Vermischter
Kunst und Wistenschüjt.
so geringe Berufs- Eine Eesamteinl
in Danzig eingetroffen sein. ,
• Eine Fürstenkrone ans Honigwaben. vsin eigenartiges Geschenk zu seiner diamantenen Hochzeit hat das Großherzogspaar von Mecklen bürg - Strelrtz von dem als Grobimker bekannten Lehrer Kruse aus Schönbeck bei Friedland erhalten. Dies merkwürdige Geschenk bestand nämlich auL Kunstwaben, die voll Honig getragen waren und die Form einer Fürstenkrone aufiuiefen. Die Krone zeigte die Zahl ,60*, ebenfalls aus Kunstwaben und mit Honig
und Wechselfälschungen. *
♦ Görlitz, 14. Juli. Die Kaufmannsfrau Wei gelt wurde wegen bedeutender Unterschlagung en in der mechanischen Weberei von Wagner u. Lo. ui Olbersdorf bei Zittau verhaftet. Die Unterschlagungen belaufen sich aus zirka 25 000 Mk. I
e Stuttgart, 14. Juli. Gestern früh hat tn Neckartenzlingen im Oberamt Nürtingen bei einer Feuers- brunst, welche zwei Häuser einäscherte, der 17jährige >L>ohn i eines der Hausbewohner, als er im Begriff war, seine zehnjährige Schwester zu retten, mit dieser gemeinsam den Tod in den Flammen gesunden. Zwei andere Geschwister
♦ Berlin, 14. Juli. Aus dem Teltower Magdalenen- stift sind 20 zur Zwangserziehung untergebrachte Mädchen a u s g e b r o ch e n. 10 wurden durch die Polizei zurrickgebracht, die übrigen sind nach Berlin entkommen.
* Görlitz, 14. Juli. Aussehen erregt hier die Ber- haftung der bei der Firma Otto Müller u. Co. angestellten Warenbeschauer Hartig und Woitascik wegen Unterschlagungen
drei Rippen. Ein Adji.tant erlitt schwere Quetschwunden tm Unterleib, und ein Leutnant, der bei einem Rennen stufte, hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen.
» Achtung! Vanderbilt kommt! Der Kaiser hat nach dem „Berl. Tagebl." den Oberpräsidenten Delbrück in Danzig durch Telegramm benachrichtigt, daß der amerikanische Milliardär Vanderbild an Bord seiner Pacht ,Northstar" in Danzig eintrifst, um das Ordensschloß in Marienburg zu besichtigen, aus dessen Schönheiten der >Kaiser ihn aufmerksam gemacht hat. Generalmajor v Mackensen. Kommandeur der Leib-Husaren-Brigade, ist angewiesen ivorden, den Eisenbahnkönig zu einem Mahle der den Leib-Husaren einzuladen. Inzwischen dürfte vanderbilt
werden. . - ,rc I.
- Unfallmelbungen zur Herbeirufung von HulseI. m Unglücksfällen (bei Feuers- und Wassersgesahr, in Krank- > heitsjällen, bei nächtlichen Diebstählen u. dergl.) können,^ wie uns amtlich geschrieben wird, nicht allein in Form von -teh> arammen, sondern auch durch Unfallmeld cgcs p rache übermittelt werden. Unfallmeldegesprächc sind zwischen offent- lichen Sprechstellen, zwischen Fernsprechanjchlussen sowie zwischen Fernsprechanschlüssen und öffentlichen Sprechllelleu zuläffig, jedoch nur insoweit, als die Betriebs- und örtlichen Verhältnisse die Herstellung der erforderlichen Sprechverbind- ungen ermöglichen. Die Abwickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffentlichen Sprcchstellen kami aus naheliegenden Gründen während der Nacht nur solchen Personen gestattet werden, die dem Verwalter der öffentlichen Sprechstelle bekannt sind; sie ist ausgeschlossen, wenn der Apparat im Schlafzimmer untergebracht oder die Verwaltung der öffentlichen Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben die Empfänger der Unjallmeldungen fernen Fernsprechanschluß, so können sie, sofern es die örtlichen Verhättniffe gestatten, an den 'Apparat einer öffentlichen Sprechstelle herangerufen werden. Die Gebühr rur em m der Nacht abzuhaltendes Unsallmeldegespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt a) im Ortsverkehr 20 Pfg-, b) im übrigen Verkehr daS doppelte der für ein am ^Tage ju führendes Gespräch von gleicher Dauer festgesetzten <-atze, mindestens jedoch 50 Pfg. Für Unsallmeldegejpräche in den Dtenstpausen der Vermittelungsstellen während deS Tages werden außer den gewöhnlichen Gesprächsgebühren besondere Zuschläge nicht erhoben. Für das Herbeirufen von Personen I Gn den Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verhalt- nlffen überhaupt ermöglichen läßt, beträgt die Gebühr 25 Pfg. Die Gesprächsgebühren und die Gebühren für das Herbci- rufen werden auch dann erhoben, wenn das Gespräch aus -irgend einem Grunde nicht zu Stande kommt.
