Ausgabe 
13.10.1903 Erstes Blatt
 
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Dienstag 13* Oktober 1903

153, Jahrgang

Erstes Blatt

von der

Volttische Tagesschau.

Petroleum-Wettbewerb.

Man schreibt uns:

So erfreulich die vorn preußischen Handelsminister Möller dieser Tage ausgesprochene Erwartung ist, das deutsche Petroleum werde mit dem amerikanischen erfolg­reich in Wettbewerb treten daß dies in naher Zeit der Fall sein wird, dafür bestehl wohl kaum eine Aus­sicht. Doch auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist Deutschland nicht genötigt, den Männern des amerikani­schen Petroleumsyndikats die Taschen zu füllen. Bei der Erörterung der Resolution zum Zolltarif wurde diese Frage im Reichstag ausführliche besprochen, und Abg. Graf Kanitz wies darauf hin, daß die Regierung durch Berücksichtigung der r u s s i s ch e n Petroleumeinftchr in die Lage käme, die Uebermacht des amerikanischen Mono­pols zu brechen. Bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Rußland bietet sich eine Gelegenheit hierzu, die zu­dem noch in der Richtung zollpo litis eher Kompensierung nutzbar gemacht werden kann, sodaß die spätere Konkurrenz des deutschen mit dem russischen Petroleum in etwas aus­geglichen werden wird.

Kirche und Schule.

Geheimrat Professor Dr. Ladenburg in Breslau er­läßt gegenüber der von der Kasseler Stadtsynode gefaßten Resolution folgende Erklärung:Die Reso­lution der Kasseler Stadtsynode nötigt mich zu folgender Gegenerklärung: Meine Rede war rein wissenschaftlich und ich habe in keiner Weise die Grenzen überschritten, welche durch logische Deduktionen und wissenschaftliche Er­gebnisse jestgelegt sind. Eine Verletzung religiöser Emp­findungen habe ich streng zu vermeiden gesucht und in dieser Hinsicht von meiner Rede eine darauf bezügliche Erklärung an den Vorstand und die Geschäftsführung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte abgegeben.. Nur un­genaue oder tendenziös gefärbte Auszüge einiger Tages­blätter konnten zu solchen Folgerungen Anlaß geben. Je­denfalls hätte die Stadtsynode mit ihrer Resolution warten müssen, bis eine authentische Wiedergabe meiner Rede vorlag."

ImSchulboten für Hessen", Organ des hessischen Lehrervereins, lesen wir:Bei manchen Kreis- schulkommissionen unseres Landes hat sich die Sitte aus­gebildet, nicht nur auf Groß Herzogs Geburtstag und Sedan tag eine Schulfeier anzuordnen, sondern auch aus Kaisers Geburtstag und aus Großher­

Gießener Theateroerein.

Die versunkene Glocke und Agnes Sorma.

gebung von Arbeiten, di Beschaffung von Geräten pp. 15. Gesuch des L. Beil um Abtretung von Gelände am Schif- fenbergerweg. 16. Gesuch des L. Seuling um Abtretung von Gelände an der Roonstraße. 17. Ausfüllung der Ger­bergruben in der früher Franz Plank'sche Hojraite in der Bahnhofstraße. 18. Gesuch der städtischen Friedhofsarbeiter um Lohnerhöhung. 19. Die Lastwagen der Stadt. 20. Bau­veränderungen im Bürgermeistereigebüude. 21. Vermächt­nis der Jean Dietz-Witwe für die Unterhaltung von Gräbern.

** Verhastung. Ein Agent von hier wurde gestern wegen Unterschlagungen in Höhe von 4000 Mk. verhaftet. Wie wir hören, soll I. auch Urkundenfälschung begangen haben.

** Der Kriegerverei n hält seine nächste Monats» Versammlung, verbunden mit einem Vortrag des Bezirks­vorsitzenden über eigene Kriegserlebnisse von 1870/71, morgen, Mittwoch, abends halb 9 Uhr, im Vereinslokal (Feidel) ab.

hL Laubach, 12. Okt. Gestern nachmittag fand unter zahlreicher Beteiligung das Abschießen des Schützen- Vereins statt. Es wurde durch die zum Schutze gegen die hinter den Schießständen Herlausende Eisenbahn hergecichteten Blenden zum ersten mal geschossen. Den ersten Preis auf dem Zentrumstand errang Kaufmann August Em melius; auf dem Kärtenstand ging Maurermeister Friedrich Seitz als der Erste hervor. Die Ehrenscheibe und den ersten Ehren­preis gewann Kaufmann Rudolf Ritter, die beiden anderen Ehrenpreise wurden von Metzger Hch. Högy und Satller Wilhelm Jost errungen.

