Ausgabe 
10.11.1903 Erstes Blatt
 
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Teficphomscher Kursbericht

(Oberh. Ztg.)

event. weitere Fälle auf dem Gute.

Tendenz: ruhig.

3v/q Mexikaner 4,/2z7q Chinesen . Electric. bcLuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges. Gestern Staatobahn Lombarden . , Gotthardbahn . . Laurai ütte . . . Bochum . . , » Harponer . . .

32.50

37.16

145 80

43.80

4130

4% Gestern Goldrente. . 4*/6% Gestern bilberrente 4% Ungar. Goldrente . .

4°/ Italien. Rente . .

4'1 2% Portugiesen . . .

o°/ Portugiesen. . . .

1% C. Türken ...

Türkenlose . ...

4% Grieoh. Monopol-Anl. 4li% äussere Argenfiner

Reichsanleihe do.

Konsols . do . .

Hessen Gberhessen

. 26.50

. 91.20

. 113.75 . 105 00 . 211.30 . 194.80 . 143.30 . 155.50 . 163.00 . 143.40 . 18.30

190.50 . 237.50 . 187.25 . 201.20

37e%

3V//o ö/2%

Eisenbahnwesen, drei Unterstützungslegate von jährlich 500 Wik. an bedürftige elternlose Studierende der Rechts­wissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben. Zur Bewerbung um diese Legale mit Nach­weis über die Qualifikation wird (vom 31. Okt. ab) eine

Darmstadt, 9. Nov. Aus der Landrichter Dr. Müller- Stiftung zu Darmstadt sind durch das Großh. Ministe-

*Berlirr,9. Nov. Heute früh zertrümmerten die im städtischen Obdach in der Fröbelstruße untergebrachten Mädchen unter großem Lärm sämtliche Fenster­scheiben des dritten Stockes und warfen Schemel, Bücher und andere Gegenstände auf die Straße hinaus. Die Ord­nung wurde erst durch den Hausmspektor und den Aufseher wieder hergestellt.

* Berlin, 9. Nov. Die Arbeiterfrau Auguste Luck erkrankte gestern in ihrer Wohnung unter Vergift­ungs-Erscheinungen und starb bald darauf. Es besteht der Verdacht, daß sie v o n i h r e m M a n n e, der vorläufig festgenommen wurde, vergiftet worden ist.

* Genf, 9. Nov. Mehrere französische Blätter ver­breiteten in einem aus München datierten Telegramm, die ehemalige Kr o n P r i n z e j s i n von Sachs en. Gräjm

. 101.80

. 90.90

. 101.80

. 90.95

. 100 25

. 100.00

. 102.55

101.10

. 100.45

. 103.60

Frist von vier Wochen gesetzt. (N. H. Vbl.)

K B. Darmstadt, 9. Nov. Für die Dauer des Aufenthaltes der russischen Kaisersanlilie in Hessen war von der Societe generale in St. Petersburg an die hiesige .Bank für Handel und Industrie" ein Kreditbrief in ganz außerordentlicher Höhe überwiesen worden. Wie wir hören, sind während der sechs Wochen des Aufenthaltes in Darm­stadt, bezw. Wolfsgarten zur Kostenbestreckung für die persön­lichen Bedürfnisse der Zarenfa milie n » D d e s Hofstaates etwa 2 6 0 0 0 0 Mark abgehoben worden. Der Maler Professor Friedrich August K a u l - b a ch , der zur Anfertigung eines Bildnisses der 5t. a i s e r i n von Rußland hierher berufen war, ist gestern wieder nach München zurückgekehrt. Er hat nicht nur eine genaue Skizze und Portraitstudiem zu einem überlebensgroßen Ge­mälde der Kaiserin angefertigt,, sondern auch sämtliche vier kaiserliche P r i n z e s s i n e n p o r t r ä t i e r t, um in München nach den Entwürfen größere Oelgemälde auszu- sühren. Bei der letzten Sitzung der Kaiserin nn alten Palais wurden die Entwürfe des Meisters auf der Staffelei auch vom Zaren und dem Großherzog besichtigt, und fanden leb­hafte Anerkennung.

