Ausgabe 
10.11.1903 Erstes Blatt
 
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demotraten deS W<ü-lkreises Frankfurt a. O.-Lcbus wurde ^nutatich S»a irxi i rhi£ t rr. *5>r. Stalin als

Nelgun

Donrrn gv, wo deursche Interessen gefährdet

überreichen lassen.

Washington, 9. Nov. Der diplomansche Agent der Regierung von Panama, Bunau-VariÜa, hatte gestern eine Besprechung mit Staatssekretär Hay. Der finanzielle Teil des Vertrages, über welchen .zu verhandeln Bunau-Varilla Vollmacht hat, ist ähnlich dem entsprechenden Tell des Hay- Herran-Vertrages, aber die Bestimmungen betreffend die Souveränetät der Vereinigten Staaten über den Landstreifen, den der Panama-Kanal durchschneiden wird, sind bestimmter und einfacher.

New-Dork, 9. Nov. Der hiesige kolumbische Konsul Brigard erklärte, Kolumbien werde eine Kommission nach Deutschland senden, um sich gegen Landkonzessioncn unweit Panama unter deutsches Protektorat zu stellen.

das Verhalten des soz. bttichstagsaibg. Dr. Braun als völlig korrekt bezeichnet und iljm das Vertrauen seiner Wähler dadurch ausgesprochen, daß man ihn als Kandi­daten für die Land tags wähl im Kreise Frankfurt a. O.- Lebus aufstellte. ________

Forbach und die hier erlangte

Mißstände in das Gegenteil umgeschlagen, er habe deshalb seine Entlassung im Juli dieses Jahres bean­tragt. Den Roman will er als P h a n t a j i e g e b i l d e ausgefaßt haben, wenn es auch naheliegender sei, daß man Geschehnisse, die man selbst erlebt habe, schildere. Es habe ihm aber fern gelegen, Personen in Forbach zu beleidigen. Er habe alles getan, um d i e Verbreitung des Roinans von Forbach und Lothringen fernzuhalten. Der Verhandlungsleiter macht Bilse darauf aufmerksam, daß in dem mit Beschlag belegten Manuskript des Romans der Oberst von Kronau, welcher angeblich den Major Fuchs bezeichnen soll, zuerst Renard von Voß geheißen hat, und daß die anderen Offi­ziere dadurch gekennzeichnet gewesen wären, daß ihre Vor­namen umgestaltet gewesen sein sollten usw. Bilse bleibt dabei, daß das Suchen nach Namen Phantasiesache sei. Mit­arbeiter will Bilse nicht gehabt haben, wenn er auch zugibt, mit Rittnieister Bandel, und zuerst nur mit diesem, eng be­

freundet gewesen zu sein. Auf die Frage, ob Frau Ritt­meister Ey auf den Major Fuchs Einfluß ausgeübt habe, erklärt der Angeklagte, daß er auf den Wahrheitsbe­weis verzichtet habe; sein Roman beziehe sich nicht auf bestimmte Personen. Der Anklagevertreter erhebt nun­mehr die Anklage gegen den Leutnant Bilse erstens wegen Vertriebs von Schriften, welche Offiziere des 16. Trainbataillons beleidigt haben, zweitens wegen VerbreitungvonMißvergnügenunterKame- r a d e n , drittens wegen Ungehorsams gegen die kaiser-

Leutnant ZLuse vor dem Kriegsgericht.

Metz, 3. Nov.

Vor dem Kriegsgericht der 33. Division begann heute die Verhandlung gegen den Verfasser des Romans .,A u s einer kleinen Garnison", Leutnant B i l s e. vom 16. Trainbataillon in Forbach.

