Parlamentarisches.
Berlin, 11. Febr. Die Budgetkommission des Reichstags beriet den Reichseisenbahnetat und ge- aehmigte die geforderten 200 000 Mk. zu baulichen Veränderungen am Personenbahnhof zu Straßburg, 188 000 Mk. zur Erneuerung und Verstärkung von Eisenbahnbrücken, 50 000 Mk. als erste Rate zur Erweiterung des Bahnhofs Spikel. Die Kommission setzte die Forderung zur Rcubettung im Unterbau der zweigleisigen Bahn von Fentsch nach Deutsch- Oth, letzte Rate, von 1 280 000 Mk. auf 1 Million und zur Neubettung des Rangierbahnhofs Flörchingcn, dritte Rate, von 1 Million auf 700 000 Mk. herab und lehnte die Forderung zur Erweiterung des Bahnhofs in Luxemburg, dritte Rate, 100 000 Mk., ab und genehmigte sodann die übrigen Forderungen des Extraordinariums.
Köln, 11. Febr. Die „Köln. Volksztg." meldet aus Rieberbronn: Der frühere elsässische Reichstagsabg. Kanonikus Dr. Simonis ist heute gestorben.
Schleswig, 11. Febr. Reichstags-Ersatz- Stichwahl. Der Freisinnige Spethmann wurde mit 7383 Stimmen gegen den Sozialdeinokraten Hofmann mit 5277 Stimmen gewählt.
Stuttgart, 11. Febr. Die Kammer behandelte nach Annahme des Volksschulentwurfs den sozialdemokratischen Antrag auf Herbeiführung einer stärkeren Vertretung der Stadt Stuttgart in der Abgeordnetenkanuuer. Im Flamen der Staatsregierung erklärte Ministerpräsident v. Breitling, er könne sich nicht entschließen, diese Einzelfrage der Verfassungsreform selbständig zu lösen. Sobald die Regierung aus der Aussprache in der Kammer die Ueberzeugung gewinnt, daß die Schwierigkeiten, die der Durchführung der Verfassungsreform seinerzeit im Wege standen, beseitigt seien, würde sie nicht zögern, die Reform in die Hand zu nehmen und im Zusammenwirken mit den Parteien und der ersten Kammer so zu fördern, daß der neue Verfassungscntwurf den Ständen vorgelegt werden könne, sobald die Gemeinde- und Bezirksreform und die Steuerreform ihre Verabschiedung gefunden haben. Nach dieser Erklärung brach die Kammer die Beratung ab, um den Fraktionen Zeit zur Stellungnahme zu lassen.
In der KemzueLufrage
scheinen, wie W. T. B. aus Washington heute meldet, die Verhandlungen zwischen den Vertretern der drei Mächte und Bowen günstigen Fortschritt zu nehmen, doch wird von jeder dieser Mächte noch über einzelne Punkte verhandelt.
— Die „Agenzia Stefani" meldet aus Washington: Gegenüber anders lautenden Gerüchten wird in amtlichen Kreisen geglaubt, daß über alle Punkte jeder drei Protokolle die Einigung mit den Vertretern der drei verbündeten Mächte erzielt worden ist, sodaß das Protokoll in der Venezuelaangelegenheit nächstens unterzeichnet werden könne. — Wie aus Newyork gemeldet wird, ist das englische Protokoll formell angenommen worden. Die Einigung mit Deutschland wird bald erwartet.
Deutsches Keich.