Griesheim, 8. Nov. Der Lokomotivführer Traser, welcher am vergangenen Dienstag im Verhör vor Gericht stand und seit Freitag morgen vermißt wird, beging Selbst­mord und wurde heute im Walde erhängt aufgefunden. Am gleichen Tage soll die gerichtliche Zustellung ein­getroffen fein, daß das Verfahren gegen Traser nieder-

MjMMcn öer Rrdnktiim.

(Anonyme An,ragen bleiben unberücksichtigt.)

Cand. in R. Wenn Sie Ihrer T)iilitärpfhct)t noch nicht ge­nügt haben, |o haben Sie bet der zuständigen Zwilbehörde ein Gcchch um Urlaubseiteilung nach dem Auslande eiuzureichen. Haben Sie aber bereits gedient, jo i|t der Bezirksseldwebel zu beuachrichllgeu. Dem Jost uulerivorsen sind u. a. in Oesterreich Tabak und Zigarren, Bücher und Papier.

llnu'iiv itli'iviuuuii.

OrrginaldraiiLmcldungcu des Gießener Anzeigers.

Berlin, 10. Nov. In der Dorftirche zu Groß- Glienicke wurde in der vergangenen Nacht em Einbruch - d i eb stahl verübt. Die Diebe, die durch das Fenster ein» drangen, stahlen wertvolle Silbergeräte und beschädigten die Gegenstände, von denen sie sich keinen "Nutzen versprachen.

Hamburg, 10. Nov. Oskar Blumenthals neues einaktiges LustspielWann wir altern" sand bei der Uraufführung im deutschen Schauspielhause lebhaften Beifall. Der Autor wurde wiederholt gerufen. Die zweite Uraufführung des Abends, das dreiaktige SchauspielDas heilige Leben", von Hennie Rache, befremdete anfangs durch das heikle Thema, brachte aber nach wirkungsvollem Schluß­akt stärkeren Beifall.

Königsberg i. Pr., 10. Nov. Hier sind 2 Personen unter dem Verdacht der Geher mbündeleiveryaftet worden.

München, 10. Nov. Das Justizministerium suchte bei der Abgeordnetenkammer um die Ermächtigung zur Straf­verfolgung wegen Beleidigung der Kammer nach. Es handelt sich um den Verkauf von Postkarten der hiesigen Händler mit gemeinen Darstellungen, die sich gegen die Zentrumspartei richten sollen.

London, 10. Nov. Der Geburtstag des Königs wurde in aller Stille in Schloß Sandringham begangen.

Paris, 10. Nov. In Montpellier wurde das Portal der Matthiaskirche mit Petroleum begossen und in Brand gesteckt. Der Feuerwehr gelang es, weiteren Schaden zu verhüten.

Madrid, 9. Nov. Zu den Ruhestörungen bei den gestrigen Gemeinderatswahlen in Santander wird noch gemeldet, daß die Ruhestörer sich der Polizei widersetzten, mit den Waffen in der Hand Warenhäuser bestürmten, Barikaden errichteten, Petroleum gegen die Tore dor Passionistenkirch e gossen und Feuer an dieselbe legten, das nur mit Mühe gelöscht werden konnte. Außer dem Kinde, das, wie gemeldet, erschossen wurde, wurde ein Mann getötet. Mehrere andere Personen sind verletzt. Da die Regierung fürchtete, daß es bei dem Leichenbegängnis des Kindes zu neuen Kundgebungen kommen könne, verhängte sie über Santander den Belagerungszustand. Auch aus anderen Ortschaften werden Kundgebungen gemeldet. Nach den letzten Feststellungen wurden bei den Gemeinderats­wahlen 4009 Monarchisten, 975 Republikaner, 80 Carlisten und 61 Sozialisten gewählt.

