Erscheint iSgNch mP Ausnahme beß Sonntags.
General-Anzeiger. Anitr- und Anzeigeblatt für den Ureis Stehen
die
sind.
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immer unerschwinglicher macht, kein Ende gemacht werden.
schäften, soweit sie Kampf organisationen sind, nicht dieselben Rechte
Fall.
nirt eben das Großkapital. Der Mittelstand ist in dem kapitalistischen
den der
Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'fcho UnwersuätSdruckerei (Pietsch Lrbeus, ®tefreu
verantrnortlich Hb den allgemett« 1*1 B. Wittko: für den Anzeigenreil: (k VeL
153» Jahrg
Reichslag eine Anzahl werthvoller Bücher aus dem Gebiete der Zoll- und Handelswissenschaft zur Verfügung gestellt. Präsident Graf | Balleslrem har das Geschenk dankbar angenommen und der Frau Minister von Delbrück den verbindlichsten Dank ausgedrückt.
Tie zweite Berathung des E t a t s d e s R cichsamrs des Innern wird beim Titel „Gehalt des Staatssekretärs" forte
Nun noch eine Frage, die doch eine tiefere politische Bedeutung hat. Wir stehen noch heute auf dem Standpunkt, daß kaiserliche
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Parlamentarische Verhandlungen.
N ach druck ohne Vereinbarung nicht gestaltet.
Deutscher Reichstag.
266. Sitzung vom 11. Februar.
1 Uhr. Tas Haus ist sehr schwach besetzt.
Am Bundesrathstisch: Graf Posadowsky u. A.
Tie Wittwe des Ministers von Delbrück hat dem
Abstand genommen. Er verbreitet sich hierauf über den Maximal- arbeitstag und die denselben vorbereitenden Maßregeln und spricht die Erwartung aus, daß es in Bezug auf die Novelle zum Krankengesetz zu einer Verständigung kommen werde. Redner kritisirt sodann in aller Ausführlichkeit die Berichte der Gewerbe-Inspektoren, die wichtigsten Vorgänge würden darin vertuscht, um die Arbeiter zu täuschen. Die Klagen der Arbeiter, die hier Jahr für Jahr von den Sozialdemokraten vorgetragen würden, verhallten ungehött, ja man werfe sogar den Sozialdemokraten vor, nur Agitation zu treiben. Von den Konservativen und dem Ccnrrum haben die Arbeiter nichts zu erwarten, bei dem Zollwuchergesetz haben sie nur für ihren eigenen Profit gearbeitet.
Vicepräsident Büsing: Ich nehme an, daß Sie nur von Herren
schließt dann seine Rede.
Tie Rede har über 2% Stunden gedauert.
Staatssekretär Graf PosodowSky: Der Abg. Raab hat gestern cn den See-Unfällen gesprochen und angcfragi, wie cs mit der ür. .üjrung einer gesetzlichen Tiefladcliiiie stehe. Ich kann heute hohen Hause die Mittheilung machen — und ich thuc dies
gesetzt.
Hierzu liegen folgende Anträge vor:
Die Llbgg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim (nat.-lib.) und T r i m b o r n ((£entr.) beantragen eine Abäiiderung des Artikels VII, §§ 136—137 der Gewerbeordnung, die einen erhöhten Schutz für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen bezweckt.
Abg. G r o c b e r sCentr.) verlangt einen Gesetzentwurf, der
Di Familienblatier" werden dem
Anzeiger oierma wöchentlich beigelegt. Der „Qeff. ',.e Landwirt" erscheint monaUtch einmal.
