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Wetter
Höchste Temperatur am 10.—11. Februar
Niedrigste „ „ 10.—11. „
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feinen Arzt.
+ 11,8° 6.
+ 6,2° 0.
Sonnenschein . Bcd. Himmel I Bed. Himmel
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Gleichzeitig st getrennten Wahlv beiter aus.
2ede Äorschlc mindestens 2u L nnterzeichnet und teimiu, also Fre BürMeislerei e
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beschäftigungslose feit einiger Zett dieser heute früh einen Schuß auf
Vermischtes.
* Magdeburg, 11. Febr. Der 26 jährige Arbeiter A n g e r st e i n, der von seiner Frau getrennt lebt, lauerte
Kirchliche Nachrichten.
HvttcsOienft in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.
Samstag, den 14. Februar 1903.
Vorabend 5.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Predigt.
Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.30 Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 14 Februar 1 903.
Freitagabend 5.10 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.25 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 7.00 Uhr, abends 5.00 Uhr.
Meteorologische Beovachtungen
der Station Gießen.
enthalten; insoweit da zweifelhaft auf welchem Namen vo find;
welche eine
im Haufe ihrer Eltern auf, und feuerte ie ab. Die Kugel drang der Frau tief in den Hals, odaß sie in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht wurde. Angerstein ergriff die Flucht.
* Aus Ostpreußen, 11. Febr. Die letzten Stürme haben zwar vielfach erheblichen Schaden angerichtet, ander- eits aber aud), Vorteile für manche Küstenbewohner zur Folge gehabt. Äp der samländischen Küste wird jetzt ungewöhnlich viel Bernstein geschöpft, der durch die Stürme an die Mste gespielt worden ist. Einzelne Leute,
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Auf Grund oom 29.Seplemk geber und Arbe> verordneten-Aerj
Januar U Mluhteriums di fr?‘4 m
Ium 1893, öen Eemeindebeü flehende Ortsst^
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 12. Februar 1903.
*• Unterricht in der Fortbildungsschule. Dieser Tage versammelten sich hier im Hotel Schütz die Obmänner der Bezirks-Lehrervereine des Kreises Gießen, um zu beraten, aus welche Weise zu erreichen sei, daß innerhalb des Großherzogtums für den Unterricht in den Fortbildungsschulen überall die gleiche Bezahlung geleistet werde. In nicht eingeweihten Kreisen dürste die merkwürdige Tatsache wenig bekannt sein, daß der Unterricht in den Fortbildungsschulen im Großherzogtum, ja in den einzelnen Kreisen, oft sogar in Nachbarorten, ganz ungleich bezahlt wird. Nicht selten erhält ein Lehrer für dieselbe Arbeit doppelt so viel, wie ein anderer. Die Versammlung wandte sich deshalb an die Kreisschulkommission Gießen und an den Vorstand des Landeslehrervereins mit dem Wunsche, Mittel und Wege zu finden, wie diese Ungleichheit beseitigt werden könne.
** Armenische Handarbeiten. Wir machen noch besonders daraus aufmerksam, daß die armenischen Handarbeiten — siehe Anzeigenteil dieses Blattes — morgen, am Freitag, den 13. d. M., auch nachmittags von V2& bis 1/2? Uhr ausgelegt werden.
** Zu den Reichstagswahlen Aus dem Wahlkreise Wetzlar-Altenkirchen wird uns geschrieben: Zwischen dem Bunde der Land-wirte und der deutsch-sozialen Resorm- partei ist eine Einigung dahin getrosten worden, daß der Bund von der Aufstellung eines besonderen Kandidaten absehen will und der Reform Partei seine Unterstützung gewährt. In dem Kreise Altenkirchen hat bereits die deutsch-soziale Resormpartei eine eifrige Tätigkeit begonnen. Angesichts der Tatsache, daß der bisherige natio- nalliberale Abg. Krämer wieder ausgestellt wird, kann diese Einigung den Erfolg Haden, daß unser Wahlkreis et)ent dem Zentrum ausgeliefert würde, das bisher stets mit den Nationalliberalen in die Stichwahl gekommen ist.