Berlin, 11. Febr. In der heutigen Sitzung des Z e n - /ralausschusses der Reichsbank teilte Präsident Tr. Koch mit, daß die Erleichterung der Bank Fortschritte gemacht habe. Das Metall habe sich um 19 Millionen, im vorigen Jahre nur um 11 Millionen vermehrt; die Wechselanlage sich um 42 Millionen, im vorigen Jahre nur um 24 Millionen, vermindert. Letztere betrage jetzt 30 Millionen weniger als im Vorjahre. Auch die Lombardanlage sei um 6 Millionen geringer. Die fremden Wechselkurse gestalteten sich etwas günstiger, sodaß ein Ausgang an Gold in das Ausland gegenwärtig nicht zu besorgen sei. Der Privatdiskont am offenen Markt habe ungeachtet des Verkaufs eines erheblichen Betrages von Schatzanweisungen des Reichs seitens der Reichsbank schon mit dem 2. Februar 1 sieben Achtel Prozent nicht überstiegen. Hiernach könne die Reichsbankverwaltung trotz wesentlich geringeren Metallvorrats und erheblichen Rückgangs der fremden Gelder die Bedenken gegen die Diskonternräßigung insoweit aufgeben, als sie eine solche um 1/2 Prozent eintreten lasse. Nach kurzer Debatte erklärt sich der Zentralausschuß einstimmig mit der Herabsetzung des Diskonts auf 3V2, des Lombardzinsfußes auf 4y2 Prozent einverstanden.
— In der Nachmittagssitzung der Börsenvorstände der deutschen Börsen legte der Präsident der Aeltesten der Kaufmannsch-aft, Stadtrat Kämpf, in längerer Rede die schweren Schäden, die durch das jetzige Börsengestz dem deutschen Handel und der Industrie zugefügt seien, dar. Er bat die Versammlung, der Auffassung energisch Ausdruck zu geben, daß eine schnelle unb( gründliche Reform des Börsengesetzes notwendig sei. Im nächsten Reichstage müßten möglichst viele Sachverständige Vertreter sein, die dahiii wirken, daß eine richtige Auffassung der Verhältnisse Platz greife. Ferner sei es notwendig, daß dem neuen Reichstage bei jeder Gelegenheit ins Bewußtsein gebracht werde, daß eine grundlegende Reform notwendig sei, um das deutsche Geschäft wieder zur Blüte zu bringen. Redner empfahl die Annahme einer Resolution, welche besagt, die in Berlin versammelten Börsenvorstünde der deutschen Börsen nehmen Bezug auf die zahlreichen Kundgebungen der Vertretungen von Handel und Industrie, betreffend die Reform des Börsengeseües und betonen, daß das Börscngesetz das wirtschaftliche Leöen Deutschlands unterbinde und eine Rechtsunsicherheit und Verletzung von Treu und Glauben im Handelsverkehr bilde. Sie drücken die Ueberzeugung aus, daß nur eine grundlegende Reform des Börsengesetzes durch Abschaffung des B ö r s e n r e g i st e r s und durch Aufhebung des Verbots des Terininhandels in Anteilen von Bergwerks- und Fabrik-Unternehmungen, sowie in Getreide - unb Mühlcnfabrikaten von dauerndem Wert ist. Die Ereignisse der vergangenen Jahre beweisen zur Genüge, day ohne eine derartige grundlegende Reform des Börsengesetzes die deutschen Börsen nicht erstarken und diejenige Bedeutung wiedererlangcn können, welche sie besitzen müssen, um ihre Aufgabe im naitonalen und internationalen Wirtschaftsverkehr zu erfüllen. Tie Resolution wurde einstimmig angenommen. Tie als Ehrengäste geladenen Mitglieder der Handelskammer traten der Resolution gleichfalls einstimmig bei. Ter als Ehrengast geladene Staatskommissar wohnte der ganzen Sitzung bei.