rhcilt, als erschwerend wurde angenommen, daß sie bei ihrer Körperfülle ein Verkehrshinderniß gebildet hätte, Weiterleit) Der Amtsrichter, der das Urtheil gefällt hat, scheint Casars Spruch von den dicken und dünnen Menschen nicht zu kennen. Nöthig ist vor Allem ein einheitliches Reichs-Vereins- und Verfammlungstecht brennend ist die Frage geworden durch den Widerspruch in btt Judikatur des Kammetgericbts und des Oberverwaltungsgerichts» das in der letzten Zeit besonders reaktionär geworden ist. Erfreulich ist die Zulassung von Mädchengymnasien, aber e5 muffen hier einheitliche Gesichtspunkte gelten. Es ist aber hohe Zeit, daß den Frauen endlich in Bezug auf die Bildung die gleichen Rechte gewährt werden, wie den Männern. Wenn ein Mann, wie Professor Hornack, sich rückhaltlos dafür ausspricht, so sollten doch endlich die Minister aufhören, so reaktionären Anschauungen Ausdruck zu verleihen. Wir muffen vor Allem die Freizügigkeit des weiblichen Geschlechts auf den deutschen Universitäten haben. In Bezug auf das Medizinstudium der Frauen hinkt Deutschland hinter den meisten Kulturländern nach, selbst hinter Rußland. Wo bleibt da unser moderner Herr Reichskanzler, der die Vertreterinnen der Frauenbewegung so liebenswürdig empfangen hat? Will er seine liebenswürdigen Aeußerungen nicht endlich zur That werden lassen? Statt besten befleißigt man sich jetzt einer scharfen und schneidigen Art deS Vorgehens gegen die Frauenführerinnen, man läßt ihre Versammlungen durch Pickelhauben überwachen u. s. w. Redner schliesst feine Ausführungen, indem et vor der Stimmungsfälscherei warnt. Die man durch erzwungene Arbeiter kundgeb ungen versucht habe. Derartiges sollte man mit Verachtung zurückweisen. Die politische Gleichberechtigung der Arbeiter müsse endlich zur That werden, der Reichskanzler müsse verhindern, daß die Arbeitgeber chre Arbeiter zur politischen Heuchelei zu zwingen versuchen.
Abg. von Waldow und Reitzenstein (kons.) kann die Angriffe auf die landwirthschastlichen Berufsgenostenschaften nicht unwidersprochen lassen. Revisionen lasten sich in landwirthschaftlichen Betrieben schwer ausführen. Uebrigens spielen die Stellen, an denen Unfälle vorkommen können, d. h. wo Maschinen gebraucht werden, in der Ge- sammtheit des landwirthschaftlichen Betriebes nur eine untergeordnete Rolle. Es sei bedauerlich, daß die Bemühungen der landwirthschaftlichen Unternehmer für ihre Arbeiter hier Angriffen des Abg. Wurm ausgesetzt seien. t ~
Abg. Schroder (freif. Vgg.) erklärt sich gegen den Antrag Stotze! auf Einführung des lOstündigen Maximalarbeitstages und verbreitet sich trotz der vorgerückten Zeit ausführlich über die Wohnungsfrage; er führt u. A. aus, daß z. B. in Charlottenburg und Berlin zur Lösung derselben noch so gut wie gar nichts geschehen fei. (Im Saal sind 20 Abgeordnete, 12 Regierungsvertreter und 10 Diener anwesend.) Äs Redner um 6% Uhr geendet, erhebt sich
Präsident Graf BaUestrem, mustert den leeren Saal und erklärt: Trotz der großen Rednerliste halte ich, wie das Haus jetzt dasteht, es für angebracht, daß wir uns jetzt Denanen.
Nächste Sitzung : Donner st a g 1 Uhr. (gort?1 setzung der heutigen Berathung.)
Schluß 6% Uhr.
Beamte Kongressen nicht beiwohnen dürfen, auf denen Dekorationen und Embleme einer anderen Negierungsform angebracht sind, die geeignet sind, das monarchische Gefühl zu verletzen. Auf dem Stuttgarter Gewerkschaftskongreß war das nicht der Fall. Davon hat sich die würtembergische Regierung ausdrücklich überzeugt, bevor sie einen Vertreter sandte. Der Abg. Hoch hat sich auch über den Bauarbeiterschutz ausgelassen. Ob die technischen Aufsichtsbeamten auch als Nevisionsbeamte bcimtzt werden, ist mir nicht bekannt. Ich werde mich darüber informiren. Indessen wäre es auch gar kein Unglück, wenn dies im Winrer geschieht. Tas Reichsversicherungs- amt hält auch die Zahl der Baukonttoleute für nicht ausreichend. Es Dringt fortgesetzt auf Einstellung neuer. Nur hat es ja keine Zwangsbefugniß.