Als Zeugen erscheinen fast sämtliche Offiziere des 16. Trainbataillons aus Forbach, sowie einige Forbacher Zivili­sten, und als einzige Vertreterin des schönen Geschlechts das Dienstmädchen eines Offiziers. Der Angeklagte wird von einem Offizier hereingesührt, er ist in Uniform und macht

horsccmsverweigerung will er gesprächsweise erfahren haben. Auf die Frage, ob ihm der Verkehr mit Rittmeister Bandel nicht verboten worden sei, erwiderte der Angeklagte, zu einem solchen Verbot habe niemand ein Recht, doch wurde mir gesagt, der Verkehr werde ungern gesehen. Jubezug aus die tgl. Ordre vom 23. Januar 1897, welche die schriftstellerischen Arbeiten der Offiziere regelt, meint der Angeklagte, er hätte diese Ordre nur aus rein militärische oder dienstliche Schrif t en be­zogen. Taraus stellt der Anklagevertrerer den Antrag aus Ausschluß der O e s f e n 11 i ch k e i t.

Der Antrag wird unter Vorbehalt späterer Ausschließ­

machen.

Wegen des Verdachtes, gegen den Bulgaren fürsten ein Komplott geplant zu haben, wurden in Provinzstädten stationierte Offiziere verhaftet. In offiziellen bulga­rischen Kreisen wird jedoch behauptet, daß die Verhaftungen deshalb erfolgt seien, weil die betreffenden Offiziere bei den Wahlen nicht gegen die Bevölkerung einschreiten wollten.

abg.es arrdt.

Fr an kfurt a. O., 9. Nov. In der geftern in Plattkow ab ae halt en en Vertrauensmännerversammlung der Sozral-

.._.,chis, welche geflohen waren.

Aus dem Untersuchungsverfahren gegen den verhafteten serbischen Oberst Jankowitsch wird bekannt gegeben, daß unter dessen Papieren und den mit den Offizieren der Rischer Garnison gewechselten Briefen ein vollständiger Plan zur Neubildung der Regierung und der Heeresleitung ge­funden sei. König Peter sollte dabei, falls er sich wider­setze, vorübergehend gefangen gehalten werden.- Das kann wahr sein, es kann aber auch von den Königs- mördern nur erfunden sein, um die Gegner unschädlich zu

Neues vom Kalkan.

Die Kampfe in Mazedonien haben immer noch nicht aufgehört. Ein Bandenkamps fand am 30. Oktober bei der Bahnstation Gratschko im Kreise Köprülü statt. Hierbei wurden vier Komitadjchis, bei welchen Bomben vorgefunden wurden, getötet. Am Sonntag früh schlossen Komitatschis das griechische Dorf Zirnorva im Distrikt Nevrokop, Wilajet

Ausland.

London, 10. Nov. Premierminister Balfour hat wieder einmal eine große Rede gehalten. Er schätzte sich glücklich, daß nichts in nachdrücklicherer Weise dazu beigetragen habe, den Völkern des Kontingents den Beweis von den guten Gesinnungen Englands ihnen gegenüber zu liefern, als die Reisen des Königs nach Portugal, Italien und Frankreich und die Besuche, welche die Vertreter dieser großen befreundeten Mächte in England machten oder zu machen beabsichtigten. Die Gefühle der Freundschaft Englands für alle Nachbarn jenseits des Kanals er­kennen zu lassen, sei ein Werk, welches durch keinen Aus­tausch von Mitteilungen der Kanzleien und durch kein von den Abgeordneten verfaßtes Schriftstück erreicht werden könne. Bezüglich der schiedsgerichtlichen Entscheidung in der Alaska- Grenzfrage sagte der Minister, wenn man auch den Wortlaut der Entscheidung bedauern könne, so dürfe man doch nicht vergessen, daß die Frage für alle Zukunft zwischen den beiden so eng verbundenen und verwandten Nationen endgiltig ge­ordnet sei. Eine andere Gefahr, welche ihm, dem Redner, eine gewisse Besorgnis einflößte, beruhe in der Hinfälligkeit der orientalischen Völker. Diese Gefahr bedrohe Europa von Ostasien an bis Westafrika. Es gebe nichts mächtigeres, was man dieser Gefahr entgegenstellen könne, als die unaufhörlich wachsende Empfindung unter den europäischen Nationen, daß sie im Einklang miteinander arbeiten müßten unter Ein­wendung einer offenen und freimütigen Diplomatie. Man müsse den Geist wachsen sehen, der die Schiedsgerichtsverträge, wie sie zwischen England und Frankreich abgeschlossen wurden, eingegeben, den Geist, welcher jeder europäischen Regierung zum Bewußtsein bringe, daß sie ein Verbrechen begeht, wenn sie eine Nation in den Krieg treibt, und daß man Streitigkeiten Gerichten, gegen deren Entscheidung es ferne Berufung giebt, unterbreiten oder in aller Offenheit einen loyalen Meinungsaustausch herbeiführen muß, der das sicherste Mittel sei, ein Mißverständnis zu vermeiden.

