Ausgabe 
12.3.1903 Zweites Blatt
 
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drückung des Vertriebes fremder Lose und befürtvortet eine Petition der Loshändler, den Vertrieb preußischer Ori- ainallose durch die Loshändler unter Abänderung des Ge­setzes von 1891 wieder zuzulassen. Abg. Pleß (Ztr.) spricht sich prinzipiell gegen die Lotterien aus. Die Abgg. Nölle (nl.), Frhr. v. Bud denb r o ck(köns.) und Kirsch (Ztr.) sind für Verschärfung der Strafbestimmungen. Die Resolution wird alsdann angenommen und die 'Petitionen der Loshändler der Regierung als Material überwiesen. Hierauf wird die 2. Lesung des Kultusetats beim KapitelUniversitäten" fortgesetzt. Abg- von Neumann (kons.) bedauert, daß die 1902 bewilligte Professur für Mathematik in Breslau noch nicht besetzt ist. Als er auf die Tätigkeit des Bundes der Landwirt­schaft eingeht und vom Rindvieh spricht, unterbricht ihn Präsident v. Kroch er: Zcb hoffe, daß Sie vom Rind­vieh nun bald auf die Universitäten kommen. . (Große Heiterkeit.) Abg. v. He er em an (Ztr.) plaidiert für Errichtung einer medizinischen Fakultät in Münster und für den Bau einer Bibliothek dort. Minister S t u d t sagt die Erfüllung des zwetten Wunsches zu. Der erstere Wunsch könne wegen der Kosten nicht erfüllt werden. Abg. Weihe (kons.) meint, wenigstens müsse ein Lehr- ftuui für Anatomie in Münster errichtet werden. Abg. Nölle (nl.) plaidiert dafür, die Universität Münster in eine Volluniversität auszugestalten. Minister Studt erklärt, daß die Regierung dem Gedanken, eine e v a n g e - lisch-theoloaische Fakultät in Münster zu er- ricyten, keineFörderung zu teil lassen werde,

Deutsches Deich.

B e r l i n, 11. März. Der K a i s e r besuchte heute mor­gen die Automobil-Ausstellung, sprach dann beim Reichs­kanzler vor und Härte später im königlichen Schloß den Dortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts.

Die Ankunft Kaiser Wilhelms in Kopen­hagen erwartet man nach einer Meldung des Londoner Daily Telegr." für den Nachmittag des 2. April aus der JachtHohenzollern". Am Abend desselben Tages wird der König ein Galw-Diner geben. Am folgenden Tage soll beim Kronprinzen eine Tafel stattfinden, während Kaiser Wilhelm der dänischen Königsfamilie ein Frühstüa an Bord derHohenzollern" geben wird.

Die für den Absperrungsdienst bei den Aus­fahrten des Kaisers kommandierten Schutzleute haben die Anweisung erhalten, das Schwenken derTaschen- .tücher seitens pes Publikums bei der Anfahrt des Mo­narchen tunlichst zu verhindern. Bekanntlich hat der Kaiser dem Polizeipräsidenten gegenüber schon wiederholt darauf hin gewiesen, daß das Anorängen des Publikums an den kaiserlichen Wagen, das Werfen von Blumensträußen und das Schwingen von Taschentüchern die Gespanne beun­ruhigen und scheu machen könne. Die wiederholten dies­bezüglichen Erlasse des Polizeipräsidiums an das Publikum sind jedoch stets wirkungslos geblieben und die Schutzleute haben nunmehr die Anordnung erhalten, die an den Bür­gersteigen stehenden Zuschauer bei der Annäherung des Kaiserpaares stets darauf aufmerksam zu machen, daß mit den Taschentüchern nicht geschwenkt werden soll.

In der Korrespondenz des evangelischen Bundes wurde dieser Tage berichtet, in einer Sitzung des Vor­standes des Evangelischen Bundes habe der Vor­sitzende, Graf Wintzingerode, den Erschienenen von einem Briefwechsel Kennrnis gegeben, der zwischen ihm und dem Reichskanzler über die geplante Aufhebung von § 2 des Jesuitengesetzes, sowie über die gesamte tirchenpolitische Lage in Deutschland geführt worden; diese Korrespondenz werfeso grelle Schlaglichter auf die augen- blicklicye schwierige Situation" und erheische so dringend eine weitere Behandlung, daß die sofortige Einberufung des Gesamtvorstandes des Evangelischen Bundes zu einer Versammlung in Halle beschlossen wurde. DerNat.-Ztg." wird versichert, daß das Schreiben des Reichskanzlers zu einer derartigen Darstellung durchaus keinen Anlaß gebe, wie sich zeigen werde, wenn es veröffentlicht wird.

