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15/06/1903 Drittes Blatt
 
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153. Jahrgang

Drittes Blatt.

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Volitische Wochenschau.

Geschäfts-Empfehlungen

u-j-n br&gft StW jche Umoerfitätr-DruUerei, Sietzen.

Diese beiden aufregenden Geschehnisse vermochten selbst ein so bedeutsames Ereignis, wie das mit Spannung er­wartete prinzipielle Eintreten des englischen Kabi­netts für die C h a m b er l ain sch e n Zoll Projekte,

Wie wählt man?

Gießen, 15. Juni.

Für den morgenden Wahltag ist folgendes

bevorstehenden Re ichStagSwahlen in Deutschland in den Hintergrund zu drängen. Chamberlain. der mit dem Lande und mit dem Kabinett zerfallen schien, wurde vor >en dichtgedrängten Tribünen des Unterhauses durch ernrn starken Mann", den Mmisterpräsidenten Balfour, gedeckt. Er hat öffentlich erklärt, daß die Zollunionsplline Groß­britannien vor eine welthistorische Ausgabe stellten, wie daS kaum in Zwischenräumen von Jahrhunderten geschähe, und deshalb dürfe man vor diesen Aufgaben nicht zurück- ebenen Tas Kabinett sei zur sorgfältigen Prüfung der s)leuorbnung des großbritannischen Zoll- und FinanzwesenA bereit. Man läutet also dem Freihandel in England berat» das Grabgeläut

Während in Deutschland die Rückkehr des Geschwa­ders des Prinzen Heinrich von seiner spanischen Reise das öffentliche Interesse in nur geringem Maße fesseln konnte, brachte die vergangene Woche Frankreich ein sehr frohes und ein sehr betrübendes Ereignis. Sern Feldzug gegen Figig in Marokko hat schnell den von ihm gewünschten Erfolg gehabt, die fruchtbare marokkanische Lase, seit Jahren ein Störenfried für Frankreichs Pläne in Südalgier, fällt ihm als reife Frucht in den Schoß und es wird sie wohl festzuhalten wissen. Tränen und Jammer dagegen weckte der grauend olle Unter gang des großen Dampfers,,Liban" im Marseiller Hafen infolge eines unerklärlich brutalen DraufloSsahrenS eines Dampfers derselben Gesellschaft, lieber 100 Menschen fanden jähen Tod. Das Unglück roarf gerade kein günstiges Licht aus die Pflichttreue und das Organisationstalent in der modernen französischen .Handelsmarine. Und da der Saß im Wirtschaftsleben aucy gilt:Was den enen süt Uhl, is den andern sin Nachtigall", so erstrahlt einmal wieder auf dem Hintergrund der Katastrophe im Marseiller Hofen der Stolz des modernen Deutschland, die exakte Leitung, besonders die sorgfältige Pflege aller Rettungseinrichtungen in unserer aufstrebenden Handelsmarine im hellsten Licht. Das Wasser hat keine Balken so wird das auf den Ver­kehr unserer Gesellschaften nicht ohne Wirkung bleib«. Man hat auch in Frankreim dafür ein lebhafte- Gefühl. So ist bereits eine vom Parlamente angeregte Untersuchung im Gange, ob in diesen modernen Rettungseinrichtung«, die hier versagten, allgemein die französische Handeks- marine vor der ausländischen, vor allem der deutsch«, im Rückstände ist. Wir furchten, daß die französische Han­delsmarine diese Prüfung mehr zu scheuen hat als die deuffche.

aufgelegt noch verteilt werden.

