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16.11.1903 Erstes Blatt
 
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153. Jahrgang

Erstes Blatt.

frilffc der in Deutsch- borget Schlosses in Kopenhagen, das vor einer Reihe von .ftigurigslosen Mannschaft. Jahren abvrannte, annahm. In der Residenz Fredensborg Erdteil ist deutsches Eigen- waren Ehrenpforten erricksiet und alle Häuser trugen reichen evolutionäre von Santo Flaggenschmuck. König Christian empfing um Mittag das

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DoliUlche Lagesjchüu.

König Christian von Dänemark

[eierte am gestrigen ouuuiag jein 4u juij r i ge» Regier- ungsjubiläum. Der dänische Lunoschmg hat ihm ein schönes Festgcschent gemacht, indem er enbgiftig die Vorlage betreffend den Wiederau.bau des tolojialen Eyristians-

General-Anzeiger

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 209

Erscheint tSgllch außer SormiagL.

Dem (Siebener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem besfifchen Landwirt bte Siebener Kamillen' blätter viermal in der Woche betgclegL

AtolalionSdruct u. Ver­lag bei viüh l'scheu Unwert Buch- u. Stein- brudettt (Pietsch <trben)

gesehen.

Anläßlich des Jubiläums schreibt dieNordd. Allg. Ztg. heute u. a. folgendes: Auch außerhalb Dänemarks und namentlich in Deutschland nimmt man an dem Feste der dänischen Herrscherfamilie, die zu unserem Herrscher- Hause in engen freundschaftlichen Beziehungen steht, warmen Anteil. Mit dem Kaiser, der für den greifen König Gesinn­ungen aufrichtiger persönlicher Verehrung hegt, weiß sich unser Volt eins in dem Wunsche, daß es dem Könige, unter dessen Regierung das Verhältnis zwischen Dänemark und dem deutschen Reiche das Gepräge ungetrübter Freundschaft angenommen hat, vergönnt sein möge, auch fürderhin zum Segen seines Landes zu regieren und die Wohlfahrt des dänischen Volkys zu mehren.

Admiral von Tirpitz.

Der Staatssekretär des Reichsmarineamts und preußische Staatsminister Vizeadmiral Alfred v. Tirpitz ist vom Kaiser zum Admiral befördert worden. Herr von Tirpitz steht jetzt im 55. Lebensjahre. Er ist 1849 zu Küstrin ge­boren, trat mit 16 Jahren als Kadett in die Flotte und wurde 1869 Unterleutnant zur See. 1872 Leutnant zur See und 1875 Kapitänleutnant. Er hat außerordentlich schnell Karriere gemacht und verschiedentlich Vorderleute im Avan­cement übersprungen. Um seine Fähigkeiten bester verwerten zu können, berief man den jungen Kapitänleutnant nach kaum zehnjähriger Dienstzeit in den Admiral st ab und be­schäftigte ihn im Torpedowesen, in dem er Hervor­ragendes leistete. Fast im ganzen Jahrzehnt der 80 er Jahre war Tirpitz auf dem Gebiete des Torpedowesens tätig, das in jener Zeit noch in der Entwickelung begriffen war. Als er 1881 Kommandant desZieten" war, führte er dem da­maligen Kronprinzen, der sich auf dem .Zielen" eingeschifft hatte, verschiedene Torpedo- und Minen - Hebungen vor und sprengte in der Holtenauer Bucht des Kieler Hafens durch einen Torpedo die alteBarbarossa" so glücklich, daß ihm der Kronprinz für die außerordentliche Leistung seine besondere Anerkennung aussprach. Der »Zielen", der unter Volldampf zum Angriff überging, feuerte bei 15 Knoten Fahrt auf 350 Meter einen scharfen Torpedo auf dieBarbarossa", der das Schiff nach genauer Berechnung an der Stelle traf, wo früher der Radkasten gesessen, nahezu in der Mitte, wodurch Ballen, Wasser und Schiffstelle bis über 100 Fuß in die Höhe ge­schleudert wurden. Das Schiff wurde bis zum Deck aufge­rissen und sank sofort. Nach einigen Admiralstabsreisen wurde Tirpitz 1891 zum Chef des Stabes beim Kommando der Marinestation der Ostsee ernannt und übernahm im folgenden Jahre die Geschäfte des Stabschefs beim Oberkommando. 1895 zum Kontre-Admiral befördert, leitete er von 1896 ab das Kommando über die Kreuzerdivision. Seine Berichte über dieIltis"-Katastrophe sind noch in frischer Erinnerung. Am 31. Mürz 1897 wurde er mit den Geschäften des Staats­sekretärs des Reichsmarineamts beauftragt und am 15. Juni 1897 zum Nachfolger Hollmanns definitiv ernannt. Im Jahre 1900 verlieh der Kaiser dem Vizeadmiral von Tirpitz den erblichen Adel.

