?r. Zlrs
Zweites Blatt.
153. Jahrgang Mittwoch IS.Dezembsr WOB
^schein. lSgllch mit Ausnahme deS Sonntags.
Dt> „Gtctzener Kamiltenblätte^ werden dem Anzeiger otermal wöchentlich beigelegt. Der -hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Gichener Anzeiger
Verantwortlich für den allgemewer» Lrü: v. Wtttko: tut den Anzeigenteil & ®«<
Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich« Unwersltätsdructerer (Pietsch Lrdenj, Bietzen.
Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
........................ , ............... n—W
Die Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.
Ktklmnlmachung.
Betr.: Sonntagsruhe im Barbier- und Frisiergewerbe in der Stadt Gießen.
Nachdem die Abstimmungsliste über den Antrag der Barbiere und Friseure der Stadt Gießen geschlossen ist, wird die Abstimmungsliste während 2 Wochen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an gerechnet, zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einwendungen auf der Registratur Großh. Kreisamts Gießen, Zimmer Nr. 6, für die Beteiligten offen gelegt. Einsprüche nach Ablauf dieser Frist bleiben unberücksichtigt.
Gießen, den 16. Dezember 1903.
Der Kommissar:
Guthier, Kreisamtsregistrator.
KoMische Tagesschau.
Graf Bülows Erklärung.
Aus Berlin schreibt man uns: Gs tnird in weiten Kreisen als eine erwünschte erwpfunden totrbeit,
n>as Graf Bulow in der tyeutigeii Reichstagschung über dre Ablehnung vonAusnahmegcsttzen gegen dre ^ozraldemokratte geäustert yat. Die Hallenser Zusammenkunste- wü) andere Erscheinungen, ww die (Liesebrechi sa-e Propaganda Kegei das Wahlrecht hatten Besorgnr.sfe gelveal, ob d e Rcgwr- uug gegenüber gewissen „Schavstnachern fest blerben werde. Qcut weiß mau, woran man ist. Es wurde m^der Tat auch ein sehr unkluger Schritt sem, durch ein neues Sozrattsten- aesetz einen eisernen Reifen um die Sozraldemokratre zu schmieden, mit einem Schlage die Parier wieder zur Voll
Ker Ktat im Reichstag.
VI.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 15. Dezember:
Vtach Erledigung des deutsch-englischen Handelsprovi- soriums, in dritter Lesung, wurde die Etatsdebatte fortgesetzt. Ter „Diplomat" der Konservativen, der ehemalige Gesandte Abg«. Graf Limburg-Stirum unternahm es, den Reichskanzler zu einem „festen Griff in das sozialdemokratische Wespennest zu ermuntern. Im Lande verstehe man das Zaudern der Regierung nicht. Dre Rechte verlangt also nicht Wor^, und mögen sie noch so energisch fein, sondern Taten, d.^y. Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie. In ähnlichem Sinne äußerte sich auch Abg. v. Tiedemann (Reichsp.^. Es sah fast so wie eine Verabredung aus, das heiße Eisen zu schmieden, nachdem Grat Bülow die Sozialdemokratie so kräftig bekämpft hatte. Aber es war eine Rechnung ohne den Wirt. Auf den Kanzler machten die Beschwörungen sichtlich nicht den gewünschten Eindruck. Miirder kaltblütig faßte die äußerste Linke die Sache auf; der Präsident mußte wiederholt Ruhe schaffen. Graf Bülow ließ nicht lange über seine Meinung im Unklaren. Er ergriff das Wort — zu einer glatten Absage. Die Gründe für die Ablehnung besonderer Maßregeln und die Beschränkung auf die Anwendung der besteheirven Gesetze waren kühl erwogen. Eine Mehrheit für Ausnahmegesetze ist gegenwärtig im Reichstag niwt vorhanden. Außerdem will die Regierung nicht ohne zwingende Not Zwiespalt in die bürgerlichen Parteien tragen. Sie rechnet aus die Ruhe und Besonnenheit, auf die Kraft und das Selbstvertrauen der bürgerlichen Gesellschaft. Diese Erklärungen, die begreiflicherweise auf Seiten der Rechten eine mißvergnügte Aufnahme fanden, hatten programmatischen Charakter und sind als das Schlußergebnis der mehrtägigen Sozialisten- debatte zu betrachten. Der von den