Die Eidesleistung de» Erzbischofs von Köln.
Berlin, 11. März. Erzbischof Fischer mürbe zur Eidesleismng in einer königlichen (Styuipage abgeholr. Ter Eidesleistung wohnten bei: Reichskanzler Graf Bulow, der
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Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.
Berlin, 12. März. Der Kaiser beabsichtigt auf dem Döberitzer Truppenübungsplätze dem König Friedrich dem Groyen, der dort fror 150 Jahren eine Manöver abhielt, einen Gedenkstein zu setzen. Die Enthüllung ist auf den 29. Mai d. I. festgesetzt.
Berlin, 12. März. Dem Geh. Rat Behring, der zurzeit in Wien weilt, ist es gelungen, .Kälber gegen bte Rindertuberkuloieninfektion z u immuni ieren. Er hofft, daß es ihm auch gelingen werde,Menschen gegen die Tuberkulose zu immunisieren.
Aden, 12. März. AuS Obbia wird gemeldet:, Es and ein Gefecht zwischen Mbessyniern und dem Mullah statt. ?cäheres ist rroch nicht bekannt.
New York, 12. März. Aus Willemstad wird gc* meldet: Bei Coro soll ein heftiger Kamps zwischen venezolanischen, aufständischen und Regierungstruppen stattge- unden haben. Der Ausgang ist unbekannt.
Kriefkasten der Redaktion.
(«nsuyme Mnfranett bleiben unberückfichttgi.)
G. in 9L»C. tt* a. Wir bitten dringend, immer nur eine Seite des Manuscriptes zu beschreiben, die Rückseiten aber stets unbeschrieben zu lassen.
Wahl-Vcwegung.
Hanau, 8. März. Zn der „Eeurralhalle" tagte heute nachmittag eine Vertrauensmännerversammlung vom Bund der Landwirte zwecks Stellungnahme zu den bevorstehenden Reichstagswahlen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, im Wahlkreise Hanau-«Gelnhausen«Orb von der geplanten Ausstellung eines eigenen Kandidaten abzusehen und den Parteigenossen die Wahl des von den Nationalliberalen und Konservativen als Kandidaten nominierten nationalliberalen Amtsrichters Dr. Lucas- Langenselbold zu empfehlen.
Hersfeld, 10. März. Herr v. Scharfenberg in Wanfried hat die ihm von konservativer Seite angetragene R'eichsragskandidatur für den Wahlkreis Hersfeld-Hün- feld-Rotenbürg mt< Rücksicht auf sein voraeschrirtenes Alter a b g e l e h n t.
Vermischtes.
* Wie man sich in Ungarn duelliert Ein ^istvlenduell ztoischen dem Grafen Zichy und dem Abg. Veszy verlief unblutig. Veszy schoß in die Luft, Zichy überhaupr nicht.
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53 900 Mk. und für innere Ausstattung 12500 Mk. (nrirb mit allen gegen die Stimme des Abg. Molthan bewilligt), Titel 7, Amtsgerichtsgebäude und Haftlokal zu Wörrstadt 15 529 Mk., Titel 9, Ämtsgericbtsgebäude zu Alzey 10 540 Mark, Zitel 10, Haftlotäl zu Alzey 3800 Mk., Titel 11, Erwerbung der Hofrälte von Franz Becker zu Alzen 5000 Mark, Titel 12, Zellenstrafanstalt Butzbach 10900 Mk., Titel 13, Landeszuchthaus Marienschloß (Erbauung von drei Wohngebäuden für 12 Aufseher) 54 000 Mk., Titel 14, Genehmigung einiger Uebertragungen.
Für Kap. 131, Anlegung neuer Grundbücher, «erden für das laufende Jahr 250 000 Mk. gefordert.