Zugleich mit der Beförderung des Staatssekretärs von Tirpitz zum Admiral hat der Kaiser den Chef des Marine­kabinetts Freiherrn v. Sende n-Bibran und den Vize­admiral Bendemann zu Admiralen befördert, diesen unter definitiver Ernennung zum Chef der Marinestation der Nordsee.

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Die s'ächfische Thronrede.

Aus Sachsen wird über den Andruck, den die Thron­rede lstn ter lasten hat, geschrieben:

Tie W a h l r c f o r m wird erst am Schlüsse erwähnt. Ohne ein Wort der Empfehlung oder dec Sympathie für das, was alle Geister beweg!. Aufs tiefste verstim­mend aber wirkt der Umstand, daß die Regierung sich nicht entschlossen hat, einen selbständigen Gesetz­entwurf an die Kammern zu bringen, sondern/sich mit der Ueberreichung einer Denkschrift begnügt, es den Ständen überlastend, hieraus einen Antrag zu konstruieren. Man schließt daraus, daß es dec Regierung an Mül gebricht, in dieser Frage die Führung zu behalten usid die Ver­antwortung auf sich zu nehmen. Das schlimmste aber bei dem gewählten modus pvoducendi ist, daß er! die Wahl­rechtsreform in unerträglicher Weise ans bA e lange Dank schiebt; wenn nicht ad ealendas graeeas Vertagt. Tenn da nunmehr der Anfang auf Wahlrechtsändernng von der Kammer ausgehen wird, tritt der in der Ver­fassung vorgesehene Fall ein, daß zwei aufeinanderfolgende ordentliche Landtage in der Sache übereinstimmenden Be- [chlnd fassen müssen. Erledigt also dieser und d^r nächste

(äbrL ausichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen füt Die tayefinummei bis pptmttlug» 10 Uhr«

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Gesamtmmisterium, den englischen Geschäftsträger Sir R. Fisher und den englischen Militärattache, Gras Gleichen, die dem König seine Ernennung zum General der eng­lischen Armee überbrachten, sowie den Generaladjutan­ten des deutschen Kaisers, Generalleutnant v. Moltke, welcher ein H a n d s ch r e i b e n K a i s e r W i l h e l m s über­reichte. Am Sonntagabend war die Stadt glänzend illumi­niert, und die Königsfamilie unternahm mit ihren Gästen eine Spazierfahrt durch die Straßen. Natürlich war der Andrang der Fremden groß, und die wenigen Hotels des kleinen Ortes überfüllt. Seil das Herzogspaar von Cumber­land kurz nach seiner Hochzeit im Jahre 1878 in Fredensborg eingetroffen war, hat die Stadt ein derartiges Fest nicht

wenn es nicht ppiders geht, mit.

Ostafrika augenblicklich beschaff _ ...

Auch noch in einem anderen Erdteil ist deutsches Eigen­tum in Gefahr gewesen. Die Revolutionäre von Santo Domingo wollten deutsche Handelsschiffe an der Löschung ihrer Ladung verhindern, ein deutscher Kreuzer hat ihnen gezeigt, daß eine Lwndelsmacht nicht mit sich spaßen läßt. Im übrigen sck-eint dort der siegreiche aufständische General Jimenez im scharfen Gegensatz zu den Nord am er i kauern zu stehen, und Haß und Furcht gegenüber Amerika eine der Triebfedern seines Aufstandes zu sein. Sicherlich werden es sich die Yankees nicht zweimal sagen lassen, wenn )ie auf dies^Jnsel Fuß fassen können, die sich unbequem zwi- sckMN Kuba und Puertorieo einschiebt. £ier sowohl wie in Panama, wo in der vergangenen Woche ein neues! Staatswesen das Licht der Welt erblickt hat, haben die Ka­nonen der amerikanischen Kriegsschiffe das letzte Wort ge­habt. Kolumbien darf noch nicht einmal den Versuch machen, die Rebellen gegen seine Herrschaft auf Panama zu züch­tigen : Onkel Sam will es nicht. Und im Interesse des deutschen Handels auf dem Isthmus ist diese friedliche Lösung willkommen zu heißen.