R. B. Darmstadt, 11. Okt. Die heutige Aufführung der Zöllnerschen OperDie versunkene Glocke", der auch sämtliche noch hier anwesenden Fürstlichkeiten bev wohnten, erzielte einen vollen künstlerischen Erfolg. Die Partie des Glockengießer Heinrich fand durch Herrn Weber eine ganz vorzügliche Interpretation und das Rautendelein" des Frl. Roedig.er entzückte geradezu durch chre anmutige und gesanglich hervorragende Dar­bietung. Frl. Ho sacker alsMagda", Frau Tolli als alte Wittichen" und Herr Riechmann üsNickelmaun" waren ebenfalls vortrefflich am Platze. Bei dem heute nachmittag stattgehabten internationalen Rad­rennen siegte im Fliegerrennen, 2000 und 3000 Meter, der bekannte Weltnreister Willy Arend. Zweiter wurde Kud ela-Petersburg, dritter Seidl-Wien. Auch das Erösfnungsrennen, sowie das Haupt- und das Motorsahren boten interessante Momente dar.

Darmstadt, 11. Okt. Wie Msaß-Lothringen, Preu-» ßen, Bayern, Baden und die Schweiz Maßnahmen zur

240

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Schulstratze 1.

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Fernsprechanschlnß Nr. 51.

Wohllaut.

Gerhart Hauptmann vermag kern Pathos hervorKU- bringen, keinen Ausdruck vornehmer, sreghafter Starke; er bleibt innerhalb der Armeleutewelt, ferne Gestalten tonnen sich von diesem Druck, der auf ihnen ruht, nicyt losmachen. Der Glockengießer Heinrich selbst ist nicht allzu sehr von Begeisterung für seine Ideale getragen, er ist em Mann der Arbeit, der im Schaffen lebt. Tief innerlich rst ferne Liebe zu dem elbischen Mädchen, allein es hastet auch an rhr jenes schwächliche Zufriedensein im Besrtze und dre haltlose Klage in der Trennung, die beide zur Grundstrnrmung wesentlich beitragen. Nur einmal blickt der Glockmgreßer freudig und gehoben nach seinem Ziel, und da heben sich seine Worte zu hoher, lyrischer Schönheit:

Und nun erklingt mein Wünderglockenspiel In süßen, brünstig süßen Lockelauten, Daß jede Brust erscyluchzt vor weher Lust: Es singt ein Lied, verloren und vergessen. Ein Heimatlied, ein Kinderliebeslied, Aus Märchenbrunnen aufgeschöpft. Gekannt von jedem, dennoch unerhört.

Nun aber bedenke man Figuren wie die der Magda und der Wittichen. Magdas Ergüsse sind blaß, gekuns^lt, chre ganze Erscheinung nicht lebenswahr. Und der Wrttrchen Gestalt mit ihrer derben Sprechweise hat herzlich wenig von poetischem Zauber und Märchenglanz, ja, man muß bemerken, daß sie nicht selten Handlung und Stimmung

mann als Magda, des Glockengießers Weib, hchte in An«- betracht der wenig dankbaren Rolle einen ziemlich schweren Stand. Da Herr Sandorff gerade im zweiten Akt sehr gut spielle, berührte es etwas befremdlich, daß die Darstellerin so gar wenig aus der Rolle hervorzuholen wußte. Die Aufgabe war ftellich schwer.

Wir kommen zu Nickelmanu und dem Wald-schrat. Gerade in diesen beiden Rollen hat Hauptmann viel dichte­rische Schönheiten niedergelegt, denen aber Herr Teleky als gröhlender Brunnenvewohner wenig Rechnung trug. Wie schön üsti doch die Stelle, wo der Wassergeist dem schlafenden Heinrich zuraunt:

Es ruht eine Glocke im tiefen See Unter Geröll und Steinen.

Sie will in die Höh',

Wo die Lichter des Himmels scheinen.

Die Fische schwimmen aus und ein . . .

Doch mein jüngstes, grünhaariges Töchterlein Umkreist sie nur furchtsam im Bogen weit- Und manchmal weint es vor Weh und Leid, Weil die alte Glocke so seltsam lallt. Als fülle Mut ihren Mund.

Verse von so hohem, lyrischem Wohllaut müssen mit reinerer, ernsterer Stimme gesprochen werden, als Herr Teleky den Wassermann reden ließ. Herr Tamke als! Wald schrat war ein besserer Darsteller.

Der Pfarrer des Herrn Linz en steckte etwas zu sehr in der komischien Auffassung seiner Rolle; er sprach auch mit zu starker und kühner Stimme, da der Pfarrer im Grunde doch ein furchtsamer Geist sein soll. Etwas mehr Alter und Laune! hatte man auch der Wittichen der Fr. Tischer zuzurufen.