Budapest, 10. Nov. Auf dem Karlsring stürzte ein Teil eines großen mehrere hundert Jahre alten Gebäudes ein. Bisher wurden keine Opfer des Einsturzes gesunden, doch glaubt man, daß einige Menschen um­gekommen sind.

Petersburg, 10. Nov. In Wilna wurde ein Sol­dat des ö. Sapeurbatailtons standrechtlich er­schossen, der einen Mordversuch gegen seinen Ko m - pugniechef verübte und ihn schwer verwundete.

Venedig, 10. Nov. Zwischen Breseia und Mantua fand ein Zusammen st zweier Eisenbahn­züge statt, wobei 15 Personen verunglückten.

Montignoso, stabe einen Selbstmordversuch gemacyr und ser überhaupt nicht mehr b e i t l a r e m V e r st a n d e. Demgegenüber stellt dieSchweizerische Depe,chen-ckgentur fest, daß der Anwalt der Gräfin, Advokat Lachenal, Montag orieslich Mitteilungen von Schloß Ronno (Departement Rstone) erhielt, aus denen hervorgeht, daß seine immer noch dort weilende Klientin sich bester Gesundheit ersreut.

Märkte. ..

Gießen, 10. Nov. Marktbericht. Aus heutigem Wockenmarkt foflcien: Buller pr. Psd. 1.001,10 Mk., Hühnereier 1 Sl. 8-9 Bsg., 2 SM. 0000 Bsg., Gäuseeier0000 Pig., Emeneier80 Prg., Käse vr.Slck.58 Ps., Kasematte2Slck. 56Pig., Erbsen pr.Liter 21Pjg., Linsen pr. Liier 32 Pig., Tauben pr.Paar0,7009,0Mk., Hühner pr. St. 1,301,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,701,50 Alk., Emen pr. Stuck 1,702,20 Gänse pr. Psd. 5660 Pig., Ochsensleisch pr. Pfund

6878 Pig., Kuh- und "Rindfleisch pr. Psurid 6266 Psg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6676 Psg., Lchmeiuesleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7076 Pfg., Hammelfleisch pr. Plund 6574 Psg., Karlos!elii pr. 100 Kgr. 5,00-5,50 Alk., Weigkraul per Stück 57 Psg., per Rentner 1.301.60 Alt., Zwiebeln pr. Beniner 4,505,00 T)tL, Milch per Liter 18 Psg., Aepfel per Zenlner 16 bis 20 Alk., in Korben 0000 Pig.

später ein.

() Ulrichstein, 9. Nov. Die heute hier vorge­nommene SubmissionseröffnungaufdieWasser- leitun g ergab bei den von zwölf Firmen eingereichten Offerten zwischen dem höchsten und niedersten Angebot eine Differenz von 18 000 Mark. Der zweitniedersten Forderung von ca 38 000 Mark der Firma Koch-Pirmasens wird wohl der Bau übertragen werden. Die Bauleitung übernehmen Bauinspektor Hechler-Alsfeld und Kreisstraßenmeister Sommer- korn-Schotten.

)( Alsfeld, 9. Nov. Ein in der Bücking'schen Villa in der Marburgerstraße unlängst ausgeführter Diebstahl zweier wertvoller Brillan.tenringe fand, wie wir in der ,A. O. Ztg." lesen, seine Aufklärung. Der Dieb ist ein bei einem hiesigen Meister beschäftigter, in der Nähe von Berlin gebilligter Schlossergeselle. Er war in der ge­nannten Villa beruflich beschäftigt. Als der Verdacht sich gegen den Täter, in dessen Besitz Ringe gesehen worden waren, richtete, versuchte er mittels einer Täuschung die aber etwas plump ausfiel, sich zu helfen. Er kaufte zwei billige Ringe und gab sich als Gentleman und jahrelangen Besitzer beider Ringe aus. Die Mätzchen verfingen indessen vor dem kritischen Interesse desAuges des Gesetzes" nicht. Vor dem Unter­suchungsrichter gestand der Dieb denn auch sein Verbrechen ein. Die Ringe waren von ihm in die Miststätte einer hiesigen Hofraite versteckt worden und wurden an der vor dem ge­ständigen Dieb selber bezeichneten Stelle vorgefunden.