Aber zugleich tauchen auch einige recht peinliche Neben­gedanken darüber auf, was sich Teutschland um der Freunschaft mit Amerika willen bei der Wahrung seiner jahrzehntelangen erfolgreichen Kulturarbeit in Süd­amerika bieten lassen muß. In der V ene z ne l a f rag e suchte man unsere Kriegsschiffe mit allerlei Ränken und Winkelzügen wieder aus den amerikanischen Gewässern herauszueskamotieren und uns auf die Entscheidung vor dem Schiedsgericht im Haag zu vertrösten. Dies Scksiedsgericht ist aber heute drauf und dran, uns das mit der Dlotade eroberte Recht auf die Zolleinkünfte Vene­zuelas zur Rückzahlung seiner frivolen Schulden einfach abzusprechen. Sollte, was wahrscheinlich ist, der Gerichts­hof zu Ungunsten der Dlokademächte entscheiden, so wird man in Zukunft bei der Wahrung seiner Interessen einen Schiedsgerichtshof ignorieren müssen, der mit einem Male nickst mehr zu kennen vorgibt, was man im Völkerleben unter Kriegs recht versteht und von dem all jene Mächte ausgiebigen Gebrauch gemacht Haven, die heute im Haag das Mittel der Dlokade nicht abfällig genug beurteilen können voran die am lautesten dagegen schreienden

Nordamerikaner.

Auch Rußland avanciert in Ostcrsien immer weiter voran. Es will fast scheinen, als wollte der chine­sische Koloß endlich einmal aus dem Schlafe aufwachen, um wieder seine langen Glieder nach der geraubten Mandschurei auszustrecken. Eine Reihe von Vizekönigen hat in patriotischem Opfermut Tausende von Soldaten für den Kamps um die Mandschurei zur Verfügung gestellt, Japan sucht Anlehnung an China. In dem Jnielreiche werden täglick) erregte Bolksverjammlungen abgeyalten, die zum Entscheidungskampfe gegen Rußland aufreizen. Die Re­gierung beschwichtigt noch und mahnt zur Einigkeit. Aber am Ende wird kein Japaner und kein Chinese den schweren Waffengang mit dem russischen Riesen wagen. Rußland hat schon genug Truppen und Schiffe in Port Arthur und Umgegend, um für den ersten Anhieb erfolgreich zu sein. Es kann überdies um so anspruchsvoller auftreten, als es auf der sibirischen Bahn binnen kurzem seine ganzen europäischen Truppen nach dem äußersten Osten werfen kann und fufy nach der Kaiserentrevue in Wolfs­gartender friedlichen Haltung seines westlichen Nachbarn fest versichert hat. Wenn es auch all seine Truppen von der deutschen Grenze nach der Mandschurei würfe, es liefe heute keinerlei Gefahren.

Wie ernst es Rügland mit seiner Eroberung der Mand­schurei ist, das zeigt sich weiter darin, daß nicht nur mit Teutschland, sondern auch mit anderen an der Streitfrage nicht interessierten 'Mächten in möglichster Eintracht aus­zukommen jucht. Tie plötzliche Aufschiebung des Zarenbesuches in Rom hatte den nationalen Stolz der Italiener gekränkt. Zar Nikolaus hat seinen Botschafter beim Quirinal, der ihm den römischen Besuch und die von den Sozialisten drohenden Gefahren in einseitiger Beleuchtung dargestellt hatte, abberujen und ihn durch einen so gewiegten ÄNann wie den bisherigen Inhaber des russischen Botschafterpostens in Paris erje^t. Dieses soll nun die alte Harmonie beider Staaten wieder Herstellen.

