Ausgabe 
11.3.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 59 rtftetat täglich auyei Bonniagd.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit den, ksesstschen Landwirt die »ieh ner fiamilien- llätter viermal tn der Woche beigelegt.

Roiattonsbrud u. Ver­lag bei i Q b t'ichen Un weil.-Buch- u.Siem» brudoici (Pietsch (irben) tebafnon, Itroebuioa und Drudere»

Schul strotze 7.

tlbierte lüi Depeschen» Anzeiger «letzen.

KernivrrchanlchltttzAr 51

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Mittwoch 11. März, 903

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Ar,og»pre»-.

m»,i>uiuch rbPl., ptertei* täbilid) 'ld 2.20, du.ch vtbbole- u. *<ipfigfttUen nivnaihdi 6o Ps., durch die Post All 2. o>er»el- läbrl auelchl Vestelig. rinnahmr von Anzeige» hu bi« 'iayrenuimiiet bi« ouimiiidg« 10 Uhr, tieilrnpiei« letal 12'U|, aa*iv4ti« Tu Plg.

C«ianirpe«ihd)i TTu ben polu u. aIlgens Teil P Wittko »üt ,clabt und L'anb* unb -ÜkvictuclrtQl* II ult l'laio, tu» ben 91n- zeiaenieil t>a n B «d.

Volilische Tagesschau.

Zur Aktion für Dr. Peter«.

Man schreibt uns aus Berlin, 10. Mürz:

Zu dem Begnadigungsgesuch, das Freunde des Dr. Peters zum Zweck seiner Rehabilitierung beim Kaiser ein­reichen wollen, schreibt dieNationalzeitung":Au unsere Erkundigung nach den angeblichen hervorragenden Mitgliedern der nationalliberalen Partei und der Frei­sinnigen Vereinigung, welche dem Gesuch günstig gesinnt fein sollen, konnte uns bisher niemand genannt werden." Auch wir haben uns in parlamentarischen streifen infor­miert und den Bescheid erhalten, daß von der Freisinnigen Vereinigung bestimmt niemand mit diesen Bestrebungen in Verbindung zu bringen ist. Es sei zu bezweifeln, daß von denjenigen Nationalliberalen, die Herrn Dr. Peters Verdienste um die koloniale Sache anerkennen, das Gesuch unterstützt werde. Bekanntlich hat das Zentrum jede Mit­wirkung abgelehnt. Mit Recht legt dieNationalztg." dar, daß ein etwaiger Erlaß der Strafe unter Ver­antwortlichkeit des Reichskanzlers ohne Feststellung der Unschuld Herrn Dr. Peters keineswegs rehabilitieren würde. Von der Führung eines Unschuldbeweises kann in der Tat keine Rede sein: die Feststellungen in dem Dis- liplinarprozeß, der zur Entlassung des Dr. Peters aus Dem Reichsdienst führte, waren so schwerer und die Ent­rüstung der Oefsentlichkeit hervorrufender Art, daß trotz der dazwischenliegenden Zeit noch die Einzelheiten des von Herrn Peters angeordneten drakonischen Strafgerichts, der Ausführung der Hänge-Exekution an der entlaufenen Negerin und deren Geliebten, in Erinnerung fein müssen. Daß der Tucker-Brief nicht existiert, worauf die Be­gnadigungs-Aktion sich berufen will, nimmt diese Tat, die eine Anklage wegen Mordes begründen konnte, nicht von dem Konto des Dr. Peters hinweg. Vollends würde eine Wiederanstellung im Reichsdienst in weiten Kreisen lebhafte Mißbilligung finden. Zugegeben, daß Dr. Peters Eigen- jchaften besitzt, die ihn für Aufgaben, wie Strasexpedi- lioneit und bergt., besonders befähigen, so stehen doch die Forderungen von Recht und Sitte höher als das Be­dauern, auf eine verwendbare Kraft verzichten zu müssen. Dr. Peters würde selbst bald einsehen, daß er in eine unhaltbare Lage geraten wäre. Wir halten für ausge­schlossen, daß der Reichskanzler sich für die Rehabilitier­ung verwenden wird. Seit langem ist erfreulicherweise kein Schreckensberichi über die Wirkung desTropenkollers" aus deutschen Schutzgebieten eingetroffen. Humane, ein­sichtige und maßvolle Mcänner sind in unseren Kolonien tätig. Es würde wohl die Empfindungen dieser Vertreter des Reiches zu verletzen geeignet sein, stellte dieReha­bilitierung" Herrn Dr. Peters gewissermaßen auf die gleiche Stufe mit ihnen zurück. Beim Kolonialetat wird zweifel­los die Begnadigungsaktion zur Sprache gebracht und Aus­kunft von der Regierung erbeten werden, wie sie sich zu der Angelegenheit verhält.