** Karnevalsfest. Für die am Samstag, den 21. dieses Monats in der Turnhalle stattfindende „Theater- Red oute" ist, so schreibt man uns, ein abwechslungs-« reiches, hochinteressantes Programm ausgestellt worden. Durch die Mitglieder unseres Stadttheaters gelangen u. a. einige humorvolle karnevalistische Bühnenwerke zur Aufführung; auch im übrigen wird für die Unterhaltung der Festteilnehmer in reichstem Maße gesorgt werden. — Es zirkuliert in den nächsten Tagen eine Subskriptions-^ liste; dieselbe befindet sich in den Händen des Hausverwalters vom Kaufmännischen Hause, Herrn I. Rinn.
** Karnevals- Konzert der Regiments- öapelle. Vielseitigen Wünschen entsprechend, hat Musikdirektor Krauße für kommenden Sonntag ein humoristisches Konzert arrangiert, wie es sich vor einigen Jahren schon großer Beliebtheit erfreute. Freunden eines gesunden Humors und fioher Faschingslaune können wir bereits mit» teilen, daß das hochinteressante Programm u. a. auch eine Kvnzerb-Probe zu Klein-Grimmelshausen bringt Bon einem Pariser Künstler wird ein neu konstruierter und ganz eigenartiger Musikautomat vorgeführt werden, auch kann man einem „Musikanten-Kongreß" mit beiwohnen.
** Kriegskameradschaft Hassia. Die Ber- leihung einer Ehrentafel ist, wie wir berichtigend vermerken, von einer 25jährigen, nicht 15jährigen Amtsdauer abhängig. Dagegen findet sich im ,Hess. Kamerad", dem offiziellen Blatte der Hassia, eine besondere Rubrik, die die Bezeichnung ,,Ehrentäfel" führt, wo die Namen aller der Kameraden Aufnahme finden, die dem Vorstande eines Vereins mindestens 15 Jahre lang an gehört haben.
§Großen-Buseck, 11. Febr. Ein Unfall ereignete sich heute morgen in der Fußmühle. Der Mühlenbesitzer Volb, welcher erst vor kurzem die Mühle erworben hatte, kam dem Treibriemen zu nahe, sodaß er von ihm gepackt wurde und schwere Verletzungen, einen doppelten Armbruch und mehrere Rippenbrüche, davontrug.
8 Rockenberg, 11. Febr. Gestern abend zwischen 7 und 6 Uhr brach in dem mit brennbaren Stoffen gefüllten Schuppen des Gastwirts Johannes Bellinger ein Schadenfeuer aus, das in kurzer Zeit Schuppen, sowie die angebaute Scheune und Stallung des Genannten einäscherte. Zwar ist die hiesige Wehr bald nach Entdeckung des Feuers durch einen Gefangenaufseher zur Stelle gewesen, allein die Flammen hatten so rapide um sich gegriffen, daß man nur eine weitere Ausbreitung des Brandes auf die benachbarten Anwesen verhüten konnte. Von auswärts sind die Feuerwehren in Butzbach, Griedel, Gambach, Münzenberg, Oppershofen und Steinfurth zu Hilfe geeilt, da Großfeuer signalisiert wurde; in Butzbach — wo man an zwei Stellen den Brand beobachten konnte — stürmte es schon kurz nach 8 Uhr. Das Vieh des Bellinger wurde mit knapper Not gerettet, während die Vorräte m den zerstörten Gebäuden verbrannten; der Schaden ist groß, wird aber meist durch Versicherung gedeckt.