Madrid, 9. Nov. Wie gemeldet wird, kam es gestern beiden Gemeinderats-Wahlen in Bilbao und Pamplona zu Zusammenstößen, wobei von beiden Seiten Schüsse abgegeben wurden, ebenso in Malaga, wo verschiedene Per­sonen verwundet wurden. In Rinconada (Provinz Sevilla) versuchte man, das Stadthaus in Brand zu setzen. Der Bürgermeister wurde dabei verwundet. Auch in San­tander unb in der Provinz Cuenea fanden Ruhestörungen statt, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Amtlichen Depeschen zufolge wurden Ruhestörungen in Santander da­durch veranlaßt, daß Anarchisten versuchten, das Jesuiten- kloster in Brand zu stecken. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Kind erschossen. Der öffentlichen Gewalt ge­lang es, die Menge zu zerstreuen, ohne von den Waffen Gebrauch zu machen.

Rom, 9. Nov. Der Papst hielt heute morgen das erste geheime Konsistorium ab und ernannte nach einer Ansprache den Staatssekretär Merry de Val uni) den Bischof von Padua, Callegari, zu K a r d i n ä l e n. In seiner im heutigen Konsistorium gehaltenen Ansprache führte der Papst aus, er habe vergebens versucht, auf das Pontifikat zu verzichten, aber indem er sich dem Willen Gottes unterwerfe, werde er sich bemühen, das ihm anoertraute Gut des Glaubens zum Heile aller zu bewahren. Notwendig sei, daß der Papst in der Negierung der Kirche frei und keinerMacht unter­worfen sei. Demgemäß bedauere er, indem er sich seiner Pflicht und der Heiligkeit des Eides als Priester wohl be­wußt sei, die sehr schwere Beleidigung, die der Kirche in dieser Beziehung widerfahren sei.

Mailand, 9. Nov.Corr, della Ser." erhält eine Mitteilung aus Venedig, dott seien seit einigen Tagen zahl­reiche russische Polizeiagenten anwesend. Man vermutet, daß der Zar den König von Serbien in Venedig be­suchen werde, insbesondere da General Bogdanowitsch in Bari äußerte, der Zar werde im nächsten Frühjahr nach Venedig oder Bari kommen, um die Leiche des russischen Nationalheiligen Nicolaus, die dort ruht, zu besuchen.

Petersburg, 9. Nov. Man erzählt sich hier von einem zwischen dem Zaren Nikolaus und dessen Bruder, Großfürst Thronfolger Michael, bestehenden politischen Zwiespalt. Der Thronfolger habe während seines letzten Aufenthaltes in Süditalien mit bekannten politischen Persönlichkeiten wiederholt Unterhaltungen gepflogen, in denen er seine angeblich liberalen politischen Anschauungen offen ausgesprochen habe. Unter anderem habe er sich von einem italienischen Abgeordneten einen Entwurf für ein Gesetz zur Einführung der Rede- und Gedankenfreiheit

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Aus Aiaül und Lanü.