Der Reichstagsabg. und bayerische Landtagsabg. Kohl, Stadtpfarrer in Dietfurt, hat aus Anlaß der Pap st feier an seine Gemeinde eine längere Ansprache gerichtet, in der er u. a. die Leiden schilderte, die das Städtchen im spanischen Erbfolgekriege von der österreichi­schen Soldateska zu ertragen hatte. Tann fuhr er, nach derJngolst. Ztg." fort:Doch endlich schlug auch für das verarmte, verwüstete Bayern die Erlösungsstunde, als durch das ganze Land hin das Losungswort ertönte: Lieber bayerisch sterben, als Kaiserlich verderben!", und in kurzer Zeit war das östreichische Raubgesindel hinaus- geworfen. Und diese treue Ergebenheit, welche damals, in jenen schweren Tagen, das Volk seinem angestammten Fürsten Max Emanuel, ,chem Löwen der Schlachten", ent­gegengebracht, findet sich auch jetzt noch in jedem echten Layernherzen, auch jetzt noch heißt es:Lieber baye­risch sterben, als Kaiserlich verderben!"

Der preuß.Staatsanzeiger" veröffentlicht einen Hrlaß der Minister für Finanzen, des Innern, der öffent­lichen Arbeiten und des Handels vom 27. Februar an die Regierungspräsidenten, betreffend Vorkehrungen für ge­nügende außerterminliche Ueberwachung der Bau­ausführungen tm Interesse de§ Schutze? der Bau­arbeiter gegen Krankheit und Unfälle.

Essen, 11. März. Gegenüber der gestrigen Behaupt­ung des Abg. Bebel im Reichstage, die Firma Krupp habe an die Vereinigten Staaten Panzerplat­ten billiger geliefert, al? an Deutschland, wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die Firma Krupp den Vereinigten Staaten niemals Panzerplatten an- geboten, geschweige denn geliefert habe.

Trier, 11. März. In einer scharfen Polemik gegen Die Lauheit derKöln. Volksztg." im Trierer Scyul- lampf behauptet dieLandesztg.", Kardinal Melchers habe nachträglich aufs tiefste bedauert, der Kölner pari­tätischen lstheren Töcyterscyule einen Religionslehrer be­willigt zu haben. Die Zurücknahme des Publikan- dums habe die Sachlage wenig geändert. Tie Eltern hätten die Gewissenspflicht, ihre Kinder ohne die schwer­wiegendsten Gründe der 'paritätischen Schule nicht anzu­vertrauen. In Sachen des Schulstreites hatte der Abg. Dr. Spahn eine Besprechung mit Bischof Ko rum.

Ausland.

Kopenhagen, 11. Mar^ Infolge der hier einge- Laufeneit Nachrichten über das Befinden de? Prinzen Ernst August von Eumverland beschlossen der Herzog und die -Herzogin von Cumberland, tn den nächsten Tagen Ne Heimreise nach Gmunden anzurretsn.

London, 11. März. Die Beratung deSoppositionellen LitrQprs, den Effektivstand des" Heeres l^erab-

zusetzen, wird im Unterhause fortgeführt, wobei Dille (liberal) das Armeekorpssystem scharf fritqiert Der Kriegs­minister erklärt, wenn die Herabsetzung durchgeführt werde, könnte England höchstens 2i/2 Armeekorps statt 3 ins Aus­land entsenden. Die geplante Herabsetzung würde eine Un­ordnung in der Armee Hervorrufen, England im Auslande lächerlich machen und eine Verurteilung durch die Nachwelt ölgern. Grey (liberal) sagt, die Regierung scheine zu wünschen, daß 120000 Mann in der Heimat schlagfertig erhalten würden im Hinblick auf die Unruhen an der indi- chen Grenze. Man sollte dafür lieber 40000 Mann in Süd­afrika unter der Fahne halten, wo sie Indien näher wären; das würde größere Ersparnisse ergeben. Redner führt weiter aus, das englische N a ch r ich te nsy ste m sei nicht o erfolgreich wie das deutsche. Er habe neuer-» Dings von dem Plane gehört, daß in Deutschland jeder Offizier von der Nachrichtenabteilung das englische Land tudieren müsse. Er glaube nicht, daß die Offiziere der englischen Nachrichtenabteilung soviel von Natal wüßten, wie die deutschen von Porkshice. Der Antrag auf Herab- etzung wird sodann abgelehnt.

