hrt das nickt (Widerspruch links.) Ick kann versickern, daß überall ei» b-v'Iid'cr Verkehr zwischen Militär und Bürgerschaft stattfindet. Ick möchte beinahe glauben, das; diese Offiziere in verback zeigen, daß wir in gewisser Weise schon zu weit gegangen sind in der Annahme von Offizieren. die die schweren Anforderungen, die an den einvlnen gestellt werden, nickt erfüllen. ES ist erfreulich für mich, konsultieren zu können, daß in Forbach in dem Traiubataillon Nr. 16 nicht ein einziger Offizier gestanden hat, welcher dorthin strafversetzt gewesen ist. Der Abg. Sckädler sprach davon, daß cm Offizierkorpö nicht auf der Höhe gehalten werden könne, welckx-S sich rekrutiere aus Offizieren, die Weden Verfehlung in dies KorpS verseht werden. So etwas geschieht beim Train nicht, ick möchte diele Ansicht korrigieren. Speziell ist beim Train- bataillon Nr. 16, wie bemerkt, das nickt vorgekommen. Der Dienst bei den Waffen, bei Artillerie und Kavallerie, von denen vielfach die Offiziere zum Train verseht werden, ist ein ganz anderer als beim Train Es kann sehr wohl vorkommen, das; ein Offizier, der nicht den Anforderungen an Felddiensttücktigkeit und an die Fähigkeit. taktische Dinge schnell zu begreifen, entspricht, der also bei der Artillerie oder Kavallerie nickt Genügendes leistet, dock im inneren Dienst Vortreffliche? leistet und insbesondere beim Train giite Verwendung finden kann. Deshalb ist es durchaus kein Makel, zum Train verseh« zu werden. Der Offizier wird eben da verwandt, wo er etwa? Gutes leisten kann. Es ist gefragt worden: kann das mit den Trainoffi-ieren so weiter gehen? Müssen sie nickt anderen Truppenkörpern angegliedert werden? Solcher Versuche sind viele gemacht worden. Sie sind immer gesckeitert an dem Widerstand der Offiziere des Trains. Die legen großen Alert daraitf, das; sie sich aus sich selbst rekrutieren. Der Kaiser bat infolgedessen vor Jahren eS gciiehmigt, das; auch der Train Fahnenjunker annehmen kann, und in nickt geringer Menge treten sie ein, um dort Offizier zu werden. Auch Refcrv'offiziere treten oft zum Train über, was ihnen in ihren bürgerlichen Berufszweigen, z. B. wenn sie Landwirte sind, oft sehr gut zu statten kommt. Also diese Fragen sind erwogen und werden weiter . erwogen werden. Ich gebe aber zu, angesichts der Dinge, die in Forbach haben Vorkommen können, daß cS mißlich ist, einen so kleinen Truppenteil mit wenigen Offizieren so abzuscudcrn. daß er gar keinen Anschluß an eine größere Garnison hat. Aber auch da§ ist sehr ernst erwogen worden. Ein Trainbataillon hat nämlich eine äußerlt sckmsierigc Mobilmachung, es stellt so zahlreiche Formationen, daß es nickt möglich ist, sic mitten im Lande vorzunehmen, wenn sie rechtzeitig zum Krieaskörper stoßen sollen. Also, wir waren gezwungen, wenn auch wider Willen, die? Trainbataillon an den äußersten Ort zu verlegen. Wenn dort ein Kommandeur getnesen wäre, der seine Stellung ausgesüllt hätte, dann wäre so etwas nie und nimmer geschehen. sSehr richtig!) Der Kommandeur hat dort nickt hingepaßt. Das ist kein Vorwurf, den ick hier erheben kann gegen irgend jemanden, nickt gegen die Stelle, die diesen Posten beseht, denn in jedem Menschen kann man sich irren. Es kommt häufig vor — das werden alle Herren wißen, die im Leber stehen —, daß jemand, der bis dabin selbst unter Aufsicht gewesen ist nachher, wenn er Freiheit hat, sich ganz anders entwickelt, als wie man vorher aunehmen konnte. Welche psvckologischen Momente hie.