Abg. Senßfelder führt aus, er müsse sehr bezweifeln, daß die Einführung der Reichsgrundbuchordnung sich als segensreich erweisen werde. Es sei zu beklagen, daß im Grundbuch eigentlich die genaue Bezeichnung der Lage der Grundstücke fehle, und ferner, daß im Grundbuch auch gewisse Vorzugsrechte nicht gewahrt würden.
Justizminifter Dr. Tittmar bemerkt dem Vorredner gegenüber, daß die Grundstücke auch im neuen Grundbuch die genauen katastermäßigen Bezeichnungen erhalten. Tie jetzige Eintragung werde sogar noch genauer vollzogen, als die früheren. Dem Vorredner gegenüber müsse er auch bemerken, daß die Einführung der Örtsgerichto gerade in Rheinhessen mit Freuden begrüßt worden sei.
Abg. Leun schließt sich im wesentlichen den Ausführungen des Abg. een fett) er an und stellt alsdann den Antrag, anstatt 250000 Mk. nur 150 000 Mk. für die Anlegung neuer Grundbücher zu bewilligen. Die Verkürzung der Summe fei schon deshalb ganz am Platze, damit man bei den neuen teuren Grundbüchern ein etwas langsameres Tempo einschlage. Auch der Grundbuchrichter wisse damit oft selber nicht Bescheid; wenn man ihn frage, steht er da, wie — jemand am Berge (Heiterkeit). Früher hätten uns die preußischen Nachbarn um unser schönes Grundbuch beneidet, jetzt lachten sie uns aus.
Justizminister Dr. Tittmar führt dagegen aus, cs könne doch feinen Zweck haben, sich hier des längeren über den Mert oder Unwert neuer reichsgesetzlicher Bestimmungen zu unterhalten. Man könne doch jetzt nicht von hier aus einfach die Sache über den Haufen werfen und verlangen, daß nun einfach alles beim Alten bleiben solle. Mit dem Antrag würde man nur verhindern, auf dem nunmehr eingeschlagenen Wege rascher zum Ziele zu kommen. Die neue Grundbuchforderung habe sich bereits in vielen Teilen Preußens schon feit Jahrzehnien gut bewährt. Wir befänden uns jetzt in einer Uebergangszeit, und die Rechts- oerschiedenheit, die während derselben herrsche, fei, wie er selber zugebe, ein beklagenswerter Zustand. Aber wenn das der Fall sei, so müßten wir es auch als eine ernste Pflicht für un|er Land betrachten, dahin zu streben, daß wir aus diesem unangenehmen Zustand so rasch als möglich wieder herauskommen.
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Kultusminister, der Justizminister, die Minister des Innern und des königlichen Hauses, der Oberstkämmerer sowie die Vertreter der Kabinette. Der Erzbischof wurde durch den Kultusminister dem Kaiser präsentiert, worauf die Anrede des Erzbi' choks, die Eidesleistung auf das Evan- aelienbuch sowie die Erwiderung des Kaisers erfolgte. Sodann wurde der Erzbischof von der Kaiserin empfangen. Erzbischof Fischer erklärte in .seiner Ansprache, er leiste den Treuesckwur nichr blos im Bewußtsein seiner Pflicht, sondern tue es aus innerem Herzensdrange. Er erinnerte an die Aachener Kai'errede, in welcher der Kaiser sein Haus, Heer und Volk unter den Schutz des Kreuzes gestellt habe. Die erhebenden Worte an denkwürdiger Stelle haben überall, narnenilich im rheinischen Volke, jubelnden Beifall gefunden. Ich übernehme mein schweres Amt im Vertrauen auf die Lilfe Gottes und die Anhänglichkeit des Klerus und Volkes, den wirksamen Schutz und das gnädige Wohlwollen S. M. oes Kaisers. Hierauf erwiderte der Kaiser: Ich habe zur Erwählung Dr. Fischers gern meine Genehmigung aussprechen lassen. Seine Pflichttreue, sowie die Beweise patriotischer Gesinnung aus seiner früheren Tätigkeit sind mir Gewähr, daß Sie auf dem erzbischöflichen Stuhle als guter Hirte der Ihnen anvertrauten Seelen, dem mir soeben abgelegten Gelübde getreu, in den Gemütern Der Geistlichen und Der Gemeinde den Geist der Ehrfurcht und Treue gegen mich und mein Haus, Liebe zum Vaterlande und Gehorsam gegen die von Gott geordnete Obrigkeit, sowie Eintracht unter den Bewohnern des Landes pflegen und nähren werden. In dieser Erwartung erteile ich Ihnen die landesoäterlichc Anerkennung und wünsche Ihnen GotteS reichsten Segen.
