153 Jahrgang
Samstag 11. JE 1903
Politische Tagesschau.
Reichstagsvizepräfideul Singer.
Gchrrlftraße 7.
Adresie für Depeschem Anzeiger Metze«.
Fernfprechanschluß Nr. 51.
Seil; P. Witiko: für ,Stadt und Land^ und -Gertchtölaal*: August Götz; für ben An- zetgentett: Han- Beck.
Nr. 160
Srschri«! tügttch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen kandmirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche betgelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl*lchen Untverf.-Buch- u.Stetrr- druckerei (Pietsch Erben-
gemunkelt. Es wird behauptet, Dr. Lapponi habe so gehandelt, um dem Kardial Rampolla zu Willen zu sein. Dieser hat im Sacro Collegio zahlreiche und rührige Gegner, die ihm heftig zusetzen. Am 8. kam es zu einem Austritte, als sie von ihm verlangten, er solle Dr. Lapponi vom Sterbelager fernhalten.
Der Tod BolpiuiS.
Ebenfalls einem Austritte in: Vorzimmer des Papstes wird die einseitige Lähmung des erst vor wenigen Tagen zum Sekretär des Konklave ernannten Mgr. Volpini, der dem Papste sehr zugetan war, zugeschrieben. Volpini ist bekanntlich an den Folgen des Schlaganfalls (?) goto rb en.
Der Papst weiß noch irmner nichts vom Tode Botkin is, dessen Leiche an: Freitag morgen ohne besondere Feierlichkeiten und ohne Glvckengeläute nach der Peters- irche übergeführt wurde.
ve»«gSpretAr monatlich 7b P1^ viertel, jährlich Mk. 2.20; durch "vhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- fährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür d:e Tagesnummer ois vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^
auswärts 20 Pfg.
Heber Bebels Erbschaft, von der wsr schon berichteten, werden folgende Güzel-» Heiken betonnt:
„Der Erblasser, der stühere bayerische Leutnant Kvllmann, war der Sohn eines Augsburger Buchhändlers. ®r diente im Jnfanterie-Leib-Regiment in München N7Ü> hat den deutsch-französischen Feldzug mit- gemacht. Die ersten Anzeichen einer geistigen Erkrankiürg scheinen sich bei ihm 1879 gezeigt zu haben; wegen verschiedener von ihm verursachter Skandale wurde damals eint militärische Untersuchung gegen ihn eingeleitet, die damit endete, daß er für unzurechnungsfähig erklärt wurde. Das Testament, durch das Kollmann Bebel nahezu 400 000 Mark, die Hälfte des von chm hinterlassenen Berinögens, vermachte, hat er während der Untersuchung, cklfo zurzeit, als er noch im Dienste stand, ausgesetzt. 1880 oder 1881 entfloh er vor der drohenden Internierung irr eine Irrenanstalt aus Bayern und nahm seinen Wohnsitz in Ulm. Auch hier siel er bald durch seine Absonderlichkeiten auf. Mit Vorliebe pflegte er die Exerzierplätze aufzusuchen, um hier laute Kritik an den militärischen Leistungen zu üben. Am 31. Mai 1881 wurde Stott- mann auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft entmündigt und im gleichen Jahre in die Irrenanstalt in München eingeliefert, wo er noch volle 22 Jahre gelebt hat. Am 22. Mai dieses Jahres starb er, und am 25. Mcn wurde er in Augsburg beerdigt. Sein Vermögen, das in der Hauptsache von einem Gewinne in der östrerchäschen Lotterie stammt, betrug 1879 400 000 Mk., hat sich aber in der Zwischenzeit durch Zinsenzuwachs nahezu verdoppelt. Zwei Brüder Kollmanns, ein Oberleutnant und "ein Overingenieur, haben ihren Wohnsitz in München, außerdem kommen als Erben noch eine Schwester und zwei Kinder einer verstorbenen Schwester in Betracht. Diese natürlichen Erben haben das Testament angefochten. Bebel wird in nächster Zeit zur Regelung der Angelegenheit in nfrn eintreffen.