Gut ist es auch, wenn man ein Ausweispapier cm Militärpapier ober dergleichen bei sich hat, damit man beweisen kann, wer man ist. Im Wahllokal erhält man nun ein vom Staat geliefertes und abgestempclteS Kuvert (Um­schlag). Damit geht man in die Wahlzelle, die so eingerichtet ist, daß der Wähler nicht beobachtet werden kann. Dort steckt man dann seinen Stimmzettel in den Umschlag, kommt dann wieder vor und giebt da- Kuvert dem Wahl­vorsteher, der es, so wie es ist, ohne es zu besehen, in die Wahlurne zu werfen hat. Niemand darf den Wähler beobachten oder kontrollieren, welchen Zettel er in den Umschlag steckt. Es ist wünschenswert, die Stimm­zettel ungefaltet in die Umschläge zu legen. Der Um­schlag darf verschlossen werden, daS empsiehlt sich aber nicht, weck sich sonst die Feststellung des Wahlergebnisses sehr ver­zögert Nach Schluß der Abstimmung werden dann die Um­schläge nti5 der Wahlurne genommen und nneröffnet gezählt; danach erfolgt erst die Prüfung der Umschläge und Stimm­zettel und darauf die Verlesung der Stimmzettel und Zählung der Stimmen. Wenn irgend jemand daS Wahlgeheimnis ver­letzt, so stelle man die Sache sofort durch mehrere Zeugen fest. Die Wahl dauert bi« 7 Uhr abend«. Die Wahl soll vollkommen geheim sein! Jeder soll nach seiner Ueberzeugung stimmen können, unbeeinflußt. So will eS daS Gesetz! Darum auf zur Wahl am Dienstag!

Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß folgende Stimmzettel ungültig sind: 1. Stimmzettel, welche nicht m einem amtlich abgestempelten Umschlag oder welche in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag übergeben worden sind; 2. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier sind; 3. Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen sind; 4. Stimmzettel, welche keinen ober keinen lesbaren Namen enthatten; 5. Stimmzettel, au« welchen bte Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 6. Stimm- zettel, welche eine Verwahrung ober einen Vorbehalt gegen­über bern Gewählten enthalten. Mehrere in einem Um­schlag enthaltene gleichlautenbe Stimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlag enthaltene, auf verriebene Personen lautenbe Sttmmzettel sind ungullig. Stimmzettel, über welche ber Wablvorstanb einen Beschluß gefaßt hat, sinb bem Protokoll bcizufügen. Alle anberen Sttmmzettel hat der Wahlvorsteher m Papier einzuschlagen unb zu versiegeln unb so lange aufzubewahren, bis der Reichstag die Wahl definitiv für gültig erklärt hat.

Jh. 137

tLgktch außet Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Semillei« Hättet viermal tn der Woche beigelegt

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh l'sehen Univeck^Buch- u. Gtetn- drückerei (Pietsch Erben)

beachten:

Man gehe möglichst frühzettig zur Wahl, am besten Vormittag. Seinen Stimmzettel, lautend aus den Namen des Kommerzienrats Heyligenstaedt in Gießen, nehme man sich von Hause mit. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem Kennzeichen versehen sein; sie sollen 9 zu 12 Zenttmeter groß und von mittel­starkem Schreibpapier sein. Auf dem Stimmzettel darf allen­falls auch, was für diejenigen gesagt sei, die sich Zettel au6 der Hand von anderen Leuten vor den Wahllokalen zuftecken lassen, em Name durchgestrichen und ein anderer barunter­geschrieben sein, boch ist darauf zu achten, baß die Person des Kanbibaten beutlich unb zweifelsfrei bezeichnet wird. Jebenfalls müssen bic Wähler ben Sttmmzettel schon von brau feen ins Wahllokal mitbringen; denn in diesem dürfen währenb ber Wahlhanblung Stimmzettel roeber

Kirche und Schule.

Eisenach, 13. Juni. Die Eisenacher ft trtfym* konferenz einigte sich auf einen engeren Zusammen­schluß ber beutschen evangelischen LanbeSkirchen, vorbehaltlich bet Zustimmung ber obersten Kirchenbehörden.