k. Alsfeld, 9. Nov. Die in letzter Zeit vielfach besprochenen Bahnprojekte Mücke-Ulrichstein-Rixfeld haben jetzt ein drittes Projekt erzeugt, die Linie Alsfeld-Windhausen- Ulrichstein-Schotten. Für kommenden Sonntag ist nach hier

Kas Hauten-Kollegium hält Flat, denn der kleine Hermann hat einen bösen Katarrh. Tante Amalie empfiehlt Kamillentee mit Kandis, Tante Minna Halts mit einer derben Schwitzkur, Tante Rosa dagegen meint, ein Huslensäftchen sei das Beste. Da wirds dem verständigen Papa zu dumm.Nichts da," poltert er,den Tee trinkt der Junge nicht, die Säftchen sind ivertlos und JagT den kleinen Kerl bringen wir nie in Schweiß. Da weiß ich was Besseres: ich bole dem Jungen eine Schachtel Fay's ächte Sodener Mineralpastillcrr für ganze 85 Pfg. vV aus der Apotheke, Drogerie oder AÜneralivasser-Handtung, die nlnnnt er gerne, die verderben ihm den Magen nicht und was sie für die Bekämpfung von Katarrhen weit sind, das wen; ich aus Erfahrung. Mir kommen bei Husten und dergleichen Alltagsleiden nurFay's Sodener" ms vr Haus und damit basta." 6911

geschlagen sei! (D. Tgl. Anz.)

Mainz, 9. Nov. Am Sar ge des Bischofs, der in dem Palais aufgebahrt war, hatten sich wie dasAi. Tgdl." schreibt, gestern und vorgestern viele Hunderte ein- ftrnden, darunter auch Hofmarschall von Westerweller, der im Auftrage des Gvoßherz-ogs em prachtvolles Kranzgebinde niet)erlegte. Heute morgen erfolgte die feierliche Bei­setzung der Leiche. Auf dem Ballplatz versammelten sich die Schüler der oberen Klassen, die katholtschen Vereine und Deputationen anderer hresiger und auswärtiger Vereine, Studentenschjasten und sonstiger Korporationen, und die Handwerksmeister des Domes, die, am bischöflichen Pa­lais angekommen, den Sarg auf den mit vier Pferden bespannten Wagen hoben. Dann ordnete sich der Leichen­zug, den die Vereine re. mit ihren etwa fünfzig Fahnen eröffneten. Dem Leichenwagen voraus schritten die Geist­lichen. Dem Sarge folgten die Anverwandten des Ver­storbenen, die Würdenträger, die Zentrumsfraktion des Landtags, die Zivil- und Militärbehörden und die übrigen Leidtragenden. Den Schlug bildeten die Bürger-Sodalität, der katl-ol. Männerverein und die Bruderschaften der Stadt. In den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, bildeten große Menschenmengen Spalier und viele Häuser hatten eine recht eindrucksvolle Trauerdetoration angelegt und auf Halbmast geflaggt. In dem dichtgefüllten Dom war der Katafalk im Mittelschiff vor der Treppe zum Haupb- altar aufgestellt und Mitra und Bischofsstab auf ihm nieder­gelegt. Sofort nachdem der Zug den Dom betreten hatte, wurde der prunkvoll mit Gold gezierte Sarg auf dem Katafalk niedergestellt und das Deneoiktus gesungen, wäh­rend die Zugteilnehmer ihre Plätze einnahmen. Der Feier wohnten u. a. bei im Auftrag des Großherzogs Hos- marschall Westerweller, ferner Provinzialdiretwr Geheun- rat Freiherr von Gagern, Eijenbahnpräsident von Rabenau, Generalmajor von Zastrow, sowie viele Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden. Das Requiem hielt Erz­bischof Dr. Nörber von Freiburg, worauf Domdekan Engel­hard in dar Trauerrede das Lebensbild des verstorbenen Bischofs und sein Wirten in eindrucksvoller Weise entrollte. Es folgte die feierliche Einsegnung und die Beisetzung der Leiche, die ihre letzte Ruhestätte neben derjenigen seines Vorgängers, des Bischpfs Haffner, in der Gotthardskapelle des Doms nälM dem großen Tchrfbecken gefunden hat. Bingen, die Vaterstadt des Bischpss, hat einen Kranz nieder­legen lassen, ebenso die Stadt Dtaiuz und viele Vereine und Körperschaften.