Die Matnkularbeitrage.

Die Beratung der nach dem Erat für 1903 zur Deckung per Gesamtausgabe des ordentlichen Etats aufzubringenden Matrikularbeitrage ist im Reichstage ausgegeben worden. Für Preußen betragen sie 346 825 865 Mk. (gegen 355 497 405 Mark im Etat für 1902); für Boyern 60 961377 Mark (gegen 63 144 874 Mk. im Vorjahre); für Sachsen 42 286 259 Mark (gegen 43 326 266Mk.); für Württemberg 21707 580 Mark (gegen 22 279 423 Ml.); für Baden 188ü2603 Mark (gegen 19 263181 Mk.): für Hessen 11258264 Mark (gegen 11548995 Mark); für Mecklenburg-Schwerin 6112 259 Mark (gegen 6 268556 Mk.); für Sachsen-Weimar L658 980 Mark (gegen 3 742 225 Mk.); für Mecklenburg- Strelitz 1031692 Mark (gegen 1058256 Mk.); für Olden­burg 4 022 290 Mark (gegen 4116667 Mk.); für Braun­schweig (4 671 179 Mart (gegen 4 788 563 Mk.); für Sachsen- Meiningen 2522 388 Mart (gegen 2585 720 Mk.); für Sach­fen-Altenburg 1967 343 Mark (gegen 2010 054 Mk.); für Sachsen-Koburg-Gotha 2308 647 Mark (gegen 2 367 351M ); für Anhalt 3179 835 Mark (gegen 3259654 Mk.); für vchwarzburg-Sondershaufen 816 U35 Mark (gegen 834 346 Mark); für Schwarzvurg-Rudolstadt 940 306 Dtark (gegen 959 742 Mk.): lür Waldeck 582593 Mark (gegen 5b 1390 Mark); für Reuß jüngere Linie 1402 510 Mark (gegen 1435 693 Mk.); für Reuß ältere Linie 689 096 Mark (gegen 705444 Mk.); für Schaumburg-Lippe 433 825 Mark (gegen 144 öo5 Mk.); für Lippe 139157.) Mark (gegen 14o3108 Marc); für Lübeck 976 382 Mart (gegen 99< 831 Mk.); für ikemen 2 263 887 Mark (gegen 2 518 796 Mk.); für Ham­burg 7 728 172 Mark (gegen 7 9*2 853 Mk.); für Elsaß-Loth- tingen 17 315 350 Marr (gegen 17/32 564 Mk.). Tie Ge- iLtnufunnne beträgt 565 8u6 134 Mk. (gegen 580 639 792 Mk. jt 1902, also weniger 14 783 258 Mark für 1903).

Deutsches Keich.

Berlin, 10. März^ Ter Kaiser fuhr heute beim Zsteichskanzler vor und hörte später im Schloß die Vorträge bet» Chefs deS Militärkabinetts unb des Chefs des Admiral- fidbes der Marine.

In Hof- und diplomatischen Kreisen in Kopenhagen tt-clautet, Kaiser Wilhelm werde bei feiner Reise nach Kopenhagen außer von dem Wunsche einer Aussöhnung mit dem Herzog von Cumberland von der Absicht geleitet, die Prinzessin AlexandravonCumberland, tiae sich in Kopenhagen aufhalt, kennen zu lernen. Painzessin Alexandrg i$b 21 Jahre alt und durch Schönheit Md Anmut ausgezeichnet.