Abg. Dr. Paasche (nat.-lib.j: Ich will mich kurz fassen, es find noch 26 Redner zum Wort gemeldet, wenn die alle so lange redeten wie Herr Hoch, kämen wir nie zu Ende. Wir müssen fort und fort in der Sozialpolitik weiter arbeiten, unbeirrt um das höhnische Gerede von der äußersten Linken. Denn es handelt sich hier um eine wichtige Külturfrage. Der Staatssekretär hat durch seine lange Amtsthätigkeit gezeigt, daß er sozialpolitisches Empfinden hat und ein praktischer Beamter ist, der nur solche Wege einschlägt, die zu einem erreichbaren Ziele führen. Denn mit Anträgen und Forderungen, die unerfüllbar sind, ist es nicht gethan. Der Antrag Heyl hat die Sozialdemokraten veranlaßt, viel weiter zu gehen, nur damit sie im Lande Herumreisen und schreien können: Seht, das wollten wir für die Arbeiter thun, aber man hat unsere Anträge abgelehnt. Einen Maximalarbeitstag halte ich jetzt noch nicht für durchftihrbar, deshalb bin ich auch gegen den Antrag Hehl, soweft er einen Marimalarbeitstag für weibliche Personen einführen will. Giebt c5 doch viele Industrien, in denen Männer und Frauen zusammen arbeiten. Auch die Heraufsetzung de§ Schutzalters von 16 auf 18 Jahre in dem Antrag Heyl ist gar nicht nach meinem Geschmack. Man tann doch einen jungen Mann von über 16 Jahren nicht durch die Gesetzgebung zwingen, zwei lange Jahre hindurch sich noch mit dem kargeren Verdienst jugendlicher Personen zu begnügen. Die Sozialpolitik ist von uns ausgegangen, nicht von den Sozialdemokraten. Was soll nun die ewige Verhöhnung seitens der Sozialdemokraten I Was sollen ihre Angriffe gegen die Parteien, die wirklich etwas schaffen wollen! Sie übertrumpfen sich mit unerfüllbaren Forderungen, aber was Besseres wissen sie auch nicht. Energisch zurückgewiesen werden müssen die Angriffe auf die Wohlfahrtseinrichtungen der Firma Krupp. Herr Wurm hat diese Einrichtungen sogar skandalös genannt. Ader in Wahrheit liegen die Verhältnisse ganz anders, als Herr Wurm sie schilderte. Nicht nur die Arbeiter, nein, auch die Firma zahlt erhebliche Beiträge zu den Pensionskassen. Jeder Arbeiter ist nach 20 Jahren pensionsberech- ngt, das soll besonders unerhört sein. Aber keine Kasse zahlt schon nach einem Jahre Pension. Dabei wird bet Krupp auch die Dienstzeit mit angerechnet. Die Arbeiter sind bei der Kruppschen Kasse weit bester gestellt als die Staatsbeamten und Lehrer. Ich lege den Jahresbericht der Kruppschen Kasse auf den Tisch des Hauses nieder, damit sich Jeder daraus überzeugen kann, daß die Einrichtungen dieser Kasse keineswegs so schlecht sind, tote Herr Wurm sie schilderte.
I'basten, soweit sic Kampforgmnsatwnen sind, nicht dieselben Rechte , Der Abgeordnete der soziatdemotratlschen Partei hat meine ivic den anderen Korporationen gewähren. Er hat ja sogar die selbst. Behauptung angegriffen, daß aus der ärmeren Volksklasse eine '""idlgen Genossenschaften, die nicht blos eine Gefolgschaft des Frei- . grö&crc Anzahl von Personen in die nächst höhere übergehen. Mei- sinns bildeten, vergewaltigt, sie aus dem Verbände herausgedrängt „cs Erachtens wird die Thatsachc der wesentlichen Verbesserung der und sie der Regierung als sozialdemokratisch denunzirt. Nun, diese Lohnverhältnisse durch die Statisiil, so durch die Statistit der Berg
! außerhalb des Hauses gesprochen haben.
Abg. Hoch: Nein, ich habe Mitglieder dieses Hauses gemeint. Vicepräsident Büsing: Tann ruse ich Sie zur O'rdnung.
