Ausgabe 
15.6.1903 Drittes Blatt
 
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4. Montag den 22. Juni l. I., vorm. 9 Uhr,

Stein 6,6 bei Södel von der Strafe SödelMelbach.

5. Dienstag den 23. Juni l. I., vorm. 8 Uhr,

Kilometerstein 29,6 in der Nähe von Bad-Nauheim.

6. Mittwoch den 24. Juni 1. I., vorm. 8V2 Uhr,

Chauffeehaus bei Dortelweil von der Straßenpflanzung

Uhr, Butz- 4697

daselbst und um 11 Uhr am Abzweig der Straße Vilbel Offenbach von dieser Pflanzung.

für Haushaltungen im Werte von:

Mk. 10000.

, 2UOUO.

30000.

Kouponpolicen über:

Dtt. 5000. , 10000. , 15000.

7. Donnerstag den 25. Juni l. I., vorm. 8 nächst der Brücke am Stein 13,8 von der Straße bachAch.

Friedberg, den 11. Juni 1903.

Der Großh. Kreisbauinspektor.

I. A.: Ccllarius, Regierungs-Baumeister.

Kirschenversteigernng.

Die diesjährige Kirschenernte von nachoerzeichncten Straßeupflanzungen im Kreise Friedberg soll wie folgt ver­steigert werden:

1. Donnerstag den 18. Juni l. I., vorm. 8 Uhr, an der Ackerbauschiüe bei Friedberg von der Straße Fried­bergHomburg und um 11 ,/a Uhr am südlichen Eisenbahn- vtadukt bei Niedcr-Wüllstadt von der Straße zwischen Nieder- Wöllstadt und Okarben.

2. Freitag den 19. Juni l. I., vorm. ll3/4 Uhr, am Chausseehaus bei Ilbenstadt von der Straße Ilbenstadt Assenheim.

3. Samstag den 20. Juni l. I., nachm. 2 Uhr, am südlichen Ausgang von Fauerbach von öcr Straße Fauer­bachOssenheim.

Lieserrmgs - Verdingung.

Die Lieferung von ca. 2470 Zentnern Anthrazitkohlen II, 1815 Zentnern I und II gew. Nußkohlen, 500 Zentnern melierte Kohlen, 150 Zentnern Elerformbriketts (Zeche Alte Hase), 2480 Zentnern II Hüttenkoks und 800 Zentnern Hütten­großkoks, 150 Zentnern Braunkohlenbriketts aus der Grube Wölfersheint, 22 Raummetern Buchen-Scheitholz und 81 Raum­metern Tannenscheitholz soll auf dem Wege öffentlicher Ver­dingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 27. lfd. Mt§., oornuttags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung der­selben auf unserer Amtsstube stattfindet, verschlossen unter der AufschriftAngebot für Brennmaterialien" bei der unter­zeichneten Behörde einzureichen.

Die Lieferungsbedingungen sowie das Verzeichnis der beziehenden Institute rc. können auf unserer Schreibstube lBismarckstraße 22) eingesehen werden.

Gießen, den 10. Juni 1903.

Großhcrzogliche akademische Administrationskommission.

In Vertretung des Kanzlers:

Zu weiterer Auskunft und zürn Abschluß von halle "ich mich bestens empfohlen.

MnW Kcutt-VcMcmgö-WGch (iolonm.

begründet 1839.

«aranticmittcl Mark 21078 254..

Die Gesellschaft übernimmt außer Feuerversicherungen unter liberalen Bedingungen und zu billigen Prämien auch

Versicherungen gegen Einbruch "Ttev af)L

Warcn-Verstcigcrung

Dienstag den 16. und Mittwoch den 17. Juni, jedesmal vormittags 9 und nachmittags 2*/a Uhr beginnend, versteigere ich in dein Hause Nordanlagc 7, im Hinterhaus, lachverzeichnetc Warenbestände:

Porzcllanwarcn: Kaffeeservice, Taffen, Töpfe rc., Waschtrüge, Waschgarnituren, große Quantität (SmmUclVanil, ^'aus- und Küchcngerät- schaften, Bilder, Spiegel, Biergläser, Bierservicc, Kuchentcllcr und diverse Glaswarcn, vcffere Herren-, Damen- und Knaben-Stiefel, sowie sonstige Rcstbcstände eines früheren Warenhauses.