Konservativen nun zum zweitenmale geforderte „starke Mann" — im Vorjahre gab Abg. v. Kröcher dieser Sehnsucht Ausdruck — will Gras Bülow nicht sein. Er trägt, gestützt auf die Zustimmung der liberalen Parteien und des Zentrums gelassen die Verantwortung, die die Konservativen feindlich ablehnen. Abg. Stolle (Soz.), aus den Zolltarifkämpsen als Dauerredner Mch in jchreckensvoller Erinnerung^ richtete sich auf der Rednertribüne auf einen längeren Vortrag ein. Tie Ahnung täuschte nicht. Mit matitiösem Lächeln sich über die Zeichen der Ungeduld hinwegsetzend, packte Herr Stolle aus, was er in Bezug auf .innere und äußere Polllik auf dem Herzen hatte. Was Bebel erörtert hatte, zum Streik in Krimmllschau usw., wurde mit etlichen Variationen wiederholt. Sollte etwa der „Herr und Meister" nicht ausgestochen werden, daß die äußerste Linke statt eines Heine oder Bernstein oder Singer gerade diesen Sprecher dritter Garnitur vorschickte? Oder sollte die Reichstagsmehrheit bestraft werden dafür, daß sie Bebel nicht genügend zu würdigen verstand? Zn jedem Fall, es war eine Geduldsprobe, der sich mancher unten im Saale entzog. Auch Graf Bülow hatte diesen besseren Teil erwählt. Staatssekretär Graf Posadowsky harrte statt ferner aus, für den Fall, daß eine Entgegnung erforderlich fein würde. Ties besorgte indessen, speziell über Krimmitschau, der sächfiscye Bevollmächtigte Tr. Fischer. Die Etatsrede des Aba. Liebermann von Sonnenberg hatte den Vorzug der Frische für sich Eine Bemerkung über „Bebel als Unter* viMier", der bei -einem Temperament aus dem Arrest aarnicht herauskommen würde, entfesselte große.Herterkeck. Als gewandter Redner bewährte sich derelsajitsche Volkr-- varterler und Ho,pikant der deutschen Volksparter Abg> Blumenthal, der bie Wünsche der Reichslande zur Sprache brachte urid sich dabei der besonderen Aufmerksantrett des Staatssekretärs für Elsaß-Lott-ringen Herrn v. Koller erfreute. Seine Schilderung, der retchslandischen Parteaver- vältnisse vani) jedoch bei den bürgerlichen Parteien leb* haften Widersprua), der sich schließlich jn unparlamen- tarischen Zurufen äußerte. Herr v. Kotter beeilte nch dem Redner zu erwidern. Tie weitere ^^batte, i.n der sich u. a. Abg. Graf Limburg-Stirum und Staats etretar Graf Posadowsky gegenübertraten, zog sich bis m die späte Abendstunde hin.
kommenen Einigkeit zurückzufuhren. In bemerkenswertem Gegensatz zum Abg. Graf Limburg-Stirum, der die Entschlossenheit der Regierung vermißte, zollt heute abend die keuservative „Kreuzztg." dem Reichskanzler lebhafte Anerkennung, wegen der Schärfe, mit der er der Sozialdemokratie entgegengetreten sei.
Von der Marine.
Man schreibt uns aus Berlin, 15. Dezember:
Die Ergänzimg des Seeofsizierkorps scheint durch die in den letzten Jahren erfolgte vermehrte Einstellung von Kadetten hinreichend gesichert, denn die Marinebehörde beabsichtigt, für die Frühjahrseinslellung fünfzig Offiziersaspiranten weniger anzunehmen, als bisher. Anders liegen die Verhältnisse hinsichtlich der Ergänzung des Unterofsizierkorps der Marine. Während früher die Gesuche um Aufnahme in die Schiffsjungendivision so zahlreich eingingen, daß viele Bewerber zurückgewiesen werden mußten, haben in neuerer Zeit die Anmeldungen beträchtlich nachgelassen, sodaß die Marinebehörde nunmehr in der Lage ist, ihrerseits die in Betracht kommenden Kreise zu Anmeldungen aufzufordern. Es wäre unzutreffend, hieraus auf eine Abnahme der Neigung der jungen Leute zum Seedienst zu schließen. Die Erscheinung erklärt sich vielmehr daraus, daß die neuen Institutionen der Handelsmarine, in erster Linie der Schulschiffoerein, den Interessenten Gelegenheit bieten, die seemännischen Lehrjahre unter nicht weniger günstigen Bedingungen zu absolvieren.