Gießen, den 10. November 1903.

** Ehrung. Dem Pfarrer an der Matthäusgemeinde unserer Stadt Georg Schlosser wurde heute, als an Luthers Geburtstag, von der theologischen Fakultät der Landesuniversität der Grad des theologischen Doktors ehrenhalber verliehen. Das Diplom, das der Dekan der Falultät, Prof. D. B a l d e n s p e r g e r persönlich überreichte, gedenkt harlptsächlich der Verdienste Schlossers um die Innere Mission.

^Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Vizewachtmeister und Trompeter im 2. Feld-Artillerie- Regiment Nr. 61 Hermann Scharf zum Kanzleidiener und Hausbeschließer bei dem Staatsministerium ernannt. Der Vortragende Rat im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, Oberfinanzrat G l ä s s i n g wurde zum Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatipik ernannt. Der Hauswärter im nördlichen Kanzleigebäude zu Darmstadt Georg L u l e y wurde zum Kanzleidrener bei dem Ministerium des Innern ernannt. Von S. Maj. dem Kaiser von Rußland wurde weiter die fletne silberne Medaille des Stanislausordens verliehen: den Schutzleuten Weitzel, Scheit, Lotz, Schwöbel, Gruß, Seipp, Dörr, Becker und D e n e ck e.

** Vortrag im deutschen und ö st r e i chtt s ch e n Alpenvereins. In der Sektion Gießen des d. u. östr. Alvenvereins sprach am letzten Sitzungsabend Professor De. Collin über feine Reise in No rw egen. Tie. Rerse war so angelegt, daß sie einen Ueberblick über das gewähren konnte, was das Land am meisten charakterisiert: das Atter mit seinen Schären und seiner Steilküste, die sich am eigen­artigsten im Nordland ausprägen; dann die tief ein­schneidenden Fjords mit den jäh abfallenden Plateaustürzen, den zahllosen Wasserfällen mrd ausgedehnten^ Firn- und Gletschergebieten; ferner das hohe Fjeld, die Hochgebirgs­ebene, und endlich von Städten die alte und die neue Haupt­stadt: Drontheim und Christiania. Die Reise ging von Kiel über Korsör nach Kopenhagen, dann über L,roll- hättan, wo die berühmten Wasserfälle besichtigt wurden, nach Christiania. Von hier wurde nach 1/stündiger Eisenbahnfahrt Drontheim erreicht mit seinem herr­lichen Dom, an dessen Wiederherstellung eifrig gearbeitet wird. Drontheim war der Ausgangspunkt snr die bis Tromsö (69 Grad 38 Mim nördl. Br.) ausgedehitte Nord­landfahrt. Sie führt durch denSchärenhof", den sausende von Inseln bilden, ost sind es nur kleine Felsbvocken, dann lvieder gewaltige^ Wände, die unmittelbar aus dem £D$ean aufsteigen, meist in bizarrsten Kronen gegliedert. Am Abend des zweiten Tages tauchten die Lofoten auf, gleich einer zinnengettönten Festung sich aus dem Meere erhebend. Der Aufenthalt des Dampfers wurde dazu benutzr, die ^njel Sw 0 lwaer zu bejuchen. Am nächsten Morgen traf das Schiff in Tromsö ein. Nachmittags wurde ein Ausflug in das Lappenlager gemacht, das sich unweit der Stadt in einem Bor giesset bejiihDet. Die Nacht war noch so hell, daß mau mm 12 Uhr von einem Höhepunkt aus eine weite Aussicht auf schneebedeckte Bergzinnen genoß. Die Rück­fahrt nach Drontheim war mehr vom Wetter begünstigt, als die S<>cinirei).e. Vieles, was damals liebel verdeckt hatten, bot sich jetzt in der wunderbar scharfen Beleuchtung des Nordens, in die lebhaftesten Farben getaucht, dem Blicke dar, so das rot überhauchte Schnee seid Swar tisen, das sich bis dicht an die Küste erstreckt, und die Hefter and ö (Reiterin, ech, die die Gestalt eines riesigen ins Meer spren­genden Reiters darstellt. Gegen abend aber bildeten sich wieder Nebel. In der Nacht sttandete dieAsträa" nicht weit von dem seltsam geformten Felsen Toog hatten (Marlthut) amf einer Schäre. Die Passagiere wurden von vorüber,ährenden Schissen ausgenommeii; verspätet trafen sie am andern Abend in Drontheim ein. Darauf wurde die Küstenfahrt fortgesetzt, um einen Elugangspuntt ins Innere zu gewinnen. Sie führte über Chrift ian s und, Molde, Aa 1 esund zu den Fjorden der Westküste. Be­richt wurden der Gjvruudchord und sein Arm, der malerische Norangsjord. Von Oie am bttrangfjord ging es dann nut dein Norwegen eigentümlichen Bauern- wagen, derStolkjäore" (Stuhlwagen) nach Vis na es im