mo Frankenberg, 9. Nov. Nach Schluß der Ar­beit brach unter den auf dem Gute Wölkersdorf bei Domänen­pächter Suntheim beschäftigten Zuchthausgefangenen der Strafanstalt Wehlheiden eine Meuterei aus. 7 der Gefangenen stürzten sich mit Rotthacken, Spitzhacken und Messer auf ihre 5 Mitgefangenen und verletzten 2 von diesen sie h r schwer, einer der Verletzten hatte 7 Stiche und Wunden am Hals. Der Aufseher allein war nicht im Stande die Kämpfenden auseinander zu bringen, sämtliche aus dem Gute anwesende Knechte usw. mußten zuspringen. Es wurde sofort telephonisch die Gendarmerie in Franken- berg requiriert Oberwachtmeister Hufner begab sich sofort mit dem Gendarmen Löbermann nach dem Gute Wölkers­dorf und später ging noch Gendarm Wagner zur Hilfeleistung dahin ab. Der Kreisarzt Dr. Vahle wurde ebenfalls tele­phonisch zur Hilfeleistung gerufen. Er legte den notwendigen Verband an. 7 der Gefangenen wurden in dem eigens dazu hergerichteten und befestigten Kuhstall untergebracht. Die Gendarmen Wagner und Löbermann blieben die Nacht für

auf der Zugspitze" halten.

** R a s ch e Hi l f e. In der Bahnhofstraße stürzte heute eine Knh, die ein Händler zum Biehmarit süyren wollte, und ein großes Publikum sah zu, tote man sich vergeblich bemühte, burd), Zerren und Stützen das Tier wieder auf die Beine zu bringen. Da legte der 5)andelsmann die Händ-e an den Mund und schgne mit der lautesten Stunme dem daliegenden Muhkalb etwas in die Ohren, was eine erstaun­liche Mrkuna hervorbrachte. Das Tier fuhr blitzschnell in die Höhe und glotzte so verwundert imb gespannt vor siu- hin, daß die ZuschMer in ein homerisches Gelichter aus­brachen. iL'ljil

j ** Seidendiebstähle. DerFranks. Generalanz." gerichtet aus Gießen, daß der Termin zur Strafkammer-Ver­handlung über die Seidendiebstahls-Affaire in einem hiesigen Modewarengeschäft auf Anfang Dezember festgesetzt sei. Das ist, wie wir aus sicherer Quelle mitteten können, un­zutreffend.

** Gründung einer Sanitätskolonne. Auf die nn Anzeigenteil enthaltene Aufforderung des hiesigen Zweig­vereins vom Roten Kreuz, der zu gründenden Sanitäts­kolonne beizutreten, wollen wir besonders aufmerksam machen. Wir haben schon im vergangenen Sommer darauf hingewiesen, wie wertvoll es ist, bei Unglückssällen dix erste sachverständige Hilfe leisten zu können, und sprechen die Hoffnung aus, daß das Unternehmen in allen Kreisen unserer für mildtätige Zwecke stets opferwilligen Bürgerschaft allgemeinen Anklang fmde. Die Versammlung zur Besprechung der Angelegenheit findet Sonntag den 15. November statt.