- Vorgelegen haben, um diesen Mann, der bis dahin gut dein teilt worden w>ar, zu einem Schwächling zu macken, daß er Zustande» die gegen göttliches und menschliches Gebot, gegen dienstliche und moralische Vorschriften verstoßen, bat durckgebcn lallen, das kann ick hier nickt erörtern, cr muß die Folgen traacn. ES ist vielfach in der Vresie hingewicien worden auf die W e i b e r w irisch a f t , eS bat einer von den Offizieren auf die Frage, wie er es mit den Mädchen.halte, geantlvortet, wie jeder andere Offizier! Meine Herren? Wer nickt gesündigt hat, der hebe den ersten Stein aus. (Heiterkeit.) Daß jeder Leutnant in de--- Armee so gelebt haben soll, wie eS in dem B'ick geschildert ist. daß die Weiber auS- und eingegangen sind, daß er mit ihnen gelebt hat, daß sie ibm, ick möckte beinahe sagen, daS Abendbrot mitgebrackt haben (Heiterst'!!), daS weise ick mit Entrüstung ziwück. Das ist nickt wabr. (Sehr richtig!) Wie ick an dieser Stelle stehe. ' ill ick mich dafür verbürgen: ein zweite? Forback ist in der preußischen Arm-e nickt möglich. sBeifall.) Manche Preßstimmen haben sick auch über die ÖffizicrSdamcn in ungünstigem Sinne geäußert. Ick denke mit Freude und Dank zurück an die Anleitung, die wir als junge Offiziere von unseren Offiziersdamen bekommen haben. Edle Flauen können auf junge Offiziere wirken wie die Mutier zu Hause. Ick spreche das hier aus, weil Vergleiche mit diesen Frauen, die sich vergangen haben in Forback, mit anderen Frauen und Damen der Armee eine Veleidigi'ya.für keltere sind, für ehrbare Frauen, die als höchste Ehre sters ihre Tugend angesehen haben. sBeifall.)
Andere schwere imS alle betrübende Fälle in der Armee sind die Mißhandlungen. Ehe 'ck auf dicke Sacken näher ein» gebe, möckte ick mir gestatten, in Kürze einige wenige Zahl-m über die Mißhandlungen, wie sie die Statistis feststcllt, die wir beim KrieaSministcrium antnestellt hc»bcn. anzufübren. Die Statistik be-iebt sich auf da? Iabr vom 1. Juli 1902 bis zum 39. Juni 1903. Es sind bestraft worden wegen Snldatenmißbandlungen 50 Cffhiere, 525 Unteroffiziere und 52 Gefreite und Gemeine Da? sind in Prozentsätzen 0.26 Offiziere, O,RR Unteroffiziere und 0,01 Gefreite und Gemeine. Die höchsten Fahlen de? vorher- aebenden Fahre? sind bei Offizieren 67 gleich 0,37 Vraz., bei Unteroffizieren 792 cileich 1,31 Proz. und bei Gefreiten und Gemeinen 72 aleich 0 02 Proz. ES ist allo im lebten Jahre eine Abnahme zu konstatieren. Wenn man dielen Prozentsatz einer Krankheit zu Grunde legen wollte, so würde sic niemand eine Evidcn'ie und Endemie nennen können. Von den Mannschaften haben unter den Mißhandlungen zu leiden gehabt 1239, das gibt einen Prozentsatz von 0 32. Nun wird gcsaat, diese Fahlen sind zweifellos unrichtig sSehr wabr! bei den So*.), sie geben kein richtiges Bild: denn nebenbei sind ja natürlicher Weise eine große Anrghl van M'ßbandlunacn vorgekommcn. Ick kann nickt sagen: Nein, e? sind keine weiteren vorgekommen, e? sind alle entdeckt Warden, aber es wird da? HauS dock intercllieren, wenn ick an- führe, daß von dielen zur Svracke aekammenen Mißhandlungen 68 Proz. durch Meldung zur Kenntnis der Vorgcst'tsten gebracht sind: nur 32 Proz. sind auf anderem