ung abgetehnt.

Es folgt darauf die Zeugenvernehmung. Zeuge Apotheker Tresen: Major Fuchs hatte den Offizieren vertraulich mein Haus verboten, weil meine Frau sich über die Offiziere schlecht geäußert haben sollte. Zuwider­handelnde Offiziere wurden mit Stube narre ft belegt. Ich sandte dem Major den Stabsarzt Dr. Pollack, um eine Austlärung zu fordern, event. um ihn znm Duell zu fordern. Hierauf wurde aufgellärt, daß es sich um em Damengeschwätz handle. Der Aiajor nahm das Verbot unter dem Ausdruck des Bedauerns zurück.

Bilse: Major Fuchs wurde vom Zivil nicht gerade geschnitten, aber er war wenig beliebt und nicht besucht. Tie Offiziere in Forbach benennen sich untereinander aus Ult mit Romannamen.

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liche Verordnung, die die Veröffentlichung von Schriften ohne vorherige Genehmigung verbietet. (§ 91 Abs. 1 und 2 und § 92 des Militärstrafgesetzbuches, § 73 und 185 des Straf­gesetzbuches.) Der Anklagevertreter beantragt Verlesung des Romans. Der Gerichtshof beschließt demgemäß die Verlesung.

Ter Vertreter der Anklage richtete an den Angeklagten einige Fragen, welche Fam ili e n ve r h äl tnis s e ihn zum erstenmal zum Abschied veranlaßten. Es waren nach ferner Aussage nicht finanzielle UnAuträglichkeiten, wie das Gerücht ging, sondern Familienverhältnifse' Angeklagter will in Zukunft die Malerakademie in Ber Nn be­suchen. Seine noch etwa 2000 Mk. betragenden Schul­den will er tilgen ohne Hilfe des Vaters, mit dem er sich überworfen habe. Er hätte zwar große Aus­gaben für Bücher gehabt, ein Pferd habe er nicht besessen, wie von der Anklage behauptet wird, und ein Automobil nur geliehen. Die im Buche vorkommeiiden Unregelmäßigkeiten mit Futtergeldern und einer im Stalle bärge io mm en en Ge- gesprächsweise erfahren haben, ierkehr mit Rittmeister Bandel

den Eindruck eines intelligenten Dienschen.