Das Zusammenspiel aller Mitwirkenden war im ganzen würdig, und der Gesamteindruck der Aufführung vorzüglich. Der Theaterverein kann mit Freude aus die wohlgelungene Veranstaltung blicken, die eigentlich zum ersten Male ein gutes Bild von der Leistungsfähigkeit unseres Stadttheaters bot. A- G.

empfindlich zerreißt. Die übrigen Gestallen des Stückes mußten notwendig so wie sie sind, in den Rahmen der Hand­lung eingefugt werden; Rautendelein und die Berg- und Waldgeister, der Pfarrer, der Schulmeister und der Barbier; sie helfen dem Märchen zum Leben und vermehren den Wert und die Schönheit des Stückes, das in der Hauptsache nur durch die wirkliche, lautere Poesie, die der Inhalt reichllch birgt, besteht.

Die Darstellung verhalf dem Stück gestern zu einem vollen Erfolg. Agnes Svrma stand natürlich im Vordergrund des Interesses. Sie war ein Rautendelein, wie man es sich besser kaum denken konnte. Es war ein seltener Genuß, zu sehen, wie sie dies elbische Wesen, halb Kind, halb Jungfrau, so lebendig und ungemein natürlich darstellte. Da war Leben in der Rede und im silbernen Lachen, die aus dem Munde der berühmten Darstellerin so sicher hervorguollen. Aber erst die Bewegungen das Fassen nach dem Gewände, das sie trug, womll sie Sorg- losigkell, llebermnt oder Verwunderung ausdrückte! Sie wirkte, obwohl der Raum auf der Bühne zu eng erschernm wollte, mit vollendeter Anmut.Du Sumserin von Gold, wo kommst Du tyxT Das kam, begleitet von dem Hasten der Hände, außerordenllich wirksam und packend von ihren Lippen. Wie sie um den Brunnen hüpfte im Zwiegespräch mit dem Wassermann, wie bewundernswert war sie da, wenn man bedenkt, wie schwierig sich unter den ge­gebenen Verhältnissen, auf dem lleinen Raum der Bühne, eine volle Wirkung erreichen ließ.Ein ganzes, kleines, blankes, heißes Tröpfchen. Da, schau man an!": Diese reizende Szene konnte man sich nicht besser denken. Agnes Sorma hat die Rolle des Rautendelein ost gespielt, und es lag die Befürchtung nahe, sie werde die übrigen Mrt- wirkenden unseres Stadttheaters allesamt zu sehr ur den Schatten stellen. Das war aber glücklicherwesie nicht der Fall. Unsere einfache Bühire hat sich gestern des Mitsprels der großen Mnstlerin vollauf würdig erwiesen. _ Die Deko- rallonen nicht zuletzt waren mit äußerster Geschicklichkeit so angebracht, wie es die Verhältnisse wünschenswert er­scheinen lleßeu; sie verdienen uneingeschränktes Lob.

Und nun die übrigen Darsteller neben Iran Sorma Auf das Angenehmste überrascht hat uns Herr Sandor ff als Glockengießer Heinrich Er war der Rolle, auch neben erner so glänzeriden Partnerin,»vollkommen gewachen. Beson­ders rn den ersten Allen legte er ern höchst erfreuliches Zeugnis seines Könnens ab. Er hat fern Spiel durchdacht, wie es sich gehörte, und gab die innerliche Ratur des 5^ein- rich, eine durchaus schwere Aufgabe, mit vorsichtiger Ziuuck- haltung, im Änne des Dichters, ^n den späteren Allen ließ er fteilich mitunter einen lleruen Rest etwas lauter, unzarter Sprechweise unterlaufen, zum Berfpiel rn der Weise, wie er zu Rautendelein sagt:Komm, steh nutzt so' Ich weiß, ich tat Dir weh." In der Schlußszene, die übrigens auch udh Frau Sorma entzückend zart gegeben wurde war Herr Sandorff wieder mehr auf der Höhe. Daß die Bühne so llein war, hat am meisten gerade ihn ui seiner Darstellung etwas beeinträchtigt. Fr. Keller­

Aas Programm des Kießeuer Konzert-Wereins.

Am Sonntag, dem 1. November, beginnt der Konzert- Verein seine diesjährige Tätigkeit mit einem Orchefter- Korrzert, in welchem, neben Wagner's Vorspiel a. d. Meister­singern und Gluck's Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis, die F-rnoll Symphonie von Rich Sllauß, als Novität für Gießen, zur Ausführung gelangen soll. Es dürfte in musi- kalijchen Kreisen wohl "allgemein bekannt sein, daß Rich Strauß, der berühmte Berliner Hofkapellmeister, nicht nur einer der hervorragendsten Dirigenten, sondern auch gleichzeitig der erfolgreichste der lebenden Komponisten ist. Der starke Erfolg, den Rich. Sllauß vor wenig Jahren als Liederkomponrst hier hatte, dürste noch in aller Er-^ innerung sein, aber nicht nur das Gebiet der Vokalmujik darf Sllauß als seine Domäne betrachten, seine sympho­nischen Werke haben fast noco größeres Aufsehen gemacht,

Aus Stadl und Sand.

