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12.2.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Donnerstag. Februar 1903

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ten.

153. Jahrgang

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Oherheßischer Gdstbauvereiu, Vereiasteprk Girßek.

Die Hauptversammlung des BereiusbezirkS Gießen des Oberhessischeu Obstbauvereins findet am Sonntag, den 15. d. Mts., nachmittags L Uhr in dem Saale deS Cafö Ebel zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt:

1. Vortrag von Herrn Profesior Reichell über ,Obst­sortenkenntnis und Obsthandel".

2. Vortrag von Herrn Profesior Reichelt über ,Obst­bau in den Gärten".

3. Mitteilungen und Wünsche aus der Versammlung.

Die Mitglieder des Oberhesssichen Obstbauoereins sowie sostige Jnteresienten werden hiermit zu dieser Versammlung eingeladen.

Die Herren Bürgermeister der Gemeinden des Kreises Gießen werden um gefällige Bekanntgabe in ihren Gemeinden gebeten.

Gießen, 11. Februar 1903.

Der Bezirksoorsitzende.

Dr. Heinrichs, Regierungsrat.

darum weniger anstrengenden yuiitierung. '4i>o man hin­sieht: bedeutsame Unterschiede, die sozialpolitisch unter­schiedlich genommen sein wollen. Tiemoderne" Sozial­politik aber steuert aus einen ordinären BureaurratiSinuS hin, der der Tod alles Lebens ist. Tas richtigste wäre, man wende diese paragraphierte Sozialpolitik ieoiglich auf den Fabrikbctrieb an, aber Handwerker und Lauf­man n l a s s e m a n m ö g l i a) st u n g e s ch o r e n, wie man auch ganz selbstverständlich die bürgerliche Berufsarbeit nicht in Paragraphen schablonisierender und egarisierender Sozialpolitik" einzwängen kann.

als höchst lohnend empfohlen werden kann. Auf der Weiterreise nach Klagenfurt machen wir dann auch die Bekanntschaft des vielgeruhmten Wörther Sees. Treser, mit einer Länge von 16 Kilometer der größte See Kärn­tens, ist in die anmutigste Landschaft eingebettet und wird umkränzt von altersgrauen Burgen uno Schlössern, aber auch von zahlreichen Strandvlllen und Badehäusern, die sowohl den Ansprüchen des Touristen als auch des verwöhnten Kurgastes gerecht werden. Ter Hauptort Pört­schach am nördlichen Ufer, zeigt in seinem Leben und Treiben völlig das Gepräge des vornehmen Seebades. Gin halbes Stündchen vom Ostrande des Sees liegt Kla­gen surt, der Sitz der Landesregierung. Die ausge­dehnte Stadt ist überfüllt mit einquartierten Truppen, unter denen die Bosniaken unsere besondere Aufmerksam­keit erregen.

Nach einigen interessanten Angaben über das Kärntner­land und die Kärntner, schildert der Vortragende in lau­niger Weise die von Klagenfurt aus unternommene Be­steigung der Hoch-Obir (2141 Meter), des östlichsten Ber­ges in der schmalen Mette der Karawanken. Gin Zwischen­fall mit Kreuzottern, die hier zahlreich vorkommen, nimmt noch einen glücklichen Verlaus der Aufenthalt auf dem Gipfel ist durch die heftigen Stöße der Bora recht un­gemütlich und nur in iiegenbec Haltung möglich, doch entschädigt reichlich die weite Fernsicht. An der Ostseite erfolgt der Abstieg nach dem stattlichen Eisenkappel. Tie gerade vom Kirchgang heimkehrenden Bauern bieten ein trauriges Bild geistiger und körperlicher Verkommen­heit einer dem Branntweinteufel verfallenen Bevölkerung, ein widerlicher Gegensah zu den höflichen und mäßigen Teutschen im übrigen Kärnten; denn hier nahe der Grenze von Krain, überwiegt bereits das slowenische Element, und verschiedentlich sind wir Zeugen des Kampfes zwischen Deutschtum und Slaven.