Breslau, 10. März. In der Hauptversammlung des beiutschen Oftmarkenvereins wurde bezüglich der

Stellungnahme zu den kommenden Re ichs- und Land­tagswahlen folgende Resolution einstimmig ange­nommen: Sobald fest steht, daß ein Wahlkompromiß zwischen Zentrum und Polen bedingungslos ausgeschlossen ist. werden sich die Ortsgruppen im Einvernehmen mit dem Hauptvorstande unb den Lanbesausschüssen schlüssig machen, ob unb welcher ber vom Zentrum gegen einen polnischen Äanbibaten ausgestellten Kanbidaten unterstützt ruc^c. Wenn ein Kompromiß zwischen Zentrum und Polen zu staube kommt, ober Zentrumskandibaten als Konzession für bas Polentum erscheinen, so sinb entweder durch öffentliche Er­klärung der Ortsgruppen die deutschen Wähler zuc Wahl­enthaltung auszuiordern, oder es 4(1 ein deutscher Gegen­kandidat aufzustellen.

Dresden, 10. März. Das Gesamtministerium be­schloß, infolge der ungünstigen Finanzlage Sach­sens, für die nächsten zwei Jahre keinerlei Gehalts­aufbesserungen, Beförderungen und Neu an- Stellungen vvrzusehen. Wenn auch die Verordnungen der einzelnen Ministerien noch ausstchen, so ist an der Richtigkeit dieser Meldung nicht zu zweifeln. Vom Gesamt- Ministerium sind ferner sämtliche Staatsbehörden in Sachsen dahin verständigt worden, daß für das Etatsjahr 1904/05 infolge der ungünstigen Finanzlage Vorschläge zur Anstellung und Beförderung des Personals, soweit sie der betreffenden Genehmigung bedürfen, zu unterbleiben haben. Die Ursache hierzu entspringt der Tatsache, daß für diese Etatperiode im Staatshaushalt noch ein größeres Defizit zu decken ist.

Greiz, 10. März. Der Landtag von Reuß ä. L. Beauf­tragte die Regierung, im Bundesrat gegen die Auf­hebung des § 2 des Jesuitengesetzes zu stimmen.

Wahlbewegung.

Wetzlar, 10. Marz. Lauow.rc Fr. W. Keiner-Wer- borf, der zunächst die Reichstagskandidatur der deutsch- konservativen Partei für unseren Wahlkreis angenommen hatte, hat sich genötigt gesehen, mit Rücksicht auf feine Be­rufstätigkeit unb feine sonstigen Pflichten, auch aus Rück­sicht auf feine Gesundheit von der Kandidatur zurückzu­treten. In Altenkirchen hielt der Bund der Land­wirte am Sonntag eine Vertrauensmännersitzung ab. Pfarrer Heckenvot meinte, daß sisth Einigung erzielen ließe, wenn die Antisemiten ihre Kandidaten zurückziehen würden, was aber von den Antisemiten, u. a. von Reichstagskandi- baten Dr. Giese und Red. Reuther-Offenbach entschieden zurückgewiesen wurde. Hierauf stellte der Bund der Land­wirte Pfarrer Heckenrot-Altenkirchen als kon- se rvativen Reichstagskandidaten auf.

Nach einer gestrigen Drahlmeldung aus Posen soll der Kaiser ein Wahlkompromiß aller deutschen Parteien der Provinz Posen auf ber Grundlage der Wahrung des gegenseitigen Besitzstandes angeregt haben. Was es mit dieser Anregung für eine Bewandtnis hat, ecgiebt sich aus einem Bericht über die am Sonntag abge­haltene Versammlung des deutschen Wahloereins in Mese- ritz. Es heißt da: Im Laufe ber Debatte hob Ritterguts­besitzer Major v. Klitzing-Schloß Neuhof (welcher seinerzeit unter ben Kandidaten für ben Oberpräsidentenposten der Provinz Posen-genannt worden war), hervor, daß ber Kaiser ihm gegenüber den Vorwurf ausgesprochen habe, daß wir Deutsche nicht einig seien; wenn wir zusammen­hielten, würben wir ber Polen Herr werden. Es soll ein Kompromiß in der Provinz Posrn geschlossen werden, daß, wo Li berate in der Majorität seien, die Konser­vativen für diese, und wo Konservative die Mehrheit hätten, die Liberalen für diese stimmen öllten.

PreutzzschuS Abgeordnetenhaus.