o Wies eck, 14. Juli. Unser Krregerverein feiert am. nächsten Sonntag sein 3 0 j ä h r i g e s S t i f t u n g s s c st und 25jahriges Fahneujubiläum. Verbunden damit! ist das Bezirks fest des Hassia-Bezirts Gießen. Dor mittags 10 Uhr ist Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal, nach- mittaas Festzug imb Ueberreichung von El)rengaben au den Jubelverein unb verdienstvolle Mitglieder. Als ^stplatz 'iit die Wiese am Philosophemoalb erwählt. .
tz Butzbach, 15. Juli. Von der Arbeitsstätte in Untersuchungshaft gebracht wurde ein Maurer aus Gambach. Er soll gegen eui feiner Lbhut aus dem Nach- Lauseweg anvertrautes schulpflichtiges Mädchen sexuell sich vergangen haben. Der Ulmin ist Ö9 Jahre alt und Witwer.
q Friedberg, 14. Juli. Die Enthullungs- ieier des Kriegerdenkmals verbunden mir einer| Zusammenkunftderin der ehemaligen Garnison F-rieb- berg gedienten Jäger des vormaligen Garbe^ager- Bataillons sinder nächsten Sonntag statt, ^er Appell ber Jäger ist vormittags halb 11 Uhr in Steinh äusers Bier- narten, wo der ehemalige hessische Jägeroffizier O b e r st a D. Becker aus Darmstadt einen Vortrag hält über den Kampf des 1. Hess. Jäger-Bataillons am 18. August 18/0 bei Gravelotre. Die Enthüllung uno Weihe des Denkmals geschieht um 2Vi Uhr. Nach diesem Festakt ist aus der in städtische» Seewiese, dem früheren Exerzierplatz des ^agar- ' Bataillons, ein großes Volkssest. Am Denkmal werden rur^eit die legten Arbeiten ausgeführt, die Figuren unb Reliefs angebracht. Hergestellt ist es von Architekt Hartig- Aachen und Bildhauer Hammerschmidt-Dustcldors. Zu den. Feste haben über 40 Vereine ihr Erscheinen zugesagt.
+ ulsa, 13. Juli Heute morgen ging hier ein starkes Gewitter nieder, das einen wolkenbruchartigen Regen im Gefolge halte, der mit Hagelkörnern untermischt war. Letztere haben dem nahezu reifen Getreide glücklicherweise keinen Schaden gebracht, doch i)t durch den plötzlich eintretenben starken Regenguß besonders an abi$yj,il9cn Stellen die fruchtbare, lockere Ackerkrume vollständig
en 14. Juli. Im Wettbewerb um den Bau des Dresdener R a t ha u s e s hat das Preisgericht beute Entscheidung actroffen. Es wurde kein erster Breis zuerkannt. Dagegen erhie ten nneite Preise zu je 1000 Mark: Architekt Krott)- Darmstadt, derselbe, der den ersten Preis beim Wettbewerb um den Rathausbau in Kassel erhielt, Regierungsbaumeister Ostendors-Berlin, der schon beim ersten Dresdener Wettbewerb einen Preis erhielt, die Architekten I a e n i ck e unb W t l m s e n '^ertm, Aräutekt M edel -Freidurq i.B. Zum Ankau empfohlen wurden die Entwürfe von Kuhn-Heidelberg, Bossow und Viehweger-Dresden.