Haag, 11. März. (Kammer.) Melchers bringt die Notlage und die schreienden Mißstände beiden Eisen­bahnarbeitern zur Sprache; während dessen unter­hält sich die Kammer laut. Troelstra springt auf, ballt die Faust und schreit: Es geht hier um die Eisenbahnarbeiter; hören Sie zu! Melchers fährt fort: Wenn Sie schwatzen wollen, gehen Sie ins Kaffezimmer! Troelstra beginnt eine eindrucksvolle Rede gegen den Ministerpräsidenten Kuyper, der mit hochrotem Kops zuhöct. Niemals habe Kuyper eine traurigereFigur gemacht als gestern. Reine Gewalts­autorität wollen wir, sondern Autorität, begründet auf das Recht, treibt uns nicht so weit, daß Bür gerblut ließen muß! Kuyper antinortet: Widersetzten sich die Arbeiter dem Gesetz mit Gewaltmatzregeln, so werde die Regierung der Gewalt Gewalt folgen lassen.

Brüssel, 11. März. Noch langer Krankheit erschien heute zum ersten Male A b b ü T a e n s in der Kammer. Er hielt eine heftige Rede gegen die klerikale Partei, welche mit Bewußtsein die Landar beiter inDumrn- heit und Armut erhalte und ihnen durch die Geist­lichen predigen ließe, daß es Todsünde sei, für einen Sozia­listen, doppelte Todsünde, für einen christlichen Demokraten zu stimmen.

Madrid, 11. März. Ter Finanzminister überzeugte im heutigen Ministerrat das Kabinett von der absoluten Not­wendigkeit, angesichts des Standes des Staatshaushalts alle Ausgaben einzuschränken. Gegenwärtig sei es unmöglich, für Marinezwecke, Heeresorganisation, für Unterricht und öffentliche Arbeiten weitere Mittel zu ge­währen.

Rom, 11. März. Der Pap ft empfing gestern die aristokratische Damendeputation des Wiener ka­tholischen Schulvereins, die dem Papst das große Porträt des Protektors des deutschen Schuloereins, des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand, überreichte. Der Papst nannte den Erzherzog seinen Lieb­ling und sagte, derselbe hätte ihm keine größere Freude bereiten können, als die, welche er chm durch den um Gotu und Menschen wohlverdienten katholischen Schulverein für Oesterreich zu teil werden ließ. Der Papst verlieh dem Erzherzog das Großkreuz des Erlöser-Ordens.

Genua, 11. März. Im hiesigen Hafen fand eine oft erreich feindliche Kundgebung statt. E.wa 300 Per­sonen demonstrierten vor Dein im hiesigen Hafen liegenden österreichischen SchulschiffeFrundsberg", indem Schmäh- iufe gegen Oesterreich ausgebracht wurden. Die Demon­stranten zogen alsdann vor das östreichische Konsulat, wo neue uuutgebungen fist fanden. Soz a..ftifche Studen­ten versuchten eine Demonstration in der Aula der Uni­versität.

Wien, 11. März. (Abgeordnetenhau s.) Dr. 'D?enger bemerkt, er habe gegen den neuen autonomen Zolltarif die schwersten Beoenken. Redner tritt für .oebung des Hochschulwesens, insbesondere der technischen Hochschulen ein. Atomankschow führt aus, die Ruch^nen er­kennen die Notwendigkeit einer einheitlichen Ver­mittln n g s s p r ache, die nur das Deutsche sein könne, an.

Kairo, 11. März. Der deutsche Kronprinz und der K h e d i v e fuhren heute bormiLag mit der Bahn nach oem Nildamm bei Assuan. Der Kronprinz besichtigte Anlage unter Führung des Khediven und kehrte um 10 Uhr nach Kairo zurück, wo er das Museum besuchte. Später suhr der Kronprinz nach den Khalisengräbern, srühstücktc tm Zelt des Barons v. Oppenheim und besichtige ein Kamelreiterkorps, das vor dem Zelt ausgestellt war. So- oann suchte der Kronprinz den Bazar auf, wo er verschiedene Einkäufe oornahm. Um 11 Uhr abends- reifte der Kronprinz mit Gefolge nach Luxor ab. Prinz Eitel Friedrich oon Preußen ist an den Masern erkrankt.

New yor k, 11. März. Die amerckan.schen Rhedereien sind entschlossen, gegen die von Castro getroffenen Dlok- ka de-Bedingungen Protest zu erheben, welche den amerikanischen Handel nach Venezuela schwer^öigen müssen. Aus Washington wird gemeldet, daß die bärtigen Regierungskreise von bem Vorgehen Castros peinlich über­rascht sinD und neue internationale Verwickel­ungen befürchten.