Stadtemrleihev.
In einem Artikel über die Anleihen deutscher Städte an der Börse führen die „Grenzboten" aus, wie diese Anleihen sich als für dauernde Kapitalanlagen vortrefflich geeignete Effekten gezeigt haben und deshalb mit Recht so gut wie ausnahmslos von der Reichsbank beliehen und für mündelsicher gehalten werden. Daß sie in der sogen. „Aujschwungzeit", wo die Spekulation in den Industrie- papieren die Börse übermäßig beherrschte, weniger gut ver- kauflich waren, auch weniger gut als die Staatsanleihen, war nicht wunderbar und sprach nicht gegen ihre Güte, ge weniger das genannte Blatt hiernach als voreingenommen gegen die städtischen Anleihen gelten darf, um so me^ verdient beachtet zu werden, was es für die Zukunft zu bemerken für nötig erachtet. Die Güte der Stadtanleihen werde, so schreibt es, wie es den Anschein gewinne, immer mehr von einer scharfen Staatsaufsicht abhüngen. Die Zunahme der städtischen Anleihewirtschaft könnte sonst sehr bedenklich werden. „Viele aus Anleihen bezahlte großartige Unternehmungen von Stadtgemeinden, die sozialen, hygienischen und Verkehrs- und Luxuszwecken dienen und das städtische Leben jctyr verschönern, find durchaus nicht „produktiv" in den: ^inne, wie es im Interesse der Gläu- brger liegt. Der Anteil der Be v ö l ke r u n gs sch ich- teil ohne Steuerkraft an der Gesamtbevölkerung ninunt in vielen Städten rapid undverhängnisvoll zu, wodurch ihre Kreditfähigkeit mit der Zeit sehr ungünstig beeinflußt werden muß. Namentlich sollte man die Aufwendungen, die diesen Schichten zu gute kommen, in Rücksicht auf die Stadtfinanzen mit größter Vorsicht behandeln. Ganz besonders gilt dies für das Bauen billiger Arbeiterwohnungen aus städtischen Mitteln, nrag man von: sozialen Standpunkt aus noch so sehr dafür chwärmen und Reklame machen." Es könne vielleicht bald eine Zeit kommen, wo die Minister in dieser Richtm:g nicht antreiben, sondern bremsen müßten.
Der steröeude Japst.
Rom, 10. IM. Die zweite Operation.
Der Papst nahm während der stacht von Dmmerstag auf Freitag etwas Bouillon mit Fleisch zu sich. Der neue Brust h öhle n stich wurde beim Papste am Vormittag zwischen 10 .um5 10y2 Uhr vorgenommen.
Der Brusthöhlenstich wurde heute schneller vollzogen üls das erstemal. Bevor die Aerzte ihn vori:ahmen, benachrichtigten sie den Papst von der ^Notwendigkeit einer neuen Operation. Nachdem der Papst ferne Zustimmung gegeben hatte, traf Mazzoni die erforderlichen Vorkehrungen zur Operation. Tcad) 25 Minuten war alles beendet. Der Papst erlitt bei der Operation keine besonderen Schmerzen. Er dankte nach derselben Mazzoni. Man gab dem Papste alsdann Bouillon mit Marsala und Ei. Rossoni und vier andere Aerzte beschäftigten sich sodann mit der Prüfung der dem Papste entzogenen 1100 Gramm Serumsiüssigkeit. Die Prüfung der Serumflüssigkeit ergabt daß tuberkulöse Pleuritis ausgeschlossen ist. Dem Bev- Aehmen nach liegt eine Pleuritis rheumatischen Charakters Dor. Der Zustand des Papstes war in den letzten Stunden stationär. Die durch die Operation bewirkte verhältnismäßige Besserung hält an, doch bestehe die Befürchtung lür das Leben des Papstes fort.
