Wähler!
In letzter Stunde erscheint ein Flugblatt der Köhlerpartei, welches auf der einen Seite die tioii Herrn Schlenk« unterzeichnete Auslassung bringt „Warum wir Herrn Heyllgenstaedt nicht wählen wollen64. Aus der anderen Seite artet dieses Flugblatt aus in düs bekannte von diesen Ehrenmännern fortgesetzt geübte öde Geschimpfe. Herr Heyligenstaedt wird darin bezeichnet als der Vertreter „der Millionäre, der Fabrikanten, der Grossstädter, der Börsenwucherer, der Advokaten, der Juden, der üppigen Juristen, der überreich bezahlten Beamten etc. etc.66 Am Schlüsse werden die Städter „städtische befrackte Schwindler” genannt.
Es ist dies ein würdiges Seitenstück zu dem bereits gekennzeichneten Schreiben pes Abgeordneten Köhler, in welchem von „übergeschnappten Professoren, verhetzten Dummköpfen, geistig beschränkten Handwerkern, gewissenlosen Egoisten, Strebern etc. et«.66 die Rede ist.
Wähler! Gebt diesem Hetzer aus sein jedes Anstandes entbehrendes Verhalten die einzig richtige Antwort! Bleibe keiner zu Hause! Wählet Alle
qerrn heyligenstaedt
und sichert dadurch unserem Wahlkreise wieder eine intelligente und würdige Vertretung!
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Das liberale Wahlkomitee.
Bekanntmachung.
Bei der in der Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung vom 11. ds. Mts. vorgenommencn planmäßigen Verlosung der om 1. Oktober ds. Is. zur Rückzahlung fommenben Schuldverschreibungen der Anlehon der Stadt Gießen aus den Jahren 1890 und 1892 sind folgende Stücke gezogen worden:
a. vom 1890cv Nnlcheu:
Lit. A. Nr. 5^8§, 9L,und 11p ä 2000 Mk.
„ B. „ «,.189, 2yl^ 2U, 248. und 250 ä. 1000 Mk.
, C. w m, Kj» 222. 3M 385, 395, 4Ü0, 445 und 450 ä 500 Mk.
. D. . •"
, E. , 54'unb 64 5 200 Vik.
b. vom 1892er Anlehcu:
Lit. F. Nr. 58^59 unb 67> 2000 Mk.
„ 6. , 93x4 1000 Mk.
„ H. N 2%- 46.unb 90 A 500 Mk.
. J. „ 46. über 300 Ätk.
. K. „ 9übcr 200 Mk.
ES wirV bie8 mit dem Bemerken zur Kenntnis der Besitzer der vorbemerkten Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben und zwar:
a. von dem 1890er Auleheu: bei der Stadtkasse Gießen, bei der Deutschen Genossenschaftsbank von Sörgel und Parrisius und Cie. Lonnnandite Frankfurt a. M.
b. von dem 1892er Auleheu: bei der Stadtkasse Gießen, bei dem Bankhause A. Heichelheim in Gießen, ■ * ■ Evhraim Mener unb Sohn in Hannover,
* ■ e Mener und Plaut in Kassel,
Gebrüder Neustadt in Frankfurt a. M. enolgen kann, sowie das; die Verzinsung mit dem 1. Oktober 1903 aufhort.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß die im vorigen Jahr allsgeloste cchuldvcrschrclbung des 1890er Anlehens Lit. 0. Nr. 43 über 500 Mk. bi§ jettt zur Rückzahlung nicht präsentiert worden ist.
Gießen, den 13. Juni 1903. 4793
Der Oberbürgermeister:
_____________________M ecu in. ____________________
Hvfraiteoersteigerung.
3ni Konkurs des Kaufmanns Christian Scheer von Angersbach 'Station der Bahnlinie Gießen—Fulda) kommt
Donnerstag, den 18, Juni nachmittags 5 Uhr bic Hosraite mit daransloßenden Nebengebäuden und Lagerräumen sowie ein Grabgarten und Accker und Wiesen im ersten Gcmeindewirtvhaus zu Angersbach nochmals öffentlich meistbietend zur Versteigerung.
Das Wohnhaus eignet sich infolge seiner vorzüglichen i>age an der Staatsstraße Lauterbach—Fulda und durch seine bedeutenden Nebcnräumc zu jedem Geschäftsbetrieb.
Seither mürbe ein Kolonialwarengeschäft, verbunden mit Mühlenfabrikaten, Landesprodukten, Samen- und Eisenhand- lung und eine gutgehende Wirtschaft darin betrieben.
Sämtliche Gebäude sind in sehr gutem Zustande erhalten.
Reflektanten belieben sich wegen Einsichtnahme der Gebäude und der näheren Bedingungen an den Unterzeichneten zu wenden.
Lauterbach, den 13. Juni 1903.
4777 Wahl, Konkursverwalter.
im Mmmml!
Ihre Argumentation in Nr. 133 ist in der Tat überraschend. Wenn Sie für Ihren Freund nichts Empfehlenderes mehr ins Feld zu führen haben, als daß wir ihm dankbar sein müssen, uns durch seine Opserwilligkeit während der langen Jahre seiner Pflichtversäumnis vor einem Sozialdemokraten bewahrt zu haben, so scheint dem alten Kämpen die Munition auSgegangen zu fein. Darum haben Sie das Richtige getroffen, wenn Sie Ihre wunderbare Auslassung als Schlußbetrachtuug gelten lasten wollen. Wundern muß man sich auch über den zweiten Teil dieser Betrachtung. Ist es Ihnen nicht bekannt, daß der weitaus größere Teil der Industriellen, namentlich der an der Exportindustrie beteiligte, eine ablehnende Haltung eingenommen hat schon zu den erhöhten Positionen des Zolltarifentwurfs, da auf dieser Basis
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nie und nimmer günstige und langfristige Handelsverträge zu erlangen sind? Unsere Hochschutzzöllner — das müßten Sie zu unterscheiden wissen — befinden sich im Lager der Großindustriellen, der Besitzer von Spinnereien, Hochöse« rc., die u. a. im be
kannten Zentralverband ihre Vertretung finden. Diese waren seit der Jnaugurrerung der Schutzpolitik bei allen einschlägigen Zolloerhandlungen in Verfolgung von Sonder- interessen bereit, mit den Großgrundbesitzern zu paktieren, um sich unter gegenseitiger Unterstützung beiderseitige Zollvorteile auf Kosten der Allgemeinheit zu sichern und nach gebotener Möglichkeit zu mehren. Immerhin waren diese Großindustriellen so klug unb weise, unter allen Umstanden für die Erreichung langfristiger Handelsverträge einzutreten, die Sie bekämpfen. Ihr Vorwurf der Nimmersatte» Begehrlichkeit trifft darum in erster Linie allem Ihre treue» Bundesgenossen.
Si tacuisses!
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Bekanntmachung.
Das unterzeichnete Komitee wird sich am Abend des Wahltages, DieuStag den 16. dS. MS., abends, m der Restauration Fcidel dahier zur Kenntnisnahme des Wahlergebnisses versammeln.
Die Wähler werden zum Erscheinen fteundlichst eingeladen. 4775
W liberale Mllowittt.
Wohnungs-Einrichtungen.
Dekorationen Betten
Möbel . -0
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Uebemahme kompletter
va§ Wahlbureau S de» Liberalen Wahlausschusses befindet sich im Aquarium E Wallthorstratze 5.
Meim's KillkWiMW verlängert seinen Aufenthalt voraussichtlich bis Mittwoch.
8^* Jeden Abend neues Programm.
“$ö4 Die Direktion: Wieizau.