Abg. Hoch (sortfahrendj kritisirt noaj den Zolltarif weiter und
(Redner verliest unter häufigen Unterbrechungen seitens der Sozialdemokraten die Hauptzahlen dieses Berichts.) Die Wittwenpensionen betragen oft 750 Mk., nur eine einzige junge Wittwe erhält 190 Mark, und diese wird sich wahrscheinlich wieder verheirathen. (Große Heiterkeit.) Solche Fälle kommen doch vor. Es werden oft Pensionen bis zu 1600 Mk. gezahlt, welcher Handwerker hat das! (Zustimmung.) All diese Zahlen beweisen doch, wie verleumderisch die Angriffe auf diese Kasse sind Entlassen worden sind nur sosthe Arbeiter, die gestohlen hatten, oder widersetzlich waren, 1700 sind dagegen freiwillig ausgetreten. Tie Firma zahlt aus einem besonderen Fonds 96 700 Mk. jährlich an solche Arbeiter, die auS- scheiden, ohne in den Genuß einer Pension getreten zu sein. Der Verdoppelung der Beiträge haben alle Arbeiter zugestimmt, die Verwaltung der Kasse geschieht durch 4 Arbeiter und 4 Beamte der Firma, all dieses hat Herr Wurm verschwiegen. 12 100 000 Mk. hat die Firma auf Grund des Jnvalidüätsgesetzes jährlich gezahlt, die fteiwilligen Aufwendungen der Firma dagegen betragen in den letzten zehn Jahren 22,6 Millionen. Ist das auch Ausbeutung dcr Arbeiter? Herrn Wurm trifft nur eine geringere Schuld, er hat nur die Hetzartikel des „Vorwärts" hier vorgetagen. Ich habe
1 hier auch eine Tabelle über die Bewegung der Korn- und Brodpreise. ! Daraus geht hervor, daß bei den Kruppschen Konsumvereinen die 1 Brodpreise um 24 Pf. zurückgegangen sind; das ist Der Brodwucher, i von dem Herr Wurm sprach. Ich lege auch diese Tabelle auf den I Tisch des Hauses nieder. (Herr G a m p, ReichSp., nimmt die Ta- : bclle und legt sie vor den Abg. Singer nieder. Große Heiterkeit.) I Alle Parteien bemühen sich hier seit 15 Jahren für die Arbeiter, i imd der Tank ist nur, datz die Sozialdemokraten uns den Kampf i an kündigen. Sic wollen den Kampf, weil Sie davon leben! (Stür- I mische Zustimmung.) Sie wollen die Arbeiter unzufrieden machen.
(Hu!-Rufe bei den Sozialdemokraten.) Aber wir nehmen den Kampf auf, um) ich richte die Mahnung an die bürgerlichen Parteien: Nehmen Sie den Kamps auf und kämpfen Sie gemeinsam! (Lebhafter Beifall rechts und im Centrum. Lachen bei Den Sozialdemokraten.)
Abg. Dr. Müller>Meiningen (freif. Vp.): Es ist jetzt ja gan^ leicht, einen Kampf gegen die Sozialdemokratie zu organistren, aber Sie können uns doch nicht zumuthen mit Ihnen zusammenzugeheu. da Sie so reaktionär sind. Wenn die Regierung liberal geführt träte, würde die Sozialdemokratie nicht so groß geloorden fein. Meine Partei wird für die Anträge Gröber und Roesicke stimmen. Ter sozialdemokratische Antrag ist die reine Demonstration, tn dem Heylschen Antrag sind manche bedenkliche Punkte, so das Verbot der „Milgabe von Arbeit nach Hause". Gegen die Anschauungen und Behauptungen des Dr. Oertel kann ich nicht polemisiren, sonst ! müßte ich all das wiederholen, was wir beim Zolltarif gesagt haben. ! Nöthig scheint mir beim Ausbau unserer Sozialpolitik die AuS- ; deynung der Gewerbe-Inspektion auch auf das Kellnergewerbe und ! die Anstellung weiblicher Assistenten für Wttthschaften mit weiblicher Bedienung. Im Hosbräuhaus von München bekommen die Kellnerinnen weder Lohn noch Frühstück, sie müssen sogar für das Reinigen der Krüge noch 1,20 Mk. zahlen und haben dabei eine rbcitszeit von Morgens 9 bis Abends 12% Uhr. Wenn das . schon am grünen Holz geschieht, wie mag e5 erst anderswo fein. Darin gebe ich Herrn Wurm recht, daß Uebertretungen der Aroeit-
geber oft zu niedrig bestraft werden, dadurch wird der erstrebte
_ .... Arbeiter schütz illusorisch. Bei Aussperrungen und Strikes wird
Tas war auch bei dem neuen Kran- ( oft der Grobe Unfug-Paragraph angewandt. Eine besonders dicke Frau wurde wegen Strikepostenftehen zu fünf Tagen Haft verur-