Prämie:

Mk. 5. -

10.

Heugras-Verfteigerung

der Stadt Gießen.

Montag, den 22. und Dienstag, den 23. Juni 1903, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heugras von dar städtischen Wiesen, von Dem Friedhof und von den Anlagen- vor oem Friedhof meistbietend oer|teigert werden und zwar:

Montag, den 22. Juni 1903:

a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie das Gras von einer Wiese auf dem Sellersberg,

b) am Neueuwegertor von den Wiesen im Heegstrauch und in der Stephansmark,

e) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 18), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wiesecktal und von 2 Hospitalwiesen, sowie 2 Pfarreiwieien in der Gemarkung Wieseck, und um 5 Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schmarzlach.

Dienstag, den 23. Juni 1903 :

e) von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzen morgen, Ulersbrumien und Altentisch,

f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, g) nachmittags */,3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten-Bujeck,

h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- Buseck.

Die Zusammenkunft ist am 22. Juni am Neustädtertor, am ^8. Juni in den Ochsenwiesen.

Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 12. Juni 1903. 4723

Der Oberbürgermeister.

Mecum.

Ziehung bestimmt 20. Juni 1903.

J. Stürmer, Strassburg i. B.

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Forderungen und son­stige Ansprüche an den Nach­laß des am 16. Mai dahier verstorbenen Kunstmalers Otto Fritz sind bei Meidung vorläufiger Nichtberucksichtig- ung alsbald bei dem Unter­zeichneten anzumelden.

Gießen, 13. Juni 1903.

Römheld [4745 Rechtsanwalt und Notar.

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dcrGräfl.Oberförfterei Arnsburg.

Donnerstag d. 18. Juni, beginnend 9 Uhr vormittags im Kloster, sollen die Wiesen der Gemarkungen Arnsburg und Kolnhäuser in Losen von 1 bezw. 2 Morgen nach näher bekannt zu gebenden Beding­ungen aus 9 Jahre verpachtet werden. Anfang für Koln- hausen gegen 10 Uhr. [4676 Versteigerung.

Dienstag, den 16. d. MtS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar­zahlung:

2 Bettstellen mit Matratzen, Geratschrank m.Aufsatz, 6Rohr- stühle, 1 Spiegel, Göthes, Schillers, Lenaus, Lessings und Shakespeares Werke, 4 Bände Weltgeschichte, Brockhaus Kon- servations-Lexikon, 1 Pserd, 2 Wagen und sonstige Möbel aller Art. 4737

Born, Gerichtsvollzieher.

Eine Anfrage sine ira et Studio an Hmn Okkmmklüt Schiente.

Einsender möchte Sie daran erinnern, daß Sie nicht allezeit von dem landwirtschaft* lichen Notstand ohne zwischen dem Osten und Westen und der Art der Betriebe zu unterscheiden durchdrungen waren. In Ihrem meist nur dem Notschrei geöffnete» agrarischen Herzen fand einst in Anerkennung der reichlichen staatlichen Zuwendungen outl­ine Dankbarkeit Raum gegenüber unserer Regierung. Diesem Dank, gaben Sie anläßlich der ersten Ausstellung der Hessisch-Naffauischen Herdbuchgenossenschaft als Festredner in fröh­licher Tafelrunde im Hotel Einhorn in warmen Worten Ausdruck und betonten ausdrücklich (dies Ihre eigenen Worte, für deren richtige Wiedergabe Einsender jederzeit einfteht):

Wir hessischen Landwirt«' stehen wunschlos da."