Kolonialpost.
Berlin, 15. Dez. Die Nachricht der „Cheinn. Attg. Ztg.", nach der der Gouverneur von Südwestasrika, Oberst Leutwein, durch eine andere Persönlichkeit erfetzt werden soll, entbehrt, wie die „Nordd. Attg. Ztg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, jeder Begründung.
— Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Aus Kamerun wird soeben berichtet, daß der französische Expeditionsführer Lenfant einen Wasserweg, vom Benne über oen Tuburi-Sumpf nach dem Logopesluß s e st g e st e l l t hat. Da letzterer ein Nebenfluß des Schari ist, wäre somit eine Wasserverbindung vom Atlantischen Ozean nacht dem Tschadsee, wenigstens für einige Monate, der Regenzeit uachgewiesen, was früher schon behauptet war, jedoch 1889 von Macdonald und 1893 von Maistre bestritten wurde.
— lieber London wird der „Voss. Ztg." aus Kapstadt telegraphiert: Nach einer amtlichen Depesche vom 12. Dezember nahmen die Deutschen das Hottentot- ten-Lager ein, später aber trieben die Hottentotten die Deutschen über den Fluß und beschossen sie während des Rückzuges. Dabei wurde Leutnant Deklin und ein Reiter schwer verwundet. Die Feinde hatten drei Tote und zwei Verwundete.
Aas Stadt und Land.
Gießen, 16. Dezember 1903.
**Personalien. Am 21. 9Lovember d. I. wurde der Schaffner in der Hess. Preutz. Eisenbahngemeinschaft Adam Zeiß zu Tarmstäit in den Ruhestand versetzt.
** Kreisausschuß. Samstag den 19. Dezember L I., vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes hier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs des Karl Euler Ku Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen, Beseitigung einer Jauchjegrube betr. 2. Gesuch des Wilhelm Sck>röder zu Siegen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschast in dem Haufe Brandplatz 13 zu Gießen. Hieran schließt sich eine nichtöffentliche Sitzung.
•• Eine neue Ansichtspostkarte von Gießen erhielten wir heute von einem Freunde unseres Blattes durch die Post. Sie zeigt, von den Wappen aller hiesigen farbentragenden studentischen Korporationen umrahmt, die „Alma mater Ludoviciana“, über der ein flotter Bruder Studio seinen Schläger schwingt. Darunter stehen die schönen Worte: „Annis et liberis ad utrumque parati.a Nanu! Seit wann denn zu Kindern bereit? Als wir noch jung und schön und reich waren und fröhlich durch die Welt zogen mit dem Schläger in der Hand, auf der Brust Dreifarbenband, da sprach man mehr von „litteris“, den Wissenschaften, als von „liberis“, den Kindern. Es mag aber jetzt anders geworden fein ....
t Ettingshausen, 15. Dez. In der vergangenen Nacht ereignete sich im Walde von hier nach Reiskirchen ein bedauerlicher Unglückssall. Der Handelsmann Seligmann Löwenberg von hier wollte eine Kuh nach Reiskirchen bringen. Im Walde wurde plötzlich das Tier scheu und schleuderte den Mann aus einen Stein, sodaß er sich das Schulterbein brach. Jn Reiskirchen, wohin er sich noch schleppte, mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
w. Wißmar, 15. Dez. Dank dem rührigen Eintreten vieler Interessenten der vereinigten Bürgermeisterei Atz- bach-Launsbach hat die Eisenbahnbehörde mit dem 15. Dezember eine bessere Zugverbindung mit unserer Kreisstadt Wetzlar eingerichtet. Bisher muKen die vielen Arbeiter alltäglich den Früyzug benutzen, welcher schon 5.40 Uhr in Wetzlar eintrifft. Bon heute ab wird nun auch der zweite Zug den Personenverkehr zulassen, welche Einrichtung gerade für die bevorstehenden Mntertage vom Publikum allseitig mit Freuden begrüßt wird.