)( Ober-Mo os, 10. Febr. Am 8. Febr. sand in Freien-Steinau die Jahresversammlung des dortigen Konsumvereins statt. Der Umsatz an Waren erreichte den Betrag von 3200 Mark für das ahgetaufene Jahr. An Ueberschuß wurden etwa 500 Mk. Reinertrag erzielt. Der Generalversammlung folgte, wie alljährlich, so auch Heuer der fogenauutc Bauern ball. — Der nach Langenhain versetzte Pfarrer Jakobowsli gedenkt erst die aus der Volksschule entlassene Jugend in Freien-Steinau zu konfirmieren und wird daher erst kurz nach Ostern nach seinem neuen Wirkungskreis übersiedeln.
1' H 0 m b e r g a. d. O h m. Letzten Sonntag hielt Oberbergrat E h e l i u s aus Darmstadt im hiesigen Ortsgewerbeverein einen sehr interessanten Vorrrag über „den Bergbau in Hessen". Der Redner behandelte in etwa anderthalbstündiger Rede das Thema in sehr llarer und leichwer- ständlicher Weise und erntete damit den vollen Beifall der sehr zahlreichen Zuhörerschaft. Das größte Interesse dürsten u. a. wohl die Ausführungen über die Entstehung des in allernächster Nähe Hombergs im Abbau befindlichen Kieselgurlagers gefunden haben, indem Redner die Ansicht aussprach, oaß es sich hier wahrscheinlich um die Ablagerungen eines Kratersee handele.
[j Aus dem nordwestlichen Vogelsberg, 11. Februar. Die so auffällig hohen Schweinepreise, über die seither vielfach lebhaft geklagt wurde, sind abermals sehr bemerkenswert h er abgeg angen, sodaß sie jetzt au einer Preisstufe angclonimcn sind, die als normal bezeichnet werden kann. Zur Zeit kaufen die Händler aus dem Lande das Pfund Lebendgewicht für 43 Pfg., zweiter Güte sogar
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zu 40 Pfg. herunter. Bon einer Verbilligung des Fleisches ist gleichzeitig zu berichten. Das Pfund Schweinefleisch, das either 70 Pfg. gekostet, ist wieder für 65 Pfg. erhältlich. Nur die Wurstwaren kosten noch denselben Preis wie beim Hochstand der Ankaufspreise. Hoffentlich werden auch sie dem Preisrückgang entsprechend'billiger.
ft Biedenkopf, 11. Febr. Am Samstag entfernte ich heimlich in dem nahen Laasphe der Rektor der dortigen Bürgerschule. Abends sah man den Mann unweit unserer Stadt auf der Straße nach Marburg zu. Von da ab fehlt jede Spur von ihm.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Großh. Handelskammer Friedberg liegt u. a. fiir chre Sitzung am 17. Februar ein Antrag betr. Offenhaltung der Schaufenster an Sonn- und Feiertagen vor. — In Offenbach arbeiten einige Dutzend Leder-Arbeiter zurzeit verkürzt, während nur eine einzige Gerberei Ueberstunden macht. Der Zudrang zu offenen Stellen ist überaus stark
Eingesandt.
(Für Form und Jnhu^ ui. c. uieier Rubrik stehende», Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 11. Februar 1903.
Seit einiger Zeit wird zur Beschüttung der W e g e i t\ den Anlagen und auch der Trottoirs ein Material verwendet, welches in hohem Grade das Mißfallen des Publikums erregt. Es ist das die feinste Sorte von Basaltschotter, welcher sich nie festtritt, spitz- und scharfkantig ist und bleibt, wodurch das Schuh werk total ruiniert und zerrisse»» wird, ganz besonders aber Gummischuhe systematisch zerstört und zerschnitten werden — ein Tritt mit einem solchen in diese Masse genügt, um ihn zu zerfetzen und unbrauchbar zu machen. Leichte Lederschuhe verfallen dann demselben Schicksal! Möchte daher doch wieder wie ehedem Lahnkies zur Verwendung kommen.