Aus Stadt und £mii).
** Ucbcr die Rückkehr S. K. H. des Groß Herzogs wird der „Darmst. Ztg." aus Kairo gemeldet; S. K. H. der Groß Herzog sind nach einer zweitägigen Quarantäne bei ben Moselquellen von Suez am 3. Mürz 10.45 Uhr abends in Kairo eingetroffen und wurden am Bahnhof von dem deutschen Gesandten Dr. Rüker-Jenisch, sowie von dem englischen Gesandten Lord Cromer em pfangen, worauf sich S. K. Hoheit nach Sepheards Hotel begaben. S. K. Hoheit hatten für den 5. März bei dem deutschen Gesandten und für den 6. März bei dem eng lischen Gesandten Einladung zum Diner angenommen und gedenken am 7. eine Reise von 10 bis 12 Tagen nach Cber- Äegypten zu unternehmen. Ende des Monats werden S.K. Hoheit mit Dampfer „Friedrich dem Großen" die Rück- reise nach Genua antreten und von dort aus in den ersten Tagen des April in Darmstadt eintreffen.
** Helft bte Vögel schützen, sorgt für Nist- kästchen. Wenn die milden Frühlingslüfte wieder wehen und Die den Vögeln zur Nahrung dienenden Insekten aus ihrem Winterschlafe erwachen, dann kehren auch die mun tereu Singvögel, die uns im Herbste verlassen mußten, wieder zurück. Jeder neue Tag bringt uns neue SSanberer aus dem fernen Süden, wo sie weder fingen, noch Nester bauen. Bei uns ist ihre eigentliche Heimat. Darum sollen und wollen auch wir dafür sorgen, daß sie sich bei uns wohl und behaglich fühlen. Die Pflicht, den Vögeln Schutz und Hilfe zu gewähren, tritt uns nicht blos nahe, wenn zur Winterszeit Hunger und Not über sie hereinbrechen, nein! auch im Frühlinge, wenn sie ihre Nester bauen wollen und es ihnen an einem entsprechenden Raum fehlt. Dadurch, daß in den Wäldern das Unterholz. und Gestrüpp ausgerodet, auf Feldern und Wiesen, an Bächen, Flüssen und Teichen ast jeder Baurn, Busch und Strauch niedergelegt, die lebenden Hecken um die Gärten mit den geschützten Brut- und Bergestätten immer seltener werden und fast jeder Baum, in Dem ein Astloch den Höhlenbrütern gute Zuflucht gewährt, ab gehauen wird, ist es den sorg- und wehrlosen Tierchen fa»st unmöglich gemacht, tu/Jf ein sicheres Rist- Kätzchen zu finden. Die Tierschutzvereine haben es sich deshalb zur Pflicht gemacht, durch Niftkästchen, welche den natürlichen Ntststätten der Höhlenbrüter möglichst ent prechen, annähernd Abhilfe zu schaffen.