Die Aerzte bestätigen Berichterstattern gegenüber, daß i>ie heutige Operation sehr gut ge luugen sei. Der Pupst fand infolge davon westutlicye Erleichterung. Löährerw der Operation waren im Nebenzimmer die beim Batikan beglaubigten Botschafter Oesterreich-Ungarns, Por-
Deutsches Keich.
Berlin, 10. Juli. Der K aiser begab sich heute rüh, wie aus Swinemünde gemeldet wird, an Bord des
tauben, ans Bett hevanzutreten. Der Kardinal Vöathieu trat aber vor und andere folgten; sechs Kardinäle küßten die Hand, die wie ein schlapper Hmldschuh herunterhing.
Vom 8. Juli abeillrs telegraphiert'Bonnefon, man mache sich keine Vorstellung von der gegen den Dr. Lapponi herrschenden Erbitterung, dessen Diagnose nun als falsch erkannt ist. Er war es, sagt man nun, der dem Papste zu den Spazierfahrten riet, welche die Kräfte des Greises erschöpften, und seine Poren bei der Hitze den giftigen Erdausdünstungen öffneten. Er war es, der die langen und häufigen Audienzen und die er- müdeuden Zeremonien gestattete. Er soll auch vierzehn Tage vor dem Konsistorium das Anschwellen der Beinen bei einem Neunzigjährigen ein bedenkliches Symptom, bemerl und verheimlicht haben. . . . Darüber wird nun allerlei
Urgals und Spaniens, sowie 14 Kardinale anwesend. Die Aerzte trafen bei ihrem Eintritt den Papst im Lehnstuhl sitzend, worauf sie ihn ersuchten, sich zu Bett zu begeben. Nach der Operation wollte der Papsst die Kardinäle sprechen, die Aerzte ließen es nicht zu.
Profesjior Rossoni bestätigte dem „Giornale d'Italia", daß keine unmittelbare Gefahr bestehe, der Zustand des Papstes aber sehr ernst fei.
Der König von Italien.
Die „Drübuna" meldet: Angesichts des Zustandes des »stes wird die Reise des Kön igs nach Paris in* e Uebereinkommens zwischen Frankreich und Italien auf September verschob em Tie Verschiebung entspringt nicht politischen Erwägungen, sondern moralischen Gründen der Menschlichkeit und Zivilisation und wird ihrem wahren Sinne nach gewürdigt werden. Das Papsttum hielt sich im Kriegszustand gegenüber Italien, das eine ganz besonders höfliche Nation hat, und das, wenn es auch seine Stellung in: Kampfe behauptet, doch dem Haupte der katholischen Kirche gegenüber Rücksicht nimmt. Italien hätte gekonnh wollte aber nicht sich daran erinnern, daß das Papsttum die Jubiläumsfeierlichkeiien wegen des Todes des Königs Hunibert nicht unterbrach. Die Verschiebung der Reise würde den Beifall der gesitteten Welt finden. Der Empfang, der dem Könige von Italien im September in Paris bereitet werden wird, wird infolge des Aktes hohen Zartgefühls der christlichen Welt gegenüber um so wärmer fein. „Popolo Romano" sagt, die Verschiebung der Reise des Königs bis September sei ein außerordentlich erhabener Akt^ der beiden Staatsoberhäuptern und beiden Regierungen zur Ehre gereiche.
Dir falsche Diagnose Dr. LapponiS.