Eilt anwesender preußischer Landrat äußerte im Laufe der Unterhaltung seine großt Befriedigung über die gewonnenen Eindrücke mit dem Bemerken, daß an eine staatliche Fürsorge für die Landwirtschaft in Preußen auch nur in ähnlicher Weise nicht r i denken sei. (Die betr. Zuschüsse in Hessen und in Preußen sollen im Verhältnis von etwa 43 zu 23 stehen.)

Auf alle Festgcnossen machte Ihre Festrede den wohlthuendsten Eindruck. Die außer­halb der Landwirtschaft stehenden Teilnehmer sagten sich, daß die Million doch nicht umsonst hinausgegeben sei, womit dem Uebermaß auch dieser Liebesgabe wenigstens im Hessen­lande fernerer Begehrlichkeit ein Riegel vorgeschoben sei. Man gab sich der trügerischen Erwartung hin, daß nun auch auf Seilen der bcgnaöetcn Landwirtschaft sich em Ver­ständnis für das Wohl und Wehe der übrigen Erwerbsstände, der Hauptträger der staat­lichen Lasten, die wahrlich auch nicht auf Rosen gebettet sind, einstellen werde, man genug sein lasse des grausamen Spiels auf Kosten der Allgemeinheit.

Und nun zum zweiten Kapitel, Herr Oekonomierat!

Welchen Umschlag hatte Ihre Stimmung erlitten, welche Wandlung war mit Ihnen vorgegangcn, als Sie wenige Wochen später am 15. September berufen waren, anläßlich der aus Staatsmitteln aufs Großartigste angelegten landwirtschaftlichen Ausstellung Darmstadt die Eröffnungsrede zu halten?

Dort, wie kurz zuvor hier in Gießen, hätte cs Ihnen zumal Se. Kgl. Hoheit ) die Ministerien anwesend waren als nunmehriger Hesse als ein Bedürfnis erscheinen sollen, in Ihrer Eigenschaft als Festredner in gleicher Welse diesem Tankgefühl unb der Be- friedigung über die Lage der hessischen Landwirtschaft Llusdruck zu geben. Das hätte Ihnen als hervorragendem Repräsentanten der hessischen Landwirtschaft zur großen Ehre ge- reicht, paßte aber wenig in das Programm des dominierenden Landwirtschaftsbundes. Es mußte vielmehr der gewohnte Notschrei ertönen, der das Doppelte der bestehenden Getreide­zölle verlangte rc.

DieKölnische Zeitung", eine gewiß zuverlässige Berichterstatterin, brachte im Anschluß an Ihre Festrede unterm 17. September eine wohl auch Ihnen bekannt gewordene herbe Kritik betr. der darin enthaltenen maßlosen Vertretung agrarischer Sondermtereffen, sowie ferner in Zurückweisung einer von Ihnen dieser Zeitung zu Unrecht gemachten Beschuldigung.

Den Kladderadatsch, mit dem die Sozialisten drohen (denen Ihre Partei fortgesetzt das beste Agitationsmaterial liefert), betrachtet der Einsichtsvolle als ein Gespenst, das ihn nicht schreckt. Aber der Kladderadatsch, welchen die von Ihnen verfolgte MrtschastS- Politik gelangt sie zum Siege im Gefolge haben muß durch den Niedergang unserer Handelsvertragspolitik, ist gleichbedeutend mit dem Niedergang mrserer volldwohlfahrt. Dann wird das deutsche Volk die Herren vom Circus Busch mitsamt ihren Aposteln, die das falsche Evangelium verkündet und ihren Gläubigen statt heilsamer Lehren eine das Gemüt vergiftende Arznei geboten haben, zur strengen Rechenschaft ziehen. 4763

Nur das harmonische, selbstlose Zusammenwirken aller Erwerbsstände kann zur Ge­sundung unserer vaterländischen Jnteresien führen. In dieser Beziehung seien Sie, Herr Oekonomierat, der Verbündete der Wohlgesinnten, nicht ferner der Fürsprecher eines nur Sonderintcressen huldigenden, seiner Pflicht als Abgeordneter so »venig bewußten Mannes!

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