Wege cemittelt worden. Ich meine also, man kann nickt sagen, daß da? Beschwerderecht nickt funktioniert hätte. Ick kenne nur den Fall des HenmtmannS Holstein. wo seitens de? Vorgefeßten nickt auf eine Beschwerde einaeaanacn wurde. Durck die Anaabe meiner Zahlen habe ick nickt die Absicht versosat die M'ßhandsunaen zu entsch"ldiaen Und wenn e? nur 100 Fälle wären, e? blieben immer nach 100. Der Aba Sattler bat aesagt: DaS Herz kramuft fick zusammen, wenn man von derartmen M'ßhandlunaen liest und hört, wie sic in ben verschiedenen Fällen durck die Oeffentlickkeit gegangen sind. Und, meine Herren. Sie urteilen dabei nur vom Standpunkte Ihre? menschlichen Estsi'ckss, mir aber emhfinhen nebenbei noch ganz etwa? andere?, nämlich den schweren Schaden, der un? unter militärischem Gesichtspunkt.» aus diesen M'^baudlunaen er» mächst. Solche Mißbandlunasfäst.» von Unteroffizieren, die in brutaler Weile mit einer gewilleu Wollust darauf cs"Ka"hcn, Oualen zu erfinden, um den Mann zu schinden, sind da? Schauderhafteste, was man sich danken kann sSehr richtig'), und ick flehe nickt an -u erkläe-n, wenn da? läna-re $eit in einer K-mmnanie Vorkommt. so muß DMter allen Umständen der M^i-o^s^vte h^hnn willen. Mir ist c« unbeareiflich und unfaßlich, daß ein Vor- gesebter derartige Fälle nickt klar erkennen kan. lSehr richtig!) Entweder hgt er feine Unteroffiziere in falschem Geikw oder er ist kein Menschenkenner oder er hat einen solchen Onti, -miSmus an Vertrauen, wie er nickt gerechtfertigt ist. sLebhafte Zustimmung.)
Ick bin überzeugt, daß wir diese Mißhandlungen au? der Armee heraushekommen werden, und daß wir sie hermi?Mnmm-n müllen. sDctfall) Da? wird sowohl von mir als diwckau? not# wendig anerkannt al« auck vom Kaiser selbst, brr genügend -st# lrgenheit genommen hat, seinen ernsten Willen in dieser Hinsicht auSzusvrccken. Ick kann nur sagen- wir kommen dabin. Dafür aber, daß hier und da ein Schlag fällt, daß in menschlicher Er
regung ein Unteroffizier einen Mann schlägt, stößt, haut — meine Herren, so lauge es Meuscken gibt, und cs brauchen nicht einmal Soldaten zu sein, kommt das nicht aus der Welt. Das Horen Sie nun als Mißhaiidluug bnrd) nufer öffentliches Gerichtsverfahren. eS foinnif als Mißhandlung in die Zeitung, und nun steht es da in jeder Zeitung und geht lawinenbaft weiter: In der deutschen Armee ist wieder einmal gemißhandelt worden. Und es ist nichts weiter als ein Schlag gewesen. Sie werden es mir nicht Vorwerken können, daß ich nickt in schärfster Weise über brutale Mißhandlungen den Stab gebrochen habe. Aber für diese Art der Schläge und Stöße habe ick eine Entschuldigung, weil sie im praktischen Leben le ick t Vorkommen. Ick bin neulich bei dem bekannten Ar- beitcrstrcik hier in einem Laden gewesen und habe es selbst erlebt, wie ein Arbeiter zu dein Geschäftsinhaber kam und sagte: Geben Sie mir Arbeit, aber kleine, damit ich sie unter den Nock stecken kann, denn wenn man sieht, daß ick Arbeit habe, dann gibt es Senge. s.Heiterkcit.) Wenn Sie eine Statistik.machen wollten über dic Schläge, die es gibt in den Arbeitsstätten, in den Fabriken sSehr richtig, rechts, große Unruhe und Widerspruch.bei den Sozialdemokraten), dann würden wir glänzend dastehen im Heer, (Lärm bei dcn Sozialdemokraten), aber eine derartige Statistik kann leider nicht ausgenommen werden.