Im Veliachtale folgten wir nun der Poststraße bis zu dem deulschfreundlicyen Gasthaus zum Kanonier, um von da die Besteigung des 2öö9 Meter hohen Grintouz in der Sanntaier Gruppe mit gutem Ei.folge auszuführen. Die nächste Hochtour ist auf die höchste Erhebung der Juli scheu Alpen, den Triglav, geplant, dvcy empfiehlt es sich, bei dem neblig trüben Wetter nach Pörtschach znrüctzn- kehren und hier das Eintreten eines erlösenden und kllllen-

fahren; dort treibt man nach HerzenslustSozialpolitik". Aber siehe da: der Steuersäckel zeigte sich der Humanität gegenüber von einer merkwürdigen Empfindlichkeit die Steuern mußten nämlich erhöht werden; da freuten die Industriearbeiter Offenbachs ,chie ganze Leich"" nicht"". Allm hatte sich die Sache so oorgestellt, daß der andere die Sache bezahlt! Die Anschauungsweise der Offenbarer" ist typisch. sJJlan traut der Sozialreform eine geheimnisvolle, mystische Macht zu; man braucht sie nur zu wollen, und alles geht gut Daß diese Sozialpolitik logischer Weise nicht anders wirken kann, als daß sie zu gleicher Zeit gibt und nimmt, kommt dem wenigsten zum Be­wußtsein.

Soll die Gesamtlage des Arbeiters ver­bessert werden, so kann dies sicherlich nicht durch die Sozialpolitik allein geschehen; dies kann grundsätzlich nur erreicht werden, wenn das Gesamteinkommen der Nation vermehrt wird. Weil dieses beispielsweise in Frankreich, England und in den Vereinigten Staaten größer ist als in Deutschland, steht sich don der Arbeller im ganzen ohne Sozialpolitik doch besser als bei uns.

Wir wollen bamit gegen Sozialpolitik an sich gewiß nichts sagen, namentlich soweit sie Organisation ist und den Arbeiter gesundheitlich und im Berufe schützt, sowell sie ihn gegen Krankheit, Unfall und die Unbill des Alters sichert, beim an biefer Sozialreform arbeitet er, zum Teil wenigstens, mit seinen eigenen Mitteln. Es soll nur immer und immer wieder daraus hingewiesen werden, daß Arbeitsgelegenheit, guter Verdienst, Steigerung des dlationaleinkornmens viel wichtiger für den Arbeiter sind, als eine schablonenhafte Sozialpolitik, die eigentlich immer von dem geheimen Gedanken geleitet ist, wie man deiy Kapitalisten- und Unternehmertum die Taschen leeren kann, aber gleichzeitig nicht bedenkt, daß damit wirtschaftlich iuü> sozialpolitisch eigentlich gar nichts erreicht ist.

Wenn es unseren Gelehrten, Technikern und In­genieuren gelingt, die Güterproduktion leichter zu erstellen und zu vermehren und |oenn dann tüchtige Staatsmänner und großzügige Kaufleute vorhanden sind, die durch kluge Maßregeln und kühnen Unternehmungsgeist die Distribution des Mehr-Grzeugten erreichen, dann geht es dem Arbeiter besser, bann haben sozialpolitische Maßnahmen einen wirklichen Wert.

So muß man auch bem Anträge auf einen zehnstünbigen Maximalarbeitstag, der gleich mit einem achtstündigen über­trumpft wurde nur mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen Warum überhaupt schablvuisiereu? Warum keinen Unterschied machen zivischen Fabrik, Handwerk und Kauf­mann? Der Fabrikarbeiter, der Tag für Tag 10 Stunden die gleiche mechanische und doch geistig anstrengende Arbeit absolviert, hat mehr als seine Pflichr getan; weshalb aber der Maurer, der Zimmermann, der Bauhandwerter über­haupt, namentlich im Sommer nicht 11 oder 12 Stunden arbeiten soll, ist nicht einzusehen. Sintemalen seine Arbeit teilweise im Freien geschieht und ihrer ganzen Natur nach nicht in einem zu scharfen Tempo vor sich gehen kann. Der­selbe Unterschied ist im kaufmännischen Betrieb zivischen Bureau und Laden Der Bureaumensch mit seinen gleich­mäßigen, der Bewegung entbehrenden Arbeit, kann nicht so lange im Dienst sein, wie der Laden-Äommis, mit seiner abwechslungsreichen, durch Pausen unterbrochenen und

Manderungeu aus Kärnten und Krain.