— In einer Zuschrift an die „Kreuzztg." erklärt der Reichstagsabg. Gras Roon seinen Austritt aus dem Bund der Lau dm irre, weil Freiherr v. Wangenheim
in der Bundesversammlung am 9. Februar ausdrücklich erklärte, daß das Rundschreiben des Vorstandes vom 13. Dezember 1902 nicht zurückgenommcn worden sei. Damit sei die den für den Antrag K'ardorfs stimmenden Deutschkonscrvativen zugcfügte Kränkung, ohne Widerspruch in der Versammlung zu finden, aufrechter halten, statt sie zu bedauern und zu entschuldigen. Graf Roon schließt: Obwohl er selbst ein für das Wohl der Landwirte schäft treu bewährter Landwirt sei, stehe ihm doch das Ansehen der alten Chrrftlich-Konservativen Partei hundertmal höher als der Bund der Landwirte.
— In einer heute vor Beginn der Reichstagssitzung abgehaltenen Besprechung des Seniorenkonventes teilte der Präsident mit, daß nach einer ihm gewordenen allerdings noch nicht amtlichen Nachricht die Wahlen Mitte Juni statrsmden werden. Wie verlautet, kam man dahin überein, den Versuch zu machen, den Reichstag zu Ostern zu schließen. Zu dem Zweck sollen längere Plenarsitzungen abgehalien uno die Redner ersucht werden, sich bei ihren Auslassungen möglichst kurz zu fassen. Doch wird bezweifelt, ob sich der Plan durchführen lassen wird. Zunächst soll der Etat erledigt werden.
— In der heutigen aus Einladung der Aeltesten der Kausmannschast zusummmgetrctenen Versammlung der Börsenvorstände der deutschen Börsen wurde ein Antrag Hamburg-Frankfurt mit allen g.gcn zwei Stimmen angenontmen, die Usancen dahin zu äuoern, vaß die Divi- dendenscheine über oen schlug des Geschäfts^ ,-ees hinaus an den Stücken belassen werden. Der Handel exuusive Dividende soll vom zweiten Werktage nach oer Generawersamm- lung ab erfolgen. Gleichzeitig wuroe ein Antrag auf Beibehaltung der Stückzinsenberechnung von Dividenden- papieren angenommen. Nach längeren Ausführungen des Bankiers Arons-Berlin wurde empimmig eine Resolution angenommen, in der die Ueberzeugung ausgesprochen wird, daß die Steuergesetz-Novellen von 1894 uno 1900 das solide Geschäft, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der deutschen Plätze und ebenso den Verkehr mit den Auslandsbörsen in hohem Maße geschädigt, in einzelnen Zweigen sogar vollständig vernichtet Hütten. Damit die Börse ihre wirtschaftliche Aufgabe wieder erfüllen könne, ist es notwendig, sowohl die Umsatzsteuer, als auch den Essektenstempet erheblich herabzusetzen.
Die sächsische Hsiejchetouugsaffäre.
Dresden, 11. Febr. ^er 1) eju) eidungsprozeß hat heute vormittag 11 Uhr im Schungssaale des Oberlandesgerichts begonnen. Die Oeffenttichlert war von Anfang an ausgeschlossen. Als Zeugen waren geladen Hofmarschall v. Tucmpling, Oberhofmeisterin Freiftäu von Fritsch, Kriminalkommissar Schwarz und Kammerdiener Hanlsch. Gegen mittag zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück, um über euren von den Anwälten der Kronprinzessin gestellten Bertagungsanrrag Beschluß zu fassen. Die Beratung dauerte breivierrel Stunden. Dann wurde eine Pause gemacht und gegen zwei Uhr von neuem die Verhandlung wieder ausgenommen. Es wurden als Sachverständige Professor Leopold, Direktor der kgl. Frauenklinik, und Professor Fiedler, Leibarzt des Königs, vernommen.
Das Urteil haben wir bereits gestern abend in der Stadt durch Extrablatt bekannt gegeben. Es lautet:
Die Ehe der Parteien wird wegen Ehebruchs der Beklagten mit dem Sprachlehrer Eicon vom Bande geschieden. Die Beklagte tragt die Schuld an der Scheidung. Tie Kosten des Verfahrens werden der Beklagten auserlegt.