punkt!» Nun, der sei auch der jedes gesunden Menschenverstandes (Heiterkeit), wobei nur noch "in Betracht komme, daß der erfahrene Rechtsanwalt durch seine genaue Kenntnis und Praxis auch einen tieferen Einbltck in die Verhältnisse gewinne, als mancher andere! (Heiterkeit.) Denn man jetzt die Sache noch verzögern wolle, ro werde man möglicherweise erreichen, daß mancher sich weigern werde, noch ferner Geld auf die Grundstücke der alten Grundbücher zu geben, da in den neuen viel mehr Klarheit und Sicherheit über die Desitzoerhältnisse herrscht. Es wäre gerade im Interesse des Bauernstandes, das die Herren doch immer vertreten zu wollen behaupten, sehr zu beklagen, wenn sie an der beantragten Summe von 250 000 Mk. etwas streichen würden. Das würde ein Schritt nach rückwärts sein, und er erwarte deshalb, daß jeder, der Verständnis für Grundbesitz hat und die Interessen des Bauernstandes wahren wolle, für den Ausschußantrag stimmen werde.
Abg. Köhler stellt darauf den Antrag, die Abstimmung auf morgen zu vertagen. Der Bericht des Referenten sei nicht objektiv gewesen und es sei notwendig, erst noch eine Aussprache unter den bäuerlichen Vertretern herbeizuführen.
Abg. Dr. G u t f l e i s ch entgegnet, er habe sich genau an seine Ausführungen im Ausschuß gehalten.
Präsident Haas bemerkt, es stehe dem Berichterstatter vollständig frei, in seinem Resümee auch auf die Debatte selbst zurückzugreifen. Ter Referent fei über das ihm zu- stehende Recht keinesfalls hinausgegangen.
Tie Abgg. Korell und Weidner unterstützen den Antrag auf Vertagung, während Abg. P i 11 h a n sich namens seiner Freunde energisch gegen jede Verschleppung der Sache verwahrt.
Abg. v. Brentano spricht ebenfalls gegen die Vertagung, wobei es noch zu dem Austausch einiger persönlichen „Liebenswürdigkeiten" zwischen ihm. und dem Abg. Köhler kommt. Die Herren von jener Seite hätten doch schon Den ganzen Vormittag mit ihren Erörterungen aus- gefüllt, eine weitere Verzögerung der Geschäfte des Hauses ei nicht zu verantworten. Wenn er auch in rein landwiri- chaftlichen Fragen dem Abg. Köhler eine größere Sachkenntnis zugestehe, so müsse er doch sagen, daß andererseits doch der. Abg. Dr. Gutsleisch mit seiner 30—40jährigen Erfahrung als Jurist mehr von der zur Verhandlung stehenden Rechtsfrage verstehe, als Herr Köhler. Er bitte dringend um Annahme des Ausschußanrrages.
e Der Antrag Köhler wird darauf gegen etwa 9 Stimmen abgelehnt, der Ausschußantrag auf Bewilligung Der Forderung von 250 000 Mk. gegen 14 Stimmen angenommen.
Nach einigen persönlichen Bemerkungen des Abg. Hirsche!, der Dem Abg^ Dr. Gütfleisch gegenüber betont, daß er bei der Ausschußberatung sich in klarer und deutlicher Weise gegen die Bewilligung dieser Summe ausge- prochen habe, schließt die Sitzung gegen 1 Uhr.
Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.
Abg. Wolf gibt zu, daß das Mißtrauen eines Teiles seiner Freunde gegen die neue Grundbuchs rdnung etwas gerechtfertigt sei; aber jetzt, nachdem sie einmal als Reichsgesetz eingeführt, bleibe doch wohl nichts anderes übrig, als sich den neuen Bestimmungen zu fügen. Er hatte im übrigen gewünscht, daß das Grundbuch in topographischer Ausführung angelegt worden wäre. Es würde sich auch empfehlen, die Bezeichnung der Nebenlager wieder einzu- führen. Redner ertlärt zum Schluß, er sei kein besonderer Freund der neuen Grundbücher, aber jetzt könne man ja nichts mehr daran ändern, und da müsse man auch, Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, Die geforderte Summe bewilligen.
Abg. Dr. Heid en reich (natL) erklärt sich mit dem Ausschußantrag einverstanden.