jährlich _

Adhole- u. RwetgfteQen nwnaHkb 65 Pk»; durch

gewesen. Sieben junge Leute faicn ohne werteres er- chossen worden, wett sie Kundgebungen gegen die Dynastte veranstalteten. Biele Opfer deS Anschlags scheinen sich verzweifelt gemehrt zu haben, denn in den Spitälern werden 17 verwundete Offiziere gepttegt. Da- Vermögen der Königin Draga wird auf fünf MillionOn Francs ge- chätzt, ES sott meist in französischen Banken angelegt ein. Wie es heißt, sott dies Vermögen als ein dem Staat mtfrembeter, unrechtmäßiger Erwerb gerichtlich bean- tmicfrt werden Wie sehr Draga den König in der Gewalt hatte, etgiebt sich außerdem aus der Tatsache, daß gegen 7 Millionen Franken auf den Namen von Dragas Schwester, Frau Persida Petrowitsch, in ausländischen Geldinstituten deponiert sind, und in Brüssel aus deren Namen ein Haus für 60000 Franken gekauft wurde. Diese Summen können ebenfatts nur dem mit Kalamitäten kämp° enden serbischen Staatssäckel sträflicherweise entnommen worden fein. Frau Petrowitsch, welche mit ihren zwei Schwestern unb Kindern sich jetzt in Sxxu^ arreft befindet, suchte bei der Regierung nach, man möge sie in- Ausland gehen lassen. Diesem Gesuche wurde nicht willfahrt, denn man will Mittel unb Wege sncyen, um die entfremdeten Summen dem Staatssäckel zurückzuver­schaffen. Ter Oberstleutnant Neja Malchin, ein Verwandter der Königin, wurde in dem Augenblick verhaftet, als er verkleibet nach Rumänien flüchten wollte. So war beim Serbien der Dynastie Obrenowitsch unb Ljunewitza Maschin ledig, und allenthalben herrschte in Belgrad alsbald rauschender Jubel. Alle Standes- und Rangunter­schiede waren toi? weggeblasen. Ob Leutnant, Feldwebel oder Gemeiner, alle waren in diesen schaurigen Stunden Brüder. Sie küßten und umarmtem einander und johlten und sangen. In ihrer tierischen Freude über da? jammervolle Ende ihres obersten Kriegsherrn hatten sie die Kokarden und affe anderen Uniformabzeichen, die sie an Alexander noch erinnern konnten, herabgerisien unb an ihre Stelle Zweige und Blumen gesteckt. Es wurde fast überall geflaggt? Die Bevölkerung hatte Feiertag. Man sah sogar am Tage noch der Bluttat in einem Restaurant den Obersten Mischitsch ruhig, als ob nichts geschehen wäre, bei einem Glase Bier fitzen, der kurz vorher un gestraft auf seinen Königgeschossen hatte. Merk würdigerweise zeigten sich auch die respertableften Männer von ber Muttat befriedigt. Alle stimmten mit ein in den Ruf:Es lebe Peter Karagevrgiewiffch?"

AnS der halbamtlichen Presse Oesterreichs kann man ersehen, daß die maßgebenden Kreise dieses Landes von Peter ftarageorgiewitsch die Wiederherstellung der Ruhe in Serbien erwarten. Heute. Montag, wird die Skuptschina über die Person des Königs entfdiciben. Neber Nacht Hai sich inzwischen eine neue Partei gebildet, bie der Skuptschina eine Vorlage unterbreiten will, in der ver­langt wird, daß ein reiner Serbe (die Mutter von Pe­ter ftarageorgiewitsch war keine Serbin^ zum .ftöntjj ge­wählt werde. Als Kandidat wird der illegitime Sohn MilanS, Jessew, ausgestellt, der sich in Konstanti nopel aufhält. Er wurde bereits davon verständigt. Es ist eine Proklamation erlassen worden, in ber es beißt: Serben? Wir wollen einen wahren serbischen König wählen. Es lebe Jessow. ber Abkömmling aus altem Ser- benhause'" Die Partei betreibt eine starke Agitation im Lande. Man befürchtet innere Wirren. Sämtliche Groß­mächte unb bie übrigen Staaten außer Rußland haben indes die Mitteilung von der fetzten Umwälzung hr Serbien offiziell zur Kenntnis genommen und sie als eine innere Angelegenheit Serbiens bezeichnet Ter afte Konak, wo sich die blutigen Ereignisse abfpielten, bietet ein erschrecken deS Bild. Tie von Dvnamit gesprengten Tvre und auf­gerissenen Fußböden, die erbrochenen ^nftcrfäbcn, die von Revolverkugeln durchlöcherten Wände und die überein- ander geworfenen vollkommen zertrümmerten kostbaren Möbel bieten ein Bild der Zerstörung schaurigster Art. Tte größten Blutfachen wurden von der Feuerwehr wqg- gewoschen. doch sind ihre Spuren noch zu sehen. Am ärgsten verwüstet ist das Boudoir der Königin.