40. Sitzung vom 10. März

Abg. FrÜr. v. Zedlitz (frt) bemerkt, daß Preußen im Bundesrat für die Aufhebung des § 2 des Jesuiten­gesetzes stimmen wolle, habe in weiten Kreisen der evan­gelischen Bevölkerung große B e u n r u h i g u n g erregt- Tie Schule sei eine Veranstaltung des Staates und deshalb müßten Uebergriffe der Kirche auf diesem Gebiete abgewehrt werden. Gäbe der Staat weiter nach, so wäre ein neuer Kulturkampf unvermeidlich. Katholiken und Protestanten müßten sich aber zusammenschließen zur Bekämpfung der materialistischen Weltauffassung. Abg. Funcke (frs. Vp.) bezeichnet die paritätische Schule als das einzig Richtige. Der Religionsunterricht in den Volksschulen[)e von dem Formelkram befreit und nach der Richtung intensiverer Mo­rallehre ausgestaltet werden. Der TitelMinistergchalt" wird bewilligt. Abg. Schall (kons.) fragt an, wie das tänbige Zurückgehen ber Zahl von Studie» renben ber Theologie zu erklären fei Rebner meint, einer ber Gründe dafür roeroe wohl der fein, daß das An- fangsgehalt zu klein und überhaupt die Besoldung zu gering fei. Es sei eine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß in vielen evangelischen Pfarrhäusern die Sorge zu Hause sei. Ministerialdirektor Althoss tegi~ bar, daß auch in anderen Fakultäten ein Rückgang ber ^tubierenoen bemerk­bar sei. Der Rückgang der theologischen Studierenden sei aber nicht auf die moderne Theologie zurückzuführen. Abg. Graf Wa rtensleben (kons.) bihet um eine höhere Remuneration der Geistlichen. Abg. Hacken berg mL j meint, die Abnahme der Zahl ber Theologie Studierenden ei nur eine natürliche Folge von ber zu großen Anzahl von Studierenden in früheren Jahren.

Auslauö.

Haag, 10. März, weite Kammer. Der sozia­listische Abg. Troelstra fuhrt in einer Interpellation aus.

daß die Lage sehr bedenklich sei und für den Fall, daß der geplante Ausstand keinen glücklichen Aus­gang nehmen sollte, die internationale Transportoereinig­ung sich einmischen würde. Von England würden allein 100000 Gulden geschickt. Er rät, gemeinschaftlich dahin Zu wirken, baß die Spannung nachlasse. Minister Kuyper erklärt, bie Regierung habe alle Maßregeln getroffen, um für einen eventuellen Streik gerüstet zu fein. Politische Rücksichten erlaubten nicht darauf zu antworten, ob Militär im Streitfälle für den Eifenbahndienst verwandt wird. Unter allen Umständen werbe sie bie Staatsgewalt im Interesse aller Klassen ber Gesellschaft aufrechterhalten.

Paris, 10. März. Kammer. Millevoye (Natio­nalist) sagt, das beste Unterpfanb bes Friedens sei stete Kriegsbereitschaft unb daS f r a n z ö s i s ch - r u s. fis che Bündn is. Der deutsch eKaiser fei im stände, m wenigen Stunden eine solche Macht zufammenzubringen, wie kein Eroberer feit dem Altertum. Rußland sei cd gewesen, welches 1875 Deutschland daran verhinderte, Frankreich den Garaus zu machen. Tas Recht Frank­reichs auf Elsaß-Lothringen sei unbestreit­bar. Tie Entwaffnung sei unmöglich, bevor diese Frage gelöst sei. Redner erklärt schließlich, er freue sich, daß bie Beziehungen zu Italien iuieber an- geknüpst seien unb fragt, welche Rolle Frankreich im Orient spielen werde, wo ein allgemeiner Brand im Bal- langcbiet auszubrechen drohe. De la Fasse (unabhängiger Konservativer) bespricht die in Marokko herrschende Anar­chie unb meint, daß bie Wiederbolten Ausstänbe doch auf europäische Jntriguen zurückzuführen seien. Rebner pro­testiert bagenen, bag man immerwährenb Angriffe gegen Deutschlanb unb Englanb richte.

R o m, 10. Acarz. Der Papst empfing heute im Thron- saal die englischen Pilger, deren Wortführer in ihren An­sprachen bedauerten, daß die gegenwärtige Lage den Papst an ber freien Ausübung seines Amtes hinberten. Der Papst antwortete nicht. Die Pilger brachten reiche Gaben.