— Tie „Mediz. Reform" hat eine bemerkenswerte statistische llntersuchung über die E i n k o m m en d er A e rzt e u n der Rechtsanwälte aufgestellt. Darin heißt es. „Von den Aerzte Berlins hatten im Jahre 1902-durch Praxis und Vermögen em Gesamteinkommen üou unter 6000 Mk. 30,9 v. H. ^on den Be Imer Rechtsanwälten hatten nur 10 v. H. eme gerinae Bern einnahme ohne Hinzurechnung des Vermögens. Eine Gesamtem- nadmL von 3000-5000 Rck., die immer noch em ungenügendes Einkominen darstellt, hatten von ben Berliner Aerzten 17,3 v. H., während von den Rechtsanwälten nur 12 v. p. eine Berussem' nalnne in gleicher Höhe hallen. Ucber cm Gesamteinkommen von 5000—10 000 Ml', verfügen in Berlin nur 27,8 v. H. ber 4crit, nmhrcnb von den Rechlsanwalten 50 v. H. eme gleich hohe Em na°mie^ lediglich aus ihrem Beruse hatteii. Bei Einkommen von 10 000—15 000 Alk. ist das Verhältnis der Aerzte zu den Rechts anwälten 7,5 : 12 v. H. - Ist hiernach das lLin ommen der Rechtsanwälte allem aus ihrem Bernie m allen Stufen schon bedeutend höher, als das gesamte Ein kommc ber Aerzte, so wird dieses Verhältnis zu m^nnslen der letzteren
gefüllt. , . „
♦ Als Beweis für die g e su n d en Ne r v en einer Frau wurde dieser Tage erzählt, daß diese ihr Söhnchen, das unter die Räder einer Lokonwtive geraten aber unversehrt davongekommen war, mit einer eracht Prügel bedacht hatte. Ich kann aus meinen Erinnerungen rwei Gegenstücke zu diesem Geschichtchen zum besten geben. Als nchicd Mädchen war iefi beim Spielen ui einen Teich gefallen, in dessen Mhe zu kommen mir streng verboten mar. Mitscheklatschenaß und unter jämmerlichem Geschrei wurde ich meinen Eltern ins Haus gebracht, wo mich, statt des mit absoluter Sicherheit von mir erwarteten trost- । Heben Zuspruches ebenfalls eine Tracht Prügel empfing. Zu jener Zeit wurden nämlich sogar die Heinen Mdchen wegen Ungehorsams gehauen, heutzutage passiert das dem größten Dengel nicht mehr. Ob's meinem Vater Vergnügen bereitet hat, mir das nasse Röckli auszuklopfen, weiß uh liicht; mir erschien das auf jeden Fall höchst überflüssig, ja mehr noch: in Anbetracht des traaischen Motwev: Wie leicht hätte ich ertrinken können! als der „Gipfel der Herz- Loiiafeit". Ein Borivurs, den ich meinen Eltern enipürt ins Gesicht schleuderte, nachdem die Exekution vorüber unb mein Tränenstrom versiegt war. Gott weiß, wo ich! vier- .ähriger Mmr^ den Ausdruck ausgejchnappt hatte. Etliche Jahre später erst sollte mir der Unterschied zwischen pädagogischer Getvissenhastigkeit und tatsächlicher Herzlosigkett klar werden. Wir, d. h. meine Eltern und ich, beteiligten uns an einer Morgendampsersayrt über den „^ammschen See der, in der Nähe meiner Vaterstadt gelegen, einen entzückenden Rundblick über diese und die sie umgebenden Städtchen und Dbrfer, Wiesen und Waldungen gewahrt. Doch es ist ein sehr tückisches Gewässer, seiner Untiefen und mehr noch seiner üppig wuchernden Schlingpflanzen wegen, die ein Entrinnen aus der Flut, hatte einmal ein Unglück stattgejunden, in den meisten Fällen unmöglich machte Aus jener Fahrt nun fiel ein kleines, etwa sechsjähriges Mädchen über Bord. Im Augenblick seines Sturzes kreischte eine Frauenstimme gellend auf: „Ach Gott, Mme. Dein neuer Hut!" Und tatsächlich, um den Hut war s denn ' auch geschehen, das Kind aber wurde gerettet, —er Steuermann hatte es mit der ihm handlich zur oexte stehenden langen