Die sozialdemokratische Presse hat sick kolollal. darüber auf- gercat, d.«ß Herr von Buhl nachgewiesen bat, daß diese Soldaten- mißhe.ndlungen vielfach durch palliven Widerstand geradezu her- beigeführl werden. Dic Sozialdcmokratic hat erklärt: Weleki^ ein Unsinn, e? fällt den Leuten garnicht ein, die disziplinarischen Machtmittel des Militär? sind ja so groß und ein solcher Mensch würde sich der allersckwierigstcn Strafe auöietzen. Trotzdem ist da? wahr, vielleicht nickst der, welckcr den vassiven Widerstand mit großer Geschicklichkeit im Geiste der Ueberlegenbeit leistet, erfährt die Mißhauolungen, aber er ist cS, der den Unteroffizier so reizt, daß er schließlich zum Schwächliug wird.! Widersvruch bei deu Sozialdemokraten.) Neben Sie. was sie wollen, so ist es. DaS ist nicku von heute da? ist 20 Jahre alt. Wenn Sie in den Berichten b."? Neichstages nachlcfcn wollen, hat sckon damals Fcld- marsthall Gras Moltst von bösen und guten Soldaten gesprochen, und der verehrte Präsident de? Hause? Graf Ballestrem hat gesagt, au? fotner Erfahrung al? Eskadronchef: Ja, wenn da so einer kommt au? deu großen Städten, ein böser Mann, dann grault einem: der konzipiert mit dem Ole ist und fährt mit dem Körper auS. DaS U n t e r o s f i z i e r S k o'r v S ist auck nickt besser geworden, vielleicht nickt in feiner moralischen Oitalität, aber e? ist nicht bester geworden, weil eS jünger ist .als damals, weil es nickt die Erfabrunaen bat wie damals, weil eS nicht so durch- aebildet ist wie früher und weil die Le'siltnaen noch sehr viel gi^ößer geworden sind durch all die heutigen Anforderungen. l.Sehr richtig!) Sie finden infolgedesten in unserem Etat eine Position, durch die die Kompagnien von der Abgabe an Unteroffiziere entlastet werden sollen. Ick hoffe, daß Sic darauf einachen werden, und bei näherer Darlegung wird auck Herr Dr. Sattler merken, daß cS sick nicht blo? um Sckreiber handelt, sondern um eine Entlastung, die auck den anderen zu ernte kommt, der Kompaguie- ckef wird dann eine größere Auswahl bähen. Der Anre.grmg deS Graten Stolberg, die Stellung der Unteroffiziere zu verbesse: n, werden wir gern Folge leisten., und wir hoffen, badurck Zisitäube au? der Welt zu schaffen, die. bisher für die Armee befondcrS unangenehm waren. wird immer fo aetan. al? ob die Armee ein Ding für fick sei. als ob wir "ine Präto'-mner Armee wären. Wir sind das Volk in Waffen, ^ir fckövfen untere Kraft mt? dem Volkc, und wir gehören eines zum andcrcn. Volk und ?lrmee sind auf einander angewiesen. Davon sollte daS Volk und dic Armee durckd.runaen sein und darum follteu wir oememmm arbeiten! Der Reichskanzler meinte acstern. gegen die Kritik Mbe cr nichts. Dem kann ich nur voll ^"istimmen. Eine Institution, die so eingreift in daS Volksleben, für die vom Volke fo viel an Gut und Geld geopfert wird... die siebt dem Volke so nahe, daß eS tatsächlich genaue Auskunft über alle? das verlangen kann. waS in der Armee vorgcbt. .Aber es kommt auf die Art her Kritik an, und ick möchte alle diejenigen, die die Armee erhalten wollen, bitten, ein wacksameS Ange darauf zu