Mehrere Augenzeugen beobachteten aml0.b§. nachmittags ein recht unangenehmes Straßenbild in der Nahe des Torhauses am Wall- tor, wo ein Fuhrmann, mit einem mit Dünger hochbeladenen Wagen, vor dem keuchend zwei Pferde standen, hielt. Ein alter Herr, dem man ansah, daß er krank war, lehnte, um sich auszu- ruhen, mit der einen Hand an eine Laterne und beobachtete nebenbei das Fuhrwerk, was dem Fuhrmann offenbar nicht paßte. Er belästigte mit Redensarten den alten Herrn, was ihm eine Zurechtweisung einbrachte. Darauf erging der Fuhrmann sich in Beleidigungen' gegen den Herrn. Ein anderer Passant, welcher den Vorgang beobachtete, nahm den alten Herrn in Schutz und wurde ebenfalls wie sein Vorgänger mit rohen Redensarten beleidigt. Doch nicht genug damit, der Fuhrmann verfolgte den Passanten noch bis an die Nordanlage, drohte und beleidigte denselben ohne jeden Grund auf die roheste und unverschämteste Weise. Leider war fern Schutzmann in der Nähe, an den sich die Beleidigten wenden konnten.
Forman (Schnupfcnäthcr) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schttupftnmittel bezeichnet! Bet leichtem Schnupfen Forman- Wattc (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pf.i zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. Zn allen Apotheken. Man frage
der Betriebsgesellschaft für den Rh ein au Hafen m. b. H. nahmen mit einigen unwesentlichen Aenderungen die von der Gläubigerkommisfion ausgearbeiteten Liguidationsverträge an. Tie Zustimmungserklärungen der heute nicht vertretenen Gläubiger ind größtenteils in Aussicht gestellt. Für beide Gesellschaften dürfte die Liquidation gesichert sein.
— Sicmenö-Lchuckcrt-Werk, G. m. b. H. Mit 9 P r 0 z e n t Erhöhung für Schuckert-Aktien und 3 Prozent für Siemens u. Halske hat die Börse die neue Vereinigung beurteilt, zu der sich die beiben Gesellschaften trotz der entgegengesetzt lautenden Gerüchte noch in der letzten Zeit jetzt vereinigt haben. In ihrem letzten Jahresbericht hatte >lch die Siemensgesellschaft gegen die Trustbewegung ausgesprochen, aber sie wie die Direktion der Schuckertwerke (Wacker- hat sich nun in die Lage gefügt, welche die Verschmelzung der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft mit der Union geschaffen hat. Die Firma Schuckert bringt ihre gesamten Nürnberger Fabriken imb die Firma Siemens u. Halske außer ihrem (Charlottenburger Tynanwwerk auch das Kabelwerk in Westend in die Gemeinschaft ein. Tie Form der Gesellschaft soll die einer Gesellschaft mit beschränkter Hastung mit einem Kapital von 90 Millionen Mk. sein. Beiderseits wird das entsprechende Betriebskapital an Material, Fabrikaten und Außenständen zu ungefähr gleichen Einlagen aufgebracht imb oon__ ber neuen Gesell- chast übernommen unter Garantie seitens ber Stammgesellschaften imb unter Ausschluß aller Effekten, Beteiligungen, Unterneniungen imb bestehenden Garantieverpflichtungen. Bei ber neuen Gesell- chaft finb die beiben Gesellschaften mit je Mk. 45 9)lillionen beteiligt. Tie Siemens - Gesellschaft hat ein Aktienkapital von Mk. 54.5 Millionen und Anleihen von Mk. 30 'Millionen im Umlauf. Schuckert hat ein 'Aktienkapital von Mk. 42 Millionen und Anleihen von Mk. 35 Millionen im Umlauf. Schuckert gab in den zwei letzten Jahren keine Dividende, während von Siemens letztmals 4 Prozent verteilt wurden. Ein völliges Aufgehen der beiden Gesellschaften in einer 9leugrünbung ist bei den weitverzweigten finanziellen Engagements ber Schuckertgesellschaft vermieden worben. Die Neugrünbung in Form ber „G. m. b. H." verschließt sich bem Einblick ber öffentlichen