Nachdem vom Verhandlungsleiter die Zusammensetzung des Gerichts bekannt gegeben ist, beginnt die Vernehm- ung des Angeklagten. Er gibt an, Oswald Bilse zu heißen, und ist 1878 in Kirn a. d. Nahe geboren, wo sein Vater als Philologe tätig war. Er sei aus Neigung Offizier geworden, habe das Gymnasium absolviert, sei 1896 in das Trainbataillon Nr. 11 eingetreten und (et 1898 Leutnant. Er ist einmal mit drei Tagen Stubenarrest disziplinarisch, ein andermal wegen Widerrede gegen einen Vorgesetzten mit acht Tagen Stubenarrest gerichtlich bestraft. Die anfängliche g zum Offizierdienst sei durch seine Versetzung nach md die hier erlangte Erkenntnis vieler

Major Fuchs fühlt sich durch den Roman alsOberst von Gronau" betroffen. Von einer Tuellforderung ift feine Rede gewesen. Der Zeuge erzälflt auch den Vorfall mit dem anfgefundenen Rendez-vous-Bnes, infolgede,sen sich die Leutnants Block und Edler geschossen hatten, aber ohne Erfolg. Sie wurden mit Festung bestraft. Der Einfluß der Frau Rittmeister Ey (sie heißt im Roman Frau Starte), mit der meine Frau und ich. freundschaftlich verkehren, auf meine dienstlichen Anordnungen existiert nicht. Ter Leichtsinn einiger Offiziere veranlaßte mich, die Fahrten der Offiziere, darunter auch die Bises, nach Saar­brücken zu kontrollieren. Zuwiderhandelnde wurden bestraft. Tie Herren hatten 600 bis 700 Mark Schutt)en beim Kasino. Ich. habe sie ermahnt, zu bezahlen Jetzt, sind die Herren olider geworden. Zu großen Ausgaben für Bowlen habe ich niemanden verleitet. Ich setzte stets gute Bowlen an, die etwa 2 Mk. auf den Kopf kosteten. Die Reitstmiden der Frau Ey habe ich^ untersagt und nicht geduldet, wie der Roman besagt. Von dem Vorleben der Frau Ey, die vor der Ehe eine Pension hielt, ift mir Nachteiliges nicht be­kannt geworden. Auch über oie ehelichen Svenen in der Familie des Oberleutnants Koch (im Roman Leimann) ist dem Zeugen nichts bekannt. Die Frau ist inzwischen ge­storben. üioch har den Abschied eingereicht. Er ift körperlich gut beschrieben, aber amheulenden Elend" leibet er nicht. Mit Bezug latuf Leutnant Witte (im Roman Borger!) sagt der Zeuge, dieser habe viele Schulden. Frau Koch war schön, Witte tanzte gern mit ihr und machte ihr den Hof, aber in allen Ehren. Beide Familien woynten in einem Hause. Tas Ehepaar Edler wuroe geschieden, weit belannt ivurde, daß u. a. Leutnant Block (im bioinan Kolberg) mit Frau Edler von 5 bis abends 11 Uhr im Walde war. Tie Führungszeugnisse über Bilse behauptet Zeuge nach Pflicht uiid Gewissen abgegeben zu haben. Es laufen immer noch Rechnungen für Bil^e ein. Er taufte viel alte Schränke und Koinmoden auf den Dörfern, was Zeuge nicht recht verstehen tarnt. Der Angeklagte sagt, die Pfändung komme nur von seiner Verhaftung. Major Fuchs sagt ferner aus: Rittmeister Bandel wollte in Gesellschaft immer der erste jein und verfeindete fick) mit vielen Kameraden. Bilse verkehrte eng. mit ihm. Der Zeuge vermutete, daß Bandel an der Abfassung des Buck)es beteiligt war. Der Anklage­vertreter: Rittmeister Battdel hat Zeuge Major Fuchs als vermutlichen Versajser des Buches bezeichnet. Fuchs^ Keine Idee, ich werde mich doch nicht selbst beleidigen. Aw zec^e gegen Bckse hat Wäre im Verein mit Koch veranlaßt. Bon bv\.i Buch |uiu 15u Exemplare in Forbach verbreitet.

, Salonck em, griffen die Einwohner während des Gottes­dienstes an und töteten vier, darunter den Schullehrer. Die Eimoohner setzten sich zur Wehr und töteten vier Komitatschis. Eine Abteilung Soldaten verfolgte die anderen

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