Abg. Weidner ergeht sich in längeren Ausführungen über die Mängel der neuen Grundbücher gegenüber dem früheren Zustand; die Stimmung dagegen sei in Oberhessen allgemein. Die ganze Einrichtung erweise sich immer mehr als ein Unheil für das Land. Redner schildert Dann in sehr lebhafter Weise, wie schwer die Schäden der Neuein- sührung seien. Wenn man einem Bauer sein Besitztum unter Den Hammer bringe, sch machten Die Bekanntmachungen rc. manchmal 90 Mk., während das Ganze nur 150 Mark erbringe; ost kämen auch nur die Kosten heraus und die Schuld bleibe bestehen. Es sei sehr gut, wenn mit der Einführung wenigstens ein langsames Tempo eingeschlagen werde und deshalb empfehle er die Annahme des Antrags Leun.
Abg. Reh (freif.) kann nicht einsehen, worin die Schä- öigungen des Land mann es durch die neue Grundbuchordnung bestehen sollen. Für Fehler, die hier und da bei der Bürgermeisterei vorkämen, könne man doch nicht das neue Retchsgesetz vercuckwortlich machen. Er empfehle im Gegensatz zu den Vorrednern die möglichst schleunige Durchführung des neuen Gesetzes.
Abg. Köhler wendet sich ebenfalls gegen die neuen Grundbücher, er bedauere, daß man nicht das frühere Verfahren beibehalten habe. Er sei überzeugt, daß die nächsten Wahlen schon den Herren die rechte Meinung des Volkes über die neue Grundbuchordnung berbringen würden.
Abg. Korell spricht sich gleichfalls gegen die neuen Grundbücher aus und stellt bann, entgegen den Ausführungen des Abg. Reh, fest, daß man auch in der Bevölkerung des Kreises Msseld durchaus nicht so zufrieden mit dieser Einrichtung sei.
Abg. Leun legt noch einmal seinen Standpunkt zur neuen Grundbuchordnung dar. Tas alte hessische Grundbuchwesen, wie allgemein anerkannt werden müsse, sei ein mustergültiges gewesen und hätte Den außer hessischen Beamten vielfach als Vorbild gedient. So habe die frühere nassauische Regierung häufig Beamte zum Studium des Grundbuchwesens nach Hessen gesandt. Die neuen Gesetzesbestimmungen feien nur geeignet, Den Schuldner, wie den Gläubiger gleichzeitig um ihr Geld zu bringen.
Abg. Weidner wiederholt, daß nach seiner und seiner Freunde Ueberzeugung die ländliche Bevölkerung durch die Einführung des neuen Grundbuches eine schwere Schädigung erleide.
Abg. Reh widerlegt verschiedene Behauptungen der beiden Vorredner und empfiehlt schnellste Durchführung des neuen Gesetzes.
Abg. Dr. Gut fleisch nimmt als Ausschußreferent -as Wort und weist in eindringlichen Worten aus die großen Schäden hin, die bei einer verzögerten Durchführung des Gesetzes bcm_ Grundbesitz entstehen würden. Er habe nicht geglaubt, daß, nachdem im Ausschuß die Angelegenheit mit aller Ruhe und Sachlichkeit behandelt worden sei nnD die Forderung keinen eigentlichen Widerspruch erfahren habe, nun hier sich plötzlich ein solcher Ansturm Dagegen erheben würde. ©5 handle sich doch in erster Linie darum, die bis dahin vorhandenen Rechtsverschiedenheiten aus dem Gebiete des Grundbuchwesens im Reiche zu beseitigen. Man müsse doch immer den allgemeinen Rechtsstandpunkt im Auge behalten. (?lbg. Köhler ruft: Den Rechtsanwaltsstand-
Parlamentarisches.