Gießen, 11. Februar.

Wanderbilder aus Kärnten und Krain schilderte in anregendem, fesselndem Vortrage Herr Prof. Hebderich am jüngsten Sitzungsabend der Alpenvereinssektion Gießen. Von Salzburg, der stolzen Feste am Gin­gangstore der Alpenwelt, führt im Tale der schäumenden Salzach aufwärts die Giselabahn den Touristen bis Lend, wo die Gasteiner Ache sich dem Flusse in 60 Meter hohem Sturze vereint. Hier wird zum Wandersiab gegriffen. Das tief eingeschnittene Tal der Ache geleitet in sechsstündigem Marsche zu bem von malerischen Wasserfällen burchtosten Wildbad Gastein, bem frembenüberfüllten, weltbe­rühmten Kurort. Beim nahen Torfe Böckstein öffnet sich nach Osten bas Anlauftal, die kürzeste Anftiealinie zu bem mit schneeschimmernber Kuppe den Talabschluß mächtig überragenben Ankogel (3260 Bieter). Doch ist dieser Zu­gang heute für den Wanderer gesperrt, da der Schloßherr von Böckstein seine hohen Jagbgäste hier auf Gemsen an- gestellt hat, und so wird über die weite, baumlose Fläche des Naßfelbes und über den Niederen Tauern der Weg fortgesetzt, und als erster Ort im Kärntnerland das hochgelegene M a 11 n i tz erreicht, von Sommerfrischlern wie Hochtouristen gleichermaßen bevorzugt. Ein bequemer Auf­stieg zum Ankogel führt von Mallnitz über die Hannover­hütte (2445 Meter). Bei den unfidjeren Zuständen, her­vorgerufen durch die eben beim Bau der neuen Tauern- bahn beschäftigten Italiener, sah sich die Sektion Han­nover burd) schlimme Erfahrungen veranlaßt, bie Hütten­bewirtschaftung im vorigen Fahre aufzuheben unb bie Vorräte zu Tal zu schassen, auch wird deshalb bie Be­gleitung eines Führers mit bem Hüttenschlüssel gi,ordert. Aber bie unglaubliche Verfassung, in ber wir bas innere des Hauses antreffen, redet zugleich eine beschämende Sprache von ber Rucisichtslosigiell der letzten Besucher. Ta eintretender Nebel den weiteren Aufstieg zwecklos erscheinen läßt, wird ber Besuch des Gipfels schließlich aufgegeben. Unter eigentümlich erschwerten Um stäuben vollzieh: fick) die Rückkehr nach MaUnch. Durch das Mölltal geht die Wanderung zur Dran, und bald bringt uns bie Süb- Lahn nach Spittal, von wo ein Achrecher zum nahen Millstätter See, vielleicht bem schönsten bes Landes,

tssaal.

Kurpfuscherprozeh Meulotteii eingtgangci jade. Der Gerichtshof beschieß mltv, einen unumschrmb- > 'MeÄet? Papiere, M usiichtlichen Höhe der Shti ilagnahmen, im fer Mitangeklagten Dr. fron-

Völkische Tages ich au.