Hakenstauge packen und damit emporzieh^i können, noch ehe es in der Tiefe versunken war. Doch war es beim Hochziehen wohl mit dem Köpfchen an die Seitenwand des SckjifjeS geschlagen, denn, aus Teck niedergelegt, war das Kind ohne Bewußtsein. Unter den Bemühungen eines zufällig anwesenden Arztes schlug es bald die Augen wieder auf, es konnte sich erheben, gehen und wurde nun der seitwärts harrenden Mutter zugefuhrt. Und diese empfing ihr Kind mit den keifend hervorgestoßenen Porten. ,,Na ja, siehste, uu haste doch'n neuen Hut gehabt; im denn das Kleid — nu sieh mal bloß das Kleid an. Das freilich sah böse aus, der Schisjshaken hatte großes Loch hineingerissen und mit erstreckten 'Augen bhate öic Kleine darauf nieder, bann scheu bucEenb, benn bie Mutter erhob schon die Hanb zum schlage. Aber hefttg wurde ihr Arm beiseite gerissen. Dem Vater war es endlich gelungen, die Menge der neugierig Lauschenden ^unb ^chauenben zu burchbrechcn, in maßloiem Grimm bic tfcmx schüttelnd, daß ihr Zetern und Keifen verstummte, schrie er ihr ein „Herzloses Weib!" zu. Dann nahni er bas zitternb baneben stehenbe Kind auf ben Arm, hüllte es ! m seinen Ueberzieher unb setzte sich nut ihm an den Schornstein. So faßen beibc bis zur Beendigung ber Sa^t. die kleine erschöpft bas bleiche Okfidjt an bes Vaters Schulter I bergenb, von seinem Arm schützrnb umfangen, wahrenb er düsteren Blickes regungslos vor sich hinstarrte. D^i.Hut der Kleinen aber schaukelte weiter und immer weiter, von Welle zu Welle getragen, bis der Nix d^s Sees ihn sich endlich herunterholte und aus sein triefendes Haupt siulpte. Das Kindchen jedoch, dem einst er gehört, lag wenige rochen !,pater auf der Totenbahre, im schlichten Blondhaar ein
Kränzlein von weißen Rosenknospen, ^ener Sturz über ' Bvrd war ihm doch ziim Verderben geworden.__ _
wurden mit Mühe gerettet. V
* Ueberschwemmungen. Wie die „Rem. Ztg. berichtet, ist die Kirche in Arno l d s dorf im südlichsten Zipfel des schlesischen Kreises Neisse unweit Zuckmantel
g i samt dem Turme ganz eingestürzt und auch der mit emer festen Mauer umfriedete Kirchhof ist zerstört. Die ^^on
J ollen zumtell fortgeschwemmt sein, sowie zumteil vm. Dorfe 1 umherllegen. - Im galizischen Weichselgebiet wurden insgesamt gegen 300 Ortschaften mit etwa emer Million Einwohner überschwemmt. Tor Scheiden betragt viele Millionen Kronen. Besonders schlecht steht es in der Stadt Sosnowiee, die teilweise überflutet ist. Die Bewohuer flüchten ins Gebirge. Die Salzgrubenvrte Wiellezka und Äochnia befinden sich zwei m?eberschwemmEgesahr. Die letzten Nachrichten lauten günstiger. Die Stadt Ostro- wietz an der Weichsel ist nahezu zerstört. Bei Sandonur stehen 1000 Quadratkilometer unter Wasser. In CRuff I Polen ist aus den meisten Eisenbahnstrecken der
Der kehr eingestellt. — Heber Unwetter in Spanien S Nach 14tügiger entsetzlicher Hitze stellten siw im Norden und im Zentrum von Spamen furchtbare
I Gewitter ein. In Madrid wurden nach dreistunoigem Platzregen die meisten Straßen überschwenimb Der Mazanares I ist ous feinen Ufern getreten. In Tvledo verwüstete em
Hagelwetter den größten Teil der Ernte völlig. ,
I 1 * on s chweren llngluckssallen wuroen drei Offiziere des 2.Brandenburgifchen Feldartillerie-Regiments hir 18 rvahrend der Schießübungen ui Jüterbogk be» | troffen. Em Oberleutnant stürzte mit dem Pferde und brach
weaaeschwemmt worden. .