Gießen, den 13. Oktober 1903.

** Personalien. S. K. H. der Großher zog haben dem Vorstand des Zenllalbureaus der Königl. Eisen- bahndirektion Frankfurt a. M., Rechnungsrat Karl Hein­rich O'Br i en aus Anlaß seiner Versetzung in den 3tuhe- stand das Ritterlleuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In den Ruhestand wurde versetzt der Weichensteller in der Hess. Preuß. Eisenbahn- gemeürschaft Karl M a s s o t h zu Bürstadt mit Wirkung vorn 1. November 1903.

** Tages-Ordnun g für die Sitzung der Dtadtverordneten-Versammlung Donners­tag, den 15. Oktober 1903, nachmittags 4i/2 Uhr. 1. Rech­nungsabschluß des Elekllizitätswerks für 1901/03. 2. Bau­gesuch der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeiter­vereins für den Wetzlarerweg. 3. Baugesuch- des Georg Schäfer fürAn den Bahnhöfen". 4. Baugesuch des PH. Schwan für eine Scheuer an der Rodheimerstraße. 5. Bau­gesuch des Wilhelm Hause für die Atäusburg (Ladenver­änderung). 6. Baugesuch des Julius Ruckstuhl und Alfted Fröhlich für die Walltorsllaße. 7. Gesuch des Wert Rüb- samen nm Genehmigung zum Lagern von Kies aus einer städtischen Wiese. 8. Reparatur eines Kessels in dem Ka­sernengebäude. 9. Gesuch der Firma Stein und Meyer wegen Herstellung einer Zufahrt zu den Häusern Ostanlage 20 und 22. 10. Gesuch des Georg Bichler um Erlaubnis zur Anlage von Ueberbrückungen un Neustädter Feld. 11. Umpflasterung der Marktstraße. 12. Be­schaffung eines Regenmantels für den Straßenmeister. 13. Straßenbesprengung: a) Umgestaltung der Gießfässer, b) Fahren der Gießfässer. 14. Kanalisation: a) Lieferung von Sllaßenkappen. b) Verlegung des Stadllinggrabens zwischen Marburgerstraße und Landgrafenstraße, c) Ver­

zogs Namenstag. Von einer ministeriellen Verfügung bezüglich der lchten beiden Tage ist uns nichts bekannt Es wird sogar schon Wochen vorher den Schulvorständen angekündigt, den Lehrern mitzuteilen, daß die Vorbereit­ungen für die Feier zu lleffen seien und daß das Pro­gramm der Feier in die Schulchronik einzullagen sei. In unserer Haupt- und Residenzstadt dagegen sind Ludwigs- tag und der 27. Januar einfache schulfteie Tage in Volks­und höheren Schulen. Wll meinen auch man'kann ein guter Patriot sein, und eine zweimalige Schulfeier M Ehren des Großherzogs in einem Jahr zu viel finden. Oder hat unsere ländliche Jugend vielleicht die Pflege des Patriotismus nötiger als die Jugend in der Stadt?"

Ein Mürchrnidrama, ein deutsches Märchendrama eines Glockengießers Glück und Verderben im Reich Berggeister und Elfen, in 5 Akten von Ger hart Haupt­mann, unter Mitrvllkung eines fremden, berühmten Künstlergastes, der Agnes Sorma, im guten, allen Gießener Stadttheatersaal. Da ging vor den dichtgedräng­ten Besuchern dieses Theatersaales der schlichte, so treu und eifrig sich Mühende Voryang es war ihm nicht ganz leicht geworden in die Höhe und zeigte uns auf dem engen Raum der Bühne deimoch unbeeintrüchttgt die felsenbelleidete Szenerie der Bergbewphner, das lleine Häuschen, den alten Ziehbrunnen, dessen Tiefe gröhlend der alte, grasbedeckte Wassermann entsteigt und- Platz, genug für das rotlockige Rautendelein, dessen Füßchen immerzu in Bewegung sind. '

Ten Geist des Märchens, stiller, weicher Poesie, deren Gestalten nur dem llaumhasten Auge der Phantasie fülle zu halten scheinen, auf die Bretter zu bannen, ist schwer. Hauptmann hat sichtlich mit dieser Schwierigkeit gerungen. Er hat sie größtenteils überwunden. Der Zauber der Märchendichtung weht uns vernehmbar entgegen, und wenn auch der einhettliche, forsche dramatische Zug fehll und das Ganze nicht zu monumentaler Wirkung kommt, so vernehmen wir doch die Sprache eines echten Dichters und ini einzelnen viel innerlrche Kunst und dichterischen

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GietzenerAnzeiger»

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