b. Atzbach, 15. Dez. Hier ist für die nächsten Tage ein Milchvern>ertu7lg skursus in Aussicht geirom- men, welcher nächsten Samstag im hiesigen Gemeindehaus eröffnet wird. Zwar huldigt man hier im großen und ganzen schon lange nicht :nehr dem veralteten Topfverfahren, aber bei kleinen Mrtschaften ist es vielfach noch im Gebrauch. „... , , . x f
<5. Aus dem hesijcyen Hin ter land, la. ^ez. t.q§ Komitee zur Weiterführung der Bahnstrecke Dille nburg-O b e r scheil d nach Wattau an der Lahn ist
bisher mit seinen Arbeiten im stillen rastlos tätig gewesen, den zuständigen Behörden über die^ Notwendigkeit, dieses Bahnbaues reiches Material zu beschaffen. Es tooren' von dem Komitee für den verflossenen Sonntag zu Oberscheld und Gönnern zwei Versammlungen anberaumt worden, in welchen folgende Resolution angenommen wurde: Tie zahlreich aus 18 Gemeinden des Hinterlandes be-! suchte Versammlung zu Gönnern ist von dem dringenden' Bedürfnis des alsbaldigen Ausbaues der Scheldelahnbahn überzeugt. Tie Versammlung beansprucht die Priorität der Sch-eldelahnbahn vor anderen Projekten, die im Hinterland in Bewegung sind. Sie fordert das Komitee auf, durch entsprechende Eingaben bei den zuständigen Behörden und dem Herrn Minister ihren Sta-ndpunkt energisch zum Ausdruck zu bringen. Sie verlangt insbesondere von, ihrem Mgeordneten, daß er ihren berechtigten Wünschew endlich durch energisches Eintreten für das Projekt gerecht werde.
k. Ranstadt, 14. Dez. Schon seit einiger Zeit werden die umliegenden Orte von drei verschiedenen Firmen, einem Herrn aus Echzell, einem Herrn aus Seckbach unb> einem Vertreter der Molkereigenossenschaft Büdingen, besucht. Turch Vorträge suchen sie den Lanowirten die Vorteile einer Molkerei klar zu legen. Jede der genannten Firmen sucht mm die möglichst größte Anzahl von Landwirten zu gewinnen, die sich verpflichten, Milch für ihre^ Firma zu liefern. Jede der Firmen glaubt das nötiges Quantum zur Rentabilität einer Molkerei zu haben, unbj will mit dem Bau einer Molkerei beginnen. Be wir! hören, beabsichtigt der Unternehmer aus Echtzell eine solch^ in Tauernheim, der aus Seckbach eine in Effolderbacü unÄ die Büdinger Molkereigenossenschaft eine in Ranstadt zul errichten. Nach unserem Dafürhalten ist für 3 Molkereien- die Milch, die in hiesiger Gegend produziert wird, nichts hinreichend, daß diese rentieren können. Nur wenn eine« Molkerei ordentlich rentiert, kann sie einen guten Preis*, für die Milch zahlen. Es wäre den Landwirten zu raten,- sich aus eine Molkerei zu einigen; diese müßte aber an' eine Bahri- und Poststation, also hier nach Naustadt stehen kommen.
a. Marburg, 15. Dez. Gegen die Wabl der Stadtverordneten in der 4. Klasse ist offiziell Pro- t e st erhoben worden.
() Marburg, 15. Tez. In der fortgesetzten Sitzung der Stadtverordneten-Versamml ung besprach, man auch die im November 1904 hier abzuhaltende Feier des 400 jährigen Geburtstages des Gründers unserer Universität, des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen, der bekanntlich am 13. November 1504 auf dem alten Schlosse hier das Licht der Welt erblickte. Es wurde mitgeteilt, daß zu gleicher Zeit aus Anlaß der Feier der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde hier seine Jiahresversammlung abhalten!: würde. Man wählte schließlich eine aus 6 Herren be-, stehende Kommission, welche mit dem hessischen Geschichtsverein hier sich über die vorbereitenden Schritte zur ximrbi» gen Begehung dieses Tages ins Benehmen setzen soll.