haben, daß bte Krstik nickt überhand nimmt, und daß sie nickt 'n unserem Volke die Freude an dem Soldatonti'm ertönet. (Beifall.) Ick glaube, es ist ein gewaltiger Unterschied, ob iemandem aetagt wird: „Gebe hin und folge Deiner Fahne, die Deinen Vätern voranaetragen ist in so und so viel Schlachten, tritt, ein m da? Reaiment, da? einen Ruf hat in der Armee, das unter vielen Königen aefocktciz hat und immer sicareich", ober ob es heißt: „Du k'-mmst jeßt unter die Solbateufchinderei! Siehe mau zu, daß Du die zwei Jahre hinter Dick bringst, alle?, WaS Du dort treibst, ist unnötia. aber auaenblichlick halten Dick noch die Sklavenketten!" Damit ertöten Sie die Freude im Herzen eines ieden. Wir brauchen freudige Soldaten. Wir müßen von jedem Soldaten da§ höchste ucrlangcn cm moral'sckcr Hingcbung, wir müssen von dem Soldaten erwarten, und fordern, fein L"bon cinzuseßen, isickt bloß wenn er beaufsichtigt ist durch seine Offiziere, auch wenn er allein steht, wenn die Offiziere, dic ihm vorcmgcgauacn, sckon gcfallcu stick Kein Rcglcn'cnt dcr ^clt drückt da? schöner an? al»? da? itnfcrtne, worin c? heißt: Wenn die Offiziere, die Führer, gefallen sind, fo möge der Soldat nur auf die Tapferen, die immer in der "^ruvpc sind, sehen und möge ihnen folgen. Erhalten wir unS diese Tavforn auck dadurch, daß wir ihnen die Freude, am Dienste nickt verbittern. ^Beifall.) Was nun den Offizier aulangt, fo muß tr ein Führer feiner Mannschaft fein und dazu braucht er Autoritär. Nehmen Sie ihm dicfc Autorität nicht. ES kann die Zeit kommen, wo wiedar das Geschrei nach dem vrezißischen Leutnant los geht. Das kann ick Ihnen saaon, das Sterben wird er verstehen, aber wenn c8 fo weitergeht, ob er dann noch die Autorität haben wird über feine Leute, die er brauckt. ist die Frage: erhalten Sie ihm die Autorität. An der Armee soll eß nicht fehlen. Die Armee arbeitet fleißig mit Hinaebung und mit Treue.
Ich habe nur noch einige Svczialfragen zu beantworten. Der Aba. Bebel hat gestern seinem Unmut gegenüber Rußland in den beredtesten Worten Ausdruck gegeben. Er hat ge- fchtldert die Zustände, die dort im Innern do? Reicks vorhanden fein sollen, und sich zum Anwalt der Unterdrückten gemacht. Man sollte glauben, wenn der Führer einer so großen Partei eine dorartiao Rede hält, sollte er sick auck der Kon- fcauen-en bewußt sein, die sie nach sick ziehen kann. Würde eine cklcke Rede tn Frankreich aoholten, dann fönte man sagen: Es ist Krieg in Sicht, und würde im javaniscken Parlament daSfelbc acaon 9lnßlaeck auSaeführt werden, was hier gesaat ist. dann würde e? beißen' Die vlaven näcksienß aufeinander loS. Herr Bebel muß alfo entweder feinen und feiner Partei Einfluß sehr gering an- *"r'Tr»nen obcr -u unsrer Armee ein ungeheure? Zutrauen haben, baß sic hinter ihm steht, itM die Konseauenzon feiner Rede auSzu- feckten. Das kann er ab--r auck nickt haben, denn er..hat ja gcsaat, \v:r hatten schleckte pfiffen, und o? märe ein Unalück, daß die urenßifcke Militä'-ucrsnaltuua ihr aeaenwä^tlaes Gcfcküß einacführt hätte, nachdem da? Rücklmifgefchi'ck fckon fip und fertig war.