Aus Paris wird geschrieben: Der römische Korrespondent des ^Eclair", der kirchlicher Dinge aus langer Erfahrung kundige Jean de Bonneson, war von Anfang an in seinen Berichten äußerst pessimistisch und hielt an der Darstellu:^ fest, der Papst fei schon lange schwach und krank, aber es sei dem Staatssekretär Kardinal Rampolla im Verein mit dem Dr. Lapponi bisher gelungen, seinen Zustand zu verheimlichen. Danach mußte der Greis vor dem letzten Konsistorium Reizmittel einnehnten, um noch rüstig genug zu erscheinen, und die neuen Kardinäle zu ernennen, deren Stimmen in Voraussicht kommender Dinge für nützlich gehalten würden. Er selbst konnte nicht mehr unterzeichnen, seine Hand zitterte zu sehr, und die Ernennung der Kardinäle ist tatsächlich gefälscht, sie ist rrull und nichtig, und das kann im Konklave ernste Folgen haben. Die Reporter, versichert Bonneson, fabrizieren auf Befehl geistreiche Worte des Papstes und erzählen auch von lateinischen Versen, die er dieser Tage diktiert haben soll. Das alles ist erlogen. Der Papst ist tatsächlich seit drei Tagen besinnungslos und wird von den Aerzten wie ein lebendig Einbalsamierter durch chemische Mittel erhalten. Dach der letzten Oelung wollte man keinem Kardinal er-
setzung entspricht, und jedem Volke das Reichstags- Präsidium, das es verdient. Also weg mit allen Zimperlichkeiten. Dem deutschen Spießbürger, der sich die Zipfelkappe über die Ohren zieht und denkt, „es ist, nicht so schlimm", dem soll der Großglöckner Singer, wenn er die Präsidentenglocke schwingt, in die Ohren schellen, daß die Herren vom Zukunftsstaat im Reichstag am Regiment sind. Es wäre jämmerlich, wenn eine so starke Partei wie das Zentrum sich leiten ließe von falschen Rüch'ichten nach oben oder von dem Gedanken, daß dem Grafen Ballestrem vielleicht Herr Singer nicht feudal genug ist. Man wird dies um so weniger erwarten können, als das Zentrum sich ja auch nicht gescheut hat, badische Wahlkreise durch die Parole „Wahlenthaltung" den Sozialdemokraten auszuliefern, um so weniger, als, den zarten Andeutungen im „Beobachter" folgend, Tausende von Zentrumswählern sozialdemokratisch gewählt haben. Also nur Mut ! Die Zeit der Zimperlichkeiten ist vorüber. Das Bürgertum muß aufgerättelt werden. Wir wollen Verfassung und Wahlrecht festhalten und wollen keine Polizeigesetze, aber wenn das Bürgertum nicht wach wird,' wenn die oberen Zehntausend in ihrer vornehmen Zurückhaltung beharren, wenn konfessionelle, wirtschaftliche und soziale Gegensätze uns weiterhin zerllüften, dann wird die Sozialdemokratie die Herrin von Deutschlcn:d, das ist so sicher, wie zweimal zwei nach Adam Riese vier ist.
Welche Bedeutmig unter diesen llmständen eine liberale deutsche Handelspolitik für Italien und, politisch, für den Bund besitzt, geht aus dem Eifer hervor, den Barröre und Luzetti in der Verschwärzung deutscher Handelsannäherung entfalten. Deutschland hat aber selbst ein starkes Interesse am Vertrag mit Italien: der deutschen Industrie den Zugang zu den italienischen Landarbeitern zu erleichtern, welche die Kraft unb den Lebensnerv des Landes ausmachen."
Metzener Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Gießen
Der dem frühere:: Reichstagsabg. Bassermalm nahe-- tehende „Mannh. Gencralanz." tritt lebhaft dafür ein, daß ©inger zum Vizepräsidenten des Reichstages getvählt wird. Es heißt da:
Ter Ernst der Lage muß auch in der Zusammensetzung des Präsidiums des Reichstages zum Ausdruck kommen. Was nutzen heute alle Verschleierungen? Sie find das Törichste, was in der heutigen Lage gefcheyen kann. Dem Kaiser, den Bundesfürften muß füglich vor Augen geführt werden, lvie weit die Tinge gediehen fiub! Aber auch das deutsche Volk muß durch seinen Singer Tag für Tag erinnert werden, auf welchen Wegei: Mlllionen (einer Bürger wandeln. Jeden: Reichstag gebührt das Präsidium, das seiner Zusammen
Me Heutige Mmmer vmfaßt 16 Setter».
Amtsch-italienischer -Handelsvertrag.