Kunst und Missenschusl.
Weimar, 15. Dez. In der unter dem Vorsitz des Grafen Kalckreuth stattgehabten Versammlung der Sezessions- k ü n st l e r, an der etwa 50 Künstler teilnahmen, wurde die Gründung einer neuen Vereinigung mit dem Namen „Deutscher K ü n st l e r b u n d^ und dem ständigen Sitz in Weimar, beschlossen. Die Unterhandlungen waren nicht öffentlich. Wie die „Weim. Ztg." mitteilt, wird die neue Kunstgenossenschaft in den bedeutendsten Kunstzentren, nach Maßgabe der ihr zur Verfügung stehenden Mittel Ausstellungen veranstalten.
Paris, 15. Dez. In der Akademie der Wlssenschaften wurde mitgeteilt, die Physiker an der Universität Nancn, Eharpentier: und B l o n d e l o t, hätten festgeslellt, daß der menschliche Körper ähnlich wie das Radium Lichtstrahlen aussendet. Diese Lichtstrahlen zeigten sich in erhöhtem Maße bei verstärkter Muskel- und Nerventätigkeit. Nlan habe vielleicht da- mil ein Mittel gefunden, um den eingetretenen Tod festzustellen.
Gerichtssaul.
Metz, 15. Dez. Vom Kriegsgericht der 33. Division wurde heute das Urteil über den Leutnant Paul Schilling vom Metzer Infanterie-Regiment 9lr. 98 wegen Mißhandlung Untergebener in 978 Hüllen gesprochen. Als erwiesen wurden 618 Fälle von Mißhandlung, 57 vorschriftswidriger Behandlmtg tind ein Fall des Abhaltens von dienstlicher Meldung angesehen. Tie anderen Fälle galten deshalb als nicht errviesen, weil das Erinnerungsvermögen der Zeugen infolge der verstrichenen längeren Zeit als geschwächt erschien. Unter den Zeugen befanden sich solche, bei denen Fälle bis zu 68 mal festgestellt wurdem Einem Soldaten hat Schilling, damit er stillschweige, Geld und Zigarren angeboten. Für diesen Fall werden zwei Monate Gefängnis berechnet. Ein Soldat ist so geschlagen worden, daß er eine Gehirnerschütterung davontrug und dauernd militärdienstuntauglich ist. Hierfür werdet« 6 Rlonate Gefängnis berechnet., Von sämtlichen Fällen wird kerner als minderwertig aiigesehen. Die Gesamlslrase lautet auf 1 Iahr 3 Monate Gefängnis uiid Dienstentlassung. Der Vertreter der Anklage hatte 1 ’/> Jahre Gefängnis und Dienstentlassung beantragt. Morgen beginnt die Verhandlung gegen den Hail ptmann und den Feldwebel der Kompagnie wegen Nichterstattung dienstlicher Dleldiingeli.
Arbeiterbewegung.
— Wie aus Forst i. L. gemeldet wird, haben die dortigen Fabriken beschlosfen, die Arbeitskammer in Crimmitschau mit Geldmitteln zu imterstützen. ES roirrbe auch die Einstellung der Arbeit an sämtlichen deutschen TextU-Jndustrieplätzen ins Auge
-------------—. "_——
Keinen Hmd NM mrm hiKems schicken . bei dieser Wiriterkälte, die Menschen aber und selbst die Kin- ßk der müssen erbarmungslos hinaus. Aber da man schon tiicht zu Hause sitzen t'anu, so sollte man sich wenigstens gegen . ~ Erkältungen der Atmungsorgane unb gegen die böse Iuflu- lEK. en za schützen, indem man stets Fay'S «chtc Sodener S>riue- ratpastillen bei sich trägt und ab und zu eine Pastille k nimmt, während man Wind unb Weiler ausgesetzt ist. Tas beugt vor und nutzt selbst m schiveren Fällen, wenn man bereits erkältet ist. Die Schachtel, die nur 85 Pfg. kostet, reicht auf ein vaar Tage und ist überall erhältlich'