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Gironist am Mittwoch von Brüssel nach Nyon gereist, wie es heißt, um betreffs des Aufenthaltes der Kronprinzessin in der Nervenheilanstalt zu verhandeln. Er traf in Lausanne mit dem früheren Erzherzog Leopold Wölfling zusammen, mit dem er gemeinsam die Fahrt nach Nyon machte. Gestern abend ist er wieder nach Brüssel zurückgereist.
Ter Urteilssprucb wurde der Prinzessin, da Anwalt Lachenal einer Großratssitzung beiwohnte, durch Leopold Wölfling übermittelt, den Giron begleitet hat. Die Prinzessin hat, wie ich erfahre, Giron tele- graphisch zu sich berufen aus Erregung darüber, daß das Verlangen der Direktion der Anstalt um Uebersen- dung der für den Aufenthalt der Prinzessin nötigen Papiere von " Wien aus abgewiesen wurde. Die Prinzessin, die ihre Niederkunft in La Metairic abwarten will, soll den Urteilsspruch gefaßt entgegengenommen haben.
Laut „Gazette de Lausanne" hat sich die Kronprinzessin infolge günstigerer Nachrichten über ihren Sohn ziemlich erholt. Sie gilt in La Metairie n i ch l als g e i st e s- krank. Auch lediglich nervöse Leute suchen diese Anstalt auf. Am 10. d. M. hatte die Prinzessin den bekannten Psychiater August Forel, den früheren Direktor der Irrenanstalt Burghölzli bei Zürich, zu einer Konferenz nach La Metairie gerufen.
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Dresden, 11. Febr. Das Allgemeinbefinden des Prinzen Friedrich Christian schreitet zu weiterer Besserung fort. Der Kranke schlief auch heute den Tag über viel.
Aus Stadt und Kanö.
♦* Sein 68. Lebensjahr vollendet heute ein in Gießen ansässiger Invalide, dem das Schicksal recht übel mitgespielt hat. Ter Greis, der außer verschiedenen körperlichen Gebrechen auch noch den grauen Star hat, ist im .Herbst vergangenen Jahres von einem schweren Unglücksfall betroffen worden, der zu einem bösen Rücken- leiden führte. Wir haben seinerzeit über diesen Unfall, der sich in der Nähe von Grünberg ereignete, berichtet. Heute nun geht uns von dem alten Manne ein Notschrei zu, dessen poetische Form die betrübende Lage, in der sich der Greis befindet, nicht zu verhüllen vermag. Wir geben hier die folgenden Zeilen, die beredt genug sprechen, wieder: „Nun lieg' ich im Bett der Monde vier, — Sah' aber keinen Freund bei mir; — Einst war dies eine große Zahl, — Schwer ward mir oft die bess're Wahl; — Wo aber sind die Freunde heute? — Ist Einer, der mir Hilfe beute? — Ja! Einer ist's — der liebe Gott, — Er ist mir nah' in meiner Not! — Er leitet edler Menschen Herzen, — Zur Lind'rung meiner Not und Schmerzen".....— Wir
brauchen diesen Worten nichts htnzuzufügen. Wer von unfern Lesern sich aber für die Lage des Hilflosen interessiert, kann seine Adresse auf unserer Expedition erfahren.