Kontrolle. Welche Be- beutung bas bei einem so großen Unternehmen für die Interessenten hat, ist ersichtlich. Dagegen hat bie Neugrünbung auch den allerdings wohl nicht ausschlaggebend geroefenen Vorteil, daß auch hierbei Ersparnisse erzielt »uerben können. Denn die G. m. b. H. unterliegt nicht ber Einkommensteuer (nur ber Gewerbesteuer), kann sich auch mit einer einfacheren Verwaltung begnügen. In der Bilanzierung ber beiden Stammgesellschaften treten materielle Veränderungen nicht ein. Beide Gesellschaften sührenZn Zukunft in ber Bilanz unter den Aktiven Anteile ber neuen Siemens-Schuckert G. m. b. H. auf. Aus ben Erträgnissen, bie bie letztere abwirft, hat jebe Stammgesellschaft ihre Perpflichtungen für Obligationen, Garantien 20. zu bestreiten. Die Einzelheiten ber Organisation sind zukünftiger Vereinbarung vorbehalten. Tie neue Gesellschaft wirb natürlich chre Verwaltung aus Mitgliebern ber Verwaltungen ber beiden Stammgesellschaften erhallen. Dabei »uirb eine Vereinfachung des ganzen Apparates durchgeführt iverben; insbesondere werden auswärtige Vertretungen da, wo sie bisher nebeneinander bestanden, zusammengelegt werden. Wer an die Spike der kombinierten Gesellschaft treten wird, steht noch nicht fest.
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sein, eine Ans^rn andersetznng mit ihr wäre viel leichter als bei Ihren bis jetzt noch bewährten Ansprüchen auf universale Geltung.______________________________
die als Schöpfer mit jo genannten Käschern tätig sind, verdienen jetzt täglich 40 bis 50 Mark. Um so spärlicher fließt der Verdienst zu anderen Zetten. Im Frischen Hass haben die Fischer äußerst ergiebige Fänge erzielt, weil die Stürme große Fischzüge nach dem ruhigen Hafswasser verschlagen haben.
* Antwerpen, 11. Febr. Ein hiesiger Gerber will ein Verfahren entdeckt haben, welches gebattet, Häute nach dreitägiger Präparierung als Schuhleder zu Deiarbeiten.
* Paris, 11. Febr. Bei dem Begräbnis eines Arbeiters fanden gestern Kundgebungen statt. Die Polizei wollte einschreiten und die Demonstranten verhaften, wobei es zu einem Zusammenstoß kam. Mehrere Arbeiter gaben Revolver s chüsse ab. Ein Polizei-Inspektor wurde an der Hand verletzt. Der Tumult wurde so groß, daß die Ladenvesitzer in der Nähe ihre Geschäftslokale schlossen. Die Polizei patrouillierte noch mehrere Stunden die benachbarten Straszen ab. Mehrere der Demonstranten wurden verhaftet.
* Die d eutsche Kaiserin und die Reformtracht. Unter dieser Ueberschrift erzählt die „Kälifornia- Staatsztg." folgende amüsante Geschichte, die beweisen soll, daß die Kaijerin keineAnhängerin der Kleiderreform ist. Eine Abordnung der Liga, ivelche eine „vernünftige Kleidung für Frauen" anstrebt, habe im Schlosse eine Audienz gehabt, um die Kaiserin für ihre Reformbestimmungen zu gewinnen. Die Kaiserin habe den Vortrag an- gehört und die Damen ersucht, an einem späteren Tage in ihrer Reform tracht zu erscheinen. Dies sei geschehen; die Aiodefeindinnen stellten sich in ihren mit beängstigender Einfachheit gearbeiteten, fußfreien Kleidern vor. Sie fanden sich aber „plötzlich" von den „schönsten Damen des Hofes umringt", die sämtlich nach gewöhnlicher Mode, aber mtt ausgesuchtem Geschmort, gelleidet waren. Der Kontrast soll „wahrhaft überwältigend" gewesen sein. „Meine Damen", soll nun die Kaiserin gesagt haben, „sott ich wirklich den jungen Damen am Hofe zumuten, in Kleidern zu erscheinen, wie Sie sie tragen? Die „junge Welt würde ja allen Lebensmut verlieren!" Und damit sei die „Kleiderreform" abgetan gewesen. — Wenn es nicht wahr ist, so ist es nicht übel erfunden.