y. Gillingen, 13. Juli. Der hrefige Gesang herein beging gestern fein 25jähriges 2-tifmngsfest, wozu 23 auswärtige Vereine zum Teil aus recht beträchtlicher Entfernung erschienen waren. Nackjdem der übliche offizielle Teil des Festes vorüber war unb eben ber Gesangverein ton Stomsels sein Festlieb vorlrug, ereignete sich ein recht' traurtgcT UnglütUtaH. Durch ein unvorsuhllg weg. aerooirer.cd brennendes Slleichholz oder auch wohl emen “;qarrenreft waren die bujtigen etber eines Mab- eßens das dem gemischten Chor von Wolservheim ange- borte, in Brand geraten, uno da es che Unvor>ichllglell beaina aus der Halle ins Freie zu lausen, jo schlugen die klammen augenblicklich meterhoch über ihm empor, obwohl man 7hm soport die Weiber vom Leibe mg trug es d°ch Achtet man derartig gefährliche grandrounden daüon daß es sosorr stck) iM Norde iÜ das ürantenhaus nach Hungen gebracht werden muple.
Auch durch das etwa um 6 Uhr herembrechenoe ^wll er bas yoe; stunden anhielt, wurde der Berlauf des Festes bm-Sha. Der Blitz schlug in ben Turm unserer! »llcke ohne jedoch zu zünden Trotzdem aber richtete ct
i derselben große Verheerungen an.
ß. Udenhausen, 13. Jul.. Weitem wurde hier oatz »rel-jch.eßen des hiesigen Äxicgetvereuis m der üblichen
Tüti-ikeit beginnen und Weise mit Festzug durch baß Dorf, Fcsirebe auf dem Fest-1 i ' men. „laß, Volksbelustigung re. abgehalten, unb verlief alles auf j ■ -big- beste. Segen 71/, Uhr mußte das Fest bc8 herankommenbcn ' ' UnroettcrS wegen im Freien abgebrochen werden. Um 8 /, uyr begann der Ball in Hamels Saal, ber btc Ji.genb und auch manche Alten dis zum frühen Alorgen beisammen hielt.
a. Marburg, 14. Juli. Auf dem hiesigen ®ütei-1 bahnhofe beging heute morgen ein Angestellter des Bahn- s spediteurs Schneider die Unvorsichtigkeit, nut einem bTen- nenben Streichholz in ein leeres, vorher nut Spiritus ge- fültt gewesenes Faß zu leuchten. Die m demjelben be- \tnblichcu Gase explobierten unb rissen bas ^us einander, wobei der Bebauernswerte nicht unerhebliche Verletzungen an dem einen Bein bavontrug, bic sofortige üretliche Hilfe nötig machten. .
" V Marburg, 13. Juli. Mit bem Bahnbau einer nonnalspurigen Kleinbahn durch den^EbSbor f er Grund ist dieser Tage begonnen worden, eue fuhrt von Bahnhof 3üb" Über Kappel, Donhausen, Bortshaufen, Ebsdorf, Leidenhofen, Heskem, Mölln nach Dreihausen. Der spatere Wufdiluß an die Bahn Lollar-Grünberg ist fo^ Qiit iure bc> I ! schlossen, ebenso die Verbindung nach ber strecke Krrch-I bain-Nieder-Geinünden. Auf der nun begonnenen Strecke Marburg-Süd-Dreihausen bieten sich mit Ausnahme bei Dortshusen, wo ein Höhcnzug der Lahnberge, zu burch- schneiben ist, keine nennenswerten Gelanbeschwierrgtetten. I Die neue Strecke ist Eigentum bes Kreises Marburg. ^ Franksurt a. M., 14. Juli. Em Bilb schönster Farbenwirkung bieten bic Blnmenaiilagen im P al m e^n- garten hier, welcher jetzt in reichster sommerlicher Toi- rotte prangt. Nicht nur bie Farben-Zusammenstellung, son° bern auch bic Gesamtgruppierung unb Führung der Zeich- nunq verleihen dem Ganzen den außerordenllich harmoni- jchen Anstrich, der ein Gesühl der Befriedigung über das wohlaelungene Werk hervorbrmgt. -Apart in Zeichnung und in pünktlichster Ausführung präsenlleren sich die großen I Tevpichbcetc, welche bcfvnderes Jntere, stunden. Außer dem Blumenparterre sind es noch die Gewächshäuser,^ deren vielseitiger Inhalt an Blüten- und Blattpflanzen immer neues zeigt und bann finden wir hinter die,en Hausern einen herrlichen Flor von Nelken, der jich eben zu entwickeln beginnt und demnächst einen Hauptanz.ehungspunm des Gartens bilden wird.