** D i e b e r ü h mte Paradegans ist, wie aus ihrer Heimat Nieder-Eschbach berichtet wird, tot. Pulver und Blei
haben sie oder ihn — es soll nämlich cm „öoonierr gewesen sein — ins Jenseits befördert, nachdem sowohl ferne alten Knochen das Watscheln, wie der Schnabel das Schnattern verlernt hatten. Lieber 20 Jah.e hat der edle Martins- Vogel glücklich alle Fährlichkeiten des Günselebens ebenso umgangen, wie die seiner Sippe drohende Bratpfanne. Er genoß das Gnadenbrot bis an sein Ende. Ter Gänserich hatte eine so große Liehe zum Soldatenleben, daß er im Jahre 1883 stolz, wie ein Gänserich nur fein kann, mit aus- gebreiteten Flügeln die Parade bei Homburg, und zwar au der Spitze unseres 116. Regiments mitmachte. (Nach anderen Berichten soll er als ..schießender Unteroffizier" dahermarschierl sein.» Als im Jahre 1897 auf demselben Gelände Me Parade des Al. Armeekorps stcutfand, verhinderte ihn beginnende Altersschwäche, an derselben teilzunehmen. Ein grqßcs Schild an seinem Standquartier in Nieder-Eschbach verkündete aber, daß er sich sehen lassen werde. Der alte Herr 'Gänserich empf.ug damals zahlreichen Besuch, über den er seine Freude durch lebhaftes, wenn auch etwas heiteres Schnattern ausdrückte. Nun er tot ist, werden alle, die seine Intelligenz uno seine Liebhaberei am Soldatenleben zu bewundern Gelegenheit hackten, ihm das gezi.menöe Andenken bewahren.
Frankf-lrt a. 2)L, 11. Febr. (Amtliche Meldung.- Bei der Dnrchsahrt des D-Zuges Nr. 6 Berlin-Basel sind heute nachinmag 353 Uhr 5 Wagen im Bahnhof Langenselbold entglei st. Reisende wurden nicht verletzt. Da:> Gleis Bebra-Frankfurt ist nn Bahnhof Langenselbold vor- aussichtltch 12 Stunden gesperrt. Ter Betrieb ist nicht gestört. Dre Untersuchung ist eingeleitel.
Mivnlltäts Uachnchleii.
Heidelberg, 11. Febr. Eine Abordnung der Heidelberger Studentenschaft bat bem Prorektor eine von 70l) Heidelberger Studenten unterzeichnete A d ress e überreicht. Dieselbe protestier! gegen die in letzter Zeit laut geivordcuen Angriffe aui öic freie w i s j c n s ch a f t l i ch e F 0 rj ch u n g und gegen die Au und Weise, wie von Seuen der erzblschöttich en Kurie.imu der ihr ergebenen Presse das A il s e h e n der akademische:. Lehrer beim Volke untergraben wird.
Gerichlsjiuu.
th. Gießen, 10. Febr. Straf käm m e r. Der 1. Jahre alte Tienstlnecyt Marti» S. mdü DöetDWÜlistadt ha.-, sich wegen schwerer Körperverletzung zu ver^tiwort^n. Ti Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in der Nac.,. zwischen 1—11/2 Llf)r unb zwar am Nommber V..J. Dienstkuccht Nobeliug mit dem Messer schwer verletz, h^. Das Gericht erfamitc, trotzdem S. noch unbestraft ist, geyeu denselben auf neun Monate Gesängnts. — Als zialist für Uhrendiebstähle scheint sich oer 25 Jahre an. Dienstkuecht Peter R. Lun Marburg, zmetzl in Lollar w^h neud, ausbilden zu wollen. R. ist bereit» zweimal lu.- bestraft, weil er silberne Taschenuhren mitgenommen ij.i Vor der Strafkammer ist R. heute des Diebstahls i:. wiederholten druck,aU ang.Uagt. Er hatte in L^lmr zu., dritten Male gestohlen und zwar wieörum eine Lasche, uhr. Allerdings harte er nur einen Tausch vorgenommr.. inoem er gelegentlich eines Besuches bei einem B.kannten dessen wertvollere silberne Taschenuhr an sich nahm unu dagegen seine eigene Tomoakithr znruckrieß. R. ist gestäno.g: ihm werden auf Antrag des Staatsanwalts mckoeruoe u:..- stände zugebilligt. Das Urteil lauLie auf vier ''.•jlonai Gefängnis. — Der 16 Jahre acke Hausbuische Heinis, W. von Wißmar, bisher noch unbestraft, ist geständig, in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar d. I. in das umfriedigte Besitztum des Bäck:rm..isters Schreiner an d-r Ederstraße zu Gießen mittels Einsteigens und mitiels Einbruchs einen Diebstahl begangen zu ijuuen. Dem Burschen fielen 50 Hühnereier, eine FlobertOÜcyse mit b^u q. Ijutiijc. Munition und ein Geflügeltälender in die Hände. Der Angeklagte hat eine schlechte Erziehung genossen und ist ein arbeitsscheuer, arg verwahrloster Mensa). Das Urteil lautet auf drei Monate Gefängnis; der Staatsanwalt hatte nur zwei Monate beantragt.