Garbenteich, 9. Nov. Gestern wurde unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern der seit vorigem Jahre pensionierte Aufseher der hiesigen Eisenbahnhaltestelle, Herr Johs. Schäfer zu Grabe getragen. Schäfer, der die beiden Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitge­macht hat, hat mehr als 30 Jahre im Dienst der oberhessi­schen Eisenbahn gestanden. Davon fallen 25 Jahre auf seine hiesige Wirksamkeit. Er galt allgemein als tüchtiger und gewissenhafter Beamter. Er erreichte ein Alter von etwas über 60 Jahren.

? Trais-Münzenberg,7. Nov. Unserem Dorfe gegenüber ist seit einigen Wochen ein großer Steinbruch jenseits der Wetter entstanden. Die Butzbach-Licher Eisen­bahnaktiengesellschaft hatte dort für den denkbar niedrigsten Preis von dem Grafen Solms-Laubach ein Stück wüst liegenden Geländes angekauft und dort einen vorzüglichen Basalt entdeckt. Nun steht dort eine Klopfmaschine, die den Basaltschotter für die Bahnstrecke liefert. Es werden sogar die schönsten Pflastersteine hier hergestellt. In dem Bruche sind eine große Anzahl Arbeiter beschäftigt, die hier Winter­arbeit gefunden haben.

r. Eberstadt, 7. Nov. Heute wurde unter großer Beteiligung die Leiche eines 12 jährigen Mädchenszu Grabe getragen. Das Kind hatte sich vor einiger Zeit eine kleine Schnittwunde am Daumen zugezogen. Es ent­stand wahrscheinlich dadurch Blutvergiftung, an deren Folgen nun das Kind nach schwerem Leiden gestorben ist.

g. Grünberg, 10. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Gestern abend gerieten wegen eines Mädchens zwei Knechte in Streit, wobei der Knecht Kenpa aus Posen dem Knecht Klostermann aus Pommern einen tiefen Messerstich in die Schläfe versetzte. Der Gestochene starb auf dem Trans­port zum Arzt. Der Täter leugnete zuerst, gestand jedoch

Gebiete des großartigen Nordfjords. Hier breiten sich eine Versammlung anberaumt, in welcher das letztgenannte zugleich eine Reihe herrlicher Bergseen aus, von denen der Bahnprojckt besprochen werden soll. ___

enge Loensee mit seinen dicht zusammentretenden, iöft r - * ~

senkrecht abfallenden Bergwänden, seinen Wasserfällen und uen gj , ,________, .........

Gletschern, seinem milchig-grünen Wa,, ec unübertroffen ba> der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und steht. Von hier aus wurde auch em Ab,lecher m das Gebiet ruim 0 ö' -- - -- ' - - 0

Iostedalgletschers, des größten Firnfeldes Eu- rovas, unternommen. Die Fortsetzung der Reise führte von Visnaes über den Stoyn see nach G j e l l e und bann die großartige, in zahllosen Windungen ansteigende W i d e n d a l st r a ß e hinauf auf das F j e l d. Nach stunden­langer Fahrt durch dre einsame, von Schnee und Eis um- ftarrte Fjeldwüste, die mit den überall cingesprengten Vege­tationsflecken dem Fell eures riesigen Raubtieres gleiaft, ging es dann in raschem Fluge wieder 1000 Meter ab* märts hinab zum herrlickwn Geivangerfjord nach Merok. Am dritten Tage errdete die W-agenfahrt in Otta, wo die Eisenbahn und damit der Anschluß nach Chri­st i an ia erreicht wurde. Nack» mehrtägigem genußreichem Aufenthalt in der Hauptstadt erfolgte die Ruckreise. Ein heftiger Sturm bei der Ueberfahrt von Korsör nach Kiel, der den Reisenden das stolze Bild ver aufgeregten See gewährte, bildete den Abschluß der an großen Eindrücken überreichen Reise. In der Dezember Versammlung der Sektion wird $>err Albert Peppler, Assistent der tgL daher, meteorol. Zentralstation, einen Vortrag übereinen Winter