Funchal auf Mabeira, 10. März. Chamberlain ist am 10. März vormittags angekommen. Er würbe von Mitgliedern der englismen Kolonie und zahlreichen Einhcimiichen begrüßt. . Die britischen und portugiesischen Kriegsschiffe saluüerten. Der Minister mar vier Tage gicht- krank. Er befindet sich wieder bedeutend besser.

K o n st a n t i n o p e l, 10. März. Die auswärts ver­breiteten Gerüchte im Zusammenhang mit der Auffindung uon Explosivkörpern bei Tscher keßkoei an der Eisenbahnlinie Koustantinopel-Adrianopel und die daran getnüpscen Vermutungen über einen beabsichtigten An- «chlag auf einen Bahnzug beruhen auf Uebertreibung. Man neigt zu ber Annahme,.baß es sich um einen Streich einer Person hanbelt, bie für bie Anzeige eines angeb­lichen Anschlages Auszeichnung unb Beförderung erhalten wollte. Ter Zugverkehr ist nicht unterbrochen. Der Dienst wirb regelmäßig weiter versehen.

Aus Aluöl iinö Lail-.

Oie Ben, 11. März 1903.

* * I. Gr. H. Prinzessin Elisabeth von Hessen vollendet heute ihr achtes Lebensjahr. Mit ber Bevölkerung ganz Hessens beteiligen wir und an den Glückwünschen, die heuteunserem Prinzeßchen" in so reichem Maße bargebracht werden.

* Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog hat, wie uns telegraphisch aus Darmstadt gemeldet wird, am heutigen Tage, dem Geburtstage I. Gr. H. der Prin­zessin Elisabeth, eine Reihe von Auszeichnungen an Dienst­boten verliehen, und zwar u. a. das goldene Kreuz mit Brillanten an Veronika Friedrich in Laubach für 53jährige, und das goldene Kreuz an Sophie Jacobi in Frankfurt a. 9)1 für 26jährige treue Dienste in ein unb derselben Familie.

Prämiierung. Ter Spediteur Louis Adam erhielt auf der Geflügelausstellung zu Köln einen Ehrenpreis und zwei 2. Preise auf dunkle Brahama und schwarze Langshan-Hühner.

Aus dem Theaterbureau. Für die am Sonn­tag ausgefallene Vorstellung gelangt morgen Donnerstag den 12. ds. Mts.Der Trompeter von Sättingen* zur Aufführung unb zwar als 2 0. volkstümliche Vor­stellung. Tie am Sonntag gelösten Billets haben für Loge unb vordere Saalreihen Giltigkeit, sind aber an der Kasse ober bei Herrn Challier umzulauschen.

* Äanbibat ui Köhler. Wir lesen in derVolks- wacht":

Tie auf den letzten Sonntag nach Gießen von dem Hessischen Bauernbund unb dein Tcuischen Verein zu Gießen einberufene VertrauensmänneroeilamnUung war von 60 Personen, bie 35 Ge­meinden vertraten, besucht. Anwesend waren der ieüberige Reichs- tagsabg. PH. Kötster unb ber t'anbtagsabg. Hirschei. Tte Verhand­lungen leitete ber ^abdreieüorfigenbe Cito iiuft von Gießen. Nachdem der Abg. Bgmslr. Kohler sich bereit erklärt hatte, das Mandat wieder zu übernehmen, wurde ihm die Ranbibatur e» n ft i m in i g übertragen. Es wurde be­schlossen, mit allen Krähen in bie Wahlagitation einzutreten unb bie ausgebehnle Aussprache der Vertrauens­männer ergab, daß die Aussichten die a 11 e r b e ft en sind.

Eugen Nichter'SFreif. Ztg." schreibt zur Kandidatur Köhler folgendes:

Im Reichstag laßt sich dieser Abgeordnete ja doch nie bilden. Er Hal feit 1893 nicht mehr das Wort ergriffen unb in der ganzen letzten l^egLUaturperiobe 1 a fr sämt­liche n a in e n 11 i ch e Abstimmungen versäumt. Au bet» Abstimmungen über den Zolltarif hat er nur m ber letzten