Zur Förderung der Fr e u n d s ch a f t mit D e utsch - land soll der amerikanische Admiral Evans mit einem größeren Geschwade r, das aus Asien kommt, dic Deutsche Küste besuchen. Dies ist Roosevelts Absicht St. Louis und der mittlere Westen sind sehr befriedig, über die Nachrichten, daß Deutschland größeres Inter- esse für die Weltausstellung in St. Louis bekundet.

Aus DtaSt miö £aiu).

Gießen, den 12. März 1903.

Der Provinzial-Ausschuß hat beschloßen, den Besuch des neuen Siechenhauses und dessen Besich­tigung bis zum 21. d. Mts. an jedem Werktage nach­mittags zwischen 3 und 4 Uhr allgemein zu gestatten. Es bedarf hierzu nur der Anmeldung bei dem im Siechen­hause wohnenden Verwalter Lerch.

- In der nächsten Sitzung der medizinischen Gesellschaft am Dienstag den 17. März, abends 7 Uhr, im Hörsaal der medizinischen Klinik werden folgende Vorträge gehalten: 1. Herr Riegel: Uebcc Puisus paiadoxue, 2. Herr Volhard: Krankenvorslcllung, 3. -Herr Heichelheim: Kcanten- vorstellung, 4. Herr Kramer: lieber Theorien. Aerzte sind als Gäste willkommen.

* Kaufmännischer Verein. DaZ Programm des Kaufmännischen Vereins zu dem nächsten SamSiag sraltstn- denden zweiten größeren Winterfeste mutz eme Äenderung

erfahren, weil da§ Wiener Kunftlervaar wegen Krankheit des Herrn Mücke leider verhindert ist zu kommen. Als Ersatz dafür ist die hiesige Theatergesellschaft gewonnen worden, welche das schöne LustspielIm bunten Rock" zur Auffüh­rung bringen wird. Das Programm besteht also nun auS dem Konzert der hiesigen RegimentSmustk und Theater woran sich der Ball anschließt.

♦♦ Verkehrs-Verein. Der in der General-Vep ämmlung des Verkehrs-Vereins gewählte V or stand, nämlich die Herren "Th. Haubach, Fr. Helm, I. Kirch, Wllh. Hornberger, Dr. Ebel, Gustav Mund, Ernst Balser, Karl Berg, I. Jaskvwsty, Assessor Curschmann, Karl Röhr und Gustav Wohlmuth, waren gestern nachmittag fast vollzählig im Dürgermeistereigebäude erschienen, um die einzelnen Aemter innerhalb des Vorstandes zu besetzen. Zum Vmv- itzenden wurde Wilhelm Homberger, zum Schrififührer Fe. Lelm und zum Rechner Karl Röhr gewähll. Es wurde bescklossen, tunlichst schnell Entwürfe zu einem in Farben gehaltenem Plakat zu beschaffen, welches Ansichten unserer L-tadt in malerischer Gruppierung enthüllen soll. Weiter wurde in Aussicht genommen, an die Herstellung eines kurzen Führers durch unsere Stadt heranzugehen, der, in einer Massenauflage hergestellt, gratis verteilt werden oll. Der Verein zählt bisher 271 Mitglieder und verfügt über einen Gesamtbeitrag von ca. 1000 Mark, eine Summe, welche allerdings, um eine Agitation für unser schön ge­legenes Gießen wirksam zu betreiben, reckst winzig ist. Es ehlt aber noch eine stattliche Anzahl unserer Mitbürger als Mitglieder, in deren Interesse es liegt, wenn der Ver­kehrs-Verein in die Lage versetzt würde, recht nachdrücklich zu arbeiten. Der Vorstand wird es als seine Aufgabe betrachten, auch die noch fern stehenden Kreise zum Verein heran zu ziehen.