Wenige Tage nur nach der abscheulichen mörderischen Stwatsunnvalzrrng in Serbien traf aus Wien die Meldung ein, daß der greise Kaiser Franz Josef der Gefahr, von einem offenbar geistesgestörten Individuum mit be waffneter Hand an gefall en zu werden, glücklich ent-

Gerichtssaal.

R. B. Darmstadt, 12. Juni. Schwurgericht. Der Anstiftung -um Meineib angeklagt wurden heut ber Dienft- fneebt Konrad Daldhau s-Reinherm, 20 Jahre alt und <choo fünf mal wegen Gewalttätigkeiten vorbestraft, der Zimmermann Georg S e i b o l d und der Taglöhner Georg M a y e r, beide aus lieber au. Sie find beschuldigt, in gemeinschaftlicher Tat ben 17 - jährigen Maueer Peter Pfaff zu einer falschen Zeugenaussage durch Bierioenden, Geschenke und Trohungen verleitet zu haben. Die drei Angeklagten waren im Juni und August vorigen Fabres vom Schöffengericht Reinheim infolge der entlastenden Aussage des Pfan freigesprochen; in der Beruisinftanz aber, nachdem das falsch« Zeugms envieien war, zu 2 bis 8 Monaten Gefängnis und Pfaff wegen Meineids zu zwei Jahren Gefängnis verurteill worden. Nach dieser Verurteilung legte Pfaff vor bem Staatsanwalt ein offenes Geständnis ab und die Folge war die heutige Anklage, welche von Sraatsanwall Dr. W o l f f vertreten wurde. Als Der- leidiger ber Angeklagten traten die Rechtsanwälte Schmeel n, Dr. Lfamtt und Dr. Schüler auf. Tie 'ehr umfangreiche Verhandlung ergab im Wesentlichen eine Bestätigung der Anklage, wöbe'. Waldhaus als der Haupikchuldige erfannt wurde. Tos Gericht verurteilte Waldhaus zu 4 Jahren Zuchthaus nnd 5 Jahren Ehrverlust, sowie dauernde Unfähigkeit zur Ablegung eines Zeuo- niffes; Seibold wurde zu zwei Jahren 4 Wochen Zuchthaus und 3 fahrigem Ehrverlust verurteilt unb beiden je 3 Monat Unter' suchungshaft aui die Strafe angerechnel. Tie Mittäterschaft des Maner wurde als nicht erwiesen erachtet und betreibe deshalb freigesprochen.

diePostMk.L.oienck- jäbrt ou«d>L OcftcQg. Annahme oo* »*zeige* für He Tage»nummer bii Dütmiuag« 10 Uhr. 3rtlcnprcte: total UtM- a uswäN» 20 INfl.

Verantwortlich Ä brn und aUgrm. Teck: V. »tttko: tüt Stadl und Land^ und .Gerichts aal : A u au st vötz; tüt den An­zeigenteil: pan« veck.

Montag IS. Juni IVOS

aairgen. Die in Oesterreich-llngarn, so warb cnrch in bem Der habsburgischen Monarchie so innig befreundeten und so fest verbündeten Deutschen Reiche die Kunde, daß es gelang, den Geistesgestörten unschädlich zu machen, bevor er dem bei ihm vielleicht plötzlich aufgetauchten tückischen Gedanken, dem Kaiser llnhett zuzufügen, die Tat folgen lassen formte, mit aufrichtiger Genugtuung begrüßt. Der Dolch ist, wie verschiedene Attentate in neuerer Zeit ge­zeigt haben, es sei hier nur an die Ermordung des Präsi­denten Carnot und an das tragische Ende der Kaiserin Glrsabekh, der unvergeßlichen Lebensgefährtin Kaiser Franz Josefs erinnert eine furchtbare Waffe, zumal wenn ehr Irrsinniger sie gebraucht, dem im Moment des Handelns weder moralische Skrupeln noch der Gedanke an das eigene Schickstck dis Hand unsicher machen. Auch diesmal hat somit zum Helle der Völker Oesterreich-Ungarns und zur imrigetr Freude aller derer, die dem bochbetagten Monarchen verebrungsvott zugetan find, die Borfebung über Kaiser Franz Josef, der im Laufe seiner langen Regierung so mancher Gefahr mannhaft ins Auge gesehen hat, schützend und schirmend gewaltet.