Wirthschaftslebeii unrettbar dem Untergänge geweiht. Ich bitte den Staatssekretär, bei der Umfrage über den Befähigungsnachweis für die Bauhandwerker auch die Bau-Gewerkschaften zu fragen. Redner verbreitet sich über die Wirkungen der Krise und die Arbeiter- entlassungen. (Das Haus hat wieder sein typisches Aussehen: die meisten Bänke sind leer, die wenigen Anwesenden lesen oder schreiben Briese, die sozialdemokratischen Abgeordneten uitterhalten sich lebhaft mit einander; die Sophas sind gut mit Abgeordneten besetzt oder vielmehr belegt.) Redner führt aus, wie die Entlassungen die Folge hätten, daß allgemein die Löhne den Charakter von Hunger- löhiien annehmen. Der Arbeiter muß fein Gut und Blut lasten für den Profit der Kapitalisten. Und dann spricht man uns von der Opferwilligkeit der Reichen. Nein, daran glauben die Arbeiter nicht! Die Noth des Lebens ist zu groß! Herr von Hehl meint freilich, seine Arbeiter fühlten sich so wohl, daß sic gar kein Bc- durfniß fühlten, sich der Gewerkschaft anzuschließen. In Wahrheit beschränkt Herr von Heyl die Koalitionsfreiheit in seinen Betrieben. Redner beruft sich zum Beweise seiner Behauptungen auf die „Wormser Volksztg.". (Abg. Frhr. von Heyl ruft: Ein sozialdemokratisches Blatt!) Das ist fein sozialdemokratisches Blatt, Sie kennen ja das Verzeichniß unserer Parteipresse, das war eine Be- hauprung wider besseres Wissen! (Abg. Frhr. v o n H e y l zuckt die Achseln und ruft: Schundbültt!) Heber den Begriff der „Schundblätter" wollen wir uns doch nicht hier unterhalten. Da dürften wir doch wesentlich verschiedener Meinung sein. Wollen Sie uns wirklich wcismachen, die besitzenden Klassen thäten etwas für die Arbeiter ? Die kaiserlichen Erlasse waren gut gemeint, aber das Großkapital hat sie zu Schanden gemacht. /(Sehr wahr!) Die Sozialpolitik ist einzig der Furcht vor der Sozialdemokratie zu danken! Alles, was beschlossen worden ist, ist auf Drängen der Sozialdemokratie geschehen. Nennen Sie uns doch nur eine einzige Bestimmung, die von Ihnen selbst gekommen ist! (Der Saal ist womöglich noch leerer geworden. Der einzige Abgeordnete, der aufmerksam zuhört, ist der seit sehr langer Zeit wieder einmal im Reichstag erschienene Abg. Ahlwardt, der ganz vorn sitzt und anscheinend auch reden will.)
Redner geht sodann auf da§ Thema der Baukontrole ein, welchen Gegenstand er, wie er selbst ausführt, seit Beginn feiner parlamentarischen Wirksamkeit alljährlich zu behandeln pflegt. Jnsbcsolidere kritisirt er die „Arbeiterfreundlichkeit" der Freisinnigen, die^da, wo sie das hiegiment führen — wie in der Nürnberger Stadtverwaltung — nicht daran denken, die Baukonttolc durch ehemalige Bauarbeiter ausführen zu lassen; sie stellen viel- rnehr nur solche Kontrolcurc an, von denen sie genau wissen, daß sie dem Kapital nicht wehe thun. Redner äußert sich sodann ironisch über die „feste Grundlage", die das Gentrum für die Wittwen- und Waisenversicherung geschaffen habe. Der Reichsschatzsekretär, der doch auch etwas von der Sache verstehen müsse, habe diese „feste Grundlage" sehr skeptisch beurteilt. Tie ganze Haltüng des Cen- ttums sei nichts als eine Verhöhnung der Wittwen- und Waisenversorgung. Nachdem Redner z w ei Stunden gesprochen, erklärt er, er habe die Absicht gehabt, sich noch über eine ganze Reihe von Gegenständen auszulasten, habe aber, da er vernommen, daß eine allgemeine Beschränkung in der Debatte.stattfinden solle, davon
Donnerstag, 13. Februar 1903
Eichener Anzeiger
? ch f l c i r der B e r u f s ver e i n e scstsetzt. i ^rn, um zch zeigen, daß die SceoerufSgenossenschaft bestrebt ist, vtog. Jt o e । i d c (frei), ^gg.) fordert einen C-e|Cöia.lüurf, der oen Unsällen zu steuern —, daß die Seeberufsgenossenschaft eine Berufsvereinen es gestattet, ihre Bestrebungen zur Verbesserung < Ordnung, bett, die Tiefladelmie ausgearbeitet hat, die auch Lage der Arbeiter auch auf Veränderungen der Gezetzgebung b..rcit5 dem Reichsverncherungsamt zugegangen ist, und die auf
311 richten. . . I ber nächsten Generalversammlung der Seeberufsgenossenschaft
~TC Sozialdemokraten ck l b rech u d G en. beantragen die Gegenstand der Beschlußfassung sein wird. Die Seeberufsgenossen- cchaftung bon, Betriebs - A ufsrcht s - B e Horden und die schast hofft, daß bei Gelegenheit dieser Generalversammlung im Mai gesetzliche ^eMetzung eines M a x i mal-A rb ertstages von Oie ^jchnge Frage der Tiefladelinie eine gründliche und befriedigende zehn Stunden, bet allmalig auf acht Stunden herabgesetzt tocr^, £ö)-ung pni)Cn wird.