Diez, l4. Juli. In diesen Tagen werden es f u n fzi g Jahre, daß der im Zuchthaus auf unserer alten Berg- roftc iuliafticrtc frühere Barbiergehilse Michael Keller aus Frankfurt a. M. oci- Ermordung und Beraubung des Schlosfermcisters Weichand von dort angeklagt und jpater wegen dieses Verbrechens zu lebenslänglicher Zuchthaus- strafe verurteilt wurde. In dem Niordprozesse wurde Keller einerzeit überführt, seinem Lpser währeiw des Rasierens die Kehle durchschnitten zu haben; die halbfertig- gestellte Rasierarbell wurde zum Verräter jur den seine - Unschuld beteuernden Angeklagten, der den gegen ihn vor-I : liegenden Verdacht übrigens noch burch seine p-lucht nach ' I Mannheim befiärttc. Ein Mitgefangener Kellers Hal spater I im peinlichen Verhöx erklärt, der Verurteilte habe ihm mllgeleilt, die geraubten Wertsachen seien von ihm am Mainufer oerftcat worden; man janb sie bann an der bezeichneten Stelle auch auf. Trotzbem b e haupret Keller, der nun ein ganzes Menschenalter hinter ben Mauern bes Zuchthauses verbracht har, auch heute noch, er (et un- f d) u l b i , unb bic ihm wiederholt angetragene Begnadig, una soll er abgelehnt haben — es sei beim, man djabige ibn für bic nach (einer Meinung unschuldig un Zuchthauie^ verbrachte Zell. Diesem Verlangen konnte naturlid) nicht stattgegeben werden: der Sträfling blieb im Zuchthause und ist dort ein Greis geworden, der die adjtzig pber- (dritten und wahrscheinlich seinen Lebensaöeiib hinter Kerkermauern auch bejdjließcn wirb. Pshchologflch nid)t rcd)t ertlärlid) ist bas von Keller bie langen ^aljre hindurch bis ins hohe Alter fortgesetzte Beteuern jemer llw- ichuld; vielleicht i|t ber Glaube daran in ihm nach und nad) zu krankhafter fixer Idee geworden.
am Freitag dieser Woche mit ihrer c. v ebenfv wird das Schöffengericht während bet Ferien tat Bon Zivilsachen finden bekanntlich nur diejenigen O-Tleitg« UNO, welche eilig find und als „Ferienfachen" vehandcu werden - Die „9kordd. Allgem. Ztg." fehl echt: Wahrend der Gerichtsjerieri wird die Spruchtatigkeit des Reichs-, v er s i ch e v u n g s a m tes, wie tn den früheren Jahren, eine Einschränkung erfahren. Vom lo. Juli biv lö- September werden zur Erledigung besonders eichedürftiger Sachen sowohl in Uniall>, wie in Jnvalidenversicherungs- streitigkeiten wöchentlich mehrere Sitzungen stattfinden. Aus die Fristen zur Einlegung der Rechtsmittel des Rekurses und der Revision (einen Monat vom agc der Zustellung aeredmet) hat die Forderung keinen Einfluß.
»• Oberbürgermcister Mccum wird wahrend seines auf 14 Dige berechneten Urlaubs die Ätäbte-Ausstel--! lang in Dresden besichtigen und ist zu diesem Zwecke bereits in der sächsischen Residenz cingetroffcn. — Der von bem Kaiser am 1. September beabsichtigte Aufenthalt ml Dresden wird im Hinblick auf die bevorstehenden Manöver emen militärischen Charakter tragen. Der Kaiser wird jedoch sodann nach kurzem Aufenthalt im Königlichen Schlosse die Deutsche StäbteauLstellung besichtigen unb daselbst von dem AuSjchuffe der Deutschen Stadteausstellung und den zum evftcn Deutschen Stadtetage versammelten S t a d t v er- tretern aus dem ganzen Deutschen Reid)e begrüßt