Berlin, 10. Febr. Vor dem Schöffengericht wurde hkut: gegen die bekannte Frauenrechtlerin Vt i n n a E a u e r und den Inhaber des Hotels „Saxoina", Ludivit) Eollmann, wegen eines Verstoßes gegen das Vereinsgeietz verhandeü. »n Anklage lautete auf Nichtanmeldung einer Versammlung und Uebei tremng des Vereinsgesetzes. Ter Verteidiger der Veklagten behauptete, daß es fiel) in der in Rede stehenden Versammlung nicht um eine öffentliche Versammlung, auch nicht um eine Boschästigung mit politischen Tlngen gehandelt habe, sondern nur um verschieoene Referate über Zlongresse. Ten Auslobungen des Verteidigers nxu auch Fräulein Dr. Anita 2lugspurg als Zeugin bei. Der Amw> anwalt beantragte eine Geldstrafe von je la Mk., foent. drei Tcr, Haft. Tas Gericht erkannte indessen aus Freliprechiiug der beiden Angeklagten. .
Arlicilerlicwkgimg.
Cadix, 11. ,)cbr. Tie Nacht verlies riihig. Tie Böcke, verharren im Ausstande. Tas Brot wird von Loldaten iic- gestellt. Der Bürgermeister versicherte, es werde weder -m Bw. noch an Flcifeh mangeln. In R«us in b-n Ausstand volhland^ beigelegt. Heute wurde die Arbeit überall wieder owmnem-
Gisenlichu Zeitung.
Wien, 10. Febr. Im Laufe dcr heulige-.r Lttztrng des Ab'!' 0 rd il e t en h a u s c s erklärte der Et'eirbahnminlster aui eine ! ;■ frage, die Staatsbahnverwaltung arbeite Projekte für dir Ei!>ii'iiriin<i des elektrischen Betriebes auf der A r l f? c r g n . c d t Land eck-B ludenS und dcr neu z u baue u d c u A 1 P c bahn aus. Er habe weitere geeignete Lokavtree'.e>l dann :-"- Allssicht genommen. Wenn danach der cl oft niet)-: Beiried .‘'’dmuu, und wirtschaftlich vorteilhafter als Tampfkrait erscheine, >ne''de er sofort die crforderlicheti Anträge 511 r Durchführung dcr Plane erbringen.
Kandel und Derlrehr. LjolKsnilNschüi:
Märkte.
Limbitrg a. d. L.» 11. Febr. F r tr eh t m a r k t. Durch- schliittspreise pr. Malter. Roter Wei-cit 13.49 ))if.. Weißer V. c;icn 00.00 Mk., Korn 10.50 Mk., Ger9.26 Mk., pmer 6.«9 . . Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln (>.00 Ml.
ilruritr idfitud.. nt.
Lriginaldrahtmcldttutteu des Gichener tfit^eifler^,
Lemberg, ll. Febr. l20Bar,eln beoaü.n j'.lh auf c.i.c Fahre, um über den Wislokafl >, za fahren, k>er des Strome; saltk b e Fähre. 20 Ba uern r.clan . ec-. \ ijioantac das Ufcr zu erreichen, d c andern trieben sltoti.abwurrö une ertranken.