Hchs wird ihm bei den verschwindenden Interessen­gegensätzen, die zwischen Italien und Rußland bestehen, auch leicht gelingen, trotzdem gerade in diesen Tagen eine Begegnung des italienischen Königs mit dem englischen Herrscher vor der Tür steht. König Eduard will Viktor Emanuel 11., bei dem er sich in Rom so wohl gefühlt hatte, in Portsmouth und später in Windsor mit besonderem Glanze empfangen. Man sieh< Kaiser Wilhelm hat mit der Sitte der Aionarchenbesuche Schule unter den europäischen Herrschern gemacijt. Auch der König von Griechenland hausiert gerade an den europäischen Fürstenhöfen, und bei dem persönlichen Gedankenaustausch der Souveräne wird manches Mißverständnis ertötet. Eng­land hat jedenfalls durch die Rundreise Eduards VII. die Freundschaftsbande mit Mächten neu oder doch fester ge- tnüpft: mit Portugal, Frankreich und Italien. So Lange sich in dieser Weise noch die Äionarchen Freund- schaftS-Visiten untereinander machen, braucht man sich um Den Frieden in Europa keinerlei. Sorgen hinzugeben.

Doliüsche Wochenschau.

Ueberraschnngen, wie sie die Reichstagswahlen gebracht haben, sind am 12. November, an dem Tage der Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus e, nicht vor­gefallen. (£3 wird vermutlich in der Prinz AlbreckMraße in Berlin in diesem Winter nicht anders vergehen als bisher. Tas in fast ganz Deutschland allenthaloen noch giftige System der Landtagswahlen hat auch diesmal wieder dafür gesorgt, daß die konservative Mehrheit weiter in Preußen konserviert wird. Eine leise Verscksiebung ist, wie auch in Baden, nur in der nationalliberalen Partei zu verzeichnen, die 9Mandate gewonnen hat. Wenn nach einem plausiblen Grund dafür gefragt wird, so dürfte die Antwort lauten: die Linksschwenkung der Partei zu den Freisinnigen hat ihre Früchte getragen es geht ein Zug nach links durch unsere Zeit. Andererseits mag der Zauber des Namens nationalliberal dabei mitgewirkt haben: die nationale und liberale Idee beherrschen nun einmal das politische und Kulturleben der Gegenwart. Eine Partei, die diese beiden großen Gedanken in ihrem Namen vereinigt, der verbleibt, auch wenn ihr die Rührigkeit vielfach fehlt, ihre Werbekraft. Das liberale Bündnis bei den Landtags­wahlen, das sich bei uns in Hessen schon so vortrefflich be­währt hat, kann nur günstig auf eine Klärung der ge­samten deutschen Partei Verhältnisse wirken. Ter Kampf nach links und nach rech^ts hat die Grenzlinien der liberalen Parteien nach beiden Seiten schärfer gezogen und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl hoffentlich auch für die Zukunft und insonderheit für die praktische Arbeit ver­tieft. Ganz heilsam wirft es, daß der Sozialdemokraten übermütiges Verhaften vor den preuß. Landtagswahlen, an denen sie sich diesmal zum erstenmal allgemein betei­ligten, zur Folge gehabt hat, daß sie wahrscheinlich vollständig mit leeren Händen ausgegangen sind.