Ein neues sozialdemokratisches Agrarprogramm

hat, wie wir bereu» erwähnten, ber uns Gie^mrn wohl­bekannte hessische Landtagsabgeordnete Dr. Eb. David- Mainz vor kurzem in einer Versammlung zu Stuttgart entwickelt und gleichzeitig in einem ftarien Bande be­gründet. Dr. David sucht seiner Partei au» der Verlegen­heit zu Helsen, die ihr ganz auf industrielle Verhältnisse zugeschnillene» Programm den Agrarfragen und der bäuer­lichen Bevölkerung gegenüber bereitet. Aber auch er ver­mag, wie mancher Vorgänger, nicht anders Hilfe zu bringen, als mit völliger Verleugnung de» lediglich der industriellen Entwickelung entnommenen marxistischen Prin­zips für die £anbiöirt)d)aft. Während der Marxismus den Großbetrieb als die einzige Zutünftssorrn ansieht, muß der sozialistische Agrarpoinllei bie Berechtigung, ja das Vorrecht des Kleinbetriebes in bet Landwirtschaft an­erkennen und die Bedeutung eines leistungsfähigen Bau­ernstandes für die Arbeiterbeoölkerung der Stabte zugeben; mit der Verelendung ist es hier nichts. Die J nb uftrie- arbeiter sind daran interessiert, daß nicht ein land­wirtschaftliches Proletariat den Städten zuströme; so ver­langt David denBauern s d) u tz"", die Hingestaltung ber länolichen Großbetriebe in Kleinbetriebe; er wünscht bas altgeliebte Ideal ber Landarbeiter nach Selbständigkeit"" zu stärken, umdie kleinbäuerliche Gefolgschaft von den Fahnen der Großlandwirte zu tren­nen und die Landarbeiter politisch mobil zu machen"". Tie Forderung auf Etablierung von kleinen Selbft- loirtfdjaften auf dem Gelände der Großbetriebe an die Spitze unseres Landarbellerprogramins gestellt, wird am ehesten den landwirisck)aftiick)en Lohnproletarier be­geistern"".

Eine Form zu finden, die das Obereigentumsrecht der Gesamtheit sichert und den Nutznießer doch genügend an die Wirtschaft fesselt, behält David )id) vor.Eigentums­fanatiker"" brauche man nichr zu schassen. Zn Wayryeit zeigt der Versuch Dr. Davids den völligen Zusammen- bruch des Marxismus gegenüber anderen als in­dustriellen Verhältnissen; er tut dar, daß die Soziab- demokratie, bie als solche mit dem Marxismus steht und fällt, niemals das Reckst für fick) beanspruchen kann, eine Vertretung der Gesamtheit zu sein, uno daß ihr Steg über die anderen Berufsstände eine Vergewaltigung derselben in sich schließen mußte. Gäbe die Sozialdemokratie sich lebiglid) als das, was sie ist, die Klassenvertretung der Industriearbeiter, und besckiede sie sich, eine solche zu

den Gewitters abzuwarten. Tann aber eilt unser Warn derer in schneller Fahrt nach Moistrana an der Save. Turd) da» Kottal fuhrt der Anstieg zunächst zur Desch- mannshütte des T. u. Oe. A.-V. Ein präckstiger Abend wird hier vor der Hütte angesichts der großartigen Um­gebung in fröhlicher Touri,iengesellfchaft verlebt. Am frühen Morgen wird ber Gipfel angegriffen: erst ein ein­stündiger Marsch über das schnee, eio, uann ebensolange Kletterarbeit an Stiften unb Tritten zum kleinen, enblich die Gratwanberung auf den hohen Triglav (2664 Meter). Tie Aussicht gehört zu ben weitreichendsten in den Alpen; von Ungarn bi» Tirol, von ber Tauernkette bis zur Adria fdjroeift das Auge.