„Wie lag die Sacke mit dem R ü ck l a u .f g c s ck ü b in Wirklichkeit ?" Rü'ZÜairfaefcküb war 1 896 fertig, ebenso wie ia auch bereit? *ur Zeit NavoleonS I. ein Hinterlader schon vorgcstcllt sein soll E? ist un? aber nickt einmal v^raestellt worden. Da? erste R'"»cklaufacfckük kam 1^97. Die Prüfnna?kommission hat e? bo- zelchnet als einen lntoresiantcn Vorfnck. 0? aber in feiner Konstruktion als ein vollkommen kriegsimbrauckbares Gcscküb hingcstellt a'wisicrniaßcn al? Sviclsrci eine? genialen Ingenieurs. 1893 aber war rl sckon der Heercsverwaltuna Uar. daß daS Modell 1873 fertic». daß mit ihm nickt? mehr tu macken war. ES handelte sick darum, entweder eine neue Auflage diese? GescküßeS zu macken ober ein gant neue? cinznführen. Die Entscheidung fiel in leister Ricktncm imh deshalb, weil da? Gcscküß 1873 konstruiert war für dat frühere Vufher, während wir jcßt dock da? rauckfckwacke Pulver haben, weil ferner erhebliche Vorteile gewonnen werden konnten durck Hellere Ricktmafckinen und bi* Möglichkeit, daS Gstcküd fester zu stellen Tie? war bie Veranlassung, daß wir da? Modell 1896 l wählten. Nun kam im Jahre 1900 erst im eigentlichen Sinne das
Nücklaufgcschütz, aber es war so unvollständig, daß die schärfste Kommission, die wohl jemals über Rücklaufgeschi'che geurteilt hat, die schweizerische Kommission, tm Jahre 1901 der Bundesversammlung den Vorschlag machte, kein Rücklaufgeschüß zu wählen, sondern ein Federsporngeschüße, also 5 Jahre nach Einführung unseres Geschützes. Erst dem Umstande, daß andere Fabriken glaubten, Krupp chlecht machen zu können, gelang es, diesen Beschluß rückgängig zu macken und die schweizerische Regierung zu bestimmen, nochmals eine Prüfung vorzunehmeu. Diese Prüfung endete mit dem glänzenden Siege des Kruppschen Geschützes. Wenn ick heute vor die Wahl gestellt würde, das jetzige französische Rücklaufrohrgeschütz ober das preußische Modell 1896 zu wählen, ich nähme das letztere.
Das französische Rücklaufaeschütz hat zwei Fehler: Es ist. zu schwer und fo kompliziert, baß bei jeder Batterie ein Mechaniker sein muß, der jederzeit bereit ist, etwaiae Störungen zu. beseitigen. Ick will Ihnen eine Geschickte erzählen, die mir. ein höherer Offizier mitgctcilt hat. Ick machte ilm in einem bestimmten Falle darauf aufmerksam, daß man nach unseren Kstundsätzen dem feindlichen Gegner mit der Artillerie folgen würde, um ihm Abbruch zii tun. Da hat cr gesaat: „Da? würde ich sebr gern, hin, aber ich bin fchon 15 Kilometer marschiert, und wollen Sie sich daS Gcläudc anfehcn, do komme ich nickt durch mit meinen Geschützen." Mit unteren Geschützen aber kommen wir durch. Wenn wir also auch zu den Rücklaufgeschützen gelangen, fo geschieht es aus anderen 6lrüudcn, unser gegenwärtiges Geschütz ist durchaus kriegS- brauckbar.
Davon, daß unser neues Gewehr Modell 1898 schon wieder acändert werden muß. ist mir nichts bekannt. (Heiterkeit.) Ich weiß sehr wohl, die Technik schreitet rasilo? weiter, um Sekbst- ladcr zu erfinden, und es sind ja muh sckon Selbstsvannor für Faadswecke gebaut worden. Aber alle Selbstfvanner. sind fo unkriegsmäßig und schwer, daß man mir von fackperständiacr Seite aefogt hat, es wäre gar kein Gedanke daran, daß in absehbarer Zeit ein dercrrtiaor S-lbstsvanner al? djsi^T-oewehr in Fra->c käme.