Kunst und Wissenschaft.

g tt m Sängerwettstreit. DK Kommentare über beet Frankfurter Sängerwettstreit werden sobald noch nicht zur Ruhe kommen. Ter von ber engeren Konkurrenz ausgeschlossen« Bonner Mannergesangverein* hat eine Eingabe an bie Berliner ftommisnon gerichtet, worin er um Aufklärung über bie Gründe seines Ausschlusses hütet mtb zugleich anregt, daß in Zukunft den einzelnenBeremen die detaillierte« Er­gebnisse des Pre tsrich ter-Ko llegiums mrtacteät werben, damit sie daraus eriehen könnten, welche Fehler ft« fwr die Folge besonders vermeiden muffen.

Justus Liebig wurde anläßlich ferne« 100. Gebnrtslaaes auch in New - Dork gebührend gefeiert vom dortigen deutsch*» gefellig-wiffenschattlichen Verein. Ter Feier wohnte ein zahlreiche« unb auserlesenes Publikum bei, darunter auch Carl Dievig, ein in New-Pork ansässiger Großneffe deS Gefeierten. Drei Redner ver­suchten den Verdiensten Liebigs gerecht zu werden: Dr. W. C. Al- vers schilderte ben Charakter und Lebenslauf Dehig'S, Dr. I. A. Schmal bebanbritc das Thema: Liebigs Einfluß auf die Entwickck- unq ber metuzinischen MiffenschaÜ. Eine hochwiffenschafckich« Skizze von Justus Liebig als Forscher und Reformer entwarf Tr. Rodert Hübner. Mustk schloß die Feter.

GietzemkAnzeiger

** General-Anzeiger w

S Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

ßf«rntprech<mschluß Nr. b 1. ___________________________________________

Erits Tat, die in der ganzen Welt den trefften Ab­scheu wecken mußbc. ist in der Hauptstadt serbiens ge- i ehe ften. Vertreter desjenigen Teiles des Volkes, derdem König zur größten Ergsbenbeit imd zu großem Geh^scau verpachtet war. haben den ^onrg und alle Per-' sonen in der absckteulichften W«se ermordet foe sich zu ihrer Vcrteidiguvg um sie scharten ^m Mrtter- nacht von Mittwoch auf Tonnerstag itrang^t Offnere tn den Köniqspalast, nm den König zur Abdankung zu rwingen. Als dies nicht gelang, übte der erngÄ>rungmte Haufe keine Schonung, es entstand em mehrstundtges @e» metzel, der König, die ftömgtn und «ne Anzahl letner Getreuen wurden, tettS tm teils tn

intaen erschossen, auch d-.c betten nntgeren Srutet ber Königin. Von diesen iolltc eincmsoeben nn A nch i» b e s KönigAlexander vorgeruntenen Gesetz-End- wurf zufolge, welcher ter Skuptschina tor^egt werben sollte Nicodem LjunewitzQ zum ^.hrourvlgev ausaerufen werten; ter andere, sowie MN Schwestern un/ein Neffe ber Königin aber sollten zu Mttglt^rn des königlichen Hauses ernannt werten und thnen lamfltth Apanagen überwiesen werten. In enter Unterredung äußerte der neue Minister des Aeußercn, ^aftewttsch, der Schlüssel zit her Tragödie sei, daß Kontg Alexander fetn Schicksal mit >cm Dragas verknüptt.habe, dte das kor- ruvteste Weib gewesen sei, das ic aur einem Throne ge- ftssm habe Ter als Thronfolger in Ausiubt genommene Selber der Königin habe einem älteren xnmptmaxtr.®a= [er an ben Kops geworren unb ser mchr barur bestraft «wnbtide das Snrerq'je a- den für morgen