während der ungarische Hymnus mit demon- rr al io en Eigenrufen ausgenommen wurde. Nach der Anf­ührung sammelten sich zahlreiche Studenten vor dem Theater und fangen das Kvsj'uthlied.

Irkutsk, 14. März. Ter Teilnehmer an der Expe­dition des Barons Toll, der Zoologe Bjelyneßki-Virulia, teilte der Sektion JrkutSk der kaiserl. geographischen Ge­sellschaft über Baron Toll folgendes mit: Er trennte sich am 11. Mai 1902 von Toll in der Bucht von Newpoloch und ging nach Neusibirien, wo er am 25. Mai sin- traf. Er verließ die Insel am 4. Dezember und errichtete eine Hütte und Niederlage von 30 geschlachteten Renn- tieren und Konserven. 'Baron Toll verließ die Jacht Sarja" am 9. Juni an der Nordküste der Insel und ging nach dem Kap Whsvkji, wo er am 10. Juli ein traf. In der Hütte war die Nachricht niedergelegt, daß alle gesund und btc »unbe infolge genügenden Renntierfleisches gut genährt ieicn. Am 13. Juli ging Toll nach Benettlanb auf brei Schlitten mit 45 Hunben. 'Baron Toll beabsichtigte ben Winter in 'Benettlanb zuzubringen, falls bieSarja" nicht freie Durchfahrt hat.

TifliS, 16. März Ter Naturforscher Gustav Rabbe, Direktor bc-? kaukasischen Museums und her öffentlichen Bibliothek, tft gestorben.

Am 1. April d. I. ftnb 50 Jahre verstosse«, ieiibent

der Schlußakt der Auflösung der deutschen Flotte vor sich ging. Hauptmann Fischer vom Ins Regt. Markgraf Ludwig Wilhelm in Rastatt, ein Enkel des Staatsrats Hannibal Fischer, verönenllrcht in derHistorischen Zeitschrift" einen Aufsatz dar über. Ter Zweck dieses Aufsatzes ist durch eine allen mäßige Darstellung einer gerechten Beurteilung der da maligen Verhältnisse und dadurch auch des (>flottenverstei gerers die Wege zu ebnen. Hannibal Fischers Bemühungen, Die Flotte, wenn auch in anderer Form, zu erhalten, seine Vorschläge, bic Schiffe unentgeltlich ben beiben Groß möchten zu überlassen, seine hartnäckigen Versuche, da« unter ben Hammerbringen der Flotte zu vermeiden. Der bienen beachtet zu werden. Hannibal Fischer war nichts weniger' als bet Typus des Marinefeindes.

Die greiftatt. Kritische Wochenschrift für Politik, Literatur unb Kunst, bringt in Nr. 11 an leitender Stelle einen fehr aktuellen Artikel von 'Prof. Dr. Arthur D r e w s Die Klvst erfrage in Bade n", worin an der &anb der Böthlink'schcn ÄchriftTer Kapuziner tifr da" dieses Thema ebenso freimütig wie sachlich behandelt wirb. Erich Neuhaus antwortet in längeren Ausführungen auf Dr. Estlens Artikel in Nr. 3Bodenbefitzrefo rm unb stäbtifche Doynung sfragc".3n her _ Keller­wohnung" heißt eine Novelle des zu rascher Berühmtheit gelangten iungru'suchen Dichters Andrejew. Ein paar frei­sinnige Gebichte steuert der als Lyriker schon vorteilhaft be­kannte '2L K. T Tielo bei. (Agar Steiger bespricht bic Münchener Erstaufführung von >?auptmannsMichael Kramer". Mit einem interessanten bisher noch unveröffent­lichten Brief Alessanöros Manzoni macht uns A. o. Bernds be­kannt, 59. Michel bchanbelt in ''charf pointierter Art bas Thema berLiterarischen Schlagworte". Auch ber kleine Teil biefer sehr vielseitigen unb reichhaltigen Nummer bietet eine Fülle interessanter Entrcfilets aus allen föo bieten.