Darmstadt, 11. März. Nach dem Voranschlag der Regierung waren die Kosten für den UmbaudesDarm- fiäbtcr Bahnhofes auf 10 Millionen Mark berechnet und für dieses EtatSjahr eine Rate von eine Million Mark gefordert worden. Der Finanzausschuß beschloß heute, die Bewilligung dieser Summe auszusetzen, bis ihm die Pläne vorgelegt worden seien. Der Finanzminister teilte mit, daß er die Pläne gesehen habe, daß sie aber in Mainz oder in Berlin lägen. Auch roüroen die Kosten des Umbaues zwei Millionen mehr betragen, als vorgesehen, also im ganzen 12 Mlllionen Mark.
Berlin, 11. März. Die Reichstagskommission ür die Krankenversicherungs-Novelle setzte )cute ihre Beratungen fort Einen längeren Wunschzettel, )en die Sozialdemokraten zum $ 2 der Erläge einbrachten, bekämpfte Der Staatssekretär Graf Posadowsky mit Der Warnung vor der Gefahr, die eine weitere Belastung der Vorlage dem Zustandekommen des Gesetzes in dieser Tagung bringe. Nach zweieinhalbstündiger Erörterung wurde der § 10 nach der Regierungsvorlage mit großer Mehrheit unter Ablehnung aller Abänderungsvorschläge angenommen. Nach diesem Paragraphen ist den Gemeinden das Recht gegeben, die Beiträge um 3 Proz. des ortsüblichen Tagelohnes zu erhöhen.
Berlin, 11. März. Die Budgetkommission des Reichstages setzte die Beratung des M a r i n e e t a t s ort. Bet Der Forderung für die artllleristische Armierung der Linienschiffe M und N wurden je 600000 Mark gestrichen. Bei der Forderung für den großen Kreuzer „Ersatz Deutschland" wurden 300 OOOMark gestrichen, verschiedene andere Forderungen wurden ermäßigt und 100 000 Mark für die artilleristische Armierung eines Fluß- 'anonenbootes gestrichen. Ebenso wurden bei den Tor- ledoarmierungen verschiedene Abstriche gemacht. Ueber die Forderung zum Dau eines neuen Dienst- gebäudes des Reichsmarineamts wurde die Beratung aus- ! esetzt. Die erste Rate von 500 000 Mk. zum Bau einer ; aserne der zwecken Torpedvabteilung in Wilhelmshaven wurde genehmigt, nachdem der Staatssekretär des Reichs- marineamts sie warm befürwortet hatte. 50 000 Mk. für bauliche Veränderungen der Marineakademie in Kiel wurden gestrichen. Im außerordentlichen Etat wurden für den Lau von zwei Trockendocks in Kiel 1200 000 Mk. bewilligt, ür Wilheirnshaven von der Forderung von 3 250000 Mk. 2V? Millionen abgefetzt. Die Forderung von 2i/3 Millionen für die Erweiterung der Werft wurde um eine halbe Million erhöht, lieber die beantragte, der Stadt Wilhelmshaven zu gewährende Beihilfe von 25 000 Mark soll die Verwaltung in eine Prüfung der Dinge eintreten. Damit ist die Beratung des Marineetats, außer der Forderung zum Ankauf eines neuen Dienstgebäudes erledigt.
Berlin, 11. März. Die eine hiesige Korrespondenz wissen will, wird Der Reichstag sich mit den Dorbe- prechungen des Gesetze? zur Sicherung des Wahlgeheimnisses nicht befassen. Vielmehr sollen die entsprechenden Bestimmungen aus dem Dege der Verordnung in Kraft treten. Die Veröffentlichung des betreffenden Aktenstückes steht nahe bevor. Die „Disch. Tgsztg." betätigt diese Meldung.
Berlin, 11. März. Im preuß. Abgeordnetenhause wurde heute der Etat der Lotterie<Verwaltung bewilligt, desgleichen der des Staatsarchivs. Hierauf wurde die zweite Beratung des Kultusetats fortgesetzt beim Kapitel Universitäten. Eine Reihe von Waeordneten brachte Wünsche in Bezug auf die Universität Breslau vor.