Benefiz für Herrn von Stahl. Zu seinem gestrigen Benesiz hatte sich Herr von Stahl die Rolle bc5 Leutnants Hans Rudorfs in HarilebensRosenmontags gewählt. Diese Rolle ist wohl für die Darstellung an sich schon sehr dankbar; die Aufmerksamkeit des Publikums bleibt oon Anfang an auf sie konzentriert, da das Stück keinerlei Nebenhandlung von Bedeutung enthalt, die das Intereffe auf andere Personen ablenken könnte. Andererseits stellt sie aber auch an die Kraft und an das Können des Künstlers recht bedeutende Anforderungen, wenn die Darstellung, die besonders in den letzten Akten fast stets Momente des höchsten Affekts zum Objekt hat, nicht ermüdend oder unnatürlich und gekünstelt wirken soll. In Herrn von Stahl fand die Rolle eine ganz vorzügliche Wiedergabe. Der Künstler spielte mit Einsetzen seiner ganzen Person, er ging in leiner Rolle auf. So gut ihm infolgedessen die Darstellung der wilden Leiden- schaftsszene gelang, so gut wußte er sich doch auch nut seinem künstlerischem Empfinden vor jeder Uebertrcibnng, die ab­stoßend hätte wirken können, fernzuhalten. Das sehr zahl­reich erschienene Publikum erkannte die vorzüglichen Leistungen des Künstlers gebührend an, indem es ihn nach jedem Akt­schluß durch lebhaften Beifall, Herausrufen und Blumen- spenden auszeichnete. Die übrigen Rollen wurden durchweg zufriedenstellend wiedergegeben. Hervorheben wollen mir nur noch das Spiel von Frl. Helene Würtemberg, die als Gertrude Reimann" recht gutes leistete. Die Zwischen­akte wurden durch Gesangsoorträge des Heldentenors Herrn Karl Gentner aus Frankfurt sehr angenehm ausgefüllt. Er brachte zum Vortrag den Prolog ausBajazzi", hie Gralserzählung ausLohengrin" und das Liebeslied au5 Die Walküre". Herr Gentner verfügt über ein sehr wohl­lautendes, technisch vorzüglich gebildetes Organ. Der hier seltene Genuß wurde denn auch gewürdigt in Gestalt leb­haften Beifalls und einer Kranzspende, sodaß sich dec Künstler schließlich noch zu einer Zugabe verstehen mußte. Die Regie führte Herr Ramsey er in einer Weise, daß uns die Dichtung in ihrer vollen Stimmung entgegentrat.

** Hessisch-Thür. Staats!oth-ric. Bei der heütz fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 10 000 Alk. auf Nr. 14078 32024 37871 43863, 5000 Mk. auf Nr. 31064 73280 78521 89649, 3000 M. auf Nr. 6228 13317 14515 15448 18101 20233 21506 24233 26346 36255 37222 49459 60250 52270 52098 53663 54982 59051 61629 64702 71805 72106 77609 81053 83593 88433 93104 96684, 2000 Mk. auf Nr. 9521 11394 14187 17408 17654 18941 19435 21094 24996

27492 29728 32477 33447 36779 42001 42061 42134

49816 55459 56808 63162 63595 70285 70527 73983

79781 84609 87562 88720 97623 93504 99960. Ohm

Gewähr.

'* Preisailfgabe. Die Senckenbergische na* kurforschende Gesellschaft in Frankfurt a. M. setzt einen Preis von 1000 Mk. für die beste Arbeit aus, die einen Teil der Geologie des Gebietes zwischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzey, Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und Büdingen behandelt. Die 9lrbeiten sind bis zum 1. Oktober 1903 einzureichen.

"Besetzt!" Wem ist es nicht schon passiert, datz ihm, wenn er in einem Lokale Platz nehmen wollte, oon einer Person, die an einem nochfreien" Tische saß, entgegen» gerufen wurde:Die Plätze sind besetzt! ' Natürlich sitzt niemand auf den Plätzen, nur em Hut, cm Regenschirm oder onst ein Gegenstand der Industrie thront darauf, oder btc rreien Stühle sindunigelegt". Diele lassen sich dadurch verblüffen und ziehen ihres Weges weiter. Aber nut Un­recht. Tenn baS Belegen ober Umlegen von Stühlen in Konzertsälen ober öffentlichen Bierlokalen hat für Dritte keine rechtlichen Verbindlichkeiten. Jeder Gast hat daS Recht, einen ihm zusagenden Platz zu benutzen, gleichviel, ob der be­treffende Stuhl um liegt oder ihm als besetzt bezeichnet wird. Nur in zwei Fällen ist em Reservatrecht vom Gaue an* zuerkennen, wenn erstens nummerierte Plätze vorhanden und diese höher bezahlt worden sind alS andere, und zweitens, wenn vom Wirt selbst Plätze oder ganze Tische durch aus­gestellte Schilder alsreserviert" bezeichnet sind.

Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger geschieht, worauf wiederum aufmerkjam ge­macht fei, in der Zeit vom 15. bi5 einschließlich 25. de? letzten OuartalsmonatS kostenlos; die Biiesträgec sind zu» DOÜgiUigcn Quittung über die erhobenen Zeitungsgelder be­rechtigt. Tad-rch wird dem Publikum der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die um den Wttfb» jahrSfthluß stark in Anspruch genommen sind, erspar! und außerdem der regelmäßige Fortdezug der Leitung gesichert.