* An der neuenSpurinderKonitzerNrord- af fär e hält der Danziger Arzt Dr. A. Wittig, wie wir bereits gestern meldeten, fest. Es handele sich überhaupt um keine Konitzer Familie und ebenso wenig um drei erwachsene Töchter. Inwieweit und ob überhaupt die Verdächtigten als Beteiligte, Hehler oder Mitschuldige in Frage kommen und Anlaß zur Verfolgung vorliegt, wird naturgemäß ganz von den amtlichen Erhebungen ab- häugen. Einzelhetten, die etwas Licht in bie so traurige Affäre bringen würden, giebt der Arzt nicht an, vermutlich, um die Untersuchung nicht zu gefährden, meint aber, daß das Material, die Wahrheit vorausgesetzt, „das höchste Interesse der gesamten Welt herausfordert".
* Schäfer Ast in Radbruch, der Wunderdoktor, hat seine Tätigkeit ab brech en müssen und wird sie voraussichtlich nicht wieder aufneymeu. Äst wurde am 23. Juli 1902 vom Landgericht Lüneburg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, das Reichsgericht verwarf die hiergegen eingelegte Berufung, und ein Gnadengesuch blieb ebenfalls erfolglos. Ast hat sich zur Verbüßung der gegen ihn erkannten Strafe nach Harburg begeben. Am selben Tage verkehrten die letzten „Ast-Wagen" zwischen Radbruch und Winsen, und in Winsen zeigten sich zum letzten Male die Radbruch-Reisenden, die seit acht Jahren das Straßen- leben so lebhaft gestalteten. Hunderitausende Menschen haben Winsen und Radbruch, besucht, nicht minder umfangreich waren der schriftliche Verkehr mit Ast und der Me- dizttiversand, bis nun nach acht Jahren die Sache ihr Ende erreicht hat. Bei Eisenbahn und Post, Gastwirten, Fuhrhaltera und vielen anderen wird der Ausfall im Verkehr sich fühlbar machen. Heinrich Ast ist inzwischen ein reicher Mann geworden. In wie vielen Fällen mußte die diesmal mit zwei Monaten Gefängnis bestrafte „fahrlässige Körperverletzung" straflos bleiben, und wie viele Witwen und Waisen mögen durch den abergläubischen Wahn von der Wunderkraft des Ast und ähnlicher Kurpfuscher ihrer Ernährer beraubt worden sein!
Zattdel uuö Vorkelir. VoUiüwirischafl.
Bochum, 11. Febr. In der gestrigen Aussichtsralssitzung bei M ärkijchen Bank wurde beschlossell, der GeneraloerjammlunZ die Verteilung einer 4^/rprozentigen Tividende und die Erhöhung des Aktienkapitals um eine Atillion zum Zwecke der Ausdehnung des Geschäftsbetriebes vorzuschlagen.
Bremen, 11. Febr. In der heutigen Sitzung.des Aussichls- rats der Bremer Wollkämmerei wurde beschlossen, der demnächst stallfindcndcn Generalversammlung die Verteilung einer Twidcnde von 15 Prozent pro 1902 bei reichlichen Abschreibungen und großen Rücklagen vorzuschlagen.
Mannheim, 11. Febr. Tie heute pallgehabten Gläiibiger. Versanimlungen der R h ein au-G e s el l s ch a st m. b. H. und
Februar 1903
Barometer aui 0° reduziert
Temperatur der Luit
1 Absolute Feuchtigkeit
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Windrichtung
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+ 8,3
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+ 6,0
6,1
88
SSW
2