Nun bin ick weiter vorn Aba Sattler gefragt worden, wie e? mit dem Ouinguennat stände. Al? ick die Geschäfte be§ Krieasministers übernahm, fand ich einen Entwurf für ein folckcS Ouinoucnnat zwar sckon vor. aber er Hatte weder dem Reicks- kanzker. nock den Hohen Behörden de? Heere? vorgelcaen unj) auck noch nickt die Billiguna des Kaiser? erhalten. Nun wäre es aewiß ein Leichtes gewesen, entweder diesen Entwurf anzunehmen, oder insoweit, wie er mir nickt Passt, einen anderen auSzuarheiten, und ihn als QuinguennatKcntwurf hier einzurc.icken. .Aber ich war vc»llkommcn klar darüber, daß bei der jotziaen Finanzlage, wenn überhaupt etwa? geschehen soll, nur das. WaS wirklich notwendig ist, geschehen kann, was die Lückcn, dic die Heeresorgani- sation aistweist schließt, und was uns fähig macht, von dem Ausbau der Friedensoraanifation auf da? Allerleicktcste, in die Ki-ieaS- oraauisation. üboruiachen. Ich habe mir auf der anderen Seite ocfcsgt. daß das Gefüge des Here? momentan ein so festes ist, daß sich ruhig mit einer solchen Vorlaae auf ein Jahr noch warten läßt. Dageaon halie ich es al? Ehrenschuld der Reaierung bewachtet. do? von ihr längst anaekündigte und auch bom Rni-b^Wo^ae- tordertc VertorgungSgcsetz vor-uleacn. Auch daS mußte noch fertiggestellt werden, es war twar schon im KrieoSministerium bearbeitet, musste aber nock die Billigung des Preußischen Staats- ministcriums finden. Ick habe mich einfach gefraal: Welches ist das wichtigere Gesetz? und habe diese Frage zu gunsten des Ver- tormmc'S"'"sebes beantluortet, weil es eine ganz erhebliche moralische Kräftiaung und Stärkung der Armee fein wird. Aus diesem Grund" habe ich da? OuinauennatSaesetz noch zurückaebakten, aber -"ich jch stcbe auf dem Standpunkt, daß man an einem Ouinguennat, stio an einer länaeren Vertrausfrist zwischen der Regierung und dem ReichStaac festhalten muß. und ^war im Jnteresie beider. (Lebhafter Beifall.) Wir haben deshakb zuerst das Militär- Pensic"i?aesev cinaebrackt. das uns nötiner schien. (Beifall rechts.)
Abg. Ricktcr (freif. Vp.): Die Vornänae in Forbach halte ick nickt für tvpisck. Wie war e? aber möglick. daß die Inspekteure des TrninS von all diesen Vorgängen nichts wußten. Die Eigenschaft de? Ortes konnte nicht demoralisierend wirken, (Heiterkeit), wie müßte es sonst unter den Gerichtsbeamten vieler kleinen Orte ai:?tehen! Daß der Lum? in den Offistcrkreiscn im Steinen be- nriffen ist, gibt selbst General hon der Goltz zu. er meint, daß die Oftizierkosinns hier viel Scknld trnnen. Die Liebesmahle ver- "ichrcn sich ständm. in Forbach bat ja der Kommanbeur selbst die Sektbowlen augerührt l.Heiterkeit.) Sehr gewundert bat mich die Bemerkuna des Ministers, daß man den Kreis der Offiziere enger stehen muffe. Sckon jetzt weist man Offiziere oft zurück wegen de? Berufs ihrer Eltern und Angehörigen, ober aus politischen Gründen. (Sehr wahr!) Grade deshalb bekommt man minder- wertiae Elemente aus den „besseren" Kreisen Wie war es nut möglich, das; grade bei der Garde so viele Mißhandlunaen vorkamen l Wie wird e? denn erst bc' der Linie sein! Mhilfe kann hier nur geschaffen werden, wenn man mehr Rücksicht auf die Vorbildung der Offiziere und Unteroffiziere legt. Wir haben die Kadetten- und Unteroffi^ierschulen stet? mit kritischem A.uge an» rrcfe’hcn, die Leute, die aus