Brachten die preuß. Landtagswahlen weniger Neues, als mancher erwartet hatte, so erzeugte eine andere Nachricht in vergangener Woche allgemeine Bestürzung, weil man im ersten Augenblick aus ihrem plötzlichen Anftanchen auf dabintersteckende schlimmere Dinge schließen konnte. An den Stimmorganen des K a i s e r s mußte ein Auswuchs operativ entfernt werden. Daß der berühmte Kehlkopfspezialist Prof. Schmidt aus Frankfurt a. M., derselbe, der mit dem Kaiser an dem nämlichen Tage twr 15 Jahren zu seinem tuberkulösen Vater nach San Remo gepilgert war, die Operation voll­zogen hatte die Erinnerung an den schlimmen Verlauf der in den Anfängen ebenfalls harmlosen Krankheit Kaiser Friedrichs erweckte Besorgnisse, die sich in einer von der Affäre Krupp her berüchtigten italienischen Sensaftr zspresse bereits zu dem törichten Geschwätz verdichtet hatten, ein deutscher Hofbeamter fei bereits in San Remo, um die Villa Zirio für Kaiser Wilhelm zu mieten. Und einem Wiener Blatte zufolge heißt es, daß Kaiser Wilhelm schon vor Wochen sich als Gast des Fürsten von Monaeo angemeldet habe. Tie Nichtigkeit all dieser Gerüchte wird durch den ärztlichen Befund des operierten Polypen zur Evidenz er­wiesen. Daß man vor der Operation nichts über das Leiden des Kaisers verlauten ließ, hafte darin seinen Grund, durch Den mikroskopischen Befund des entfernten Polypen den Faden der Legendenbildung über das Leiden von vorn­herein abschneiden zu können. Stimmleiden sind heute Modeleiden, sie hängen mit der Anspannung des Nerven­systems zusammen, die vom modernen Menschen und ins­besondere vom Kaiser verlangt wird. Gr wurde heiser ähn­lich, wie es Lehrer, Geistliche, Rechtsanwälte, Schauspieler durch tägliche Anspannung der Stimme werden. Mit der Operation des kleinen Auswuchses, einigen Tagen Schon­ung und fernerer Vermeidung von Ueberanstrengung pflegt der Zwischenfall dann beseitigt zu sein. Auch beim Kaiser schreitet die Genesung erfreulich fort. Ein Zeichen für den guten Gesundheitszustand des Kaisers ist wohl auch darin zu erblicken, daß am Samstag einige Künstler vor dem Kaiser konzertierten. Dem Konzert wohnten auch^ die Kaiserin mit der kleinen Prinzessin sowie Reichskanzler Graf Bülow nebst der engeren Umgebung des Kaiserpaares bei.

Schwer genug freilich wird es dem Kaiser bei der Struk­tur des staatlichen Lebens, wie sie sich in Deutschland unter ihm herausgebildet hat^ und bei der Lebhaftigkeit seines Temperaments fallen, sich auch nur zeitweilig von den Staatsgeschäften soweit zurückzuziehen, wie es ein Verzicht auf den Stimmgebrauch mit sich bringen würde. Stehen auch zurzeit auf innerpolitischeni Gebiete keine bedeutsamen Fragen zur unmittelbaren Entscheidung, so erfordern neue auswärtige Probleme die ganze Aufmerksamkeit unserer Staatsleiter. Nachdem lange Zeit dank der militärisch jeden­falls vorzüglichen Organisation unserer Kolonien keine Auf­stände der Eingeborenen mehr vorgekornmen sind, haben in den letzten Wochen die Hottentotten Deutsch- Süd w e st afrikas die Station der South-W>est-Afriean- Eompany Warmbad samt ihrer militärischen Bedeckung angegriffen und die geringe Besatzung mit dem befehl führenden Leutnant Jost an der Spitze niedergemacht. Längst sind mehrere hundert Mann unserer Schiutztruppe dorthin unterwegs, und ein Teil hat Warmbad erreicht- Andere den BondelzwaartS feindliche Wegerftäinme werden den Deutschen zu Hilfe kommen. Nur Furcht kann die Neger in Schach halten und so wird der Gomierneur Leutwein vermutlich mit unnachftchtlichier Strenge an den Teilnehmern des Raub­zuges ein ^xempel statuieren. Die Engländer, denen unser Teutsch'-Südloestaftitä überhaupt ein verhaßter Pfahl im Fleische des englischen Südafrika ist, haben sich angesichts des Aufstandes wieder in wahrem Lichte gezeigt- >Von Kap­stadt aus übertrieben sie die Gefahr ins Röaßlose offen­bar in der Absicht, in Südwestafrika das Bein zwischen die Tür zu beftmmen. Aber wir werden wohl auch ohne die angeblich vom deutschen Konsul in Kapstadt nachgesuchte englische Hilfe mit den paar Hottentotten fertig werden

tag 16. November 1903

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jährlich Mt. 2.20. durch

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monatlich 65 Pl.; durch

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