DnS Der Hn, 10. Juli, wird uns geschrieben:
Wie wir hören, befinden sich die Erörterungen über einen deutsch-italienischen Handelsvertrag auf gutem Stege. Anf italienischer Seite wird ein baldiger Abschluß der Vorverhandlungen gewünscht. Es ist sicher, daß die Fertigstellung des Vertragsentwurfs in Oesterreich-Ungarn starken Eindruck machen muß. In den Verhandlungen mit Oesterreich bildet bekanntlich die Woinzollklausel den springenden Punkt. Unter ungarischem Druck will man die Borzugsbehandlung des italienischen, namentlich des sizilianischen Weines, nicht wieder zugestehen. Italien muß aber hierauf entscheidendes Gewicht legen, weil seine 60 Prozent landwirtschaftlicher Bevölkerung neben 4i/2 Mill. Hektar Weizen nicht weniger als 3y3 Mill. Hektar mit Wein bebaut Politische Verstimmungen haben zur Spannung zwischen beiden Ländern bei getragen. Dadurch erhöht sich der Wert des Dienstes, den Deutschland Italien leisten kann.
Der Inhalt eines deutsch-italienischen Hiandelsver- trags ist politisch und wirtschaftlich, vorgezeichnet In der Zolltarifkommifsion des Reichsurgs erklärte Staatssekretär Jahr. v. Richly o fen im März einen Zoll aus italienisches frisches Gemüse und Blumen für unannehmbar, und, als trotzdem die Kommission hohe Zollsätze beschloß: „Das Ausland werde leider zu der Annahme kommen, daß die Mehrheit der Kommission Handelsverträge überhaupt nicht wünsche." Und in der Tat hat es schwere Mühe gekostet, die durch die Komurissionsbeschlüsfe in Italien entstandene Erregung zu besänftigen. Die Diplomatie mußte immer wieder darauf Hinweisen, daß die deutsche Regierung nötigenfalls auch gegen diese Beschlüsse für Gemüse unb Blumen Zollfreiheit gewähren werde, ohne Kompensationen zu fordern."
Allerdings ist es wünschenswert, die Italiener zu überzeugen, daß uns auch ihr wirtschaftliches Interesse am Herzen liegt. Die 12000 Versteigerungen ländlicher Grundstücke, die jährlich wegen Steuerschuld-en erfolgen, kennzeichnen die Lage der Landwirtschftt Vom feldbauerrden Süden gilt noch immer das Wort eines Franzosen: „Süditalien ist die Schjeppkette der Vergangercheit an den Füßen des modernen Italien." Auf welche Ursachen die Italiener diese Sage zurückführen, findet in PeciniD Schlußwort KU seinem Bericht über die Agrar-Enquete Ausdruck: „Das politische Italien hat das landwirtschaftliche ruiniert." Unter Politik soll die Htn- neiguna zum Dreibund und d:e Abwendung von Frankreich verstanden werden, wie denn vielfach in Italien der inzwischen beseitigte Halb krieg mit Frankreich für die Wirt- schaftskrisis verantwortlich gemacht worden ist. Viktor Emanuel ILL ist der erste Wirtschafts- und Sozialpolitiker auf Italiens Thron. Bis an Umbertos Lebensende hat die savoyische Dynastie die agrarische:: Revolten mit Gewaltmitteln bekänrpfd Immerhin war es eine wichtige Erbschaft Umbertis, aber auch ein Wert des deutsch- und Dreibund- feindlichen Botschafters Barröre unb des sizilianischen Wein- exporteurs Luzetti, daß Viktor Emanuel den Handelsvertrag Tmt Frankreich vor fand. Die aus den Friedensschluß gesetzpm Hosftmngen haben sich nicht erfüllt. Der franzöfische Vtein- : markt ist nicht zurückerobert Die Ausfuhrüberschüsse Ito- lreus in der franko-italienischen Handelsbilanz sind um : 20 Millionen zurückgegangen.