solchen Anstalten gleich als fertige. Vor- a< fetzte hervorgehen, können nicht das richtiae Verständnis für bie Truppen haben. Weshalb wirb aber nun die zweijährige Dienstzeit nicht gesetzlich festaelegt? WeSbalb soll sie nur auf ein Jahr oerlänaert werden? Die neue Militärftraf-Gcfetzordnung hat gewiß ihre Mängel, aber ihr großes Verdienst i.st doch, daß sie bie Oeftentlicbkeit eingeführt hat. Selbst der Rcickskanster erkannte gestern den Wert der Ocffentlichkeit an, während die Regierung tonst stets auf diesem Gebiete die Oeffentlichkeit scheute. Aende- rungen im Geschütz- und Waffenwesen sind nickst. pon der Hand zu weisen, wenn eS der Fortschritt brr Technik mit sich bringt, (Beifall rechts), wir können unserem Heere nicht die beste .Waffe vrrsagen. (Beifall recktS.) Ick meine jedock, daß. man die einjährige Präsenz dauernd festsetzen sollte, es war ein großer Irrtum des Kriegsministers von Roon, als er meinte, nur mit .mehr* iährigen Präsenzfeststellungen arbeiten zu können. Die einjährige Präsenzfcstfetzimg steht sowohl hn Jnteresie de? ReickStagS, als in dem der Regierung. Bei einjähriger Bewilligung würde, oft hieT mehr hewilliat werden. (Heiterkeit.) Der neue Herr im Reicks- sthatzamt ist fast eben fo vlötzlick gekommen wie sein Vorgänger auS Amerika hierher befördert wurde. (Heiterkeit) Minister sind eben wie die Blumen auf dem Felbe, wenn der Wind auS der Höhe kommt, verfckwinden sie (Erneute Heiterkeit.) und ihre Stätte sindet man nickt mehr, ^enn die Finanzreform des Herrn von Stenacs Gesetz werden füllte, würbe Herr Miauel im Himmel sstne helle Freude barou haben (Große Heiterkeit.), denn diese Reform aebt "ock viel weiter in der automatischen Reaeluno als der Automat M'auel? Der Gruudunterschicb in den Anschauungen hr? Hcrrn SchatzsekretärS und den unseren besteht darin, daß er überhauvt nicht? von konstitutionellen Rockten deS ReickStaaS willen will. Deshalb fvrack et auck da? charakteristische „Nur". Auch in feiner historischen Darstcllnna über bie Geschichte der Matrikular- beiträae irrt sick der Sckatzfckretär. Sckon in dem ersten Ent- hntrfe Bismarck? bcfand"ii sich die Mawikularbeiträae. doch sollten sie damals an die Stelle der Anleihen, treten. Erst ein Antrag von liberaler Seite Hat sie in ihrer ieisiaen Form aeschaffen, doch waren sie stets nur aedackt al? vorläufiger Ersatz direkter Rcich?steuern. Mit knahvcr Mehrheit ward deshalb auch hio Zu- stänbiakeit de? Reiche? für bireTtc Steuern befchlollen. Mit dem ^orfchlaa des Staatssekretär? über die ^Verwendung der Neber- schülle könnte ich mich einverstanden erklären, wenn dadurch nickt die Ler Müller-Fulda auf Sckulbcntilauug aufaeboben wäre. Ick meine aber, wir sollten mit der Rclorm noch warten, jetzt ist nickt der richtige Moment. Dcr Sckatzfckrctär mcinte. cS sci rin Grund- rcckt jedes Deutschen, einen klaren Etat zu Haben, so weit gehe ich nicht in der Schaffung von Grundrechten. (Heiterkeit.) Richtig ist eS, daß unser Etat unklar ist, aber jeder Schatzsekretär hat ihn noch unklarer gemacht. (Heiterkeit.) Jch hin Sozialist im EiatSwofen, aber ich muß wich sedcß Jahr auf? neue in den Etat biueiustubiercn. Dic Lcr Stengel würde in einem Punkte den Etat ebenfalls noch unklarer machen, nämlich in Bezug auf die Deckung ungedeckter Mawikularbciträge aus dem Vorjahre. Wün-