Von Moiftrana geht dann die Reise nach Laibach, und bald braust der Eilzug nad) Süden dem Karst ent­gegen. Aus der Bahn gejelfen, maaji die unermeßliche Hochebene einen trostlosen uänbrud mit ihren dürftigen Weiden, übersät von lichten Kalksteintrümmern, hier und da einzelne Gipfel. Anders, wenn man aus diesem Ge­biete wandert! Ta zeigen sich in reicher Abwechselung Terrassen unb Kuppen, Mulden unb trichterförmige Kessel, schachtariige Abgrunde und horizontal verlaufende Hohlen. Tie berühinteste dieser Höhlen, die größte Europas, ist die Abelsberger Grotte. Was die Phantasie in- dijcher Älärchendichier geträumt von verzauberten Bergen und unterirdischen Sck)ätzen, wirb hier zur Wirklichteit. Jeder Abschnitt der vier Kilometer langen Höhle erschließt dem Besucher eine neue Zauberwelt von Tropfsteingebilden aller Großen, ivunberoai|ier Formen und prächtigster Far- benabfiufuiigen. Liese Wunder wollen gesd;aut, nickst be­schrieben werden. Auch in die Höhlen von St. Kan zian, die zweite Merkwürdigkeit des Karstes, führt uns der Redner. Neben bemerkenswerten T^opspeinbildungen machen hier die wunderbaren Wasserfälle und Seen ber die Höhle durchfließenden Reka den Glanzpunkt ber unter- irbischen Wanderung aus.

Von St. Kanzian noch ein dreistündiger bequemer Marsch bi» zum steilen Weftranoe des Karstplateaus, und zu den Füßen de» Wanderers tief unten liegt malerisch an der Bergesiehne hinge streckt bei geschäftige Handels- platz Trieft, bari.bet hinaus breitet fich goldglänzend m der Abendsonne der weite Spiegel der Adria.

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Nr. 36

«rfftetni täglich außer SonnlagL.

Vern Gießener Anzeiger »erden tm Wechsel mit Dem Kefstscheu Landwirt die Gießener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotattonßbrucf u. Ver­lag der Brüh loschen üniverl.-Buch- u.®teln* Druckerei lPietsch Erben) Reöafhon, Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7.

illdresie für Depeschen, «nzetger Gtetzeu.

gerrisprechanschlußNr 51.

Sozialpolitik.

Der Reichs t a g hat in diesen Lagen wieder ein kleines sozialpolitisches Wettrennen abgehallen, bei dem die bürger» 'ichen Parteien natürlich von den Sozialdemokraten um einigeNasenlängen"" geschlagen wurden. Das Zen­trum betont seine Arbeiterfreundlichkeit gewohnheitsmäßig seit Jahren, es hat im Rheinland und in Schlesien einige Tausend Arbeiterstimmeu zu verlieren. Die zentrumsfreund­lichen Kaufleute, Industriellen, Handwerker und Bauern sind von dieser Sozialpolitik nickst sonderlich entzückt; sie haben die Anschauung, daß sie selbst stets die Hauptleidtragenden sind. Freilich Sozialpolitik muß fein und sie wird nur durchgeführt werden können, wenn die verschiedenen Stände Opser bringen. Will man wissen, wie diese Opfer aus- sehen, so braucht man nur einen Blick in bie Bücher irgenb eines Geschäftes zu tun und man wird staunen, wie diese Sozialpolitik dem Unternehmer zuBuche schlägt"".

Es ist ja nun klar, daß die Unternehmer chre sozial­politischen Leistungen auf ihrend eine Weiseeinzubringen"" bemüht sind, denn sie sind nicht so sehr auf Rosen gebettet, daß sie viele Hunderte ober Tausende im Jahre entbehren können, ohne selbst unliebsam wirtschaftlich berührt zu werden. Manschlägts"" also auf bie Waren. Und so kommt es, daß plötzlich allesteurer"" wird, denn im wirtschaftlichen Leben zieht eine Maßregel die andere nach sich. Da stehen nun die Philister aus den Volksver­sammlungen vor der unangenehmen Tatsache derTeu­rung""; die Dümmsten von ihnen hallen bann Reben gegen bie Regierungen, unb bie weniger Dummen schreiben Ar- tiEel gegen ben Kapitalismus; einige suchen bie merkwürbige Tatsache zu erklären und in ihr System einzuzwängen. Nur ganz wenige kommen auf ben eigentlichen Zusammenhang: daß bie ganze Sozialpolllik bis zu einem gewissen Grade lediglich eine Hosentaschen-Politik ist, d. h. was man auf der einen Seite als Gewinn hineingesteckt bekommt, muß man aus ber auberen in Form erhöhter Konsumpreise herausgeben. Das hat man unlängst in Osse n bach er-

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