®cn S n <rr i i m r 1 Ueber die Ausführungen des Abg. Jäger, bett, die Wohnungs-
„ ••?r' § a«DC I (Centt.) beantragt die Vorlegung einer jürforge, habe ich mich gefreut; auch er ist zu der Ueberzeugung
Ueberiicht über he Wohnungsverhaltnisse im deutschen Reiche und. gekommen, daß der geeignetste Weg, billige Wohnungen für den Mittelungen über Ersolge und Wirkungen, die zur Forderung ' deinen Mann zu schaffen, in dem Ausbau des Erbbaurechts liegt, des Wohnungsbaues für he minder bemittelten Klassen getroifcn »luch ich kann den Kommunen nur rachen, in der Nähe gelegenes ',nb- , ~ . y r i <■ i or L Bauland möglichst bald, so lange es noch erschwinglich ist, zu
Abg Stotzei (Centr.) hat einen Anttag emgebracht, der erwerben und dann dort billige Wohnungen zu errichten, in der nw die Staatsbetriebe den zehnstündigen Marimal-Arbeitstag ^cise aber, daß der Grund und Boden im Besitz der Kommunen fciöcrr. ... T-s rr • «. verbleibt. Nur auf diese Weise wird es möglich sein, der Grund-
Abg. Hoch (Soz.) polemiswt gegen den Abg. Dr. Cruger, der stücksspekulation energisch entgegenzuarbetten. Auf anderem Wege mn.ic c noch anhe alte ^abel von der Jnterestengememschaft zwi.chen fann bcr unverdienten Zuwachsreme, die den Arbeitern die Miethen Kapital und Arbeiter glaubt. Herr Dr. Cruger will den Gewerk -..... ~ •
und sie der Regierung als sozialdemokratisch denunzirt. Nuii, diese Lohnverhältnisse durch
Genossenschaften sind stark genug, daß sic den Zorn des Dr. (Trüget bauvcrwaltung, zur Evidenz erwiesen. Ter Herr Abgeordnete bl schon ertragen können. Die moderne Entwickelung hat es mit Natur, I fcrncr gemeint, daß das, waZ in den letzten Jahren auf dem G^ nothwendigkeit mit sich gebracht, daß eine Reihe von selbstandlgen _.jcrc der Sozialpolitik geleistet sei, seht geringfügig gewesen sei. Existenzen verschwinden. Das hat Staatssekretär Graf Posadows.y , g^ube, wer sich das Verzeichniß der Gesetze und Verordnungeii ganz richtig charattensirt. Der Staatssekretär will den Befäln.gungs- mistcht, wird Wohl anderer Ansicht sein. Allerdings unterschu nachweis für die Bauhandwerket cinfühten. Tie Arbeiter linnen , $crr Ho cd die Schwierigkeiten, die sich selbst der Ausarbeitung kleiner aber lange matten, bis ein Befähigungsnachweis cir^r;' - wird, ! Gesetze entgegenstellen, wenn man beständig darauf zu achien hat, der ihnen etwas nützt. Auch die Apotheker nw .ai Befäyigungs- ^ss alle Bestimmungen die Zustimmuiig der vctheiligtcn gesetzgebcn- nachwcis erbringen, was für Garantien aber dieser bietet, zeigt der den Faktoren erlangen sollen. S * ' ' ' ' *"
Kurpfuscher-Prozeß Nardenköttet, auch im Apocheketgewerbe domi- kenversicherungsgesetz der Fall.


